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Weltmännertag 2016: Männer, achtet auf eure Gesundheit!

Der Krebsinformationsdienst beantwortet alle Fragen rund um die Themen Krebs und Früherkennung

Wenn es um die eigene Gesundheit geht, galten Männer bisher nicht gerade als Vorbilder. Dass sie bei manchen gesundheitlichen Fragen immer noch Nachholbedarf haben, offenbart der Geschlechtervergleich: So hinken die Herren den Damen in Sachen Vorbeugung von Krebs hinterher.
Welche Gründe Mann auch immer dafür hat, seine Gesundheitsvorsorge auf die lange Bank zu schieben: Der Weltmännertag am 3. November bietet eine gute Gelegenheit, diese einmal zu überdenken.

Prävention – ein Vergleich

Schnurrbart © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Der Weltmännertag am 3. November steht ganz im Zeichen der Männergesundheit. © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Wie es um das Gesundheitsbewusstsein der Geschlechter bestellt ist, hat zum Beispiel das Robert Koch-Institut (RKI) untersucht. Dem Bundesinstitut zufolge nehmen Frauen doppelt so häufig wie Männer an verhaltenspräventiven Maßnahmen teil – gemeint sind damit Angebote zur Ernährung, Bewegung oder Entspannung. Auch bei den Arztbesuchen schlägt das Pendel insgesamt in Richtung des weiblichen Geschlechts aus: Während laut einer Erhebung 91 Prozent der Frauen in den letzten zwölf Monaten einen niedergelassenen Arzt aufgesucht haben, waren es bei den Männern 84 Prozent.

Es gibt allerdings einige Punkte, bei denen sich das Gesundheitsbewusstsein von Männern und Frauen nach und nach angleicht – wenn auch eher mit negativem Trend: Nach aktuellen Daten des RKI haben Frauen in den letzten Jahren nicht nur beim Rauchen fast aufgeholt. Unter jüngeren Frauen trinkt ein wachsender Prozentsatz auch zu viel Alkohol. Männer sind im Durchschnitt zudem körperlich aktiver als Frauen. Nach wie vor treibt ein gutes Drittel der Erwachsenen jedoch überhaupt keinen Sport.

Krebsfrüherkennung: Mann hält sich eher zurück

Ähnlich sieht es beim Thema Krebsfrüherkennung aus, weiß das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland. Weniger als ein Drittel der Männer zwischen 55 und 74 Jahren nehmen ganz allgemein entsprechende Angebote wahr, während es bei Frauen beinahe die Hälfte ist. Das Interesse hängt jedoch vom Thema ab, Beispiele sind das Hautkrebs-Screening sowie die Beratung zur Darmkrebsprävention und die Früherkennungs-Darmspiegelung: Sie finden bei Männern und Frauen inzwischen gleichermaßen Zuspruch. Den Test auf verstecktes Blut im Stuhl zur Darmkrebsfrüherkennung nehmen hingegen weniger Männer als Frauen in Anspruch.

Aus den Daten geht allerdings nur zum Teil hervor, aus welchen Gründen Männer insgesamt seltener zur Krebsfrüherkennung gehen als Frauen. Eine mögliche Erklärung: Frauen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren haben allein schon wegen ihrer Fragen zur Empfängnisverhütung, wegen einer Schwangerschaft oder der Nachbetreuung nach einer Geburt viel regelmäßigere Arztkontakte als Männer in diesem Alter.

Diskussion über den Nutzen: Früherkennung auf Prostatakrebs

Männer stehen beim Thema Krebsfrüherkennung zudem vor einem besonderen Problem: Eines der wichtigsten Angebote für sie ist nach wie vor nicht unumstritten: Ob die Früherkennung auf Prostatakrebs tatsächlich etwas nutzt, wird von Experten trotz großer Studien sehr unterschiedlich beurteilt.

Ab dem 45. Lebensjahre können Männer am gesetzlichen Früherkennungsprogramm für Prostatakrebs teilnehmen. Das bedeutet, dass die Krankenkasse die Kosten für die Tastuntersuchung der Prostata durch einen Urologen, Allgemeinmediziner oder hausärztlich tätigen Internisten einmal im Jahr übernimmt. Bei der Untersuchung tastet der Arzt die Prostata vom Enddarm aus nach Unregelmäßigkeiten ab. Stellt er etwas fest, kann das auf einen Tumor hinweisen, muss es aber nicht. Andererseits kann eine unauffällige Tastuntersuchung einen Tumor der Prostata nicht mit Sicherheit ausschließen. Kleine Tumoren und Tumoren, die nicht an den Enddarm angrenzen, kann der Arzt nicht ertasten.

Obwohl die Tastuntersuchung zum gesetzlichen Früherkennungsangebot in Deutschland zählt, ist ihr Nutzen zur Krebsfrüherkennung nach allgemeiner Einschätzung eher gering. Die Untersuchung selbst ist allerdings wenig aufwändig oder belastend, Risiken gibt es praktisch keine.

Blutprobe © Robert Byron - Thinkstock
Den Bluttest zur Früherkennung von Prostatakrebs müssen Männer selbst bezahlen. © Robert Byron - Thinkstock

Einen anderen Weg, um Tumoren der Prostata frühzeitig zu entdecken, stellt der PSA-Test dar. Dabei wird die Konzentration des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) im Blut gemessen. Liegt ein Tumor der Prostata vor, ist der PSA-Wert in der Regel erhöht. Aber auch hier gilt: Das Testergebnis liefert keinen sicheren Beweis, ob ein Tumor vorliegt oder nicht – auch Entzündungen können den Wert in die Höhe treiben. Eine halbwegs sichere Aussage über das Vorliegen eines Tumors in der Prostata ermöglichen erst Gewebeproben, die bei Krebsverdacht entnommen werden. Bei der sogenannten Biopsie handelt es sich jedoch um einen invasiven Eingriff: Diesen möchte man gesunden Männern nach Möglichkeit ersparen.

Das wichtigste Argument, das Kritiker derzeit gegen den PSA-Test anführen, ist die Frage nach dem Nutzen: Noch steht nicht zweifelsfrei fest, ob Männer tatsächlich länger oder auch nur besser leben, wenn ihr Prostatakarzinom früh entdeckt wird. Das Interesse an einem PSA-Test ist trotzdem seit Jahren ungebrochen, nicht nur bei deutschen Männern: Verfechter der Untersuchung führen unter anderem an, dass Mann möglichst keine Chance verpassen möchte. Der PSA-Test ist bislang kein Teil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms. Wer sich dafür entscheidet, muss die Kosten für die Untersuchung selbst übernehmen.

Eine informierte Entscheidung treffen

Die wichtigste Botschaft zum Weltmännertag 2016 lautet daher: Informieren Sie sich. Wer mehr über die eigene Gesundheit weiß, kann aktiver vorbeugen. Wer sich über Nutzen und Risiken der Krebsfrüherkennung informiert hat, kann guten Gewissens über die Teilnahme entscheiden.

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