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Hautkrebs, Foto: Wikimedia Commons © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Hautkrebs-Vorbeugung: Wie kann man sich schützen?

Die Anzahl an Hautkrebserkrankungen ist in den letzten Jahrzehnten drastisch gestiegen. Den Grund hierfür sehen Experten vor allem in veränderten Freizeitgewohnheiten. Mit dem Ziel einer möglichst braungebrannten Haut setzt man sich heute viel intensiver der Sonne aus als noch vor wenigen Jahrzehnten. Auch Reisen in sonnige Länder und die zunehmende Nutzung von Solarien haben vermutlich zu der weltweit gestiegenen Hauttumorrate beigetragen.

Auch veränderte Umweltbedingungen spielen eine wachsende Rolle: Störungen der Ozonschicht in der Atmosphäre wirken sich beispielsweise auf die Intensität der UV-Strahlung auf der Erde aus, darauf weist das Bundesamt für Strahlenschutz hin. Umso größer ist der Stellenwert  eines wirksamen Schutzes vor der schädlichen UV-Strahlung zur Vorbeugung von Hautkrebs, vor allem bei Menschen mit einem hohen Risiko für Hautkrebs.

Erstellt: 24.02.2011
Zuletzt überprüft: 24.02.2011

Wie sich Erwachsene und Kinder vor Hautkrebs schützen können, hat der Krebsinformationsdienst im folgenden Text zusammengefasst. Über Risiken und Gefahren von UV-Strahlung informiert der Text "Ultraviolette Strahlung: Sonne und Solarien".

Das Wichtigste in Kürze: Wie kann man sich vor Hautkrebs schützen?

Keine Tumorerkrankung lässt sich bislang mit absoluter Sicherheit verhindern: Viele Faktoren, die zum Krebsrisiko beitragen, sind nicht oder zumindest nicht konsequent vermeidbar. Gleichwohl lassen sich zum Beispiel schädliche Umwelteinflüsse oft mit einfachen Mitteln weitgehend umgehen.

Als Hauptrisikofaktor für Hautkrebs gilt ultraviolette Strahlung. Hier das Wichtigste zum Schutz vor UV: Die Hauptquelle natürlicher UV-Strahlung ist die Sonne. Künstlicher UV-Strahlung ist man in Solarien ausgesetzt. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen steigt mit einer erhöhten UV-Belastung das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken:  Kinder, die frühzeitig und häufig der Sonne ausgesetzt sind, entwickeln mehr Muttermale als Kinder, die vor der Sonne geschützt werden, so das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS, www.bfs.de). Sonnenbrände verstärkten diesen Effekt sogar noch. Mit der Anzahl der nach der Geburt erworbenen Muttermale steige das Risiko, einmal an Hautkrebs zu erkranken. Auch wenn kein Sonnenbrand auftritt, wird die Haut beim Aufenthalt in der Sonne oder im Solarium durch UV-Strahlung geschädigt. Vor diesem Hintergrund empfehlen die Fachleute, besonders Kinder- und Jugendliche nachhaltig vor intensiver UV-Strahlung zu schützen. In Deutschland dürfen zudem nur Erwachsene ins Solarium, die Nutzung durch Minderjährige ist verboten.

Ultravioletter Strahlung  kann man auch am Arbeitsplatz ausgesetzt sein, bei der Arbeit im Freien, aber auch zum Beispiel bei Schweißarbeiten. Zum Schutz von Arbeitnehmern gibt es gesetzliche Regelungen, mehr bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin unter www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Optische-Strahlung/Gesetzliche-Regelungen.html.

Selbst die Anwendung von UV-Strahlen zu medizinischen Zwecken, etwa in der Behandlung von Schuppenflechte (Psoriasis), ist mit einem gewissen Hautkrebsrisiko verbunden. Hier muss bei der Entscheidung für oder gegen eine UV-Bestrahlung eine Nutzen-Risiko-Abwägung gemeinsam mit den behandelnden Ärzten getroffen werden.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt:

  • Anziehen: Den besten Schutz bieten Kleidung und eine Kopfbedeckung.
  • Augen schützen: Eine Sonnenbrille beugt Augenschäden durch UV-Licht vor.
  • Eincremen: Sonnencreme nützt. Kleinkinder sollten mit mindestens dem Lichtschutzfaktor 30 eingecremt werden, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollte es mindestens Lichtschutzfaktor 20 sein. Bei empfindlicher Haut, im Hochsommer, im Gebirge und in südlichen Ländern gilt: je höher, desto besser.
  • Einen Sonnenbrand sollte man auf jeden Fall vermeiden.
  • Kleinkinder gehören gar nicht in die pralle Sonne.
  • Am Wasser sollte man besonders gut aufpassen, Kleidung tragen und nach dem Baden nachcremen.
  • Solarien sollten tabu sein. Eine Vorbräunung etwa vor dem Urlaub schützt die Haut nicht nennenswert.
  • Das BfS betont außerdem: Eltern sollten ihren Kindern beim Sonnenschutz ein Vorbild sein.

Die vollständige Fassung der BfS-Empfehlungen finden sich unter www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/sonne/grundlagen/schutz.html. Mehr zum Thema UV bietet auch der Text "Sonne und Solarien" beim Krebsinformationsdienst.

Sonnencreme: Sicherer Schutz?

Sonnencremes können bei richtiger und ausreichender Anwendung nicht nur das Risiko eines Sonnenbrandes mindern. Inzwischen zeigen Untersuchungen, dass tatsächlich auch das Hautkrebsrisiko sinken kann. Eine australische Studie ergab beispielsweise, dass Erwachsene, die über einen längeren Zeitraum regelmäßig Sonnencreme auftrugen, seltener an Melanomen erkrankten als eine Vergleichsgruppe ohne konsequenten Hautschutz. (Für Fachleute, in englischer Sprache: Journal Of Clinical Oncology" 2011, 29(3). 257-63. DOI: 10.1200/JCO.2010.28.7078)

Kinder scheinen mit hohem Sonnenschutz zudem weniger Nävi zu entwickeln: Nävus (Mehrzahl: Nävi) ist der Fachausdruck für "Muttermale" oder "Leberflecke". Manche sind bereits bei der Geburt vorhanden, andere können erst im Alter entstehen und größer werden. In den meisten Fällen sind diese "braunen Flecken", die praktisch jeder Mensch aufweist, völlig harmlos. Gleichwohl gilt eine hohe Anzahl an Nävi als wichtiger Risikofaktor für schwarzen Hautkrebs im Erwachsenenalter.

Für alle Sonnenhungrigen gilt jedoch: Niemals allein auf den Schutz durch Sonnencremes vertrauen, sondern maßvoll mit der Sonne umgehen und normalerweise bedeckte Körperpartien, wie etwa Po, Oberkörper oder Beine, durch entsprechende Bekleidung schützen. Augen und Lider schützt eine Sonnenbrille.

Anwendung: Sonnencremes richtig auftragen

Wichtig bei der Anwendung von Sonnencreme ist, dass die Mittel passend zum Hauttyp ausgesucht werden. Dabei ist auf die Angabe der Hersteller zum UV-Filter zu achten: Die kurzwellige UV-B-Strahlung verursacht den sogenannten "Sonnenbrand". Die langwellige UV-A-Strahlung dringt tief in die Haut ein, sie zerstört Gewebe und löst eine vorzeitige Hautalterung aus. Beide Strahlungsarten tragen zur Entstehung von Hautkrebs bei. Der sogenannte Lichtschutzfaktor LSF von Sonnencremes bezieht sich nur auf den durch UV-B verursachten entsprechenden Grad an Sonnenbrand, aber nicht auf die gesundheitlichen Auswirkungen durch UV-A-Strahlung.

Verbraucher sollten bei ihrer Suche nach einem geeigneten Sonnenschutzmittel daher besonders auf das "UV-A-Siegel" achten, dessen Einführung auf einer Empfehlung der Europäischen Kommission beruht. Die Empfehlung der Kommission über die Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln und diesbezügliche Herstellerangaben sowie allgemeine Informationen zum Thema sind im Internet einzusehen unter http://ec.europa.eu/consumers/sectors/cosmetics/cosmetic-products/sunscreen-products/index_de.htm.

Die Experten der Kommission weisen ebenfalls daraufhin, wie wichtig es ist, Sonnenschutzmittel korrekt und ausreichend anzuwenden. Das Produkt solle häufig und wiederholt aufgetragen werden, auch wenn wiederholtes Eincremen die Gesamtschutzzeit nicht verlängert.

Darüber hinaus scheint die Menge an Sonnencreme eine Rolle zu spielen: Um das auf der Verpackung angegebene Sonnenschutzniveau zu erreichen, müssten etwa 2 Milligramm der Creme pro Quadratzentimeter Haut aufgetragen werden. Diese Menge entspräche etwa sechs Teelöffeln Sonnenschutzmittel für den Körper eines durchschnittlichen Erwachsenen. Untersuchungen deuten allerdings daraufhin, dass die meisten Menschen deutlich weniger Sonnenmilch verwenden. Dadurch wird der angegebene Lichtschutz unter Umständen nicht vollständig erreicht. Forscher berücksichtigen diesen Aspekt verstärkt bei der Entwicklung neuerer Produkte, um Verbraucher besser zu schützen.

Selbst ein sehr hoher Lichtschutzfaktor garantiert kein absolut "sicheres" Sonnenbad: Auf Empfehlung der Europäischen Kommission wurde deshalb ein Verbot von irreführenden Angaben auf Sonnenschutzmitteln wie "Sunblocker" oder "völliger Schutz" eingeführt.

Lichtschutzfaktor: Was bedeuten die Angaben?

Der Lichtschutzfaktor (LSF; englisch: Sun Protection Factor, SPF) bezieht sich auf die UV-Strahlung. Er gibt an, wie viel länger man sich mit einem Sonnenschutzmittel der Sonne aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, als dies ungeschützt möglich wäre.

Ein Beispiel: Menschen mit hellen blonden Haaren  und geringer Bräunung besitzen eine Eigenschutzzeit der Haut von zirka 10 bis 20 Minuten. Tragen sie ein Sonnenschutzmittel mit dem Lichtschutzfaktor 15 auf, können sie den Aufenthalt in der Sonne um das 15-fache verlängern, also auf etwa 150 bis 300 Minuten (zirka 2,5 - 5 Stunden), ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Um Langzeitschäden zu vermeiden, denen nicht unbedingt ein Sonnenbrand vorausgehen muss, sollte diese Schutzzeit aber nie vollständig ausgenutzt werden. Auch Folgendes sollte beachtet werden: Die Eigenschutzzeit der Haut verringert sich bei Reisen in südlichere Länder sowie beim Aufenthalt im Gebirge. Hier sollten Verbraucher deshalb vorsichtshalber immer zu einem Produkt mit einem höheren Lichtschutzfaktor greifen. Experten raten, in Zeiten starker UV-Belastung ganz auf ein Sonnenbad zu verzichten und zum Beispiel während der Mittagszeit der Haut etwas Ruhe zu gönnen.

Der Eigenschutz der Haut wird von vielen Menschen überschätzt: Durch Bräunung und Gewöhnung an die Sonne kann allerhöchstens ein Schutz erzielt werden, der einer Sonnencreme mit dem Lichtschutzfaktor 1,5 bis 2 entsprechen würde. Dies zeigen Untersuchungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz.

Die bisherigen Angaben des Lichtschutzfaktors auf Sonnenschutzmitteln werden sich auf Empfehlung der europäischen Kommission ändern: Diese empfiehlt, die vielen Abstufungen der Lichtschutzfaktoren in die vier Kategorien niedrig, mittel, hoch und sehr hoch zusammenzufassen. Verbraucher sollen so leichter erkennen können, welches Sonnenschutzmittel für sie geeignet ist.

UV-Filtersubstanzen in Sonnencremes: Ein gesundheitliches Risiko?

Sonnencremes enthalten physikalische und/oder chemische UV-Filter. Physikalische Mittel wirken durch mikroskopisch kleine Partikel. Diese sogenannten Nanopartikel (aus dem Griechischen "Nanos", der Zwerg) legen sich wie ein feiner Schleier auf die Haut. Hier reflektieren sie ähnlich einem Spiegel das Licht an der Oberfläche.
Chemische Sonnenschutzmittel enthalten dagegen Filter, die die UV-Strahlen absorbieren. Chemische Sonnenschutzmittel können allerdings leichter Hautallergien auslösen. Empfindliche Menschen sollten daher besser physikalische Sonnenschutzmittel verwenden, so das Bundesamt für Strahlenschutz (www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/schutz/haut/haut_node.html).

Ansonsten gilt:

  • Alle neu entwickelten Filtersubstanzen werden in der EU erst zugelassen, wenn ein Hersteller ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit sichergestellt und eindeutig nachgewiesen hat.
  • Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat 2007 die Sicherheit und Wirksamkeit marktüblicher UV-Filtersubstanzen bewertet und festgestellt, dass sie prinzipiell gesundheitlich unbedenklich sind, mehr dazu unter www.bfr.bund.de/cd/9678. Die einzige Substanz, bei der Bedenken damals noch nicht ausgeräumt werden konnten, ist von der Europäischen Kommission inzwischen als sicher eingestuft worden und für Sonnencremes zugelassen (Interessierte und Fachkreise können das entsprechende Gutachten in englischer Sprache unter http://ec.europa.eu/health/ph_risk/committees/04_sccp/docs/sccp_o_141.pdf nachlesen).
  • Eine Liste der in Deutschland als gesundheitlich unbedenklich eingestuften UV-Filter ist in der Verordnung über kosmetische Mittel aufgeführt, (im Internet unter www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/kosmetikv_2014/gesamt.pdf).

Individueller Hauttyp: Nicht jeder ist gleichermaßen gefährdet

Die Ratschläge zum Umgang mit natürlicher und künstlicher UV-Strahlung gelten für jeden Menschen. Dennoch ist nicht jede Person gleichermaßen anfällig für Hautkrebs. So legen die Erbanlagen den individuellen Hauttyp fest und bestimmen dadurch, wie viel Sonne der einzelne Mensch verträgt. Experten unterscheiden je nach individueller Empfindlichkeit mehrere Hauttypen: Besonders empfindlich sind Menschen mit heller Haut und hellblonden oder roten Haaren, die im Hochsommer ungeschützt schon nach fünf bis zehn Minuten einen Sonnenbrand bekommen und praktisch nicht braun werden. Sonnenbrände und andere Lichtschäden sind jedoch selbst bei Menschen mit sehr dunkler Haut nicht völlig ausgeschlossen, wenn auch sehr selten (mehr zu Hauttypen beim BfS unter www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/wirkung/hauttypen/hauttypen.html).

Darüber hinaus sind Menschen besonders gefährdet, die

  • schon einmal Hautkrebs oder eine Hautkrebs-Vorstufe hatten,
  • in deren Verwandtschaft schon Hautkrebs vorgekommen ist, oder
  • die eine Dauermedikation mit immunsuppressiven ("das Immunsystem unterdrückenden Medikamenten") benötigen, zum Beispiel nach einer Organtransplantation.

Hautkrebs: Verhalten in der Sonne beeinflusst Tumorart

Der Begriff Hautkrebs bezeichnet unterschiedliche Tumorformen. UV-Strahlung spielt nach dem derzeitigen Kenntnisstand bei der Entstehung von allen Hautkrebsformen eine wichtige Rolle. Allerdings belegen Untersuchungen, dass das Auftreten einer bestimmten Hautkrebsform von der Art und Weise mitbestimmt wird, mit der die Haut der Sonne ausgesetzt wird.

So treten die verschiedenen Formen von Plattenepithelkarzinomen häufiger bei Personen auf, die sich beispielsweise aufgrund ihres Berufs viel im Freien aufhalten. Auf ihre Körper wirken entsprechend mehr UV-Strahlen ein, als auf Personen, die zum Beispiel im Büro arbeiten. Diese angehäufte UV-Belastung erhöht im Alter das Risiko von so genannten Lichtschwielen oder aktinischen Keratosen, die als Vorstufen dieser Hautkrebsformen gelten (Spinalzellkarzinom oder Stachelzellkrebs, verhornende oder warzenähnliche Plattenepitthelkarzinome,  weitere Formen). Sonnenschutz gehört daher auch zum Arbeitsschutz:  Die Broschüre "Licht und Schatten – Schutz vor Sonnenstrahlung für Beschäftigte im Freien" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA, www.baua.de) enthält speziell für Menschen, die sich beruflich viel im Freien aufhalten, Tipps und Ratschläge, wie man die Haut vor Sonnenstrahlung schützen kann. Die Broschüre ist im Internet abrufbar unter www.baua.de/cln_095/de/Publikationen/Broschueren/A53.html.

Auch viele Basaliome (Basalzellkarzinome) entwickeln sich an Hautarealen, die chronisch der Sonne ausgesetzt sind. Gleichwohl können sie auch an weniger sonnenexponierten Körperstellen auftreten. Dies gilt auch für das maligne Melanom: Weniger die Menge als vielmehr die Art der UV-Bestrahlung scheint hierbei für die Krebsentstehung wichtig zu sein. An einem Melanom erkranken eher Menschen, die sich im Alltag viel in geschlossenen Räumen aufhalten und ihre sonnenentwöhnte Haut nur zeitweise, dafür aber intensiv der Sonne aussetzen. Dies geschieht in der Regel während des Urlaubs, wenn das ausgiebige Sonnenbad zu einer möglichst braungebrannten Haut führen soll. Melanome treten außerdem häufig an Körperstellen auf, die nur selten mit Sonnenlicht in Berührung kommen, wie etwa Oberkörper oder Beine. Hingegen bleiben durch Badebekleidung bedeckte Stellen oft ausgespart.

Weitere Ursachen für Hautkrebs

UV-Strahlung ist die wichtigste umweltbedingte Ursache für Hautkrebs. Zweifel an dieser Aussage bestanden lange für Melanom-Erkrankungen. Im Sommer 2009 stufte die Internationale Krebsforschungsagentur IARC jedoch auch den Zusammenhang zwischen UV und schwarzem Hautkrebs als bewiesen ein.
Wie empfindlich ein Mensch reagiert, hängt zudem vom angeborenen Hauttyp ab und von der genetisch festgelegten Fähigkeit, Lichtschäden in der Haut bis zu einem gewissen Grad zu "reparieren". Einige seltene bis sehr seltene genetische Störungen können dazu führen, dass diese Fähigkeit gar nicht oder zu schwach ausgeprägt ist. Menschen mit solchen meist angeborenen Störungen reagieren so empfindlich auf UV-Licht, dass sie ungeschützt schon als Kinder an Hautkrebs erkranken.

Gleichwohl wissen Forscher, dass es noch andere Auslöser von Hautkrebs gibt, vor allem von Plattenepithelkarzinomen. Dazu zählen vor allem einige Chemikalien, mit denen Beschäftigte am Arbeitsplatz in Kontakt kommen können. Deshalb bestehen heute entsprechende Vorschriften zum Schutz von Arbeitnehmern, zum Beispiel vor Arsen.
Eine weitere mögliche Ursache von Plattenepithelkarzinomen sind chronische Entzündungen oder Wunden und Narben, zum Beispiel nach Verbrennungen ("Brandnarbenkrebs"). Auch Röntgenstrahlung wird als Ursache vermutet. 

Viren als Auslöser von Hautkrebs?

Bei Menschen mit einer Immunschwäche, zum Beispiel durch Medikamente nach einer Organtransplantation oder bei einer HIV-AIDS-Erkrankung tritt Hautkrebs nicht nur häufiger auf, die Erkrankung verläuft häufig auch anders als bei ansonsten Gesunden.
Dies führte Forscher auf die Spur von Viren, die an der Krebsentstehung beteiligt sein könnten: Ihr Verdacht richtet sich heute vor allem gegen humane Papillomviren (HPV). Eine Infektion würde sich bei immungeschwächten Menschen besonders stark auswirken. Welche Rolle die sehr häufige Infektion mit den verschiedenen Virustypen bei Gesunden spielt, lässt sich dagegen bisher noch nicht abschätzen. Erste Tierversuche deuten darauf hin, dass eine HPV-Infektion die Haut empfindlicher für UV-Strahlen machen könnte. Noch haben diese Forschungen keine Konsequenzen für die Vorbeugung oder gar Behandlung von Hautkrebs.

Vitamin D: Wie viel Sonne ist für eine ausreichende Versorgung nötig?

Die gesundheitsschädigenden Wirkungen ultravioletter Strahlung sind unumstritten.
Gleichwohl ist Sonnenbestrahlung auch notwendig für Gesundheit und Wohlbefinden: UV-B-Strahlung kurbelt die Produktion von Vitamin D in der Haut an, das für den Stoffwechsel von Kalzium und Phosphat eine wichtige Rolle spielt und den Aufbau und Erhalt der Knochen fördert. 

Fachleute sind sich jedoch einig: Schon zwei bis drei Mal pro Woche für einige Minuten ins Freie, das kann genügen, um den Körper ausreichend mit Vitamin D zu versorgen. Und es reicht aus, wenn Gesicht, Hände und Arme unbedeckt sind, eine "Ganzkörperbräunung" ist nicht erforderlich, und auch der Gang ins Solarium stellt dafür keinen Ersatz dar.
Zudem reichten die Sommermonate aus, um die Vitamin D-Speicher zu füllen. Zusätzliche Präparate sind allerhöchstens für Risikogruppen notwendig, etwa für alte, chronisch kranke Menschen, die nicht ins Freie kommen.

  • Eine Stellungnahme des "UV-Bündnisses" bietet weitere Details zu Vitamin D und richtigem Schutz vor ultravioletter Strahlung. Sie ist abrufbar unter www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/wirkung/akut/empfehlung.html
    Im UV-Bündnis haben sich mehrere Bundesämter, medizinische und wissenschaftliche Fachorganisationen zusammengeschlossen; auch das Deutsche Krebsforschungszentrum ist Mitglied.

Hautkrebsfrüherkennung

Neben der Möglichkeit, durch Schutz vor UV-Strahlung das Risiko auf Hautkrebs zu senken, können auch regelmäßige Früherkennungsmaßnahmen dazu beitragen, die Hautkrebsrate zu senken: Die "Hautkrebsvorsorge" hat zum Ziel, auffällige Veränderungen zu erkennen, bevor sie gefährlich werden können. Seit Juli 2008 beinhaltet die gesetzliche Krebsfrüherkennung in Deutschland daher das Angebot einer Ganzkörperinspektion alle zwei Jahre für alle Menschen ab dem Alter von 35, mehr dazu im Text "Hautkrebs: Früherkennung".