© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Diese Seiten sind Ausdrucke aus www.krebsinformationsdienst.de, den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum. Mehr über den Krebsinformationsdienst und seine Angebote lesen Sie auf unseren Internetseiten. Am Telefon stehen wir Ihnen täglich von 8.00 bis 20.00 für Fragen zur Verfügung, unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 420 30 40. Oder Sie schreiben uns eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de.

Bitte beachten Sie: Internet-Informationen sind nicht dazu geeignet, die persönliche Beratung mit behandelnden Ärzten oder gegebenenfalls weiteren Fachleuten zu ersetzen, wenn es um die Diagnose oder Therapie einer Krebserkrankung geht. Die vorliegenden Informationen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte, unabhängig von Form, Zeit oder Medium bedarf der schriftlichen Zustimmung des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum.

Ursprüngliche Adresse dieses Ausdrucks: https://www.krebsinformationsdienst.de


Lungenkrebs, Foto: MOREDUN ANIMAL HEALTH LTD/SPL/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Diagnostik: Untersuchungen bei Verdacht auf ein Bronchialkarzinom

Symptome wie anhaltender Husten, Atemnot oder unbeabsichtigte Gewichtsabnahme gelten als Warnzeichen für Lungenkrebs. Doch diese Beschwerden können auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Im folgenden Text erläutert der Krebsinformationsdienst, wie Ärzte einen Krankheitsverdacht abklären, welche Untersuchungen immer notwendig sind und welche Tests nicht bei allen Patienten gemacht werden müssen.
Die genutzten Quellen sowie Links zum Weiterlesen für Patienten, Interessierte und Fachkreise sind am Textende aufgeführt.

Erstellt:
Zuletzt überprüft:

Symptome: Rasch abklären lassen

Die meisten Patienten mit Lungenkrebs erfahren von ihrer Erkrankung erst in einem späten Stadium. Gerade für Raucher ist es wichtig, bei Krankheitszeichen nicht zu lange mit einem Arztbesuch zu warten.
Ob hinter Husten, Atemnot oder Gewichtsverlust eine eher harmlose Ursache steht oder tatsächlich Lungenkrebs, lässt sich mit vergleichsweise wenig belastenden Untersuchungen abklären.
Wurde Lungenkrebs diagnostiziert, folgen weitere Untersuchungen. Ärzte stellen damit fest, um welche Tumorart es sich genau handelt und wie weit der Krebs sich ausgebreitet hat. Außerdem untersuchen sie den Allgemeinzustand des Patienten und ob er andere Erkrankungen hat.

Anhand der Untersuchungsergebnisse können Ärzte die nachfolgende Therapie individuell an die Bedürfnisse Betroffener anpassen.

Ansprechpartner: Arztpraxen, Krankenhausambulanzen

An wen können sich Patienten mit Verdacht auf Lungenkrebs wenden? Erste Ansprechpartner sind in der Regel die Hausärzte. Auch wenn sie nicht auf Krebs spezialisiert sind, so kennen sie ihre Patienten doch oft schon lange. Sie können als Vertrauenspersonen erste Schritte zur Abklärung von Beschwerden koordinieren und die Patienten auch später im Verlauf der Erkrankung begleiten. Zudem können sie Patienten an Lungenärzte oder an Ärzte mit einer Spezialisierung auf Lungenkrebs überweisen.

In Absprache mit dem Hausarzt können Patienten erste Untersuchungen bei niedergelassenen Fachärzten durchführen lassen. Eine weitere Möglichkeit bieten die Ambulanzen von auf Krebs spezialisierten Krankenhäusern am Wohnort oder in der nächstgrößeren Stadt. Seit einiger Zeit gibt es auch zertifizierte Lungenkrebszentren. Eine Suchmöglichkeit findet sich im Internet unter www.oncomap.de.

Was Patienten bei der Suche nach geeigneten Ärzten und Kliniken weiterhilft, beschreibt der Krebsinformationsdienst in den Texten zur Arztsuche beziehungsweise Kliniksuche. Ein Informationsblatt (PDF) fasst die wichtigsten Punkte in Kürze zusammen. Die Checkliste "Diagnose Krebs - Wie geht es weiter?" soll Betroffenen dabei helfen, wichtige Schritte in der Zeit zwischen Diagnosestellung und Behandlungsbeginn zu planen.

Krankheitsverdacht: Welche Untersuchungen werden gemacht?

Besteht aufgrund von Symptomen ein Verdacht auf Lungenkrebs, beginnen Ärzte mit der sogenannten "Basisdiagnostik". Dazu gehören verschiedene Untersuchungen, die bei fast allen Patienten gemacht werden. Mit dieser Basisdiagnostik soll sicher festgestellt werden, ob der Patient Lungenkrebs hat oder nicht.

Zunächst erfragt der Arzt die Krankengeschichte, die Rauchgewohnheiten und ob Familienangehörige an Lungenkrebs erkrankt sind. Dann führt er eine körperliche Untersuchung durch. Erste Informationen - und eventuell einen Verdachtsbefund - liefert eine Röntgenübersichtsaufnahme des Oberkörpers und insbesondere der Lunge. Sie ist schnell und wenig aufwendig durchzuführen, viele Lungenärzte (Pneumologen) oder andere Fachärzte haben ein Röntgengerät in der Praxis.
Falls früher schon einmal Röntgenaufnahmen der Lunge gemacht wurden und diese noch verfügbar sind, vergleichen die Ärzte sie mit aktuellen Bildern.

Tumoren in der Lunge können sich im Röntgenbild unterschiedlich darstellen - zum Beispiel als helle, oft rundliche Flecken. Fachleute sprechen dann von Lungenrundherden oder Tumorherden. Um genauer beurteilen zu können, ob tatsächlich ein Bronchialkarzinom in der Lunge ist, verwenden Ärzte eine Computertomographie (CT). Diese Weiterentwicklung der Röntgentechnik ist genauer, als eine einfache Röntgenaufnahme. Eine CT ist allerdings mit einer höheren Strahlenbelastung verbunden, daher wenden Ärzte sie in der Regel nur bei verdächtigem Befund auf dem Röntgenbild oder bei verdächtigen Symptomen an.

Untersuchungen bei verdächtigem Befund auf dem Bild

Mit einem Röntgenbild oder einem CT-Bild allein können Ärzte nicht immer sicher sagen, ob ein Patient Lungenkrebs hat oder nicht. Bei manchen Betroffenen handelt es sich um eine gutartige Veränderung im Lungengewebe.
Um Lungenkrebs sicher feststellen oder ausschließen zu können, wird daher eine Lungenspiegelung gemacht, eine sogenannten Bronchoskopie. Während der Lungenspiegelung können die Ärzte kleine Gewebeproben entnehmen. Das Gewebe wird anschließend unter dem Mikroskop untersucht.

Die äußeren Bereiche der Lunge sind mit dem Bronchoskop nicht gut erreichbar. In diesen Fällen entnehmen die Ärzte eine Gewebeprobe (Biopsie) mit einer Hohlnadel, die sie von außen durch die Brustwand in die Lunge führen. Um die Probe auch wirklich aus dem tumorverdächtigen Gewebe zu gewinnen und die Lunge nicht weiter zu verletzen, wird diese Punktion mithilfe einer Ultraschalluntersuchung oder einer Computertomographie kontrolliert.

Manchmal können auch aus dem abgehusteten Auswurf der Patienten, dem sogenannten Sputum, Krebszellen gewonnen werden. Ärzte greifen auf die Sputum-Diagnostik jedoch meist nur zurück, wenn Möglichkeiten der Gewebeentnahme nicht infrage kommen, zum Beispiel, weil der Gesundheitszustand eines Patienten andere Untersuchungen nicht zulässt.

Kurz erklärt: Die Lungenspiegelung (Bronchoskopie)

Die wichtigste diagnostische Maßnahme bei Verdacht auf Lungenkrebs ist die Lungenspiegelung (Bronchoskopie). Das Bronchoskop besteht aus einem biegsamen Schlauch, an dessen vorderem Ende sich eine Kamera befindet. Es wird durch den Mund eingeführt, was unangenehm sein kann. Die normale Bronchoskopie ist für Patienten jedoch meist nicht schmerzhaft: Vor der Untersuchung erhalten sie eine örtliche Betäubung mit einem Spray und auf Wunsch ein Beruhigungsmittel. Auch eine leichte Narkose ist möglich.

Nur in bestimmten Situationen, etwa wenn ein Tumor die Bronchien verengt, kommen starre Bronchoskope zum Einsatz. Dann erfolgt die Untersuchung immer unter Narkose.

Mit dem Bronchoskop kann der Arzt die Bronchien und ihre Verzweigungen einsehen. Der Schlauch lässt sich bis in Bronchialäste von nur wenigen Millimetern Durchmesser vorschieben. Die Kamera überträgt ein vergrößertes Bild der Bronchien auf einen Monitor, sodass der Arzt den Vorschub des Schlauches überwachen und Veränderungen in den Luftwegen erkennen kann. Durch den Schlauch kann er mit winzigen Instrumenten auch Gewebeproben aus verdächtigen Stellen entnehmen.

Mögliche Komplikationen der Bronchoskopie

Alles in allem gilt eine Bronchoskopie als unangenehm, aber wenig belastend. Nur bei Patienten mit Funktionsstörungen der Lunge, einer Herzschwäche, nach einem akuten Herzinfarkt, bei Patienten mit Blutgerinnungsstörungen oder sehr eingeschränktem Allgemeinzustand kann die Lungenspiegelung ernsthafte Probleme bereiten. In diesen Situationen müssen Nutzen und Risiken besonders sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Bei manchen Patienten kann die Untersuchung nicht durchgeführt werden.

Welche Komplikationen können auftreten? Die Untersuchung kann, wenn auch selten, Herzrhythmusstörungen und Kreislaufprobleme nach sich ziehen. Ebenfalls selten sind Blutungen durch Verletzung der Bronchialwände oder kleiner Blutgefäße. Nach Absprache mit dem Arzt müssen Patienten, die Mittel zur Blutverdünnung oder Gerinnungshemmer einnehmen, diese eventuell für einige Tage absetzen. Möglich, aber für ansonsten Gesunde nicht bedrohlich ist ein kurzfristiger Sauerstoffmangel. Er kann durch eine kontrollierte Beatmung während der Untersuchung verhindert werden.

Kurz erklärt: Biopsie und Feinnadelaspiration

Um zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren zu unterscheiden, müssen Ärzte eine Gewebeprobe oder Zellen aus der Bronchialwand oder einem vergrößerten Lymphknoten entnehmen und auf Krebszellen hin untersuchen. Diese Proben können Ärzte auf verschiedene Weise gewinnen:

  • Bei einer Lungenspiegelung: Ärzte können kleine Geräte durch das Bronchoskop vorschieben. Mit einer Zange entnehmen sie Gewebe aus der Bronchialwand, mit einer Nadel können sie Proben aus dem weicheren Lungengewebe gewinnen, mit einer feinen Bürste lässt sich ein Abstrich von der Bronchienwand machen. Einzelne Krebszellen lassen sich auch durch eine "Bronchiallavage" gewinnen: Die Atemwege werden im Rahmen einer Bronchoskopie mit einer Salzlösung gespült, die Flüssigkeit anschließend in ein steriles Röhrchen gesaugt.
  • Mithilfe einer Punktion: Falls der verdächtige Bereich der Atemwege nicht mit dem Bronchoskop erreichbar ist, kann eine Punktion gemacht werden. Ärzte nennen diese Untersuchung eine "transthorakale Feinnadelaspiration", bei der sie durch die Haut am Brustkorb (griechisch: Thorax) in die Lunge stechen.
    Dies ist üblicherweise nicht viel schmerzhafter als eine Blutentnahme. Eine örtliche Betäubung ist möglich. Ärzte schieben eine lange, sehr dünne Nadel in den verdächtigen Bezirk vor und saugen etwas Gewebe beziehungsweise Zellen an.
    Damit die gesunde Lunge nicht verletzt wird, führt man der Eingriff während einer Ultraschalluntersuchung oder einer Computertomographie durch. So ist auch sichergestellt, dass die Probe tatsächlich aus dem verdächtigen Bereich entnommen wird, zum Beispiel aus einem vergrößerten Lymphknoten.

Untersuchung der entnommenen Gewebeproben oder Zellen

Die entnommenen Gewebeproben oder Zellen werden in einem spezialisierten Labor aufgearbeitet und unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht. Diese Begutachtung erlaubt, zwischen gut- und bösartigen Tumoren zu unterscheiden und ermöglicht auch eine genauere Bestimmung der Tumorart. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen nicht-kleinzelligem Lungenkrebs und kleinzelligem Lungenkrebs, da die Therapie sich danach richtet.

Tumormarker: Keine Bedeutung bei der Diagnose von Lungenkrebs

Tumormarker sind körpereigene Stoffe, die bei einer Krebserkrankung vermehrt im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten auftreten können.
Bei Verdacht auf Lungenkrebs sind Tumormarker für die Diagnosestellung nur von untergeordneter Bedeutung. Es gibt zwar einige Tests, die zur Lungenkrebsuntersuchung eingesetzt werden können, sie sind jedoch allein nicht aussagekräftig.

Die Blutwerte einiger Tumormarker - etwa der neuronspezifischen Enolase (NSE), von CYFRA 21-1 und vom karzinoembryonalen Antigen (CEA) - können bei Lungenkrebs erhöht sein. Jedoch kommt dies auch bei anderen Erkrankungen vor.

  • Die im Labor bestimmten Werte liefern nur ergänzende Informationen und sind nur in Verbindung mit allen anderen Untersuchungsergebnissen aussagekräftig.
  • Der Nutzen der Tumormarkerbestimmung, auch in der Nachsorge, konnte durch Studien bislang nicht belegt werden und wird daher in Leitlinien nicht als Routineuntersuchung empfohlen.

Ausbreitungsbestimmung: Wie fortgeschritten ist der Tumor?

Wie groß ist der Tumor? Finden sich Krebszellen in benachbarten Lymphknoten? Oder hat der Krebs bereits Absiedlungen in anderen Organen gebildet, sogenannte Fernmetastasen? An die Diagnosestellung schließen sich für Patienten weitere Untersuchungen an, um diese Fragen zu beantworten. Insbesondere beim nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom ist die Klärung wichtig, ob eine operative Entfernung möglich ist, oder ob sich der Tumor schon zu weit ausgebreitet hat. Die entsprechenden Untersuchungen richten sich deshalb gezielt auf Regionen und Organe, in denen sich Metastasen des Bronchialkarzinoms bevorzugt ansiedeln. Dazu zählen insbesondere Lymphknoten im Brust- und hinteren Bauchraum, Leber, Nebennieren, Skelettsystem und Gehirn. Folgende Untersuchungen sind möglich, müssen aber nicht zwangsläufig bei allen Patienten durchgeführt werden:

  • Computertomographie (CT) mit Kontrastmittel: um die Ausdehnung des Tumors abzuschätzen, außerdem zur Suche nach Hirnmetastasen, falls eine Magnetresonanztomographie nicht infrage kommt
  • Magnetresonanztomographie (MRT), auch Kernspintomographie genannt: um die Ausdehnung des Tumors abzuschätzen und zur Suche nach Hirnmetastasen und anderen Absiedlungen, zum Beispiel in den Knochen
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie): um die Ausdehnung des Tumors abzuschätzen
  • Thorakoskopie: um die Ausdehnung des Tumors abzuschätzen
  • Mediastinoskopie: um Lymphknoten im Brustraum zwischen den Lungenflügeln zu untersuchen, dem sogenannten Mediastinum
  • Positronenemissonstomographie (PET): beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs, um festzustellen, ob Lymphknoten befallen und Metastasen in anderen Organen vorhanden sind;  beim kleinzelligen Lungenkrebs möglichst immer eine PET/CT, sofern Metastasen nicht bereits durch andere Untersuchungen entdeckt wurden
  • Knochenszintigraphie (in Kombination mit einer CT oder Ultraschalluntersuchung): zur Suche nach Metastasen in den Knochen, vor allem, wenn eine PET-Untersuchung nicht möglich ist

Welche Untersuchungen kommen infrage?

Nicht alle der hier aufgeführten Untersuchungen werden bei jedem Betroffenen durchgeführt. Je nach Situation sind andere Untersuchungen sinnvoll. Patienten sollten sich hier von ihren Ärzten beraten lassen. Bei Patienten mit Vorerkrankungen sind beispielsweise einige Untersuchungen nicht oder nur eingeschränkt möglich: So setzt eine PET-Untersuchung bei Diabetikern eine gute Blutzuckereinstellung voraus, weil zur Untersuchung ein zuckerhaltiger Tracer verwendet wird. Kernspintomographien sind zum Beispiel bei Patienten mit Herzschrittmachern in der Regel nicht möglich.

Unter den verschiedenen Untersuchungsverfahren wählen Ärzte nur die aus, von denen sie sich wichtige zusätzliche Informationen versprechen. So können Patienten die Belastungen durch aufwendige Tests erspart werden, die nur wenige oder gar keine für den Behandlungsplan notwendigen Daten ergeben würden.

Kurz erklärt: Die Mediastinoskopie

Mit der Mediastinoskopie wird der Raum zwischen den Lungenflügeln untersucht, das sogenannte Mediastinum. Hier liegt das Herz, und hier verlaufen große Blutgefäße, Nerven und Lymphbahnen. Lungenkrebszellen werden oft über die Lymphgefäße verschleppt. Besonders häufig finden sich daher Absiedlungen in den Lymphknoten des Mediastinums.

Ob ein Patient mit Aussicht auf Erfolg operiert werden kann, hängt unter anderem davon ab, wie viele und welche Lymphknoten befallen sind. Insbesondere dann, wenn im Computertomogramm bereits vergrößerte Lymphknoten sichtbar sind, kann eine Spiegelung des Mediastinums (Mediastinoskopie) zur weiteren Abklärung sinnvoll sein.

Wie läuft eine Mediastinoskopie ab?

Patienten werden für die Spiegelung des Mediastinums üblicherweise ins Krankenhaus aufgenommen. In Ausnahmefällen kann die Mediastinoskopie auch ambulant durchgeführt werden. Die Patienten bekommen vor der Untersuchung eine Vollnarkose. Direkt oberhalb des Brustbeins setzen Ärzte einen kleinen Schnitt, durch den eine Sonde mit einer Art "Sehrohr" oder einer Kamera eingeführt wird, das sogenannte Mediastinoskop. Damit lässt sich ein Tumorbefall im Raum zwischen den Lungenflügeln beurteilen. Mithilfe einer kleinen Zange oder Nadel können zudem gezielt Gewebeproben entnommen werden. Nach dem Eingriff sind einige Tage Schonung notwendig.

Risiken der Untersuchung

Die meisten Patienten verkraften eine Mediastinoskopie gut. Das Hauptrisiko des Eingriffs besteht darin, dass Blutgefäße, Nerven oder auch ein Lungenflügel durch die Geräte verletzt werden. Dadurch kann es zum Beispiel zu Blutungen kommen, oder auch zu möglicherweise bleibender Heiserkeit durch Verletzung der Stimmbandnerven. Insgesamt sind solche Komplikationen jedoch selten.

Kurz erklärt: Die Thorakoskopie

Bei Lungenkrebspatienten kann es zu einer ungewöhnlichen Flüssigkeitsansammlung im Pleuraspalt kommen, dem Raum zwischen Lungenoberfläche und Rippen. Ärzte sprechen von einem "Pleuraerguss". Mit einer Nadel punktieren die Ärzte von außen durch die Haut den Pleuraspalt, entnehmen ein wenig von der Flüssigkeit und unterscuhen sie unter dem Mikroskop auf Tumorzellen.

Hat ein Patient einen Pleuraerguss, aber im Punktat befanden sich keine Krebszellen, kann zur weiteren Abklärung die Thorakoskopie zum Einsatz kommen, eine Spiegelung des Brustraums: Mit ihr lässt sich feststellen, ob Lungen- und Rippenfell (Pleura) bereits vom Tumor betroffen sind.

Wie läuft eine Thoraskopie ab?

Die Thorakoskopie kann stationär oder ambulant durchgeführt werden. Vor der Untersuchung erhalten Patienten meist eine örtliche Betäubung und außerdem Schlaf- und Schmerzmittel in eine Vene gespritzt. Bei einigen Betroffenen ist jedoch auch eine Vollnarkose nötig. Die Ärzte machen mehrere kleine Schnitt in Haut und Gewebe des Brustkorbs. Durch den dabei entstehenden Druckausgleich fällt der Lungenflügel auf der betroffenen Seite vorübergehend in sich zusammen. So können die Ärzte Lungen- und Rippenfell besser betrachten als bei einer voll aufgeblähten Lunge. Durch den Schnitt führen die Ärzte ein Thorakoskop in den Pleuraspalt ein, ein starres (Seh-)Rohr oder ein Schlauch mit einer Kamera. Bei der videoassistierten Thorakoskopie (VATS) können die Ärzte das Bild der Kamera auf einem Monitor verfolgen.
Nach dem Eingriff verschließen die Ärzte die Öffnung im Brustkorb, und die Lunge kann sich beim Atmen wieder entfalten. Eventuell wird dazu vorübergehend mittels einer sogenannten Thoraxdrainage ein Unterdruck im Pleuraspalt erzeugt.

Risiken der Untersuchung

Die Hauptrisiken der Brustkorbspiegelungen sind eine Verletzung von Blutgefäßen oder Nerven. In Einzelfällen kann es auch zu Infektionen des Brustraums kommen. Insgesamt sind Komplikationen bei der Thorakoskopie jedoch selten.

Kurz erklärt: Die Positronenemissionstomographie bei Lungenkrebs

Die "Positronenemissionstomographie" (PET) dient vor allem der Ausbreitungsdiagnostik. Untersucht wird der ganze Körper. Ärzte können Absiedlungen in Lymphknoten, aber auch in entfernten Organen und Geweben feststellen. Insbesondere beim kleinzelligen Lungenkrebs wird die Untersuchung möglichst immer gemacht, wenn nicht durch andere bildgebende Verfahren bereits sicher Metastasen festgestellt wurden.

Wie läuft eine Positronenemissionstomographie ab?

Die Untersuchung wird ambulant durchgeführt. Bei der PET nutzen die Ärzte eine Besonderheit des Tumorgewebes: Es nimmt oft mehr Zucker auf als gesundes Gewebe. Das lässt sich mit radioaktiv markiertem Zucker sichtbar machen. Patienten erhalten "Fluor-18-Desoxyglucose (FDG)", einen radioaktiv markierten Traubenzucker als Marker in eine Vene gespritzt. Ärzte können auf den PET-Bildern verfolgen, mit welcher Geschwindigkeit diese  in den Geweben aufgenommen wird.

Besonders zur Darstellung der Lymphknoten im Mediastinum, dem Raum zwischen den Lungenflügeln, ist die PET aussagekräftiger als die Computertomographie (CT). Zeigen sich auf PET-Aufnahmen keine Auffälligkeiten - Ärzte sprechen von einem "negativen Befund" - sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch keine Lymphknoten befallen. Fällt der PET-Befund dagegen positiv aus, ist dies zwar ein starker Hinweis auf einen Tumorbefall. Allerdings können auch Entzündungen zu hoher Stoffwechselaktivität führen. Daher muss das PET-Ergebnis durch eine Gewebeentnahme und die Untersuchung der Proben unter dem Mikroskop überprüft werden. 

Eine Weiterentwicklung, die die Vorteile von PET und CT verbindet, ist die Kombination beider Verfahren, die sogenannte PET/CT. Für Patienten bedeutet dies, dass beide Untersuchungen in einem Durchgang gemacht werden können. PET/CT-Geräte stehen in Deutschland jedoch noch nicht flächendeckend zur Verfügung.

Risiken der Untersuchung

Bei Zuckerkranken muss vor einer PET-Untersuchung der Blutzuckerspiegel gut eingestellt sein. Selbst eine schwere Diabetes-Erkrankung gilt heute jedoch nicht mehr unbedingt als Hindernis für eine PET. Die radioaktive Belastung bei der Untersuchung ist gering, sonstige Nebenwirkungen oder Komplikationen sind sehr selten.

Kostenübernahme der Positronenemissionstomographie

Seit einigen Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine PET oder PET/CT zur Diagnostik des nicht-kleinzelligen und auch des kleinzelligen Lungenkarzinoms. Zunächst galt dies nur für Untersuchungen, die bei einem Krankenhausaufenthalt gemacht wurden. Inzwischen steht die PET gesetzlich Versicherten mit Lungenkrebs auch dann zur Verfügung, wenn sie die Untersuchung ambulant in einer Arztpraxis oder einer Klinikambulanz machen lassen. Privatversicherte müssen sich wegen der Kostenübernahme mit ihrer Versicherung absprechen, für sie gelten die Bedingungen ihres jeweiligen Vertrages.

Beurteilung: TNM-Einstufung und Stadieneinteilung

Die Ergebnisse der Untersuchungen zur Tumorausbreitung fassen Ärzte im internationalen TNM-System zusammen.

  • T bezeichnet die Ausdehnung des Tumors
  • N benennt den Lymphknotenbefall (N für lateinisch: nodus = "Knoten")
  • M bezeichnet Fernmetastasen

Ziffern hinter den Buchstaben stehen für Größe und Ausdehnung (T1-4) des Primärtumors in der Lunge, für die Ausdehnung des Lymphknotenbefalls (N0-3) und das Vorhandensein oder Fehlen von Metastasen (M0 oder M1).
T1 N0 M0 bezeichnet zum Beispiel einen kleinen Tumor ohne Lymphknotenbefall und ohne Metastasen.

Sind alle Voruntersuchungen abgeschlossen, lässt sich eine vorläufige TNM-Angabe daraus ableiten, gekennzeichnet durch ein vorangestelltes "c" für "klinisch" (englisch: clinical). Eine ganz exakte Beurteilung des TNM-Stadiums ist nur nach einer Operation möglich. Dann steht beispielsweise im Arztbrief ein "p" vor den Angaben, für "postoperativ" oder auch durch "pathologische Untersuchung bestätigt". Zusammen mit weiteren Untersuchungsergebnissen liefern die TNM-Angaben eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Schwere der Erkrankung und für die Behandlungsplanung.

Stadieneinteilung: Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom

Ausgehend von der TNM-Einstufung erfolgt nach einem international ebenfalls einheitlichen System die Stadieneinteilung von I bis IV.

  • Stadium I steht für einen örtlich begrenzten Tumor ohne Lymphknotenbefall und ohne Fernmetastasen.
  • Im Stadium II ist der Tumor noch klein, hat aber schon Absiedlungen in Lymphknoten gebildet. Als Stadium II gilt ebenfalls, wenn der Tumor schon etwas größer ist, aber noch keine Lymphknotenmetastasen vorhanden sind.
  • Mit Stadium III bezeichnet man einen fortgeschrittenen Tumor, der bereits in die Lymphknoten gestreut hat.
  • Das Vorhandensein von Fernmetastasen kennzeichnet Stadium IV, unabhängig davon, wie klein oder groß der Primärtumor in der Lunge selbst ist.

Besonders für Patienten mit einer Erkrankung im Stadium III bestehen noch weitere Untergliederungen: Man unterscheidet Stadium IIIA (meist noch operierbar) von Stadium IIIB, in dem eine Operation nicht mehr möglich ist. Das Stadium IIIA wird oft noch weiter unterteilt, je nachdem, zu welchem Zeitpunkt Lymphknotenmetastasen entdeckt wurden, also bei Untersuchungen vor einer Operation (IIIA3), beim Eingriff (IIIA2) oder erst danach bei der feingeweblichen Untersuchung entfernter Lymphknoten (IIIA1). Sind die befallenen Lymphknoten besonders groß oder sind mehrere voneinander unabhängige Lymphknotenstationen betroffen, spricht man von Stadium IIIA4. Diese genaue Einteilung ist für die Wahl der Behandlung und für die Prognose Betroffener von Bedeutung. Für Patienten mit dem Tumorstadium IIIA4 ist eine Operation beispielsweise nicht möglich.

Stadieneinteilung: Kleinzelliges Lungenkarzinom

Auch die Ausbreitung und das Stadium des kleinzelligen Lungenkarzinoms lassen sich nach dem TNM-System beschreiben. Gelegentlich wird hier aber noch eine andere Klassifikation verwendet: Diese unterscheidet eine begrenzte Krankheitsausdehnung ("Limited disease", LD) von einer ausgedehnten ("Extensive disease", ED).

  • Bei der Limited disease ist der Tumor auf eine Seite des Brustkorbs und einen Lungenflügel begrenzt. Diese Einteilung gilt auch dann, wenn Lymphknoten der anderen Brustkorbhälfte befallen sind.
  • Hat der Tumor die Grenze eines Lungenflügels überschritten und ist in benachbarte Gewebe eingewachsen oder hat Absiedlungen in anderen Organen gebildet, liegt eine "ausgedehnte" Erkrankung (ED) vor.

Zur Limited disease werden folglich die Stadien I-IIIB gerechnet, zur Extensive disease das Stadium IV.

Allgemeiner Zustand und körperliche Verfassung

Ob ein Patient operiert werden kann, hängt auch von seinem Allgemeinzustand ab. Dabei berücksichtigen die Ärzte auch, wie viel Lungengewebe höchstens entfernt oder bestrahlt werden darf, um dem Betroffenen eine möglichst gute Lebensqualität zu erhalten.
Das Alter spielt für die Wahl der Behandlung an sich keine Rolle. Allerdings leiden Patienten mit zunehmendem Alter auch mit größerer Wahrscheinlichkeit noch unter anderen Erkrankungen, vor allem der Atemwege sowie des Herzens. Die Prüfung der Lungenfunktion und ein Elektrokardiogramm (EKG) zur Beurteilung der Herzfunktion sind daher wichtige Untersuchungen.

Auch der Ernährungszustand ist entscheidend: Starkes Untergewicht, aber auch Übergewicht gehen mit einem höheren Komplikationsrisiko bei der Operation einher. Zum Problem wird bei vielen Patienten mit Lungenkrebs, dass sie in der Zeit vor der Diagnosestellung schon viel Gewicht verloren haben. Vor Behandlungsbeginn kann daher eine unterstützende Ernährungstherapie notwendig werden.