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Lungenkrebs, Foto: MOREDUN ANIMAL HEALTH LTD/SPL/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Diagnostik: Untersuchungen bei Verdacht auf ein Bronchialkarzinom

Symptome wie anhaltendem Husten, Atemnot oder ungewollter Gewichtsabnahme gelten als Warnzeichen für Lungenkrebs. Doch diese Beschwerden können auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Im folgenden Text erläutert der Krebsinformationsdienst, wie Ärzte einen Krankheitsverdacht abklären, welche Untersuchungen immer notwendig sind und welche Tests nicht bei allen Patienten gemacht werden müssen.
Die genutzten Quellen sowie Links zum Weiterlesen für Patienten, Interessierte und Fachkreise sind am Textende aufgeführt.

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Symptome: Rasch abklären lassen

Die meisten Patienten mit Lungenkrebs erfahren von ihrer Erkrankung erst in einem späten Stadium. Gerade für Raucher ist es wichtig, bei Krankheitszeichen nicht zu lange mit einem Arztbesuch zu warten. Ob hinter Husten, Atemnot oder Gewichtsverlust eine eher harmlose Ursache steht oder tatsächlich Lungenkrebs, lässt sich mit vergleichsweise wenig belastenden Untersuchungen abklären. Wurde Lungenkrebs diagnostiziert, folgen weitere Untersuchungen. Damit wird abgeklärt, um welche Tumorart es sich genau handelt und wie weit der Krebs sich ausgebreitet hat. Hinzu kommen diagnostische Verfahren, die Aufschluss über den Allgemeinzustand und etwaige sonstige Erkrankungen eines Patienten geben.

Anhand der Ergebnisse der verschiedenen Untersuchungen können Ärzte die nachfolgende Therapie individuell an die Bedürfnisse Betroffener anpassen.

Ansprechpartner: Arztpraxen, Krankenhausambulanzen

An wen können sich Patienten mit Verdacht auf Lungenkrebs wenden? Erste Ansprechpartner sind in der Regel die Hausärzte. Auch wenn sie nicht auf Krebs spezialisiert sind, so kennen sie ihre Patienten doch oft schon lange. Sie können als Vertrauenspersonen erste Schritte zur Abklärung von Beschwerden koordinieren und die Patienten auch später im Verlauf der Erkrankung begleiten.

Neben den Hausärzten spielen Internisten eine Rolle, die sich als Pneumologen auf Lungenheilkunde spezialisiert haben. Fachärzte für Radiologie sind Ansprechpartner für wichtige Untersuchungen. An der Behandlung wirken - je nach Situation - außerdem Chirurgen und Strahlentherapeuten mit. Auf Krebsmedizin spezialisierte Internisten ("Onkologen") können eine medikamentöse Behandlung durchführen. Weitere Fachärzte, zum Beispiel für Laboratoriumsmedizin oder Pathologie, sind im Hintergrund tätig. Alle Ärzte werden von medizinisch-technischen Assistenten, Pflegefachleuten sowie weiteren Spezialisten unterstützt.

In Absprache mit dem Hausarzt können Patienten erste Untersuchungen bei niedergelassenen Fachärzten durchführen lassen. Eine weitere Möglichkeit bieten die Ambulanzen von auf Krebs spezialisierten Krankenhäusern am Wohnort oder in der nächstgrößeren Stadt. Seit einiger Zeit gibt es auch zertifizierte Lungenkrebszentren. Eine Suchmöglichkeit findet sich im Internet unter www.oncomap.de. Was Patienten bei der Suche nach geeigneten Ärzten und Kliniken weiterhilft, beschreibt der Krebsinformationsdienst in den Texten zur Arztsuche beziehungsweise Kliniksuche. Ein Informationsblatt (PDF) fasst die wichtigsten Punkte in Kürze zusammen. Die Checkliste "Diagnose Krebs - Wie geht es weiter?" soll Betroffenen dabei helfen, wichtige Schritte in der Zeit zwischen Diagnosestellung und Behandlungsbeginn zu planen.

Krankheitsverdacht: Welche Untersuchungen werden gemacht?

Besteht aufgrund von Symptomen ein Verdacht auf Lungenkrebs, sind eine Reihe von Untersuchungen zur Diagnosesicherung notwendig. Sie dienen dazu, den Verdacht zu bestätigen oder einen Lungentumor sicher auszuschließen. Am Anfang steht die sogenannte Basisdiagnostik, das sind Untersuchungen, die bei fast allen Patienten gemacht werden.

Zunächst erfragt der Arzt die Krankengeschichte und führt eine körperliche Untersuchung durch. Erste Informationen - und eventuell einen Verdachtsbefund - liefert dann eine Röntgenübersichtsaufnahme des Oberkörpers und insbesondere der Lunge. Sie ist schnell und wenig aufwendig durchzuführen, viele Pneumologen oder andere Fachärzte haben ein Röntgengerät in der Praxis. Falls früher schon einmal Röntgenaufnahmen der Lunge gemacht wurden und diese noch verfügbar sind, vergleichen die Ärzte sie mit aktuellen Bildern. Tumoren in den äußeren Lungenanteilen stellen sich im Röntgenbild ab etwa einem Zentimeter Größe als helle, oft rundliche Flecken dar. Fachleute sprechen von Lungenrundherden oder Tumorherden. Karzinome im zentralen Bereich der Lunge sind auf dem Röntgenbild dagegen oft schlecht erkennbar. Sie können von anderen Strukturen überlagert sein, zum Beispiel von Blutgefäßen oder dem Herzen. Mit der Computertomographie (CT), einer Weiterentwicklung der Röntgentechnik, kann auch dieser Teil des Brustraums besser eingesehen werden. Eine CT ist allerdings mit einer höheren Strahlenbelastung verbunden, entsprechende Geräte gibt es meist nur in spezialisierten Praxen und Krankenhäusern.

Um Lungenkrebs sicher feststellen oder ausschließen zu können, wird eine Lungenspiegelung gemacht, eine sogenannten Bronchoskopie. Während der Lungenspiegelung können die Ärzte kleine Gewebeproben entnehmen. Das Gewebe wird anschließend unter dem Mikroskop untersucht.
Die äußeren Bereiche der Lunge sind mit dem Bronchoskop nicht gut erreichbar. In diesen Fällen entnehmen die Ärzte eine Gewebeprobe (Biopsie) mit einer Hohlnadel, die sie von außen durch die Brustwand in die Lunge führen. Um die Probe auch wirklich aus dem tumorverdächtigen Gewebe zu gewinnen und die Lunge nicht weiter zu verletzen, wird diese Punktion mithilfe einer Ultraschalluntersuchung oder einer Computertomographie kontrolliert.
Manchmal können auch aus dem abgehusteten Auswurf der Patienten, dem sogenannten Sputum, Krebszellen gewonnen werden. Ärzte greifen auf die Sputum-Diagnostik jedoch meist nur zurück, wenn Möglichkeiten der Gewebeentnahme nicht infrage kommen, zum Beispiel, weil der Gesundheitszustand eines Patienten andere Untersuchungen nicht zulässt.

Kurz erklärt: Die Lungenspiegelung (Bronchoskopie)

Die wichtigste diagnostische Maßnahme bei Verdacht auf Lungenkrebs ist die Lungenspiegelung (Bronchoskopie). In die Atemwege wird ein biegsamer Schlauch eingeführt, mit einer Kamera und winzigen Instrumenten zur Entnahme von Gewebeproben. Die Bronchoskopie wird, wenn irgend möglich, bei allen Patienten angewendet. Die Untersuchung selbst dauert nur etwa zehn bis fünfzehn Minuten. Dazu kommt die Zeit für die Vorbereitung und die Zeit, die Patienten nach der Untersuchung noch zur Sicherheit in der Praxis oder Klinikambulanz bleiben müssen. Meist kann die Untersuchung ambulant vorgenommen werden. Ein Aufenthalt im Krankenhaus ist nur bei Patienten notwendig, deren Gesundheitszustand nicht stabil ist.

Das Bronchoskop besteht aus einem biegsamen Schlauch, an dessen vorderem Ende sich eine Kamera befindet. Es wird durch den Mund eingeführt, was unangenehm sein kann. Die normale Bronchoskopie ist für Patienten jedoch meist nicht schmerzhaft: Vor der Untersuchung erhalten sie eine örtliche Betäubung der Schleimhäute in den Atemwegen mit einem Spray und auf Wunsch ein Beruhigungsmittel. Auch eine leichte Narkose ist möglich. Die Untersuchung kann Würgen oder Hustenreiz auslösen, und aufgrund der Betäubung besteht dann die Gefahr, dass Nahrungsreste in die Atemwege gelangen. Einige Stunden vor und nach der Untersuchung dürfen Patienten daher nicht rauchen, essen oder trinken. Nach einer Bronchoskopie dürfen Patienten aufgrund der Beruhigungsmittel in der Regel nicht selbst Auto fahren, sie sollten sich abholen und nach Hause begleiten lassen. Einzelheiten der Vorbereitung erläutert der Arzt, der die Bronchoskopie durchführt.
Nur in bestimmten Situationen, etwa wenn ein Tumor die Bronchien verengt, kommen starre Bronchoskope zum Einsatz. Dann erfolgt die Untersuchung immer in Narkose.

Mit dem Bronchoskop kann der Arzt die Bronchien und ihre Verzweigungen einsehen. Der Schlauch lässt sich bis in Bronchialäste von nur wenigen Millimetern Durchmesser vorschieben. Die Kamera überträgt ein vergrößertes Bild der Bronchien auf einen Monitor, sodass der Arzt den Vorschub des Schlauches überwachen und Veränderungen in den Luftwegen erkennen kann. Durch den Schlauch lassen sich bei der Untersuchung auch Gewebeproben aus verdächtigen Stellen entnehmen.

Alles in allem gilt eine Bronchoskopie als unangenehm, aber wenig belastend. Nur bei Funktionsstörungen der Lunge, einer Herzschwäche, nach einem akuten Herzinfarkt, bei Blutgerinnungsstörungen oder bei sehr eingeschränktem Allgemeinzustand kann die Lungenspiegelung ernsthafte Probleme bereiten und bei manchen Patienten auch gar nicht durchgeführt werden. In diesen Situationen müssen Nutzen und Risiken besonders sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.

Welche Komplikationen können auftreten? Die Untersuchung kann, wenn auch selten, Herzrhythmusstörungen und Kreislaufprobleme nach sich ziehen. Ebenfalls selten sind Blutungen durch Verletzung der Bronchialwände oder kleiner Blutgefäße. Nach Absprache mit dem Arzt müssen Patienten, die Mittel zur Blutverdünnung oder Gerinnungshemmer einnehmen, diese eventuell für einige Tage absetzen. Möglich, aber für ansonsten Gesunde nicht bedrohlich ist ein kurzfristiger Sauerstoffmangel. Er kann durch eine kontrollierte Beatmung während der Untersuchung verhindert werden.

Kurz erklärt: Biopsien und Bronchiallavage

Um zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren zu unterscheiden, müssen Ärzte eine Gewebeprobe aus der Bronchialwand oder einem vergrößerten Lymphknoten entnehmen und auf Krebszellen hin untersuchen. Der Fachbegriff für eine Gewebeentnahme ist "Biopsie". Die Gewebeproben können Ärzte auf verschiedene Weise gewinnen:

  • Bei einer Lungenspiegelung: Ärzte können kleine Geräte durch das Bronchoskop vorschieben. Mit einer Zange entnehmen sie Gewebe aus der Bronchialwand, mit einer Nadel können sie Proben aus dem weicheren Lungengewebe gewinnen, mit einer feinen Bürste lässt sich ein Abstrich von der Bronchienwand machen. Einzelne Krebszellen lassen sich auch durch eine Bronchiallavage gewinnen: Die Atemwege werden im Rahmen einer Bronchoskopie  mit einer Salzlösung gespült, die Flüssigkeit anschließend in ein steriles Röhrchen gesaugt.
  • Mithilfe einer Feinnadelbiopsie: Falls der verdächtige Bereich der Atemwege nicht mit dem Bronchoskop erreichbar ist, kann eine Feinnadelbiopsie von außen durch die Brustwand  gemacht werden. Ärzte nennen dies eine "perkutane Punktion", bei der die Haut (lateinisch: cutis) durchstochen wird. Diese Untersuchung ist üblicherweise nicht viel schmerzhafter als eine Blutentnahme. Eine örtliche Betäubung ist möglich. Ärzte schieben eine lange, dünne Nadel in den verdächtigen Bezirk vor und saugen etwas Gewebe an. Damit die gesunde Lunge nicht verletzt wird, führt man der Eingriff während einer Ultraschalluntersuchung oder einer Computertomographie durch. So ist auch sichergestellt, dass die Probe tatsächlich aus dem verdächtigen Bereich entnommen wird, zum Beispiel aus einem vergrößerten Lymphknoten. Komplikationen wie Blutungen oder anschließende Infektionen treten bei einer Probenentnahme nur selten auf. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass Patienten durch eine Lungenbiopsie langfristige Nachteile hätten und der Krankheitsverlauf negativ beeinflusst würde. Das Risiko, bei der Punktion Tumorzellen zu verschleppen, kann zwar nicht ausgeschlossen werden. Nach bisherigem Kenntnisstand führen solche verstreuten Zellen jedoch so gut wie nie zu Metastasen, mehr zum Thema "Krebsentstehung und Metastasenbildung" hat der Krebsinformationsdienst in einem eigenen Text zusammengestellt.

Die entnommenen Gewebeproben werden in einem spezialisierten Labor aufgearbeitet und unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht. Diese feingeweblicheoder histologische Begutachtung erlaubt, zwischen gut- und bösartigen Tumoren zu unterscheiden und ermöglicht auch eine genauere Charakterisierung der Tumorart. Hinzu kommt die sogenannte zytologische Untersuchung einzelner Zellen auf Veränderungen.

Bluttests und Tumormarker: Keine Bedeutung beim Lungenkrebs

Tumormarker sind körpereigene Stoffe, die bei einer Krebserkrankung vermehrt im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten auftreten können.
Bei Verdacht auf Lungenkrebs sind Tumormarker für die Diagnosestellung nur von untergeordneter Bedeutung. Es gibt zwar einige Tests, die zur Lungenkrebsuntersuchung eingesetzt werden können, sie sind jedoch allein nicht aussagekräftig.

Die Blutwerte einiger Tumormarker - etwa der neuronspezifischen Enolase (NSE), von CYFRA 21-1 und vom karzinoembryonalen Antigen (CEA) - können bei Lungenkrebs erhöht sein. Jedoch kommt dies auch bei anderen Erkrankungen vor. Lediglich der Tumormarker NSE (neuronspezifische Enolase) ist recht spezifisch für das kleinzellige Karzinom, acht von zehn Patienten haben erhöhte Werte. Allerdings hat für die Prognose des kleinzelligen Lungenkarzinoms die Bestimmung des Enzyms Laktatdehydrogenase (LDH) im Blut eine größere Bedeutung: Je niedriger der Wert ist und im Verlauf der Erkrankung bleibt, desto besser die Prognose.

  • Die im Labor bestimmten Werte liefern jedoch nur ergänzende Informationen und sind nur in Verbindung mit allen anderen Untersuchungsergebnissen aussagekräftig.
  • Der Nutzen der Tumormarkerbestimmung, auch in der Nachsorge, konnte durch Studien bislang nicht belegt werden und wird daher in Leitlinien nicht als Routineuntersuchung empfohlen.

Ausbreitungsbestimmung: Wie fortgeschritten ist der Tumor?

Wie groß ist der Tumor? Finden sich Krebszellen in benachbarten Lymphknoten? Oder hat der Krebs bereits Absiedlungen in anderen Organen gebildet, sogenannte Fernmetastasen? An die Diagnosestellung schließen sich für Patienten weitere Untersuchungen an, um diese Fragen zu beantworten. Insbesondere beim nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom ist die Klärung wichtig, ob eine operative Entfernung möglich ist, oder ob sich der Tumor schon zu weit ausgebreitet hat. Die entsprechenden Untersuchungen richten sich deshalb gezielt auf Regionen und Organe, in denen sich Metastasen des Bronchialkarzinoms bevorzugt ansiedeln. Dazu zählen insbesondere Lymphknoten im Brust- und hinteren Bauchraum, Leber, Nebennieren, Skelettsystem und Gehirn. Folgende Untersuchungen sind möglich, müssen aber nicht zwangsläufig bei allen Patienten durchgeführt werden:

  • Computertomographie (CT) mit Kontrastmittel: um die Ausdehnung des Tumors abzuschätzen, außerdem zur Suche nach Hirnmetastasen, falls eine Magnetresonanztomographie nicht infrage kommt
  • Magnetresonanztomographie (MRT), auch Kernspintomographie genannt: um die Ausdehnung des Tumors abzuschätzen und zur Suche nach Hirnmetastasen und anderen Absiedlungen, zum Beispiel in den Knochen
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie): um die Ausdehnung des Tumors abzuschätzen
  • Thorakoskopie: um die Ausdehnung des Tumors abzuschätzen
  • Mediastinoskopie: um Lymphknoten im Brustraum zwischen den Lungenflügeln zu untersuchen, dem sogenannten Mediastinum
  • Positronenemissonstomographie (PET): beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs, um festzustellen, ob Lymphknoten befallen und Metastasen in anderen Organen vorhanden sind;  beim kleinzelligen Lungenkrebs möglichst immer eine PET/CT, sofern Metastasen nicht bereits durch andere Untersuchungen entdeckt wurden
  • Knochenszintigraphie (in Kombination mit einer CT oder Ultraschalluntersuchung): zur Suche nach Metastasen in den Knochen, vor allem, wenn eine PET-Untersuchung nicht möglich ist

Welche Untersuchungen im Einzelnen gemacht werden und welche nicht, ist von der individuellen Situation abhängig. Patienten sollten sich hier von ihren Ärzten beraten lassen. Bei Patienten mit Vorerkrankungen sind beispielsweise einige Untersuchungen nicht oder nur eingeschränkt möglich: So setzt eine PET-Untersuchung bei Diabetikern eine gute Blutzuckereinstellung voraus, weil zur Untersuchung ein zuckerhaltiger Tracer verwendet wird. Kernspintomographien sind zum Beispiel bei Patienten mit Herzschrittmachern in der Regel nicht möglich.

Unter den verschiedenen Untersuchungsverfahren wählen Ärzte nur die aus, von denen sie sich wichtige zusätzliche Informationen versprechen. So können Patienten die Belastungen durch aufwendige Tests erspart werden, die nur wenige oder gar keine für die Behandlungsplanung notwendigen Daten ergeben würden.

Kurz erklärt: Die Mediastinoskopie

Mit der Mediastinoskopie wird der Raum zwischen den Lungenflügeln untersucht, das Mediastinum, zu Deutsch "Mittelfell". Hier liegt das Herz, und hier verlaufen große Blutgefäße, Nerven und Lymphbahnen. Lungenkrebszellen werden oft über die Lymphgefäße verschleppt. Besonders häufig finden sich daher Absiedlungen in den Lymphknoten des Mediastinums. Ob ein Patient mit Aussicht auf Erfolg operiert werden kann, hängt unter anderem davon ab, wie viele und welche Lymphknoten befallen sind. Insbesondere dann, wenn im Computertomogramm bereits vergrößerte Lymphknoten sichtbar sind, kann eine Spiegelung des Mediastinums (Mediastinoskopie) zur weiteren Abklärung sinnvoll sein.

Patienten werden für die Spiegelung des Mediastinums üblicherweise ins Krankenhaus aufgenommen. In Ausnahmefällen kann die Mediastinoskopie auch ambulant durchgeführt werden. Die Patienten bekommen vor der Untersuchung eine Vollnarkose. Direkt oberhalb des Brustbeins setzen Ärzte einen kleinen Schnitt, durch den eine Sonde mit einer Art "Sehrohr" oder einer Kamera eingeführt wird, das sogenannte Mediastinoskop. Damit lässt sich ein Tumorbefall im Raum zwischen den Lungenflügeln beurteilen. Mithilfe einer kleinen Zange oder Nadel können zudem gezielt Gewebeproben entnommen werden.

Nach dem Eingriff sind einige Tage Schonung notwendig. Die meisten Patienten verkraften eine Mediastinoskopie gut. Das Hauptrisiko des Eingriffs besteht darin, dass Blutgefäße, Nerven oder auch ein Lungenflügel durch die Geräte verletzt werden. Dadurch kann es zum Beispiel zu Blutungen kommen, oder auch zu möglicherweise bleibender Heiserkeit durch Verletzung der Stimmbandnerven. Insgesamt sind solche Komplikationen jedoch selten.

Kurz erklärt: Die Thorakoskopie

Bei Lungenkrebspatienten kann es zu einer ungewöhnlichen Flüssigkeitsansammlung im Pleuraspalt kommen, dem Raum zwischen Lungenoberfläche und Rippen. Ärzte sprechen von einem "Pleuraerguss". Mit einer Nadel punktieren die Ärzte von außen durch die Haut den Pleuraspalt, entnehmen ein wenig von der Flüssigkeit und lassen sie unter dem Mikroskop auf Tumorzellen untersuchen.
Hat ein Patient einen Pleuraerguss, finden sich aber im Punktat keine Krebszellen, kann zur weiteren Abklärung die Thorakoskopie zum Einsatz kommen, eine Spiegelung des Brustraums: Mit ihr lässt sich feststellen, ob Lungen- und Rippenfell (Pleura) bereits vom Tumor betroffen sind.
Die Thorakoskopie kann stationär oder ambulant durchgeführt werden. Vor der Untersuchung erhalten Patienten meist eine örtliche Betäubung und außerdem Schlaf- und Schmerzmittel in eine Vene gespritzt. Bei einigen Betroffenen ist jedoch auch eine Vollnarkose nötig. Die Ärzte machen einen kleinen Schnitt in Haut und Gewebe des Brustkorbs. Durch den dabei entstehenden Druckausgleich fällt der Lungenflügel auf der betroffenen Seite vorübergehend in sich zusammen. So können die Ärzte Lungen- und Rippenfell besser betrachten als bei einer voll aufgeblähten Lunge. Durch den Schnitt führen die Ärzte ein Thorakoskop in den Pleuraspalt ein, ein starres (Seh-)Rohr oder ein Schlauch mit einer Kamera. Bei der videoassistierten Thorakoskopie (VATS) können die Ärzte das Bild der Kamera auf einem Monitor verfolgen.
Nach dem Eingriff verschließen die Ärzte die Öffnung im Brustkorb, und die Lunge kann sich beim Atmen wieder entfalten. Eventuell wird dazu vorübergehend mittels einer sogenannten Thoraxdrainage ein Unterdruck im Pleuraspalt erzeugt.

Die Hauptrisiken der Brustkorbspiegelungen sind eine Verletzung von Blutgefäßen oder Nerven. In Einzelfällen kann es auch zu Infektionen des Brustraums kommen. Insgesamt sind Komplikationen bei der Thorakoskopie jedoch selten.

Kurz erklärt: Die Positronenemissionstomographie bei Lungenkrebs

Tumorgewebe hat oft einen anderen Stoffwechsel als gesundes Gewebe, was sich bei einer Positronenemissionstomographie (PET) sichtbar machen lässt. Die PET dient vor allem der Ausbreitungsdiagnostik. Untersucht wird der ganze Körper. Ärzte können Absiedlungen in Lymphknoten, aber auch entfernten Organen und Geweben feststellen. Insbesondere beim kleinzelligen Lungenkrebs wird die Untersuchung möglichst immer gemacht, wenn nicht durch andere bildgebende Verfahren bereits sicher Metastasen festgestellt wurden.

Die Untersuchung wird ambulant durchgeführt. Um Tumorzellen von gesundem Gewebe, Entzündungen oder auch Vernarbungen unterscheiden zu können, erhalten Patienten bei der PET radioaktiven Traubenzucker als Marker in eine Vene gespritzt. Ärzte können auf den PET-Bildern verfolgen, mit welcher Geschwindigkeit diese "Fluor-18-Desoxyglucose (FDG)" in den Geweben aufgenommen wird: Tumorzellen reichern oft vermehrt Zucker an.
Besonders zur Darstellung der Lymphknoten im Mediastinum, dem Raum zwischen den Lungenflügeln, ist die PET aussagekräftiger als die Computertomographie (CT). Zeigen sich auf PET-Aufnahmen keine Auffälligkeiten - Ärzte sprechen von einem "negativen Befund" - sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch keine Lymphknoten befallen. Fällt der PET-Befund dagegen positiv aus, ist dies zwar ein starker Hinweis auf einen Tumorbefall. Allerdings können auch Entzündungen zu hoher Stoffwechselaktivität führen. Dahermuss das PET-Ergebnis durch eine Gewebeentnahme und die Untersuchung der Proben unter dem Mikroskop überprüft werden. 

Eine Weiterentwicklung, die die Vorteile von PET und CT verbindet, ist die Kombination beider Verfahren, die sogenannte PET/CT. Für Patienten bedeutet dies, dass beide Untersuchungen in einem Durchgang gemacht werden können. PET/CT-Geräte stehen in Deutschland jedoch noch nicht flächendeckend zur Verfügung.

Bei Zuckerkranken muss vor einer PET-Untersuchung der Blutzuckerspiegel gut eingestellt sein. Selbst eine schwere Diabetes-Erkrankung gilt heute jedoch nicht mehr unbedingt als Hindernis für eine PET. Die radioaktive Belastung bei der Untersuchung ist gering, sonstige Nebenwirkungen oder Komplikationen sind sehr selten.

Kostenübernahme: Seit einigen Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine PET oder PET/CT zur Diagnostik des nicht-kleinzelligen und auch des kleinzelligen Lungenkarzinoms. Zunächst galt dies nur für Untersuchungen, die bei einem Krankenhausaufenthalt gemacht wurden. Inzwischen steht die PET gesetzlich Versicherten mit Lungenkrebs auch dann zur Verfügung, wenn sie die Untersuchung ambulant in einer Arztpraxis oder einer Klinikambulanz machen lassen. Privatversicherte müssen sich wegen der Kostenübernahme mit ihrer Versicherung absprechen, für sie gelten die Bedingungen ihres jeweiligen Vertrages.

Beurteilung: TNM-Einstufung und Stadieneinteilung

Die Ergebnisse der Untersuchungen zur Tumorausbreitung fassen Ärzte im internationalen TNM-System zusammen. T steht für Ausdehnung des Tumors, N für den Lymphknotenbefall (N für lateinisch: nodus = "Knoten") und M für Fernmetastasen. Ziffern hinter den Buchstaben stehen für Größe und Ausdehnung (T1-4) des Primärtumors in der Lunge, für die Ausdehnung des Lymphknotenbefalls (N0-3) und das Vorhandensein oder Fehlen von Metastasen (M0 oder M1). T1 N0 M0 bezeichnet zum Beispiel einen kleinen Tumor ohne Lymphknotenbefall und ohne Metastasen.

Sind alle Voruntersuchungen abgeschlossen, lässt sich eine vorläufige TNM-Angabe daraus ableiten, gekennzeichnet durch ein vorangestelltes "c" für klinisch (englisch: clinical). Eine ganz exakte Beurteilung des TNM-Stadiums ist nur nach einer Operation möglich. Dann steht beispielsweise im Arztbrief ein "p" vor den Angaben, für "postoperativ" oder auch durch "pathologische Untersuchung bestätigt". Zusammen mit weiteren Untersuchungsergebnissen liefern die TNM-Angaben eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Schwere der Erkrankung und für die Behandlungsplanung.

Stadieneinteilung: Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom

Ausgehend von der TNM-Einstufung erfolgt nach einem international ebenfalls einheitlichen System die Stadieneinteilung von I bis IV.

  • Stadium I steht für einen örtlich begrenzten Tumor ohne Lymphknotenbefall und ohne Fernmetastasen.
  • Im Stadium II ist der Tumor noch klein, hat aber schon Absiedlungen in Lymphknoten gebildet. Als Stadium II gilt ebenfalls, wenn der Tumor schon etwas größer ist, aber noch keine Lymphknotenmetastasen vorhanden sind.
  • Mit Stadium III bezeichnet man einen fortgeschrittenen Tumor, der bereits in die Lymphknoten gestreut hat.
  • Das Vorhandensein von Fernmetastasen kennzeichnet Stadium IV, unabhängig davon, wie klein oder groß der Primärtumor in der Lunge selbst ist.

Besonders für Patienten mit einer Erkrankung im Stadium III bestehen noch weitere Untergliederungen: Man unterscheidet Stadium IIIA (meist noch operierbar) von Stadium IIIB, in dem eine Operation nicht mehr möglich ist. Das Stadium IIIA wird oft noch weiter unterteilt, je nachdem, zu welchem Zeitpunkt Lymphknotenmetastasen entdeckt wurden, also bei Untersuchungen vor einer Operation (IIIA3), beim Eingriff (IIIA2) oder erst danach bei der feingeweblichen Untersuchung entfernter Lymphknoten (IIIA1). Sind die befallenen Lymphknoten besonders groß oder sind mehrere voneinander unabhängige Lymphknotenstationen betroffen, spricht man von Stadium IIIA4. Diese genaue Einteilung ist für die Wahl der Behandlung und für die Prognose Betroffener von Bedeutung. Für Patienten mit dem Tumorstadium IIIA4 ist eine Operation beispielsweise nicht möglich.

Stadieneinteilung: Kleinzelliges Lungenkarzinom

Auch die Ausbreitung und das Stadium des kleinzelligen Lungenkarzinoms lassen sich nach dem TNM-System beschreiben. Gelegentlich wird hier aber noch eine andere Klassifikation verwendet: Diese unterscheidet eine begrenzte Krankheitsausdehnung ("Limited disease", LD) von einer ausgedehnten ("Extensive disease", ED).

  • Bei der Limited disease ist der Tumor auf eine Seite des Brustkorbs und einen Lungenflügel begrenzt. Diese Einteilung gilt auch dann, wenn Lymphknoten der anderen Brustkorbhälfte befallen sind.
  • Hat der Tumor die Grenze eines Lungenflügels überschritten und ist in benachbarte Gewebe eingewachsen oder hat Absiedlungen in anderen Organen gebildet, liegt eine "ausgedehnte" Erkrankung (ED) vor.

Zur Limited disease werden folglich die Stadien I-IIIB gerechnet, zur Extensive disease das Stadium IV.

Allgemeiner Zustand und körperliche Verfassung

Ob ein Patient operiert werden kann, hängt auch von seinem Allgemeinzustand ab. Dabei berücksichtigen die Ärzte auch, wie viel Lungengewebe höchstens entfernt oder bestrahlt werden darf, um dem Betroffenen eine möglichst gute Lebensqualität zu erhalten.
Das Alter spielt für die Wahl der Behandlung an sich keine Rolle. Allerdings leiden Patienten mit zunehmendem Alter auch mit größerer Wahrscheinlichkeit noch unter anderen Erkrankungen, vor allem der Atemwege sowie des Herzens. Die Prüfung der Lungenfunktion und ein Elektrokardiogramm (EKG) zur Beurteilung der Herzfunktion sind daher wichtige Untersuchungen.

Auch der Ernährungszustand ist entscheidend: Starkes Untergewicht, aber auch Übergewicht gehen mit einem höheren Komplikationsrisiko bei der Operation einher. Zum Problem wird bei vielen Patienten mit Lungenkrebs, dass sie in der Zeit vor der Diagnosestellung schon viel Gewicht verloren haben. Vor Behandlungsbeginn kann daher eine unterstützende Ernährungstherapie notwendig werden.