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Lungenkrebs, Foto: MOREDUN ANIMAL HEALTH LTD/SPL/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Behandlungsverfahren bei Lungenkrebs: Welche Möglichkeiten gibt es?

Wenn die Diagnose Lungenkrebs feststeht, suchen Ärzte zusammen mit Betroffenen die bestmögliche Therapie. Diese richtet sich vor allem nach dem Tumor-Typ und danach wie fortgeschritten die Krankheit ist. Auch den Gesundheitszustand des Betroffenen berücksichtigen die Ärzte.

Je nach ihrer Situation kommen für Patientinnen oder Patienten mit Bronchialkarzinom folgende Behandlungen infrage: Operation, Chemotherapie, Bestrahlung, zielgerichtete und immuntherapeutische Behandlungen. Was man unter den einzelnen Therapien versteht, erläutert dieser Text im Überblick.

Doch nicht nur die Erkrankung selbst, auch belastende Symptome der Betroffenen müssen Ärzte behandeln. Der Text nennt deshalb häufige Beschwerden bei Lungenkrebs und zeigt Behandlungsmöglichkeiten dieser Beschwerden auf.

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Informationen aus dem Internet können Ihnen einen Überblick bieten. Sie sind aber nicht dazu geeignet, die Beratung durch einen Arzt zu ersetzen.

Ansprechpartner finden: Wohin zur Behandlung?

Patientinnen und Patienten mit Lungenkrebs sollten sich in einem Zentrum mit Erfahrung in Lungenheilkunde (Pneumologie), Thoraxchirurgie, Chemotherapie, Strahlentherapie, zielgerichteter und immuntherapeutischer Behandlung behandeln lassen.

In spezialisierten Klinikambulanzen von großen Krebskliniken, insbesondere an den sogenannten Onkologischen Spitzenzentren, arbeiten Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammen.

  • Auf der Internetseite www.ccc-netzwerk.de können Sie nach einem geeigneten Zentrum suchen.
  • Eine weitere Suchmöglichkeit bietet die Seite www.oncomap.de, auf der Sie nach einem zertifizierten Lungenkrebszentrum suchen können.

Behandlung planen: Betroffene entscheiden mit

Im Arztgespräch kann mPatient und Angehörige im Gespräch mit zwei Ärzten. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Arztgespräch kann man seine Fragen und Sorgen klären. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Die Diagnose Krebs ist für die meisten Betroffenen erschütternd. Sie kann Sorgen und Gefühle der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins auslösen.

Doch man kann den weiteren Verlauf und die Therapie mitbestimmen, wenn man das möchte. Voraussetzung dafür ist, dass man genügend gute Informationen bekommt. Jede und jeder Betroffene sollte daher mit seinen Ärzten sprechen und nach Nutzen und Risiken der verschiedenen Therapiemöglichkeiten fragen. Ist etwas unverständlich? Dann sollte man nachhaken.

Nicht alle Patienten wollen sich mit ihrer Krankheit intensiv beschäftigen. Manchen ist es lieber, die Entscheidung über die Behandlung ganz den Ärzten überlassen. Auch das ist eine Möglichkeit, mit seiner Krankheit umzugehen.

Jede/r Betroffene hat außerdem das Recht, eine Therapie abzulehnen und sich nicht behandeln zu lassen. Es ist wahrscheinlich, dass die Erkrankung dann schneller voranschreitet und es keine Heilung gibt – allerdings sind das statistische Erkenntnisse. Über den Krankheitsverlauf des Einzelnen sagen Statistiken nichts aus.

  • Weitere Tipps für die Behandlungswahl und das Gespräch mit dem behandelnden Team finden Sie im Informationsblatt "Behandlungswahl: Was muss ich wissen?" (PDF).
  • Sprechen Sie mit den behandelnden Ärzten, denn ein Internettext kann das Arztgespräch nicht ersetzen.

Operation: Tumor möglichst vollständig entfernen

Betroffene mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs in einem frühen Stadium werden in der Regel operiert. Das Ziel ist die vollständige Entfernung des Tumors und eine Heilung. In fortgeschrittenen Stadien kommt eine Operation aber bei vielen Patientinnen und Patienten nicht mehr infrage: wenn der Tumor bereits in benachbarte Organe eingewachsen ist, bei ausgedehntem Lymphknotenbefall oder dem Vorliegen von Fernmetastasen (Absiedlungen des Tumors in andere Organe).

Bei Patientinnen und Patienten mit kleinzelligem Lungenkrebs kommt eine Operation nur selten infrage, da dieser Krebs bereits früh anfängt zu streuen und Metastasen zu bilden. Für sie gibt es andere Möglichkeiten, wie zum Beispiel eine Chemotherapie.

Wie kann man sich auf eine Operation vorbereiten?

Patienten mit Lungenkrebs sollten möglichst nicht rauchen. Bei Raucherinnen und Rauchern kommt es generell eher zu Komplikationen nach einer Operation.
Die zuständigen Ärzte können weitere Tipps und Hinweise geben, wie man sich auf die Operation vorbereiten kann.

Was machen Ärzte bei einer Operation?

Die Anatomie der Lunge, Grafik: © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Anatomie und Sitz der Lunge © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Die Operation findet in Vollnarkose statt und kann je nach Umfang des Eingriffs mehrere Stunden dauern. Danach bleibt man noch mehrere Stunden bis Tage auf der Intensivstation. Insgesamt müssen Betroffene mit einem stationären Aufenthalt von mindestens zwei Wochen rechnen. Genaueres dazu können nur die behandelnden Ärzte sagen.

Der Umfang der Operation richtet sich nach Größe und Sitz des Tumors. Doch Ärzte können bei vielen Betroffenen erst während des Eingriffs feststellen, wie ausgedehnt sie operieren müssen. Bei manchen Patienten stellt sich auch erst zu diesem Zeitpunkt heraus, dass ihnen eine umfassende Tumorentfernung mehr schaden als nützen würde.

In frühen Erkrankungsstadien reicht es, den befallenen Lungenlappen und die damit verbundenen Lymphknoten zu entfernen (Lobektomie). Wächst der Tumor in zwei Lungenlappen, so werden beide herausgenommen (Bilobektomie).

Bei Betroffenen mit großen Tumoren kann es nötig sein, mehr zu entnehmen, zum Beispiel einen gesamten Lungenflügel (Pneumonektomie oder auch Pneumektomie) oder auch einen Teil der Brustwand.
Ein solcher Eingriff geht mit einem erhöhten Risiko einher: Nach der Entfernung eines Lungenflügels sterben statistisch gesehen mehr Menschen als nach der Entfernung eines Lungenlappens. Außerdem ist die körperliche Leistungsfähigkeit bei vielen Betroffenen nach einer Pneumektomie zunächst stark eingeschränkt: Der verbleibende Lungenflügel braucht einige Monate, um sich an die zusätzliche Atemarbeit zu gewöhnen.
Falls irgend möglich, versuchen Ärzte daher die Herausnahme eines ganzen Lungenflügels zu vermeiden und so viel Lungengewebe wie möglich zu erhalten.

Mögliche Nebenwirkungen

Direkt nach der OP kann sich Luft oder Flüssigkeit im Brustraum ansammeln. Dann punktieren die Ärzte den Brustraum von außen und leiten die Luft oder die Flüssigkeit ab. Damit helfen sie der Lunge, sich wieder zu entfalten. Manche Betroffene brauchen in der ersten Zeit nach der Operation Hilfe beim Atmen durch ein Beatmungsgerät.

Die Lunge braucht Zeit, um sich zu erholen. Durch die Entfernung von Lungengewebe wird die Fläche kleiner, an der der Gasaustausch stattfindet. Zunächst kann man das Gefühl haben, zu wenig Luft zu bekommen. Das Atmen fällt schwerer.

Eine ansonsten gesunde, wenig vorgeschädigte Lunge hat eine Leistungsreserve. Daher kann sie den Eingriff innerhalb einiger Wochen oder Monate bis zu einem gewissen Grad ausgleichen. Der verbleibende Teil der Lunge dehnt sich dazu etwas aus. Ansonsten gesunde Patienten müssen langfristig nicht mit schwerwiegenden Atemproblemen rechnen.

Bei Rauchern oder Menschen mit einer chronischen Lungenerkrankung sieht es anders aus. Ihre Lunge ist vorgeschädigt und kann dadurch eingeschränkte Funktionsreserven haben. Bereits eine Narkose birgt ein erhöhtes Risiko. Zudem sind diese Patienten stärker gefährdet durch Komplikationen wie Infektionen und Blutungen.
Es ist möglich, dass das Risiko für eine schwere Belastung oder Einschränkung so hoch ist, dass eine Operation nicht infrage kommt. Dann muss eine andere Therapie gewählt werden.

Bei der Regeneration hilft zum Beispiel eine Atemtherapie, mit der man die Leistungsfähigkeit seiner Lunge wieder trainieren kann. Viele Betroffene lernen die ersten Übungen dazu bereits im Krankenhaus von einem Therapeuten.

Chemotherapie: Zellgifte gegen Krebszellen

Ein Mann bei der Chemotherapie. Foto: Tobis Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Die meisten Betroffenen erhalten die Chemotherapie über eine Infusion. © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Bei Patientinnen und Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs in einem frühen Krankheitsstadium kann die Operation ausreichen. Bei den meisten Betroffenen aber beginnen Ärzte nach der Operation mit einer ergänzenden Chemotherapie. Sie soll verhindern, dass Tumorzellen Metastasen in anderen Organen bilden.

Hat sich der Tumor schon weiter ausgebreitet, kommt auch eine Kombination aus Chemotherapie und Strahlentherapie infrage.

Manchen Betroffenen mit Lungenkrebs im Stadium IIIA empfehlen Experten eine Chemotherapie oder eine Strahlenchemotherapie vor einer Operation. Die soll den Tumor so zu verkleinern, dass man ihn schonender operieren kann.

Für Betroffene mit kleinzelligem Lungenkrebs ist die Chemotherapie die wichtigste Behandlungsmethode. In frühen Krankheitsstadien kann sie zur Heilung führen oder zumindest den Verlauf bremsen.

In späteren Stadien lindert sie tumorbedingte Beschwerden und kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Die Chemotherapie wird bei vielen Betroffenen mit einer Bestrahlung zur Radiochemotherapie kombiniert.

Wie kann man sich auf eine Chemotherapie vorbereiten?

Patienten mit Lungenkrebs sollten möglichst nicht rauchen. Tabakrauch beeinflusst die Verstoffwechselung von vielen Substanzen. Das kann dazu führen, dass eine Chemotherapie bei Raucherinnen und Rauchern nicht so gut anschlägt wie bei Nichtrauchern. In den meisten Studien wurde außerdem festgestellt, dass Lungenkrebspatienten, die vor Beginn der Behandlung aufhören zu rauchen, eine bessere Prognose haben.

Die behandelnden Ärzte können in einem persönlichen Gespräch dazu informieren und beraten.

Was passiert bei einer Chemotherapie?

Die meisten Betroffenen erhalten die Medikamente über eine Infusion in eine Vene. Dann werden die Medikamente über den Blutkreislauf im Körper verteilt. Jeder Betroffene bekommt seinen auf ihn zugeschnittenen Wirkstoff oder seine Wirkstoffkombination nach einem Therapieplan, der auch Pausen zwischen den Behandlungen einschließt. So kann der Körper sich zwischendurch erholen.

Wie wirkt die Chemotherapie?

Die Medikamente, die Betroffene während einer Chemotherapie bekommen, hindern Zellen am Wachstum oder an der Teilung. Deswegen nennt man sie auch "Zytostatika", was übersetzt etwa "Zellstopper" bedeutet. Dadurch soll ein Tumor dazu gebracht werden abzusterben oder zumindest langsamer zu wachsen. Die Medikamente werden mit dem Blut im Körper verteilt und können so auch auf Krebszellen wirken, die weit entfernt vom ursprünglichen Tumor sind.

Stationär oder ambulant?

Die meisten Chemotherapeutika erhält man per Infusion. Ist absehbar, dass man häufiger eine Chemotherapie bekommt, kann man sich einen Port unter die Haut einsetzen lassen. Die Medikamente gelangen über den Port direkt in eine große Vene, das verringert die Gefahr einer Reizung der Blutgefäße. Außerdem erleichtert der Port das Legen der Infusion, da nur die Haut über dem Port punktiert werden muss.

Wenn man in guter körperlicher Verfassung ist, kann man die Infusion in der Ambulanz einer spezialisierten Klinik oder bei einem spezialisierten Facharzt durchführen lassen. Danach kann man wieder nach Hause gehen.

Mögliche Nebenwirkungen

Alle für die Chemotherapie eingesetzten Medikamente greifen auch gesunde Zellen an. Die Nebenwirkungen machen sich besonders dort bemerkbar, wo sich gesunde Zellen schnell teilen: im Mund, im Verdauungstrakt, im Intimbereich, bei der Blutbildung oder an Haaren und Nägeln.

Mehr dazu und wie man die Nebenwirkungen lindern kann, finden Sie auf der Seite "Chemotherapie – Nebenwirkungen und Langzeitfolgen".

Strahlentherapie: Zellen am Wachstum hindern

Betroffene mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, bei denen eine Operation nicht infrage kommt, oder wenn der Tumor nicht vollständig herausgenommen werden konnte, können eine Strahlentherapie bekommen. Auch eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie, eine sogenannte Radiochemotherapie, ist möglich.

Bei Betroffenen mit Tumoren in einem frühen Stadium können Ärzte eine besondere Form der Strahlentherapie durchführen, die stereotaktische Strahlentherapie. Dabei wird der Tumor aus mehrere Richtungen mit einer geringen Dosis bestrahlt. Das umliegende Gewebe wird dabei besser geschont als bei der herkömmlichen Strahlentherapie.
Bei Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs kann die Strahlentherapie auch zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden.

Patienten mit kleinzelligem Lungenkrebs bekommen eine Bestrahlung des Tumors in der Regel zusammen mit einer Chemotherapie, als sogenannte Radiochemotherapie. Da sich bei vielen Betroffenen mit kleinzelligem Lungenkarzinom Metastasen im Gehirn bilden, bestrahlen Ärzte in der Regel auch vorsorglich den Kopf von Betroffenen im frühen Erkrankungsstadium.

Wie kann man sich auf eine Bestrahlung vorbereiten?

Patienten mit Lungenkrebs sollten möglichst nicht rauchen. Raucherinnen und Raucher haben häufiger Komplikationen als Nichtraucher, außerdem vertragen sie eine Bestrahlung schlechter.
Man sollte außerdem auf hochprozentigen Alkohol und scharfe oder sehr saure Speisen zu verzichten. All dies kann bei einer Bestrahlung des sogenannten Mittelfellraums im Operkörper (Mediastinum) die dort gelegene Speiseröhre zusätzlich reizen.

Was Sie bei einer Bestrahlung noch beachten müssen, sollten Sie auch mit Ihren behandelnden Ärzten direkt besprechen.

Was passiert bei einer Strahlentherapie?

Linearbeschleuniger zur Strahlentherapie © VILevi - thinkstockphotos
Die eigentliche Bestrahlung dauert nur wenige Sekunden. © VILevi - thinkstockphotos

Die Bestrahlung von außen (perkutane Therapie) erhalten die meisten Betroffenen ambulant.
Man liegt dabei auf einer Liege. Da das gesunde Gewebe, soweit es geht, geschont werden soll, darf man sich während der Bestrahlung nicht bewegen. Je nach Situation kommen dafür spezielle Lagerungssysteme oder Masken infrage.
Die eigentliche Bestrahlung dauert nur wenige Sekunden, doch mit der Vorbereitungszeit kann man mit 20 bis 90 Minuten je Behandlung rechnen.
Die gesamte benötigte Strahlendosis wird auf mehrere Sitzungen verteilt. Wie viele Einzelbestrahlungen man braucht, ist von der persönlichen Krankheitssituation abhängig.

Von innen kann der Tumor bestrahlt werden, wenn er die Atemwege verengt (Brachytherapie). Dazu führen die Ärzte eine radioaktive Strahlenquelle in die Luftwege ein und bringen sie direkt neben den Tumor. Meist reicht eine Behandlung.
Als Patient oder Patientin wird man dazu fast immer stationär behandelt und bekommt eine Narkose.

Wie wirkt die Strahlentherapie?

Der Tumor wird mit sehr energiereicher Strahlung bestrahlt. Diese Strahlung soll die Krebszellen so schädigen, dass sie langsamer wachsen oder absterben.

Mögliche Nebenwirkungen

Je nach Sitz und Größe des Tumors können benachbarte Organe mitbestrahlt werden. Das kann zum Beispiel zu einer Reizung der Speiseröhre führen. Auch die Haut im Strahlungsfeld kann Reaktionen zeigen. Je nach Strahlendosis kann sie wie bei einem leichten Sonnenbrand reagieren oder wie bei einer Verbrennung.

Welche Behandlungsfolgen noch auftreten können und was dagegen hilft, lesen Sie im Text "Strahlentherapie: Anwendungsbeispiele und mögliche Nebenwirkungen".

Zielgerichtete Therapie und Immuntherapie: Neue Ansätze gegen Krebszellen

In den letzten Jahren verfolgen Forscher vermehrt neue Ansätze in der Krebstherapie. Bei der Immuntherapie konzentriert man sich darauf, dem Immunsystem zu helfen, Krebszellen besser zu erkennen und zu bekämpfen.

Bei den zielgerichteten Therapien versucht man, die Krebszellen direkt anzugreifen. Das geht, indem man beispielsweise auf Mechanismen zielt, die das Zellwachstum steuern. Die zielgerichteten Medikamente wirken allerdings nur dann, wenn die Krebszellen genetisch so verändert sind, dass sie Angriffspunkte für das jeweilige zielgerichtete Medikament tragen. Das ist nicht bei allen Patienten der Fall.

Auch bei den Immuntherapien gibt es Hinweise darauf, dass bestimmte Angriffspunkte vorhanden sein müssen, damit die Immuntherapie wirkt. Vieles versteht man aber noch nicht genau. Auf jeden Fall Voraussetzung für die Therapie: Tumorzellen aus einer Gewebeprobe oder von der Operation müssen im Labor auf ihre Eigenschaften hin untersucht werden.

Bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs sind bereits einige dieser neuen Therapien zugelassen. Weitere werden in Studien erprobt.

Zur Behandlung von kleinzelligem Lungenkrebs gibt es bisher ein immuntherapeutisches Medikament. Zu anderen Wirkstoffgruppen laufen Studien.

Mögliche Nebenwirkungen

Gesunde Zellen können auch Angriffspunkte für zielgerichtete Medikamente haben. Ein durch immuntherapeutische Medikamente aktiviertes Immunsystem kann auch gesunde Zellen angreifen. Daher können auch die neuen Wirkstoffe Nebenwirkungen haben wie zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautveränderungen oder krebsbedingte Müdigkeit (Fatigue).

Diese Symptome kann man behandeln und lindern. Mehr dazu lesen Sie im Text "Krebs: Belastende Symptome, Nebenwirkungen, Krankheitsfolgen".

Fortgeschrittenes Stadium: Den Krankheitsverlauf verlangsamen

Für Patienten mit einem fortgeschrittenem Bronchialtumor gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten, die das Tumorwachstum verlangsamen können. Infrage kommen zum Beispiel Chemotherapie, Bestrahlung, Immuntherapie oder eine zielgerichtete Therapie.
In der Regel ist der Krebs in diesem Stadium nicht mehr heilbar. Daher versuchen Ärzte vor allem, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität so gut wie möglich zu erhalten.

Klinische Studien: Was sie bieten

Wenn Standard-Therapien ausgeschöpft sind, so ist möglicherweise die Teilnahme an einer klinischen Studie eine Option. Für Betroffene mit kleinzelligem und nicht-kleinzelligem Lungenkrebs werden neue Wirkstoffe und Behandlungsmethoden in klinischen Studien getestet. Dabei soll festgestellt werden, ob sie wirksam und sicher sind. Auch die auftretenden Nebenwirkungen werden beobachtet und festgehalten.
Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer werden engmaschig betreut und die behandelnden Ärzte können schnell eingreifen, sollten gravierende Nebenwirkungen auftreten.

Mehr Informationen finden Sie im Text "Klinische Studien für Krebspatienten – wie entscheiden?" und zum Laden und Ausdrucken im Informationsblatt: "Was sind klinische Studien? Soll ich daran teilnehmen?" (PDF).

Belastende Symptome: Die Lebensqualität verbessern

Viele Patientinnen und Patienten mit Lungenkrebs haben im Laufe ihrer Krankheit mit belastenden Symptomen zu kämpfen. Solche Symptome können praktisch in allen Krankheitsstadien auftreten – wenn der Krebs noch heilbar ist und auch, wenn der Tumor nicht mehr heilbar ist. Dazu gehören unter anderem Atemnot, Husten, Bluthusten, Gewichtsverlust oder Schmerzen.

Die Ursache dafür kann der Tumor selbst sein, zum Beispiel, weil er die Atemwege verengt oder zu einer Flüssigkeitsansammlung im Brustraum (Pleuraerguss) führt. Im fortgeschrittenen Stadium können Lungenkrebs-Metastasen vielfältige Beschwerden auslösen, je nachdem, welches Organ betroffen ist. Auch die Behandlung kann belastende Symptome auslösen. Die Bestrahlung eines Lungentumors kann zum Beispiel zu Hautproblemen, Fatigue oder einer Reizung der Speiseröhre führen.

Um Symptome zu lindern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Je nach Situation des Betroffenen können die behandelnden Ärzte Medikamente geben, die das Tumorwachstum aufhalten, eine palliative Bestrahlung oder eine Operation durchführen. Sie können aber auch Hilfsmittel für Zuhause verordnen wie Sauerstoffgeräte, um die Atmung zu erleichtern oder Medikamente gegen die belastendsten Beschwerden verschreiben. Alle Maßnahmen, die Symptome lindern, gehören zu einer supportiven oder palliativen Therapie.

Im Folgenden werden Symptome genannt, die vor allem Lungenkrebspatienten betreffen.

Husten bei Lungenkrebs

Kranke Frau hustet © Aleksandra Suzi, Shutterstock
Husten kann einen Lungenkrebspatienten sehr belasten. © Aleksandra Suzi, Shutterstock

Das häufigste Symptom, unter dem Lungenkrebspatientinnen und -patienten leiden, ist Husten. Er kostet einen ohnehin geschwächten Patienten viel Kraft. Bisher gibt es kaum wissenschaftliche Studien, die beantworten, wie speziell Husten bei Lungenkrebs am besten behandelt werden kann. Um die Beschwerden zu lindern, stehen aber verschiedene Medikamente gegen Husten zur Verfügung.

Wichtig: Nehmen Sie Hustenmittel nicht auf eigene Faust ein, sondern sprechen Sie mit Ihren Ärzten. Das Medikament sollte zur Krebstherapie und Ihrem Gesundheitszustand passen.

Bei trockenem Reizhusten können Ärzte hustenstillende Medikamente verschreiben, sogenannte Antitussiva wie Dihydrocodein oder Levodropropizin.

Bei produktivem Husten, also Husten mit Schleimentwicklung und Auswurf, können schleimlösende Mittel (Mukolytika) helfen. Auch ein Feuchtinhalationsgerät mit entsprechenden Medikamenten kann Linderung verschaffen.

Bluthusten (Hämoptysen, Hämoptoe) bei Lungenkrebs

Bei blutigem Speichel oder Spuren von Blut im Auswurf sprechen Ärzte von Bluthusten oder Hämoptyse. Er tritt bei etwa 20 von 100 Lungenkrebspatienten auf.

Meist sind es empfindliche Blutgefäße des Tumors, aus denen das Blut stammt. Diese können zum Beispiel beim Husten reißen oder versehentlich durch eine ärztliche Behandlung verletzt werden. Ein leichter Bluthusten muss in der Regel nicht behandelt werden.

Ein starker Bluthusten (Hämoptoe) kann lebensbedrohlich werden. Blut und geronnene Blutklumpen können die Atemwege blockieren. Das ist ein Notfall und der Betroffene muss im Krankenhaus behandelt werden.

Je nach Situation des Patienten oder der Patientin kommen verschiedene Behandlungen infrage. Die Ärzte werden vor allem versuchen die Sauerstoffversorgung zu sichern. Dazu gehört auch eine Sauerstoffgabe oder eine Beatmung.

Wenn man gerinnungshemmende Medikamente einnimmt, sollte man das dem Arzt mitteilen. Dann kann er die Blutung auch medikamentös behandeln.

Während einer Bronchoskopie können Ärzte das Blut und die Gerinnsel aus den Atemwegen absaugen. Außerdem werden sie versuchen die Blutung zu stoppen, indem sie die Blutgefäße vorübergehend komprimieren oder verschließen. Wenn die Blutung so nicht gestoppt werden kann, ist unter Umständen eine Operation notwendig. Dabei entnehmen Ärzte den blutenden Lungenteil. Dies ist aber nur bei wenigen Patienten möglich.

Lässt sich die Blutung nicht stoppen, ist dies für Betroffene eine extrem belastende und lebensbedrohliche Situation. Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs sollten mit ihren Angehörigen und den behandelnden Ärzten nach Möglichkeit besprechen, was in einer solchen Notlage auf sie zukommen kann: Welche Vorbereitungen sind möglich? Was ist im Notfall zu tun? Mehr zu Betreuung von Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung haben wir im Informationsblatt "Fortgeschrittene Krebserkrankung: Behandlung, Pflege und Betreuung" (PDF) zusammengestellt.

Atmenot (Dyspnoe) bei Lungenkrebs

Lungenkrebspatient macht Atemtest im Krankenhausbett. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Atemtraining kann gegen Atemnot helfen. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Das Gefühl nicht genügend Luft zu bekommen, gehört zu den belastendsten Symptomen einer Lungenkrebserkrankung. Etwa acht von zehn Betroffenen mit weit fortgeschrittener Krankheit leiden unter Luftnot oder Dyspnoe. Dabei hängt die empfundene Atemnot nicht unbedingt mit der tatsächlichen Sauerstoffversorgung zusammen. Daher muss sie aus verschiedenen Richtungen betrachtet und behandelt werden. Neben körperlichen Beschwerden kann sie Angst oder Panik auslösen. Die Angst wiederum kann die Atemnot verschlimmern.

Die Behandlung richtet sich nach den Ursachen, nach dem subjektiven Empfinden des Betroffenen und seinem Gesundheitszustand.

Wenn man die Ursache beheben kann, verbessert sich dadurch in der Regel auch die Atmung. Ist der Tumor zum Beispiel in die Bronchien eingewachsen, kann der Arzt die Atemwege mit verschiedenen Methoden wieder öffnen. Dazu zählen beispielsweise eine Lasertherapie, eine Kryotherapie, ein sogenannter Argon-Beamer, das Einsetzen von Stents oder eine Bestrahlung.
Wird die Atmung durch eine Flüssigkeitsansammlung zwischen Lunge und Rippen (Pleuraerguss) erschwert, kann eine Punktion helfen.
Andere Ursachen wie eine Lungenentzündung können mit Medikamenten behandelt werden.

Verschiedene Medikamente erleichtern das Atmen und lindern die Angst.

  • Opiate beeinflussen das Atemzentrum im Gehirn so, dass die Luftnot meist geringer wird. Außerdem lindern Opiate auch die Angst, die mit Luftnot einhergehen kann.
  • Benzodiazepine setzen Ärzte vor allem ein, um die Angst und die Panik zu lindern, die eine Atemnot auslösen kann.
  • Eine Feuchtinhalation mit bronchienerweiternden Medikamenten öffnet die Atemwege. Außerdem kann sie helfen, Sekret abzuhusten.

Nicht-medikamentöse Behandlungen können Patienten bei der Atmung unterstützen und die Lebensqualität verbessern.

  • Ärzte verordnen dann eine Sauerstoff-Therapie, wenn der Patient durchs Atmen nicht genügend Sauerstoff aufnehmen kann. Es gibt Geräte für Zuhause und unterwegs, so dass man auch weiterhin mobil ist.
  • Eine Atemtherapie kann die Atemnot mildern. Die Lunge wird durch regelmäßiges Training besser belüftet und es kommt mehr Sauerstoff in den Körper. Außerdem stärkt das Training die an der Atmung beteiligten Muskeln.
  • Bewegung und Entspannung können helfen, mit der Situation umzugehen. Während Entspannungsübungen den Atem beruhigen und Ängste lindern können, hilft Bewegung bei Atemnot. Man hat festgestellt, dass Betroffene, die längere Strecken gehen, besser atmen können. Vermutlich unterstützt längeres Gehen die Atemhilfsmuskulatur durch den Schultergürtel.

Heiserkeit bei Lungenkrebs

Drückt der Tumor auf den Stimmbandnerv (Nervus laryngeus recurrens), können Patienten unter Heiserkeit leiden. Die behandelnden Ärzte versuchen dann, den Tumor zumindest zu verkleinern. Dafür können sie auf verschiedene Behandlungen zurückgreifen wie Steroide, Strahlen- oder Chemotherapie. Manchmal kann auch ein Hals-Nasen-Ohrenarzt durch andere Eingriffe helfen, die Heiserkeit zu lindern.

Quellen und Links für Interessierte und Fachkreise