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Brustkrebszelle, Foto: Duncan Smith/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Brustkrebs: Früherkennung durch Abtasten und Mammographie

Gesetzliches Programm für gesunde Frauen, intensivierte Früherkennung bei hohem Risiko

Wie sehen die Angebote zur Brustkrebsfrüherkennung in Deutschland aus? Frauen ab 30 können einmal im Jahr zum Frauenarzt gehen, der Brust und Achselhöhlen abtastet und auf Veränderungen achtet. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden alle zwei Jahre zur Mammographie in ein spezialisiertes Untersuchungszentrum eingeladen. Sowohl die gesetzlichen wie auch die privaten Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für diesen "Check-up". Der regelmäßige Termin beim Arzt ist kein Muss, die Teilnahme ist auf jeden Fall freiwillig.
Gibt es Hinweise auf ein besonders hohes Brustkrebsrisiko? Sind beispielsweise Verwandte an Brustkrebs oder Eierstockkrebs erkrankt? Dann sollte man gemeinsam mit dem Arzt klären, in welchem Alter man am besten mit der Früherkennung beginnt.
Wie Experten aktuell den Nutzen, aber auch mögliche Risiken der Früherkennung einschätzen, hat der Krebsinformationsdienst im folgenden Text zusammengestellt.

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Quellen und Links

Für diesen Text genutzte Quellen sind am Ende aufgeführt. Zum Mammographie-Screening in Deutschland hat der Krebsinformationsdienst einen detaillierteren Text zusammengestellt, in dem weitere Quellen aufgeführt sind: "Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs". Allgemeine Quellen sowie Linktipps bietet außerdem der Text "Mehr wissen über Brustkrebs".

Das gesetzliche Früherkennungsprogramm auf Brustkrebs: Welche Untersuchungen gehören dazu?

In Deutschland gibt es ein gesetzliches Programm zur Krebsfrüherkennung, oft auch als "Krebsvorsorge" bezeichnet. Dazu gehört die Möglichkeit, sich regelmäßig auf Brustkrebs untersuchen zu lassen:

Für Frauen ab 30:

  • Arzt oder Ärztin fragen nach Veränderungen oder Beschwerden in der Brust. Und sie klären die allgemeine gesundheitliche Vorgeschichte ab.
  • Sie tasten die Brüste und die Lymphknoten im umliegenden Bereich bis zu den Achselhöhlen ab.
  • Dabei erfährt man auch, wie man zu Hause selbst die Brust untersuchen und auf Veränderungen achten kann.

Für Frauen zwischen 50 und 69:

  • Innerhalb der ersten Monate nach dem 50. Geburtstag erhält man erstmals eine persönliche Einladung zur Mammographie in einer zertifizierten Untersuchungseinrichtung. Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust.
  • Diese Untersuchung kann man bis zum 70. Geburtstag alle zwei Jahre wiederholen.

Warum keine Früherkennung für Frauen unter 30 oder über 70?

Brustkrebsfrüherkennung © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Brustkrebsfrüherkennung © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Bei den großen organisierten Programmen gehen die planenden Experten rein statistisch von der "Durchschnittsfrau" aus:
Sie prüfen unter anderem, ab welchem Alter das Brustkrebsrisiko ansteigt. Bei den meisten jungen Frauen ist das Risiko noch sehr gering. Ein erster leichter Anstieg beginnt laut der aktuellen Statistiken um das 30. Lebensjahr; ein deutlicher Anstieg zeigt sich vor allem ab dem Alter von etwa 50 Jahren, mehr dazu im Text "Brustkrebsrisiko".

Hinzu kommt die Überlegung, welchen Nutzen, aber auch welchen Schaden die regelmäßigen Untersuchungen haben. Dies ist zum Beispiel einer der Gründe, warum die Früherkennungs-Mammographie erst ab 50 Jahren angeboten und insgesamt nur etwa zehnmal wiederholt wird: Es handelt sich um eine Röntgenuntersuchung mit einer geringen, aber immerhin vorhandenen Strahlenbelastung. Bei einem früheren Beginn der Reihenuntersuchung würden Frauen insgesamt deutlich häufiger untersucht und damit dem Strahlenrisiko ausgesetzt. Auch ist das Brustdrüsengewebe bei jungen Frauen noch empfindlicher, mehr dazu im Text "Mammographie".

Höheres Risiko - reicht das gesetzliche Früherkennungsprogramm aus?

Für Frauen mit einem höheren Brustkrebsrisiko können die Untersuchungen angepasst werden. Je nach Situation beginnt man auch schon als jüngere Frau mit der Früherkennung.

Wer ist von einem solchen höheren Risiko betroffen? Hier die wichtigsten Beispiele, in denen Fachleute eine sogenannte intensivierte Früherkennung empfehlen:

Familiäres Risiko:
Ein Hinweis auf ein höheres Risiko können zum Beispiel Verwandte sein, die an Brustkrebs oder auch an Eierstockkrebs erkrankt sind, mehr dazu im Text "Risiko Brustkrebs: Veranlagung, Vererbung, Genetik".

Gutartige Veränderungen in der Brust:
Auch bei manchen eigentlich gutartigen Veränderungen benötigt man eine regelmäßige Kontrolle, eventuell auch mit anderen Untersuchungsverfahren als bei der eigentlichen Krebsfrüherkennung, mehr dazu im Text "Gutartige Veränderungen in der Brust".

Bestrahlung des Oberkörpers wegen einer anderen Erkrankung:
Das Gewebe der Brustdrüse ist vergleichsweise empfindlich gegenüber Strahlenschäden. Frauen, die wegen einer früheren Krebserkrankung schon eine gezielte Bestrahlung im Brustbereich erhalten hatten, haben ein erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Ein Beispiel sind etwa ehemalige Lymphom-Patientinnen, die eine Bestrahlung der Lymphknoten im Bereich des Brustkorbs hatten, eine sogenannte Mantelfeldbestrahlung.

Am besten berät man sich mit Hausarzt, Frauenarzt oder Frauenärztin, ob man selbst möglicherweise ein solches höheres Risiko trägt.

Knoten entdeckt? Andere Veränderung beobachtet?

Wann man nicht bis zum regulären Früherkennungstermin warten sollte: Ein Knoten, ein Größenunterschied, eine Einziehung oder "Delle" in der Brust sind immer ein Anlass, zeitnah einen Arzttermin auszumachen.

Früherkennung - muss man unbedingt hingehen?

Die Teilnahme am gesetzlichen Früherkennungsprogramm ist freiwillig. Jede Frau kann selbst entscheiden, ob sie die Untersuchungen in Anspruch nimmt oder darauf verzichtet.

  • Nachteile, etwa bei der Krankenversicherung, muss man nicht befürchten, wenn man nicht hingeht.

Was man tun kann: sich gründlich informieren über die Vorteile und eventuellen Nachteile der Früherkennung. Erste Ansprechpartner bei Fragen zum persönlichen Risiko und zum ganz persönlichen Nutzen der "Krebsvorsorge" sind Hausärzte und Frauenärzte.

Lexikon: Früherkennung, Screening, Krebsvorsorge - wo ist der Unterschied?

Früherkennung:
Damit bezeichnet man allgemein regelmäßige Untersuchungen, um Krankheiten möglichst früh zu erkennen und so die Heilungschancen zu steigern.

Screening:
Dieser englische Begriff kann ebenfalls für die Früherkennung stehen. Meist bezeichnet man damit insbesondere die organisierte Reihenuntersuchung bei Gesunden. Sie hat zum Ziel, Krankheiten früh zu erkennen und die Heilungschancen zu verbessern. Man hofft, damit die durchschnittliche Lebenserwartung der betroffenen Bevölkerungsgruppe insgesamt zu steigern.

Krebsvorsorge:
Dieser Begriff wird zwar häufig verwendet, ist bei der Brustkrebs-Früherkennung aber nicht ganz richtig: Auch wenn man regelmäßig hingeht, ist man nicht vor Krebs geschützt.
Vorsorge würde voraussetzen, dass man eindeutige, noch gutartige Vorstufen von Brustkrebs erkennen und behandeln könnte, bevor überhaupt Krebs entsteht. Daran wird geforscht, einige erste solcher Vorstufen kennt man. Aber für die Mehrzahl aller Frauen noch ist es nicht soweit.

Wenn man die Angebote wahrnimmt: Wohin kann man gehen?

Die jährlichen Früherkennungs-Untersuchungen ab dem 30. Lebensjahr werden in der Regel von Frauenärzten angeboten, genauer: von Fachärzten und Fachärztinnen für Gynäkologie.
Sie führen in der Regel bei diesem Termin auch noch die Früherkennung auf Veränderungen am Gebärmutterhals durch.
Und wenn man aktuell keinen Frauenarzt oder keine Frauenärztin hat? Unter dem Stichwort "Arztsuche" hat der Krebsinformationsdienst Tipps und Links zusammengestellt.

Anders sieht es ab dem Alter von 50 Jahren aus, wenn das Mammographie-Screening hinzu kommt. Zu diesem Angebot wird man eingeladen, unabhängig davon, ob man gesetzlich oder privat versichert ist. Die Adresse darf per Gesetz aus den Einwohnermelderegistern gezogen werden, sie bleibt selbstverständlich vertraulich, unter Einhaltung aller Datenschutzvorschriften.
Der Grund für diese besondere Einladung: Die Mammographie, also die Röntgen-Reihenuntersuchung der Brust, darf nur von entsprechend qualifizierten Einrichtungen durchgeführt werden: Die Mitarbeiter dieser Mammographie-Einheiten haben eine spezielle Ausbildung durchlaufen und müssen die Qualität ihrer Arbeit regelmäßigen Prüfungen unterziehen.

Wann gehen?

Für Frauen, die noch ihre Periode haben, ist ein Termin kurz nach der Regelblutung sinnvoll, also in der ersten Zyklushälfte: Dann ist die Brust meist weicher und lässt sich besser abtasten als in der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung.

Bei Frauen, die zur Empfängnisverhütung die "Pille" oder Hormone gegen Wechseljahresbeschwerden einnehmen, ist die Brust oft dichter, unabhängig vom Monatszyklus. Trotzdem sind auch für sie die Tage kurz nach der monatlichen Abbruchblutung empfehlenswert.
Frauen, die durchgängig ein Hormonpräparat einnehmen, so dass es nicht zur einer monatlichen Blutung kommt, sollten ihre Ärzte nach dem günstigsten Zeitpunkt fragen.

Nach den Wechseljahren kann man den Termin für die Früherkennung frei wählen; auch der Mammographie-Termin ist dann unabhängig von besonderen Voraussetzungen.

Ablauf: Was passiert bei der Früherkennung?

Untersuchung beim Frauenarzt

Brust abtasten © sakai2132000 - Fotolia.com
Selbstuntersuchung der Brust © sakai2132000 - Fotolia.com

Vor der eigentlichen Untersuchung findet ein Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin statt. Auf die meisten Fragen kann man sich vorbereiten, wenn man das erste Mal zur Brustkrebsfrüherkennung geht:
Wichtig für die Einschätzung des individuellen Krebsrisikos sind zum Beispiel die Frage nach dem Monatszyklus oder nach dem Beginn der Wechseljahre, nach bisherigen Schwangerschaften und Geburten. Eine Rolle spielt auch, ob in der Familie schon einmal Krebs aufgetreten ist, um welche Tumorarten es sich handelte, und in welchem Alter die Betroffenen erkrankt sind.

Die Ärzte fragen außerdem nach dem allgemeinen Gesundheitszustand und zum Beispiel nach der Einnahme von Medikamenten. In diesem Gespräch kann man außerdem alle Fragen anbringen, die man selbst zur Früherkennung hat.

Bei der Untersuchung tasten Arzt oder Ärztin die Brust und die Lymphknoten im Brustbereich bis in die Achselhöhle auf Veränderungen ab. Sie achten auf Veränderungen, die man mit bloßem Auge sehen kann, etwa auffällige Hautrötungen, Einziehungen der Haut oder der Brustwarzen.
Und sie erklären, worauf man selbst zu Hause regelmäßig achten kann, etwa beim Eincremen oder unter der Dusche.

Was passiert, wenn sich etwas Auffälliges zeigt?
Die meisten Frauenärzte haben ein Ultraschallgerät in ihrer Praxis und können Auffälliges gleich in einer sogenannten Sonographie abklären.
Lässt sich nicht zweifelsfrei klären, ob zum Beispiel hinter einem Knoten eine harmlose Zyste steckt? Dann überweisen sie zur weiteren Abklärung und unter Umständen auch gleich zur Mammographie an eine geeignete Praxis oder eine spezialisierte Klinikambulanz.

Das bedeutet noch lange nicht, dass hinter einer auffälligen Veränderung tatsächlich Brustkrebs steckt: Die Tastuntersuchung reicht dafür nicht aus. Man muss sich als Frau jedoch darüber im Klaren sein, dass man gegebenenfalls weitere Untersuchungen braucht, bis sicher ist, was hinter einem Befund steckt und was nicht.

Untersuchung im Mammographie-Zentrum

Mit der Einladung erhält man auch Informationsmaterial: zum Ablauf und zum Nutzen, aber auch zu den möglichen Nachteilen der Mammographie. Auf Wunsch kann man sich vorher zu einem Arztgespräch im Mammographie-Zentrum anmelden. Auch der eigene Frauenarzt oder die Frauenärztin bietet Informationen dazu an.

Hatte man in den letzten zwölf Monaten schon eine Mammographie? Dann sollte man Kontakt mit der Terminvergabestelle aufnehmen und klären, wie es weitergeht.

Beim Termin im Mammographie-Zentrum füllt man vor der Untersuchung einen Fragebogen aus, in dem man nach allgemeinen gesundheitlichen Angaben und früheren Erkrankungen oder besonderen Risiken gefragt wird. Dazu gehören beispielsweise die Angaben, ob man noch regelmäßig seine Tage hat oder schon in oder nach den Wechseljahren ist. Aber auch solche Dinge wie etwa Brustimplantate oder frühere Operationen an der Brust sollte man angeben.

Die Untersuchung selbst übernehmen erfahrene Röntgenassistentinnen. Die Bilder werden von zwei Fachärzten unabhängig voneinander begutachtet. Das Ergebnis erhält man deshalb in der Regel erst einige Tage nach der Untersuchung per Brief nach Hause.

  • Mehr zur eigentlichen Untersuchung hat der Krebsinformationsdienst in einem gesonderten Text zusammengestellt: "So läuft die Mammographie ab".

Nutzen und Risiken: Was kann man von der Brustkrebsfrüherkennung erwarten, was nicht?

Regelmäßige Selbstuntersuchung zu Hause

Viele Brustkrebspatientinnen berichten davon, dass sie selbst Veränderungen entdeckt hatten und dann erst zum Arzt gegangen waren. Die Selbstuntersuchung der Brust wird daher von Experten empfohlen: Man entwickelt ein Gefühl für den eigenen Körper. So spürt man besser, ob sich etwas verändert, was nicht mit dem Monatszyklus, einer Schwangerschaft oder den Wechseljahren zu tun hat.

Die Fachleute wissen anhand der vorliegenden Daten aber auch: Eine wirklich frühe Erkennung von Krebs ist so nicht möglich. Macht sich ein Karzinom durch einen tastbaren Knoten oder andere Symptome bemerkbar, steht bei vielen Frauen keine Frühform von Brustkrebs mehr dahinter.

Tastuntersuchung beim Arzt

Was für die Selbstuntersuchung gilt, trifft auch für die gezielte Tastuntersuchung beim Arzt zu: Ihr Nutzen wird von internationalen Experten eher kritisch gesehen - erst größere Tumoren machen sich bemerkbar. Kleine Tumorzellnester werden nicht gefunden. Die Untersuchung bietet also auch keine wirkliche Sicherheit, dass man keinen Krebs hat.

In Deutschland ist die Untersuchung trotzdem Teil des Früherkennungsangebots: Sie geht schnell und belastet nicht. Und die gezielte Anleitung, worauf man selbst achten kann, führt zu einem besseren Gefühl für Veränderungen am eigenen Körper.

Mammographie-Screening

Beurteilung von Mammographiebildern © Picture Partners - Fotolia.com
Beurteilung von Mammographiebildern © Picture Partners - Fotolia.com

Die regelmäßige Röntgen-Reihenuntersuchung zur Brustkrebsfrüherkennung ist in internationalen Studien auf ihren Nutzen hin untersucht worden. Das deutsche Mammographie-Programm wird zudem streng überwacht.
Die Mammographie gilt als gute und ausgereifte Technik, um Krebs in der Brust zu erkennen und gutartige von bösartigen Veränderungen zu unterscheiden. Geschulte Ärzte können auch Auffälligkeiten erkennen, die sich nicht tasten lassen. Dazu gehören beispielsweise winzige Kalkablagerungen, sogenannter Mikrokalk. Er gilt als Hinweis dafür, dass mit dem Gewebe an dieser Stelle etwas nicht stimmt. Hinzu kommt: Im deutschen Mammographie-Programm stehen ausreichend viele gut gewartete Geräte und geschulte Untersucher zur Verfügung.

Trotzdem ist die Mammographie als Screening-Methode - also als regelmäßige Früherkennung für (sehr viele) gesunde Frauen - nicht unumstritten: Man muss einen gewissen Aufwand auf sich nehmen, und die Untersuchung ist vielen Frauen unangenehm, wenn auch nicht wirklich schmerzhaft.

Nutzen-Risiko-Diskussion zur Mammographie nicht abgeschlossen

Hundertprozentig sichere Aussagen sind auch mit der Mammographie nicht möglich: Es bleibt ein kleines Restrisiko, dass Tumoren übersehen werden.
Andererseits muss man als Frau rein statistisch aber damit rechnen, auch einmal unnötig beunruhigt zu werden: Wenn etwas Auffälliges gefunden wird, sind weitere Untersuchungen nötig, bis "Entwarnung" gegeben werden kann oder sich herausstellt, dass es sich tatsächlich um Krebs handelt.

Schließlich ist die Mammographie eine Röntgenuntersuchung: Sie kommt nicht ohne Strahlenbelastung aus. Das Risiko von Schäden ist zwar sehr gering, aber nicht gleich Null.

Wiegt der Nutzen die Risiken auf?
Diese Diskussion ist nicht völlig abgeschlossen. Befürworter gehen nach wie vor davon aus: Die regelmäßige Mammographie "lohnt" sich rein statistisch, auch für Frauen mit durchschnittlichem Brustkrebsrisiko. Es gibt jedoch Kritiker, die anhand von Studiendaten diesen Nutzen in Zweifel ziehen.
Eine ausführliche Auflistung der aktuellen Diskussion sowie Linktipps und Fachquellen bietet der Text "Mammographie zur Früherkennung".

Andere Untersuchungsverfahren: Zurzeit nicht im gesetzlichen Früherkennungsprogramm

Kann man nicht eine Ultraschalluntersuchung machen anstelle einer Mammographie? Wie sieht es mit einer Magnetresonanztomographie aus, die auch ohne Strahlenbelastung auskommt? Was bringen andere, neue Krebstests?

Für Frauen mit durchschnittlichem Risiko ohne erbliche Belastung gilt: Insbesondere die Mammographie lässt sich bislang nicht mit vergleichbarer Sicherheit durch andere Methoden ersetzen. Das gesetzliche Früherkennungsprogramm sieht derzeit auch keine anderen Untersuchungsverfahren vor. Zu diesem Thema wird jedoch viel geforscht.
Andere Diagnosemöglichkeiten sind dagegen wichtig, wenn es um die Abklärung eines konkreten Brustkrebsverdachts geht. Und sie können für Frauen eine Rolle spielen, die tatsächlich ein sehr hohes Brustkrebsrisiko haben.

Intensivierte Früherkennung: Was tun bei familiärer Belastung, gutartigen Brustveränderungen, Vorerkrankungen?

Reicht die normale "Brustkrebsvorsorge"? Eine pauschale Antwort darauf ist schwierig: Ob man weitere, zusätzliche Untersuchungen benötigt, hängt vom individuellen Risiko, vom Lebensalter und einigen weiteren Faktoren ab.

Klar ist aber auch: Die Untersuchungsangebote des gesetzlichen Früherkennungsprogramms richten sich sozusagen an die statistische "Durchschnittsfrau".

  • Frauen, bei denen Brustkrebs in der Familie liegt, oder bei denen schon einmal auffällige, aber gutartige Veränderungen gefunden wurden, benötigen je nach Situation engmaschigere und eventuell auch andere Untersuchungen.
  • Gleiches gilt für Frauen, deren Brustdrüsen wegen einer früheren (Krebs-)Erkrankung schon einmal bestrahlt wurden.
  • Hatte man schon einmal eine Operation an der Brust? Oder trägt man Silikonimplantate zur Brustangleichung oder -vergrößerung? Dies kann Aussagekraft und Durchführbarkeit der Tastuntersuchung und auch der Mammographie einschränken.

Für alle diese Situationen haben Fachleute den Ausdruck "risikoadaptierte Früherkennung" oder "intensivierte Früherkennung" geprägt.

Was kann man selbst tun?

Das Wichtigste ist die Beratung bei Frauenärztin oder Frauenarzt. Sie können abschätzen, wie hoch das Risiko tatsächlich ist, wann man mit der Früherkennung anfangen sollte, und wie oft welche Untersuchungen infrage kommen.
Unter Umständen überweisen sie auch zur weiteren Beratung in ein spezialisiertes Brustzentrum.

Insbesondere für Frauen mit einem möglicherweise ererbten Brustkrebsrisiko gibt es auch besondere Anlaufstellen, die Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs. Adressen findet man unter www.konsortium-familiaerer-brustkrebs.de/.

Welche zusätzlichen Untersuchungen der Brust kommen infrage?

Mammographie und Tastuntersuchung bleiben grundsätzlich wichtig. Je nach Situation sind jedoch auch zusätzliche bildgebende Untersuchungen möglich, etwa Ultraschall oder Kernspintomographie, auch als Magnetresonanztomographie bezeichnet:
Beide Untersuchungen kommen ohne Strahlenbelastung aus. Dies ist besonders für junge Frauen wichtig, deren Brustgewebe besonders empfindlich auf die Röntgenstrahlung der Mammographie reagiert.
Erweiterungen und Verbesserungen dieser Diagnosemethoden werden zudem in Studien geprüft.

Da diese Verfahren auch zur Abklärung eines Brustkrebsverdachts eine Rolle spielen, hat der Krebsinformationsdienst weitere Hintergrundinformationen dazu im Text "Brustkrebs - Diagnostik" zusammengestellt.

Für Frauen mit deutlichem Verdacht auf ein vererbbares Risiko für Brustkrebs gibt es auch die Möglichkeit, einen Gentest machen zu lassen. Eine Voraussetzung ist jedoch eine umfassende Beratung dazu in einem spezialisierten Zentrum. Ein solcher Gentest bleibt zudem auf jeden Fall eine freiwillige Untersuchung - denn das Wissen um ein hohes Krebsrisiko kann auch sehr belastend sein.

Früherkennung nach Brustkrebs: Das ist Teil der Nachsorge

Frauen, die bereits einmal an Brustkrebs erkrankt waren, haben im Vergleich zu gesunden Frauen ein höheres Risiko, erneut einen Tumor zu entwickeln.

  • Bei ihnen gehört die regelmäßige Untersuchung auf Veränderungen zur Nachsorge, mehr dazu hier.

Es gibt jedoch eine Besonderheit, was die Früherkennung angeht: Auch brustkrebskranke Frauen und ehemalige Patientinnen, bei denen die Erkrankung schon länger zurückliegt, erhalten nach dem 50. Geburtstag automatisch eine Einladung zur Mammographie.
Der Grund: Die Adressdaten stammen aus den Einwohnermelderegistern. Dort sind aber keine Krankheitsdaten erfasst. Eine Verknüpfung zu Daten etwa der Krebsregister gibt es aus Datenschutzgründen nicht. Erst im Aufnahme-Fragebogen der Mammographie-Zentren  wird dann gezielt erfragt, ob man schon einmal ein Mammakarzinom hatte.

Will man als Brustkrebspatientin diese regelmäßige Untersuchung im Rahmen des normalen Mammographie-Screenings überhaupt in Anspruch nehmen? Oder möchte man lieber innerhalb des ganz persönlichen Nachsorgeprogramms untersucht werden?

  • Diese Frage klärt man am besten mit den eigenen Ärzten und Ärztinnen ab.

Mehr wissen über die Brustkrebsfrüherkennung: Linktipps und Quellen