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Gebärmutterkörperkrebs © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Gebärmutterkörperkrebs

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Reha und Nachsorge beim Endometriumkarzinom: So geht es nach der Behandlung weiter

Letzte Aktualisierung: 20.07.2020
  • Nach der Krebsbehandlung schließen sich für viele Patientinnen mit einem Endometriumkarzinom Rehabilitation und Nachsorge an.
  • Die "Reha" soll die Rückkehr in den Alltag erleichtern, den Erfolg der Behandlung sichern sowie Spätfolgen und Einschränkungen durch Krankheit oder Behandlung vorbeugen: Dazu gehören medizinische Betreuung und bei Bedarf auch psychologische Unterstützung.
  • Die Nachsorge dient dazu, mögliche Rückfälle und Zweitkarzinome frühzeitig zu erkennen und Krankheits- oder Therapiefolgen zu behandeln.

Hinweis: Informationen aus dem Internet können Ihnen einen Überblick bieten. Sie sind aber nicht dazu geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Eine Krebserkrankung und deren Behandlung kann mit belastenden Symptomen, Nebenwirkungen oder Nachwirkungen verbunden sein. Die meisten Frauen mit Gebärmutterkörperkrebs benötigen auch nach der eigentlichen Therapie Zeit, um wieder gesund zu werden und in den Alltag zurückzukehren.

Für Krebspatientinnen gibt es daher die Möglichkeit einer gezielten Rehabilitation. Die medizinische "Reha" dient dazu, Krankheits- und Therapiefolgen vorzubeugen, zu mindern oder den Umgang mit ihnen zu erlernen. Für Berufstätige gehört auch die Rückkehr in den Beruf zu den Zielen.

Patientinnen können sich bei ihren behandelnden Ärzten über Reha-Möglichkeiten informieren. Prinzipiell orientiert sich das Programm der medizinischen Reha an der persönlichen Krankheitsgeschichte und den vorliegenden Einschränkungen.

Die behandelnden Ärzte bescheinigen dann die Notwendigkeit einer "Reha". Sie helfen auch bei der Antragstellung. Weitere Ansprechpartner sind die Krankenkassen. Wer ambulant oder stationär in einer Klinik behandelt wird, erhält Informationen und praktische Hilfe von den Kliniksozialdiensten.

Mögliche Rehabilitationsmaßnahmen

Beispiele für Reha-Maßnahmen, die bei den häufigsten Therapiefolgen des Endometriumkarzinoms infrage kommen:

  • Schmerzen im Beckenbereich lassen sich durch bestimmte Trainingsformen wie etwa Beckenbodentraining lindern.
  • Entzündungen, Trockenheit und Verengungen der Scheide kann durch Cremes, Gleitgele oder regelmäßige Dehnung mit einem Dilator oder durch Geschlechtsverkehr entgegengewirkt werden.
  • Probleme beim Geschlechtsverkehr entstehen durch Schmerzen oder Veränderungen der Scheide. Eine sexualmedizinische Beratung kann Teil der Rehabilitation sein.
  • Inkontinenz, also Funktionsstörungen der Blase oder des Darms können durch Krankengymnastik, wie gezieltes Beckenbodentraining, gelindert werden.
  • Lymphödeme an den Beinen können entstehen, wenn während der Operation Lymphknoten entfernt wurden. Eine kombinierte Therapie aus Kompression, Hautpflege, Lymphdrainage und Bewegungstherapie kann hier helfen.

Diese für ein Endometriumkarzinom typischen Behandlungsfolgen werden vor allem durch die Operation oder eine Bestrahlung verursacht.

Mit einer Chemotherapie können weitere Nebenwirkungen einhergehen, beispielsweise Probleme mit Haut oder Haaren oder eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen. Viele dieser Beschwerden sind jedoch in der Regel behandelbar. Wichtig ist: Beschwerden frühzeitig beim behandelnden Arzt anzusprechen.

Eine Arzthelferin nimmt  einer Patientin Blut ab. Bild: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, DKFZ
Im Anschluss an die Behandlung eines Endometriumkarzinoms sind regelmäßige Nachsorgetermine notwendig. Bild: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Was passiert, wenn die eigentliche Therapie abgeschlossen ist? Für die meisten Patientinnen mit Gebärmutterkörperkrebs schließt sich an die Behandlung eine Zeit mit weiteren regelmäßigen Arzt- oder Klinikterminen an:

In den ersten 3 Jahren nach Abschluss der Therapie finden regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen in Abständen von 3 bis 6 Monaten statt.

Im 4. und 5. Jahr nach Behandlungsende müssen Patientinnen in der Regel nur noch halbjährlich zur Nachsorge.

Im Anschluss reicht für die meisten Patientinnen eine regelmäßige Kontrolluntersuchung pro Jahr.

Was ist Ziel der Nachsorge?

Sie haben Beschwerden?

Warten Sie nicht bis zum nächsten Nachsorgetermin – gehen Sie besser gleich zum Arzt.

Das Ziel der Nachsorge ist, den allgemeinen Gesundheitszustand zu überwachen, Krankheitsrückfälle frühzeitig zu erkennen und schnellstmöglich etwas gegen Krankheits- oder Therapiefolgen zu unternehmen.

Besonders in den ersten drei Jahren liegt das Hauptaugenmerk darauf, einen möglichen Tumorrückfall im Bereich der Scheide früh zu erkennen. Denn es besteht erneut die Chance auf Heilung, wenn Ärzte solche örtlichen Rezidive frühzeitig feststellen und entsprechend behandeln.

Ärztinnen und Ärzte suchen während der Nachsorge aber auch nach einem möglichen Zweitkrebs, um diesen frühzeitig behandeln zu können.

Wo findet die Nachsorge statt?

Die Nachsorge erfolgt beim Frauenarzt oder in der Klinik, in der man bisher behandelt wurde. Patientinnen sollten bereits gegen Ende der eigentlichen Behandlung klären, wo die Nachsorge stattfindet.

Wenn man sich eine Klinikambulanz entscheidet, können längere Anfahrtswege anfallen. In diesem Fall sollte man abklären, wer bei sonstigen Erkrankungen zuständig ist oder bei Notfällen vor Ort hilft – dies kann zum Beispiel der Hausarzt oder ein niedergelassener Facharzt sein.

Welche Untersuchungen werden bei der Nachsorge durchgeführt?

Spekulum: röhrenförmiges Instrument für eine frauenärztliche Untersuchung © Praisaeng, Shutterstock
Mithilfe eines Spekulums, eines röhrenförmigen Instruments, untersuchen Gynäkologinnen und Gynäkologen ihre Patientinnen. © Praisaeng, Shutterstock

Anamnese: Beim Nachsorgetermin erkundigt sich die Ärztin oder der Arzt nach dem persönlichen Befinden und dem allgemeinen Gesundheitszustand. Sind Beschwerden seit dem Abschluss der Therapie aufgetreten? Wie sehen sie aus?

Weitere Untersuchungen des Nachsorgetermins können sein:

  • eine frauenärztliche (gynäkologische) Untersuchung,
  • eine Tastuntersuchung der Scheide und des Enddarms und
  • gegebenenfalls eine Ultraschalluntersuchung.

Nach der Operation ermöglicht der Ultraschall beispielsweise, einen Harnaufstau früh zu erkennen. Dieser kann als Komplikation der Operation oder einer Strahlentherapie auftreten.

Welche Untersuchungen im Einzelnen sinnvoll sind, hängt stark von der individuellen Situation und dem tumorspezifischen Rückfallrisiko ab. Bildgebende Verfahren, wie etwa ein Kernspin (MRT), kommen nur bei konkreten Beschwerden zum Einsatz. Im Gespräch mit den behandelnden Ärzten lässt sich klären, welche Kontrolluntersuchungen wann notwendig sind.

Bei etwa 6 bis 10 von 100 Patientinnen mit Endometriumkarzinom treten im Verlauf der Nachsorge Zweitkarzinome auf, vor allem Brustkrebs. Deshalb sind die üblichen Krebsvorsorgeuntersuchungen, wie etwa eine Mammographie wichtiger Bestandteil der Nachsorge.

Seelische Belastung und soziale Probleme ansprechen

Belastungen ansprechen

Sprechen Sie nicht nur körperliche Beschwerden, sondern auch seelische Belastung bei der Nachsorge an.

Neben dem körperlichen Befinden sollten Patientinnen beim Nachsorgetermin auch seelische Beschwerden ansprechen. Der betreuende Arzt kann bei der Suche nach einem Psychotherapeuten oder einer Beratungsstelle helfen. Diese Anlaufstellen sind auf die Unterstützung von Krebspatienten und Krebspatientinnen spezialisiert.

Auch Probleme im Alltag, in der Familie oder gegebenenfalls im Beruf können Thema des Gesprächs sein. Denn auch zu sozialrechtlichen und beruflichen Fragen gibt es Ansprechpartner, die konkrete Hilfe vermitteln oder Lösungsansätze aufzeigen können.



Quellen und weiterführende Informationen

Informationen zu den für die Erstellung des Textes genutzten Quellen sowie nützliche Links, zum Beispiel zur S3-Leitlinie, sind in der Übersicht zum Thema Gebärmutterkörperkrebs aufgeführt.

Eine Übersicht zu den wichtigsten Anlaufstellen bei sozialrechtlichen Fragen finden Sie:

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Erstellt: 20.07.2020

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