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Leukämie

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Leukämie: Nachsorge, Verlaufskontrollen, Reha

Letzte Aktualisierung: 21.09.2020
  • Für Patientinnen und Patienten mit einer akuten Leukämie schließt sich direkt nach der intensiven Krebsbehandlung eine Rehabilitation und Nachsorge an.
  • Die meisten Betroffenen mit einer chronischen Leukämie erhalten kontinuierlich eine Leukämie-Therapie: Für sie sind regelmäßige Verlaufskontrollen wichtig, um die Erkrankung im Blick zu behalten.
  • In diesem Text erfahren Sie, welche Ziele Reha, Nachsorge und Verlaufskontrollen bei Leukämie-Patientinnen und -Patienten haben und wie deren Ablauf ist.

Hinweis: Informationen aus dem Internet können Ihnen einen Überblick bieten. Sie sind aber nicht dazu geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

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Für Betroffenen mit einer Leukämie schließt sich die Reha oft unmittelbar an den Krankenhausaufenthalt an. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Gesetzlich wie privat versicherte Leukämie-Patientinnen und -Patienten haben die Möglichkeit, im Rahmen einer Rehabilitation wieder zu Kräften zu kommen.

Ziele der Reha:

  • nach der anstrengenden Erkrankung und Therapie wieder in den gewohnten Alltag zurückkehren können
  • lernen, mit noch vorhandenen Belastungen oder Problemen umzugehen

Bei Betroffenen mit akuten Leukämien oder Patienten nach einer Stammzell-Transplantation schließt sich eine Rehabilitation oft unmittelbar an die intensive Therapie an.

Patientinnen und Patienten mit chronischen Leukämien sollten mit ihren Ärzten sprechen, ob und zu welchem Zeitpunkt für sie eine Rehabilitation möglich und sinnvoll ist.

Zum Rehabilitationsprogramm gehören beispielsweise

  • die weitere medizinische Betreuung während der Reha
  • Angebote psychoonkologischer und sozialrechtlicher Beratung
  • Bewegungstherapien und Sport
  • Ernährungsberatung

Rehabilitationsmaßnahmen können während eines meist stationären Aufenthaltes in einer geeigneten Klinik durchgeführt werden. Es gibt aber auch die Möglichkeit, einzelne Reha-Angebote von zu Hause aus zu nutzen.

Patientinnen und Patienten mit akuten Leukämien werden in der Regel sehr intensiv behandelt. Die Erkrankung selbst und die Therapie können körperliche und psychische Folgen haben. Manches macht sich erst nach Abschluss der Behandlung als Spätfolgen bemerkbar. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass die Krankheit erneut auftritt.

Insbesondere für Patientinnen und Patienten nach Stammzell-Transplantation ist eine lebenslange Nachsorge notwendig, um Spätfolgen vorzubeugen, beziehungsweise diese rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Ziele der Nachsorge akuter Leukämien

Zum Weiterlesen

Mögliche Spätfolgen sind in den Texten zur Behandlung der akuten lymphatischen Leukämie und akuten myeloischen Leukämie beschrieben.

  • Rückfälle, Behandlungskomplikationen und Langzeitnebenwirkungen rechtzeitig entdecken und damit eine frühzeitige Behandlung sicherstellen
  • bei psychischen und sozialen Problemen unterstützen – dazu gehört auch die Rückkehr in Familie, Beruf und Gesellschaft

Ablauf einer Nachsorge bei akuten Leukämien

Zum Weiterlesen

Der Ablauf von Blut- und Knochenmarkuntersuchungen ist im Text Diagnose Leukämie: Untersuchungen bei Krebsverdacht beschrieben.

Wie Ärzte die Nachsorge einer akuten Leukämie genau gestalten, hängt wesentlich von der Art der Leukämie ab. Auch das Rückfallrisiko, die Intensität der bislang durchgeführten Therapie und der bisherige Verlauf der Erkrankung spielen eine wichtige Rolle.

Daher legen die Ärzte immer individuell für die einzelne Patientin oder den einzelnen Patienten fest, welche Untersuchungen im Rahme der Nachsorge notwendig sind und wie häufig sie durchgeführt werden.

Bei Patienten, die in klinischen Studien behandelt werden, orientiert sich die Nachsorge in der Regel an den Vorgaben des jeweiligen Studienprotokolls.

Im Mittelpunkt der Nachsorgeuntersuchungen stehen

  • das regelmäßige Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt,
  • körperliche Untersuchungen sowie
  • Kontrolluntersuchungen von Blut und Knochenmark.

Am Anfang findet die Nachsorge engmaschig statt. Je länger die Diagnose und die Therapie zurückliegen, desto seltener erfolgen die Nachuntersuchungen.



Ärztinnen und Ärzte müssen die Krankheitssituation einer chronischen myeloischen Leukämie (CML) dauerhaft und konsequent kontrollieren.

Warum ist das nötig?

Für die Behandlung der CML stehen verschiedene zielgerichtete Medikamente zur Verfügung: Wenn ein Medikament nicht mehr optimal wirkt, müssen die Behandler dies erkennen und die Therapie zügig umstellen.

Die Verlaufskontrollen in der noch stabilen, chronischen Krankheitsphase sind meist sehr gut in einer internistischen oder einer hämatologischen Praxis möglich. Experten raten aber, sich regelmäßig zusätzlich in einem spezialisierten Behandlungszentrum vorzustellen.

Untersuchungen zur Verlaufskontrolle einer CML

Kontrolluntersuchungen von Blut und Knochenmark zeigen, ob die Behandlung wirkt.

Bei jeder Verlaufskontrolle stehen zu Beginn eine körperliche Untersuchung und das ausführliche Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt.

Zudem wird Blut abgenommen und es kann eine Knochenmarkprobe entnommen werden. Zum Ablauf der Knochenmarkuntersuchung informiert der Text Diagnose Leukämie: Untersuchungen bei Krebsverdacht.

Kontrolluntersuchungen von Blut und Knochenmark erlauben Medizinern Rückschlüsse, wie der Körper auf die Behandlung reagiert. Das Fachwort dafür lautet Remission.

  • Bei der Untersuchung des Blutbildes werden die Zusammensetzung und Anzahl der Blutzellen bestimmt: Haben sich die Werte insbesondere der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und der Blutplättchen (Thrombozyten) durch die Behandlung normalisiert, zeigt die Patientin oder der Patient ein "hämatologisches Ansprechen".
  • Bei der zytogenetischen Analyse von Knochenmarkproben werden die Träger der Erbinformationen – die Chromosomen – unter dem Mikroskop untersucht: Ist die Anzahl der für die CML typischen Philadelphia-Chromosomen gesunken, dann zeigt die Patientin oder der Patient ein "zytogenetisches Ansprechen".
  • Bei der molekularbiologischen Untersuchung wird bestimmt, wie häufig das BCR-ABL-Fusionsgen und damit Leukämiezellen in Blut- beziehungsweise Knochenmarkproben vorkommen. Ist die Zahl der Leukämiezellen (Tumorlast) um einen bestimmten Faktor gesunken, dann sprechen Fachleute von einem "molekularen Ansprechen".




Quellen und weiterführende Informationen (Auswahl)

Weitere Informationen zu den für die Erstellung des Textes genutzten Quellen sowie nützliche Links sind aufgeführt unter Leukämie: Adressen, Links und Quellen.

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Erstellt: 21.09.2020

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