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Mann schaut sorgenvoll aus dem Fenster, Foto: Alain Schroeder/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Diagnose Krebs - wie geht es weiter?

Rat und Hilfe für die ersten Tage

Krebs: Obwohl die Behandlungsmöglichkeiten stetig besser werden, löst die Diagnose bei den meisten Menschen nach wie vor Angst aus. "Warum gerade ich?", lautet eine typische Frage, und auch die Angst vor dem Tod ist für viele mit Krebs fast untrennbar verbunden. In den ersten Tagen verändert die Krankheit alles: Sie bestimmt ganz plötzlich das Leben, sie stellt private und berufliche Pläne infrage. Der Alltag muss rund um notwendige Untersuchungstermine und die Behandlungsplanung neu organisiert werden.
Wie es jetzt weitergeht und wer bei der Bewältigung der anstehenden Aufgaben helfen kann – das sind wichtige Fragen für Betroffene.

Der folgende Text soll Patienten und Angehörige dabei unterstützen, die nächsten Schritte zu planen und sich auf Gespräche mit den behandelnden Ärzten vorzubereiten. Bei Fragen steht der Krebsinformationsdienst außerdem am Telefon und per E-Mail zur Verfügung.

Letzte Aktualisierung: 21.01.2015

Quellen und Links

Für diesen Text hat der Krebsinformationsdienst anonymisierte Anfragen ausgewertet, die Betroffene am Telefon oder per E-Mail zu den aufgeführten Problemen an den Dienst gerichtet haben. Links im folgenden Text führen zu vertiefenden Informationen, die jeweils verwendeten Quellen sind auf den verlinkten Seiten angegeben. Weitere Quellen und Fachinformationen sind am Ende dieser Seite aufgeführt.

Das Wichtigste in Kürze: Checkliste für die ersten Tage

Was kann man tun, wenn man erfährt, dass man Krebs hat?  Einige wichtige Tipps zum Umgang mit der Erkrankung während der ersten Tage nach der Diagnose sind hier zusammengestellt:

Krebsdiagnose: Warum dauert es, bis die Behandlung beginnen kann?

Was tun, wenn man befürchtet, Krebs zu haben? Oder wenn Ärzte aufgrund eines Untersuchungsergebnisses diesen Verdacht äußern?

Zunächst muss der Verdacht sorgfältig überprüft werden. Bei den meisten Betroffenen sind mehrere Untersuchungen notwendig, um die Diagnose zu bestätigen. Steht fest, dass es sich wirklich um einen bösartigen Tumor handelt? Dann versuchen die Ärzte außerdem genauer abzuschätzen, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Danach bewerten sie die einzelnen Ergebnisse, zum Beispiel Röntgenaufnahmen, Bilder aus Computertomographie oder Magnetresonanztomographie, die Befunde der Untersuchung von Gewebeproben sowie Laborwerte.

Diese Untersuchungen führen Ärzte und Assistenten unterschiedlicher Fachbereiche durch. Auch an der Auswertung der Ergebnisse sind verschiedene Spezialisten beteiligt. Gemeinsam besprechen die beteiligten Ärzte die Untersuchungsergebnisse, kommen zu einer Diagnose und beraten über erste Behandlungsmöglichkeiten.

Bis man selbst die Befunde und die weiteren Schritte mit den behandelnden Ärzten besprechen kann, dauert es deshalb oft ein wenig. Diese Vorbereitung ist für die Planung der jeweils besten Behandlung aber unumgänglich.

Zeitdruck: Wie eilig ist es?

Krebs entsteht nicht von heute auf morgen. Fast immer dauert es Monate oder Jahre, bis die Krankheit so weit fortgeschritten ist, dass sie sich bemerkbar macht. Für die meisten Krebspatientinnen und Krebspatienten gilt daher auch: Auf einige Tage kommt es bei der Behandlungsplanung normalerweise nicht an. So gelten zum Beispiel Brustkrebs oder Prostatakrebs nicht als Notfalldiagnosen, bei denen sofort mit der Therapie begonnen werden muss.

Anders sieht es aus, wenn sich eine Krebserkrankung voraussichtlich sehr schnell verschlechtern wird: Ein Beispiel hierfür sind Patienten mit einer akuten Leukämie. Eine weitere Ausnahme bilden Betroffene mit unmittelbar lebensbedrohlichen Symptomen wie Blutungen oder Atemnot oder auch mit starken Schmerzen: Sie müssen sofort behandelt werden.

Entscheidungen: Wie viel Zeit kann man sich selbst lassen?

Viele Patienten trifft die Diagnose zu einem Zeitpunkt, zu dem sie sich alles in allem eigentlich recht gesund fühlen: In dieser Situation passen das Körpergefühl und das Wissen um die vergleichsweise schwere Erkrankung oft einfach nicht zusammen. Überstürzen sollte man Entscheidungen zwar nicht, aber längere Verdrängung und Verzögerungen sollte man ebenfalls vermeiden: Die Prognose könnte sich verschlechtern, wenn man zu lange die Augen vor der aktuellen Situation verschließt und den Kopf in den Sand steckt.

  • Wie viel Zeit vergehen darf, bis mit einer Behandlung begonnen werden muss, können allerdings meist nur die beteiligten Ärzte genau sagen.

Normalerweise hat man aber einige Tage bis Wochen Zeit, um sich zu informieren, eventuell zusätzliche ärztliche Meinungen einzuholen und sich über das weitere Vorgehen beraten zu lassen. Manchmal ist diese Zeit auch einfach notwendig, um sich zu sammeln und den ersten Schrecken zu überwinden. Schließlich stehen weitreichende Entscheidungen an, und die sollten im Vorfeld gut durchdacht werden.

Arzt- und Kliniksuche: Wie findet man gute Ansprechpartner?

Die Mehrzahl aller Krebspatienten muss sich auf einen zumindest kurzen Krankenhausaufenthalt einstellen – sei es für weitere Untersuchungen, sei es wegen einer Operation oder einer aufwendigeren Chemotherapie oder Bestrahlung. Auch die Behandlung belastender Symptome kann einen stationären Aufenthalt erforderlich machen.

Doch die Zeit, die Krebspatienten durchschnittlich im Krankenhaus verbringen, ist kürzer geworden – viele Behandlungsschritte können heute auch ambulant erfolgen. Und nicht wenige Betroffene werden nur ambulant und nicht stationär betreut.

Arztwahl: Was ist zu bedenken?

Solange die Diagnose "Krebs" noch nicht gesichert ist, übernimmt für die meisten Menschen der bisher behandelnde Arzt die Betreuung. Er veranlasst weitere Untersuchungen und stellt bei Bedarf entsprechende Überweisungen aus. Auch für die eigentliche Krebsbehandlung ist nicht immer ein Krankenhausaufenthalt notwendig: In vielen Situationen kommen spezialisierte Arztpraxen und die Ambulanzen spezialisierter Krebszentren infrage.

In Deutschland darf man als Patient seinen Arzt frei wählen. Voraussetzung ist, dass der Arzt eine Berufszulassung hat, die sogenannte Approbation. Für gesetzlich Versicherte gilt außerdem wegen der Kostenübernahme die Vorgabe, dass der Arzt eine Kassenzulassung hat. Hinzu kommt bei der Krebsbehandlung die Frage nach Spezialisierung und Erfahrung. Entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung ist aber nicht nur die fachliche Kompetenz des Arztes. Ganz wichtig ist es auch, jemanden zu finden, in dessen Hände man sich als Krebspatient gerne begibt, dem man vertraut.

Allerdings sind heute an der modernen Krebstherapie meist mehrere Spezialisten beteiligt - unabhängig davon, ob man im Krankenhaus oder überwiegend ambulant behandelt wird. So ist kein Patient nur auf das Wissen eines Einzelnen angewiesen. Trotzdem kann ein Arzt alle Schritte koordinieren und als wichtigster Ansprechpartner fungieren. Dieser "therapieführende" Arzt stellt auch sicher, dass alle einbezogenen Fachleute über die wichtigsten Befunde informiert sind.  

Klinikwahl: Wie findet man eine geeignete Klinik?

Wichtig bei der Wahl der Klinik ist, dass diese Erfahrung mit der jeweiligen Krebserkrankung hat. Als ein Qualitätskriterium gilt heute, dass sich die behandelnden Ärzte an der für die jeweilige Krebsart gültigen medizinischen Leitlinie orientieren.

Weitere Hinweise darauf, dass die Klinik über weitreichende Erfahrung bei der Behandlung von Krebspatienten verfügt, geben folgende Fragen: Arbeitet das Krankenhaus "interdisziplinär", sind also an der Diagnose und Behandlung Ärzte und weitere Spezialisten aus verschiedenen Fachrichtungen beteiligt? Gibt es Kooperationen mit Forschungsverbünden, und führt das Krankenhaus klinische Studien zu neuen Verfahren in der Krebsmedizin durch?

Für die Anerkennung als spezialisiertes Krebszentrum ist außerdem Voraussetzung, dass man sich als Patient zu sozialrechtlichen und psychoonkologischen Fragen beraten lassen kann. 

  • Welche Zertifizierungen gibt es in Deutschland für Krebszentren? Worauf man bei der "Arzt- und Kliniksuche" noch achten kann, hat der Krebsinformationsdienst in einem Informationsblatt (PDF) zusammengestellt.

Eine zweite Meinung einholen

Selbstverständlich kann man bei weiteren Ärzten oder in der Ambulanz eines Krebszentrums fachlichen Rat einholen. Dazu ist eine Überweisung des erstbehandelnden Arztes nötig. Außerdem sollte man alle bisherigen Untersuchungsergebnisse mitbringen. Die meisten Ärzte werden den Wunsch nach einer zweiten Meinung verstehen und alles Notwendige in die Wege leiten sowie weitere qualifizierte Ansprechpartner nennen.

In den meisten Situationen bezahlen die Krankenkassen Beratungen durch weitere Ärzte, sofern auch diese eine Kassenzulassung haben. Vorsichtshalber sollte man im Voraus mit der Krankenkasse Rücksprache halten, inwieweit diese die Kosten übernimmt. Einige gesetzliche und private Kassen haben sogar besondere Angebote für das Einholen einer Zweitmeinung von ärztlichen Experten geschaffen.

Der nächste Termin: Wie kann man sich auf das Gespräch mit den Ärzten vorbereiten?

Mit der Diagnose Krebs stürzen auf Betroffene viele neue Informationen ein. Es kann sein, dass man nicht gleich alles versteht oder behält, was die Ärzte sagen. Eine sorgfältige Vorbereitung auf weitere Gespräche hilft, alle wichtigen Fragen zu klären. Tipps für Patienten:

  • Einen Angehörigen oder Freund mit zu den Arztgesprächen nehmen: So werden Details in der Aufregung seltener überhört. Und man kann sich hinterher über das Gespräch austauschen.
  • Sich schon vor dem Termin Fragen überlegen und aufschreiben: Dann vergisst man während des Gesprächs nichts Wichtiges.
  • Nachfragen, wenn während des Gesprächs etwas unklar bleibt: Der Arzt kann dann noch einmal alles genau erklären.
  • Sich über die Erkrankung informieren, nach weiteren Informationsquellen fragen, etwa Broschüren oder guten Internetseiten: So kann man als Betroffener besser an Entscheidungen zur Behandlung teilhaben.

Auch Ärzte haben Fragen, auf die man sich als Patient vorbereiten kann:

  • Wann sind welche Symptome aufgetreten?
  • Welche anderen Erkrankungen liegen vor?
  • War man in der Vergangenheit schon einmal im Krankenhaus und warum?
  • Welche Krankheiten sind in der Familie aufgetreten? Manche Krebserkrankungen sind unter Verwandten häufiger. Für Ärzte ist wichtig zu wissen, ob Eltern, Großeltern, Geschwister oder Kinder eines Patienten bereits einmal an Krebs erkrankt oder sogar daran gestorben sind - unter Umständen auch, welche anderen Krankheiten in der Familie bekannt sind.
  • Man sollte den Ärzten außerdem Auskunft darüber geben können, welche Medikamente man wie oft einnimmt. Am einfachsten geht dies, wenn man die Packungen oder Beipackzettel der regelmäßig eingenommenen Medikamente zum Arztgespräch mitbringt. Auch Nahrungsergänzungsmittel, wie etwa Vitamine, oder andere Produkte, die man selbst gekauft hat, gehören auf die Liste.

Behandlungswahl: Welche Informationen braucht man, um mitentscheiden zu können?

Geht es im Gespräch mit den Ärzten im nächsten Schritt um die Planung der bestmöglichen Behandlung, kommen weitere Fragen hinzu:

  • Gibt es mehr als eine Therapie, die mir helfen könnte?
  • Gibt es ein Behandlungsverfahren, das eindeutige Vorteile gegenüber allen anderen aufweist?
  • Mit welchem Ziel wird die Behandlung durchgeführt: Heilung, Aufhalten der Krankheit, Linderung der Beschwerden?
  • Was würde passieren, wenn ich mich nicht behandeln lasse?
  • Wie lange werde ich voraussichtlich krank sein?
  • Mit welchen Nebenwirkungen oder Langzeitfolgen muss ich rechnen, mit welchen nicht?

Nicht alle Fragen zur Behandlung und zu ihrem Erfolg lassen sich gleich schon beim ersten Termin beantworten: Oft können Ärzte wichtige Einzelheiten erst etwas später klären, etwa wenn sie nach einer Operation mehr über das genaue Ausmaß der Krebserkrankung wissen.

Woran orientieren sich Ärzte bei ihren Therapieempfehlungen? Für viele Krebserkrankungen gibt es mittlerweile sogenannte Leitlinien, die von Experten erarbeitet und regelmäßig aktualisiert werden. Diese Leitlinien bieten den Ärzten einen Rahmen: Sie führen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden auf, die wissenschaftlich erprobt wurden und für ein bestimmtes Krankheitsbild als jeweils bester Standard gelten. Bindend sind die Leitlinien allerdings nicht.  

Bei einer so komplexen Erkrankung wie Krebs gibt es oft mehr als einen Behandlungsweg. Hat man beispielsweise noch andere Erkrankungen, so muss die Therapie unter Umständen angepasst werden. Die Behandlungswahl kann auch davon abhängen, wie hoch das Risiko für Nebenwirkungen in der persönlichen Situation ist. Daher können sich die Therapievorschläge einzelner Ärzte eventuell unterscheiden.

Für nicht wenige Krebspatienten ist auch die Teilnahme an einer Studie eine Alternative. In der klinischen Krebsforschung werden neue und experimentelle Verfahren getestet. Bevor ein neues Arzneimittel als Standardbehandlung zugelassen wird, wird es dann noch einmal in Studien mit vielen Teilnehmern erprobt. Ebenso verbreitet sind sogenannten Therapieoptimierungsstudien: Hier werden bereits genutzte Behandlungsmöglichkeiten neu kombiniert oder geringfügig abgewandelt, um sie verträglicher oder wirksamer zu gestalten.

  • Je besser man über seine Erkrankung und die verschiedenen Möglichkeiten der Behandlung informiert ist, desto eher kann man Mitverantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen und sich an Entscheidungen als gleichberechtigter Partner beteiligen.
  • Das gesetzlich garantierte Recht, über die eigene Behandlung mitzuentscheiden, ist aber keine Pflicht. Wer Entscheidungen lieber den Ärzten überlassen möchte, kann dies selbstverständlich tun.

Ambulante Krebstherapie: Was sollte man vorab klären?

Immer häufiger kann die Krebsbehandlung heute ambulant vorgenommen werden. Das heißt, man geht nur für die Dauer der jeweiligen Behandlung in die Praxis oder die Ambulanz eines Krankenhauses, bleibt aber ansonsten im gewohnten Alltag. Voraussetzung dafür ist, dass keine Untersuchungen oder Behandlungen notwendig sind, die einen Krankenhausaufenthalt unumgänglich machen. Auch ein sehr schlechter Gesundheitszustand kann gegen eine ambulante Behandlung sprechen.

Die Kontrolluntersuchungen während der Nachsorge nach einer Therapie übernimmt meist ebenfalls ein niedergelassener Arzt oder eine Klinikambulanz.

Vor der ambulanten Behandlung sollte man einige Dinge klären:

  • Welcher Arzt ist der Hauptansprechpartner? Wer koordiniert die weiteren Behandlungstermine oder notwendige Untersuchungen. Wer stellt Rezepte, Überweisungen oder andere Bescheinigungen aus?
  • Wie gelangt man zu den Untersuchungs- und Behandlungsterminen? Übernimmt die Kasse Fahrtkosten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder gar einem Taxi?
  • Wer kümmert sich während der Behandlungszeit um kleine Kinder im Haushalt oder pflegebedürftige Angehörige? Wann kann man eine Haushaltshilfe beantragen, wann nicht?
  • Welche Pflege steht einem selbst zu? Wer kümmert sich, falls die Krankheit zwar ambulant behandelt werden kann, man zu Hause aber nicht alleine klarkommt?
  • An wen wendet man sich, falls am Wochenende oder nachts ein akuter Notfall eintritt? Wann muss man doch ins Krankenhaus?
  • Wie beschafft man während der ambulanten Therapie Medikamente oder Hilfsmittel? Wer kann bei Bedarf auch nach Hause liefern?

Mehr wissen: Wie findet man weitere Informationen?

Patienten gehen unterschiedlich mit ihrer Erkrankung um: Manche versuchen, sich über jedes Detail zu informieren und wollen bei ihrer Behandlung aktiv mitwirken. Andere möchten lieber gar nicht so viel wissen und überlassen möglichst alles ihren Ärzten. Welcher Weg ist besser? Hier sollte man auf sich selbst hören und sich immer gerade so weit informieren, dass man sich aktuell damit wohlfühlt.

Man sollte allerdings auch daran denken: Wissen kann helfen, Ängste abzubauen und mehr Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung und im Kontakt mit den Ärzten zu bekommen. Mehr Wissen bedeutet auch, mehr Mitsprachemöglichkeiten bei der weiteren Behandlung zu haben.

Gerade Medien wie das Internet erlauben es einem, in kurzer Zeit an eine Fülle von Informationen zu verschiedenen Krankheiten zu gelangen. Man findet nicht nur Texte mit Sachinformationen, man kann auch Adressen von Einrichtungen des Gesundheitswesens suchen, sich online beraten lassen oder sich mit anderen Betroffenen austauschen. Doch Vorsicht: Nicht alle Informationen sind sachlich richtig oder hilfreich, nicht alle Anbieter seriös. Oft verbirgt sich hinter der vermeintlichen Hilfe nur ein geschickt getarntes Kaufangebot. Andere Anbieter veröffentlichen ihre Texte zwar mit bester Absicht, diese enthalten aber veraltete Informationen, oder sie stellen persönliche Erfahrung als allgemein gültiges Wissen dar.

Die behandelnden Ärzte können erste Ansprechpartner bei der Informationssuche sein: Oft können sie Internetseiten oder Broschüren empfehlen. Oder man greift auf die Informationsangebote seriöser Institutionen zurück, die man nicht nur aus dem Internet kennt, sondern auch aus der "realen" Welt.

Woran man sich bei der Suche nach Informationen noch orientieren kann, hat der Krebsinformationsdienst im Informationsblatt "Sicher surfen zum Thema Krebs: So finden Sie gute Informationen im Internet" (PDF) zusammengestellt.

Angst und Unsicherheit: Wie kann man damit umgehen?

Die Diagnose Krebs ist für die meisten Menschen zunächst ein Schock, auf den sie mit Angst und Unsicherheit reagieren. Manche versuchen auch, die Gedanken an die Krankheit zunächst zu verdrängen, oder sie sind wie betäubt, weil die Situation sie zu überwältigen droht. Noch in den ersten Tagen können weitere negative Gefühle auftreten, zum Beispiel Wut oder Gereiztheit, Niedergeschlagenheit, Enttäuschung oder sogar Schuldgefühle, weil man die Ursache der Erkrankung im eigenen Verhalten vermutet. Alle diese Emotionen sind ganz normal: Sie sind eine Reaktion auf die Veränderung, die die Krankheit für das eigene Leben bedeutet. Sie zuzulassen und auch darüber zu sprechen – das allein kann bereits entlastend sein.

Viele Ängste entstehen in den ersten Tagen aus der Unkenntnis, was Krebs nun genau für eine Erkrankung ist, wie sie entsteht, wie man sie behandeln kann und wie oft eine Heilung möglich ist. Sich zu informieren, kann helfen, diese Ängste abzubauen.

Den meisten Menschen hilft es, mit Angehörigen oder guten Freunden über die eigenen Ängste zu sprechen. Ein offenes Gespräch über bedrückende Gefühle kann für beide Seiten entlastend sein: Auch Angehörige haben Sorgen, über die sie vielleicht reden möchten. Mit ihnen sollte man auch besprechen, wer in der ersten Zeit von der Diagnose erfahren sollte und wem man vielleicht erst etwas später oder auch gar nicht Bescheid sagt.

Als Patient sollte man auf seine "innere Stimme" hören und für sich selbst entscheiden, wann ein Gespräch hilfreich ist und wann es eher belastet. Erfahrungen mit früheren Krisen können dabei helfen einzuschätzen, wie man mit dem Thema Krebs in der Familie und im Freundeskreis am besten umgeht.

Was tun, wenn man das Gefühl hat, den Boden unter den Füßen zu verlieren? Dann sollte man nicht zögern, professionelle Unterstützung zu suchen. Erste Anlaufstellen sowohl für Patienten wie auch für Angehörige sind zum Beispiel die Kliniksozialdienste: Hier kann man noch im Krankenhaus psychosoziale Beratungsangebote wahrnehmen.

In den meisten Regionen Deutschlands gibt es Krebsberatungsstellen. Niedergelassene Psychoonkologen können auch längerfristige Hilfe bieten. In Selbsthilfegruppen findet man als Patient Beistand von anderen Betroffenen.

Arbeitsrecht: Was muss man dem Arbeitgeber sagen?

Wer krank ist, muss dem Arbeitgeber unverzüglich mitteilen, dass er fehlt und auch, wie lange er voraussichtlich der Arbeit fernbleiben wird. Wer länger als drei Tage nicht arbeitsfähig ist, benötigt ein ärztliches Attest; je nach Arbeitsvertrag oder Bestimmungen des Tarifvertrags kann dies auch schon früher eingefordert werden. Diese Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung geht an die Krankenkasse und in Kopie an den Arbeitgeber.

  • Die Diagnose muss dem Arbeitgeber jedoch nicht mitgeteilt werden; sie unterliegt dem Datenschutz.
  • Wer ein gutes Vertrauensverhältnis zu seinem Arbeitgeber hat, kann in der Regel aber einschätzen, ob früher oder später nicht ein offenes Wort zur Erkrankung besser ist. Im Zweifelsfall können die psychosozialen Beratungsdienste und Kliniksozialdienste im Krankenhaus weiterhelfen, ebenso die regionalen Krebsberatungsstellen.

Wie sieht es mit der Lohnfortzahlung und dem Krankengeld aus? Ansprechpartner ist hier vor allem die Krankenversicherung. Das "Gesetz über die Zahlung des Arbeitsentgelts an Feiertagen und im Krankheitsfall" regelt allgemein, wie lange welche Anteile des Gehalts bei Krankschreibung weitergezahlt werden (www.gesetze-im-internet.de/entgfg/index.html). Hier gibt es jedoch ebenso wie bei der Krankmeldung viele individuelle Regelungen, abhängig vom eigenen Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag.

Wohin kann man sich wenden, wenn man sozialrechtliche Fragen hat? Wer hilft bei finanziellen Problemen, Behördenanfragen oder mit Bescheinigungen weiter? Erste Ansprechpartner zu sozialrechtlichen Fragen sind zunächst die behandelnden Ärzte. Im Krankenhaus hilft der Kliniksozialdienst weiter. Dessen Mitarbeiter übernehmen auch eventuell notwendige Anträge, solange man sich nicht selbst um Fragen und Formulare an die Kranken- oder Rentenversicherung kümmern kann.

Wird man ambulant behandelt, kann man sich für viele sozialrechtliche Fragen zunächst an die Krankenversicherung wenden. Sie verweist bei Bedarf auf weitere Ansprechpartner. Auch die regionalen Krebsberatungsstellen bieten kompetente Hilfe.

Weitere nützliche Adressen und Links zum Thema hat der Krebsinformationsdienst im Informationsblatt: "Sozialrechtliche Fragen bei Krebs" (PDF) zusammengestellt.

Wenn die Behandlung beginnt: Wie kann man sich vorbereiten?

Sowohl vor einer ambulanten Behandlung als auch vor einem längeren Klinikaufenthalt gibt es einiges zu beachten. Eine sorgfältige Vorbereitung kann helfen, Stress am Behandlungstag oder Aufnahmetag in die Klinik zu vermeiden. Wer sind die wichtigsten Ansprechpartner? Die behandelnden Ärzte bieten Antworten auf Fragen zur Behandlung, zu Medikamenten oder zu erwartenden Nebenwirkungen. Finanzielle Fragen sollten im Vorfeld mit der Krankenkasse geklärt werden, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Auch Angehörige oder nahestehende Freunde können in die Planung mit einbezogen werden und bei praktischen Aufgaben entlasten.
Die folgenden Fragen helfen bei der Vorbereitung auf eine ambulante oder stationäre Behandlung.

Vorbereitung auf die Behandlung:

  • Wie lange dauert die Behandlung?
  • Wie lange ist man von zu Hause fort? Für Alleinstehende: Wer versorgt die Wohnung und nimmt Post entgegen? Wie bekommt man bei längerem Krankenhausaufenthalt frische Wäsche?
  • Mit der Krankenkasse klären: Wer kümmert sich während der Abwesenheit um kleine Kinder im Haushalt oder um pflegebedürftige Angehörige? Welche Hilfsangebote gibt es, wenn man als Krebspatient alleine lebt und ambulant behandelt werden soll? Kann man im Alltag Unterstützung beispielsweise durch eine Nachbarschafts- oder Haushaltshilfe oder einen Pflegedienst bekommen?
  • Muss man sich zu Hause auf die Behandlung vorbereiten (zum Beispiel nüchtern bleiben, bestimmte Tabletten nehmen oder andere, gewohnte Medikamente vorübergehend absetzen)?
  • Mit welchen Nebenwirkungen der Behandlung ist zu rechnen?
  • Muss man nach der Behandlung etwas beachten?
  • Bei einer ambulanten Therapie: Welcher Arzt ist Ansprechpartner, falls später zu Hause etwas Unvorhergesehenes passiert? Wer hilft in Notfällen, auch nachts oder am Wochenende?

Anfahrt und Rückfahrt:

  • Wann ist der Behandlungstermin? Wann muss man in der Praxis oder am Aufnahmetag in der Klinik sein?
  • Wie viel Zeit muss für Hin- und Rückfahrt eingeplant werden?
  • Kann man selbst fahren oder muss man sich bringen oder abholen lassen, weil man eventuell nicht fahrtüchtig ist?
  • Falls man nicht selbst fährt: Übernimmt die Krankenkasse die Fahrtkosten für Bus, Bahn, Taxi oder Krankentransport?

Medikamente und Hilfsmittel:

  • Welche Medikamente nimmt man zurzeit ein? Für Ärzte ist es meist hilfreich, wenn man eine Liste mit allen Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln mitführt, die man regelmäßig einnimmt. Darauf sollte auch stehen, wann und wie oft welches Medikament in welcher Dosierung eingenommen wird. Wer sich nicht ganz sicher ist, kann auch die Verpackung oder den Beipackzettel mitbringen. So lassen sich Wechselwirkungen zwischen den bisher gewohnten Medikamenten und den Arzneimitteln zur Krebstherapie leichter vermeiden.
  • Oft fallen im Lauf der Behandlung Zuzahlungskosten an, sei es beim Einlösen von Rezepten, sei es als Zuzahlung für einen stationären Aufenthalt oder eine Reha-Leistung. Gesetzlich Versicherte sollten daher prüfen, ob sie einen Antrag auf Zuzahlungsbefreiung bei der Krankenkasse stellen können, spätestens am Ende des laufenden Kalenderjahres.
  • Welche Apotheken haben an Feiertagen oder nachts geöffnet?

Vorbereitung auf einen Krankenhausaufenthalt:

Vor einem Krankenhausaufenthalt gibt es ebenfalls Fragen, die man als Patient klären sollte. Einige der Antworten findet man in den Patienteninformationen des jeweiligen Krankenhauses. Diese können oft auf der Internetseite der Klinik eingesehen werden, oder man bekommt sie bei der Anmeldung ausgehändigt.

  • Was muss man in die Klinik mitbringen? Üblich sind unter anderem die Einweisung des behandelnden Arztes und möglichst die bereits vorliegenden Befunde, Name und Telefonnummer des Hausarztes oder behandelnden Arztes, Versicherungskarte oder Versichertennummer der Krankenkasse. Wichtig sind aber auch eine Auflistung der bisherigen Medikamente, Allergiepass und andere Gesundheitsausweise.
  • Welche Wäsche und Nachtwäsche sollte man mitbringen, was benötigt man an Waschzeug, Zahnbürste und sonstigen Hygieneartikeln? Was packt man für Hausschuhe und bequeme Kleidung ein, wenn man voraussichtlich nicht nur im Bett bleiben muss?
  • Was sollte man besser zu Hause lassen? Die meisten Krankenhäuser übernehmen zum Beispiel keine Verantwortung für größere Bargeldbeträge, für Schmuck und andere Wertgegenstände.
  • Mit welchem Betrag muss man sich an den Klinikkosten als Eigenleistung beteiligen? Kann man eine Befreiung von solchen Zuzahlungen erhalten?
  • Wann sind die Besuchszeiten? Dürfen Kinder mitgebracht werden? Bei Bedarf: Unter welchen Umständen können Begleitpersonen mit aufgenommen werden? Gibt es Gästezimmer in der Klinik?

Im Verlauf der Erkrankung bekommt man als Patient die Ergebnisse der verschiedenen Untersuchungen und Behandlungen mitgeteilt. Auch der eigene Hausarzt erhält die Unterlagen, wenn man dies entsprechend vereinbart. Falls möglich, sollte man selbst Kopien aller Befunde sorgfältig aufheben und über die verschiedenen Arztbesuche Bescheid wissen. Entsprechende Nachweise können wichtig sein, zum Beispiel für Anträge, die man eventuell im Laufe der Erkrankung gegenüber der Versicherung stellen möchte. Auch wenn man den Arzt wechseln oder eine weitere Meinung einholen möchte, ist es hilfreich, wenn man einen Überblick über die bisherigen Untersuchungen und Behandlungen hat.

Zum Weiterlesen: Linktipps, Quellen, Fachinformationen (Stand: 1/2015)