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Gebärmutterkörperkrebs © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Gebärmutterkörperkrebs

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Diagnose Endometriumkarzinom: Den Tumor frühzeitig erkennen

Den Krebsverdacht abklären und das Tumorstadium bestimmen

Letzte Aktualisierung: 20.07.2020

Informationen aus dem Internet können Ihnen einen Überblick bieten. Sie sind aber nicht dazu geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

  • Bei Verdacht auf ein Endometriumkarzinom machen die Ärzte zunächst einen Ultraschall über die Scheide. Bei verdickter Gebärmutterschleimhaut folgt eine Gebärmutterspiegelung mit einer Ausschabung.
  • Bestätigt sich der Krebsverdacht durch eine feingewebliche Untersuchung, schließen sich meist Folgeuntersuchungen mit bildgebenden Verfahren an.
  • Die Folgeuntersuchungen sollen Aufschluss geben, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat und den Ärzten so helfen, die Behandlung bestmöglich planen zu können.

Eine Übersicht unserer Informationen zum Endometriumkarzinom, von den Risikofaktoren über Beschwerden und Diagnose bis hin zur Behandlung und Nachsorge sowie der Rehabilitation und dem Leben mit der Erkrankung, finden Sie unter: Endometriumkarzinom: Krebs des Gebärmutterkörpers

Spekulum: röhrenförmiges Instrument für eine frauenärztliche Untersuchung © Praisaeng, Shutterstock
Mithilfe eines Spekulums, eines röhrenförmigen Instruments, untersuchen Gynäkologinnen und Gynäkologen ihre Patientinnen. © Praisaeng, Shutterstock

So läuft die Untersuchung ab: Zunächst befragt die Frauenärztin oder der Frauenarzt die Patientin über ihren allgemeinen Gesundheitszustand, es erfolgt also eine sogenannte Anamnese.

Daraufhin untersucht der Frauenarzt die Patientin auf dem gynäkologischen Stuhl. Die körperliche Untersuchung wird mit Hilfe eines röhrenförmigen Instruments (Spekulums) durchgeführt, das die Scheide ausdehnt. Auch eine Tastuntersuchung gehört zur frauenärztlichen Untersuchung.

Anschließend machen Gynäkologinnen und Gynäkologen in der Regel eine Ultraschalluntersuchung der inneren Geschlechtsorgane, einen sogenannten transvaginalen Ultraschall.

Lexikon

Sonographie: Ultraschalluntersuchung
transvaginal: über/durch die Scheide

Bei Verdacht auf eine Endometriumkarzinom – etwa, weil ungewöhnliche Blutungen aufgetreten sind – führt die Frauenärztin oder der Frauenarzt eine Ultraschalluntersuchung über die Scheide durch. Fachleute bezeichnen sie auch als transvaginale Sonografie. Sie dient dazu, die Dicke der Gebärmutterschleimhaut, des Endometriums, zu beurteilen.

Hintergrund: Ohne die Hormoneinwirkung durch den weiblichen Zyklus schrumpft die Gebärmutterschleimhaut und ist nur noch sehr dünn. Wird die Schleimhaut bei Frauen nach den Wechseljahren wieder dicker, kann dies auf Gebärmutterkörperkrebs hinweisen.

Auch zu einem späteren Zeitpunkt der Diagnostik kann ein transvaginaler Ultraschall zum Einsatz kommen: Falls die feingewebliche Untersuchung den Krebsverdacht bereits bestätigt hat, können die behandelnden Ärzte durch eine transvaginale Sonografie abklären,

  • wie weit das Endometriumkarzinom in die Muskulatur der Gebärmutterwand eingewachsen ist.
  • ob/wie sehr der Tumor sich auf den Gebärmutterhals, die Eileiter oder die Eierstöcke ausgebreitet hat.

So läuft die Untersuchung ab: Die Frauenärztin oder der Frauenarzt führt eine spezielle stabförmige Ultraschallsonde in die Scheide ein. Der transvaginale Ultraschall ist in der Regel schmerzfrei und geht nicht mit einer Strahlenbelastung einher.

Eine Ärztin hält eine Hysteroskop. © Iryna Inshyna, Shutterstock
Mit einem Hysteroskop, das mit Lichtquelle und Kamera ausgestattet ist, betrachtet der Arzt oder die Ärztin die Schleimhaut der Gebärmutter. © Iryna Inshyna, Shutterstock

Ergibt der transvaginale Ultraschall, dass die Gebärmutterschleimhaut auffällig verdickt ist? Dann wird die Gebärmutter genauer untersucht: mit einer Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie).

Ein spezielles Instrument, das Hysteroskop, macht es möglich, dass die Ärztin oder der Arzt das Innere der Gebärmutter genauer begutachten kann. Es ist mit einer Kamera ausgestattet, sodass auffällige Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut sichtbar werden.

So läuft die Untersuchung ab: Meist findet die Gebärmutterspiegelung ambulant im Krankenhaus statt. Die Patientin sitzt während der Untersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl. Der Eingriff dauert zwischen 10 und 20 Minuten und erfolgt in der Regel unter einer kurzen Vollnarkose. Die Frauenärztin oder der Frauenarzt führt das Hysteroskop durch die Scheide in den Gebärmutterkörper ein und betrachtet die Gebärmutterschleimhaut von innen.

Doch die Gebärmutterschleimhaut wird nicht nur betrachtet: Gleichzeitig können Ärzte Gewebeproben (Biopsien) aus den verdächtig erscheinenden Schleimhautbereichen nehmen. Diese gezielte Entnahme von Proben hat den Vorteil, dass so das entnommene Gewebe später dem entsprechenden Gebiet zugeordnet werden kann, anders als bei einer Abrasio.

Wichtig zu wissen: Eine Gebärmutterspiegelung findet immer gemeinsam mit einer Ausschabung der Gebärmutterschleimhaut, einer sogenannten Abrasio, statt.

Lexikon

Biopsie: Gewebeprobe, die zu diagnostischen Zwecken entnommen wird
Abrasio: Gewebe wird mit einem speziellen Instrument abgeschabt oder ausgekratzt, auch als „Kürettage" bezeichnet.

Lexikon wichtiger Fachbegriffe

Direkt im Anschluss an die Gebärmutterspiegelung kratzt der Arzt oder die Ärztin möglichst die gesamte Gebärmutterschleimhaut aus.

Zur genaueren Diagnostik wird das Gewebe aus Gebärmutterhals und Gebärmutterkörper getrennt ausgeschabt (fraktionierte Abrasio). Falls die Gebärmutterschleimhaut bösartig verändert ist, soll die getrennte Ausschabung später Aufschluss darüber geben, ob der Krebs auf den Gebärmutterkörper begrenzt ist oder bereits in den Gebärmutterhals wächst.

So läuft die Untersuchung ab: Nachdem der Arzt oder die Ärztin das Hysteroskop für die Gebärmutterspiegelung entfernt hat, wird die Schleimhaut vorsichtig mit einem scharfen löffelartigen Instrument (Kürette) abgeschabt. Die Ausschabung erfolgt ebenfalls unter Narkose.

Feingewebliche Untersuchung

Wichtig zu Wissen

Erst die feingewebliche Analyse bestätigt die Krebsdiagnose.

Die bei der Abrasio gewonnenen Gewebeproben werden wie auch die Proben der Biopsie anschließend zur feingeweblichen Untersuchung gesendet. Ein Pathologe untersucht die Gewebeproben unter dem Mikroskop und mit molekularbiologischen Tests. Dadurch stellt er fest, ob es sich um bösartige Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut handelt – also um ein Endometriumkarzinom.

Wie geht es nach der Diagnose weiter? Nachdem die feingewebliche Untersuchung die Diagnose „Krebs" bestätigt hat, empfehlen Experten, dass sich Patientinnen für die weitere Diagnostik und Behandlung an ein zertifiziertes gynäkologisches Krebszentrum wenden.

Weitere Verfahren zur Gewebeentnahme

Um ein Endometriumkarzinom sicher zu diagnostizieren, gilt die Gebärmutterspiegelung kombiniert mit der Abrasio als "Goldstandard". Es gibt jedoch weitere, schonendere Verfahren um Gewebeproben zu nehmen, die keine Kurznarkose benötigen.

  • Mit einem speziellen Instrument können Ärzte Gewebe innerhalb der Gebärmutterhöhle durch ein Vakuum "absaugen". Da sie dabei jedoch keine Kamera benutzen, werden auffällige Veränderungen der Schleimhaut nur "zufällig" erfasst.
  • Mit einer kleinen flexiblen Bürste kann die Ärztin oder der Arzt innerhalb der Gebärmutter durch Drehbewegungen Gewebe aus der gesamten Innenseite der Gebärmutter abnehmen.

Unterstützend zum transvaginalen Ultraschall können bei der Patientin weitere bildgebende Verfahren gemacht werden. Sie sollen vor allem Metastasen ausschließen und zeigen, wie weit der Tumor sich örtlich ausgebreitet hat. Dadurch können Ärztinnen und Ärzte beispielsweise die umliegenden Lymphknoten beurteilen und abschätzen, ob diese entfernt werden müssen.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Bei einer Patientin wird ein MRT gemacht. © Tyler Olson, Shutterstock
Eine Magnetresonanztomographie kann abklären, wie weit sich das Endometriumkarzinom örtlich im Bereich der Gebärmutter ausgebreitet hat. © Tyler Olson, Shutterstock

Falls der transvaginale Ultraschall keine ausreichende Bildqualität liefert, können Ärzte mittels einer Magnetresonanztomographie (MRT) beurteilen, wie weit sich der Tumor auf die Gebärmutterwand oder den Gebärmutterhals ausgebreitet hat. Die MRT kann außerdem helfen, den Bauchraum und den Beckenbereich zu untersuchen oder zu bestimmen, ob Lymphknoten befallen sind.

Eine Magnetresonanztomographie, oder auch Kernspintomographie, nutzt starke Magnetfelder, um ein Bild vom Körperinnern zu erzeugen. Eine Strahlenbelastung entsteht durch sie nicht.

So läuft die Untersuchung ab: Um Komplikationen im Zusammenhang mit den Magnetfeldern zu vermeiden, benötigen die Ärzte vor der Untersuchung Angaben dazu, ob die Patientin Metall im Körper trägt. Dazu zählen metallische Gegenstände wie Implantate, Herzschrittmacher, andere implantierte Hilfsmittel oder Fremdkörper wie etwa Metallsplitter. Bei der Untersuchung liegt man für eine Weile in dem röhrenförmigen MRT-Gerät.

Patientinnen mit Angst vor engen Räumern können sich vor der Untersuchung ein Beruhigungsmittel geben lassen. Sie dürfen nach der Untersuchung dann jedoch nicht selbst Auto oder Fahrrad fahren und sollten sich demnach abholen lassen.

Computertomographie (CT)

Wenn eine Magnetresonanztomographie nicht möglich ist, schlagen Ärzte möglicherweise alternativ eine Computertomographie (CT) oder eine CT in Kombination mit einer Positronen-Emissions-Tomographie (PET) vor. Mit diesen Untersuchungen können sie sowohl die örtliche Ausbreitung des Tumors als auch Fernmetastasen in anderen Organen feststellen. Patientinnen sollten jedoch beachten:

  • Die CT bringt eine gewisse Strahlenbelastung mit sich. Das Gesundheitsrisiko bewerten Experten jedoch als vertretbar.
  • Die Kosten für eine PET-CT übernehmen die gesetzlichen Krankenversicherungen derzeit in der Regel nur im Einzelfall und auf Antrag.

So läuft die Untersuchung ab: Für ein CT ist meist keine besondere Vorbereitung erforderlich. Wann man zuletzt etwas essen oder trinken darf, erfährt man bei der Terminvereinbarung. Die Untersuchung selbst ist schmerzfrei und dauert zwischen 5 und 30 Minuten. Für ein PET-CT spritzt der Arzt oder die Ärztin vorher ein Kontrastmittel in die Vene der Patientin.

Ultraschall des Bauchraums

Arzt untersucht den Bauch einer Patientin mit einem Ulraschallgerät. © Khakimullin Aleksandr, Shutterstock
Mit einer Ultraschalluntersuchung überprüfen Ärztinnen und Ärzte, ob das Endometriumkarzinom in die Organe im Bauchraum gestreut hat. © Khakimullin Aleksandr, Shutterstock

In der Regel wird bei der Patientin ein Ultraschall des Bauchraums durch die Bauchdecke gemacht. Dies soll Ärztinnen und Ärzten dabei helfen zu beurteilen, ob der Krebs sich auf die inneren Organe des Bauchraums ausgebreitet hat. Insbesondere die Leber kann so auf Metastasen geprüft werden.

Röntgen des Brustkorbs

Ein Arzt betrachtet ein Röntgenbild der Lunge auf einem Tablet (mobiles Endegerät).© nito, Adobe Stock
Eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs kann zeigen, ob sich Metastasen in der Lunge angesiedelt haben. © nito, Adobe Stock

Beim Endometriumkarzinom im fortgeschrittenen Stadium bilden sich bei vielen Patientinnen Tumorabsiedelungen (Metastasen) in der Lunge oder in den Knochen. Bei Verdacht auf Lungenmetastasen lassen Ärzte für eine erste Orientierung den Brustkorb röntgen.

Die Röntgenuntersuchung ist besonders bei Patientinnen mit einem Endometriumkarzinom vom Typ-II notwendig. Denn: Dieses wächst meist aggressiver als ein östrogenabhängiger Tumor.

  • Mehr zum Untersuchungsverfahren lesen Sie unter Röntgen.

Für einige Patientinnen kommen weitere Untersuchungen infrage, darunter:

Blutuntersuchungen – Sie geben Aufschluss über den allgemeinen Gesundheitszustand der Patienten.

Blasenspiegelung – Sofern der Verdacht darauf besteht, dass das Endometriumkarzinom in die Blase eingewachsen ist.

Darmspiegelung – Wenn vermutet wird, dass der Tumor in den Darm gewachsen ist, erhält die Patientin eine Spieglung des Darms mit einem Endoskop (Koloskopie). Aber auch für Patientinnen mit Lynch-Syndrom kann diese Untersuchung sinnvoll sein.

Wichtig zu wissen

Das Tumorstadium wird erst nach der Operation endgültig eingeteilt.

Die diagnostischen Untersuchungen sollen den Krebsverdacht abklären oder Aufschluss über die Ausbreitung des Endometriumkarzinoms geben. Letzteres ist wichtig, um die Operation vorzubereiten. Diese steht für fast jede Patientin an. Je weiter der Tumor sich ausgebreitet hat, desto mehr Gewebe müssen Gynäkologinnen und Gynäkologen in der Operation entnehmen.

Das operativ entfernte Gewebe wird anschließend im Labor feingeweblich untersucht. Mit bildgebenden Verfahren können Ärztinnen und Ärzte die Ausbreitung des Tumors zwar relativ genau einschätzen, letzte Sicherheit gibt jedoch nur die Untersuchung des entnommenen Gewebes.

Zum Weiterlesen

Mehr zur Stadieneinteilung lesen Sie im gleichnamigen Abschnitt unter Behandlung.

Zudem kann die Operateurin oder der Operateur während der "OP" den Bauchraum kontrollieren und einschätzen, ob und wie weit der Tumor sich ausgebreitet hat. So lassen sich beispielsweise auffällig vergrößerte Lymphknoten erkennen.
Ausnahmen: Die genaue Bestimmung des individuellen Tumorstadiums durch eine Operation ist nicht möglich, wenn

  • die Patientin sich noch ein Kind wünscht und bei einem sehr frühen Tumorstadium die Gebärmutter vorerst erhalten wurde oder
  • die Betroffene wegen anderen Erkrankungen nicht operiert werden kann.

In beiden Situationen versuchen Ärztinnen und Ärzte, das Tumorstadium mittels bildgebender Verfahren möglichst genau zu bestimmen.





Quellen und weiterführende Informationen

Informationen zu den für die Erstellung des Textes genutzten Quellen sowie nützliche Links, zum Beispiel zur S3-Leitlinie, sind in der Übersicht zum Thema Gebärmutterkörperkrebs aufgeführt.

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Erstellt: 20.07.2020

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