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Magenkrebs

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Magenkrebs: Risikofaktoren und Auslöser

Letzte Aktualisierung: 23.01.2020

Was sind Auslöser für eine Krebserkrankung des Magens? Welche Möglichkeiten zur Vorbeugung gibt es? Kann Magenkrebs vererbt werden? Langanhaltende Endzündungen im Magen gelten inzwischen als wichtigster Risikofaktor. Daran sind oft Bakterien beteiligt. Auch Ernährung und Lebensstil spielen eine Rolle bei der Entstehung eines Magenkarzinoms.

Einen Überblick über den derzeitigen Wissensstand bietet der folgende Text. Informationen aus dem Internet können eine ärztliche Beratung zum persönlichen Krebsrisiko nicht ersetzen. Sie können aber helfen, sich auf ein solches Gespräch vorzubereiten.

Was dazu führt, dass manche Menschen an Magenkrebs erkranken und andere nicht, wissen Forscher noch nicht im Detail. Vermutlich kommen - wie auch bei anderen Krebserkrankungen - verschiedene Einflüsse zusammen. Einige Risikofaktoren sind jedoch bekannt. So spielen Entzündungen und andere Vorerkrankungen des Magens oft eine Rolle. Auch Ernährungsgewohnheiten scheinen einen Einfluss zu haben.

Diese Beobachtungen beziehen sich aber immer auf größere Gruppen oder auf die gesamte Bevölkerung. Sie sagen aus, dass bei Menschen mit Risikofaktoren häufiger Magenkrebs diagnostiziert wird. Das heißt aber nicht, dass jeder, der mit einem oder mehreren Risikofaktoren lebt, tatsächlich auch erkrankt. Andererseits haben auch Menschen ohne diese Risikofaktoren keine Garantie, dass sie gesund bleiben. Denn Veränderungen im Erbmaterial von Zellen können im Laufe des Lebens auch zufällig entstehen. Mehrere solche Veränderungen sind notwendig, um eine normale Zelle zu einer Krebszelle werden zu lassen. Magenkrebs ist deshalb auch eine Erkrankung, die meist erst im höheren Alter auftritt.



Helicobacter pylori © dragonxxl, Fotolia
Helicobacter pylori: Das Bakterium nistet sich dauerhaft im Magen ein und erhöht das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken. Foto: © dragonxxl/Fotolia

Einige Erkrankungen des Magens erhöhen das Risiko, später ein Magenkarzinom zu entwickeln. Dazu gehören vor allem länger andauernde Entzündungen der Magenschleimhaut, wie eine chronische Gastritis oder ein Magengeschwür.

Die meisten Patienten mit diesen Erkrankungen sind mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori infiziert. Das Bakterium nistet sich dauerhaft in der Magenschleimhaut ein und schädigt sie.

Risikofaktor Helicobacter pylori: Fachleute sehen eine Infektion mit Helicobacter pylori inzwischen als wichtigsten Risikofaktor für Magenkrebs an: Infizierte tragen ein etwa zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko zu erkranken als Nichtinfizierte. Neuere Studien weisen sogar auf einen noch stärkeren Einfluss des Bakteriums hin. Trotzdem entwickelt längst nicht jeder später ein Magenkarzinom, der eine Helicobacter-bedingte Magenschleimhautentzündung oder ein Geschwür hat.

Übertragungsweg: Helicobacter wird wahrscheinlich direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Der genaue Ansteckungsweg ist aber bisher nicht geklärt. Vermutlich wird Helicobacter vor allem innerhalb der Familie weitergegeben, zum Beispiel beim engen Kontakt von Eltern mit ihren Kindern. Eine wirksame Vorbeugung, beispielsweise eine Impfung, gibt es bisher nicht. Allerdings kann man eine Helicobacter-Infektion behandeln: Experten empfehlen dafür in der Regel eine Kombination aus einem Magensäureblocker und zwei Antibiotika.

Wann ist ein Test sinnvoll?

In Deutschland sind etwa drei von zehn Erwachsenen mit Helicobacter pylori infiziert, oft ohne dass sie etwas davon spüren, eine Schleimhautentzündung haben oder gar an Magenkrebs erkranken. Eine regelmäßige Untersuchung der gesamten Bevölkerung auf das Bakterium empfehlen Fachleute daher momentan nicht.

Anders sieht es für Menschen aus, die ein erhöhtes Risiko für Magenkrebs haben.
Auf Helicobacter pylori testen lassen sollten sich:

  • Patienten mit einer dauerhaft entzündeten oder veränderten Magenschleimhaut
  • Menschen, die Verwandte ersten Grades (Eltern, Kinder oder Geschwister) mit Magenkrebs haben, mehr dazu unter "Magenkrebs in der Familie".

Träger des Bakteriums können sich mit Antibiotika behandeln lassen. Wird dadurch die Infektion mit Helicobacter pylori beseitigt, sinkt das Risiko für Magenkrebs.

Nicht nur die Infektion mit Helicobacter-Bakterien kann die Entstehung von Magenkrebs begünstigen. Auch andere Vorerkrankungen können das Risiko für Magenkrebs erhöhen.

Epstein-Barr Virus

Infektionen mit dem Epstein-Barr-Virus, dem Erreger des Pfeiffer'schen Drüsenfiebers, können ebenfalls bei einigen Betroffenen Magenkrebs verursachen. Jedoch ist das Epstein-Barr-Virus nachweislich bei weniger Patienten mit Magenkrebs vorhanden, als das Bakterium Helicobacter pylori. Welche Mechanismen nach einer Infektion mit dem Epstein-Barr Virus zu Magenkrebs führen, ist Gegenstand aktueller Forschungsarbeiten.

Magenoperationen können bösartige Zellveränderungen verursachen

Vor der Entdeckung der Rolle der Helicobacter-Bakterien waren große Operationen wegen chronischer Magengeschwüre nicht selten. Die Nachbeobachtungsdaten von Gruppen von Patienten, deren Magen teilweise entfernt wurde, zeigen etwa 15 bis 20 Jahre nach der Operation einen leichten Anstieg des Magenkrebsrisikos.

Fachleute vermuten, dass es durch die Operation zu einem erhöhten Rückfluss von Verdauungssäften aus der Bauchspeicheldrüse und Gallenflüssigkeit in den Restmagen kommt. Dieser führt zu Veränderungen in den Zellen der Magenschleimhaut, die bei manchen Patienten bösartig werden können. 

Selten: Magenkrankheiten ohne Infektion mit Heliobacter-Bakterien

Nur selten treten Schleimhautentzündungen des Magens auf, die nicht durch Helicobacter-Bakterien ausgelöst werden. Dazu gehört die chronische Gastritis vom Typ A, eine Autoimmunkrankheit. Bei betroffenen Patienten richtet sich das Immunsystem gegen die eigene Magenschleimhaut, was zu Entzündungsreaktionen führt. Im weiteren Verlauf kann sich eine Blutarmut entwickeln: Sie beruht auf einem Mangel an Vitamin B12, der wiederum durch die geschädigte Magenschleimhaut entsteht. Fachleute sprechen von einer perniziösen Anämie. Patienten haben ein erhöhtes Risiko, ein Magenkarzinom zu entwickeln.

Das ebenfalls seltene Ménétrier-Syndrom ist eine chronische Magenschleimhautentzündung, bei der die Schleimhautfalten im Mageninneren dauerhaft vergrößert sind. Es gibt Hinweise darauf, dass auch hier ein erhöhtes Risiko für Magenkrebs besteht.

Magenpolypen: Nur selten eine Krebsvorstufe

Magenpolypen

In der Regel sind Polypen der Magenschleimhaut gutartig.

Bei einer Magenspiegelung werden manchmal Polypen im Magen entdeckt. Diese sind meist gutartig: es wird sich auch im späteren Verlauf kein Krebs daraus entwickeln. Nur selten stellt sich bei der mikroskopischen Untersuchung der entnommenen Gewebeprobe heraus, dass eine Krebsvorstufe vorliegt. Dann sollten weitere vorhandene Polypen entfernt werden.

Häufiges Sodbrennen: Nicht ursächlich für Magenkrebs

Bei chronischem Sodbrennen, auch als Refluxkrankheit bekannt, gelangt wiederholt saurer Magensaft in die Speiseröhre und löst dort Entzündungen aus. Diese Erkrankung erhöht das Risiko für ein Karzinom am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen, nicht aber für einen Tumor in anderen Bereichen des Magens.
Diese Tumoren, früher auch Kardiakarzinome genannt, werden heute zu den Speiseröhrentumoren gezählt.

Ernährungsgewohnheiten beeinflussen das individuelle Risiko, an Magenkrebs zu erkranken. Dies haben Studien an großen Bevölkerungsgruppen gezeigt, die über viele Jahre hinweg beobachtet wurden.
Übergewicht spielt vor allem eine Rolle bei der Entstehung von Tumoren am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen, gilt aber nicht als Risikofaktor für Krebs in anderen Magenteilen. Insgesamt senkt eine Ernährung, die reich an pflanzlichen Bestandteilen (Obst und Gemüse) ist, das Risiko für ein Magenkarzinom.

Wer dagegen häufig tierische Produkte verzehrt, trägt ein höheres Risiko, an Magenkrebs zu erkranken. Unter anderem konnte dies in einer großen europäischen Studie zum ernährungs- und lebensstilbedingten Krebsrisiko gezeigt werden, der "European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition", abgekürzt EPIC. Auch andere weltweite epidemiologische Studien kamen zu diesen Ergebnissen. Dabei spielen vor allem verarbeitete Fleischprodukte wie zum Beispiel Wurstwaren und gegrilltes Fleisch eine Rolle. Aber auch stark gesalzene oder gepökelte Speisen scheinen das Magenkrebsrisiko zu steigern - unabhängig davon, ob es sich um gesalzenes oder gepökeltes Fleisch, Fisch oder stark gesalzenes Gemüse handelt.

Mechanismus: Wie erklären sich Forscher diese statistischen Zusammenhänge?

Vor allem rotes Fleisch könnte durch seinen hohen Eisengehalt das Wachstum von Helicobacter-pylori-Bakterien fördern. Außerdem können bei der Weiterverarbeitung von Fleisch krebserregende Substanzen entstehen, zum Beispiel beim Grillen oder Räuchern. Vor allem zu dunkel gegrilltes Fleisch enthält verschiedene chemische Verbindungen, die als krebserregend eingestuft werden.

Beim Pökeln werden Nitrat- und Nitritsalze verwendet, die bei Erwärmung oder im Magen zusammen mit anderen Nahrungsbestandteilen Nitrosamine bilden. Nitrosamine werden als stark krebserregend eingestuft. Normales Kochsalz dagegen schädigt vermutlich die Magenschleimhaut und trägt so zu Entzündungsprozessen im Magen bei.

Heute werden Speisen zum Konservieren eher gekühlt oder eingekocht als geräuchert oder gepökelt. Wissenschaftler vermuten, dass dies - zusammen mit der gesunkenen Infektionsrate mit Helicobacter pylori - der Grund dafür ist, dass die Häufigkeit von Magenkrebs in den letzten Jahrzehnten in den Industrieländern abgenommen hat.

  • Insgesamt ist aber der Zusammenhang zwischen Ernährungsfaktoren und der Entstehung von Magenkrebs komplex und noch nicht vollständig geklärt.

Alkohol und Rauchen: Risikofaktoren für Magenkrebs

Kaffee – kein Risiko

Kein Risiko für Magenkrebs geht nach derzeitigem Kenntnisstand von Kaffee oder schwarzem Tee aus. Alkohol und Tabak gelten dagegen als Risikofaktoren.

Der übermäßige Konsum von Alkohol fördert die Entstehung eines Magenkarzinoms: Alkohol im Übermaß schädigt die Magenschleimhaut und kann Entzündungsprozesse hervorrufen. Noch nicht ganz geklärt ist eine auffällige Beobachtung neuerer Studien: Anscheinend wirkt sich höherer Alkoholkonsum vor allem bei Menschen ungünstig aus, die nicht mit Helicobacter infiziert sind - dabei gilt der Keim als wichtigster Risikofaktor.

Auch das Rauchen ist ein gesicherter Risikofaktor für Magenkrebs: Die im Zigarettenrauch vorhanden krebserregenden Substanzen werden im Speichel gelöst und gelangen so in den Magen.

Zum Weiterlesen

Viele Menschen glauben, dass Stress oder besondere psychische Belastungen das Risiko für Krebs erhöhen. Ein direkter Zusammenhang zwischen Stress und Magenkrebs ist bisher allerdings nicht belegt. Es gibt aber Hinweise darauf, dass Magengeschwüre durch dauerhaften Stress begünstigt werden. Vermutet wird dabei, dass auch hier Helicobacter pylori eine Rolle spielt. Auch ist bekannt, dass häufiger Stress bei vielen Menschen zu einem ungesunden Lebensstil führt, zum Beispiel zu vermehrtem Alkoholkonsum, Rauchen und einer ungesunden Ernährungsweise. Dies wiederum sind bekannte Risikofaktoren für Magenkrebs.

Neuere Studien weisen darauf hin, dass Ernährung und Lebensstil das Magenkrebsrisiko vor allem dann beeinflussen, wenn außerdem eine Infektion mit Helicobacter pylori vorliegt: Entzündungsprozesse, die durch das Bakterium ausgelöst werden, könnten durch Zusatzfaktoren verstärkt werden. Nach Ansicht von Fachleuten lohnt es sich trotzdem, bekannte Risikofaktoren wie Zigaretten und Alkohol wenn möglich zu meiden. Denn oft verläuft die Infektion mit dem Magenbakterium ohne spürbare Symptome und bleibt deshalb unerkannt.

Viele der vorbeugenden Maßnahmen senken zudem nicht nur das Risiko für Magenkrebs, sondern auch für andere Tumorarten und weitere Krankheiten wie beispielsweise Diabetes mellitus und Herz-Kreislauferkrankungen. Dazu gehört auch sportliche Aktivität. Im Rahmen der europäischen EPIC-Studie stellten Forscher einen positiven Effekt von regelmäßiger körperlicher Betätigung fest: Das Magenkrebsrisiko der beobachteten Bevölkerungsgruppe war auf lange Sicht niedriger, wenn sie sich viel bewegten.

Auch die langfristige Einnahme von Aspirin und anderen sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) scheint das Magenkrebsrisiko zu senken. Experten warnen trotzdem davor, diese Medikamente eigenmächtig über längere Zeit einzunehmen. Denn dabei können seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten, etwa Magenblutungen. Diese Risiken überwiegen den möglichen Nutzen der Medikamente.

Familiäres Risiko

In der Familie können neben Genen auch ähnliche Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie Infektionen das Risiko für Magenkrebs steigern.

Verwandte ersten Grades (Eltern, Geschwister oder Kinder) eines Magenkrebspatienten haben ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko, selbst im Laufe ihres Lebens an Magenkrebs zu erkranken. Wissenschaftler schätzen, dass etwa eine von zehn Magenkrebserkrankungen auf ein familiäres Risiko zurückgeht. Neben den Genen können dafür allerdings auch ähnliche Lebens- und Ernährungsgewohnheiten oder eine in der Familie übertragene Helicobacter-pylori-Infektion verantwortlich sein.
Fachleute raten nicht jedem, der einen Verwandten mit Magenkrebs hat, zu regelmäßigen Untersuchungen, wie etwa einer Magenspiegelung.

Für wen eine Gen-Analyse infrage kommt

Es gibt aber auch Magenkrebs, bei dem nachweislich ein verändertes Gen (CDH1-Gen) die Ursache ist. Ob ein erhöhtes erblich bedingtes Risiko aufgrund einer solchen Genveränderung besteht, lässt sich durch eine Genanalyse (Mutationsanalyse) herausfinden.

Wer sollte sich auf das veränderte Gen hin testen lassen? Ärzte empfehlen eine Testung, wenn eine der folgenden Situationen in der Familiengeschichte vorliegt:

  • Es gibt mehrere Verwandte ersten und zweiten Grades, die an Magenkrebs erkrankt sind. Mindestens ein Betroffener hat ein sogenanntes diffuses Magenkarzinom, bei dem viele kleine Tumorherde über den Magen verteilt sind.
  • Ein diffuses Magenkarzinom eines Verwandten ist vor dem Alter von 40 Jahren aufgetreten.
  • In der Familie gibt es sowohl Verwandte mit einem diffusen Magenkarzinom als auch mit einem sogenannten lobulären Mammakarzinom. Das ist ein Tumor, der in den Drüsenläppchen der Brust entstanden ist. Mindestens einer der Verwandten ist zudem vor dem Alter von 50 Jahren erkrankt.

Darüber hinaus gibt es weitere Kriterien in Bezug auf Erkrankungen bei der betroffenen Person selbst oder in deren Verwandtschaft, an denen sich die Ärzte orientieren, wenn sie eine Mutationsanalyse empfehlen.

Bestätigt der Test die Genmutation, haben Betroffene ein hohes Risiko selbst Magenkrebs zu bekommen. Sechs bis sieben von zehn Trägern der Mutation erkranken im Laufe ihres Lebens an der diffusen Form von Magenkrebs.
Da die typischen Veränderungen der Magenschleimhaut meist klein und unauffällig sind, lassen sie sich selbst bei einer Magenspiegelung schlecht erkennen. Ärzte raten Betroffenen deshalb meist zu einer vollständigen Entfernung des Magens.

  • Ob und wann diese vorbeugende Operation durchgeführt werden sollte, ist eine Entscheidung, die Betroffene zusammen mit ihren Ärzten unter Abwägung aller individuellen Vor- und Nachteile fällen sollten.
  • Auch eine psychosoziale Beratung ist für Betroffene in dieser Situation wichtig.

Lynch-Syndrom: Magenspiegelung ab 25 Jahren

Ein weiterer erblicher Risikofaktor für Magenkrebs ist das sogenannte Lynch-Syndrom (oft auch HNPCC genannt, von englisch Hereditary Nonpolyposis Colorectal Cancer). Dabei handelt es sich um eine vererbte Genveränderung, die das Risiko für Darmkrebs, Magenkrebs und eine Reihe weiterer Krebserkrankungen erhöht.

Fachleute empfehlen: Betroffene sollten ab dem Alter von 25 Jahren neben der Darmspiegelung auch eine regelmäßige Magenspiegelung erhalten.



Quellen zum Weiterlesen (Auswahl)

Leitlinien
Die S3-Leitlinie "Magenkarzinom – Diagnostik und Therapie der Adenokarzinome des Magens und ösophagogastralen Übergangs" behandelt auch mögliche Auslöser und die Prävention der Erkrankung, mehr unter www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/magenkarzinom/. Die Leitlinie herausgegeben  im "Leitlinienprogramm Onkologie" der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe. Federführende Fachgesellschaft war die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Eine allgemein verständliche Version finden Interessierte auf den Internetseiten des "Leitlinienprogramms Onkologie" unter dem Stichwort "Patientenleitlinien" (www.leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien/magenkrebs).

Die S2k-Leitlinie "Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit" unter www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/021-001.html wurde herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in Zusammenarbeit mit weiteren Fachgesellschaften.

Evidenzbasierte Empfehlungen

Internationaler Fachreport: World Cancer Research Fund/American Institute for Cancer Research. Continuous Update Project Expert Report 2018. "Diet, Nutrition, Physical Actitvity and Stomach Cancer." Die aktuelle Version in englischer Sprache kann unter https://wcrf.org/dietandcancer/stomach-cancer als PDF heruntergeladen werden.

Epidemiologische Studien

Ein wichtiges Beispiel ist die europäische Studie EPIC. Die Abkürzung steht für European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition, http://epic.iarc.fr/index.php. In EPIC wurde der Zusammenhang zwischen Ernährung, Lebensstil und Krebs untersucht. 23 Zentren in zehn Ländern beobachteten dabei mehr als 500.000 Studienteilnehmer über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren.

Weitere Fachliteratur und Studien (Auswahl)

Die im Folgenden aufgeführten Artikel stellen eine Auswahl genutzter Quellen und Hintergrundinformationen dar. Fachveröffentlichungen liegen überwiegend in englischer Sprache vor, sie richten sich an vorinformierte Leser und sind meist nur über wissenschaftliche Bibliotheken oder kostenpflichtige Onlinedienste zugänglich.

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Gredner T, Behrens G, Stock C, Brenner H, Mons U. Krebs durch Infektionen und ausgewählte Umweltfaktoren - Schätzung der attributablen Krebslast in Deutschland. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0586

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Erstellt: 23.01.2020

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