© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Diese Seiten sind Ausdrucke aus www.krebsinformationsdienst.de, den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum. Mehr über den Krebsinformationsdienst und seine Angebote lesen Sie auf unseren Internetseiten. Am Telefon stehen wir Ihnen täglich von 8.00 bis 20.00 für Fragen zur Verfügung, unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 420 30 40. Oder Sie schreiben uns eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de.

Bitte beachten Sie: Internet-Informationen sind nicht dazu geeignet, die persönliche Beratung mit behandelnden Ärzten oder gegebenenfalls weiteren Fachleuten zu ersetzen, wenn es um die Diagnose oder Therapie einer Krebserkrankung geht. Die vorliegenden Informationen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte, unabhängig von Form, Zeit oder Medium bedarf der schriftlichen Zustimmung des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum.

Ursprüngliche Adresse dieses Ausdrucks: https://www.krebsinformationsdienst.de


Brustkrebszelle, Foto: Duncan Smith/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Brustkrebs: Behandlung bei fortgeschrittener Erkrankung und Metastasen

Welche Therapien sind jetzt wichtig? Was kann man selbst für sich tun?

Metastasen: Diese Diagnose belastet. Den meisten Patientinnen fällt der Umgang mit der Situation leichter, wenn sie wissen, welche Behandlung für sie möglich ist, und welche Unterstützungsangebote ihnen offen stehen. Experten gehen heute davon aus: Bei vielen Frauen lässt sich die Erkrankung dank moderner Therapien längerfristig aufhalten.
Der folgende Text bietet einen ersten Überblick für Frauen mit Metastasen oder einer fortgeschrittenen Erkrankung, bei der eine Operation des Tumors nicht möglich ist. Links führen zu weiteren Informationen zum Mammakarzinom, darunter auch zu den genutzten Quellen. Bei Fragen steht der Krebsinformationsdienst auch am Telefon und per E-Mail zur Verfügung.

Die wichtigste Anlaufstelle für betroffene Frauen sind jedoch ihre Ärzte: Gerade dann, wenn ein Mammakarzinom zu Metastasen geführt hat, sollte man die Behandlung so individuell wie möglich planen. Ein Gespräch mit den Ärzten lässt sich durch allgemeine Informationen am Telefon, per E-Mail oder aus dem Internet nicht ersetzen.

Erstellt:
Zuletzt überprüft:

Überblick: Fortgeschrittene Erkrankung - was heißt das eigentlich?

Was als "fortgeschrittene" Krebserkrankung gilt, lässt sich nicht ganz eindeutig aus dem Begriff allein ableiten. Fachleute orientieren sich daher an den konkreten Befunden, wenn sie das Stadium der Erkrankung näher beschreiben.
Die folgenden Fragen kann man als betroffene Frau den Ärzten stellen, um mehr über das eigene Krankheitsstadium zu erfahren:

  • Ist meine Erkrankung erstmals aufgetreten und auf die Brust selbst und höchstens noch die umgebenden Lymphknoten beschränkt? Gibt es keine Anzeichen für Krebszellen in anderen, weiter entfernt liegenden Geweben und Organen? Frauen in dieser Situation finden mehr zur Behandlung im Text "Therapie bei örtlich begrenztem Brustkrebs". 
  • Handelt es sich um einen Rückfall im Bereich der Brust, aber nicht um Metastasen? Lässt sich das Tumorgewebe in einer Operation vollständig entfernen? Dann bietet der Text "Lokalrezidiv" weitere Informationen. 
  • Lässt sich das Tumorgewebe bei einem örtlichen Rückfall nicht vollständig chirurgisch entfernen? Oder wurden Fernmetastasen festgestellt, zum Beispiel in den Knochen oder in anderen Organen als der Brust? Informationen zu diesen Situationen hat der Krebsinformationsdienst im folgenden Text zusammengestellt.

Für die Einstufung des Krankheitsstadiums macht es zunächst keinen Unterschied, ob die Brustkrebserkrankung erstmals festgestellt wird oder ob man schon einmal behandelt wurde und nun einen Rückfall hat.

Fernmetastasen bei Brustkrebs - wie entstehen sie?

Heute geht man davon aus: Wahrscheinlich lösen sich bei vielen Frauen irgendwann Krebszellen aus dem eigentlichen Tumor. Manche dieser Zellen können mit dem Blut oder über die Lymphbahnen in andere Gewebe oder Organe gelangen.

Die meisten dieser Zellen haben aber nicht die biologischen Fähigkeiten, sich dort festzusetzen und sich unbegrenzt weiter zu teilen: Solche „disseminierten" oder "zirkulierenden" Tumorzellen“ scheinen längst nicht bei allen Frauen zu Metastasen zu führen. Auch bereits gebildete Mikrometastasen, die aus noch vergleichsweise wenigen Krebszellen bestehen, scheinen nicht zwangsläufig gefährlich zu sein. Mehr dazu bietet der Text "Brustkrebs-Diagnostik" im Abschnitt "Tumorabsiedlung in Lymphbahnen und Lymphknoten".
Was genau die einzelne Tumorzelle benötigt, um weiter zu wachsen und zu Metastasen zu führen, versteht man noch nicht vollständig.
 
Was kann man tun, um Metastasen vorzubeugen? Die Ärzte schlagen den meisten Frauen zusätzlich zur Operation eine sogenannte adjuvante Behandlung vor. Eine Bestrahlung, eine antihormonelle Therapie, eine Chemotherapie oder auch moderne zielgerichtete Antikörper sollen möglichst alle Krebszellen stoppen, die sich nach einer Operation noch im Körper befinden könnten.

  • Trotzdem bleibt ein gewisses Risiko, dass sich auch nach einer solchen adjuvanten Behandlung Metastasen bilden.

Wie wahrscheinlich sind Metastasen?

Diese Frage stellen sich vermutlich die meisten Frauen mit Brustkrebs. Etwa drei von hundert Frauen sind bereits bei der ersten Diagnose von metastasiertem Brustkrebs betroffen. Langfristig muss insgesamt jede vierte Patientin mit Metastasen rechnen.
Diese Statistiken geben jedoch nur Durchschnittswerte an: Wie hoch das Risiko tatsächlich ist, hängt unter anderem vom Stadium der Erkrankung zum Zeitpunkt der ersten Behandlung ab, aber auch von den biologischen Eigenschaften der Erkrankung.

In den ersten Jahren ist das Risiko am höchsten. Nach und nach wird die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls immer geringer. Bei einem Mammakarzinom verläuft die Risikokurve jedoch etwas anders als bei den meisten anderen Krebserkrankungen: Auch noch viele Jahre nach der ersten Erkrankung sind Metastasen nicht völlig ausgeschlossen.

Kann man selbst etwas tun, um einer Metastasierung vorzubeugen?

Bisher gibt es nur wenige Studien dazu, eine verlässliche Empfehlung ist schwierig. Die Autoren aktueller fachlicher Leitlinien empfehlen Patientinnen, auf ein möglichst normales Gewicht zu achten und sich ausgewogen und fettarm zu ernähren, sich viel zu bewegen, wenig bis gar keinen Alkohol zu trinken und nicht zu rauchen.
Keinen zweifelsfrei belegten Nutzen haben laut der Fachempfehlungen zum Beispiel Vitaminprodukte und andere Nahrungsergänzungsmittel oder alternative Methoden.

Warum suchen die Ärzte nicht gezielt nach Metastasen?

Als Brustkrebspatientin erhält man nach der ersten Behandlung Vorschläge für die Nachsorge: Dazu gehört normalerweise der regelmäßige Kontakt zu einem niedergelassenen Facharzt oder zur Ambulanz eines spezialisierten Krankenhauses.

Bei diesen Terminen wird heute besonders auf einen Rückfall in der Brust geachtet, ein sogenanntes Lokalrezidiv. Die Ärzte suchen jedoch nicht mehr gezielt nach Metastasen - weder mit Bluttests noch mit Röntgen, Computertomographien oder anderen "bildgebenden Verfahren". Nur wenn Beschwerden oder auffällige Symptome vorliegen, veranlassen die für die Nachsorge zuständigen Ärzte gezielte Untersuchungen.

Warum diese Zurückhaltung?
Aus Studien weiß man: Für den Krankheitsverlauf spielte es bei den Teilnehmerinnen keine Rolle, ob Metastasen besonders früh festgestellt werden. Frauen, die erst mit der Behandlung begannen, wenn Fernmetastasen Symptome verursachen, hatten dadurch keine messbaren Nachteile. Ständig wiederholte, umfangreiche Tests in der Nachsorge empfanden viele, wenn auch nicht alle Patientinnen zudem als psychische Belastung.

In den letzten Jahren haben sich die Behandlungsmöglichkeiten bei Metastasen allerdings verbessert. Daher könnte sich die Nachsorge langfristig auch wieder ändern.

Wo entstehen Metastasen bei einer Brustkrebserkrankung? Welche Symptome sind typisch?

Als Fernmetastasen werten Ärzte alles Tumorgewebe, das sich nicht im Bereich der betroffenen Brust finden lässt. Am häufigsten sind Knochenmetastasen, Lebermetastasen und Lungenmetastasen. Seltener sind Hirnmetastasen, noch seltener Hautmetastasen. Es gibt jedoch auch ein gewisses Risiko, dass sich Tumorzellen in weitere Gewebe und Organe ausbreiten.

Ein neuer Tumor in der anderen Brust wird bei betroffenen Frauen dagegen nicht als Metastase, sondern als neue, unabhängige Erkrankung gewertet.

Knochenmetastasen:
Tumorzellen können sich im Skelett ansiedeln und zu Knochenmetastasen führen, am häufigsten in der Wirbelsäule. Ein Anzeichen dafür sind Schmerzen, seltener auch Brüche, die nicht durch einen Unfall erklärt werden können. Sichtbar werden die Tumoren im Röntgenbild, in einer Computertomographie oder einer Magnetresonanztomographie. Um die Krankheitsausbreitung abschätzen zu können, ist eine Skelettszintigraphie sinnvoll, so die aktuellen Fachempfehlungen für Ärzte.

Lebermetastasen:
Ebenfalls möglich sind Metastasen in der Leber. Diese Tumorabsiedlungen machen oft lange keine Beschwerden. Wenn, dann können Völlegefühl, Appetitlosigkeit oder weitere Verdauungsprobleme und Gewichtsabnahme Anzeichen sein. Besteht der Verdacht auf Lebermetastasen, dann führen die behandelnden Ärzte zunächst eine Ultraschalluntersuchung der Leber durch. Nur wenn diese Bilder nicht aussagekräftig genug sind, empfehlen die aktuellen Leitlinien zur weiteren Abklärung eine Computertomographie oder auch eine Magnetresonanztomographie.

Lungenmetastasen:
Sie können sich durch Husten oder Atemnot bemerkbar machen. Erhärtet sich der Verdacht, dass dahinter keine Infektion oder eine andere, vergleichsweise harmlose Ursache steht? Dann ist eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs sinnvoll.

Hirnmetastasen:
Die Beschwerden bei Tochtergeschwülsten im Zentralnervensystem können sehr vielfältig sein - je nachdem, welcher Bereich des Gehirns betroffen ist. Sichtbar werden die Metastasen im Computertomogramm oder in einer Magnetresonanztomographie.

Lymphknotenmetastasen:
Wie sieht es mit befallenden Lymphknoten aus? Sie werden zu den Fernmetastasen gerechnet, wenn sie sich nicht in der unmittelbaren Umgebung der Brust finden.

Nicht als Metastasen im engeren Sinn zählen befallene Lymphknoten in der Brust, in der Achsel, am knöchernen Brustbein sowie unter- und oberhalb des Schlüsselbeins.

Brustkrebs als chronische Erkrankung? Wie sieht die Prognose bei Metastasen aus?

Kann man als Patientin mit metastasiertem Brustkrebs auf Heilung hoffen? Wie lange kann man mit einer metastasierten Erkrankung leben?
Eine pauschale Antwort auf diese Fragen ist nicht möglich. Die Statistiken zeigen, dass es nur bei sehr wenigen Frauen gelingt, die Erkrankung vollständig und dauerhaft zum Stillstand zu bringen. Ziel der Behandlung ist es, die Erkrankung über möglichst lange Zeit zu kontrollieren, tumorbedingte Symptome zu verhindern und die Lebensqualität zu erhalten.

Anhand der aktuellen Zahlen wird aber auch deutlich: Immer mehr Frauen mit einem fortgeschrittenen Mammakarzinom können damit rechnen, trotz der Metastasen noch lange zu leben. Das gilt insbesondere für Frauen, die nur Knochenmetastasen haben.
Ihr Alltag gleicht dann dem vieler anderer Menschen mit einer chronischen Erkrankung: Man benötigt zwar auf Dauer eine Therapie, die Krankheit muss aber nicht ständig das Leben beherrschen. 

Statistiken sagen allerdings nur bedingt etwas über das Schicksal einer einzelnen Patientin aus: Es gibt immer wieder Verläufe, die ganz anders sind, als alle Beispiele aus der Fachliteratur. Manche Frauen leben Jahrzehnte mit Metastasen, bei anderen verschlechtert sich die Erkrankung sehr rasch, trotz Therapie.

  • Am ehesten können die behandelnden Ärzte etwas zur persönlichen Prognose sagen: Sie kennen die Befunde und können erklären, was sich daraus ableiten lässt.

Mit einer fortgeschrittenen Brustkrebserkrankung zu leben, bleibt trotz aller medizinischen Fortschritte belastend. Der Krebsinformationsdienst kann weiterhelfen: mit Informationen zu neuen Therapieverfahren, mit Auskünften zu unterstützenden Maßnahmen und zur Krankheitsverarbeitung sowie mit der Nennung von Ansprechpartnern.

Metastasen behandeln: Individuelle Befunde als Grundlage

Gibt es Anzeichen für eine Metastasierung? Die behandelnden Ärzte werden dann prüfen, welche Untersuchungsverfahren infrage kommen.

Für die Planung der Behandlung sollte man wissen, wo genau sich Tumorabsiedlungen gebildet haben, und wie viele Metastasen vorliegen. Auch die biologischen Eigenschaften der Tumorzellen können weiterhelfen. Die notwendigen Untersuchungen kennen viele Frauen bereits von der Abklärung ihrer ersten Erkrankung.

  • Je nach Situation gehören bildgebende Verfahren dazu, wie Röntgen, Ultraschall, CT und/oder MRT, bei Verdacht auf Knochenmetastasen auch ein Szintigramm
  • Blutuntersuchungen geben Aufschluss über auffällige Tumormarker und weitere krankheitsbedingte Veränderungen. 
  • Wenn möglich, erfolgen eine Biopsie und die Untersuchung der Zellen unter dem Mikroskop und mit molekularbiologischen Methoden: Es kann sein, dass die Krebszellen der Metastasen andere biologische Eigenschaften aufweisen als der ursprüngliche Tumor.

Ein Beispiel für eine solche mögliche Veränderung ist der Rezeptorstatus: Es kann sein, dass der erste Tumor auf Hormone reagiert hat, die Metastasen aber nicht mehr. Umgekehrt können Frauen, deren Tumor zunächst unabhängig von Hormonen wuchs, jetzt "rezeptorpositive" Metastasen haben. Nur bei Knochenmaterial sind die Untersuchungsergebnisse unter Umständen weniger aussagekräftig.

Muss eine Biopsie unbedingt sein? Die Antwort von Experten darauf lautet: eigentlich ja.  Nur wenn eine Probeentnahme gesundheitlich sehr belastend wäre, kann darauf verzichtet werden.

Für die Behandlungsplanung wichtig ist auch der Allgemeinzustand. Hat man möglicherweise noch andere Erkrankungen? Wie belastbar ist man, was mögliche Nebenwirkungen der Krebstherapie angeht?

Wie intensiv muss die Behandlung sein? Womit muss man rechnen?

Beratungsgespräch zwischen Arzt und Patientin © Jeanette Dietl - Fotolia
Wichtig beim Arzttermin: die eigenen Bedürfnisse ansprechen © Jeannette Dietl - Fotolia

Bevor man sich für oder gegen eine Behandlung entscheidet, sollte man auch bedenken: Die Therapie bei Metastasen ist nicht nach wenigen Wochen vorbei. Die meisten Frauen müssen damit rechnen, dass sie immer wieder eine Behandlung benötigen. Medikamente, die zunächst gut gewirkt haben, müssen langfristig durch andere, womöglich aggressivere ersetzt werden, weil die Krebszellen resistent geworden sind und nicht mehr auf die Therapie ansprechen. Wie gut eine Therapie wirkt, muss auch gegen mögliche Nebenwirkungen aufgewogen werden. 

Die Ärzte werden daher vor allem darauf achten, dass die Therapie gut verträglich ist. Betroffene Frauen sollten zusätzlich zu den Folgen der Erkrankung nicht auch noch mit sehr belastenden Nebenwirkungen rechnen müssen. Anders sieht die Entscheidung nur dann aus, wenn die Krankheit rasch fortschreitet: Dann kann kurzfristig auch eine aggressivere Behandlung sinnvoll sein, um das Tumorwachstum wieder unter Kontrolle zu bringen.

Das bedeutet insgesamt:

  • Die Behandlung bei metastasiertem Brustkrebs ist sehr individuell, und sie muss immer wieder neu geplant und überprüft werden. 
  • Die Lebensqualität zählt: Was man als Patientin selbst möchte und was nicht, spielt eine wichtige Rolle.

Welche Therapien kommen infrage?

Behandlungsverfahren, die im ganzen Körper wirken, sind für die meisten Frauen die wichtigste Therapie: Sie richten sich nicht nur gegen die bereits diagnostizierten Metastasen. Sie sollen außerdem weitere, möglicherweise im Körper verstreute Krebszellen bremsen. Der Fachbegriff dafür lautet "systemische Therapien". Systemisch wirken Medikamente, also eine antihormonelle Therapie, eine Chemotherapie, zielgerichtete Substanzen und weitere Arzneimittel. 

"Lokale" oder "regionale" Therapien können je nach Situation hinzu kommen. Damit sind Therapien gemeint, die gezielt nur auf die Metastasen wirken. Als "lokale Maßnahmen" werden zum Beispiel Operationen oder gezielte Bestrahlungen bezeichnet.

Klinische Studien: Neue Therapien, neue Kombinationen

Die Behandlung von Brustkrebs ist auch ein wichtiges Forschungsthema. Vielen Patientinnen mit Metastasen wird daher die Teilnahme an einer klinischen Studie angeboten.

Welche Studienarten gibt es? Es kann sich um die klinische Prüfung eines neuen Wirkstoffs handeln. Eine zweite Form sind sogenannte Therapieoptimierungsstudien: Dabei werden bereits bekannte Verfahren oder Arzneimittel neu zusammengestellt. Oder es ändert sich etwas am zeitlichen Ablauf oder der Dosierung. Ziel ist nicht nur die bessere Wirkung. In vielen dieser Optimierungs-Studien geht es auch um weniger Nebenwirkungen und mehr Lebensqualität.

Soll ich an einer solchen Studie teilnehmen oder nicht? Die Antwort darauf kann nur jede betroffene Frau ganz persönlich finden. Eine Hilfestellung bietet der Krebsinformationsdienst in seinen Texten zur "Krebsforschung".

Systemische Therapie: Das Krebswachstum im ganzen Körper bremsen

Antihormonelle Therapie: 
Für Frauen, bei denen die Tumorzellen abhängig von Hormonen wachsen, kommen antihormonelle Medikamente infrage.
Eine solche antihormonelle Therapie wir auch als "endokrine Therapie" bezeichnet. Es gibt eine ganze Reihe von Stoffen, die auf unterschiedliche Weise in die Bildung der natürlichen Hormone eingreifen oder mit ihnen um den "Platz" auf den Hormonrezeptoren der Krebszellen konkurrieren.
Bei der Auswahl spielt zum Beispiel eine Rolle, ob man vor oder nach den Wechseljahren ist.

Wirkt ein Medikament nicht mehr, kann auf ein anderes gewechselt werden. Bis sich der Erfolg der Behandlung beurteilen lässt, dauert es allerdings mehrere Wochen bis einige Monate.
Wachsen die Metastasen trotz Behandlung sehr schnell? Dann wirkt eine Hormontherapie unter Umständen zu langsam, oder die Zellen reagieren nicht mehr auf die Behandlung. Eine schneller, aber auch aggressiver wirkende Chemotherapie ist in dieser Situation sinnvoller, trotz der Nebenwirkungen. Kombiniert werden sollten die beiden Behandlungen nicht, so die aktuelle Empfehlung von Experten.

Einen Überblick bietet der Text "Brustkrebs: Behandeln durch Hormonentzug".

Chemotherapie: 
Für die meisten Frauen mit metastasiertem Brustkrebs ist eine Chemotherapie erst dann nötig, wenn eine Hormontherapie nicht (mehr) wirkt, oder dann, wenn die Krankheit sehr schnell gestoppt und Nebenwirkungen rasch gelindert werden müssen.

Eine Zeitlang setzten Krebsexperten auf sogenannte dosisintensivierte oder Hochdosis-Chemotherapien, bisher ohne überzeugenden Erfolg. Heute gilt: so viel Chemotherapie wie nötig, bei möglichst wenig Nebenwirkungen. Ein Beispiel dafür ist auch die Chemotherapie bei Hautmetastasen: Sie kann mit einer Creme oder Lösung erfolgen, damit die wirksamen Zytostatika nicht in den ganzen Körper gelangen.

Einen Überblick bietet der Text "Chemotherapie bei Brustkrebs".

Zielgerichtete Medikamente, Antikörper:
Arzneimittel, die gezielt in den Stoffwechsel von Krebszellen eingreifen, spielen eine zunehmend wichtige Rolle für betroffene Frauen. Schon länger gibt es Medikamente gegen den Rezeptor HER2/neu. Weitere zielgerichtete Arzneimittel werden in klinischen Studien geprüft oder sind bereits zugelassen.

Voraussetzung: Die Tumorzellen müssen mit einiger Wahrscheinlichkeit das Merkmal tatsächlich aufweisen, gegen das sich das Medikament richtet - sonst bliebe die Behandlung wirkungslos.

Einige der Medikamente können zum Beispiel mit einer Hormontherapie kombiniert werden, andere auch mit einer Chemotherapie. Einen Überblick bietet der Text "Zielgerichtete Arzneimittel gegen Brustkrebs". Da sich die Brustkrebstherapie gerade in diesem Bereich zurzeit rasch verändert, steht der Krebsinformationsdienst für Anfragen auch am Telefon und per E-Mail zur Verfügung.

Bisphosphonate:
Für Frauen mit Knochenmetastasen sind diese Arzneimittel besonders wichtig. Sie greifen in den Knochenstoffwechsel ein, lindern Schmerzen und machen den Knochen wieder stabiler, mehr dazu im Text "Bisphosphonate".

Schmerztherapie:
Metastasen können zu erheblichen Beschwerden führen. Zumindest bis eine ursächliche Therapie greift, sollte man sich daher nicht scheuen, die Ärzte nach einer guten Schmerzlinderung zu fragen, mehr dazu im Text "Krebsschmerzen müssen nicht sein".

Lokale Therapie: Gezielt behandeln, Symptome lindern

Operation:
Kann man Metastasen nicht einfach herausoperieren? Früher haben Krebsspezialisten diese Frage mit nein beantwortet. Auch heute gilt: Eine Operation allein reicht bei einer fortgeschrittenen Brustkrebserkrankung nicht aus. Man muss davon ausgehen, dass sich auch an weiteren Stellen im Körper Tumorzellen befinden. Für viele Frauen kommt eine chirurgische Entfernung der Tochtergeschwülste daher nicht infrage, sie würde nur eine unnötige Belastung bedeuten.

Ausnahmen sind möglich bei einzelnen Metastasen, wenn sich die Erkrankung noch nicht weiter ausgebreitet hat. Beispiele sind einzelne Lungen- oder Lebermetastasen. Auch Hautmetastasen, Lymphknotenmetastasen oder Absiedlungen in Muskeln oder Weichteile lassen sich unter Umständen operieren. Relativ neu ist die Empfehlung, auch bei Patientinnen mit einer einzelnen Hirnmetastase eine operative Entfernung zu prüfen.

Bestrahlung:
Die Strahlentherapie ist eine wichtige Möglichkeit bei Knochenmetastasen. Sie lindert Schmerzen und kann mit einiger Verzögerung auch den betroffenen Knochenabschnitt wieder stabiler machen. Eine Bestrahlung oder "Radiotherapie" kann auch für Frauen mit Hirnmetastasen, Weichteil- oder Hautmetastasen infrage kommen. 

Weitere Informationen zur gezielten Behandlung von Metastasen bieten außerdem folgende Texte:

Leben mit Metastasen: Was man selbst tun kann

Wie lebt man mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung? Für die meisten Betroffenen ist es zunächst kaum vorstellbar, dass auch diese Situation zum gewohnten Alltag werden kann. Doch bei der Brustkrebstherapie hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Es gibt eine ganze Reihe neuer Medikamente, und die Erkrankung lässt sich bei vielen Frauen langfristig aufhalten. Umso wichtiger ist die Frage, was man für sich selbst tun kann und welche Unterstützungsangebote es gibt.

Nebenwirkungen und Krankheitsfolgen lindern

Frauen mit einer chronischen Brustkrebserkrankung benötigen oft über längere Zeit eine Therapie. Umso wichtiger ist es, Nebenwirkungen so gut wie möglich zu vermeiden oder in den Griff zu bekommen. Einen Überblick bietet der Text "Brustkrebs: Krankheits- und Behandlungsfolgen lindern".

Was man gegen krebsbedingte Erschöpfung, Schmerzen, die Auswirkungen eines Hormonentzugs oder weitere Krankheitsfolgen tun kann, hat der Krebsinformationsdienst außerdem in seinen Texten zum Thema "Belastende Symptome bei Krebs" zusammengestellt.

Ernährung, Bewegung, Lebensstil

Was kann man sich selbst Gutes tun? Viele Fragen, die Brustkrebspatientinnen an den Krebsinformationsdienst stellen, drehen sich um das Thema Ernährung oder ganz allgemein um den Lebensstil. 
Muss man mehr essen, um trotz der Metastasen bei Kräften zu bleiben? Oder "füttert" man damit nur den Tumor? Wie aktiv sollte man sein? Pauschale Antworten auf diese Fragen sind schwierig: Entscheidend ist nicht zuletzt, wie man sich tatsächlich fühlt und was man individuell als angenehm und hilfreich empfindet. Es gibt jedoch einige Fakten, die betroffene Frauen kennen sollten: 

  • Eine Krebsdiät gibt es nicht - viele der Ratschläge, die man in den Medien oder im Internet finden, sind unausgewogen und führen leicht zu einer Mangelversorgung. Mehr zur gesunden Versorgung, auch bei einer fortgeschrittenen Krebserkrankung, bieten die Texte zum Thema "Ernährung bei Krebs". 
  • Bewegung ist trotz Metastasen nicht verboten, im Gegenteil: Selbst bei einer fortgeschrittenen Erkrankung kann angemessenes Training den Allgemeinzustand verbessern und selbst das krebsbedingte Erschöpfungssyndrom Fatigue lindern. Allerdings sollte man zunächst die Ärzte um Rat fragen, bevor man körperlich aktiv wird, mehr dazu im Text "Sport und Bewegung bei Krebs".

Komplementäre und alternative Krebstherapie

Wenn die bisherige Behandlung nicht mehr wirkt - welche Chancen bietet die Alternativmedizin? Lassen sich Nebenwirkungen besser lindern, wenn man noch zu ergänzenden Medikamenten und Methoden greift?

Psychoonkologische Unterstützung

Mit der Angst vor der Krankheit zu leben - wie kann man das lernen? Wie geht man mit einer fortschreitenden Erkrankung in der Partnerschaft und der Familie um? Was bringen Entspannungsverfahren oder Psychotherapien für die Lebensqualität?
Einen Überblick über wichtige Fragen und Antworten zu diesem Bereich bieten die Texte unter "Krankheitsverarbeitung".

Für betroffene Frauen wie auch ihre Familien und Freunde gibt es zudem eine ganze Reihe von Anlaufstellen, die ihnen beim Umgang mit der Situation weiterhelfen können:

Im Krankenhaus:
In fast allen Krankenhäusern stehen heute psychoonkologische und psychosoziale Beratungsdienste zur Verfügung. Geschulte Mitarbeiter beraten zur Krankheitsverarbeitung. Bei Bedarf helfen sie auch bei sozialrechtlichen Fragen.

Wenn man wieder zuhause ist:
Für Patientinnen, die ambulant behandelt werden, und für ihre Angehörigen sind auch die regionalen Krebsberatungsstellen gute Ansprechpartner: sowohl bei sozialrechtlichen Fragen als auch für eine kurzfristige psychologische Unterstützung. Der Krebsinformationsdienst bietet eine Suchmöglichkeit, über die man eine wohnortnahe Beratungsstelle finden kann.

Längerfristige psychologische Begleitung und Behandlung bieten niedergelassene Psychoonkologen. Adressen in ihrer Nähe finden Interessierte ebenfalls beim Krebsinformationsdienst, unter "Psychoonkologen".

Wie haben es andere Frauen geschafft, trotz der Erkrankung ihren Alltag zu bewältigen? Selbsthilfegruppen sind eine wichtige Quelle für diese Informationen. Immer mehr sind nicht nur vor Ort präsent, sondern auch im Internet: in Foren oder Chats oder mit vielfältigen Erfahrungsberichten. Hier geht es zu einer Liste bundesweiter Dachorganisationen, von wo aus man weitere Kontakte knüpfen kann: "Selbsthilfe und Patientenorganisationen".

Wenn die Erkrankung trotz Behandlung fortschreitet

Palliative Versorgung © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Unterstüztung kann von vielen Seiten kommen © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Was tun, wenn die Behandlung nicht mehr wirkt? Wenn auch eine Umstellung der bisherigen Therapie nicht mehr greift?
Mit dieser Frage setzt sich niemand gerne auseinander. Doch betroffene Patientinnen müssen unter Umständen mit rasch zunehmenden und belastenden Beschwerden rechnen. Wichtig ist deshalb eine gute Unterstützung: Außer spezialisierten Onkologen sollte man bei Bedarf auch weitere Partner mit einbeziehen. Dazu gehören je nach Bedarf Schmerztherapeuten oder spezialisierte Pflegedienste bis hin zu Psychoonkologen, Ernährungsfachleuten, Physiotherapeuten und weiteren Experten. Der Fachbegriff dafür lautet palliative Versorgung. 

Bei der Suche nach Informationen und weiteren Ansprechpartnern steht der Krebsinformationsdienst auch am Telefon oder per E-Mail zur Verfügung.

Zum Weiterlesen: Linktipps, Quellen, Fachinformationen (Auswahl, Stand: 4/2016)

Sie haben Fragen zu Brustkrebs? Wir sind für Sie da: am Telefon täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 - 420 30 40, oder per E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de (beim Klick auf den Link öffnet sich ein datensicheres Kontaktformular).

Linktipps

Zurück zur Inhaltsübersicht beim Krebsinformationsdienst: Brustkrebs - Informationen für Patientinnen und Angehörige 

Hilfe bei der Krankheitsverarbeitung

Für Frauen, deren Brustkrebserkrankung fortgeschritten ist, gibt es zwei wichtige Broschüren anderer Anbieter; beide stehen auch im Internet zur Verfügung. Dabei handelt es sich um sogenannte Patientenleitlinien, die den jeweils aktuellen Fachempfehlungen für Ärzte folgen. Solche Leitlinien bauen auf einer umfassenden Sichtung der Fachliteratur auf, das heißt, die darin enthaltenen Aussagen und Empfehlungen sind wissenschaftlich gut begründet.

Weitere Linktipps zum Thema hat der Krebsinformationsdienst in seinem Text "Mehr wissen zum Thema Brustkrebs" zusammengestellt.