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Gebärmutterhalskrebs © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Gebärmutterhalskrebs

Leben mit Gebärmutterhalskrebs

Letzte Aktualisierung: 09.03.2022
  • Die Diagnose von Gebärmutterhalskrebs ist ein belastender Einschnitt, der das Leben einer Frau verändern kann. Wie sich die Krebserkrankung persönlich auswirkt, hängt davon ab, wie weit der Krebs fortgeschritten ist und welche Nebenwirkungen und Folgen die Therapie hat.
  • Manche Frauen haben Probleme mit ihrer Sexualität, andere fragen sich, ob sie nach der Behandlung noch schwanger werden können. Auch vorzeitige Wechseljahre und der Umgang damit können ein Thema sein.
  • Dieser Text bietet einen Überblick über mögliche Probleme und Beschwerden bei Gebärmutterhalskrebs, was betroffene Frauen dagegen tun können und nennt Ansprechpersonen und Hilfen für den Alltag.

Hinweis: Informationen aus dem Internet können Ihnen einen Überblick bieten. Sie sind aber nicht dazu geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Junge Frau und ihr Partner unterhalten sich auf einem Sofa.
Gebärmutterhalskrebs kann Probleme in der Partnerschaft verursachen [Symbolbild]. Foto: Tobias Schwerdt. © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Eine Krebserkrankung am Gebärmutterhals und ihre Therapie kann sich auf Partnerschaft und Sexualität von Patientinnen auswirken. Wie ausgeprägt die Probleme und Beschwerden sind, hängt von Art und Umfang der Behandlung ab. Dabei spielen nicht nur körperliche Folgen eine Rolle, sondern auch psychische Aspekte.

  • Viele Symptome können die Ärzte behandeln. Sprechen Sie deshalb Probleme an, zum Beispiel bei den Nachsorgeuntersuchungen.

Körperliche Folgen

Eine Radiochemotherapie kann Entzündungen der Scheide verursachen. Diese lassen sich mit Sitzbädern, Cremes, Medikamenten oder Scheidenzäpfchen behandeln. Manche Frauen leiden auch längerfristig unter Scheidentrockenheit. Dann können Gleitgele oder Östrogen-haltige Salben helfen. Betroffene Frauen sollten mit ihren Ärzten besprechen, was für sie infrage kommt.

Nach einer größeren Operation oder einer Radiochemotherapie können Verwachsungen, Vernarbungen oder Verengungen der Scheide auftreten. Diese bewirken bei manchen Frauen auch längerfristige Probleme oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Bei Bedarf verordnet die Ärztin oder der Arzt sogenannte Dilatatoren. Diese Vaginaldehner können dazu beitragen, das verhärtete Gewebe nach einer gewissen Anwendungszeit wieder elastischer zu machen.

Seelische Folgen

Probleme mit Intimität und Sexualität können auch psychische Ursachen haben. Die Krebserkrankung und ihre Behandlung sind für viele Betroffene belastend, Sorgen und Zukunftsängste kommen womöglich hinzu. Manche Frauen fühlen sich nach einer Gebärmutterentfernung nicht mehr als ganze Frau.

Bei Frauen, die durch die Behandlung in die Wechseljahre kommen, können sich Veränderungen im Hormonhaushalt auf die sexuelle Lust auswirken. Ein verändertes Sexualleben kann die Beziehung oder die Partnersuche beeinflussen.

Wichtig

Scheuen Sie sich nicht, über Probleme bei Intimität und Sexualität mit Ihren Ärztinnen oder Ärzten zu sprechen. Sie können Ihnen helfen und gegebenenfalls weitere Ansprechpartner nennen.

Betroffenen Frauen kann es helfen, über Gefühle, Sorgen und Ängste offen zu sprechen: mit der Partnerin oder dem Partner oder mit einer anderen vertrauten Person.

Bereits bei der Rehabilitation können Patientinnen eine sexualmedizinische Beratung erhalten. Die behandelnden Ärzte nennen bei Bedarf weitere Ansprechpartner. Eine mögliche Anlaufstelle sind auch Selbsthilfegruppen, in denen Patientinnen sich mit Frauen in einer ähnlichen Situation austauschen können.

Bauch einer Schwangeren
Manche Frauen können nach einer Gebärmutterhalskrebs-Erkrankung noch Kinder bekommen. Bei anderen ist das nicht möglich. © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Einige Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs sind noch vergleichsweise jung, wenn sie die Diagnose erhalten. Eventuell wünschen sie sich später noch eigene Kinder.

Für manche Patientinnen kommt eine Gebärmutter-erhaltende Operation infrage. Sie können danach weiterhin Kinder bekommen. Ihre Fruchtbarkeit ist nicht eingeschränkt. Je nach Umfang der Operation ist aber ihr Risiko für eine Früh- oder Fehlgeburt erhöht.

  • Wurde ein Gewebekegel aus dem Gebärmutterhals herausgeschnitten (Konisation), ist dieses Risiko nur leicht erhöht. Betroffene Frauen sollten mit ihren Ärzten besprechen, welche Vorsichtsmaßnahmen sie beachten müssen.
  • Wurden Teile des Gebärmutterhalses und des nahegelegenen Gewebes entfernt (Trachelektomie), ist das Risiko für eine Fehl- oder Frühgeburt deutlich erhöht. Patientinnen erhalten deshalb bei der Operation ein Bändchen eingesetzt – die sogenannte Cerclage. Sie verschließt den verbleibenden Gebärmutterhals fast vollständig. Dennoch müssen Betroffene sich während einer Schwangerschaft körperlich sehr schonen. Frauen entbinden in einer solchen Situation in der Regel durch einen Kaiserschnitt.

Hat eine Frau die Gebärmutter vollständig entfernt bekommen, dann kann sie nicht mehr schwanger werden. Auch eine Radiochemotherapie schädigt das Gewebe der Gebärmutter stark. Frauen haben danach nur sehr geringe Chancen, schwanger zu werden.

Keine eigenen Kinder bekommen zu können, kann sehr belastend sein, auch für eine Beziehung. Für ungewollt kinderlose Paare gibt es viele Möglichkeiten, sich beraten zu lassen. Eine Anlaufstelle sind zum Beispiel Psychosoziale Krebsberatungsstellen.

  • Weitere Ansprechpartner und ausführliche Informationen für Betroffene und ihre Angehörigen finden Sie in den Texten Kinderwunsch nach Krebs.

Bei manchen jüngeren Frauen, die noch nicht in den Wechseljahren waren, müssen die Ärzte bei der Behandlung die Eierstöcke entfernen. Weil diese dann keine weiblichen Hormone mehr produzieren, kommen Betroffene plötzlich in die Wechseljahre.

Auch eine Bestrahlung der Eierstöcke kann die Hormonbildung beeinträchtigen. Die Ärzte verlegen deshalb vor der Behandlung die Eierstöcke in einer kleinen Operation möglichst weit aus dem Bestrahlungsbereich hinaus. Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass sie geschädigt werden. Eine Chemotherapie kann ebenfalls die Hormonproduktion in den Eierstöcken stören und Wechseljahresbeschwerden verursachen.

Typische Beschwerden, die durch die Hormonumstellung ausgelöst werden können, sind:

  • Hitzewallungen,
  • Schlafstörungen,
  • Verlust des sexuellen Verlangens und
  • Stimmungsschwankungen.
Zum Weiterlesen

Mehr zu therapiebedingten Wechseljahren lesen Sie unter Wechseljahre im Abschnitt "Wechseljahre nach Krebs: Was ist anders?".

Was können Betroffene tun? Für Frauen vor den natürlichen Wechseljahren kommt eine Hormonersatztherapie infrage. Das bedeutet: Betroffene nehmen die Hormone als Medikament so lange ein, bis sie natürlicherweise in die Wechseljahre gekommen wären. Gebärmutterhalskrebs wächst in der Regel nicht hormonabhängig, daher steigt durch die Behandlung das Rückfallrisiko nicht.

Bei Frauen, die vor der Erkrankung schon kurz vor oder mitten in den Wechseljahren waren, ist die Behandlung eine individuelle Entscheidung. In dieser Situation müssen Ärzte und Patientin abwägen, wie belastend die Beschwerden sind. Denn eine Hormonbehandlung über die Wechseljahre hinaus steigert das Brustkrebsrisiko.

Was hilft, wenn eine Hormontherapie nicht infrage kommt? Sport oder Bewegung, gesunde Ernährung und ein insgesamt gesunder Lebensstil tragen zum Wohlbefinden bei. Ob pflanzliche Mittel helfen – zum Beispiel mit sogenannten Phytohormonen – ist dagegen bislang unklar. Bei starken Beschwerden können die behandelnden Ärzte Medikamente verordnen, die gezielt gegen einzelne Probleme wie etwa starkes Schwitzen helfen.

Frau hält Hände vors Gesicht.
Während oder nach der Behandlung von Gebärmutterhalskrebs können belastende Beschwerden auftreten. © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Je nach Stadium der Erkrankung und der Therapie, die Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs erhalten haben, leiden sie unter verschiedenen kurz- und langfristigen Beschwerden. Gegen viele Symptome und Nebenwirkungen der Behandlung lässt sich etwas tun. Betroffene sollten deshalb mit ihren Ärzten über belastende Symptome sprechen.

Mögliche Beschwerden: Vor allem eine Radiochemotherapie kann zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen. Die Chemotherapie kann vorübergehend eine Blutarmut auslösen. Auch Haarausfall und Nervenschäden sind möglich.

Kurz nach einer Operation ist das Risiko für Entzündungen und Infektionen im Operationsbereich erhöht. Dieses Risiko besteht auch nach einer Strahlentherapie. Längerfristig kommt es bei manchen Patientinnen zu Verengungen und Verwachsungen im Unterbauchbereich. Diese können Schmerzen auslösen, aber auch Probleme mit der Blasen- und Darmfunktion.

Die Entfernung oder Bestrahlung von Lymphknoten kann Lymphödeme auslösen. Patientinnen, die eine zielgerichtete Therapie erhalten, können unter Bluthochdruck oder Hautproblemen leiden.

Manche Patientinnen fühlen sich während und nach der Behandlung sehr erschöpft. Eine andauernde Müdigkeit und Erschöpfung bezeichnen Fachleute als Fatigue.

Was kann man dagegen tun?

Frau schält Süsskartoffel und weiteres Gemüse.
Die Ernährung während und nach der Krebsbehandlung kann für Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs ein wichtiges Thema sein [Symbolbild]. Foto: Tobias Schwerdt. © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Die Behandlung von Gebärmutterhalskrebs kann sich auf die Darmfunktion auswirken: Nach einer Strahlentherapie kann die Schleimhaut des Darms gereizt oder entzündet sein. Nach einer Operation sind Verwachsungen im Bauchraum möglich.

  • Besprechen Sie auftretende Probleme mit ihren behandelnden Ärzten. Diese können Hinweise geben, welche Nahrungsmittel verträglich sind oder Medikamente gegen Verdauungsbeschwerden verschreiben.

Patientinnen, die einen künstlichen Darmausgang – ein Stoma – erhalten haben, benötigen viel Zeit und Übung, um den Umgang damit zu erlernen. Hilfe dabei erhalten sie bereits im Krankenhaus und bei der Reha.

Manche Krebspatientinnen fragen sich auch generell, ob sie ihre Ernährung aufgrund der Erkrankung umstellen sollten und auf was sie achten müssen.

  • Hier kann eine qualifizierte Ernährungsberatung helfen. Ansprechpartner finden Sie in den spezialisierten Krebszentren, die in der Regel eine eigene Ernährungssprechstunde anbieten, oder auch in den Rehabilitationseinrichtungen.
  • Mehr zum Thema sowie Adress- und Linktipps bietet der Text Ernährung bei und nach Krebs oder das Informationsblatt "Ernährung bei Krebs" (PDF).

Ob die körperliche Belastbarkeit während und nach einer Krebserkrankung am Gebärmutterhals eingeschränkt ist, hängt sehr vom Umfang und der Art der Therapie ab. Was Experten wissen: Den allermeisten Betroffenen hilft es mehr, sich angemessen zu bewegen als sich zu schonen.

Natürlich ist niemand direkt nach einer Operation oder während einer Chemotherapie zu körperlichen Höchstleistungen in der Lage. Doch Studien zeigen, dass vorsichtige und angepasste Bewegung während oder nach einer Behandlung guttut, die Lebensqualität verbessert und gegen einige Nebenwirkungen hilft.

Nach einer Operation im Beckenbereich helfen zum Beispiel gezielte Übungen, die Funktion der Schließmuskeln von Harnblase und Darm zu verbessern.

Mutter spielt mit Kindern
Mütter sollten laut Fachleuten mit ihren Kindern ihrem Alter entsprechend über die Krebserkrankung reden [Symbolbild]. Foto: Tobias Schwerdt. © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Familienangehörige können eine wichtige Stütze sein, um eine Krebserkrankung nicht mit sich alleine auszumachen. Sie leiden aber auch mit. Auch Freunde oder entfernte Bekannte erfahren früher oder später von der Erkrankung.

Tipps für Patientinnen und Angehörige finden Sie unter:

Beruflicher Wiedereinstieg: Auch am Arbeitsplatz kann die Erkrankung zum Thema werden, wenn man länger fehlt oder nach der Rückkehr nicht gleich voll wieder einsteigt. Nach einer Krebserkrankung in den Beruf zurückzukehren ist nicht für alle Patientinnen einfach.

Auch zu sozialrechtlichen und beruflichen Fragen gibt es Ansprechpartner, die konkrete Hilfe vermitteln oder Lösungsansätze aufzeigen.

Sich helfen lassen

Es gibt verschiedene Angebote, die eine betroffene Frau dabei unterstützen, die Krebserkrankung zu verarbeiten.

Niemand muss die Erkrankung ganz alleine bewältigen. Bei der Krankheitsverarbeitung kann man sich helfen lassen. Patientinnen, die in einem Krankenhaus oder einer onkologischen Praxis in Behandlung sind, können sich dort nach einem speziellen Gesprächsangebot erkundigen.

Auch in Rehabilitationseinrichtungen, Krebsberatungsstellen und psychotherapeutischen Praxen finden Betroffene Unterstützung durch erfahrene Fachleute. Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Psychologen und Fachärzte helfen dabei, das Erlebte und die kommenden Herausforderungen zu bewältigen:

Adressen und Links: Gute Ansprechpartner zum Thema Krebs
Psychologische Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung
Informationsblatt "Sozialrechtliche Anlaufstellen" (PDF)

Krebsberatungsstellen

Der Krebsinformationsdienst bietet ein trägerunabhängiges Verzeichnis der regionalen Krebsberatungsstellen, die in der Regel Patientinnen und Angehörige kostenfrei beraten:

Psychosoziale Krebsberatungsstellen

Spezialisierte psychotherapeutische Praxen

Der Krebsinformationsdienst bietet ein deutschlandweites Verzeichnis von Psychoonkologinnen und Psychoonkologen, die psychotherapeutisch arbeiten:

Praxen ambulant psychotherapeutisch tätiger Psychoonkologen
Informationsblatt "Psychoonkologische Hilfe" (PDF)

Selbsthilfe bei Krebs

Erfahrungen, die andere Frauen mit Gebärmutterhalskrebs gemacht haben, können ganz individuell und doch sehr wertvoll sein: In Selbsthilfegruppen kann man Information und praktische Tipps bekommen, aber auch Austausch, Zuspruch und Trost finden.

Eine wichtige Selbsthilfegruppe für Frauen mit Krebserkrankungen ist die Frauenselbsthilfe Krebs e. V..



Quellen und weiterführende Informationen

Informationen zu den für die Erstellung des Textes genutzten Quellen sowie nützliche Links, zum Beispiel zur Patientenleitlinie, sind in der Übersicht zum Thema Gebärmutterhalskrebs aufgeführt.

Weitere Themen

Erstellt: 09.03.2022

Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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