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Wegweiser "Corona und Krebs" © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Corona und Krebs: Antworten auf häufig gestellte Fragen

Wissenswertes für Krebspatienten und ihre Angehörigen während der Corona-Pandemie

  • Krebspatientinnen und Krebspatienten sind nach Aussage der Experten durch das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) besonders gefährdet.
  • Viele Betroffene sind nun sehr verunsichert: Wie wirkt sich das Virus auf die Krebstherapie aus? Gehöre ich überhaupt zur Risikogruppe? Und was muss ich jetzt mit oder nach meiner Krebserkrankung im Alltag beachten?
  • Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums beantwortet in diesem Beitrag häufige Fragen zum Thema "Corona und Krebs".

Hinweis: Der nachfolgende Text geht auf krebsspezifische Fragen onkologischer Patientinnen und Patienten ein, die den Krebsinformationsdienst in den letzten Wochen erreicht haben.

Erstellt: 30.03.2020
Letzte Aktualisierung:

Welche Krebspatienten sind durch Coronaviren besonders gefährdet und gehören zur Risikogruppe?

Mann und Frau recherchieren mit dem Tablet. Bild: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst., DKFZ
Krebspatienten und ihre Angehörigen können zu "Corona und Krebs" unter www.krebsinformationsdienst.de recherchieren. Bild: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Leider gibt es derzeit nur wenige Erkenntnisse dazu, wie Krebspatientinnen und Krebspatienten auf einen Kontakt mit dem Coronavirus reagieren. Auch können sich die individuellen Situationen, in denen sich Krebspatientinnen und -patienten befinden, deutlich unterscheiden.

Das Robert Koch-Institut nennt Krebspatienten ganz allgemein als eine von mehreren Risikogruppen für schwere Verläufe einer COVID-19-Erkrankung. Das führt bei vielen von Krebs betroffenen Menschen zu Verunsicherung, insbesondere dann, wenn die Krebserkrankung schon länger zurückliegt.

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) orientiert sich bei der Frage, ob man als Krebspatient ein erhöhtes Risiko hat, an den Erfahrungen mit anderen Virus-Infektionen der oberen Luftwege: Hier werden vor allem Krebspatienten mit einem geschwächten Immunsystem und Personen, bei denen zeitgleich weitere Infektionen der oberen Luftwege auftreten, der Risikogruppe zugeordnet. Gleichzeitig betont die DGHO:

  • Kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei Ansteckung mit SARS-CoV-2 haben Krebspatientinnen und -patienten mit einer gut beherrschten Erkrankung oder nach erfolgreich abgeschlossener Erstbehandlung (vorausgesetzt, sie zählen nicht aus andere Gründen zur Risikogruppe, siehe Kasten).

Aus Sicht des Krebsinformationsdienstes widersprechen sich die Aussagen von DGHO und RKI nicht: Die Stellungnahme der DGHO geht lediglich detaillierter darauf ein, in welchen Situationen Krebspatienten besonders gefährdet sind.

  • Wichtig zu wissen: Die Experten treffen hier Aussagen, wie wahrscheinlich ein schwerer Krankheitsverlauf in einer bestimmten Gruppe ist. Auch Gesunde können durch eine Infektion mit dem Coronavirus schwer erkranken.

Wichtig: Die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen wie Händehygiene und Vermeiden unnötiger sozialer Kontakte gelten für alle: Machen Sie Ihre Angehörigen und Ihr soziales Umfeld darauf aufmerksam, dass sie damit zu Ihrem Schutz vor einer COVID-19-Erkrankung beitragen.

Im Folgenden sind Anfragen von Krebspatientinnen und Krebspatienten gesammelt, bei denen auf die Frage nach der Risikogruppe eingegangen wird.

"Gehöre ich zur Risikogruppe?": Anfragen von Betroffenen

"Ich hatte vor 5 Jahren eine Leukämie mit Chemotherapie, Bestrahlung und Stammzelltransplantation. Muss ich jetzt speziell auf das Coronavirus achten?"

In diesem Fall liegt die Behandlung schon eine Weile zurück. Entscheidend für die Zuordnung von Krebspatientinnen und -patienten zur Risikogruppe ist, ob ihr Immunsystem aktuell geschwächt ist.

Das wäre beispielsweise dann der Fall,

  • wenn bei Ihnen die Zahl der weißen Blutkörperchen erniedrigt ist.
  • wenn bei Ihnen die Immunglobulinwerte erniedrigt sind.
  • wenn Sie dauerhaft Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems erhalten.

"Meine 73-jährige Mutter hat Brustkrebs und wird gerade mit Chemotherapie behandelt. Darf sie weiterhin soziale Kontakte pflegen?"

Es kann sein, dass bei Krebspatienten mehrere Risikofaktoren zusammenkommen: Beispielsweise ein höheres Lebensalter (über 60 Jahre) und ein geschwächtes Immunsystem. Sie gehören zu den Risikopersonen und sollten ihre direkten sozialen Kontakte auf das Nötigste reduzieren.

  • Wenn Sie an Krebs erkrankt sind und aktuell unter einer Chemotherapie stehen, sollten Sie soziale Kontakte meiden und auf Telefongespräche oder neue Medien wie Messaging-Dienste zurückgreifen, um mit Ihrem Umfeld im Austausch zu bleiben.
  • Bitten Sie Angehörige, Ihre Versorgung nach Möglichkeit zu übernehmen, so dass Sie zum Beispiel nicht einkaufen gehen müssen.

Wichtig zu wissen: Experten empfehlen auch gesunden jungen Menschen, ihre sozialen Kontakte zu reduzieren. Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt und Risikopersonen wie Krebspatienten können geschützt werden.

"Ich bin an einem follikulären Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt und erhalte seit Februar 2019 bis November 2021 eine Antikörpertherapie. Gehöre ich zur Risikogruppe?"

Lymphom-Patienten, bei denen das Immunsystem geschwächt ist, haben ein erhöhtes Risiko, bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 schwer zu erkranken.

  • Wichtig: Wenn Sie ein Lymphom haben und folgende Behandlungen erhalten, kann Ihr Immunsystem geschwächt sein: eine Chemotherapie, eine Behandlung mit hochdosiertem Kortison oder auch eine Antikörpertherapie.
  • Bitte beachten Sie die oben genannten Verhaltens- und Hygieneregeln.

"Ich bin 56 Jahre alt und hatte bis 08/2019 eine Brustkrebstherapie mit Bestrahlung. Habe ich damit ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei Ansteckung mit dem Coronavirus?"

In diesem Fall ist die Behandlung der Krebserkrankung bereits abgeschlossen. Wichtigstes Merkmal für die Zuordnung von Krebspatientinnen und -patienten zur Risikogruppe für eine Erkrankung an COVID-19 ist, ob ihr Immunsystem aktuell geschwächt ist. Dies kann beispielsweise der Fall sein,

  • wenn die Zahl der weißen Blutkörperchen erniedrigt ist.
  • wenn die Immunglobulinwerte niedrig sind.

Mehr wissen: Liegt die Krebstherapie erst seit kurzem zurück, stellt sich für viele die Frage, ob das Abwehrsystem bereits wieder so regeneriert ist, dass keine erhöhte Infektanfälligkeit mehr besteht. Das pauschal zu beantworten, ist jedoch schwierig. Neuere Untersuchungen zeigen, dass Untergruppen von Abwehrzellen möglicherweise länger brauchen, bis sie sich komplett erholt haben.

  • Was das für die allgemeine Infektabwehr und für COVID-19 im Speziellen bedeutet, ist unter Experten noch nicht sicher geklärt.

"Mein Mann ist an Prostatakrebs erkrankt und hatte Kontakt zu einem Kollegen, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Soll er jetzt lieber zuhause bleiben? Bis jetzt hat er keine Symptome."

Alle Menschen, die Kontakt zu einer nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Person gehabt haben, sollten sich in häusliche Quarantäne begeben und 14 Tage zuhause bleiben – unabhängig davon, ob gesund oder an Krebs erkrankt.

Wichtig: Wenn Sie Kontakt mit einem am Coronavirus Erkrankten hatten, nehmen Sie Kontakt zu den behandelnden Ärzten auf.

  • Dabei sollten Sie klären, wie die Krebstherapie in diesem Fall weitergeführt werden kann.
  • Außerdem sollten Sie besprechen, wie Sie sich beim Auftreten von Beschwerden verhalten sollen und wohin Sie sich dann wenden können.

Ich bekomme gerade eine medikamentöse Tumortherapie. Bin ich dadurch besonders gefährdet, schwer an COVID-19 zu erkranken?

Experten gehen davon aus, dass Krebspatienten besonders dann ein erhöhtes Risiko haben, schwer an COVID-19 zu erkranken, wenn sie beispielsweise Krebsmedikamente bekommen, die ihr Immunsystem schwächen. Fachleute sprechen in diesem Fall von "Immunsuppression".

  • Wichtig zu wissen: Die Immunsuppression ist eine Nebenwirkung von vielen Krebsmedikamenten bei Krebs aber nicht von allen.

"Ich habe Brustkrebs und bekomme seit einem Vierteljahr eine Chemo mit Paclitaxel. Anschließend ist noch eine Chemo mit Epirubicin/Cyclophosphamid geplant. Ich habe große Angst, mich während der ambulanten Chemo-Behandlung anzustecken."

Manche Medikamente, die zur Chemotherapie eingesetzt werden (Zytostatika), schädigen die Blutbildung im Knochenmark. In der Folge gibt es beispielsweise zu wenige weiße Blutkörperchen, sogenannte Leukozyten. Das schwächt die Abwehr (Immunsuppression) und die Infektionsgefahr steigt. Fachleute sprechen in diesem Fall von "Leukopenie".

Es gibt Zytostatika, die als stark immunsuppressiv gelten, zum Beispiel Cyclophosphamid oder Vinblastin. Und es gibt solche, für die das nicht in demselben Maße zutrifft, etwa die Taxane Paclitaxel und Docetaxel.

  • Ihre Ärzte kontrollieren während einer Chemotherapie regelmäßig Ihr Blutbild und kennen das Nebenwirkungsprofil Ihrer Chemo-Medikamente. Fragen Sie im Zweifel nach, wie sie die Situation einschätzen und ob Sie sich in besonderem Maße vor einer Corona-Ansteckung schützen müssen.

Wichtig zu wissen: Auch die Dosis einer Chemotherapie bestimmt mit, wie stark das Immunsystem geschwächt wird. Insbesondere intensive Chemotherapien, wie sie beispielsweise für Patienten im Rahmen einer Blutstammzelltransplantation und bei akuten Leukämien eingesetzt werden, gefährden die Infektabwehr.

"Ich bin 68 Jahre alt, habe ein follikuläres Non-Hodgkin-Lymphom und bereits 4 Zyklen Chemotherapie mit einer Antikörper-Therapie hinter mir. Jetzt soll ich noch alle zwei Monate eine Erhaltungstherapie mit dem Antikörper Obinutuzumab bekommen. Ich mache mir Sorgen wegen der möglicherweise erhöhten Ansteckungsgefahr."

Einige Medikamente zielgerichteter Therapien, die Ärzte zur Behandlung von Blutkrebserkrankungen einsetzen, schwächen das Immunsystem. Dazu gehören unter anderem monoklonale Antikörper wie Obinutuzumab. Sie senken die Zahl an Abwehrzellen im Körper.

"Ich bin 53 Jahre alt und Krebspatientin. Zurzeit erhalte ich Afatinib. Führt das Medikament dazu, dass ich durch eine Infektion mit dem Coronavirus schwer erkranken kann?"

Einige zielgerichtete Medikamente zur Behandlung von Organtumoren (soliden Tumoren) wie Lungenkrebs, gelten als kaum immunsuppressiv. Dazu gehören beispielsweise Afatinib und verwandte Wirkstoffe, die das Weiterleiten von Wachstumssignalen in der Zelle hemmen. Das Fachwort für solche Medikamente lautet Tyrosinkinasehemmer.

  • Wichtig zu wissen: Andere zielgerichtete Medikamente zur Behandlung solider Tumoren führen hingegen zu einer Abwehrschwäche. Sie erhöhen daher vermutlich das Risiko, schwerer an COVID-19 zu erkranken: Dazu gehören beispielsweise sogenannte CDK4/6-Hemmer wie Palbociclib und Ribociclib, die Ärzte zur Brustkrebstherapie einsetzen.

Gehören Kinder mit einer Krebserkrankung zur COVID-19-Risikogruppe?

Viele Eltern von Kindern mit einer Krebserkrankung sind verunsichert und fragen sich, ob ihre Kinder in der aktuellen Corona-Pandemie zur Risikogruppe für einen schweren Erkrankungsverlauf gehören.

  • Durch ihre Krebsbehandlung haben viele Kinder ein geschwächtes Immunsystem. Das gilt beispielsweise für Kinder während oder nach einer Stammzelltransplantation oder für Kinder, die gerade eine intensive Krebstherapie erhalten. Dadurch können sie unter Umständen eine Infektion weniger gut bekämpfen als Kinder mit einem gesunden Immunsystem.

Von einigen Viren ist bekannt, dass sie bei immungeschwächten krebskranken Kindern lebensbedrohliche Erkrankungen auslösen können. Das trifft beispielsweise für Grippe-Viren zu. Wie schwer die COVID-19-Erkrankung bei diesen Kindern verläuft, ist bisher noch unklar.

Die Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) und die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) nehmen zur Gefährdung krebskranker Kinder durch das Coronavirus wie folgt Stellung:

  • Während einer Therapie gelten krebskranke Kinder als Hochrisikopatienten für Infektionen. Dies gilt auch für Corona-Infektionen mit dem neuen SARS-CoV-2-Virus.
  • Für krebskranke Kinder und Jugendliche, die immungeschwächt sind, gelten alle allgemein üblichen und empfohlenen Schutzmaßnahmen für Risikopatienten.

Die Zentren für Kinderonkologie geben derzeit neben den allgemein üblichen Schutzmaßnahmen spezielle Regelungen zu Besuchszeiten, Schutzmasken und zur Corona-Testung vor. Die Kliniken passen ihre Regelungen ständig an die offiziellen Empfehlungen an, die beispielsweise das Robert Koch-Institut gibt.

"Meine Tochter (heute 14 Jahre alt) hatte im April 2013 eine Knochenmarktransplantation nach der Diagnose Leukämie. Heute geht es ihr gut und sie nimmt seit 5 Jahren keine Medikamente mehr. Ist meine Tochter bezüglich des Coronavirus eine Risikopatientin?"

Nach einer Leukämie-Behandlung erholt sich das Immunsystem schrittweise und bei einzelnen Kindern unterschiedlich schnell. Wann die Infektabwehr wieder der eines gesunden Kindes entspricht, können im Einzelfall nur die behandelnden Ärzte beurteilen, die alle Befunde kennen.

Prinzipiell gehören Kinder mit einer ausgestandenen Krebserkrankung zur Risikogruppe, wenn ihr Immunsystem aktuell geschwächt ist. Das wäre beispielsweise der Fall, wenn

  • die Zahl der weißen Blutkörperchen erniedrigt ist oder
  • die Immunglobulinwerte erniedrigt sind.

Soll ich meine Krebstherapie wegen des Coronavirus besser verschieben?

"Ich bin an Brustkrebs mit befallenen Lymphknoten erkrankt und soll am Montag die nächste Chemotherapie bekommen. Soll ich die Chemotherapie besser wegen des Coronavirus verschieben?"

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) empfiehlt Patienten, eine geplante Krebstherapie nicht grundsätzlich zu verschieben.

Ärzte werden bei jedem Patienten den Nutzen der Krebstherapie gegen den möglichen Schaden, etwa Nebenwirkungen, abwägen. Dabei berücksichtigen sie auch das individuelle Erkrankungsrisiko für COVID-19: Das ist bei einzelnen Betroffenen unterschiedlich, abhängig von den Lebensumständen, dem Arbeitsumfeld und den persönlichen Kontakten.

Eine Krebstherapie kann auch helfen: Die DGHO weist darauf hin, dass in den meisten Fällen eine wirksame Behandlung der Krebserkrankung für das Überleben der Patienten wichtiger ist als übertriebene Vorsichtsmaßnahmen im Sinne unnötiger Unterbrechungen oder Verschiebungen der Therapie: Patienten, deren Erkrankung durch eine Krebstherapie kontrolliert ist, erleiden meistens weniger Infektionen als Patienten, die nicht wirksam behandelt sind.

Patienten mit einer gut beherrschbaren Krebserkrankung können mit ihren Ärzten darüber sprechen, ob sich die Therapie verschieben lässt.

"Ich habe hormonabhängigen Brustkrebs, wurde bereits operiert und bekomme derzeit eine Strahlentherapie. Nun habe ich Angst, mich während den täglichen Bestrahlungen mit dem Corona-Virus anzustecken. Ist es ratsam während der Pandemie die Bestrahlung fortzusetzen?"

Viele Krebspatienten haben Angst, sich während ihrer Strahlentherapie mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) anzustecken. Die damit einhergehende Erkrankung COVID-19 kann bei einigen Krebspatienten einen schweren Verlauf nehmen. Andererseits besteht das Risiko, die Chance auf Heilung zu verschlechtern, wenn man die Bestrahlungen verschiebt oder die Behandlung ganz abbricht.

Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie e. V. (DEGRO) sehen vor, medizinisch notwendige Bestrahlungen möglichst nicht aufzuschieben oder zu unterbrechen. Dennoch gibt es Möglichkeiten, die Strahlentherapie während der Pandemie anzupassen:

  • Umstellung des Therapieschemas: Bei manchen Krebsarten können Ärzte die Vorgehensweise der Behandlung verändern, ohne dass sich dadurch die Heilungschancen verschlechtern. Dann ziehen sie zum Beispiel eine medikamentöse Hormontherapie vor und bestrahlen den Tumor erst später.
  • Änderung der Fraktionierung: Statt häufiger mit geringeren Dosen zu bestrahlen, kann die Strahlentherapie auch mit weniger Sitzungen, aber dafür mit höheren Dosen erfolgen.

Bestehen diese Möglichkeiten bei Ihnen nicht? Dann raten die Experten dazu, die Strahlentherapie, unter den empfohlenen Hygiene- und Verhaltensvorkehrungen fortzusetzen.

Sie sind an COVID-19 erkrankt? Selbst wenn Krebspatienten neu aufgetretene Atemwegsbeschwerden haben und/oder positiv auf das Coronavirus getestet wurden, heißt das nicht zwangsläufig, dass sie ihre Strahlentherapie sofort abbrechen müssen. In diesem Fall sollten sie telefonisch Kontakt aufnehmen und gemeinsam mit dem behandelnden Radioonkologen individuell klären, ob und unter welchen Voraussetzungen die Behandlung durchgeführt werden kann.

 

Kann wegen der Corona-Pandemie meine Strahlentherapie abgesagt werden?

Eine Strahlentherapie sollte nach Möglichkeit auch während der COVID-19-Pandemie nicht aufgeschoben oder unterbrochen werden. Darauf weisen die Arbeitsgemeinschaft Radiologische Onkologie (ARO) und die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) in einer aktuellen Stellungnahme hin.

"Ich bin Brustkrebs-Patientin und habe gerade die 5. von insgesamt 28 Bestrahlungen bekommen. Was passiert, wenn ich wegen Corona (Quarantäne oder Schließung der Strahlentherapie-Einheit) die nächsten Bestrahlungen nicht bekommen kann? Ich habe große Angst, dass es mir schadet."

Bei Erkrankungen wie Brustkrebs setzen Ärzte die Strahlentherapie oft in heilender Absicht ein (kurative Therapie).

Strahlentherapie-Einrichtungen sollen kurative Therapien auch bei Engpässen wie etwa aufgrund von Corona-bedingtem Personalmangel und Quarantänemaßnahmen möglichst komplett und ohne Unterbrechung durchführen. So lautet eine Empfehlung der ARO und DEGRO, in Übereinstimmung mit Notfallkonzepten der Strahlenschutzkommission.

Sind größere Einschränkungen beim Behandlungsbetrieb zu erwarten, sollen Strahlentherapie-Einrichtungen individuell entscheiden, wie sie weiter vorgehen. Mögliche Maßnahmen sind beispielsweise:

  • Behandlungen gutartiger Erkrankungen aufzuschieben,
  • Nachsorge-Untersuchungen zu verschieben
  • und patientenabhängig zu entscheiden, ob eine Strahlentherapie ohne Risiko verschoben werden kann.

Infizieren Sie sich als Krebspatient selbst mit dem Corona-Virus: Dann werden Ihre behandelnden Ärzte individuell entscheiden, ob die Strahlentherapie durchgeführt werden kann oder nicht. Dabei beziehen sie auch die zuständige Hygienekommission ein. Ausschlaggebend ist für Ihre Ärzte in einer solchen Situation Ihr Allgemeinzustand und Ihre Gesamtsituation. Dazu gehört beispielsweise, ob bei Ihnen die Strahlentherapie das Ziel der Heilung hat.

Soll ich meinen Termin zur Nachsorge trotz Corona-Pandemie wahrnehmen?

"Soll ich angesichts der aktuellen Lage wegen des Coronavirus meinen Nachsorgetermin nächste Woche wahrnehmen oder besser absagen?"

Krebspatientinnen und Krebspatienten, die in der nächsten Zeit einen Termin zur Nachsorge haben, können mit ihrem Nachsorge-Arzt darüber sprechen, ob der Termin stattfinden soll. Die Ärzte kennen die persönliche Situation und können die Dringlichkeit der anstehenden Nachsorge-Untersuchung gegen das Risiko einer Infektion mit dem Corona-Virus abwägen.

Je nach Situation kann die Entscheidung anders ausfallen. Fragen, die dabei eine Rolle spielen können, sind zum Beispiel:

  • Lässt sich die Nachsorge ohne gesundheitlichen Nachteil verschieben?
  • Gehört der oder die Betroffene zu einer Risikogruppe für COVID-19?
  • Hatte der oder die Betroffene Kontakt zu einem am Coronavirus Erkrankten oder sich in einem Risikogebiet aufgehalten?
  • Besteht eine Ausgangssperre? Wenn ja, wie ist diese geregelt?
  • Sind die Kapazitäten der Praxis/Klinik momentan eingeschränkt?

Muss ich wegen der Corona-Pandemie meine Anschlussheilbehandlung und Reha verschieben?

"Wie sieht das mit den Rehabilitationsmaßnahmen aus? Ich würde am demnächst auf Anschlussheilrehabilitation gehen und weiß nicht was ich machen soll. Ich bin 20 Jahre und habe ein Hodgkin-Lymphom"

Wichtig: Wenn Krankenkassen Patientinnen und Patienten auffordern, einen Reha-Antrag zu stellen, müssen sie diesen grundsätzlich auch während der Corona-Pandemie stellen. Andernfalls könnte der Anspruch auf Krankengeld entfallen.

Die Maßnahmen zu Anschlussheilbehandlung (AHB) finden derzeit (Stand 27.3.2020) weiter statt.

  • Zu bedenken ist hier, dass sich die Situation aufgrund der Corona-Pandemie jederzeit ändern kann.

Anschlussheilbehandlungen müssen, außer bei Bestrahlungen, unmittelbar im Anschluss an einen Klinikaufenthalt erfolgen. Deshalb können sie nicht verschoben werden. Die Patientinnen und Patienten haben jedoch auch später die Möglichkeit eine onkologische Rehabilitation zu beantragen.

Onkologische und medizinische Reha: Die Reha-Kliniken nehmen seit dem 18.03.2020 für 10 Tage keine Patientinnen und Patienten mehr auf. Über die weitere Entwicklung ab dem 28.03.2020 ist aktuell keine Aussage möglich.

  • Patientinnen und Patienten sind nicht verpflichtet eine Rehabilitationsmaßnahme anzutreten: Sie können sich in diesem Fall mit ihrem Rentenversicherungsträger in Verbindung setzen und einen Antrag auf Verschiebung der Reha stellen. Die Verschiebung des Reha-Beginns ist in Folge der Corona-Pandemie für bis zu 9 Monate möglich.
  • Wenn Patientinnen oder Patienten vorzeitig aus der Reha abreisen, sollten sie beachten, dass der Rentenversicherungsträger das Übergangsgeld nicht weiterbezahlt. Patientinnen und Patienten müssen sich dann mit dem Leistungsträger in Verbindung setzen, von dem sie vor der Reha Leistungen bezogen haben: zum Beispiel Krankengeld von der Krankenkasse, Arbeitslosengeld von der Arbeitsagentur, Arbeitslosengeld II vom JobCenter.

Ich habe oder hatte Krebs. Muss ich zur Arbeit gehen?

Informationen und aktuelle Entwicklungen zu den arbeitsrechtlichen Auswirkungen des Coronavirus sind auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zusammengestellt.

"Ich habe Darmkrebs und bekomme eine Chemotherapie in Tablettenform. Dabei geht es mir erstaunlich gut. Soll ich die tägliche Arbeit von 5 Stunden im Betrieb aufgrund des Coronavirus einstellen?"

Die derzeitige Erkrankungswelle mit COVID-19 berechtigt Arbeitnehmer nicht automatisch, ihrer Arbeit fernzubleiben. Das gilt auch für Krebspatientinnen und Krebspatienten unter ambulanter Krebstherapie, die aktuell arbeiten gehen.

  • Wenn es Ihnen nicht gut geht, können Sie das Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt suchen. Er kann dann eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ("Krankmeldung") ausstellen.
  • Wenn es Ihnen gut geht, Sie aber als Krebspatient die Ansteckung fürchten, können Sie gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber versuchen, alternative Lösungen zu finden: Dazu gehören beispielsweise Homeoffice, kreative Arbeitszeitmodelle, Nutzung von Urlaub und Arbeitszeitkonten.
    Ist Homeoffice von Arbeitgeberseite nicht möglich, müssten Sie mit Ihrem Arzt klären, ob Sie tatsächlich zu einer Risikogruppe gehören und ob für Sie durch die Tätigkeit ein erhöhtes Erkrankungsrisiko zu befürchten ist.

"Ich bin 44 Jahre alt und nehme nach meiner Brustkrebstherapie 2018 mit OP und Bestrahlung Tamoxifen ein. Die Coronavirus-Verbreitung macht mich unsicher. Habe ich ein Recht auf Homeoffice?"

Ein gesetzlicher Anspruch auf Homeoffice (Telearbeit) besteht derzeit nicht. Auch gibt es keine ärztliche Bescheinigung, dass Krebspatientinnen oder -patienten wegen des Corona-Virus nicht arbeiten dürfen und dabei weiter Gehalt beziehen können. Betroffene können klären, ob es bei ihrem Arbeitgeber eine Betriebsvereinbarung zum Homeoffice gibt oder ein bestehender Tarifvertrag dazu Regelungen enthält.

  • Wichtig: Entscheidend ist, dass Sie mit Ihrem Arbeitgeber das Gespräch suchen und die Möglichkeiten für Homeoffice mit ihm klären.
  • Auch die Politik hat die Arbeitgeber in der aktuellen Situation aufgefordert, vermehrt die Möglichkeiten des Homeoffice zu gewähren.

Sollte ich mich als Krebspatient gegen Grippe und Pneumokokken impfen lassen?

Zusätzliche Infektionen können den Verlauf einer Coronavirus-Erkrankung entscheidend beeinflussen. Auch wenn eine Pneumokokken- oder Influenza-Impfungen nicht vor COVID-19 schützt, können solche Impfungen Komplikationen wie Lungenentzündungen vermeiden, die eine Versorgung auf einer Intensivstation notwendig machen könnten.

Influenza: Generell empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Grippeimpfung für alle Personen über 60 Jahre und für Risikogruppen, zu denen auch Krebspatienten gehören können.

  • Ob eine Impfung gegen Influenza sinnvoll ist, hängt auch vom Zeitpunkt ab: Um rechtzeitig geschützt zu sein, ist empfohlen, sich im Oktober oder November impfen zu lassen. Eine Impfung kann aber auch zu einem späteren Zeitpunkt noch sinnvoll sein – abhängig vom Verlauf der Grippewelle.

Pneumokokken: Die STIKO empfiehlt ganz allgemein für Personen, die ein erhöhtes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben, eine entsprechende Impfung. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist aber darauf hin, dass Pneumokokken-Impfstoffe in Deutschland aktuell nur sehr eingeschränkt verfügbar sind. Daher rät das RKI den Ärzten zurzeit, vor allem Personen zu impfen, die ein besonders hohes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben. Dazu gehören:

  • Säuglinge und Kleinkinder bis zum Alter von 2 Jahren
  • Personen mit Immunschwäche, Senioren ab 70 Jahren und Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen, etwa COPD und Asthma.

Anfragen zur Influenza- und Pneumokokken-Impfung

"Ich hatte 2017 Brustkrebs und frage mich, ob ich mich angesichts der Corona-Epidemie noch gegen Grippe impfen lassen soll?"

Liegt die Krebserkrankung und deren Behandlung schon einige Jahre zurück, ist für die Frage nach der Grippe-Impfung wichtig, ob das Immunsystem aktuell noch geschwächt ist.

  • Wenn das Immunsystem nicht geschwächt ist: Dann ist entscheidend, ob – unabhängig von der Krebserkrankung – weitere von der Ständigen Impfkommission (STIKO) genannte Risikofaktoren vorliegen, die eine Grippeimpfung ratsam erscheinen lassen.

"Meine 65-jährige Mutter hat Brustkrebs und wird gerade mit Chemotherapie behandelt. Soll sie sich jetzt noch gegen Grippe und Pneumokokken impfen lassen?"

Für Krebspatientinnen und Krebspatienten sind die Pneumokokken-Impfung und die Grippe-Impfung empfohlen, wenn das Immunsystem geschwächt ist – sei es durch die Erkrankung selbst oder durch Medikamente wie hochdosiertes Kortison oder eine Chemotherapie.

Bei der Pneumokokken-Impfung ist möglicherweise auch das Alter ausschlaggebend: Ärzte sollen derzeit vor allem Personen über 70 gegen Pneumokokken impfen.

  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob er Ihnen zu einer dieser Impfungen rät.

Wie kann ich mich als Krebspatient vor einer Corona-Infektion schützen?

Auf der Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) können sich Bürgerinnen und Bürger informieren, wie man sich vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen kann. Die dort empfohlenen Verhaltensmaßnahmen gelten unabhängig davon, ob man gesund oder krank ist.

Für Krebspatientinnen und Krebspatienten sind Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus auch noch einmal in der Nachricht "Coronavirus: Was Krebspatienten beachten sollten" zusammengefasst.

Eine schützende Impfung gegen das Virus SARS-CoV-2 gibt es bislang nicht.

"Bei mir steht in Kürze eine ambulante Radio-Chemotherapie wegen eines Rektumkarzinoms an. Wie kann ich mich vor dem Coronavirus schützen?"

Steht eine Krebstherapie bevor, ist es besonders wichtig, die von der BZgA empfohlenen Verhaltens- und Hygieneregeln einzuhalten. Das gilt insbesondere dann, wenn man eine Krebstherapie erhält, die das Immunsystem schwächt, etwa eine Radio-Chemotherapie. Genauere Auskunft kann dazu der behandelnde Arzt geben.

  • Genauso wichtig: Machen Sie in einer solchen Situation auch Ihre Angehörigen auf die empfohlenen Schutzmaßnahmen aufmerksam und bitten Sie sie um ihre Unterstützung.

"Wo kann ich eine Schutzmaske bekommen? Ich hatte vor 2 Jahren Brustkrebs und die Apotheken haben keine Masken mehr."

Bisher ist nicht erwiesen, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit wirksam vor einer Infektion mit dem Corona-Virus schützt.

Es kann sogar sein, dass das Tragen eines solchen Schutzes in Situationen, in denen dies nicht empfohlen ist, ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelt: Das könnte dazu führen, dass wichtige Empfehlungen vernachlässigt werden, wie etwa die Verringerung von persönlichen Kontakten und eine gute Handhygiene.

  • Wichtig zu wissen: Atemschutzmasken können dazu beitragen, andere vor einer Infektion zu schützen. Da Atemschutzmasken derzeit nur eingeschränkt erhältlich sind, sollten sie in der Regel Berufsgruppen vorbehalten sein, bei denen sich enger körperlicher Kontakt nicht vermeiden lässt, etwa medizinischem Personal oder Pflegekräften.

"Meine Mutter hat 2019 ihre Brustkrebstherapie bekommen und erhält aktuell alle drei Wochen den Antikörper Bevacizumab. Was kann sie neben den schon getroffenen Schutzmaßnahmen (Händewaschen etc.) noch tun?"

Außer die von Experten empfohlene Handhygiene einzuhalten und Menschenansammlungen sowie den Kontakt zu Erkrankten zu vermeiden, können Krebspatienten nicht viel mehr zum Schutz vor COVID-19 tun. Es gibt kein von Experten empfohlenes Mittel, das man zum Schutz gegen das Corona-Virus einnehmen könnte.

Wichtig: Experten warnen aktuell vor Falschmeldungen, sogenannten Fake-News, im Internet: Insbesondere in den sozialen Medien aber auch auf anderen Internetseiten verbreiten sich Gerüchte über Medikamente und Substanzen, die angeblich vor dem Coronavirus schützen sollen.

  • Nehmen Sie keine Medikamente auf eigene Faust und ohne Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein. Das gilt auch für Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Präparate.
  • Viele dieser Substanzen können zu Wechselwirkungen mit der Krebstherapie führen und dadurch den Therapieerfolg gefährden oder Nebenwirkungen der Behandlung verstärken.

Wie kann ich vermeiden, meine krebskranke Angehörige oder meinen krebskranken Angehörigen mit Corona anzustecken?

Möchten Sie Ihre krebskranke Angehörige oder Ihren krebskranken Angehörigen schützen, halten Sie die empfohlenen Schutzmaßnahmen ein.

  • Waschen Sie gründlich und häufig die Hände mit Seife (mindestens 30 Sekunden).
  • Halten Sie die Husten- und Niesregeln ein.
  • Schränken Sie soziale Kontakte soweit wie möglich ein und halten Sie einen Abstand von 1–2 Metern zu anderen Personen.
  • Reinigen Sie gemeinsam genutzte Oberflächen regelmäßig, etwa Türklinken, Lichtschalter, Tastaturen oder Telefone.
  • Nehmen Sie bei ersten Krankheitszeichen wie Husten und Fieber sofort telefonisch oder elektronisch Kontakt mit einem Arzt oder Krankenhaus auf und halten Sie Abstand zu Ihrem an Krebs erkrankten Angehörigen.

Wichtig: Diese Maßnahmen sollten Sie insbesondere dann einhalten, wenn Sie mit einem Krebspatienten zusammenleben, der als Risikopatient gilt.

"Meine Frau ist Krebspatientin und wird derzeit wegen Eierstockkrebs mit Chemotherapie behandelt. Ich arbeite in einer Firma mit vielen Menschen zusammen und habe Angst, dass ich sie anstecke, wenn ich mir das Corona-Virus einfange."

Für Angehörige ist es nicht immer möglich, soziale Kontakte zum Schutz ihrer krebskranken Mitbewohner zu meiden. Das gilt vor allem dann, wenn sie ein Arbeitsumfeld haben, bei dem sie mit vielen Menschen in Kontakt kommen.

  • Möglichkeiten des Homeoffice klären: Arbeitnehmer haben zwar keinen gesetzlichen Anspruch darauf, von zu Hause aus zu arbeiten. Trotzdem können sie dies mit ihrem Arbeitgeber vereinbaren. Vielleicht enthält auch die Betriebsvereinbarung oder der bestehende Tarifvertrag entsprechende Regelungen.
  • Gemeinsam alternative Lösungen finden: Nicht nur Homeoffice, auch kreative Arbeitszeitmodelle, Nutzung von Urlaub und Arbeitszeitkonten können dabei unterstützen, den persönlichen Kontakt mit Kollegen und Kunden zu minimieren. Hier lohnt es sich ebenfalls, mit dem Arbeitgeber ins Gespräch zu kommen.

Darüber hinaus fordert die Bundesregierung angesichts der Corona-Pandemie alle Betriebe auf, aktuell geltende Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen für ihre Mitarbeiter und Besucher umzusetzen.

Ist das Coronavirus über eine Bluttransfusion oder eine Stammzelltransplantation übertragbar?

Derzeit gibt es keinen Hinweis darauf, dass das Coronavirus durch Blut oder Blutbestandteile übertragbar ist. Dazu gehören unter anderem rote Blutkörperchen, Blutplättchen, Blutplasma oder auch Blutstammzellen. Diese Blutprodukte erhalten auch viele Krebspatientinnen und Krebspatienten im Rahmen ihrer Behandlung.

Blut- und Plasmaspenden sind in den vergangenen Wochen der Coronavirus-Pandemie jedoch zurückgegangen. Da kontinuierliche Spenden wichtig sind, damit Patientinnen und Patienten auch künftig gut versorgt werden können, rufen Experten gesunde Spender dazu auf, Blutspendetermine weiterhin wahrzunehmen.

  • Spenderinnen und Spender haben während der Blutspende in der Regel kein erhöhtes Ansteckungsrisiko für das Coronavirus – Hygienestandards in Blutspendeeinrichtungen stellen dies sicher.

Mehr zum Aufruf zur Blutspende und zu den Sicherheitsstandards lesen Sie auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts.

"Mein Vater hat Blutkrebs und soll eine Stammzelltransplantation erhalten. Was passiert, wenn der Spender unerkannt mit dem Coronavirus infiziert war?"

Es besteht derzeit kein Anhalt dafür, sich durch Blutspenden mit dem Coronavirus anzustecken. Generell gilt: Spenderinnen und Spender werden stets zu ihrem Gesundheitszustand befragt und überprüft. Personen mit Anzeichen einer Infektion dürfen prinzipiell kein Blut spenden.

Darüber hinaus gibt es derzeit klare Vorgaben für Blutspender, die Kontakt mit Corona-Infizierten hatten oder selbst erkrankt sind. Sie können für einen festgelegten Zeitraum kein Blut bzw. keine Blutprodukte spenden.

  • Eine weitere Vorsichtsmaßnahme: Stammzellspenden werden derzeit nicht sofort an den Empfänger weitergegeben, sondern zwischengelagert. So kann zusätzlich sichergestellt werden, dass die Spende nur dann verwendet wird, wenn beim Spender in den Tagen nach der Spende keine Anzeichen auf eine Coronavirus-Infektion auftreten.

Dürfen Krebspatienten während der Corona-Pandemie noch auf Feiern gehen oder Gäste einladen?

"Meine 42-jährige Freundin ist an Brustkrebs erkrankt und bekommt gerade eine Chemo. Sie möchte mich und drei Freundinnen zu sich nach Hause einladen, um im kleinen Kreis zu feiern. Ich habe allerdings Bedenken bezüglich einer Ansteckung? Sind meine Bedenken da richtig?"

Egal ob gesund oder krebskrank – die derzeitigen Vorgaben der Bundesregierung zur Beschränkung sozialer Kontakte sind eindeutig und erlauben selbst Feiern im kleinen Kreis nicht mehr. Ausnahmen gelten für Personen, die im selben Haushalt wohnen:

  • Alle sollen die Kontakte zu anderen Menschen – außerhalb der Angehörigen des eigenen Haushalts – auf ein absolut notwendiges Minimum reduzieren.
  • Explizit weist die Bundesregierung darauf hin, dass Gruppen feiernder Menschen auch in Wohnungen und privaten Einrichtungen inakzeptabel sind.

Quellen und Links für Interessierte und Fachkreise