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Wärmebildkameraaufnahme © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Hyperthermie: Wärme gegen Krebs

Kann die Überwärmung Tumoren stoppen?

Seit über hundert Jahren versuchen Ärzte, Krebspatienten durch Überwärmen des Tumorgewebes zu behandeln. Der Fachbegriff dafür lautet Hyperthermie. Diese Wärmeanwendung soll Krebszellen zerstören und den Tumor empfindlicher machen, beispielsweise gegenüber einer Chemo- oder einer Strahlentherapie.
Doch noch sind viele Fragen offen. Trotz der langjährigen wissenschaftlichen Arbeit ist die Überwärmung bis heute kein Standardverfahren der Krebsbehandlung. Und: Der Begriff Hyperthermie umfasst eine ganze Reihe zum Teil sehr unterschiedlicher Verfahren – die Spanne reicht von klinischen Studien an großen Krebszentren bis hin zu mehr oder weniger seriösen Anwendungen im Rahmen der "Alternativmedizin".

Dieser Text bietet Krebspatienten, Angehörigen und Interessierten einen ersten Überblick zum Thema Hyperthermie. Informationen aus dem Internet können eine ärztliche Beratung allerdings nicht ersetzen.

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Quellen und Links

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Hyperthermie – ein Überblick: Was versteht man darunter in der Krebsmedizin?

Künstliches Fieber oder Hyperthermie - wo ist der Unterschied?
Früher experimentierten Ärzte zur Krebstherapie mit künstlich erzeugtem Fieber. Sie nutzten dazu Chemikalien oder natürliche "pyrogene" Stoffe, etwa aus Bakterien, die einen starken Anstieg der Körpertemperatur bewirkten. Dies hat sich als zu gefährlich erwiesen. An der Wirkung von Fieber auf das Immunsystem wird jedoch weiter geforscht.

Bei der Hyperthermie geht es in der Krebsmedizin heute vor allem um die gezielte Überwärmung des Körpers oder einzelner Körperpartien von außen.

Wie wird Hyperthermie zur Krebstherapie heute angewendet?
Heute wird Patientinnen und Patienten Energie zugeführt, die den Körper oder die von einem Tumor betroffenen Organe und Gewebe aufheizt. Um die Temperatur zu steigern, wenden Ärzte vor allem elektromagnetische Wellen an: Mikrowellen oder Radiowellen, oder auch Ultraschall. Es ist auch möglich, das Körperinnere mit einer erwärmten Flüssigkeit zu spülen. Ein Beispiel ist das Spülen der Bauchhöhle oder der Blase mit erhitzten Chemotherapie-Lösungen. Wärmebetten oder -kissen werden nur selten eingesetzt.

Wie heiß muss das Gewebe sein, damit Krebszellen reagieren?
Erprobt wird je nach angewandter Methode eine künstliche Temperatursteigerung auf Werte zwischen 40 und etwa 43 Grad Celsius, selten mehr. Fachleute unterscheiden außerdem zwischen Ganzkörperhyperthermie und einer nur lokalen oder regionalen Hyperthermie: Lokal oder regional bedeutet, dass die Wärmeanwendung auf das erkrankte Organ oder die erkrankte Körperpartie beschränkt bleibt.

Was man noch wissen sollte
Viele Patienten benötigen während der eigentlichen Hyperthermie Beruhigungs- und Schmerzmittel oder eine leichte Narkose. Hinzu kommen je nach Verfahren kleinere oder größere Eingriffe: etwa um Sonden zur Temperaturkontrolle direkt in den Tumor einzubringen.

Kann Hyperthermie helfen? Was versprechen sich Anbieter?

Junger Patient mit Arzt beim Aufklärungsgespräch im Krankenhaus. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Die Hyperthermie ist bis heute kein Standardverfahren - Beratung ist wichtig. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Wie wirkt die Therapie?
Kein Ziel der meisten Hyperthermie-Verfahren: die Krebszellen direkt durch die Wärme abzutöten. Die dazu notwendigen, noch höheren Temperaturen würden auch gesundes Gewebe schädigen und Betroffene sogar gefährden.
Was passiert stattdessen?
Tumorzellen sollen durch den "Hitzestress" empfindlicher werden: gegenüber natürlichen Abbauprozessen, vor allem aber empfindlicher für eine begleitende Strahlen- oder Chemotherapie.

Wie groß ist der Nutzen für Patientinnen und Patienten?
Vergleichsweise gut belegt sind Wirkung und mögliche Nebenwirkungen bisher vor allem für die Kombination von Überwärmung und Chemotherapie.
Doch das gilt nicht für alle Krebsarten: Am besten weiß man über den Nutzen für Betroffene mit Weichteilsarkomen Bescheid.
Zu einigen wenigen anderen Krebsarten gibt es immerhin erste Einschätzungen des Nutzens durch Experten, etwa in Leitlinien für Ärzte.

Für die meisten Patientinnen und Patienten gilt jedoch: Noch sind viele Fragen zur Hyperthermie offen – auch zu möglichen Nebenwirkungen und Belastungen.

Ist die Hyperthermie sicher?
Als Risiko gilt vor allem, dass sich die Ausbreitung der Wärme im Gewebe bei vielen Anwendungen noch nicht gut genug kontrollieren lässt: also die Frage, ob es im Tumor "heiß" genug ist, gesundes Gewebe aber nicht geschädigt wird. Auch für Herz und Kreislauf ist die Hyperthermie in der Regel eine Belastung.

Weitere Forschung nötig

Auch wenn viel geforscht wird: Die Hyperthermie ist bisher kein Standardverfahren, das für jeden Patienten und bei allen Krebsformen infrage käme. Die Überwärmung, allein oder in Kombination mit Chemo- oder Strahlentherapie, sollte möglichst nur in klinischen Studien oder zumindest unter streng kontrollierten wissenschaftlichen Bedingungen erfolgen.

Ob die Behandlung bei solchen klinischen Prüfungen kostenlos ist, oder ob die Krankenkasse die Kosten für eine Hyperthermie übernimmt - das sollten Krebspatienten auf jeden Fall vorab klären:

  • Gesetzliche wie private Krankenversicherungen sind zunächst nicht verpflichtet, für eine Hyperthermie-Behandlung die Kosten zu tragen. Dies gilt auch für klinische Studien.
  • Ausnahmen sind möglich, wenn die Kassen sich aus Kulanz dazu entschließen oder ein Vertrag mit dem jeweiligen Studienanbieter besteht.

Patienten stoßen allerdings auch auf Anbieter, die eine Hyperthermie außerhalb von Studien und nicht unter entsprechend kontrollierten Bedingungen anbieten. Bei einer solchen alternativmedizinischen oder komplementärmedizinischen Anwendung ist die Klärung der Kostenübernahme - möglichst vorab - besonders wichtig.

Informieren vor der Behandlungswahl: Checkliste für das Arztgespräch

Wie lässt sich beurteilen, ob die Hyperthermie für einen Patienten oder eine Patientin sinnvoll ist? Und: Welche Methode der Überwärmung ist im konkreten Fall geeignet?

Dies hängt vor allem von zwei Fragen ab, die man an die Ärzte richten sollte:

  • Gibt es zu meiner Krebsart gute wissenschaftliche Veröffentlichungen zur Hyperthermie?
  • Wie beurteilen Experten den Nutzen in meiner ganz persönlichen Krankheitssituation, zum Beispiel in fachlichen Leitlinien?

Sofern es überhaupt Antworten auf diese Fragen gibt, kommen weitere wichtige Punkte hinzu:

  • Soll die Hyperthermie gleichzeitig mit einer Chemotherapie oder Bestrahlung angewendet werden oder allein?
  • Steigen bei mir durch das Überwärmen die Heilungschancen?
  • Oder kann ich mir nur einen Krankheitsaufschub erwarten?

Betroffene müssen wissen, dass diese Fragen für die meisten Krebsarten derzeit nicht beantwortet werden können. Dies gilt vor allem dann, wenn Hyperthermie nicht die gängige Standardbehandlung erweitern soll, als komplementäres Verfahren, sondern als alleiniges, alternativmedizinisches Angebot gedacht ist.
Auch die möglichen Nebenwirkungen der Überwärmung müssen bei dieser Abwägung berücksichtigt werden. Pauschale Auskünfte sind daher nur schwer oder gar nicht möglich.

Hintergrund: Verschiedene Varianten der Hyperthermie-Behandlung

Lokale oder Oberflächen-Hyperthermie

Der betroffene Bereich wird von außen mit Ultraschall, Radio- oder Mikrowellen "bestrahlt". Die lokale Hyperthermie kann bei oberflächlichen, dicht unter der Haut liegenden Tumoren oder oberflächlichen Metastasen zum Einsatz kommen.
Sie lässt sich allein anwenden, allerdings wird sie heute meist mit anderen Therapieverfahren kombiniert, etwa einer Chemotherapie oder einer Bestrahlung.
Der Ablauf ist ähnlich wie bei einer Bestrahlung, dauert allerdings länger: Man liegt während der Anwendung auf einer Liege unter dem Hyperthermiegerät.

Ein Beispiel für die Anwendung – bisher aber ohne festen Stellenwert – ist ein lokaler Rückfall bei Patientinnen mit Mammakarzinom, vor allem mit sogenannten Brustwandrezidiven.
Die Oberflächenhyperthermie wird hier mit einer Strahlentherapie kombiniert.
Die Idee dahinter: Da die Wärme die Wirkung der Radiotherapie verstärkt, können mit einer niedrigen Strahlendosis eventuell sogar Frauen bestrahlt werden, die bereits zuvor eine Bestrahlung dieser Körperregion hatten und eine normale Dosis nicht noch einmal verkraften würden.
Diese Anwendung ist allerdings kein Standard.

Regionale (Tiefen-) Hyperthermie

Nicht nur der eigentliche Tumor, sondern größere Körperregionen werden erwärmt. So sollen auch tiefer liegende Tumoren und Metastasen erreicht werden.

Zwei Beispiele:
Bei Tumoren des Enddarms (Rektumkarzinom) liegen der Beckenbereich und der Unterbauch im Hyperthermie-Feld.
Bei Weichteilsarkomen an den Extremitäten wird das gesamte betroffene Bein oder der betroffene Arm behandelt.

Bei der regionalen Hyperthermie arbeiten Ärzte und Medizinphysiker heute meist mit elektromagnetischen Wellen. Moderne Hyperthermie-Einheiten bestehen aus einem sogenannten Ringapplikator, der elektromagnetische Wellen erzeugt.
Als Patient liegt man auf einer Liege in einer Art Ring, der die eigentlichen Strahler trägt. Sie erzeugen durch geeignete Steuerung eine – in Grenzen – kontrollierbare Erwärmung. Um die elektromagnetischen Wellen zu leiten, ist man außerdem in eine Art Wasserkissen gebettet.

Überhitzungen im Normalgewebe lassen sich weitgehend vermeiden, die hohe Temperatur bleibt so größtenteils auf den Tumor beschränkt.

Auch hier gilt: Ein Standardverfahren sind diese Anwendungen noch nicht, auch wenn die Datenlage zum Nutzen vor allem für Weichteilsarkome vergleichsweise gut ist.

Interstitielle Hyperthermie

"Antennen" oder Sonden werden in den Tumor oder an dessen Oberfläche gebracht, die eine Erwärmung direkt im Inneren der Geschwulst ermöglichen. Dieses Verfahren zählt ebenfalls zur regionalen Hyperthermie.

Je nach Situation können die Sonden über natürliche Körperöffnungen an den Tumor herangeführt werden, etwa über die Speiseröhre oder Darm.
Ist dies nicht möglich, erhält man als Patient vor der Platzierung der Sonden eine örtliche Betäubung oder eine leichte Narkose.
Angewendet wird diese Form der Hyperthermie bei den meisten Patienten in Kombination mit Brachytherapie, also einer Bestrahlung ebenfalls "von innen".

Zwei Beispiele:
Diese Form der Hyperthermie kann etwa bei fortgeschrittenen und wiederkehrenden Kopf-Hals-Tumoren infrage kommen, oder bei Männern mit Prostatakarzinomen.
Auch hier soll sie jedoch nur unter Studienbedingungen eingesetzt werden, so die Empfehlung der Fachgesellschaften – eine bewährte Standardtherapie ist die Hyperthermie nicht.

Ganzkörperhyperthermie

Der gesamte Körper wird erwärmt. Früher nutzten Ärzte dazu heißes Wasser oder flüssigkeitsgefüllte Polster oder Decken und ähnliche Verfahren. Heute kommt auch die Überwärmung mit elektromagnetischen Wellen oder Infrarot infrage.

Das Ziel: Dieser Ansatz wird zur Behandlung von Krebserkrankungen untersucht, die bereits im Körper gestreut und Metastasen gebildet haben.

Was man wissen sollte: Zu Nutzen und Nebenwirkungen der Ganzkörperhyperthermie sind noch deutlich mehr Fragen offen als zu lokalen oder regionalen Verfahren. Deshalb sollte sie auch nur unter Studienbedingungen eingesetzt werden. Tatsächlich wird sie derzeit aber hauptsächlich in der Alternativ- oder Komplementärmedizin propagiert.

Hyperthermie mit magnetisierbaren Nanopartikeln, "Nano-Krebs-Therapie"

Bei dieser Form der Hyperthermie werden winzige Teilchen aus Eisen verwendet, sogenannte Nanopartikel. Diese Teilchen können sich, abhängig von ihrer chemischen "Verpackung", besonders gut in Tumorgewebe anreichern. Bei manchen Ansätzen bringen die Ärzte magnetisierbare Nanoteilchen auch direkt in den Tumor ein.
Über ein elektromagnetisches Feld lässt sich eine Erhitzung dieser Teilchen steuern.

Die zukünftige Bedeutung dieses Ansatzes lässt sich derzeit noch nicht abschätzen - bisher liegen hauptsächlich vorklinische, hochexperimentelle Tests vor.
Ein Beispiel: Klinische Studien wurden bisher überwiegend bei Patienten mit Hirntumoren durchgeführt.

Hypertherme Perfusion und HIPEC

Eher als Abwandlung der Chemotherapie denn als Hyperthermie im eigentlichen Sinn gelten zwei weitere Verfahren.

Bei der hyperthermen Perfusion zur regionalen Hyperthermie erhält man als Patientin oder Patient eine erwärmte Flüssigkeit, zum Beispiel eine Chemotherapie-Lösung: Sie wird durch die zuführenden Adern des mit Krebs betroffenen Körperteils gespült.
Dieser Ansatz ist in der Regel mit einem operativen Eingriff verbunden, der auch eine Narkose voraussetzt. Die Perfusion ist wie viele dieser Hyperthermie-Verfahren kein Standard.

Bei der hyperthermen intraperitonealen Chemotherapie (HIPEC) ist die Anwendung etwas anders: Hier werden Körperhöhlen mit heißer Chemotherapie-Lösung gespült.
Bei dem wichtigsten Beispiel handelt es sich um eine hypertherme Perfusion, die bei Befall des Bauchfells (Peritoneum) durch Tumorzellen angewandt wird. Nach der Entfernung des im Bauchraum befindlichen Tumors, zum Beispiel eines Magen- oder Bauchspeicheldrüsenkrebses oder bei Eierstockkrebs, wird die Chemotherapie-Lösung erhitzt und zur Spülung des Bauchraumes verwendet.
Ein weiteres Beispiel: Auch eine überwärmte Spülung der Harnblase wird von Fachleuten diskutiert.
Bei HIPEC handelt es sich ebenfalls um eine Therapieform, die laut der Einschätzung von Fachleuten nur im Rahmen von Studien durchgeführt werden sollte.

Therapie mit Wärme – trotzdem keine Hyperthermie im engeren Sinn

Im weiteren Sinn arbeiten auch einige andere Verfahren mit der gezielten Überwärmung von Gewebe. Hier handelt es sich aber eher um eine Art "Verkochen" und nicht um Hyperthermie. So nutzen beispielsweise die hochfrequenzinduzierte Thermotherapie (HITT) und die laserinduzierte Thermotherapie (LITT) extreme.

Bei der HITT schieben die Ärzte während eines kleinen Eingriffs eine Nadelelektrode in den Tumor des Patienten. Meist reicht eine örtliche Betäubung oder eine leichte Narkoseform. Im Tumor erzeugt die Elektrode Temperaturen zwischen 56 und 100 Grad Celsius, bei denen Gewebe unmittelbar geschädigt wird.

Bei der LITT wird ein Glasfaser-Lichtleiter ins Tumorgewebe vorgeschoben. Das Gewebe wird dann durch langwelliges Laserlicht erhitzt und zerstört. Die Temperaturen liegen wie bei der HITT in einem Bereich, der Gewebe direkt zerstört.

Beide Eingriffe, HITT wie LITT, kommen nur bei wenigen Tumorarten infrage und sind bisher keine wirkliche Alternative zu einer Operation. Die meiste Erfahrung liegt bei Patienten mit Lebermetastasen oder Leberkrebs vor.

Bei der HIFU werden Ultraschallwellen gebündelt und zur Erhitzung von Tumorgewebe verwendet. Dieser "hochintensive fokussierte Ultraschall" (HIFU) wird meist nur zur Behandlung von Prostatakarzinomen eingesetzt und ist ebenfalls kein Standard.

Hohe Temperaturen, begleitende Therapien: Mögliche Nebenwirkungen und Risiken

Das kann passieren: Unerwünschte Temperaturerhöhungen im gesunden Gewebe stellen bis heute eines der wichtigsten Probleme dar, auch wenn Patienten je nach Anwendung meist nur mit Rötungen oder Schwellungen der Haut in der behandelten Region des Körpers rechnen müssen.
Echte Verbrennungen sind bei guter Kontrolle selten, wenn auch nicht ausgeschlossen.
Möglich sind außerdem vorübergehende und manchmal auch länger anhaltende Schmerzen in der überwärmten Region. Belastend ist die Hyperthermie außerdem für Herz und Kreislauf. Vor allem die Ganzkörperhyperthermie ist deshalb für Patienten mit Vorerkrankungen oft ausgeschlossen.

Das lässt sich dagegen tun: Experten fordern, dass Patienten während der Behandlung gut überwacht werden - um die Temperatur im Zielgewebe zu kontrollieren, um bei Bedarf betroffene Gewebe rasch zu kühlen oder bei Schmerzen schnelle Linderung durch geeignete Medikamente zu gewährleisten.
Manchmal ist es auch notwendig, die Therapie bei zu starken Nebenwirkungen ganz abzubrechen.
Die Ganzkörperhyperthermie erfordert unter Umständen sogar eine intensivmedizinische Überwachung.

Hyperthermie in Kombination mit anderen Verfahren

Wird eine Hyperthermie-Behandlung zusammen mit einer Chemotherapie und/oder Bestrahlung angewendet, müssen Patienten und Patientinnen außerdem mit den Nebenwirkungen dieser Behandlungsansätze rechnen.
Da die Hyperthermie die Wirkung beider Verfahren verstärken soll, können auch die Nebenwirkungen ausgeprägter werden, mehr darüber in den Texten zu "Chemotherapie" und "Strahlentherapie".

Biologische Effekte der Hyperthermie: Was weiß man bisher?

Was bewirkt die Hitze an sich? In Versuchen wurde gezeigt, dass Temperaturen von mindestens 42,5 bis 43 Grad Celsius über einen Zeitraum von etwa 40 bis 60 Minuten nötig sind, um Krebszellen abzutöten.
Bei niedrigeren Temperaturen sind längere Behandlungszeiten nötig, um Zellen zu schädigen.

Hyperthermie wird heute meist zusätzlich zu Bestrahlung und Chemotherapie eingesetzt. In klinischen Studien konnte eine verstärkende Wirkung der Hyperthermie beobachtet werden.
Die zugrunde liegenden biologischen Zusammenhänge sind vielschichtig, bislang aber nur teilweise aufgeklärt.

Hitzeschockproteine: Signal für das Immunsystem

Bei lang andauernder und/oder wiederholter Hyperthermiebehandlung bilden Zellen in Temperaturbereichen von etwa 41 bis 43 Grad Celsius sogenannte Hitzeschockproteine (HSP), auch Stresseiweiße genannt. Diese Proteine sind Signale für die körpereigenen Killerzellen des Immunsystems, "angeschlagene" Zellen abzubauen.

Die Hyperthermie außerhalb klinischer Studien: Vorwiegend alternative Anbieter

Die Hyperthermie wird in Deutschland nicht nur in klinischen Studien und in größeren, wissenschaftlich orientierten Krankenhäusern angeboten. Es gibt niedergelassene Ärzte und kleinere Kliniken außerhalb der universitären Forschung, die gezielt mit dem Angebot einer Hyperthermie werben: Meist sind ihre Verfahren eingebettet in ein sogenanntes alternatives Behandlungskonzept.

Hier gilt für Krebspatienten ganz besonders: Ob die Kosten für eine Behandlung von der Versicherung getragen werden, sollte unbedingt vorab geklärt sein. Eine Rolle spielt hier beispielsweise auch, ob der Anbieter überhaupt eine Kassenzulassung besitzt und gewisse Mindeststandards der Behandlung nachweisen kann.

Entscheiden man sich trotzdem für eine Hyperthermie als alternativmedizinische oder komplementäre Behandlung, sollte man wissen: 

  • Mögliche Risiken fallen in weit größerem Umfang in den eigenen Verantwortungsbereich, als dies bei einer klinischen Studie der Fall wäre.
  • Dies bedeutet auch: Kommt es zu Zwischenfällen, sollten man als Patient zumindest wissen, wo man schnelle Hilfe und bei Bedarf auch eine Notfallversorgung erhält.

Es gibt Berichte über Anbieter, bei denen die qualitative Durchführung der Hyperthermie und die sorgfältige Überwachung behandelter Patienten möglicherweise nicht ausreichend sichergestellt waren.

Mehr wissen über Hyperthermie: Links und Fachinformationen