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Hautkrebs © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Hautkrebs

Weißer und schwarzer Hautkrebs

Letzte Aktualisierung: 18.07.2019

Hautkrebs – dieser Begriff ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Tumorerkrankungen der Haut. Ihr biologisches Verhalten ist unterschiedlich, und die einzelnen Krebsformen werden unterschiedlich behandelt. Dieser Text bietet einen kurzen Überblick über die verschiedenen Krebserkrankungen der Haut. Informationen aus dem Internet können eine persönliche Beratung durch Ärzte und weitere Fachleute jedoch nicht ersetzen.

Aufbau der Haut © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Aufbau der Haut © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Zu den Hauttumoren gehören die vergleichsweise häufigen Basalzellkarzinome, auch Basaliome genannt. Sie gehen von der Basalzellschicht der Haut aus.

Ebenfalls häufig treten Plattenepithelkarzinome auf, weitere Bezeichnungen dafür sind Spinaliom oder Spindelzellkarzinom. Diese Hautkrebsformen bezeichnet man auch als "hellen" oder "weißen" Hautkrebs. Sie metastasieren sehr selten und haben deshalb in der Regel eine gute Prognose.

Experten schätzen, dass im Jahr 2016 rund 230.000 Menschen an weißem Hautkrebs erkrankten. Dabei waren ungefähr 172.500 Menschen von einem Basalzellkarzinom und etwa 57.500 Menschen von einem Plattenepithelkarzinom betroffen.

Als wichtigste Risikofaktoren gelten

  • ein heller Hauttyp,
  • die Belastung der Haut mit UV-Strahlung von Sonne und Solarien,
  • Schäden der Haut, die beispielsweise nach einer Strahlentherapie oder durch ionisierende Strahlung im Allgemeinen auftreten können, oder
  • eine langjährige Arsenbelastung, etwa aus dem beruflichen Umfeld.
  • Auch Medikamente, die die körpereigene Abwehr unterdrücken, beeinflussen das Risiko an weißem Hautkrebs zu erkranken.

Behandlung

Diese Tumoren können Ärzte bei den meisten Betroffenen operativ entfernen. Dann wird das entnommene Gewebe unter dem Mikroskop untersucht, um den genauen Tumortyp festzustellen und zu prüfen, ob alle Tumoranteile entfernt wurden.

Ist eine chirurgische Entfernung nicht möglich, dann kommen andere Behandlungsformen infrage. Das kann eine Strahlentherapie sein oder örtlich zerstörende Verfahren wie zum Beispiel eine Vereisung (Kryotherapie). Auch eine äußerlich auf die Haut aufgetragene Chemo- oder Immuntherapie kann für Betroffene infrage kommen.

Bei sehr wenigen Patienten bildet ein heller Hautkrebs Absiedlungen in anderen Organen. Betroffene erhalten dann eine Behandlung, die im ganzen Körper wirkt. Für Patienten mit einem Basalzellkarzinom kommt eine zielgerichtete Therapie infrage. Für Betroffene mit einem Plattenepithelkarzinom stehen zum Beispiel eine Chemotherapie oder eine Immuntherapie mit einem sogenannten Immun-Checkpoint-Hemmer zur Verfügung.



Einen anderen Verlauf als beim weißen Hautkrebs beobachten Mediziner beim Melanom, dem "schwarzen Hautkrebs". Diese Hautkrebsform ist gefährlicher, da sich die Krebszellen rasch über das Lymphgefäßsystem oder die Blutbahn im Körper ausbreiten können.

Maligne Melanome sind seltener als Basalzellkarzinome oder Plattenepithelkarzinome: 2016 erkrankten nach Angaben der Gesellschaft der Epidemiologischen Krebsregister und des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert-Koch-Institut in Deutschland etwa 23.200 Menschen an einem Melanom. Weltweit steigen allerdings die Erkrankungszahlen – vor allem dort, wo hellhäutige Menschen einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind und sich dieser in ihrer Freizeit auch bewusst aussetzen.

Als wichtigste Risikofaktoren gelten

  • viele Pigmentflecken,
  • ein heller Hauttyp und
  • die Belastung der Haut mit UV-Strahlung von Sonne und Solarien.
  • Auch Erkrankungen bei nahen Verwandten spielen eine Rolle für das individuelle Melanomrisiko.

Behandlung

Die wichtigste Therapie beim malignen Melanom ist die Operation. Dabei entfernen die Ärzte den Tumor möglichst vollständig, manchmal auch nahegelegene Lymphknoten. Eine Strahlentherapie erhalten nur Betroffene, bei denen eine Operation nicht möglich oder sinnvoll ist.

Um den Heilungserfolg zu verbessern, kann eine ergänzende medikamentöse Behandlung sinnvoll sein. Man bezeichnet sie als adjuvante Therapie. Das kann eine Immuntherapie oder eine zielgerichtete Therapie sein.

Patienten mit Metastasen oder Tumoren, die nicht operiert werden können, werden je nach Tumoreigenschaften behandelt. Sie erhalten eine Immuntherapie oder eine Behandlung mit zielgerichteten Wirkstoffen, selten auch eine Chemotherapie.

Operiert werden einzelne Tumorabsiedlungen meist nur dann, wenn man sie vollständig entfernen kann. Eine Bestrahlung von Metastasen kann Beschwerden lindern. Darüber hinaus können die Ärzte verschiedene andere örtliche Therapieformen einsetzen, zum Beispiel eine lokale Immun- oder Chemotherapie.



Es gibt weitere Tumorarten, die in der Haut entstehen können. Diese kommen allerdings sehr selten vor. Dazu gehören kutane Lymphome, Merkelzellkarzinome und Karzinome der Schweiß- und Talgdrüsen.



Quellen zum Weiterlesen (Auswahl)

Leitlinien und Fachempfehlungen

S3-Leitlinie Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut von 2019, abrufbar bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/032-022OL.html. Eine Patientenleitlinie ist bislang nicht verfügbar.

S3-Leitlinie Malignes Melanom von 2018, abrufbar bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/032-024OL.html. Eine allgemein verständliche Version findet sich als "Patientenleitlinie" unter www.leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien/melanom/.

S3-Leitlinie Prävention von Hautkrebs von 2014, abrufbar bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/032-052OL.html. Patientenleitlinie "Prävention von Hautkrebs" des Leitlinienprogramms Onkologie: www.leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien/hautkrebspraevention/

Weitere Leitlinien zum Thema Hautkrebs finden sich auf der Seite der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO, www.ado-homepage.de, Stichwort: "Leitlinien").

Epidemiologie

Die Broschüre "Krebs in Deutschland 2015/2016" ist eine gemeinsame Veröffentlichung des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert-Koch-Institut und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID). Diese Broschüre ist erhältlich über die regionalen Krebsregister. Im Internet steht sie unter www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_node.html und www.gekid.de zur Verfügung.

Fachartikel

Bath-Hextall FJ, Perkins W, Bong J, Williams HC. Interventions for basal cell carcinoma of the skin. Cochrane Database Syst Rev. 2007 Jan 24;(1):CD003412. doi: 10.1002/14651858.CD003412.pub2

Dobos G, Farmer K, Gutzmer R, Kiecker F, Ulrich C. Malignes Melanom – Früherkennung, Diagnostik und Nachsorge. Onkologe 2018; 24: 453–463. doi: 10.1007/s00761-018-0379-y.

Garbe C, Keim U, Eigentler TK, Amaral T, Katalinic A, Holleczek B, Martus P, Leiter U. Time trends in incidence and mortality of cutaneous melanoma in Germany. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2018 Nov 2. doi: 10.1111/jdv.15322. [Epub ahead of print]

Garbe C, Peris K, Hauschild A, Saiag P, Middleton M, Bastholt L, Grob JJ, Malvehy J, Newton-Bishop, Stratigos AJ, Pehamberger H, Eggermont AM. Diagnosis and treatment of melanoma. European consensus-based interdisciplinary guideline - Update 2016. Eur J Cancer. 2016 Aug;63:201-17. doi: 10.1016/j.ejca.2016.05.005. Epub 2016 Jun 29.

Madan V, Lear JT, Szeimies RM. Non-melanoma skin cancer. Lancet. 2010 Feb 20;375(9715):673-85. doi: 10.1016/S0140-6736(09)61196-X.

Potrony M, Badenas C, Aguilera P, Puig-Butille JA, Carrera C, Malvehy J, Puig S. Update in genetic susceptibility in melanoma. Ann Transl Med. 2015 Sep;3(15):210. doi: 10.3978/j.issn.2305-5839.2015.08.11.

Erstellt: 17.05.2019