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Lungenkrebs

Lungenkrebs: Symptome und Früherkennung

Letzte Aktualisierung: 08.12.2022
  • Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) ist eine sehr häufige Krebserkrankung, die sich allerdings erst vergleichsweise spät durch Beschwerden bemerkbar macht. Symptome von Lungenkrebs sind beispielsweise Husten, Gewichtsverlust, Luftnot oder Schmerzen in der Brust oder den Knochen.
  • Vor allem Menschen, die ein hohes Risiko für Lungenkrebs haben, sollten daher wichtige Warnzeichen kennen und bei anhaltenden Beschwerden zum Arzt gehen.
  • Derzeit prüfen Fachleute, unter welchen Voraussetzungen starken Raucherinnen und Rauchern eine Lungenkrebs-Früherkennung mit strahlungsarmer Computertomographie (Niedrigdosis-CT) angeboten werden kann.
Damit sollten Sie zum Arzt gehen

Husten, Gewichtsverlust, Luftnot oder Schmerzen in der Brust oder den Knochen können auf Lungenkrebs hinweisen.

Ein Lungenkarzinom verursacht im frühen Stadium nur selten Beschwerden. Kleine Tumoren werden fast immer zufällig entdeckt, zum Beispiel bei einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs aus anderem Anlass.

Umso wichtiger ist es, vor allem für Raucherinnen und Raucher, Symptome ernst zu nehmen und mit einem Arzt oder einer Ärztin zu besprechen, wenn die Beschwerden anhalten.

Die Krankheitszeichen von Lungenkrebs sind oft nicht eindeutig. Hinter vielen Warnzeichen können Lungenkrebs oder andere schwerwiegende Lungenprobleme stehen, aber auch harmlosere Erkrankungen, etwa eine chronische Bronchitis. Die Angst vor Krebs sollte nicht verhindern, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen.

Diese Symptome können auf Lungenkrebs hinweisen

  • Husten
  • Gewichtsverlust
  • Luftnot
  • Brustschmerzen
  • blutiger Auswurf beim Husten
  • Knochenschmerzen
  • Trommelschlegelfinger (eine Verdickung der Fingerspitzen)
  • Fieber
  • Schwächegefühl

Detailwissen: Beschwerden durch Metastasen und Syndrome

Wenn der Tumor sich über die Lunge hinaus ausgebreitet hat, können Metastasen die Symptome verursachen. Bei nicht wenigen Betroffenen sind diese Beschwerden sogar der erste Hinweis auf die Erkrankung:

  • Bei Befall der Knochen leiden Patienten häufig unter Schmerzen, die zunächst zum Beispiel als "Arthrose" gedeutet werden.
  • Ist die Leber betroffen, kommt es oft zu Gewichtsverlust, Schwäche und Müdigkeit, ebenfalls eher unspezifische Symptome.
  • Metastasen im Gehirn können neurologische Symptome verursachen, zum Beispiel Lähmungen, Kopfschmerzen, aber auch Verwirrtheit, Krampfanfälle oder Wesensveränderungen.

Bei manchen Patienten sind sogenannte paraneoplastische Syndrome das erste Zeichen für Lungenkrebs: Dabei handelt es sich um Beschwerden, die nicht direkt durch das Tumorwachstum oder das Wachstum von Tumormetastasen ausgelöst werden.

Ursache der Beschwerden sind vermutlich vom Tumor freigesetzte Hormone oder hormonähnliche Stoffe oder aber eine Immunreaktion des Körpers gegen den Tumor.

Entsprechende Beschwerden treten vermutlich etwa bei 1 von 10 Patientinnen und Patienten mit einem kleinzelligen Lungenkarzinom auf. Die Beschwerden können für den Arzt wegweisend für die Diagnose sein.

Zu den Symptomen eines paraneoplastischen Syndroms können zum Beispiel gehören:

  • Blutarmut
  • zu viel Kalzium im Blut (Hyperkalziämie)
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Trommelschlegelfinger (eine Verdickung der Fingerspitzen)
  • Gewichtsverlust
  • neurologische Beschwerden
  • Hautveränderungen
Wichtig zu wissen

Bisher gibt es in Deutschland noch keine geregelte Früherkennung für Lungenkrebs.

Wie bei vielen anderen Krebsarten gilt auch bei Lungenkrebs: Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto höher sind rein statistisch die Heilungschancen für Betroffene.

Für die Früherkennung von Lungenkrebs infrage kommt eine strahlungsarme Computertomographie (Niedrigdosis-CT): Derzeit prüfen Experten, unter welchen Voraussetzungen in Deutschland eine Niedrigdosis-CT zur Lungenkrebs-Früherkennung angeboten werden kann. Sie wird sich voraussichtlich an beschwerdefreie starke Raucherinnen und Raucher in einem Alter zwischen 50 und höchstens 75 Jahren richten.

Von anderen Verfahren zur Lungenkrebs-Früherkennung raten Fachleute hingegen ab: Dazu gehören das Röntgen des Brustraumes, eine mikroskopische Untersuchung von abgehustetem Schleim (Sputum), eine Lungenspiegelung oder die Bestimmung von Tumormarkern.

Nutzen und Risiken der Niedrigdosis-CT zur Früherkennung von Lungenkrebs

Ein Computertomograph ist ein ringförmiges Untersuchungsgerät mit einer Untersuchungsliege, die den Patient in das Gerät fährt.
Ein Computertomograph nutzt Röntgenstrahlen, um ein Abbild des Körperinneren zu erzeugen. © Alejandro Camacho, Thinkstock

So läuft die Untersuchung ab: Bei der strahlungsarmen Computertomographie (Niedrigdosis-CT) werden mithilfe von Röntgenstrahlen Schnittbilder des Körpers erstellt. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Auf den Schnittbildern suchen die Ärzte nach krebsverdächtigen Veränderungen in der Lunge.

Die Strahlenbelastung ist bei der Niedrigdosis-CT im Vergleich zur normalen Computertomographie geringer: Sie beträgt nur etwa ein Fünftel bis ein Viertel der Dosis.

Vorteile einer Lungenkrebs-Früherkennung mit Niedrigdosis-CT

  • Bessere Behandlungsmöglichkeiten: Durch eine strahlungsarme Computertomographie (Niedrigdosis-CT) kann Lungenkrebs mit hoher Sicherheit erkannt werden, bevor Krankheitszeichen auftreten. In frühen Krankheitsstadien stehen mehr Behandlungsmöglichkeiten zur Heilung zur Verfügung: Ist der Tumor noch klein, kann er zum Beispiel operativ entfernt werden.
  • Bessere Überlebenschance: Je früher Lungenkrebs entdeckt wird, desto erfolgreicher ist die Behandlung. Studien haben gezeigt: Die Sterblichkeit durch Lungenkrebs lässt sich durch eine Lungenkrebs-Früherkennung mit Niedrigdosis-CT senken.

Nachteile einer Lungenkrebs-Früherkennung mit Niedrigdosis-CT

  • Überdiagnose und Übertherapie: Es werden Tumoren gefunden, die ohne Früherkennungsuntersuchung nie auffällig geworden wären und auch das Leben nicht verkürzt hätten (Überdiagnose). Diese werden unnötigerweise behandelt (Übertherapie).
  • "Falscher Alarm": Mit der Niedrigdosis-CT findet man zahlreiche verdächtige Veränderungen, die letztendlich doch kein Lungenkrebs sind (falsch positiv). Um sicher zu gehen, werden weitere eingreifende und belastende Untersuchungen nötig.
  • Strahlenbelastung: Wie groß das Risiko ist, durch die Röntgenstrahlung einer Niedrigdosis-CT Krebs auszulösen, können Fachleute nur schätzen. Solche Krebserkrankungen würden erst nach Jahren auftreten.
  • Sich in falscher Sicherheit wiegen: Die Niedrigdosis-CT schützt nicht vor Lungenkrebs.




Quellen zum Weiterlesen (Auswahl)

Der Krebsinformationsdienst hat zur Erstellung des Textes im Wesentlichen auf die S3-Behandlungsleitlinie deutscher Fachgesellschaften zurückgegriffen. Weitere Quellen sind unter Lungenkrebs: Adressen, Broschüren, Fachliteratur aufgeführt.

Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
Lungenkrebsfrüherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomographie - Wissenschaftliche Bewertung des Bundesamtes für Strahlenschutz gemäß § 84 Absatz 3 Strahlenschutzgesetz

Institut für Wirtschaftlichkeit und Qualität im Gesundheitswesen (IQWiG)
Lungenkrebsscreening mittels Niedrigdosis-Computertomografie

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Erstellt: 08.12.2022

Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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