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Multiples Myelom

Verlaufskontrollen, Reha, Nachsorge beim Multiplen Myelom

Letzte Aktualisierung: 03.08.2022
  • Während oder nach der Krebsbehandlung schließen sich für Betroffene mit Multiplem Myelom Verlaufskontrollen beziehungsweise Nachsorgeuntersuchungen sowie Rehabilitationsmaßnahmen an.
  • Die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen beim Multiplen Myelom dienen dazu, die Aktivität der Erkrankung zu überprüfen (Remissionsstatus) und Krankheitsrückfälle frühzeitig zu erkennen.
  • Zur "Reha" gehören nicht nur medizinische Leistungen: auch um fit für den Alltag zu werden und wieder in den Beruf einsteigen zu können, gibt es Angebote.

Hinweis: Informationen aus dem Internet können Ihnen einen Überblick bieten. Sie sind aber nicht dazu geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Ein älteres Paar geht im Park spazieren.
Die Reha hilft dabei, dass Krebspatientinnen und Krebspatienten wieder ins aktive und soziale Leben zurückfinden. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Das Multiple Myelom und seine Behandlung kann mit belastenden Symptomen, Nebenwirkungen oder Spätfolgen verbunden sein.

Für Krebspatientinnen und Krebspatienten gibt es daher die Möglichkeit einer gezielten Rehabilitation. Die medizinische "Reha" dient dazu, Krankheits- und Therapiefolgen vorzubeugen, zu mindern oder den Umgang mit ihnen zu erlernen. Außerdem gehört die Rückkehr ins aktive und soziale Leben sowie in den Beruf zu den Zielen.

Zeitpunkt der Rehabilitation

Patientinnen und Patienten können sich bei ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten über Reha-Möglichkeiten informieren.

Eine Möglichkeit für Myelom-Erkrankte ist eine Anschlussheilbehandlung (AHB, Anschlussrehabilitation): Eine AHB bietet dieselben medizinischen Leistungen wie die "normale" medizinische Reha, schließt sich aber direkt an die stationäre Krankenhausbehandlung an.

  • Das bedeutet: Die AHB wird bereits in der Klinik geplant. Im Idealfall gehen Patientinnen und Patienten von der Klinik direkt in die AHB-Einrichtung. Wenn sie zunächst nach Hause entlassen werden, soll der Zeitraum von 14 Tagen zwischen dem Ende der Krankenhausbehandlung und dem Beginn der AHB nicht überschritten werden.

Besonderheit Multiples Myelom: In der Regel findet eine Reha nach Abschluss der Erstbehandlung (Primärtherapie) statt. Beim Multiplem Myelom ist es aber schwierig festzustellen, wann die eigentliche Erstbehandlung abgeschlossen ist. Der Grund ist, dass die onkologischen Behandlungskonzepte inzwischen langfristig angelegt sind. Aus Sicht der Autorinnen und Autoren der aktuellen Myelom-Behandlungsleitlinie kann eine Reha, beispielsweise in Form einer AHB, auch zwischen einzelnen Behandlungsblöcken empfehlenswert sein – solange das die onkologische Therapie nicht unnötig verzögert. Dies gilt insbesondere dann, wenn eine Reha sicherstellt, dass Betroffene die Therapie überhaupt fortsetzen können.

  • Besprechen Sie die Möglichkeit einer Rehabiltation mit Ihren behandelnden Ärzten. Sie können am besten einschätzen, zu welchem Zeitpunkt welche Maßnahmen sinnvoll sind.


Mögliche Reha-Maßnahmen beim Multiplen Myelom

Eine Physiotherapeutin behandelt einen Patienten am Knie.
Physiotherapie hilft Myelompatienten, Beschwerden des Bewegungsapparates entgegenzuwirken [Symbolbild]. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Das medizinische Programm der Reha orientiert sich prinzipiell an der persönlichen Krankheitsgeschichte und den vorliegenden Einschränkungen. Es empfehlen sich dafür onkologischen Rehabilitationskliniken mit der Zulassung für Krebserkrankungen, die verschiedene Therapieansätze und Behandlungsdisziplinen kombinieren.

Bewegungstraining: Myelompatientinnen und -patienten sind in der Regel über die akute Behandlung hinaus deutlich weniger körperlich aktiv als Gesunde. Dieser Bewegungsmangel geht mit einem muskulären Abbau, einer geringeren Lebensqualität und Begleiterkrankungen einher. Deshalb ist der frühzeitige Start eines körperlichen Trainings wichtig. Dieses sollte an die persönliche Leistungsfähigkeit angepasst sein.

  • Wichtig zu wissen: Leiden Betroffene aufgrund des Myeloms unter Knochenschäden und -komplikationen? Dann ist für die Entscheidung zu einer Bewegungstherapie eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung gemeinsam mit den behandelnden Ärzten nötig.

Ergotherapie: Ergotherapie soll Myelompatientinnen oder -patienten helfen, nach ihrer Therapie im Alltagsleben wieder handlungsfähig zu werden. Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten üben mit den Betroffenen motorische und alltagsbezogene Fertigkeiten wie Beweglichkeit, Anziehen oder Körperpflege. Auch Themen wie Nebenwirkungen oder Folgestörungen der Krebsbehandlung, etwa Fatigue, können im Mittelpunkt stehen.

Physiotherapie: Physiotherapie dient dazu, die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern und Nebenwirkungen der Therapie zu behandeln. Zum Beispiel, wenn die Muskelkraft nachlässt oder Beschwerden des Bewegungsapparates bestehen. Nebenbei schult sie auch die Körperwahrnehmung und trainiert Ausdauer sowie Beweglichkeit.

Weitere Maßnahmen der medizinischen Reha können beispielsweise sein:

  • Badetherapie
  • Ernährungsberatung
  • Schulungen zum Umgang mit der Krankheit
  • Erlernen von Entspannungstechniken
  • Sozialberatung

Die Nachsorge beim Multiplen Myelom dient dazu, regelmäßig die Aktivität der Erkrankung zu überprüfen (Remissionsstatus) und Krankheitsrückfälle frühzeitig zu erkennen. Dafür ist ein enger Austausch zwischen dem behandelnden Myelomzentrum und den Fach- beziehungsweise Hausärzten wichtig.

Sie haben Beschwerden?

Warten Sie nicht bis zum nächsten Nachsorgetermin – gehen Sie besser gleich zur Ärztin oder zum Arzt.

Die Ärztin oder der Arzt untersucht in der Nachsorge regelmäßig alle Organsysteme, die möglicherweise von der Erkrankung betroffen sein können: Knochenmark, Blut, Skelett und Niere. Auch Nebenwirkungen der Therapie werden beobachtet und, wenn nötig, behandelt.

Nachsorge-Untersuchungen

Jemand nimmt einem Patienten Blut an der Armbeuge ab.
Regelmäßige Blutuntersuchungen sind Teil der Nachsorge beim Multiplen Myelom. © Pranidchakan Boonrom, Pexels

Bei der Nachsorge erwarten Patientinnen und Patienten mit Multiplem Myelom:

  • Fragen nach dem körperlichen Befinden (Anamnese)
  • eine körperliche Untersuchung
  • Laboruntersuchungen von Blut und Urin, mit denen ein Fortschreiten der Myelomerkrankung erkannt werden kann

Weitere Untersuchungen richten sich nach möglicherweise auftretenden Beschwerden.

Außerdem achten Ärzte auf den Impfstatus der Betroffenen. Insbesondere nach einer Blutstammzelltransplantation ist Betroffenen empfohlen, diesen regelmäßig aufzufrischen.



Untersuchungsintervalle

Finden die Untersuchungen bereits unter der Therapie statt, sprechen Fachleute von "Verlaufskontrollen": Fachleute empfehlen, diese alle 2 – 3 Monate durchzuführen. In Abhängigkeit von den zur Therapie eingesetzten Arzneimitteln kontrollieren Ärzte zusätzlich in engeren Abständen auch das Blutbild, Entzündungswerte (CRP-Wert), Nieren- und Leberwerte.

Gut zu wissen

Treten bei der Therapie Nebenwirkungen auf, können sich die Kontrollintervalle individuell angepasst verkürzen.

Haben Betroffene die Therapie abgeschlossen oder ist noch keine Therapie notwendig und ist die Erkrankung stabil, finden die Nachsorgeuntersuchungen nach Empfehlungen der aktuellen Leitlinie alle 3 – 6 Monate statt.

Kann die Erkrankung nicht wirksam zurückgedrängt, sondern lediglich kontrolliert werden, ist die Rückfallwahrscheinlichkeit höher. Beispielsweise für Patientinnen oder Patienten mit hohem Alter, Begleiterkrankungen oder Unverträglichkeiten. Diesen Betroffenen empfehlen Fachleute die Kontrolluntersuchungen in der Regel alle 1 – 3 Monate.

Dauer der Nachsorge: Das Multiple Myelom ist nicht heilbar. Selbst bei Betroffen, bei denen die Erkrankung wirksam zurückgedrängt wurde (Komplettremission), kann es zu Rückfällen kommen. Aus diesem Grund erfolgt die Nachsorge beim Multiplen Myelom ein Leben lang.

Seelische Belastung und soziale Probleme ansprechen

Neben dem körperlichen Befinden sollten Patientinnen und Patienten beim Nachsorgetermin auch seelische Beschwerden ansprechen. Der betreuende Arzt kann bei der Suche nach einem Psychotherapeuten oder einer Beratungsstelle helfen. Diese Anlaufstellen sind auf die Unterstützung von Krebspatientinnen und Krebspatienten spezialisiert.

Auch Probleme im Alltag, in der Familie oder gegebenenfalls im Beruf können Thema des Gesprächs sein. Denn zu sozialrechtlichen und beruflichen Fragen gibt es Ansprechpartner, die konkrete Hilfe vermitteln oder Lösungsansätze aufzeigen können.





Quellen und weiterführende Informationen (Auswahl)

Informationen zu den für die Erstellung des Textes genutzten Quellen sowie nützliche Links sind in der Übersicht zum multiplen Myelom aufgeführt. Im Folgenden findet sich eine Auswahl weiterer Quellen:

Leitlinien

Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen Krebspatienten, Langversion 1.1, 2014, AWMF-Registernummer: 032/051OL, abgerufen am 08.07.2022

Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen, Langversion 1.3, 2020, AWMF Registernummer: 032/054OL, abgerufen am 08.07.2022

Weitere Themen

Erstellt: 03.08.2022

Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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