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Brustkrebs

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Brustkrebs – was tun bei einem Lokalrezidiv?

Letzte Aktualisierung: 04.01.2018

Der folgende Text richtet sich an Patientinnen, bei denen eine Brustkrebserkrankung nach zunächst erfolgreicher Behandlung wieder auftritt, aber nach wie vor auf die Brust und das angrenzende Gewebe beschränkt ist. Fachleute bezeichnen dies als Lokalrezidiv oder lokoregionäres Rezidiv.
Bei Fragen zur genauen Einstufung und ganz allgemein zur Brustkrebsbehandlung steht der Krebsinformationsdienst auch am Telefon oder per E-Mail zur Verfügung. Informationen aus dem Internet, einer E-Mail oder einem Telefongespräch können eine persönliche ärztliche Beratung jedoch nicht ersetzen.

Lexikon

Lokalrezidiv: der Tumor liegt auf der bereits zuvor erkrankten Brustseite

Intramammäres Rezidiv: der Tumor hat sich nach einer brusterhaltenden Therapie im verbliebenen Brustgewebe gebildet

Lokoregionäres Rezidiv: die benachbarten Lymphknoten sind von Tumorzellen befallen

Besteht der Verdacht, dass man erneut an Brustkrebs erkrankt ist? Wichtig ist dann eine gründliche Untersuchung.

  • Wo hat sich der Tumor erneut gebildet? Nur in der Brust oder den benachbarten Lymphknoten? Dann handelt es sich um ein Lokalrezidiv beziehungsweise lokoregionäres Rezidiv, mehr dazu in diesem Text.
  • Oder gibt es Absiedlungen in anderen Organen, etwa den Knochen oder der Leber? Mehr dazu bietet der Text Fortgeschrittene Erkrankung.
  • Bei manchen Frauen kann es sogar zu einem ganz neuen Tumor in der anderen Brust kommen. Gibt es keine Metastasen, wird dieser Tumor ähnlich wie die erste Brustkrebserkrankung behandelt, mehr dazu im Text Therapie bei örtlich begrenztem Tumor.

Wie häufig sind Lokalrezidive und lokoregionäre Rezidive?
Wie häufig es zu Rückfällen kommt, lässt sich nicht pauschal in eine Zahl fassen. Die Häufigkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab: So spielen beispielsweise die Tumorbiologie und das Stadium des Ersttumors eine Rolle, aber auch das Alter und der Lebensstil der Patientin. Am wenigsten von Rückfällen betroffen sind Frauen, die einen Hormonrezeptor-positiven, langsam wachsenden Ersttumor hatten.

Einige Studien geben dennoch grobe Zahlen als Größenordnung. Diese berücksichtigen jedoch nicht alle die derzeitigen Behandlungsstandards:

Nach einer brusterhaltenden Operation kommt es bei etwa fünf bis zehn von hundert Patientinnen innerhalb von zehn Jahren nach der Erstbehandlung zu einem erneuten Tumor in der gleichen Brust, also im verbliebenen Brustgewebe und/oder in den Lymphknoten in der direkten Umgebung.

Wurde die Brust entfernt, kann ein Rückfall an der Brustkorbwand und/oder den unmittelbar zugehörigen Lymphknoten auftreten. Innerhalb von zehn Jahren sind von hundert Patientinnen etwa vier bis zwanzig betroffen.

Welche Symptome treten auf?
Anzeichen für ein Lokalrezidiv können knotige Veränderungen oder Rötungen der Haut auf der operierten Brustseite sein. Kleinere Veränderungen, die nicht mit bloßem Auge sichtbar sind, werden in der Nachsorge auch in der Mammographie sichtbar.

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?
Die folgenden Untersuchungen unterscheiden sich im Wesentlichen nicht von denen, die die meisten Brustkrebspatientinnen schon von der Abklärung ihrer ersten Erkrankung kennen:

  • Für die bildgebende Abklärung nutzen Arzt oder Ärztin die Mammographie und den Brustultraschall. Nur wenn diese Untersuchungen keine sichere Aussage zulassen, kommt eine Kernspintomographie (MRT) infrage.
  • Der Verdacht auf einen lokalen Rückfall sollte wie bei der Abklärung der ersten Erkrankung durch eine Stanzbiopsie bestätigt werden. Die Gewebeproben werden daraufhin untersucht, ob die Tumorzellen auf Hormone mit Wachstum reagieren und ob der HER-2-Status verändert ist.
  • Sicher abgeklärt werden muss, ob der Tumor sich nicht auch in andere Organe oder Gewebe ausgebreitet hat: Bei Verdacht auf Metastasen eignen sich Computertomographie (CT) sowie Knochenszintigraphie.

Lokale Therapie: Operation und Bestrahlung

Nach brusterhaltender Operation
Tritt das Rezidiv nach brusterhaltender Operation im verbliebenen Brustgewebe auf, spricht man auch von einem intramammären Lokalrezidiv. Fachleute empfehlen in diesem Fall als Operation die Mastektomie, also die vollständige Abnahme der Brust.
Eine erneute brusterhaltende Therapie kann bei einigen Frauen trotzdem möglich sein: beispielsweise wenn man vor dem Rückfall lange gesund war, oder das neue Karzinom so klein ist, dass es sicher entfernt werden kann.

Wurde man bei der ersten Erkrankung bereits bestrahlt, kann eine erneute Strahlentherapie infrage kommen. Ob dies möglich ist, klären die behandelnden Ärzte gemeinsam mit den Strahlentherapeuten.

Nach Mastektomie
Auch nach Entfernung der Brust sind Lokalrezidive möglich. Sie liegen meist an der Brustwand, oberhalb des Schlüsselbeins oder in der Achselhöhle. Auch im Narbengewebe können sich Rezidive bilden. Der Tumor wird mit einer Operation möglichst vollständig entfernt. Falls im Rahmen der Erstbehandlung keine Bestrahlung erfolgt ist, sollte jetzt nachbestrahlt werden.

Medikamente zur ergänzenden, adjuvanten Therapie: Hormontherapie, Chemotherapie, Antikörper

Grundsätzlich wird ein örtlich begrenztes Rezidiv wie die Ersterkrankung behandelt. Deshalb prüfen die Ärzte, welche begleitenden Medikamente sinnvoll sind, um eine Heilung zu erreichen und das Risiko für einen erneuten Rückfall möglichst klein zu halten.

Antihormontherapie
Lässt sich der neue Tumor durch Hormone im Wachstum stimulieren, hat man also einen sogenannten Rezeptor-positiven Brustkrebs? Dann können antihormonelle Medikamente das Risiko für ein erneutes Auftreten der Erkrankung reduzieren. Fachleute empfehlen diese Behandlung unabhängig davon, ob man beim ersten Ausbruch der Brustkrebserkrankung bereits eine Antihormontherapie hatte oder nicht.

Chemotherapie
Eine Chemotherapie kann das Risiko eines weiteren Rückfalls senken. Man kann sie als adjuvante Therapie nach der Operation bekommen. Aber auch bei Rezidiven kann sie neoadjuvant eingesetzt werden, also bevor operiert wird.
Ob und wie eine Chemotherapie für eine betroffene Frau möglich und sinnvoll ist, hängt von den individuellen Befunden und der konkreten Risikoabschätzung durch die behandelnden Ärzte ab.

Zielgerichtete Medikamente
Bei einigen Frauen kommen zielgerichtete Arzneimittel mit Antikörpern infrage. Sie blockieren Signalwege, die für die Krebszellen besonders wichtig sind. Die Voraussetzung: Das Tumorgewebe muss auf diese Medikamente empfindlich reagieren. Diese Therapie kann auch mit Chemotherapie kombiniert werden.

Was kann man als betroffene Frau von der Therapie erwarten? Die Behandlung des Lokalrezidivs geschieht wie bei der Ersterkrankung mit heilender Absicht. Wie erfolgreich sie ist, lässt sich jedoch nicht pauschal sagen, denn: Die Heilungschancen sind wie bei der ersten Erkrankung abhängig davon, wie groß der Tumor ist, wie sehr das Gewebe vom gesunden abweicht (Grading) und wie gut sich der Tumor entfernen lässt. Außerdem spielen Hormonrezeptoren und Anzahl der befallenden Lymphknoten eine Rolle.
Fachleute unterscheiden beim Rezidiv zusätzlich zwischen "frühen" und "späten" Rezidiven. Späte Rezidive, die erst nach mehr als zwei Jahren auftreten, lassen sich rein statistisch eher heilen. Außerdem bringen sie ein geringeres Risiko für erneute Rückfälle oder Absiedlungen in andere Organe mit.



Quellen zum Weiterlesen (Auswahl)

Leitlinien
Die medizinische S3-Leitline für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms von 2017 der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. ist im Internet als PDF-Dokument abrufbar, unter www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/032-045OL.html. Sie ist bis 2022 gültig.

Die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO) hat ihre jährlich aktualisierten Leitlinien zum lokoregionären Rezidiv bereitgestellt unter www.ago-online.de/leitlinien-empfehlungen/leitlinien-empfehlungen/kommission-mamma.

Erstellt: 28.01.2014

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