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Brustkrebszelle, Foto: Duncan Smith/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Brustkrebs - was tun bei einem Lokalrezidiv?

Behandlung bei einem örtlich begrenztem Rückfall

Der folgende Text richtet sich an Patientinnen, bei denen eine Brustkrebserkrankung nach zunächst erfolgreicher Behandlung wieder auftritt, aber nach wie vor auf die Brust und das angrenzende Gewebe beschränkt ist. Fachleute bezeichnen dies als Lokalrezidiv.
Bei Fragen zur genauen Einstufung und ganz allgemein zur Brustkrebsbehandlung steht der Krebsinformationsdienst auch am Telefon oder per E-Mail zur Verfügung. Informationen aus dem Internet, einer E-Mail oder einem Telefongespräch können eine persönliche ärztliche Beratung jedoch nicht ersetzen.

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Quellen (Stand: 10/2015)

Die für diesen Text genutzten Quellen sind unter "Mehr wissen zum Thema Brustkrebs" aufgeführt.

Verdacht auf Lokalrezidiv: Ausbreitungsdiagnostik erforderlich

Was tun, wenn der Brustkrebs wieder kommt? Wichtig ist dann eine gründliche Untersuchung.

  • Wo hat sich der Tumor erneut gebildet? Nur in der Brust? Dann handelt es sich um ein Lokalrezidiv, mehr dazu in diesem Text. 
  • Oder gibt es Absiedelungen in andere Organe, etwa den Knochen oder der Leber? Das wäre eine Metastasierung. Fragen dazu beantwortet der Krebsinformationsdienst am Telefon oder per E-Mail.

Bei manchen Frauen kann es sogar zu einem ganz neuen Tumor in der anderen Brust  kommen. Gibt es keine Metastasen, wird dieser Tumor ähnlich wie die erste Brustkrebserkrankung behandelt.

Wie häufig ist ein Lokalrezidiv?

Bei etwa fünf bis zehn von hundert Patientinnen kommt es innerhalb von zehn Jahren nach der Erstbehandlung zu erneutem Tumorwachstum in der gleichen Brust, im verbliebenen Brustgewebe. Wurde die Brust entfernt, kann ein Rückfall an der Brustkorbwand auftreten, betroffen sind etwa vier von hundert Patientinnen. Die Fachleute sprechen auch dann noch von einem Lokalrezidiv, dem Wiederauftreten des Tumors am ursprünglichen Ort.

Welche Symptome treten auf? Anzeichen für ein Lokalrezidiv können knotige Veränderungen oder Rötungen der Haut der operierten Brustseite sein. Kleinere Veränderungen, die nicht mit bloßem Auge sichtbar sind, werden in der Nachsorge auch in der Mammographie sichtbar.

Die folgenden Untersuchungen unterscheiden sich wenig von denen, die die meisten Brustkrebspatientinnen schon von der Abklärung ihrer ersten Erkrankung kennen:

  • Der Verdacht auf ein Lokalrezidiv sollte wie bei der Abklärung der ersten Erkrankung durch eine Stanzbiopsie bestätigt werden - die bildgebenen Verfahren allein reichen nicht aus. Die Gewebeproben werden daraufhin untersucht, ob sie auf Hormone mit Wachstum reagieren und ob sich der HER-2-Status verändert hat.
  • Sicher abgeklärt werden muss, ob der Tumor sich nicht doch auch in andere Organe oder Gewebe ausgebreitet hat.
    Bei einem Teil betroffener Frauen finden sich auch Tumorzellen in den Lymphknoten der Achselhöhle oder unter dem Schlüsselbein. Auch dies kann noch als Lokalrezidiv gewertet werden. Allerdings steigt das Risiko, dass sich die Erkrankung noch weiter ausbreitet.
    Sollten Anzeichen für eine Tumorabsiedelung in Knochen, Leber oder anderen Organen gefunden werden, sieht die Behandlung anders aus - man geht davon aus, dass sich Tumorzellen grundsätzlich über den ganzen Körper verbreitet haben könnten.

Behandlung eines Lokalrezidivs

Nach brusterhaltender Operation

Bei einem Lokalrezidiv nach brusterhaltender Operation muss man mit den behandelnden Ärzten klären, ob erneut brusterhaltend operiert werden kann oder nicht. Viele Frauen müssen sich allerdings auf eine Mastektomie gefasst machen, eine Amputation der Brust. Dafür kann es mehrere Gründe geben: 

  • Unter Umständen ist das Ergebnis der Operation vom Aussehen her schlechter als nach einer Amputation und einem Brustwiederaufbau.
  • Bei erneut brusterhaltender Therapie bleibt das Risiko eines weiteren Lokalrezidivs und auch einer langfristigen Tumorausbreitung  erhöht. Es besteht also das Risiko, dass sich der Tumor noch einmal neu bildet und Metastasen bildet. 

Das Risiko ließe sich auch nicht durch eine weitere Bestrahlung senken: Bei fast allen Frauen ist nach der ersten brusterhaltenden Behandlung eine erneute Bestrahlungen nur im Ausnahmefall möglich. Das schon einmal mit Strahlen behandelte Gewebe wäre oft zu empfindlich dafür. Geklärt werden sollte, welche Dosis noch möglich ist, und ob moderne Bestrahlungsverfahren gewebeschonend eingesetzt werden können und trotzdem einen Nutzen bringen.

Nach Mastektomie

Auch nach der Entfernung der Brust sind Lokalrezidive möglich, meist im Narbenbereich oder an dem Gewebe, das dem Brustkorb aufliegt. Ein Rezidiv an der Brustwand nach Mastektomie wird ebenfalls operativ möglichst vollständig entfernt. Falls im Rahmen der Erstbehandlung keine Bestrahlung erfolgt ist, wird jetzt auf jeden Fall nachbestrahlt.

Ergänzende, adjuvante Therapie

Hormontherapie

Hatte man bei der Erstbehandlung keine Antihormontherapie, oder war diese bei Auftreten des Lokalrezidivs schon beendet, kann diese Form der unterstützenden Behandlung das Risiko der weiteren Krankheitsausbreitung eventuell senken. Voraussetzung ist aber, dass das Tumorgewebe empfindlich auf Hormonentzug reagiert.

Chemotherapie

Der Nutzen einer adjuvanten Chemotherapie nach operativer Entfernung ist ebenfalls belegt: Insbesondere Frauen, bei denen eine antihormonelle Therapie nicht infrage kommt, kann eine Chemotherapie das Risiko eines weiteren Rückfalls senken. Eine Chemotherapie kann aber auch zu einer Hormontherapie hinzu kommen.
Ob sie infrage kommt, hängt von den individuellen Befunden und der konkreten Risikoabschätzung durch die behandelnden Ärzte ab. 

Zielgerichtete Medikamente

Moderne zielgerichtete Arzneimittel blockieren Signalwege, die für die Krebszellen besonders wichtig sind. Sie kommen allerdings nicht für alle Patientinnen infrage. Nur ein Teil aller Brustkrebspatientinnen weist das für das jeweilige Medikament wichtige Merkmal auf.

Erfolgsaussichten bei einem örtlich begrenzten Rückfall

Die Behandlung des Lokalrezidivs geschieht wie bei der Ersterkrankung mit heilender Absicht. Allerdings bleibt rein statistisch das Rückfallrisiko bei Frauen nach einem Lokalrezidiv auf Dauer deutlich höher.