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GIST © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
GIST

Diagnose eines gastrointestinalen Stromatumors (GIST)

Letzte Aktualisierung: 04.10.2021
Wichtig

Patientinnen und Patienten sollten sich für die Diagnose an ein spezialisiertes Zentrum für gastrointestinale Stromatumoren (GIST) wenden.

Mehr unter GIST behandeln

  • Bei fast allen Patienten mit Verdacht auf einen gastrointestinalen Stromatumor (GIST) ist eine Spiegelung der Speiseröhre, des Magens und je nach Situation auch des Dünndarms notwendig. Während der Untersuchung kann der Arzt oder die Ärztin Gewebeproben entnehmen.
  • Als wichtigster Hinweis auf einen GIST gilt ein veränderter KIT-Rezeptor oder ein anderer Biomarker für GIST im untersuchten Gewebe.
  • Wie weit sich der Tumor bereits ausgebreitet hat, lässt sich unter anderem mit einer Computertomographie oder einer Magnetresonanztomographie feststellen.
Ein Mann sitzt auf einem Stuhl in der Arztpraxis und bekommt Blut abgenommen.
Die Entnahme von Blut ist Teil der Untersuchung bei Verdacht auf einen gastrointestinalen Stromatumor (GIST). [Symbolbild] Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Besteht der Verdacht auf einen gastrointestinalen Stromatumor, sollte bereits die Diagnose in einem Zentrum erfolgen, das auf Weichteilsarkome wie GIST spezialisiert ist. Die Hausärztin oder der Hausarzt sowie Fachärzte können Betroffene dorthin überweisen.



Anamnese

Gut zu wissen

Bringen Sie zum Termin im spezialisierten Zentrum Ihre bisherigen Befunde mit oder bitten Sie Ihre Ärzte, diese zu übermitteln.

Wenn Patientinnen und Patienten sich im spezialisieren Zentrum vorstellen, werden die Ärzte sie zunächst bitten, ihre Beschwerden noch einmal zu schildern. Sie fragen auch, was bisher gegen die Symptome unternommen wurde.

Im ärztlichen Gespräch wird zudem nach anderen Erkrankungen gefragt und nach Medikamenten, die man möglichweise aktuell einnimmt. Die Befunde früherer Untersuchungen sollte man zu dem Termin mitbringen oder die bisherigen Ärzte bitten, sie zu übermitteln, zum Beispiel den Hausarzt.

Körperliche Untersuchung

Der Arzt oder die Ärztin prüft in der Regel noch einmal den Allgemeinzustand der Betroffenen durch eine körperliche Untersuchung. Dabei tasten sie den Bauch ab und untersuchen ihn gegebenenfalls mit Hilfe eines Ultraschallgeräts. Zudem bekommt man Blut abgenommen, damit die Ärzte die Blutwerte bestimmen können.



Patient spricht vor der MRT-Untersuchung mit dem Arzt. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Mit einer Computertomographie (CT) können die Ärzte kontrollieren, wie weit sich der gastrointestinale Stromatumor (GIST) ausgebreitet hat. [Symbolbild] Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Um zu prüfen, wo der gastrointestinale Stromatumor (GIST) liegt und wie stark er sich ausgebreitet hat, kommen verschiedene bildgebende Untersuchungen infrage. Mit ihnen können die Ärzte unter anderem klären, wie groß die Tumormasse in etwa ist, wie sehr sie die benachbarten Gewebe und Organe beeinträchtigt und ob sich bereits Metastasen gebildet haben.

Einige dieser Fragen lassen sich bei manchen Patienten schon durch die Voruntersuchungen beantworten. Bei den meisten Betroffenen ist aber eine Computertomographie, je nach Situation gegebenenfalls auch eine Magnetresonanztomographie oder eine Positronenemissionstomographie (PET) sinnvoll.

Welche Untersuchungen notwendig sind, hängt von der individuellen Situation der Patientin oder des Patienten ab. Alle Untersuchungen sind ambulant möglich. Das bedeutet: Man muss für sie normalerweise nicht stationär ins Krankenhaus.

Computertomographie (CT)

Wichtig zu wissen

Die CT bringt eine gewisse Strahlenbelastung mit sich. Das Gesundheitsrisiko bewerten Experten jedoch als vertretbar.

Um zu kontrollieren, wie weit sich der gastrointestinale Stromatumor (GIST) ausgebreitet hat, setzen Ärzte meist eine kontrastmittelverstärkte Computertomographie ein. Das Kontrastmittel hilft dabei, den Tumor im Untersuchungsbild deutlicher darzustellen.



Magnetresonanztomographie (MRT)

Die Magnetresonanztomographie ist eine Alternative zur Computertomographie, um zu bestimmen, wie weit sich der gastrointestinale Stromatumor (GIST) ausgebreitet hat. Insbesondere ein GIST im Enddarm sowie Lebermetastasen lassen sich bei einer MRT gut erkennen. Außerdem ist sie eine Alternative für Patienten, die eine Allergie gegen das jodhaltige Kontrastmittel der kontrastmittelverstärkten CT haben.



Positronenemissionstomographie (PET)

Mithilfe einer PET können Ärzte die Stoffwechselaktivität des gastrointestinalen Stromatumors (GIST) untersuchen. Die Positronenemissionstomographie kommt in der Regel für Patientinnen und Patienten infrage, wenn der CT- oder MRT-Befund nach der Operation des Tumors nicht eindeutig war. Allerdings lässt sich nicht bei allen Betroffenen der GIST mit einer PET darstellen.



Gastroskopie © Hakan Corbaci, Thinkstock
Bei einer Magenspiegelung schiebt der Arzt einen fingerdicken, biegsamen Schlauch in den Magen der Patientin oder des Patienten. © Hakan Corbaci/Thinkstock

Bei fast allen Personen mit Verdacht auf eine gastrointestinalen Stromatumor (GIST) ist eine Spiegelung der Speiseröhre, des Magens, des Dickdarms und je nach Situation auch von Teilen des Dünndarms sinnvoll. Die sogenannte Endoskopie ermöglicht der Ärztin oder dem Arzt einen Blick ins Innere der Verdauungsorgane.

Bei einer endoskopischen Ultraschalluntersuchung, einer sogenannten Endosonografie, kann der Arzt feststellen, wie tief ein Tumor in das Gewebe eingewachsen ist.

Magen- und Darmspiegelung

Für die Magenspiegelung führt die Ärztin oder der Arzt einen dünnen, biegsamen Schlauch (Endoskop) mit einer Lichtquelle und einer kleinen Kamera über den Mund in den Magen des Patienten oder der Patientin. Bei der Dickdarmspiegelung wird das Endoskop über den After in den Darm eingeführt. Die sogenannte Endoskopie ermöglicht der Ärztin oder dem Arzt einen Blick ins Innere der Verdauungsorgan.



Endosonografie

Bei der Endosonografie handelt es sich um eine Ultraschalluntersuchung im Inneren des Magen-Darm-Trakts. Sie ähnelt der Magen- beziehungsweise Darmspiegelung. Zusätzlich zur Lichtquelle sitzt an der Spitze des Endoskops ein kleiner Ultraschallkopf.

Die Untersuchung ermöglicht es der Ärztin oder dem Arzt nicht nur die Oberflächen des Verdauungstrakts zu beurteilen, sondern auch die etwas tiefer liegenden Gewebeschichten im Ultraschallbild auf Veränderungen zu prüfen. Zudem können die Ärzte dabei Gewebeproben entnehmen. Diese können im Labor weiter untersucht werden, um die Diagnose GIST zu überprüfen.

Mikroliterpipette tropft in ein PCR-Röhrchen © science photo, shutterstock
Um die Diagnose GIST zu überprüfen, untersuche Fachleute das Tumorgewebe mit molekularbiologischen Methoden. [Symbolbild] © science photo, Shutterstock

Ein wichtiger Schritt, um zu überprüfen, ob es sich bei dem Tumor um einen gastrointestinalen Stromatumor (GIST) handelt, ist die Untersuchung des verdächtigen Gewebes. Die dafür notwendige Gewebeprobe können die Ärzte bei einer Biopsie während einer Endosonographie entnehmen. Die Biopsie ist aber auch während eines operativen Eingriffs möglich oder kann von außen mit einer Biopsie-Nadel durch die Haut (perkutan) erfolgen, zum Beispiel bei Metastasen.

Anschließend untersuchen Fachleute die Gewebeprobe unter dem Mikroskop und mit molekularbiologischen Methoden in einem spezialisierten Pathologie-Labor.

Was wird bei der Biopsie untersucht?

Entscheidend für die GIST-Diagnose sind das feingewebliche Bild der veränderten Zellen sowie die Tests auf krankheitstypische Besonderheiten der Zellen: Ein wichtiger Hinweis auf einen gastrointestinalen Tumor ist ein veränderter KIT-Rezeptor. Aber auch andere Eiweiße der Zellen können bei einem GIST verändert sein. Zusätzlich können die Fachleute die entsprechenden Genveränderungen in den Krebszellen nachweisen.

Die Untersuchungsergebnisse geben auch Aufschluss darüber, wie wirksam möglicherweise eine zielgerichtete Therapie ist und wie die Erkrankung wahrscheinlich verläuft.

Bis die Ärztinnen und Ärzte die Ergebnisse der molekularbiologischen Untersuchungen erhalten, kann es unter Umständen mehrere Wochen dauern.

  • Mehr über die biologischen Merkmale eines GIST erfahren Sie unter Was ist GIST




Quellen und weiterführende Informationen

Die Informationen zu den für die Erstellung des Textes genutzten Quellen sowie nützliche Links, zum Beispiel zur Patientenleitlinie, sind in der Übersicht zum Thema GIST aufgeführt.

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Erstellt: 04.10.2021

Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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