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Brustkrebszelle, Foto: Duncan Smith/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Nachsorge bei Brustkrebs: Wie geht es weiter?

Die Nachsorge bei Brustkrebs hat einen besonderen Stellenwert. Denn hier geht es nicht nur darum, eventuelle Rückfälle frühzeitig zu erkennen. Wichtig ist auch, mögliche Nach- und Nebenwirkungen der Behandlung in den Griff zu bekommen. Denn: Viele Brustkrebspatientinnen nehmen auch noch Jahre nach der Erstbehandlung antihormonelle Medikamente als adjuvante Therapie ein.
Wie lange und wie engmaschig soll man sich "checken" lassen? Welche Untersuchungen gehören dazu und wer führt sie durch? Was kann man von der Nachsorge erwarten, was nicht?
Der folgende Text bietet allgemeine Informationen und nennt Ansprechpartner für Betroffene und ihre Angehörigen. Interessierte und Fachleute finden zudem weiterführende Informationen und verwendete Quellen.

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Überblick: Das Wichtigste zur Nachsorge

Die Nachsorge beginnt, wenn die Ersttherapie abgeschlossen ist. Mit regelmäßigen Untersuchungen will man einen eventuellen erneuten Tumor in der Brust frühzeitig erkennen. Ein weiteres wesentliches Ziel ist es, Nebenwirkungen und Spätfolgen der Brustkrebstherapie zu erkennen und zu behandeln. Die Nachsorge berücksichtigt auch psychosoziale und psychoonkologische Aspekte. Insgesamt sollen die Angebote die Lebensqualität der betroffenen Frauen verbessern.
Was man jedoch bedenken muss: Selbst wenn man regelmäßig zum Arzt geht – mit der Nachsorge kann man das Wiederauftreten der Brustkrebserkrankung nicht verhindern. Mit den Untersuchungen lässt sie sich aber frühzeitig erkennen, so dass sie möglichst erfolgreich behandelt werden kann. Tritt in der operierten Brust erneut ein Tumor auf, ohne dass sich Metastasen gebildet haben, hat man gute Chancen, geheilt zu werden.

Ziele: Warum zur Nachsorge?
In der Brustkrebs-Nachsorge geht es nicht nur darum, eventuelle Rückfälle aufzuspüren, sondern möglichst eine gute allgemeine Gesundheit zu erhalten. Die Nachsorge bei Brustkrebs hat im Einzelnen zum Ziel,

  • erneute Tumoren frühzeitig zu erkennen, bei Verdacht oder Beschwerden auch Metastasen,
  • Nebenwirkungen und Spätfolgen von Therapien zu erkennen und zu verringern,
  • die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern,
  • laufende Therapien, wie etwa die antihormonelle Therapie, zu begleiten,
  • psychosozial zu beraten und Ängste zu nehmen sowie
  • Tipps für einen gesunden Lebensstil zu geben.

Wo und wie ist die Nachsorge geregelt?
In Behandlungsleitlinien beschreiben Fachleute Empfehlungen zu Ablauf und Untersuchungen. Aber: Jede betroffene Frau hat ihre eigenen Bedürfnisse und Probleme und bringt ihr individuelles Risiko mit. Auch die Art der Brustkrebsbehandlung spielt eine Rolle. Deshalb dienen die Empfehlungen nur der Orientierung. Die Nachsorge sieht bei jeder Patientin anders aus.
Aber auch, wenn das Risiko für ein Wiederauftreten der Krebserkrankung von Frau zu Frau unterschiedlich ist, sind sich Fachleute inzwischen einig: Man sollte nach einer Brustkrebserkrankung über mindestens zehn Jahre nachbeobachtet werden.
Für erblichen Brustkrebs gibt es besondere Empfehlungen. Mehr dazu bietet der Abschnitt "Erblicher Brustkrebs".

Individuelle Betreuung bei Metastasen
Patientinnen, bei denen der Brustkrebs fortgeschritten ist und sich Metastasen gebildet haben, werden in der Regel dauerhaft engmaschig betreut – ohne festgelegte Untersuchungsintervalle. Die Kontrolltermine richten sich vielmehr ganz nach der individuellen Situation. Mehr Informationen zum metastasierten Brustkrebs gibt der Text zur fortgeschrittenen Erkrankung.

Wer führt die Nachsorge durch?

In der Regel koordinieren niedergelassene Frauenärzte die Nachsorge. Patientinnen können die Nachsorge aber auch in Klinikambulanzen oder bei Hämato-Onkologen durchführen lassen. Auch ein Allgemeinarzt kann die Nachsorge koordinieren. Er arbeitet dann mit spezialisierten Fachärzten zusammen.
Wer ist noch beteiligt an der Nachsorge? Die betreuenden Ärzte koordinieren gegebenenfalls auch weitere notwendige Behandlungen, etwa bei Physiotherapeuten oder Psychotherapeuten.

Für Patientinnen mit erblichem Brustkrebs gelten andere Empfehlungen: Die Nachsorge sollte man dann an den Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs durchführen lassen.

Beim Arzttermin: Was gehört zur Nachsorge und was nicht?

Die Basis der Nachsorgeuntersuchungen ist ein ausführliches Gespräch. Arzt oder Ärztin fragen nach dem aktuellen Gesundheitszustand, insbesondere nach Beschwerden und möglichen Therapie-Nebenwirkungen: Wie kommt man mit eventuellen Nebenwirkungen der derzeitigen Medikamente zurecht, beispielsweise zur antihormonellen Therapie? Leidet man unter einem Lymphödem? Wie ist die seelische Verfassung nach Diagnose und Therapie?

Außerdem wird man regelmäßig körperlich untersucht: Die Ärzte tasten dabei die betroffene und die gegenüberliegende (kontralaterale) Brust sowie die Achselhöhlen nach spürbaren Veränderungen ab. In regelmäßigen Abständen werden nach brusterhaltender Therapie die erkrankte und die gesunde Brust mit Ultraschall und einer Mammographie untersucht. Wurde die Brust vollständig entfernt (Mastektomie), können Arzt oder Ärztin mittels Ultraschall Veränderungen an der Haut oder der Brustkorbwand sehen.
Die Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT) gehört nicht zu den regelmäßigen Nachsorge-Untersuchungen. Sie wird jedoch eingesetzt, wenn die Mammographie- oder Ultraschallbefunde nicht ganz klar sind, oder sich das Brustgewebe mit Mammographie und Ultraschall nicht gut beurteilen lässt. Das kann beispielsweise nach einem Wiederaufbau der Fall sein. Auch bei Patientinnen mit einem besonders hohen Rückfallrisiko kann diese zusätzliche Untersuchung sinnvoll sein.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Nachsorge ist die individuelle Beratung über weitere Behandlungs- und Betreuungsmöglichkeiten. Dazu können Physiotherapie und psychosoziale Beratungsangebote gehören, oder auch der Kontakt zu Selbsthilfegruppen vor Ort.

Welche Untersuchungen können zusätzlich infrage kommen?

Arzt erklärt Ultraschall © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Zu den bildgebenden Untersuchungen in der Nachsorge gehören Ultraschall und Mammographie © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Hat man Beschwerden oder zeigen die regulären Untersuchungen etwas Auffälliges oder Verdächtiges? Dann können weitere Untersuchungen folgen, um den Befund zu klären. Je nach Situation ziehen die Ärzte beispielsweise Röntgen-Untersuchungen, Kernspin- oder Computertomographien oder eine Knochenszintigraphie in Betracht.

Eine Besonderheit gilt für Frauen, die eine anthrazyklinhaltige Chemotherapie oder eine Antikörpertherapie mit Trastuzumab (Herceptin) erhalten haben: Diese Behandlungen können den Herzmuskel schädigen. Insbesondere wenn man älter ist, oder wenn man andere Vorerkrankungen wie etwa Diabetes oder Bluthochdruck hat, kann es sinnvoll sein, die Herzfunktion von einem Kardiologen beobachten zu lassen. Derzeit gibt es allerdings keine allgemeinen Nachsorge-Empfehlungen zur Kontrolle der Herzfunktion.
Ist man sich unsicher, sollte man darüber mit seinem betreuenden Arzt oder seiner Ärztin sprechen.

Welche Untersuchungen werden nicht empfohlen?

Verständlicherweise möchte man möglichst viel Sicherheit bei den Nachsorgeuntersuchungen. Gibt es weitere Möglichkeiten, erneute Tumoren oder Metastasen früh zu erkennen?

Die Behandlungsleitlinie gibt Abtasten, Ultraschall und Mammographie zur Nachsorge vor. Andere Untersuchungen werden dagegen ausdrücklich nicht für die Routine-Untersuchung empfohlen.

Nicht infrage für die regelmäßigen Termine kommen deshalb beispielsweise

  • Computertomographie (CT),
  • Kernspintomographie (MRT) des gesamten Körpers,
  • Knochenszintigraphie,
  • Röntgen des Oberkörpers oder auch
  • der Nachweis von Tumormarkern.

Warum werden diese Untersuchungen nicht gemacht? Studien haben gezeigt, dass ein um diese Tests erweitertes Nachsorgeprogramm keine Vorteile für Betroffene bringt. Bei einigen dieser Untersuchungen ist man zudem zusätzlichen Strahlen ausgesetzt. Solange es keine Beschwerden gibt, würde man die Patientin nicht unnötig damit belasten.

Behandlung von Therapiefolgen und Nebenwirkungen

Bestandteil der Brustkrebsnachsorge ist es auch, Nach- und Nebenwirkungen der Therapien festzustellen, um sie gezielt behandeln zu können. Diese sind abhängig von den Behandlungen und können deshalb von Frau zu Frau unterschiedlich sein.

Körperliche Folgen: Zu den belastenden Symptomen nach einer Brustkrebstherapie kann beispielsweise ein Lymphödem des Armes als Folge der Lymphknotenoperation gehören. Auch Strahlen- und Chemotherapie können langfristige Nebenwirkungen haben.
Einen besonderen Stellenwert haben die Nebenwirkungen der Antihormontherapie. Dazu gehören beispielsweise Hitzewallungen oder Knochenschmerzen. Sie spielen insbesondere deshalb eine Rolle, weil Experten empfehlen, die antihormonellen Medikamenten bis zu zehn Jahre einzunehmen. Gleichzeitig brechen nicht wenige Frauen diese Therapie gerade wegen der Nebenwirkungen ab.

Psychische und soziale Folgen: Nicht nur die Nach- und Nebenwirkungen beschäftigen viele Brustkrebspatientinnen, sondern auch die Erkrankung und Behandlung an sich. Auch die möglicherweise damit verbundenen Veränderungen im Arbeits- und Familienleben können eine psychische Belastung darstellen. Man sollte sich nicht scheuen, auch seelische Probleme bei den Nachsorge-Terminen anzusprechen.

Mehr zum Umgang mit möglichen Neben- und Nachwirkungen der Brustkrebstherapie bietet der Text "Leben mit und nach der Erkrankung".

Nachsorgeintervalle: Wie oft zur Untersuchung?

Patientin in Arztpraxis © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Die Brustkrebs-Nachsorge wird für mindestens zehn Jahre empfohlen. © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Die Nachsorge schließt sich der lokalen Ersttherapie an. Also beginnt sie in der Regel nach Operation, Bestrahlung oder gegebenenfalls Chemotherapie. Längerfristige Behandlungen, etwa mit Antihormonen oder Antikörpern, laufen parallel zur Nachsorge. Auch wenn jede Frau ein anderes Risiko für einen Rückfall oder die Ausbildung von Metastasen hat, empfehlen Fachleute, die Nachsorge im Regelfall über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren durchzuführen.

Brustkrebsexperten geben in ihren Behandlungsleitlinien Empfehlungen für die Nachsorge, an denen sich behandelnde Ärzte orientieren können. Den Untersuchungsplan können der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin individuell anpassen – je nachdem, wie das Risiko eingeschätzt wird und wie man sich fühlt.

  • Wichtig: Treten zwischen den geplanten Kontrolluntersuchungen Probleme auf, sollte man nicht bis zum nächsten Termin warten.

In den ersten fünf Jahren stehen in der Regel mehrmals pro Jahr Termine zur körperlichen Untersuchung durch den Frauenarzt an. Ab dem sechsten Jahr können diese einmal jährlich erfolgen. Hat man keine Beschwerden, ist einmal jährlich eine routinemäßige Mammographie vorgesehen. Zusätzlich kann der Gynäkologe oder die Gynäkologin eine Ultraschall-Untersuchung durchführen. Außerdem empfehlen Fachleute, selber auf Veränderungen zu achten und die Brüste regelmäßig zu untersuchen. Mehr dazu erklärt der Text "Brustkrebs – Symptome".

Erblicher Brustkrebs: Intensivierte Früherkennung als Nachsorge

Die in den Leitlinien empfohlenen Untersuchungen und Untersuchungsabstände gelten für Frauen, die ohne eine erbliche Brustkrebs-Belastung erkrankt sind. Patientinnen, bei denen eine Mutation in den sogenannten BRCA-Genen nachgewiesen wurde, haben ein erhöhtes Risiko, erneut an Brustkrebs zu erkranken. Ihnen wird die sogenannte intensivierte Früherkennung empfohlen. Hat man solch eine Genveränderung, sollte man sich in spezialisierten Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs betreuen lassen. Mehr dazu bietet das Informationsblatt "Familiärer Brust- und Eierstockkrebs".

Mehr wissen zum Thema Nachsorge: Linktipps, Fachinformationen und Quellen (Auswahl)