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Gebärmutterkörperkrebs © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum sizes="(min-width: 1440px) 1440px"
Gebärmutterkörperkrebs

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Therapie des Endometriumkarzinoms: Behandlungsverfahren und Nebenwirkungen

Letzte Aktualisierung: 20.07.2020
  • Basis der Behandlung eines Endometriumkarzinoms ist fast immer eine Operation, die wenn notwendig durch eine Strahlentherapie oder Chemotherapie ergänzt wird.
  • Um unnötig belastende Behandlungen zu vermeiden, passen Mediziner die Therapie an das individuelle Rückfallrisiko der Patientin an.
  • Experten raten: Für die Behandlung eines Endometriumkarzinoms sollten sich Patientinnen an ein zertifiziertes gynäkologisches Krebszentrum wenden.

Hinweis: Informationen aus dem Internet können Ihnen einen Überblick bieten. Sie sind aber nicht dazu geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Stadieneinteilung des Endometriumkarzinoms © Krebsinformationsdienst, DKFZ
Die Stadieneinteilung des Endometriumkarzinoms erfolgt nach TNM- oder nach FIGO-Klassifikation. © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Für die Behandlung ist es entscheidend zu wissen, wie weit das Endometriumkarzinom in die Gebärmutter hineingewachsen ist oder ob sich der Tumor bereits über das Organ hinaus ausgebreitet hat. Davon hängt der Umfang der Operation ab und, ob nach dem Eingriff noch zusätzliche Therapien notwendig sind.

In welchem Tumorstadium sich der Krebs befindet, gibt die sogenannte Stadieneinteilung an. Mit deren Hilfe beschreiben Ärztinnen und Ärzte die Ausbreitung des Tumors im Körper. Endometriumkarzinome werden international einheitlich entweder nach der FIGO-Klassifikation oder dem TNM-System eingeteilt. Neben der Stadieneinteilung bestimmen die Mediziner beim Endometriumkarzinom zusätzlich den Tumortyp.

Wichtig zu wissen: Die endgültige Einteilung des Tumorstadiums erfolgt in der Regel nach der Operation. Mehr zu den Hintergründen lesen Sie unter Diagnostik.

Grading: Wie schlecht ist der Tumor differenziert?

Neben Ausbreitung und Tumortyp bestimmen die Ärzte den Differenzierungsgrad des Tumors: Dieser gibt Aufschluss darüber, wie sehr sich die Krebszellen vom normalen Gewebe unterscheiden.

Die Einteilung geht dabei von G1 (gut ausgereiftes, weitgehend normales Gewebe) bis G3 (undifferenziertes Gewebe). Je mehr sich der Tumor vom Normalgewebe unterscheidet, desto bösartiger ist er. Aggressivere Endometriumkarzinome vom Typ II sind immer als G3 eingestuft.

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Bei einer Operation entfernen Ärztinnen und Ärzte das vom Tumor befallene Gewebe. © I AM NIKOM, Shutterstock

Basistherapie beim Endometriumkarzinom ist immer ein operativer Eingriff, bei dem Ärzte das vom Krebs befallene Gewebe möglichst vollständig entfernen. Zu diesem Zweck entfernen sie die Gebärmutter, die Eileiter und fast immer die Eierstöcke der Patientin. Bei fortgeschrittenen Tumoren müssen auch benachbarte Lymphknoten oder angrenzendes Gewebe entfernt werden.

So läuft die Operation ab: Üblicherweise erfolgt der Eingriff über einen kleinen Einschnitt am Bauch, durch ein sogenanntes laparokopisches Verfahren. Dieses ist auch robotergestützt möglich: Dann hält und bewegt ein Roboter die Instrumente und die Gynäkologin oder der Gynäkologe steuert sie.

Wichtig zu Wissen

Die Operation führt in der Regel dazu, dass die Patientin keine Kinder mehr bekommen kann.

Welche Folgen hat die Operation? Werden bei einer Frau Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke entfernt, wird sie dadurch unfruchtbar. Patientinnen, die sich noch Kinder wünschen, sollten sich bei ihren behandelnden Ärzten informieren, welche Möglichkeiten sie haben, ihre Fruchtbarkeit zu erhalten.

Welche Nebenwirkungen können auftreten? Welche Nebenwirkungen die Operation für Patientinnen hat, hängt davon ab, wie umfangreich der Eingriff ist. Es kann beispielsweise vorkommen, dass nach der Operation die Scheide verkürzt ist oder dass es im Operationsgebiet zu Vernarbungen kommt, die später Schmerzen bereiten.

Entfernung der Gebärmutter

Lexikon

Hysterektomie ist das Fachwort für die Entfernung der Gebärmutter
Parametrien sind Bindegewebe im Beckenraum, die auf beiden Seiten die Gebärmutter stabilisieren.

Bei der Operation entfernen die Ärztinnen und Ärzte den gesamten Gebärmutterkörper und damit die bösartig veränderte Gebärmutterschleimhaut. Dabei wird vorsorglich auch immer der Gebärmutterhals entfernt. Ist der Krebs bereits in den Gebärmutterhals eingewachsen oder sind die Parametrien befallen? Dann muss dieses angrenzende Bindegewebe im Beckenraum ebenfalls entfernt werden.

Wichtig zu Wissen

Bei Patientinnen mit einem Endometriumkarzinom kann die Gebärmutter nicht erhalten werden.

Wann kommt die Therapie infrage?
Schon bei einer atypischen Endometriumhyperplasie – einer möglichen Vorstufe des Endometriumkarzinoms – empfehlen Experten eine Hysterektomie. Darüber hinaus empfehlen sie, dass die Gebärmutter in jedem Erkrankungsstadium eines Endometriumkarzinoms entfernt wird, auch in frühen Stadien. Nur bei Patientinnen mit Kinderwunsch und einem Tumor im ganz frühen Stadium kann der Eingriff vorerst verzögert werden. Mehr dazu lesen Sie im Abschnitt Hormontherapie: bei Kinderwunsch.

Was lässt sich erreichen?
Patientinnen, die ein Endometriumkarzinom im Frühstadium haben, kann eine Operation fast immer heilen.

Entfernung der Eileiter und Eierstöcke

Lexikon

Adnexektomie (Adnektomie) bezeichnet die Entfernung der Eileiter und Eierstöcke.
Salpingektomie bedeutet, dass die Eileiter entfernt werden.
Ovarektomie bezeichnet die Entfernung der Eierstöcke.

Ärzte entfernen bei einer Patientin mit Endometriumkarzinom die Eileiter und Eierstöcke, da sich in ihnen möglicherweise vereinzelte Krebszellen befinden können.

Wann kommt die Therapie infrage?
Zusätzlich zur Gebärmutter, entfernt die Gynäkologin oder der Gynäkologe bei der Operation auch immer beide Eileiter. Auch die Eierstöcke werden bei fast allen Patientinnen sicherheitshalber entfernt. Denn: Selbst im Frühstadium des Endometriumkarzinoms haben rund 15 von 100 Patientinnen bereits Metastasen in den Eierstöcken.

Besonderheiten bei jüngeren Patientinnen: War die betroffene Frau noch nicht in den Wechseljahren, entfernen Ärzte manchmal nur einen oder sogar keinen Eierstock. So lassen sich vorzeitige Wechseljahre mit einhergehenden Wechseljahresbeschwerden vermeiden. Dies geht jedoch nur, wenn sich der Tumor im Frühstadium befindet. Eine Ausnahme bilden jüngere Patientinnen, die eine erbliche Veranlagung für Eierstockkrebs haben: Dann werden die Eierstöcke in der Regel vorsorglich entfernt.

Was lässt sich erreichen?
Die Entfernung von Eileitern und Eierstöcken verhindert, dass restliche Tumorzellen im Körper verbleiben und es später zu einem Rückfall kommt.

Entfernung von Lymphknoten

Lexikon

Lymphonodektomie: Entfernung von Lymphknoten

Manchmal besteht der Verdacht, dass umliegende Lymphknoten befallen sind. Eine Magnetresonanztomographie kann schon vor der Operation auffällige Lymphknoten im Bauchraum oder im Beckenbereich anzeigen.

Aber auch während der Operation beurteilen die Ärzte nahegelegene Lymphknoten. Falls sich dabei auffällig vergrößerte Lymphknoten zeigen, werden sie entnommen und später feingeweblich begutachtet.

Wichtig zu Wissen

Werden bei der Operation mehrere Lymphknoten im Beckenbereich entnommen, können im Anschluss an die Behandlung Lymphödeme an den Beinen auftreten.

Wann kommt die Therapie infrage?
Befindet sich der Tumor im Frühstadium und sind die Krebszellen nur wenig verändert im Vergleich zum normalen Gewebe? Dann entnehmen die Ärztinnen und Ärzte nur auffällig vergrößerte Lymphknoten.

Bei Patientinnen mit einem Endometriumkarzinom, dessen Zellen stark verändert sind, das sich über den Gebärmutterkörper hinaus ausgebreitet hat oder das in die Lymphgefäße wächst, müssen gegebenenfalls weitere Lymphknoten entfernt werden. Dazu gehören sowohl die Beckenlymphknoten als auch die Lymphknoten neben der Hauptschlagader (Aorta).

Was lässt sich erreichen?
Die Entnahme der Lymphknoten kann verhindern, dass Tumorzellen im Körper verbleiben. Dies kann einem Rückfall vorbeugen. Außerdem lässt sich eventuell verhindern, dass sich der Tumor über die Lymphbahnen weiter im Körper ausbreitet und Absiedlungen in weiter entfernten Organen (Fernmetastasen) bildet.

Entfernung des Bauchnetzes

Lexikon

Omentum majus: Bauchnetz oder auch Darmnetz – eine fettgewebsreiche Struktur, die unterhalb des Magens die Bauchorgane bedeckt, insbesondere den Dünndarm
Omentektomie: Entfernung des Bauchnetzes

Manchmal müssen die operierenden Ärztinnen und Ärzte noch weiteres Gewebe im Umfeld der Gebärmutter entnehmen. Das hängt davon ab, wie bösartig und ausgebreitet das Endometriumkarzinom ist. Besonders bei fortgeschrittenen Tumoren gehört dazu auch Gewebe im Bauchraum, wie etwa das Bauchnetz.

Wann kommt die Therapie infrage?
Die sogenannte Omentektomie führen Ärzte durch, wenn das Bauchnetz sichtbar vom Tumor befallen ist oder sie während der Operation verdächtige Lymphknoten tasten. Außerdem wird sie bei bestimmten seltenen feingeweblichen Varianten des Typ-II-Karzinoms sicherheitshalber durchgeführt.

Was lässt sich erreichen?
Eine Omentektomie kann verhindern, dass sich die Erkrankung im Bauchraum ausbreitet. Zudem soll sie einem Rückfall (Rezidiv) vorbeugen.

Zum Weiterlesen

Eine Strahlentherapie (Radiotherapie) kann bei einem Endometriumkarzinom ergänzend nach der Operation infrage kommen. Fachleute sprechen dann von "adjuvanter Therapie". Sie trägt maßgeblich dazu bei, den Tumor unter Kontrolle zu halten. Es gibt verschiedene Methoden der Strahlentherapie.

Brachytherapie: Kurzdistanzsbestrahlung "von innen" bei frühen Tumorstadien

Wenn bei einem Endometriumkarzinom bestrahlt werden soll, setzen Ärzte meist eine sogenannte Brachytherapie ein. Das ist eine Kurzdistanzbestrahlung innerhalb der Scheide. Der Abstand zwischen Strahlenquelle und Tumor beziehungsweise dem Bestrahlungsgebiet ist hierbei geringer als bei einer Bestrahlung "von außen". Daher hat die Brachytherapie meist nur geringe Nebenwirkungen.

Wie sieht die Behandlung aus?
Die Bestrahlung findet im Krankenhaus statt und dauert nur wenige Minuten – mit Vorbereitung wenige Stunden.

  • Die Strahlenquelle wird im sogenannten „Nachladeverfahren" in die Scheide eingebracht. Dazu wird zunächst eine zylinderförmige Hülse in die Scheide eingeführt. Sie hat in etwa die Form eines Tampons, passt zur Größe der verbliebenen Scheide und ist über Schläuche mit dem Bestrahlungsgerät verbunden.
  • Sobald dieser sogenannte „Applikator" richtig sitzt, verlässt das medizinische Personal den Raum – um sich vor einer Strahlenbelastung zu schützen.
  • Ferngesteuert wird dann die Strahlenquelle über den Schlauch automatisch vom Bestrahlungsgerät den Applikator transportiert.
  • Während der Bestrahlung wird außerdem eine Sonde im Darm platziert, die dort eingehende Strahlung misst. Dies soll sicherstellen, dass die Strahlung präzise nur am Bestimmungsort ankommt.

Wann kommt die Therapie infrage?

  • Ist das Endometriumkarzinom zwar auf den Gebärmutterkörper begrenzt, aber besonders bösartig, kann eine Brachytherapie zusätzlich zur Operation in Betracht kommen.
  • Hat der Tumor bereits die Muskelschicht der Gebärmutterwand oder den Gebärmutterhals infiltriert? Dann erhalten Patientinnen fast immer eine ergänzende Kurzdistanzbestrahlung.
  • Wenn sich der Krebs örtlich noch weiter ausgebreitet hat, kann die Patientin zusätzlich zur OP eine Brachytherapie gemeinsam mit einer Bestrahlung von außen erhalten.

Was lässt sich erreichen?
Eine Kurzdistanzbestrahlung soll vor allem Rezidive an der Scheide vermeiden: Bei jeder 10. Patientin kommt es ohne Brachytherapie zu einem Rückfall im Bereich der Scheide – mit einer Brachytherapie nur noch bei jeder 40. Patientin. Außerdem schont diese Art der Bestrahlung, im Vergleich zur Strahlentherapie "von außen", benachbarte Organe wie Blase oder der Enddarm.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Ganz nebenwirkungsfrei ist auch die Brachytherapie nicht: Sie kann die obersten Schichten der Scheidenschleimhaut schädigen. Nach einigen Monaten kann es deshalb beispielsweise zu Verklebungen der Scheide kommen. Wie Sie diesen und weiteren Nebenwirkungen entgegenwirken können, lesen Sie unter Nachsorge und Reha beim Endometriumkarzinom.

Externe Beckenbestrahlung "von außen" bei fortgeschrittenem Tumor

Linearbeschleuniger zur Strahlentherapie © VILevi, Thinkstock
Bei fortgeschrittenem Endometriumkarzinom kommt ein Linearbeschleuniger zum Einsatz, der die Patientin von außen bestrahlt. © VILevi, Thinkstock

Die sogenannte perkutane Strahlentherapie wirkt – anders als die Brachytherapie – von außen auf den Körper der Patientin ein.

Wann kommt die Therapie infrage?
Die externe Beckenbestrahlung kann als Alternative zur Brachytherapie vorbeugend gegen örtliche Metastasen an der Scheide eingesetzt werden. Experten empfehlen sie jedoch nur noch bei Tumoren, die fortgeschritten oder besonders bösartig sind. Dann erhalten Patientinnen zusätzlich zur externen Beckenbestrahlung häufig eine Chemotherapie. Auch bei einem Rückfall kann eine Strahlentherapie von außen infrage kommen.

Wie sieht die Behandlung aus?
Zu Beginn der Strahlentherapie legt sich die Patientin unter das Bestrahlungsgerät. Daraufhin richtet das medizinische Personal das Gerät ein. Während der Bestrahlung selbst, die nur wenige Minuten dauert und nicht weh tut, darf man sich nicht bewegen. Insgesamt sollte man für die einzelne Behandlung jedoch etwas mehr Zeit einplanen. Für gewöhnlich sind bis zu 5 Sitzungen wöchentlich in einem Zeitraum von 5 bis 6 Wochen nötig.

Was lässt sich erreichen?
Die externe Beckenbestrahlung kann Krankheitsrückfälle, Lymphknotenmetasen im kleinen Becken und seltene Beckenmetastasen vorbeugen und behandeln.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Das Risiko für strahlenbedingte Übelkeit und Erbrechen ist bei einer Bestrahlung im Beckenbereich eher gering. Bei Bedarf gibt es jedoch vorbeugende Medikamente dagegen. Häufiger treten als akute Nebenwirkungen Entzündungen der Blase, des Enddarms oder der Vulva auf.

Im Abschnitt "Strahlentherapie: Welche Nebenwirkungen können auftreten?" unter Strahlentherapie erfahren Sie mehr zum Thema. Ausführlichere Informationen zu Spätfolgen der Bestrahlung wie Harn- oder Stuhlinkontinenz lesen Sie unter Reha und Nachsorge beim Endometriumkarzinom.

Tropf mit Chemotherapiemittel © Krebsinformationsdienst, DKFZ
Eine Chemotherapie kann bei Patientinnen mit Endometriumkarzinom im fortgeschrittenen Stadium das Krebswachstum hemmen. Bild: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Wann kommt die Therapie infrage?
Die Chemotherapie kommt erst bei einem fortgeschrittenen Endometriumkarzinom – ab Stadium III – zum Einsatz: wenn sich der Krebs auf das umliegende Gewebe, in Beckenlymphknoten oder in andere Organe ausgebreitet hat. Vor allem Patientinnen mit einem sehr bösartigen Tumor können von einer "Chemo" zusätzlich zur Strahlentherapie profitieren.

Was lässt sich erreichen?
Eine Chemotherapie nach der Operation kann verbliebene Tumorzellen oder Fernmetastasen zerstören. Die "Chemo" senkt auch die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Krebs zurückkommt. Die Behandlung hat für Patientinnen jedoch oftmals Nebenwirkungen.

  • Mehr zur Chemotherapie und ihren Nebenwirkungen lesen Sie unter Chemotherapie.
Wichtig zu Wissen

Nicht nur Patientinnen mit Kinderwunsch können eine Hormontherapie erhalten, sie kann zum Beispiel auch palliativ zum Einsatz kommen.

Selten erkranken jüngere Frauen, die noch nicht in den Wechseljahren sind, an einem Endometriumkarzinom oder einer atypischen Endometriumhyperplasie. Grade diese Patientinnen haben ihre Familienplanung vielleicht noch nicht abgeschlossen und möchten noch schwanger werden.

Haben die Betroffenen ein sehr frühes Tumorstadium, ist eine medikamentöse Hormontherapie mit Gestagenen möglich. Ziel ist es, nach etwa 6 Monaten einen kompletten Rückgang der Erkrankung zu erreichen, um daraufhin eine Schwangerschaft einzuleiten.

Medikamente in Tablettenform © Olga Oginskaya, Pixabay
Bei Kinderwunsch kann die Operation durch eine medikamentöse Therapie verzögert werden. © Olga Oginskaya, Pixabay

Wie sieht die Behandlung aus?
Zunächst wird mit einer sorgfältigen Ausschabung die gesamte oberflächliche Schleimhaut in der Gebärmutter abgetragen. Mit bildgebenden Untersuchungen und einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) wird sichergestellt, dass die Muskelschicht der Gebärmutter und andere Organe nicht betroffen sind. Anschließend erhält die Patientin hochdosierte Gestagen-Hormone in Tablettenform, die täglich über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Während des gesamten Behandlungszeitraums wird sie engmaschig kontrolliert: Die Ärztin oder der Arzt prüfen, ob die Therapie wirksam ist und das Endometriumkarzinom beziehungsweise die atypische Endometriumhyperplasie nicht weiter wächst. Wenn dies über einen Zeitraum von sechs Monaten der Fall ist, kann eine Schwangerschaft angestrebt werden.

Wann kommt die Therapie infrage?
Nur bei sehr frühen Endometriumkarzinomen vom Typ-I ist es möglich, die Operation durch eine hochdosierte Gestagen-Therapie aufzuschieben, bis die Patientin ein Kind geboren hat.


Welche Risiken birgt die Therapie?
Patientinnen sollten sich bewusst sein, dass sie auf eine häufig heilende Behandlung einer potenziell lebensbedrohlichen Krebserkrankung vorerst verzichten. Damit nehmen sie in Kauf, dass die Erkrankung fortschreitet und sich beispielsweise durch Metastasen im Körper ausbreitet.

Was lässt sich erreichen?
Diese Behandlung kann eine Entfernung der Gebärmutter aufschieben. Experten empfehlen allerdings: Spricht der Tumor nach einem halben Jahr nicht auf die Therapie an, sollte die Hysterektomie durchgeführt werden.

Bei etwa einem Drittel der Patientinnen erfüllt sich der Kinderwunsch, gegebenenfalls nach einer künstlichen Befruchtung, um die Zeit bis zum Eintreten der Schwangerschaft möglichst kurz zu halten. Nach erfülltem Kinderwunsch sollte wegen der hohen Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls die Gebärmutter entfernt werden.

Wann kommt die Therapie infrage?
Bei manchen Patientinnen können die Ärzte das Tumorwachstum nicht stoppen. Andere haben schon bei der Diagnosestellung einen fortgeschrittenen Tumor. Bei diesen Betroffenen stehen die Behandlung krankheitsbedingter Beschwerden und eine möglichst gute Lebensqualität im Mittelpunkt.

Wie sieht die Behandlung aus?
Um das Tumorwachstum zu bremsen, bekommen Patientinnen mit einem Endometriumkarzinom in dieser Situation in der Regel eine Hormontherapie mit Gestagen. Besonders Betroffene mit einem hormonabhängigen Typ-I-Tumor profitieren von dieser Therapie. Patientinnen, bei denen die Krankheit auch unter Hormontherapie fortschreitet, steht eine Chemotherapie offen. Schmerzen oder Blutungen können Ärzte durch eine Strahlentherapie mit niedriger Gesamtdosis behandeln.

Was lässt sich erreichen?
Mit einer Hormontherapie oder einer Chemotherapie lässt sich unter Umständen das Tumorwachstum bremsen, wenn auch nicht vollständig oder dauerhaft aufhalten. Die Behandlungen können aber die Überlebenszeit verlängern.

Intensiv erforscht wird, ob eine Immuntherapie für Patientinnen mit Gebärmutterkörperkrebs infrage kommt. Sie hat bislang keinen festen Stellenwert in der Behandlung. Untersucht werden verschiedene Ansätze, vor allem Immun-Checkpoint-Hemmer. Erste Studien mit Patientinnen, die ein fortgeschrittenes und bereits vorbehandeltes Endometriumkarzinom haben, wurden bereits veröffentlicht. Der klinische Nutzen muss sich jedoch in weiteren Studien zeigen.

  • Mehr zum immuntherapeutischen Ansätzen in der Krebsmedizin lesen Sie unter Immuntherapie

Vor allem Frauen möchten selbst aktiv werden, wenn sie krebskrank sind. Eine Möglichkeit sehen sie und ihre Angehörigen häufig in den alternativen und komplementären Behandlungsmethoden.

Doch was tun, wenn man bezüglich des Nutzens oder möglicher Risiken unsicher ist? Für Betroffene empfiehlt es sich, dies bei Ihren behandelnden Ärzten anzusprechen. Denn: Krebsspezialisten in Kliniken und Praxen sind heute in der Regel aufgeschlossener für eine komplementäre Behandlung als viele Patientinnen denken.

Wenn es jedoch bessere Möglichkeiten gibt, etwas für sich selbst zu tun oder zum Behandlungserfolg aktiv beizutragen, werden Ärzte dies aufzeigen und vor Risiken durch ungeprüfte Verfahren warnen.



Quellen und weiterführende Informationen

Informationen zu den für die Erstellung des Textes genutzten Quellen sowie nützliche Links, zum Beispiel zur S3-Leitlinie, sind in der Übersicht zum Thema Gebärmutterkörperkrebs aufgeführt.

Mehr dazu was Patientinnen bei der Wahl der Therapie beachten sollten:

Informationsblatt "Behandlungswahl: Was muss ich wissen?" (PDF)

Kommt eine Studienteilnahme infrage? Hintergrundinformationen für Krebspatienten finden Sie:

Weitere Themen

Erstellt: 20.07.2020

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