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Arzneimittel, Foto: unpict - stock.adobe.com, © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Arzneimittel und Komplementärmedizin in der Onkologie

Arzneimittel-Informationen im Internet zu recherchieren ist nicht nur für Krebspatienten eine Herausforderung. Auch Ärzte sind häufig mit Fragestellungen konfrontiert, die über den Inhalt der Fachinformation hinausgehen. Hinzu kommen neu zugelassene Krebsmedikamente, über die noch wenig bekannt ist oder Arzneimittel, deren Zulassungsstatus unklar ist. Schwierig wird es auch, wenn ein Präparat rechtlich gar kein Arzneimittel ist, etwa im Rahmen der komplementären und alternativmedizinischen (KAM-) Krebstherapie. krebsinformationsdienst.med hat für Sie neutrale und unabhängige Seiten zusammengestellt, auf denen Sie sich zu Arzneimitteln und Präparaten aus dem KAM-Bereich informieren können.

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Bei der Auswahl der aufgeführten Links und Verweise achtet krebsinformationsdienst.med auf Unabhängigkeit und Ausgewogenheit, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit: Zu den meisten Themen gibt es noch weitere Informationsanbieter.

Arzneimittelverzeichnisse

European Medicines Agency (EMA)

Wird ein Krebsmedikament für den deutschen Markt neu zugelassen, läuft dieser Prozess über die Europäische Arzneimittelbehörde EMA (www.ema.europa.eu/ema/). Auf der EMA-Homepage sind die Europäischen Öffentlichen Beurteilungsberichte (EPARs) aller zentral zugelassenen Arzneimittel sowie eine verständliche Zusammenfassung für die allgemeine Öffentlichkeit hinterlegt. Außerdem sind dort Arzneimittel zu finden, deren Zulassung beantragt wurde ("medicines under evaluation") oder die kürzlich vom Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) bewertet wurden ("pending EC decisions"):
www.ema.europa.eu/en/medicines.

Europäische Kommission

Im öffentlichen Arzneimittelregister (Community Register) der Europäischen Kommission (https://ec.europa.eu/) sind alle europaweit zugelassenen Human- und Tierarzneimittel gelistet. Hinzu kommen Arzneimittel, deren Zulassung europaweit widerrufen wurde ("withdrawn") oder ausgesetzt ("suspended") oder abgelaufen ist ("expired"):
http://ec.europa.eu/health/documents/community-register/.

Paul-Ehrlich-Institut (PEI)

Das PEI (www.pei.de), Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, führt ein Verzeichnis aller in seinem Zuständigkeitsbereich zugelassenen Arzneimittel. Für die Onkologie von besonderer Relevanz sind hier die monoklonalen Antikörper sowie die Arzneimittel für neuartige Therapien ("advanced therapy medicinal products", ATMP), die auch Tumorimpfstoffe umfassen. Auf den Arzneimittel-Seiten des PEI lassen sich beispielsweise Zulassungsstatus, -datum und -inhaber sowie aktuelle Sicherheitsinformationen recherchieren:
www.pei.de/DE/arzneimittel/arzneimittel-node.html.

Arzneimittel-Informationssystem (AMIS) auf PharmNet.Bund

In Deutschland gibt es das Portal für Arzneimittelinformation des Bundes und der Länder (www.pharmnet-bund.de). Hier können beispielsweise der Zulassungsstatus eines Arzneimittels, seine Verkehrsfähigkeit sowie die verfügbaren Darreichungsformen recherchiert werden. Auch Fachinformationen sind gelistet, die auf den üblicherweise genutzten kommerziellen Portalen nicht zu finden sind:
www.pharmnet-bund.de/dynamic/de/arzneimittel-informationssystem/index.html.

Onkopedia

Das Informationsportal Onkopedia (www.onkopedia.com/de) der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. (DGHO, www.dgho.de) bietet einen schnellen Überblick über neu zugelassene onkologische Arzneistoffe mit abgeschlossener Nutzenbewertung. Neben dem Ergebnis der Nutzenbewertung lassen sich weitere Informationen recherchieren: die Indikation, wesentliche Ergebnisse der Zulassungsstudien mit Quellenangaben sowie Links auf die zugehörige Fachinformation und Leitlinien, die dieses Arzneimittel in ihrer Bewertung berücksichtigen:
www.onkopedia.com/de/drug-assessment/guidelines.

Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ)

Die AkdÄ (www.akdae.de) informiert auf ihrer Homepage über neu zugelassene Arzneimittel sowie über Indikationen, therapeutischen Nutzen und Preise von bereits zugelassenen Medikamenten. Verschiedene Leitfäden sowie Therapieempfehlungen geben Hinweise und Anleitungen zur Arzneimitteltherapie in der Praxis:
www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/index.html.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Bei Fragen nach unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAWs) ist die erste und wichtigste Quelle die Fachinformation. Diese umfasst vor allem UAWs, die in den Zulassungsstudien bekannt geworden sind, und in selteneren Fällen auch solche, die nach Markteinführung beobachtet wurden. Nicht selten tritt aber die Situation ein, dass ein unerwünschtes Ereignis unter einer Arzneimitteltherapie neu beobachtet wird und gemeldet werden soll. Um zu recherchieren, ob vergleichbare Verdachtsfälle schon einmal dokumentiert wurden, kann man auf verschiedene Datenbanken zurückgreifen.

EudraVigilance-Datenbank

Die Zusammenführung aller in Deutschland aufgetretenen Verdachtsfälle von Nebenwirkungen erfolgt seit November 2017 in der EudraVigilance-Datenbank der Europäischen Arzneimittelagentur EMA (www.ema.europa.eu). Da es sich um eine europäische Datenbank handelt, geht der erfasste Datenumfang über die Verdachtsfälle in Deutschland hinaus. Mit einer Filterfunktion können zu einzelnen Nebenwirkungsbegriffen, Wirkstoffen, Zeiträumen und Altersgruppen unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAWs) gesucht werden. Ein öffentlicher Zugang zu der Datenbank findet sich unter:
www.adrreports.eu/de/index.html.

Food and Drug Administration (FDA)

Das FDA Adverse Event Reporting System (FAERS) ist eine Datenbank mit Verdachtsfällen von Arzneimittelnebenwirkungen, die der U.S.-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA (www.fda.gov) gemeldet wurden. Analog zum Vorgehen der europäischen Arzneimittelagentur EMA gibt es auch hier einen öffentlichen Zugang (Public Dashboard). Über diesen Zugang können bereits gemeldete unerwünschte Ereignisse eines Arzneimittels recherchiert werden:
www.fda.gov/Drugs/GuidanceComplianceRegulatoryInformation/Surveillance/AdverseDrugEffects/ucm070093.htm.

Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ)

Die AkdÄ (www.akdae.de) bietet auf ihrer Homepage relevante Informationen zur Arzneimittelsicherheit wie Drug Safety Mails, Risikomeldungen aus der UAW-Datenbank mit entsprechenden Empfehlungen für die Praxis, sowie Rote-Hand-Briefe:
www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/index.html.

Ergebnisse der frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Der G-BA (www.g-ba.de) ist für die frühe Nutzenbewertung nach § 35a SGB V zuständig. Auf seinen Internetseiten gibt er eine Übersicht über alle Bewertungsverfahren. Hier kann man sich auch informieren, ob der G-BA eine Nutzenbewertung aktuell durchführt oder bereits abgeschlossen hat:
www.g-ba.de/informationen/nutzenbewertung/.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Der G-BA kann das IQWiG (www.iqwig.de) mit der Nutzenbewertung beauftragen. Ergebnisse der Nutzenbewertung durch das IQWiG finden sich unter:
www.iqwig.de/de/projekte-ergebnisse/publikationen/iqwig-berichte.1071.html.

Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

Die KBV (www.kbv.de) hält ein alphabetisch sortiertes Verzeichnis aller vom G-BA bewerteten Wirkstoffe für Ärzte in der Praxis vor. Übersichtlich lässt sich für jeden bewerteten Wirkstoff nachlesen, welcher Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie besteht. Ärzte erhalten zudem Hinweise, wie die einzelnen Arzneimittel qualitätsgesichert angewendet werden:
www.kbv.de/html/fruehe-nutzenbewertung.php.

Komplementärmedizin

Da komplementäre und alternative Methoden (KAM) unter Krebspatienten inzwischen weit verbreitet sind, nimmt die Zahl an entsprechenden Informationen und Angeboten im Internet rasant zu. Manchmal ist es nicht leicht, zwischen seriösen und unseriösen Anbietern zu unterscheiden. Im Folgenden sind Seiten von Behörden und Fachgesellschaften aufgeführt, die neutral und evidenzbasiert zu KAM informieren.

CAM-Cancer

CAM-Cancer (www.cam-cancer.org) ist eine frei zugängliche, unabhängige Plattform für Fachleute, die evidenzbasierte Informationen zu komplementären und alternativen Methoden (KAM) in der Onkologie anbietet. Ursprünglich von der Europäischen Kommission finanziert, liegt sie inzwischen im Verantwortungsbereich des norwegischen National Research Center for Complementary and Alternative Medicine (NAFKAM). Die CAM-Summaries sind strukturierte Übersichtsarbeiten, in denen Daten zu Grundlagen und Anwendung sowie Wirksamkeit und Sicherheit komplementärer und alternativmedizinischer Verfahren in Form von kurzen, mit Quellen belegten Monographien aufbereitet wurden:
www.cam-cancer.org/The-Summaries.

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO, www.dgho.de)

Die DGHO bietet im Rahmen einer Kooperation mit CAM-Cancer deutsche Übersetzungen der CAM-Summaries an. Übersetzung und Aktualisierung erfolgen in Zusammenarbeit mit KOKON, dem deutschen Kompetenznetz Komplementärmedizin in der Onkologie:
www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines.

National Cancer Institute (NCI)

Das U.S.-amerikanische NCI (www.cancer.gov) bietet auf seinen Internetseiten Informationen zu krebsspezifischen komplementären und alternativen Methoden (KAM) für Patienten und Fachleute an:
www.cancer.gov/about-cancer/treatment/cam.

Office of Cancer Complementary and Alternative Medicine (OCCAM, https://cam.cancer.gov/)

Zum NCI gehört das OCCAM. Dies bietet eine alphabetische Liste verschiedener KAM-Therapien an, die teilweise auf kooperierende Institutionen verweist:
https://cam.cancer.gov/health_information/cam_therapies_a-z.htm.

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

Neben vielen anderen Themen nimmt sich das BfR auch der Risiken einiger komplementärer und alternativer Methoden (KAM) an. Ein typisches Beispiel sind etwa Nahrungsergänzungsmittel oder zur KAM-Therapie genutzte Lebensmittel wie bittere Aprikosenkerne. Auf den Internetseiten des BfR können Interessierte Stellungnahmen, Veröffentlichungen oder europaweite Entscheidungen zu Gesundheitsrisiken der bewerteten Methoden nachlesen. Am schnellsten wird man hier über die Suchfunktion oder den A-Z-Index fündig:
www.bfr.bund.de.

Cochrane Österreich (medizin-transparent.at)

Die Seite medizin-transparent.at ist ein Projekt der österreichischen Cochrane-Gruppe (http://austria.cochrane.org/de): Ziel ist es, die wissenschaftliche Studienlage zu Gesundheitsbehauptungen aus den Medien, der Werbung oder dem Internet zu recherchieren. Das Ergebnis wird für die allgemeine Öffentlichkeit verständlich zusammengefasst. Da die Internetseite auch viele Themen aus dem Bereich der komplementären und alternativen Methoden (KAM) aufgreift, werden Interessierte hier oft fündig, wenn sie Methoden der komplementären Krebstherapie recherchieren möchten:
www.medizin-transparent.at.

European Medicines Agency (EMA)

In den Zuständigkeitsbereich der EMA (www.ema.europe.eu) fallen nicht nur zentral zugelassene Arzneimittel, sondern auch Phytotherapeutika zur Anwendung am Menschen (herbal medicines for human use). Sie werden vom Ausschuss für Phythotherapeutika (Committee on Herbal Medicinal Products, HMPC) wissenschaftlich bewertet. Schwerpunkte liegen bei der traditionellen Anwendung sowie der Studienlage zur Wirksamkeit und Sicherheit. Das Ergebnis der Bewertung wird in Monographien zusammengefasst. Zu jedem bewerteten Präparat gibt es auch eine Zusammenfassung der Monographie für die allgemeine Öffentlichkeit auf Englisch: www.ema.europa.eu/human-regulatory/herbal-medicinal-products.

National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH)

Das U.S.-amerikanische NCCIH (https://nccih.nih.gov/) bietet umfassende Informationen zu vielen Themen der Komplementärmedizin. Zu finden sind beispielsweise allgemeine Informationen und Fakten, Forschungsergebnisse sowie Sicherheitsinformationen zu den einzelnen Methoden. Für Fachleute wird außerdem ein direkter Link auf die medizinische Fachliteraturdatenbank PubMed mit voreingestellten Suchbegriffen angeboten: Dies ermöglicht eine Suche nach systematischen Übersichtsarbeiten sowie randomisierten kontrollierten Studien zu der Methode:
https://nccih.nih.gov/health/atoz.htm.