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Biopsie

Biopsie

Entnahme von Gewebe oder Zellen für die Diagnose von Krebs

Letzte Aktualisierung: 02.11.2022
Allgemeine Informationen zu Biopsien

Dieser Text bietet einen Überblick zu Biopsien. Weitere Informationen finden Sie in unseren Texten zu den einzelnen Krebsarten. Bei Fragen zu Ihrer individuellen Biopsie können Sie uns gerne kostenlos kontaktieren.

  • Bei einer Biopsie entnehmen Ärztinnen und Ärzte freie Zellen oder eine Gewebeprobe aus einem auffällig veränderten Körperbereich.
  • Anschließend beurteilen Fachleute unter dem Mikroskop und mit weiteren Untersuchungen, ob es sich bei den Proben um Krebs handelt.
  • Welche Biopsie-Verfahren gibt es? Welche Risiken und Nebenwirkungen hat eine Biopsie? Und wie lange dauert es, bis Sie das Ergebnis erhalten? Der folgende Text bietet Ihnen einen Überblick.

Hinweis: Informationen aus dem Internet können Ihnen einen Überblick bieten. Sie sind aber nicht dazu geeignet, die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt zu ersetzen.

Bei einer Biopsie entnehmen Ärztinnen oder Ärzte eine kleine Menge Zellen oder Gewebe aus einem auffälligen Körperbereich.

Je nachdem, aus welchen Stellen im Körper und ob Zellen oder Gewebe entnommen werden sollen, verwenden sie unterschiedliche Biopsie-Techniken.

Anschließend untersuchen Fachleute für Pathologie die Eigenschaften der entnommenen Proben mit verschiedenen Methoden.

Die Ergebnisse – der histologische oder zytologische Befund – liefern wichtige Informationen darüber, ob die Auffälligkeiten harmlos sind oder ob es sich um Krebs handelt.

Wann wird eine Biopsie gemacht?

Wichtig zu wissen

Eine Biopsie und die darauffolgenden Untersuchungen der entnommenen Proben sind wichtige Schritte bei der Diagnose der meisten Krebserkrankungen.

Ärztinnen und Ärzte machen eine Biopsie, wenn sie beispielsweise bei einer Untersuchung Auffälligkeiten der Haut oder der Schleimhaut bemerken. Oder sie entdecken auffällige Gewebeveränderungen durch Tasten oder durch bildgebende Verfahren.

Denn: Um sicher abklären, ob es sich bei der beobachteten Veränderung um Krebs handelt, müssen Fachleute die Probe untersuchen – unter dem Mikroskop oder mit anderen Labormethoden.



Wo wird eine Biopsie durchgeführt?

In der Regel führen Ärztinnen oder Ärzte eine Biopsie ambulant in einer Facharztpraxis oder Klinik durch.

Die meisten Hautärzte und viele Frauenärzte können kleinere Biopsien selbst durchführen.

Hausarztpraxen verfügen meist nicht über die notwendige Ausstattung für eine Biopsie. Daher überweisen sie Patientinnen und Patienten in der Regel an eine qualifizierte Facharztpraxis oder Klinik.

Eine Biopsie wird stationär durchgeführt, wenn:

  • der Gesundheitszustand der erkrankten Person schlecht ist.
  • aufgrund von Vorerkrankungen auch bei kleinen Eingriffen ein hohes Risiko für Komplikationen besteht.
  • eine Narkose notwendig ist und unklar ist, wie gut der oder die Betroffene diese voraussichtlich vertragen wird.

Wo können Sie sich über die geplante Biopsie informieren?

Ein älterer Mann sitzt an einem Tisch und unterhält sich mit einer Frau im weißem Kittel.
Im Aufklärungsgespräch informieren Ärztinnen oder Ärzte über die geplante Biopsie [Symbolbild]. © German BioBank Node

Wie lange dauert die Biopsie? Wie läuft die Biopsie ab? Diese und weitere Informationen zu der bei Ihnen geplanten Biopsie erhalten Sie im Aufklärungsgespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Muss man sich auf eine Biopsie vorbereiten?

Manchmal müssen Patientinnen oder Patienten vor der Biopsie noch Voruntersuchungen durchführen lassen. Oder sie müssen sich gezielt auf die Gewebeentnahme vorbereiten.

Ein Beispiel: Besteht für die geplante Biopsie-Methode ein Risiko für Blutungen, bestimmen Ärztinnen oder Ärzte die Gerinnungswerte. Dafür nehmen sie der Patientin oder dem Patienten Blut ab. Benötigen Personen gerinnungshemmende Medikamente, kann es notwendig sein, die Einnahme vor der Biopsie zu unterbrechen. Oder sie müssen kurzfristig auf ein anderes Medikament umsteigen.

Ob Sie vor der Biopsie ein Antibiotikum einnehmen sollten können Sie mit ihren behandelnden Ärzten abklären. Bei den meisten Biopsien ist das Risiko für Infektionen gering und die Einnahme von Antibiotika zur Vorbeugung von Infektionen nicht nötig.

Wie lange dauert eine Biopsie?

Wie lange eine Biopsie dauert, ist sehr unterschiedlich und hängt davon ab,

  • an welcher Stelle die Proben entnommen werden,
  • welche Biopsie-Technik eingesetzt wird und
  • ob eine Vollnarkose notwendig ist.

Spürt man während der Biopsie Schmerzen?

Bei den meisten Biopsien erhalten Patientinnen oder Patienten eine örtliche Betäubung. Dadurch spüren sie kaum Schmerzen.

Bei aufwendigeren Biopsien kann eine kurze Vollnarkose notwendig sein.

Wie geht es nach der Biopsie weiter?

Die meisten Menschen können nach einer ambulanten Biopsie direkt wieder nach Hause gehen. Denn: Meist treten während oder nach der Biopsie keine oder nur geringe Nebenwirkungen auf.

Hat man für die Biopsie eine Vollnarkose oder - bei einer örtlichen Betäubung - Beruhigungsmittel erhalten, sollte man nicht alleine nach Hause gehen und nicht selber Auto fahren.

Die entnommenen Proben schicken die Ärztinnen oder Ärzte an spezialisierte Labore. Dort untersuchen Fachärzte für Pathologie mit histologischen und zytologischen Methoden, ob es sich bei dem den Zellen oder dem Gewebe um Krebs handelt. Liegt eine Krebserkrankung vor, enthält der Befund wichtige Informationen über die Eigenschaften der Krebszellen.

Bis Betroffene ein Ergebnis der Untersuchungen erhalten dauert es mehrere Tage. Sind aufwendige Untersuchungen der Proben nötig, kann es auch wenige Wochen dauern, bis der endgültige Befund vorliegt.

Medizinisches Fachpersonal in Schutzkleidung entnimmt während einer Operation eine Gewebeprobe und gibt sie mithilfe einer Pinzette in ein Reagenzglas mit roter Flüssigkeit.
Bei einer Operation entfernen Fachleute auffällige Gewebeveränderungen und nehmen Proben für die anschließende feingewebliche Untersuchung. © Gumpanat, iStock

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Biopsie durchzuführen. Welche Biopsie-Technik die behandelnden Ärztinnen und Ärzte einsetzen, entscheiden sie für jede Patientin und jeden Patienten individuell und abhängig davon

  • aus welchem Organ die Probe entnommen werden soll,
  • ob einzelne Zellen für eine gesicherte Diagnose ausreichen
  • oder ob für den Befund ein Zellverband, also ein vollständiges Gewebestück, benötigt wird.

Gezielt entnehmen: Für ein zuverlässiges Ergebnis einer Biopsie ist es wichtig, dass die Proben gezielt aus dem verdächtigen Bereich entnommen werden. Ist die auffällige Veränderung von außen nicht sichtbar oder tastbar, setzen Ärztinnen und Ärzte bildgebende Verfahren oder computergestützte Systeme ein, um Proben an der richtigen Stelle entnehmen.

Systematisch entnehmen: Zur Diagnose einiger Krebsarten entnehmen Ärztinnen oder Ärzte bei einer sogenannten systematischen Biopsie mehrere Proben an verschiedenen Stellen. Dies geschieht nach einem festgelegten Muster. Dadurch erhalten die Ärzte ein Gesamtbild der Gewebeveränderungen im betroffenen Organ. Beispiele sind Prostatakrebs und Blasenkrebs.

Ausreichend entnehmen: Wichtig ist auch, dass bei der Biopsie genug Probenmaterial entnommen wird. Denn: Pathologen benötigen eine gewisse Menge an Probenmaterial für die verschiedenen Untersuchungsverfahren und um die Eigenschaften des Tumors umfassend beurteilen zu können.

Grundsätzlich gibt es 2 Arten von Biopsien:

  • Inzisionsbiopsie: Dabei wird nur ein Teil des verdächtigen Gewebes entnommen. Ein Beispiel ist die Feinnadelaspirationsbiopsie zur Entnahme von Knochenmarkproben bei Verdacht auf Leukämie.
  • Exzisionsbiopsie: Dabei wird der gesamte auffällige Gewebebereich entfernt. Ein Beispiel ist die die Entfernung von auffälligen Hautveränderungen bei Verdacht auf Hautkrebs.

Manchmal kann es bei einer Exzisionsbiopsie notwendig sein, einen größeren Gewebeverband heraus zu schneiden. Das ist abhängig vom betroffenen Organ und der Größe der verdächtigen Stelle.



Nadelbiopsien

Um Proben aus einem verdächtigen Gewebebereich zu entnehmen, verwenden Ärztinnen und Ärzte häufig sogenannte Hohlnadeln. Wie der Name besagt, sind diese innen hohl. So können Gewebe oder Zellen in die Nadel hinein und anschließend mit oder durch die Nadel hinaus transportiert werden.

Abhängig von Hohlnadel, Technik und Probenmaterial unterscheidet man zwischen

  • einer Feinnadelaspirationsbiopsie,
  • einer Stanzbiopsie und
  • einer Vakuumbiopsie.

Betroffene erhalten für eine Nadelbiopsie eine örtliche Betäubung. Dann wird die Nadel durch die Haut gestochen und in den auffälligen Gewebebereich geführt. Bei Bedarf unterstützen bildgebende Verfahren (bildgestützte Biopsie) und computergestützte Geräte bei der genauen Positionierung der Nadel.

Sollen mehrere Proben entnommen werden, können Ärztinnen und Ärzte eine Führungskanüle verwenden. Durch diese können sie – bei nur einer Einstichstelle – nacheinander mehrere Proben entnehmen (koaxiale Technik).

Eine Nadelbiospie hinterlässt, wenn überhaupt, nur eine sehr kleine Narbe.

Feinnadelaspirationsbiopsie (Feinnadelpunktion): Bei dieser Methode verwenden Fachleute dünne Hohlnadeln, die sie auch als Punktionskanülen bezeichnen. Einzelne Zellen werden durch die Kanüle angesaugt und anschließend untersucht.

Eine solche Punktion eignet sich besonders, um aus weichem Gewebe Zellen zu entnehmen, etwa dem Knochenmark. Fachleute entnehmen mit dieser Technik auch Proben aus der Schilddrüse, der Lunge oder der Bauchspeicheldrüse.

Bei einer Stanzbiopsie der Haut wird mit einer Hohlnadel eine zylinderförmige Probe aus dem Gewebe ausgestanzt.
Bei einer Biopsie der Haut wird mit einer Hohlnadel ein Gewebezylinder ausgestanzt (Stanzbiopsie). © Krebsinformationsdienst, DKFZ, erstellt mit BioRender.com

Stanzbiopsie: Bei dieser Technik führen Ärztinnen und Ärzte eine Biopsienadel durch eine Führungskanüle in den auffälligen Gewebebereich ein. Dann stanzen sie damit eine zylinderförmige Probe aus dem Gewebe aus. Anschließend untersuchen Fachleute diese Stanzzylinder feingeweblich (histologisch) unter dem Mikroskop.

Eine Stanzbiopsie setzen Ärztinnen und Ärzte beispielsweise zur Untersuchung von krebsverdächtigen Veränderungen der Brust, der Leber, der Prostata oder der Haut ein.

Vakuumbiopsie: Bei dieser Technik wird Gewebe mit einem Vakuumsog in das Innere einer speziellen Nadel befördert. Anschließend wird die Gewebeprobe abgetrennt und herausgezogen. Meist werden mit einer Vakuumbiopsie mehrere Gewebeproben entnommen. Die Nadel ist etwas dicker als bei einer Stanzbiopsie. Daher kann mehr Gewebe entnommen werden.

Eine Vakuumbiopsie liefert Gewebeproben für eine histologische Untersuchung.
Fachleute setzen eine Vakuumbiopsie zum Beispiel an der weiblichen Brust ein.

Knipsbiopsie (Zangenbiopsie)

Bei einer Knipsbiopsie entnehmen Ärztinnen oder Ärzte Gewebeproben mit einer kleinen Zange. Es entsteht, wenn überhaupt, nur eine sehr kleine Narbe.

Die Proben werden anschließend feingeweblich (histologisch) untersucht.

Frauenärzte entnehmen zum Beispiel mit einer Knipsbiopsie auffälliges Gewebe aus dem Gebärmutterhals. Auch bei einer Endoskopie können Fachleute mit kleinen Zangen Gewebeproben entnehmen

Kürettage (Ausschabung, Abrasio)

Von einer Kürettage spricht man, wenn Ärztinnen oder Ärzte Gewebe mit einem scharfen Löffel ausschaben. Bei dieser Technik entstehen nur selten Narben.

Das entnommene Material begutachten Pathologen mit feingeweblichen (histologischen) Methoden.

Ein Beispiel für eine Kürettage ist die Entfernung der Schleimhaut des Gebärmutterhalses oder des Gebärmutterkörpers. Auch Hautveränderungen können Fachärzte durch eine Kürettage entfernen.

Zellabstrich (Bürstenbiopsie)

Bei einem Zellabstrich streichen Ärztinnen oder Ärzte Schleimhautzellen mit einer kleinen Bürste ab. Es entstehen keine Wunden.

Fachleute untersuchen die Zellen anschließend unter dem Mikroskop oder mit weiteren zytologischen Methoden.

Eine solcher Zellabstrich ist Teil der gesetzlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs. Eine Bürstenbiopsie können Ärztinnen und Ärzte beispielsweise auch zur Abklärung auffälliger Veränderungen in der Mundhöhle, der Lunge oder im Magen-Darm-Trakt einsetzen.

Endoskopische Biopsie

Eine Hand mit Schutzhandschuh hält eine Biopsienadel, deren Spitze in ein Endoskop eingeführt wird.
Während einer Endoskopie können Fachleute Biopsienadeln durch das Endoskop einführen und damit Proben entnehmen. © zilli, iStock

Ärzte und Ärztinnen können während einer Endoskopie verschiedene kleine Instrumente durch das Endoskop einführen. Damit können sie bei Bedarf Gewebeproben entnehmen oder auffällige Gewebeveränderungen entfernen.

Beispiele für eine endoskopische Biopsie sind Probenentnahmen aus dem Magen-Darm-Trakt oder den Atemwegen mit Zangen, Schlingen oder Bürsten. Auch eine Feinnadelpunktion der Bauchspeicheldrüse können Ärztinnen und Ärzte endoskopisch durchführen.

Bildgestützte Biopsie

Eine junge Frau liegt auf einer Untersuchungsliege. Ein Arzt hält einen Ultraschallkopf auf ihren Bauch und entnimmt mit einer langen Nadel eine Probe. Im Hintergrund zeigt ein Bildschirm ein Ultraschallbild.
Bildgebende Verfahren wie beispielsweise Ultraschall ermöglichen es, Proben punktgenau zu entnehmen. © choja, iStock

Ist die auffällige Veränderung nicht sichtbar oder tastbar, helfen bildgebende Verfahren bei der genauen Probenentnahme. Dafür kommen Ultraschall, Röntgenstrahlen, eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) infrage. Welches dieser Verfahren Ärzte dafür einsetzen, hängt davon ab, wo die auffällige Veränderung liegt oder welches Organ untersucht werden soll.

In bestimmten Situationen markieren Fachleute den auffälligen Gewebebereich bereits vor der Biopsie, beispielsweise mit Chemikalien, einem Clip oder einem dünnen Draht.

Fachleute können für eine exakte Probenentnahme auch mehrere bildgebende Verfahren gleichzeitig einsetzten. Ein Beispiel dafür ist die Fusionsbiopsie. Sie wird bei Verdacht auf Prostatakrebs eingesetzt. Dabei werden MRT-Aufnahmen und Ultraschallbilder kombiniert.

Stereotaktische Biopsie

Bei dieser bildgestützten Biopsie-Technik unterstützt ein computergesteuertes Zielführungssystem die Gewebeentnahme. Anhand der vorhandenen Bilder platziert der Computer die Geräte für die Probenentnahme so genau wie möglich.

Solche Systeme kommen beispielsweise bei Vakuumbiopsien der Brust oder bei Eingriffen am Gehirn zum Einsatz.

Liquid Biopsy

Eine Liquid Biopsy (auf Deutsch: flüssige Biopsie) kann Informationen über eine Krebserkrankung aus einer Blutprobe oder anderen Körperflüssigkeiten liefern. Dabei untersuchen Fachleute beispielsweise frei im Blut schwimmende Krebszellen oder Erbgutabschnitte von Krebszellen.

Mehr zu dieser Methode lesen Sie in unserem Informationsblatt "Liquid Biopsy" (PDF).

Wichtig zu wissen

Bei den meisten Biopsien ist der Nutzen größer als die möglichen Risiken und Nebenwirkungen.

Für Patientinnen und Patienten ist eine Biopsie in der Regel wenig körperlich belastend. Denn: Die Risiken und Nebenwirkungen der meisten Biopsien sind gering.

Mögliche Nebenwirkungen einer Biopsie sind:

  • Blutergüsse und/oder kurzzeitige Blutungen an der Einstichstelle oder dem Hautschnitt
  • Narben: Ob an der Entnahmestelle eine Narbe entsteht, ist abhängig von der verwendeten Biopsie-Technik.
  • Infektionen: Selten können sich die Wunden infizieren. Dann müssen Betroffene möglicherweise Antibiotika einnehmen.
  • Verletzungen von benachbarten Organen oder Strukturen sind möglich, kommen aber nur sehr selten vor.
  • Nachwirkungen einer Vollnarkose: Wurde die Biopsie unter Vollnarkose durchgeführt, oder wurden bei einer örtlichen Betäubung Beruhigungsmittel gegeben, fühlen sich Betroffene danach oft erschöpft und schläfrig. Sie sollten nur in Begleitung nach Hause gehen und nicht selber Auto fahren.

Tumorzellverschleppung

Wichtig zu wissen

Krebszellen, die durch eine Biopsie im Körper verteilt werden, bilden nur selten neue Tumore.

Patientinnen und Patienten befürchten mitunter, dass durch die Biopsie Krebszellen an einen anderen Ort im Körper verschleppt werden und dort neue Tumore (sogenannte Metastasen) bilden.

Es ist möglich, dass Tumorzellen durch eine Biopsie in umliegende Gewebe und Strukturen gelangen oder sich über die Blutbahnen und das Lymphsystem im Körper ausbreiten.

Verschleppte Tumorzellen bilden aber nur selten an einer anderen Stelle im Körper neue Tumoren. Denn den Zellen fehlen die dafür benötigten Eigenschaften. Dies zeigen bisherige wissenschaftliche Untersuchungen.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Tumorzellverschleppung und die Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf hängen ab von

  • der eingesetzten Biopsie-Technik und
  • der Krebsart.

Bei manchen Krebsarten, wie beispielsweise Brustkrebs und Prostatakrebs, gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass verschleppte Tumorzellen den weiteren Krankheitsverlauf beeinflussen.

Bei anderen Tumorarten hingegen, etwa bei Weichteilsarkomen, können verschleppte Tumorzellen im Einstichkanal Metastasen bilden.

Ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte klären Sie darüber auf, ob bei der bei Ihnen geplanten Biopsie ein Risiko für eine Tumorzellverschleppung besteht und was sie tun können, um das Risiko zu minimieren. Sie erklären auch, was dies für den Krankheitsverlauf bedeuten kann.

Weitere Informationen bieten Ihnen unsere Texten zu den verschiedenen Krebsarten.



Licht strahlt durch einen Objektträger in das Objektiv eines Mikroskops. Ein Bildschirm zeigt ein Bild einer gefärbten Gewebeprobe.
Fachleute für Pathologie beurteilen unter dem Mikroskop, ob es sich bei dem durch die Biopsie entnommenen Material um Krebs handelt. © Komsan Loonprom, Shutterstock

Die bei der Biopsie entnommenen Proben werden an spezialisierte Labore geschickt und dort für die Untersuchung vorbereitet. Pathologinnen und Pathologen beurteilen anschließend die Proben unter dem Mikroskop und mit weiteren Untersuchungsverfahren.

Das Ergebnis – der histologische oder zytologische Befund – sagt aus, ob es sich bei der auffälligen Veränderung um Krebs handelt und liefert wichtige Informationen für die Diagnose und Therapie.

Wie lange dauert es, bis der Befund einer Biopsie vorliegt?

Bis man das Ergebnis der histologischen oder zytologischen Begutachtung erhält, dauert es durchschnittlich mehrere Tage. Sind spezielle Untersuchungen nötig, kann es auch wenige Wochen dauern, bis der endgültige Befund vorliegt.

Eine Ausnahme ist die sogenannte Schnellschnittdiagnostik. Mit dieser Technik bestimmen Fachleute die Eigenschaften und die Ausbreitung eines Tumors noch während einer Operation. Das Gewebe wird dabei innerhalb weniger Minuten nach der Entnahme schockgefroren und anschließend aufbereitet und begutachtet. Ziel einer Schnellschnittdiagnostik ist es, noch während der laufenden Operation wichtige Informationen zum Tumor zu erhalten, beispielsweise ob die Ärztinnen und Ärzte einen Tumor vollständig entfernt haben.

Die Schnellschnittdiagnostik ersetzt aber nicht die standardmäßigen Untersuchungen: In der Regel werden die entnommenen Proben anschließend im Labor erneut begutachtet.

Qualitätssicherung der Biopsie

Eine korrekte Diagnose ist die Grundlage für eine erfolgreiche Therapie. Daher sichern Pathologen und Pathologinnen ihre Befunde mit verschiedenen Maßnahmen ab. Mehr dazu erfahren Sie im Abschnitt "Pathologische Qualitätssicherung und Zweitmeinung: Den Befund absichern" im Text Histologische und zytologische Diagnostik in der Krebsmedizin.

Rechtlich geregelt ist:

  • Entnommene Körperflüssigkeiten, Zellen sowie Gewebe- oder Blutproben sind Eigentum der Patientin oder des Patienten.
  • Bearbeitete Proben, zum Beispiel Schnittpräparate, gehören dem pathologischen Institut oder Labor, welches sie angefertigt hat.

Patientinnen und Patienten können ihre Proben und Präparate für eine Zweitbegutachtung oder weitere Untersuchungen anfordern. Mehr Informationen bietet der Abschnitt "Pathologische Qualitätssicherung und Zweitmeinung: Den Befund absichern" im Text Histologische und zytologische Diagnostik in der Krebsmedizin.

Aufbewahrungspflichten: So lange werden Proben und Präparate aufbewahrt

Gemäß den bestehenden Aufbewahrungspflichten muss das zuständige pathologische Labor histologische Präparate mindestens 10 Jahre lagern.

Auch Gewebe, Körperflüssigkeiten und in Paraffin eingebettete Gewebeproben sollen für festgelegte Fristen aufbewahrt werden. Wenn die Patientin oder der Patient das Material nicht an eine Biomaterialbank spenden möchte, entsorgt das pathologische Labor das Material nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist sachgerecht.

Ein Mann mit Laborkittel, Maske und Schutzhandschuhen steht vor einen geöffneten Gefrierschrank, in dem Biomaterial lagert.
Biobanken lagern biologisches Material für Forschungszwecke. © German BioBank Node

Vor einer Biopsie oder einer Operation werden Patientinnen und Patienten möglicherweise vom medizinischen Fachpersonal der Klinik angesprochen, ob sie nach Abschluss der Diagnostik übrig gebliebenes Probenmaterial an eine Biobank spenden möchten.

Wichtig zu wissen

Wenn Sie ihr Biomaterial spenden, gehören die Proben nicht mehr Ihnen, sondern der Biobank. Sie können Ihre Einwilligung aber jederzeit widerrufen.

Biomaterialbanken lagern biologisches Material wie etwa Blut, Gewebe, Körperflüssigkeiten und Erbmaterial über Jahrzehnte lang. Die eingelagerten Proben sind mit medizinischen Daten wie Diagnose, Alter und Krankheitsverlauf verknüpft. Die Daten werden verschlüsselt in Datenbanken gespeichert.

Ausschließlich Forschende können Proben und Daten für wissenschaftliche Untersuchungen bei der Biobank anfordern. Vor der Herausgabe prüfen eine Ethikkommission und ein Beratungsgremium der Biobank, ob das Forschungsprojekt die rechtlich und ethisch klar geregelten Bedingungen für eine Probenausgabe erfüllt.

Wichtig zu wissen

Forschende erhalten nur verschlüsselte Daten. Sie können keinen Bezug zu den spendenden Personen herstellen.

Für welche Forschungszwecke die Proben verwendet werden und wie die jeweilige Biobank die persönlichen Daten schützt, erfahren Spendende im Aufklärungsgespräch mit ihrem Ärzteteam oder mit Personal des Biobankbetreibers.

Spendende haben keinen unmittelbaren persönlichen Nutzen von ihrer Biomaterialspende. Meist ist zum Zeitpunkt der Spende gar nicht bekannt, für welche Forschungszwecke die Proben verwendet werden. Biomaterialspenden unterstützen jedoch langfristig die Forschung und die Entwicklung von neuen Vorbeugungs-, Diagnose- und Behandlungsmethoden.

Eine Rückmeldung zu den Forschungsergebnissen ist nicht vorgesehen. Es gibt aber Situationen, in denen die Erkenntnisse für die Gesundheit der Spendenden relevant sind. Beispielsweise wenn Forschende eine neue Behandlungsmethode entdecken. Dann informiert die Biobank die betroffenen Spendenden.

Spendende können ihre Einwilligung jederzeit widerrufen. Die Biobank entsorgt dann alle Materialien sachgerecht und löscht alle gespeicherten Daten.





Quellen und weiterführende Informationen (Auswahl)

Leitlinien

Das Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF) bietet Leitlinien zu verschiedenen Krebserkrankungen, darunter auch Informationen für Patienten.

Fachgesellschaften

Die Deutsche Gesellschaft für Pathologie bietet Informationen über die Geschichte, die Aufgaben und neue Perspektiven der mikroskopischen Diagnostik.

Auch der Bundesverband Deutscher Pathologen e.V. informiert über die Arbeit von Pathologen.

Informationen über Biobanken bietet die Dachorganisation akademischer Biobanken in Deutschland (German Biobank Node).

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Erstellt: 02.11.2022

Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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