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Gebärmutterkörperkrebs © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum sizes="(min-width: 1440px) 1440px"
Gebärmutterkörperkrebs

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Endometriumkarzinom: Krebs des Gebärmutterkörpers

Letzte Aktualisierung: 20.07.2020
  • Beim Endometriumkarzinom entarten Schleimhautzellen des Gebärmutterkörpers.
  • Diese Tumorart ist die häufigste Krebserkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane.
  • Wird Gebärmutterkörperkrebs im Frühstadium erkannt, haben Betroffene in der Regel eine gute Prognose.
Beschriftete anatomische Darstellung der weiblichen Geschlechtsorgane © Erstellt mit BioRender.com
Anatomie der weiblichen Geschlechtsorgane © Krebsinformationsdienst, DKFZ, erstellt mit BioRender.com

Wenn umgangssprachlich von "Unterleibskrebs" die Rede ist, so kann es sich dabei um verschiedene Tumoren handeln. Häufig ist mit diesem Begriff jedoch Krebs des Gebärmutterkörpers gemeint – genauer: Krebs der Gebärmutterschleimhaut. Denn die Erkrankung geht von der Schleimhaut im Inneren der Gebärmutter aus, die auch Endometrium genannt wird.

Bösartige Tumoren, die von der obersten Zellschicht eines Gewebes ausgehen, wie etwa der Schleimhaut, nennen Fachleute Karzinome. Daher lautet der Fachbegriff für Gebärmutterkörperkrebs "Endometriumkarzinom".

"Gebärmutterkrebs“ ist nicht gleich “Gebärmutterkrebs“

Lexikon

Uterus: Gebärmutter
Corpus uteri: Gebärmutterkörper
Endometrium: Gebärmutterschleimhaut
Zervix: Gebärmutterhals

Das Endometriumkarzinom ist auch unter weiteren Begriffen bekannt, beispielsweise

  • Uteruskarzinom oder
  • Korpuskarzinom.

Etwas ungenau hingegen ist die Bezeichnung "Gebärmutterkrebs", da die Gebärmutter auch von anderen Krebsarten betroffen sein kann.

Wichtig zu Wissen

Gebärmutterkörperkrebs ist nicht zu verwechseln mit Gebärmutterhalskrebs.

Darunter zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs: Hier entsteht der Tumor im Gebärmutterhals, der Zervix. Fachleute bezeichnen diese Krebsart auch als Zervixkarzinom. Mehr dazu lesen Sie in unserem Text zu Gebärmutterhalskrebs.

Wie entsteht ein Endometriumkarzinom?

Beschriftete anatomische Darstellung eines Endometriumkarzinoms © Krebsinformationsdienst, DKFZ, erstellt mit BioRender.com
Ein Endometriumkarzinom ist ein bösartiger Tumor, der von der Schleimhaut im Inneren der Gebärmutter ausgeht. © Krebsinformationsdienst, DKFZ, erstellt mit BioRender.com

Der Gebärmutterkörper ist innen von einer Schleimhaut ausgekleidet, dem Endometrium. Ein Endometriumkarzinom entsteht, wenn die Zellen dieser Gebärmutterschleimhaut entarten, sich unkontrolliert vermehren und zerstörend in umliegendes Gewebe einwachsen. Die Krebszellen können dann in die Gebärmutterhöhle und/oder in die darunterliegende Muskelschicht wachsen.

Im fortgeschrittenen Stadium breitet sich der Krebs auch in die übrigen Teile der weiblichen Geschlechtsorgane wie Gebärmutterhals oder Eileiter aus. Die Tumorzellen können dann auch in die umliegenden Organe des Beckenbereichs wie zum Beispiel die Blase wachsen. Metastasen eines Endometriumkarzinoms bilden sich vor allem in Lymphknoten, Knochen, Leber oder Lunge.

Sie möchten mehr wissen über die Anatomie der weiblichen Geschlechtsorgane? Einen Überblick bietet der Abschnitt "Uterus: Wie ist die Gebärmutter aufgebaut?" unter Gebärmutterhalskrebs.

Tumortypen beim Endometriumkarzinom

Beim Endometriumkarzinom treten zwei verschiedene Tumortypen auf. Diese unterscheiden sich in ihren biologischen Eigenschaften wie etwa:

  • genetischen Veränderungen oder
  • feingeweblicher Ausprägung.

Typ-I-Karzinome machen mit etwa 80 Prozent die Mehrzahl der Endometriumkarzinome aus. Sie sind abhängig vom weiblichen Sexualhormon Östrogen und betroffene Patientinnen haben in der Regel eine gute Prognose. Häufig erkranken Frauen im Alter von 55 bis 65 Jahren an Typ-I-Karzinomen. Vorstufe von Typ-I-Karzinomen sind meist bösartige Verdickungen der Gebärmutterschleimhaut, sogenannte atypische Endometriumhyperplasien.

Typ-II-Karzinome sind östrogenunabhängig. Mit etwa 10 bis 15 Prozent der Endometriumkarzinome sind sie deutlich seltener. Typ-II-Karzinome umfassen mehrere Tumorarten: das seröse oder das klarzellige Endometriumkarzinom sowie das Karzinosarkom. Meist erkranken ältere Frauen zwischen dem 65. und dem 75. Lebensjahr.

Auch wenn die Prognose abhängig vom Krankheitsstadium ist, haben Typ-II-Tumoren meist eine schlechtere Prognose als Typ-I-Karzinome. Denn: In der Regel sind sie schlechter differenziert, sprich "bösartiger". Mehr dazu lesen Sie unter "Stadieneinteilung beim Endometriumkarzinom" im Text Therapie des Endometriumkarzinoms.

Prognose bei Gebärmutterkörperkrebs

Patientinnen mit Gebärmutterkörperkrebs haben in der Regel eine gute Prognose, vor allem, wenn die Erkrankung im Frühstadium erkannt wird. Das ist bei etwa 75 von 100 Betroffenen der Fall. Die Heilungsmöglichkeiten hängen von den folgenden Faktoren ab:

  • Wie weit ausgebreitet ist der Tumor? Wächst er bereits in die Muskelwand oder hat in Lymphknoten gestreut?
  • Welcher feingewebliche Tumortyp liegt vor?
  • Wie bösartig ist der Tumor? Wie ist das Grading?

Bei Frauen die fünfthäufigste Krebserkrankung

Das Endometriumkarzinom ist der häufigste Tumor der weiblichen Geschlechtsorgane und die fünfthäufigste Krebserkrankung der Frau in Deutschland. Jedes Jahr erkranken etwa 11.000 Frauen an Gebärmutterkörperkrebs. Das durchschnittliche Alter zum Diagnosezeitpunkt liegt bei etwa 68 Jahren.

Mehr zur Epidemiologie des Endometriumkarzinoms lesen Sie auf der Internetseite des Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) des Robert Koch-Instituts (RKI).

Gebärmutterkörperkrebs: Themenübersicht

Risikofaktoren und Früherkennung: Vor allem der Einfluss des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen, aber auch hohes Alter kann ein Endometriumkarzinom begünstigen. Ein gesetzliches Angebot zur Früherkennung von Gebärmutterkörperkrebs gibt es nicht.

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Symptome: Patientinnen mit Endometriumkarzinom haben häufig bereits im Frühstadium ungewöhnliche Blutungen. Der Tumor wird dadurch meist früh entdeckt. Weitere Beschwerden treten erst in späten Krankheitsstadien auf.

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Diagnose: Wie stellen Ärztinnen und Ärzte ein Endometriumkarzinom fest und welche Untersuchungen werden im Anschluss gegebenenfalls noch durchgeführt, um die Behandlung besser planen zu können?

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Behandlung: Basis der Therapie von Gebärmutterkörperkrebs ist fast immer eine Operation. Ihr Umfang hängt vom Tumorstadium ab. Falls notwendig, erhalten Patientinnen ergänzend eine Bestrahlung oder eine Chemotherapie.

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Rehabilitation und Nachsorge: Nach der Therapie schließen sich für viele Patientinnen mit Endometriumkarzinom die Nachsorge und die Rehabilitation an. Die Nachsorge dient unter anderem dazu, einen Rückfall frühzeitig zu erkennen.

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Leben mit Endometriumkarzinom: Gebärmutterkörperkrebs ist ein belastender Einschnitt im Leben, der vor allem körperliche, psychische und sexuelle Veränderungen mit sich bringen kann. Was können Patientinnen selbst für ihre Genesung tun?

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Quellen und weiterführende Informationen (Auswahl)

Leitlinien
Die S3-Leitlinie "Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientinnen mit Endometriumkarzinom" ist abrufbar beim Leitlinienprogramm Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF), der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. (DKG) und der Deutschen Krebshilfe (DKH). Federführende Fachgesellschaften waren die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) und die DKG vertreten durch die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO).

Bei der Versorgung betroffener Patientinnen kann auch die
S3-Leitlinie "Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen Krebspatienten" der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. (DKG) vertreten durch die Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie hilfreich sein.

Für Patientinnen mit fortgeschrittenem Endometriumkarzinom kann die S3-Leitlinie "Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung" der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin e. V relevant sein.

Bei Kinderwunsch jüngerer Patientinnen mit Gebärmutterkörperkrebs bietet die S2-Leitlinie "Fertilitätserhalt bei onkologischen Erkrankungen" der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG), der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) und der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) Orientierung. Sie kann bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF) heruntergeladen werden.

Informationen zu Wechseljahresbeschwerden bietet die S3-Leitlinie "Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen", die ebenfalls von der DGGG, der OEGGG und der SGGG herausgegeben wurde und über die AWMF zur Verfügung steht.

Zur begleitenden Behandlung von Therapienebenwirkungen bietet die S3-Leitlinie "Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen" Unterstützung. Federführende Fachgesellschaften waren die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. (DKG) vertreten durch die Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin, die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V. (DGHO) und die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e. V. (DEGRO).

Treten nach der Behandlung Lymphödeme auf, kann die S2-Leilinie "Diagnostik und Therapie der Lymphödeme" der Gesellschaft Deutschsprachiger Lymphologen e. V. (GDL) zu Rate gezogen werden.

Die S3-Leitlinie "Kolorektales Karzinom" der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e. V. (DGVS) kann für Patientinnen mit Lynch-Syndrom von Belang sein.

Epidemiologie
Aktuelle statistische Daten bietet das Zentrum für Krebsregisterdaten. Eine Zusammenfassung bietet die Broschüre "Krebs in Deutschland" der epidemiologischen Krebsregister e. V. (GEKID) und des Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) im Robert Koch-Institut.

Behandlungszentren
Die zertifizierten gynäkologischen Krebszentren in Deutschland lassen sich über die Internetseite www.oncomap.de suchen. Das Portal wird von der Deutschen Krebsgesellschaft e. V (DKG) gemeinsam mit OnkoZert herausgegeben.

Ansprechpartner für eine Rehabilitation nennt der jeweilige Reha-Versicherungsträger, also zum Beispiel die Krankenversicherung oder die Rentenversicherung. Patientinnen, die in der Klinik behandelt werden, können sich auch an den Kliniksozialdienst wenden.

Fachartikel (Auswahl)
Amant F, Mirza MR, Koskas M, Creutzberg CL. Cancer of the corpus uteri. Int J Gynaecol Obstet. 2018;143 Suppl 2:37‐50. doi:10.1002/ijgo.12612.

Bourla AB, Zamarin D. Immunotherapy: New Strategies for the Treatment of Gynecologic Malignancies. Oncology (Williston Park). 2016;30(1):59‐69.

Collaborative Group on Epidemiological Studies on Endometrial Cancer. Endometrial cancer and oral contraceptives: an individual participant meta-analysis of 27 276 women with endometrial cancer from 36 epidemiological studies. Lancet Oncol. 2015;16(9):1061‐1070. doi:10.1016/S1470-2045(15)00212-0

Colombo N, Creutzberg C, Amant F, et al. ESMO-ESGO-ESTRO Consensus Conference on Endometrial Cancer: diagnosis, treatment and follow-up [published correction appears in Ann Oncol. 2017 Jul 1;28(suppl_4):iv167-iv168]. Ann Oncol. 2016;27(1):16‐41. doi:10.1093/annonc/mdv484

Del Carmen MG, Rice LW. Management of menopausal symptoms in women with gynecologic cancers. Gynecol Oncol. 2017;146(2):427‐435. doi:10.1016/j.ygyno.2017.06.013

Domröse, C., Mallmann, P. Von der Hysterektomie bis zur Bestrahlung – Leitliniengerechtes Vorgehen beim Endometriumkarzinom. Im Fokus Onkologie 2019;22(1):18–22.

Edey KA, Rundle S, Hickey M. (2018) Hormone replacement therapy for women previously treated for endometrial cancer. Cochrane Database of Systematic Reviews 2018, Issue 5. Art. No.: CD008830. doi: 10.1002/14651858.CD008830.pub3.

Emons, G., Steiner, E., Vordermark, D. Wichtigste Ergebnisse der S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientinnen mit Endometriumkarzinom". best practice onkologie. 2019;4:114-120.

Emons, G., Kiesel, L., Bauerschmitz, G. et al. Therapie der Präkanzerosen und des frühen Endometriumkarzinoms. Gynäkologe 51, 1018–1023 (2018).

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Steiner, E., Horn, L., Menke, J. et al. Früherkennung, Diagnostik, Bildgebung und Pathologie des Endometriumkarzinoms. Gynäkologe 51, 1009–1017 (2018).

Tempfer, C., Steinke-Lange, V., Aretz, S. et al. Epidemiologie, Risikofaktoren und Genetik des Endometriumkarzinoms. Gynäkologe 51, 1000–1008 (2018).

Uleer, C., Alt-Epping, B., Wight, E. et al. Nachsorge, Rezidivtherapie, psychoonkologische Versorgung und Palliativmedizin des Endometriumkarzinoms. Gynäkologe 51, 1037–1046 (2018).

Erstellt: 20.07.2020

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