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Lungenkrebs, Foto: MOREDUN ANIMAL HEALTH LTD/SPL/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Lungenkrebs: Therapie nicht-kleinzelliger Bronchialkarzinome

Behandlung in frühen und fortgeschrittenen Krankheitsstadien

Die meisten Lungenkrebs-Patienten haben ein sogenanntes nicht-kleinzelliges Karzinom. Die Behandlung richtet sich vor allem danach, wie fortgeschritten die Krankheit ist. Außerdem berücksichtigen die behandelnden Ärzte den allgemeinen Gesundheitszustand.
Soweit es möglich ist, werden Betroffene operiert. Das Ziel ist die vollständige Entfernung des Tumors und eine langfristige Heilung. Das ist in der Regel nur in frühen Krankheitsstadien möglich.
Für fortgeschrittene und metastasierte Stadien stehen andere Therapien zur Wahl, wie zum Beispiel Chemotherapie, Strahlentherapie oder Radiochemotherapie. Auch neuere Ansätze wie zielgerichtete oder immuntherapeutische Behandlungen können infrage kommen. Im fortgeschrittenen Stadium geht es vor allem darum, die Krankheit aufzuhalten und die Beschwerden Betroffener zu lindern.

Erstellt: 28.12.2018
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Überblick: Krankheitsstadien bei nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom

Frühe Stadien: Lokal begrenzter Tumor

Wenn ein nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom lokal wächst, also auf die Lunge begrenzt ist, und keine oder höchstens einige wenige, direkt benachbarte Lymphknoten befallen sind, dann fällt es in die Kategorie "frühes Stadium".
Dazu zählen Ärzte alle Stadien von I bis IIIA beziehungsweise T3N1,

Fortgeschrittene und metastasierte Stadien

Als fortgeschrittene Tumoren werden nicht-kleinzellige Lungenkarzinome ab Stadium IIIB bezeichnet. Tumoren im Stadium IIIB sind meist größer als die in früheren Stadien, und die Lymphknoten sind bereits befallen.

Hat der Tumor Tochtergeschwulste in anderen Organen gebildet, handelt es sich um Stadium IV. Dabei ist es nicht mehr wichtig, wie groß der Lungenbefall an sich ist: Die Größe des Tumors in der Lunge selbst spielt bei Metastasen für die Zuordnung zu einem Krankheitsstadium und die Planung der Behandlung nur noch eine untergeordnete Rolle.

Therapie in frühen Stadien: Möglichst vollständige Operation

Ärzte werden, wenn es möglich ist, Betroffene im Krankheitsstadium I bis IIIA operieren. Bei der Planung des Eingriffs prüfen sie, ob neben dem Stadium noch weitere Voraussetzungen erfüllt sind: Als Patientin oder Patient benötigt man für eine OP unter anderem eine gute Herz- und eine gute Lungenfunktion.

Das Ziel ist die vollständige Entfernung des Tumors. So haben Patientinnen und Patienten die Chance auf langfristige Heilung. Was man wissen muss: Eine Operation ist statistisch nur bei 25 bis 30 von 100 Patientinnen und Patienten möglich. Bei den anderen Betroffenen wird Lungenkrebs erst in einem späteren Stadium entdeckt.

Die Operation

Lunge © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Anatomie der Lunge © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Teilweise oder vollständige Lappenresektion (Lobektomie): In der Regel entfernen Ärzte den ganzen Lungenlappen, in dem der Tumor sitzt.
Bei vergleichsweise wenigen Betroffenen reicht es auch aus, wenn sie nur den Teil des Lungenlappens mit dem Tumor entnehmen.

Entfernt wird immer auch gesundes Gewebe um den Tumor herum. Damit wollen die Ärzte sichergehen, dass sie auch die Tumoranteile entnehmen, die für das bloße Auge unsichtbar sind.

Lungenflügelresektion (Pneumonektomie oder Pneumektomie): Bei Betroffenen mit größeren Tumoren oder mehreren kleinen Krebsherden in der Lunge kann es nötig sein, einen ganzen Lungenflügel zu entnehmen.

Auch hier gilt: Umliegendes Gewebe wird ebenfalls operativ entfernt, damit möglichst keine Krebszellen im Körper zurückbleiben.

Lymphknotenentnahme: Außerdem entfernen die Ärzte bei allen Patientinnen und Patienten benachbarte Lymphknoten. Denn auch bei ihnen kann man mit bloßem Auge nicht erkennen, ob sie befallen sind.

Das entnommene Gewebe wird deshalb hinterher unter dem Mikroskop und im Labor untersucht, um die Ausbreitung der Erkrankung noch einmal genau zu bestimmen und gegebenenfalls die Behandlung anzupassen,

Vorbereitung auf die Operation

Zur Vorbereitung gehört die gründliche Untersuchung des allgemeinen Gesundheitszustands. So prüfen die Ärzte, ob etwas gegen eine Operation spricht.

Betroffene mit einem Tumor im Stadium IIIA können je nach Situation eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung vor der Operation bekommen. Dadurch kann bei nicht wenigen Patienten der Tumor schrumpfen und besser oder überhaupt operierbar werden.

Was man selbst tun kann: Wer noch raucht, sollte spätestens jetzt aufhören – das senkt die Rate von Komplikationen bei und nach der Operation. Die behandelnden Ärzte können beim Rauchstopp helfen.

Das Rückfallrisiko senken: Chemotherapie nach Operation

Männliche Patienten erhalten Chemotherapie-Infusionen in einer Tagesklinik  Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Eine Chemotherapie wirkt auch gegen Tumorreste © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Bei Betroffenen mit Stadium IA und einem sehr kleinen Tumor ist das Rückfallrisiko normalerweise so gering, dass eine anschließende Chemotherapie nicht notwendig ist.

Bei Patientinnen und Patienten im Stadium IB, also mit einem größeren Tumor, aber ohne befallenen Lymphknoten, entscheiden die Ärzte nach der individuellen Situation.

  • Anders sieht es für die meisten Betroffenen mit Lungenkrebs im Stadium II oder IIIA aus. Sie bekommen nach einer vollständigen Entfernung des Tumors eine Chemotherapie.

Warum? Damit wollen Ärzte verhindern, dass sich kleinste Tumorreste oder Mikrometastasen zu einem neuen Tumor entwickeln.

Wie läuft die Chemotherapie ab?

Die Chemotherapie beginnt innerhalb von 60 Tagen nach der Operation. Sie besteht in der Regel aus einer Kombinationen verschiedener Therapeutika, die auch das Zytostatikum Cisplatin enthält.
Die meisten Patientinnen und Patienten bekommen die Chemotherapeutika in mehreren Sitzungen oder "Zyklen", die über mehrere Wochen bis Monate verteilt sind.

Wenn der Tumor nicht vollständig entfernt werden konnte

Nach der Operation wird das entnommene Gewebe von Pathologen untersucht. Wenn dabei festgestellt wird, dass noch ein Tumorrest in der Lunge verblieben ist, dann operieren Ärzte noch ein zweites Mal.

Ist ein zweiter Eingriff nicht möglich? Dann können die behandelnden Mediziner – abhängig von der gesundheitlichen Situation des Betroffenen – die Lunge dort bestrahlen, wo der Tumorrest sitzt.

Therapie in frühen Stadien: Wenn nicht operiert werden kann

Bei manchen Patientinnen und Patienten kommt eine Operation nicht infrage, obwohl sie Lungenkrebs in einem frühen Stadium (I oder II) haben. Das kann daran liegen, dass ihre Lungenfunktion eingeschränkt ist oder sie noch eine andere, schwere Krankheit haben. Beispiele sind Herzerkrankungen oder eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Dann wäre eine Operation ein zu großes Risiko.
Anstelle einer Operation kommen andere Therapien infrage, wie zum Beispiel eine Bestrahlung oder eine kombinierte Radiochemotherapie.

Was tun, wenn man als Betroffener selbst keine Operation möchte?

Diese Entscheidung sollte man auf jeden Fall gemeinsam mit den behandelnden Ärzten treffen und sich vorher umfassend über die Vor- und Nachteile informieren lassen.

 

Strahlentherapie: Wie läuft die Bestrahlung ab?

Linearbeschleuniger zur Strahlentherapie © VILevi - thinkstockphotos
Bei einer Strahlentherapie kommen sehr energiereiche Strahlen zum Einsatz © VILevi - thinkstockphotos

Was tun, wenn eine Operation aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist oder man eine Operation ablehnt? Dann kann eine Strahlentherapie infrage kommen.
Es gibt verschiedene mögliche Behandlungsschemata, die an die Situation des Betroffenen angepasst werden. Bei allen gilt: Die gesamte Strahlendosis erhält man nicht auf einmal, sondern sie wird aufgeteilt. Dies bezeichnen Ärzte als "Fraktionierung".

Konventionelle Fraktionierung: Dabei werden Betroffene in festen Zyklen bestrahlt, zwischen denen Pausen liegen. Ein mögliches Beispiel für einen solchen Zyklus: Man bekommt fünf Tage hintereinander jeweils eine Bestrahlung täglich. Dann folgen zwei Tage Pause bis zum Beginn des nächsten Zyklus. Das wird bei Betroffenen so lange wiederholt, bis die Gesamtdosis mindestens 60 Gray (Gy) beträgt.
Diese empfohlene Dosis kann auch mit anders aufgeteilten Zyklen erreicht werden.

Hyperfraktionierte, akzelerierte Strahlentherapie: Hierbei bestrahlen Ärzte den Tumor häufiger und in kürzeren Abständen als bei der konventionellen Fraktionierung, aber mit geringerer Einzeldosis. Durch die geringere Einzeldosis kann sich das gesunde Gewebe leichter erholen, das Krebsgewebe jedoch nicht. Dazu wird zwischen den Einzelbestrahlungen eine Pause von mindestens sechs Stunden eingehalten.

Hypofraktionierte, stereotaktische Bestrahlung: Stereotaktische Bestrahlung bedeutet: Der Tumor wird aus mehreren Richtungen mit jeweils kleinen Dosen bestrahlt. Die Gesamtdosis, die im Tumor ankommt, setzt sich aus den vielen Einzeldosen zusammen.
Der Vorteil hierbei: Zwar wird insgesamt mehr gesundes Gewebe mit bestrahlt. Dieses bekommt aber jeweils nur eine kleine Strahlendosis ab.
Da nur in einen kleinen Bereich die ausreichend hohe Strahlendosis erreicht wird, wird diese Bestrahlungstechnik in der Regel nur bei Patientinnen und Patienten angewendet, deren Tumor kleiner als sieben Zentimeter im Durchmesser ist, und die keinen Lymphknotenbefall haben.

Was lässt sich mit einer Bestrahlung anstelle einer Operation erreichen?

Lässt sich die Erkrankung damit auf Dauer oder zumindest über längere Zeit unter Kontrolle bringen? Das hängt vom Krankheitsstadium und auch dem persönlichen Allgemeinzustand ab.
Wie die Erfolgsaussichten sind, wenn nicht operiert wird, können daher nur die behandelnden Ärzte anhand der jeweiligen Befunde beurteilen.

Therapie im fortgeschrittenen oder metastasiertem Stadium: Lebensqualität verbessern

Bei fortgeschrittenem Lungenkrebs unterscheiden die Ärzte zwei Krankheitssituationen:

  • Ab Tumorstadium IIIB müssen Betroffene damit rechnen, dass sich ihr Lungenkrebs nicht vollständig durch eine Operation entfernen lässt: Ihr Tumor ist vergleichsweise groß, und Krebszellen finden sich auch schon in Lymphknoten.
  • Beim Stadium IV haben sich bereits Metastasen in anderen Organen gebildet. Dann würde eine Operation des ursprünglichen Lungentumors mehr schaden als nützen.

Was bedeutet dies für Patientinnen und Patienten? Betroffene müssen damit rechnen, dass sich ihre Erkrankung nicht mehr vollständig heilen lässt.
Allerdings sind das Erkenntnisse aus der Statistik, die über den Einzelfall nichts aussagen. Und: Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die den Krankheitsverlauf verlangsamen können.

Darunter fallen

In diesem fortgeschrittenen Krankheitsstadium werden Ärzte die therapeutischen Möglichkeiten nutzen, um vor allem die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern oder zu erhalten.

Mehr Information zu nicht-kleinzelligem Lungenkrebs: Ansprechpartner, Linktipps, Quellen

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