© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Diese Seiten sind Ausdrucke aus www.krebsinformationsdienst.de, den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum. Mehr über den Krebsinformationsdienst und seine Angebote lesen Sie auf unseren Internetseiten. Am Telefon stehen wir Ihnen täglich von 8.00 bis 20.00 für Fragen zur Verfügung, unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 420 30 40. Oder Sie schreiben uns eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de.

Bitte beachten Sie: Internet-Informationen sind nicht dazu geeignet, die persönliche Beratung mit behandelnden Ärzten oder gegebenenfalls weiteren Fachleuten zu ersetzen, wenn es um die Diagnose oder Therapie einer Krebserkrankung geht. Die vorliegenden Informationen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte, unabhängig von Form, Zeit oder Medium bedarf der schriftlichen Zustimmung des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum.

Ursprüngliche Adresse dieses Ausdrucks: https://www.krebsinformationsdienst.de


Magenkrebs, Foto: Clinical Pathomorphology and Cytology, Medical University, Lodz, Poland © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Verdacht auf Magenkrebs: Wie geht es weiter?

Untersuchungsverfahren zur Abklärung eines Magenkarzinoms

Häufige Übelkeit oder Schmerzen im Oberbauch gehören zu den Symptomen, die auf Magenkrebs hinweisen. Doch diese Beschwerden können auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Wie Ärzte einen Krankheitsverdacht abklären und welche weiteren Untersuchungen auf Betroffene zukommen, wenn sich der Verdacht auf ein Magenkarzinom bestätigt, erläutert der Krebsinformationsdienst im folgenden Text. Informationen aus dem Internet können eine persönliche ärztliche Beratung zu Magenbeschwerden jedoch nicht ersetzen.

Erstellt:
Zuletzt überprüft:

Quellen und Links

Die genutzten Quellen sind direkt im Text genannt und nach Möglichkeit verlinkt. Eine Zusammenstellung findet sich zudem am Ende des Textex, außerdem im Kapitel "Mehr wissen über Magenkrebs".

Magenbeschwerden: Wohin gehen zur Abklärung?

Bei anhaltenden Magenbeschwerden wie Schmerzen, Übelkeit, andauernden Völlegefühlen und Appetitlosigkeit sollten Betroffene ihren Hausarzt aufsuchen. Solche Symptome können auch auf andere Erkrankungen als Krebs hinweisen, beispielsweise eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut oder ein Magengeschwür. Was genau die Ursache ist, lässt sich mit vergleichsweise wenig belastenden Untersuchungen abklären.

Zunächst fragt der Arzt nach den bestehenden Beschwerden und führt eine allgemeine körperliche Untersuchung und gegebenenfalls weitere Tests durch. Ergibt sich dabei ein Verdacht auf eine ernstere Erkrankung des Magens, dann lässt sich dies am zuverlässigsten mit einer Magenspiegelung abklären, auch Gastroskopie genannt. Diese kann meist ambulant durchgeführt werden, oft aber nicht vom Hausarzt selbst. Dieser überweist dann zu einem Facharzt für Innere Medizin mit der Spezialisierung Gastroenterologie, eventuell auch in eine entsprechend ausgerichtete Ambulanz eines Krankenhauses.

Untersuchung bei Krankheitsverdacht: Magenspiegelung mit Gewebeprobe

Der Magen sollte für diese Spiegelung möglichst entleert sein. Wie lange sie vorher nichts essen und trinken dürfen, erfahren Betroffene bei der Terminplanung. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte dies dem Arzt sagen: Einige Mittel, etwa sogenannte Blutverdünner oder Gerinnungshemmer, müssen vor der Magenspiegelung eventuell kurzzeitig abgesetzt werden. Wer einen Zahnersatz trägt, sollte diesen vor der Gastroskopie herausnehmen.

Die Untersuchung ist in der Regel nicht schmerzhaft und dauert nur wenige Minuten. Ein Betäubungsspray in Mund und Rachen hilft dabei, den oft auftretenden Würgereiz zu unterdrücken. Viele Menschen empfinden eine Magenspiegelung trotzdem als unangenehm. Auf Wunsch können Patienten deshalb ein Beruhigungsmittel bekommen. Dann sollten sie sich allerdings nach der Untersuchung abholen lassen und nicht selbst Auto fahren.

Der Blick auf die Magenschleimhaut: Gibt es verdächtige Bereiche?

Gastroskopie © Hakan Corbaci, Thinkstock
Bei einer Magenspiegelung wird ein fingerdicker, biegsamer Schlauch in den Magen vorgeschoben. © Hakan Corbaci/Thinkstock

Für die eigentliche Untersuchung legen Betroffene sich seitlich auf eine Untersuchungsliege. Sie bekommen eine Art Beißring: Er schützt die Zähne und verhindert, dass man während der Untersuchung versehentlich auf das Untersuchungsgerät beißt.

Der Arzt führt dann einen etwa fingerdicken, biegsamen Schlauch - das Endoskop - über den Mund und die Speiseröhre bis in den Magen. An der Spitze des Endoskops befindet sich eine kleine Kamera, die Bilder aus dem Körperinneren auf einen Monitor überträgt. Der Arzt kann so Veränderungen an der Magenschleimhaut beurteilen. Durch einen zusätzlichen Kanal im Endoskop wird etwas Luft eingeblasen, damit sich der Magen dehnt und besser begutachten lässt.

Der Arzt kann außerdem eine winzige Zange durch das Endoskop einführen. Falls erforderlich, lassen sich damit Gewebeproben von verdächtig aussehenden Bereichen entnehmen. Diese Probenentnahme wird als Biopsie bezeichnet. Sie  ist nicht schmerzhaft.

Selten kann es bei einer Magenspiegelung zu Komplikationen kommen. Sie können durch die begleitenden Medikamente ausgelöst werden, zum Beispiel durch die Beruhigungsmittel. Nur ganz selten kommt es während der Untersuchung zu blutenden Verletzungen von Speiseröhre oder Magen. Mit einer sofortigen erneuten Endoskopie können Ärzte diese Blutung meist stillen. Nach der Untersuchung treten gelegentlich Beschwerden wie Halsschmerzen, Schluckstörungen, Brechreiz oder Blähungen durch die eingeblasene Luft auf. Diese verschwinden aber in aller Regel nach kurzer Zeit von selbst.

Untersuchung der Gewebeproben: Ist es Magenkrebs?

Entnommene Gewebeproben werden in einem spezialisierten Labor unter dem Mikroskop untersucht. Bei dieser feingeweblichen, sogenannten histologischen Untersuchung können Pathologen feststellen, ob die Veränderungen der Magenschleimhaut gut- oder bösartig sind. Auch können sie ein Magenkarzinom von anderen Tumorarten wie Lymphomen unterscheiden, die ebenfalls den Magen befallen können. Weitere Eigenschaften der Zellen wie der Grad ihrer Bösartigkeit und ihre molekularbiologischen Merkmale helfen bei der Behandlungsplanung. Mehr zu Tumoreigenschaften, Krankheitsstadien und zur Behandlungsplanung von Magenkrebs finden Interessierte im Kapitel "Befunde verstehen".

Betroffene müssen in der Regel mehrere Tage warten, bis sie das Ergebnis der Gewebeuntersuchung erfahren. Wurden in den Gewebeproben keine Tumorzellen nachgewiesen, obwohl der Arzt verdächtige Stellen in der Magenschleimhaut gefunden hatte, dann kann eine weitere Probenentnahme notwendig werden. Hat sich dagegen der Verdacht auf ein Magenkarzinom bestätigt, kommen weitere Untersuchungen auf Betroffene zu. Einen Teil davon kann der Facharzt für Gastroenterologie oder weitere Fachärzte, zum Beispiel Radiologen, ambulant durchführen. Sind aufwendigere Untersuchungen notwendig oder geht es Patienten körperlich schlecht, dann ist es sinnvoller, die weitere Diagnostik in einer Klinik durchzuführen.

Nachweis eines Magentumors: Wie geht es weiter?

Die Diagnose Krebs ist für die meisten Menschen zunächst ein Schock. Welche ersten Schritte helfen, mit der Erkrankung umzugehen, und welche Fragen nach der Diagnose wichtig werden können, darüber informiert der Text "Diagnose Krebs - Wie geht es weiter?" sowie das Informationsblatt: Diagnose Krebs – was tun? (PDF). Dort finden Betroffene auch Hinweise, wie sie sich auf die folgenden Gespräche mit ihren Ärzten vorbereiten können.

Die Ärzte müssen als nächstes untersuchen, ob und wie weit sich der Tumor bereits ausgebreitet hat. Ist er auf den Magen begrenzt? Ist er dort in tiefere Wandschichten eingewachsen? Hat er in die umliegenden Lymphknoten gestreut? Oder sogar in weiter entfernte Organe? Diese Fragen sind wichtig für die Behandlungsplanung. Mehrere Untersuchungsverfahren stehen zur Verfügung, um sie zu klären. Welche Untersuchungen im Einzelnen notwendig sind, entscheiden Arzt und Patient unter Berücksichtigung der Symptome und des Gesundheitszustandes.

Ultraschalluntersuchung des Bauchraums: Gibt es Tumorabsiedlungen?

Zunächst wird der Bauchraum mittels Ultraschall auf mögliche Absiedlungen des Tumors untersucht, sogenannte Metastasen. Eine Ultraschalluntersuchung oder auch Sonographie ist nicht belastend oder schmerzhaft. Die Untersuchung wird im Liegen durchgeführt. Der Arzt gibt etwas Kontaktgel auf den Ultraschallkopf und führt diesen anschließend über die Bauchhaut. Mithilfe von Schallwellen werden Bilder der inneren Organe erzeugt. Mit dieser Untersuchung sind vor allem Metastasen in der Leber gut sichtbar. Besteht der Verdacht auf Metastasen in den Halslymphknoten, kann der Arzt auch den Hals mittels Ultraschall untersuchen.

Endoskopischer Ultraschall: Wie groß ist der Tumor?

Um festzustellen, wie groß der Tumor ist und ob er bereits von der Magenschleimhaut aus in tiefere Schichten der Magenwand eingewachsen ist, können auch Ultraschallbilder aus dem Körperinneren erstellt werden. Hierbei führt der Arzt wie bei der Magenspiegelung ein Endoskop durch die Speiseröhre in den Magen ein. An dessen Ende befindet sich statt der Kamera ein Ultraschallkopf. Anhand des Ultraschallbilds der Magenschleimhaut kann der Arzt die Ausbreitung des Tumors beurteilen. Außerdem ist es auch möglich, Tumorabsiedlungen in den umgebenden Lymphknoten oder am Bauchfell zu entdecken.

Computertomographie: Metastasen finden

Die Computertomographie (CT) ist ein weiteres Verfahren, um festzustellen, wie weit sich der Tumor im Magen ausgebreitet und ob er in die umliegenden Lymphknoten oder in weiter entfernte Organe gestreut hat. Die CT ist ein Röntgenverfahren, bei dem ein Computer aus mehreren Bildern eine dreidimensionale Ansicht des untersuchten Organs erstellt. Da Magenkrebs besonders häufig in Leber und Lunge streut, röntgt der Arzt Brust- und Bauchraum. Die Untersuchung ist schmerzlos und dauert zwischen fünf Minuten und einer halben Stunde. Sie wird aber von manchen Patienten als unangenehm empfunden, da man still liegen muss und dabei durch eine vergleichsweise enge Untersuchungs"röhre" geschoben wird.
Die Ergebnisse von endoskopischem Ultraschall und CT ergänzen einander bei der Beurteilung der Tumorausbreitung.

Magnet-Resonanz-Tomographie: bei Magenkrebs nur selten angewendet

Auch mit einer Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT), auch Kernspintomographie genannt, kann die Ausbreitung eines Tumors untersucht werden. Bei der Diagnostik von Magenkrebs wird sie allerdings nur eingesetzt, wenn eine CT nicht durchgeführt werden kann oder nach Ultraschall und CT unklare Befunde vorliegen.  Für die Untersuchung liegen Patienten in einer engen Röhre, was viele Menschen als unangenehm empfinden. Die Untersuchung selbst ist allerdings nicht belastend. Sie dauert zwischen einigen Minuten und einer Stunde. Statt Röntgenstrahlen kommen hier starke magnetische Felder zum Einsatz, um Bilder der betreffenden Organe zu erzeugen.

Skelett-Szintigramm: Sind die Knochen befallen?

Besteht der Verdacht, der Tumor könnte in die Knochen gestreut haben - etwa wegen Knochenschmerzen - dann kann dies mit einem Szintigramm überprüft werden. Patienten erhalten bei dieser Untersuchung eine schwach radioaktive Substanz gespritzt. Diese reichert sich besonders dort in den Knochen an, wo Zellen sich schneller als normal teilen. Mit einer sogenannten Gamma-Kamera lässt sich die Anreicherung solcher Marker im Bild sichtbar machen.

Bauchspiegelung: die Ausbreitung des Tumors direkt beurteilen

Eine Bauchspiegelung oder Laparoskopie kommt zum Einsatz, wenn sich die Ausbreitung des Tumors anders nicht sicher beurteilen lässt. Dieser diagnostische Eingriff ist vor allem dann notwendig, wenn der Verdacht auf eine Tumorausbreitung über den Magen hinaus besteht, zum Beispiel auf die Leber oder das Bauchfell. Zur Laparoskopie ist meist ein kurzer Krankenhausaufenthalt nötig, auch, weil der Eingriff in Narkose vorgenommen wird. Wie bei der Magenspiegelung kommt zur Untersuchung ein Endoskop zum Einsatz. Hier wird es aber durch einen kleinen Schnitt in der Bauchdecke des Patienten in das Innere des Bauchraumes vorgeschoben, sodass der Untersucher freien Blick in die Bauchhöhle hat.

Tumormarker: Welchen Stellenwert haben sie?

Viele Patienten hoffen darauf, dass sich eine Krebserkrankung schnell und einfach an einer Blutprobe feststellen ließe oder der weitere Verlauf damit einfacher zu kontrollieren sei. Tatsächlich gibt es mehrere Blutwerte, die bei einer Magenkrebserkrankung erhöht sein können. Dazu zählen die Tumormarker CEA, CA-19-9 und CA 72-4. Allerdings verändern auch andere, gutartige Erkrankungen der Bauchorgane diese Werte. Deshalb ist ihre Aussagekraft nicht sehr groß. Für die Diagnose und Verlaufskontrolle von Magenkrebs spielen diese Tumormarker daher keine Rolle. Weitere mögliche Marker werden aber im Moment in Studien getestet.

Eine weitere Eigenschaft der Krebszellen ist für die Behandlungsplanung eines fortgeschrittenen Magentumors wichtig, der bereits Metastasen gebildet hat: Bei den sogenannten HER-2-Rezeptoren handelt es sich um Eiweiße an der Oberfläche von Zellen. Diese Marker können in Gewebeproben nachgewiesen werden. Sind solche Rezeptoren vermehrt auf der Oberfläche der Krebszellen vorhanden, dann können die betroffenen Patienten von einer Therapie mit dem zielgerichteten Wirkstoff Trastuzumab profitieren. Mehr zu Behandlungsmöglichkeiten von Magenkrebs - auch mit zielgerichteten Therapien - finden Interessierte im Text "Magenkrebs: Welche Behandlungsverfahren stehen zur Verfügung?".

Die Ergebnisse liegen vor: Was kommt nun?

Sind alle Untersuchungen beendet, dann werden die Ergebnisse in einem Bericht zusammengestellt. Auf dieser Grundlage planen Arzt und Patient nun die Behandlung der Erkrankung. Ist eine Heilung möglich? Welche Medikamente können helfen? Kommt eine Operation in Frage? Diese Fragen können mithilfe der Befunde geklärt werden. Welche Fachbegriffe dort auftauchen, in welche Krankheitsstadien Magenkrebs unterteilt wird und welche Eigenschaften des Tumors für die Behandlungsplanung wichtig sind, schildert das Kapitel "Magenkrebs: Befunde verstehen, Behandlung planen".

Zum Weiterlesen: Linktipps, Quellen, Fachinformationen (Auswahl)