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Arbeiten mit einer Krebserkrankung

Krankschreibung, Krankengeld, Schwerbehindertenausweis, Wiedereingliederung

Letzte Aktualisierung: 13.05.2020
  • Wer die Diagnose "Krebs" erhält, sorgt sich häufig nicht nur um seine Gesundheit, sondern auch um den Arbeitsplatz und sein Einkommen.
  • Das gilt vor allem für Krebspatientinnen und -patienten, die längere Zeit mit den Folgen der Erkrankung zu kämpfen haben: Sie fühlen sich häufig erschöpft und nicht mehr so belastbar.
  • Doch es gibt Angebote, die helfen, Schritt für Schritt in den Beruf zurückzukehren: Wer Fragen zum Thema hat, findet in diesem Text Ansprechpartner und Hinweise auf weitere Informationsquellen.

Eine Krankschreibung muss man direkt bei seinem Arbeitgeber abgeben. Wenn möglich, sollte man dem Arbeitgeber auch mitteilen, dass es länger dauern könnte, denn viele Krebspatienten sind für längere Zeit nicht arbeitsfähig: Die Rückkehr in den Beruf hängt auch von der Behandlung und dem Verlauf der Erkrankung ab.

Aber welche Krankheit man hat, muss man nichts sagen – die Diagnose fällt unter den Datenschutz. Sie wird deshalb auch nicht auf dem Krankschreibungs-Formular für den Arbeitgeber eingetragen.

Damit ist es vor allem eine persönliche Entscheidung, ob man am Arbeitsplatz über die Krebserkrankung spricht. Psychoonkologen und Fachleute für rechtliche Fragen empfehlen, diese Entscheidung von der Situation und vom jeweiligen Vertrauensverhältnis abhängig zu machen.

Direkte Vorgesetzte, Arbeitgeber

Ein Mann schaut seine Unterlagen durch. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Man kann selbst entscheiden, ob man seinem Arbeitgeber von der Krebsdiagnose erzählt. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Hat man ein vertrauensvolles Verhältnis, kann es beiden Seiten helfen, vom Krebs zu erzählen. Dann weiß der Arbeitgeber, warum Sie häufiger oder längere Zeit fehlen und kann eher Unterstützung anbieten.
Ist man durch die Folgen der Erkrankung oder der Behandlung eingeschränkt, ist es auch leichter, den Arbeitsplatz gemeinsam an die veränderte körperliche oder seelische Situation anzupassen. Hierbei kann auch der Betriebsarzt helfen. Der Arbeitgeber kann den Betriebsarzt auch beauftragen zu überprüfen, ob man noch arbeiten kann.

Ist das Arbeitsverhältnis nicht so gut und befürchtet man Nachteile? Dann kann es besser sein, die Krebserkrankung oder zumindest Einzelheiten zu verschweigen.
Wenn man Unterstützung braucht, um die Situation mit dem Chef zu klären, kommen Personal- oder Betriebsrat und Schwerbehindertenvertreter infrage.

Spätestens wenn man wieder an den Arbeitsplatz zurück möchte, aber noch unter Einschränkungen leidet, gibt es auch organisierte Unterstützung im Rahmen des "Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM)", mehr dazu hier.

Arbeitskollegen

Vertraut man einer Kollegin oder einem Kollegen oder hat man ein gutes Verhältnis zum ganzen Team? Dann kann ein offenes Gespräch zu mehr Verständnis für die eigene Situation führen. Manche Krebspatienten wollen jedoch einen "krebsfreien" Lebensbereich behalten und sprechen deswegen am Arbeitsplatz nicht über ihre Krankheit.

Neue Arbeitsstelle: Sich bewerben nach einer Krebserkrankung

Anders sieht die Situation aus, wenn man sich um eine neue Stelle bewirbt. Selbst wenn man sich gesund fühlt, sind folgende Punkte wichtig:

  • Im Vorstellungsgespräch darf der Arbeitgeber nur nach Erkrankungen fragen, wenn sie wichtig für den konkreten Arbeitsplatz sind. Andere Fragen sind nicht zulässig und der Bewerber darf sie falsch beantworten. Rechtliche Folgen sind dabei meist nicht zu befürchten.
  • Krebspatientinnen und Krebspatienten müssen aber Einschränkungen aufgrund ihrer Erkrankung beim Einstellungsgespräch angeben, wenn sie bestimmte Aufgaben nicht ausüben können oder dürfen.
  • Entsprechend gilt dies auch für eine Schwerbehinderung. Viele Krebspatienten haben in den ersten Jahren nach der Erkrankung einen Schwerbehindertenausweis. Diesen muss niemand bei einer Bewerbung sofort vorlegen. Allerdings verzichtet man damit zunächst auch auf den Nachteilsausgleich, den Schwerbehinderte am Arbeitsplatz haben.

Betroffene sollten sich gegebenenfalls vor dem Vorstellungsgespräch oder auch vor der betriebsärztlichen Einstellungsuntersuchung individuell beraten lassen.

Wo kann ich mich beraten lassen?

In der Klinik, während der ambulanten Behandlung, in der Reha:

  • Behandelnde Ärzte
  • Kliniksozialdienste
  • Psychoonkologen

Im Betrieb:

  • Personalrat, Betriebsrat oder Schwerbehindertenvertreter
  • Betriebsarzt, z.B. wenn es um die Anpassung des Arbeitsplatzes geht

Allgemein:

  • Krebsberatungsstellen
  • Örtliche Integrationsämter
  • Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Eine Beschreibung der Ansprechpartner finden Sie in dem Abschnitt Wer hilft weiter? Wo finde ich Ansprechpartner und Informationen?.

Wer länger krankgeschrieben ist, der macht sich häufig auch Sorgen um die finanzielle Situation. Das gilt besonders dann, wenn man als Patientin oder Patient für die Familie sorgt oder wenn das Geld schon vor der Erkrankung knapp war. Hinzu kommen auch Kosten, die durch die Erkrankung und ihre Behandlung entstehen können und das Budget belasten.

Wie lange bekommt man sein Gehalt oder Krankengeld?

Mehre Arbeitsunfähigkeitsbescheiningungen, Foto: Tanja Winkler © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrun
Eine Krankschreibung wird offiziell Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung genannt. Foto: Tanja Winkler © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrun

Gesetzlich versicherte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bekommen in der Regel zunächst sechs Wochen lang ihren Lohn weiter bezahlt, wenn der Arzt sie krankschreibt. Ausnahmen von dieser Regelung kann es aufgrund persönlicher Arbeitsverträge oder Dienstvereinbarungen geben.

Ist man länger krankgeschrieben, zahlt die Krankenkasse. Nimmt man Lohnfortzahlung und Krankengeld zusammen, ist man bis zu 78 Wochen finanziell abgesichert.

Gesetzlich versicherte Selbstständige können mit ihrer Krankenkasse ein Krankengeld vereinbaren. Oder sie erhalten Krankentagegeld, wenn sie eine zusätzliche private Krankentagegeld-Versicherung abgeschlossen haben.

Was tun, wenn man nach 78 Wochen noch nicht wieder arbeiten kann?

Das hängt davon ab, ob man Rente beantragen wird, oder ob doch noch eine Chance darauf besteht, wieder arbeiten zu können. Solange diese Situation unklar ist, kann die sogenannte "Nahtlosigkeitsregelung" greifen, vorausgesetzt, man erfüllt einige Grundvoraussetzungen. Die Nahtlosigkeitsregelung soll mögliche zeitliche Lücke zwischen dem auslaufenden Krankengeld und beispielsweise einem späteren Arbeitsbeginn oder einem Rentenbeginn überbrücken. In dieser Zeit erhält man Arbeitslosengeld I.

Wie sieht es aus, wenn man nicht gesetzlich versichert ist?

Privat krankenversicherte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bekommen von ihrer Krankenversicherung nur dann Krankentagegeld, wenn sie das vorher mit ihrer Krankenkasse vereinbart haben.

Beamte und andere Beihilfeberechtigte erhalten ihre Bezüge im Krankheitsfall erst einmal ohne Befristung weiter. Für wie lange dies gilt, sowie weitere Details regeln die jeweiligen Bundes- und Landesbeamtengesetze.

Wieviel muss ich zu Therapie und Medikamenten zuzahlen?

Eine Apotherkerin sucht das verschriebene Medikament. Foto: © Federico Masicano, Fotolia
Die Zuzahlung zu Medikamenten nennt man auch Rezeptgebühr. Foto: © Federico Masicano, Fotolia

Gesetzlich Versicherte zahlen in der Regel einen Teil der entstehenden Kosten selbst zum Beispiel bei Arzneimitteln, Heil- und Hilfsmitteln, bei Krankenhaus- und Reha-Aufenthalten.
Allerdings gibt es für diese Zuzahlungen eine Obergrenze, die sogenannte „Belastungsgrenze". Sie liegt bei 2 Prozent der Bruttoeinnahmen, dabei zählt nicht nur das eigene Einkommen, sondern das des gesamten Haushalts. Für chronisch Kranke liegt die Belastungsgrenze bei 1 Prozent der Bruttoeinnahmen.
Wer annimmt, die Kriterien als „chronisch Kranker" zu erfüllen, sollte mit seinem Arzt darüber sprechen. Stellt der eine Bescheinigung aus, entscheidet letztlich die Krankenkasse.

Falls man selbst oder ein mitversichertes Familienmitglied mindestens Pflegegrad 3 hat, reicht eine Bescheinigung für die Krankenkasse, um die Belastungsgrenze auf 1 Prozent herabzusetzen.

Um die Kosten jenseits der Belastungsgrenze erstattet zu bekommen, muss man alle Belege sammeln und am Jahresende bei der Krankenkasse einreichen.

Für Privatversicherte gilt: Sie müssen nur zuzahlen, wenn ihr Tarif das vorsieht. Für Beamte gelten je nach Dienstherrn eigene Regeln zur Belastungsgrenze.

Kann ich mich von weiteren Zuzahlungen befreien lassen?

Ist die persönliche Belastungsgrenze bereits erreicht, kann man noch im laufenden Jahr einen Antrag auf Zuzahlungsbefreiung stellen. Für den Rest des Jahres muss man dann nicht mehr hinzu zahlen.

Wer seine Reha von der gesetzlichen Rentenversicherung bezahlt bekommt und wenig verdient, kann sich gänzlich von einer Zuzahlung zur Reha befreien lassen – auch, wenn er seine Belastungsgrenze noch nicht erreicht hat. Wie viel man verdienen darf und welche weiteren Voraussetzungen gelten, erfährt man vom Rentenversicherungsträger. Mehr dazu erfahren Sie in dem Abschnitt Wer hilft weiter? Wo finde ich Ansprechpartner und Informationen?.

Bekomme ich Geld, wenn ich in die Reha gehe?

Rehasport, Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Rehasport, Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Je nachdem, wer die Reha finanziert, bekommt man als gesetzlich Versicherter zum Beispiel Krankengeld von der Krankenkasse oder Übergangsgeld von der Rentenkasse. Wer eine Grundsicherung erhält, bekommt diese auch während einer Reha.

Privat Versicherte bekommen nur dann Geld während der Reha, wenn sie das mit ihrem Versicherer vorher vereinbart haben. Für Beamte gelten die jeweiligen beamtenrechtlichen Regelungen.

Es gibt jedoch noch einige Sonderfälle – ist der Krebs zum Beispiel eine anerkannte Berufskrankheit, erhalten Arbeitnehmer Verletztengeld von ihrer Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse. Weitere Informationen erhält man vom Dachverband "Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung". Nähere Informationen dazu finden Sie in dem Abschnitt Wer hilft weiter? Wo finde ich Ansprechpartner und Informationen?.

Bekomme ich finanzielle Unterstützung, wenn ich erst nach und nach wieder in den Beruf zurückkehre?

Man bekommt auch Geld, wenn man stufenweise wieder beginnt zu arbeiten. Geregelt wird das über das sogenannte "Betriebliche Eingliederungsmanagement" (BEM). Je nachdem, wer die Wiedereingliederung finanziert und was der eigene Arbeitsvertrag oder die eigene Dienstvereinbarung vorsehen, kann das beispielsweise aus Krankengeld, Übergangsgeld, Arbeitslosengeld und/oder Gehalt bestehen.

Wo kann ich zusätzlich Geld beantragen?

Ein Paar mit Geldsorgen. Foto: ©Halfpoint/Thinkstock
Bei geringem Einkommen kann man zusätzliche Gelder beantragen. ©Halfpoint/Thinkstock

Wird das Geld knapp, kommen die gesetzlichen Hilfen zur sozialen Sicherung infrage: zum Beispiel Arbeitslosengeld II ("Hartz IV") als Hilfe zum Lebensunterhalt oder als Aufstockung zum Krankengeld. Je nach Bedarf können auch einzelne Leistungen beantragt werden wie zum Beispiel Wohngeld.

Betroffene in finanzieller Not können sich an verschiedene private Stiftungen oder Vereine wenden. Diese prüfen das Einkommen und fragen in der Regel auch nach, ob alle gesetzlichen und privaten Hilfsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Erst wenn die Situation den jeweiligen Kriterien entspricht, entscheiden sie über die Zahlung eines meist einmaligen Geldbetrags.
Wichtig: Ein Rechtsanspruch darauf besteht nicht.

Die wichtigste Anlaufstelle in Deutschland ist der Härtefonds der Stiftung Deutsche Krebshilfe. Er zahlt einmalig einen Betrag von maximal 800,00 Euro. Es gibt weitere Härtefonds, die vor Ort oder bundesweit zuständig sind.

Wo kann ich mich informieren?

  • Kliniksozialdienste
  • Krebsberatungsstellen
  • Krankenkasse
  • Gesetzliche Rentenversicherung
  • Regionale Arbeitsagentur
  • Regionales Sozialamt, weitere kommunale Beratungsstellen für Notlagen

Allgemein:

  • Unabhängige Patientenberatung
  • Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit

Bei Berufskrankheit:

  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (Dachverband)

Bei Härtefällen:

  • Die Stiftung Deutsche Krebshilfe
  • Weitere Anlaufstellen können die regionalen Krebsberatungsstellen oder der Krebsinformationsdienst nennen.

Eine Beschreibung der Ansprechpartner finden Sie in dem Abschnitt Wer hilft weiter? Wo finde ich Ansprechpartner und Informationen?.

Das Sozialgesetzbuch, Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Das Sozialgesetzbuch, Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Nach einer Krebsdiagnose können Betroffene einen Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis stellen. Dabei können die Kliniksozialdienste schon während der stationären Behandlung helfen. Erhält man eine ambulante Therapie, kann man sich bei einer regionalen Krebsberatungstelle Unterstützung für das Ausfüllen der Formulare holen. Mehr dazu finden Sie in dem Abschnitt Wer hilft weiter? Wo finde ich Ansprechpartner und Informationen?.

Den Schwerbehinderten-Status erhalten die meisten Betroffenen erstmal unabhängig vom tatsächlichen Gesundheitszustand. Je nach Tumorart und Stadium gilt er bis zu fünf Jahre. In dieser Zeit, der sogenannten Heilungsbewährung, soll sich zeigen, wie gesund man ist. Nach dieser Frist wird neu bewertet.

Die Anerkennung einer Schwerbehinderung hat Vorteile: Mit einem solchen Ausweis hat man zum Beispiel Anspruch auf Steuererleichterungen, zusätzlichen Urlaub und einen erweiterten Kündigungsschutz.

Welche Informationen und Beratungsangebote gibt es?

  • Kliniksozialdienste
  • Krebsberatungsstellen
  • Örtliche Versorgungsämter, Integrationsämter oder die für die Anerkennung zuständige Stelle vor Ort
  • Betriebsärzte
  • Schwerbehindertenvertreter
  • Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Eine Beschreibung der Ansprechpartner finden Sie in dem Abschnitt Wer hilft weiter? Wo finde ich Ansprechpartner und Informationen?.

Verschiedene Untersuchungen haben ergeben, dass etwa zwei Drittel aller Berufstätigen, die an Krebs erkranken, nach einiger Zeit wieder arbeiten. Die Motivation ist bei den meisten Betroffenen hoch. Doch wenn man durch die Krankheit und die Therapie nicht mehr so belastbar ist, sollte der Wiedereinstig ins Arbeitsleben behutsam erfolgen.

Was muss mein Arbeitgeber tun, wenn ich wieder arbeiten möchte?

Ein Lehrer erklärt seinen Schülern etwas am Computer. Foto: ©goodluz - stock.adobe
Viele Betroffene wollen wieder arbeiten. Foto: ©goodluz - stock.adobe

Viele Berufstätige schaffen den Sprung zurück ins Arbeitsleben ohne großen Aufwand. Doch was tun, wenn dies nicht klappt? Wem es schwerer fällt, der sollte sich nicht scheuen, die Angebote zu einem schonenderen Wiedereinstieg anzunehmen.

Seit 2004 sind Arbeitgeber verpflichtet, Mitarbeitern, die im letzten Jahr für mindestens sechs Wochen arbeitsunfähig waren, ein „Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)" anzubieten. Dabei werden alle Krankheitstage der letzten zwölf Monate zusammengezählt.

Das BEM sieht zunächst ein vertrauliches Gespräch mit dem Arbeitgeber und – je nach Situation – auch mit dem Betriebsrat oder dem Personalrat und dem Schwerbehindertenvertreter vor. Darin soll geklärt werden, wie man am besten wieder in den beruflichen Alltag zurückkehren kann.

Es gibt unterschiedliche BEM-Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Reha, die Anpassung des Arbeitsplatzes, eine Umschulung oder eine stufenweise Rückkehr in den Arbeitsalltag nach dem Hamburger Modell. Je nach Situation wählen die Beteiligten gemeinsam daraus das Passende aus.

Habe ich Anspruch auf eine Wiedereingliederung?

Hamburger Modell

Es gibt verschiedene BEM-Maßnahmen. Viele Arbeitnehmer entscheiden sich für eine stufenweise Wiedereingliederung. Dabei stockt man die Arbeitszeit nach und nach wieder auf. Diese Form nennt man auch Hamburger Modell. Mehr dazu beim Ministerium für Arbeit und Soziales: www.einfach-teilhaben.de/DE/AS/Themen/Arbeiten/ArbeitsplatzSichern/HamburgerModell/hamburgermodell_node.html

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Vollzeit oder Teilzeit und Auszubildende haben Anspruch auf ein Betriebliches Eingliederungsmanagement. Das gilt ebenso für Beamte.

Selbständige haben Anspruch auf eine stufenweise Rückkehr ins Arbeitsleben nach dem Hamburger Modell, wenn sie die Voraussetzung dafür erfüllen. Dafür müssen sie zum Beispiel gesetzlich krankenversichert sein oder lange genug in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben.

Das Hamburger Modell, die stufenweise Wiedereingliederung, kann man als Arbeitnehmer und Beamter auch beantragen, wenn der Arbeitgeber einem kein Betriebliches Eingliederungsmanagement angeboten hat. Ansprechpartner ist dann der Hausarzt, der den Antrag auf Finanzierung an die Krankenkasse weiterleitet. Wenn die Krankenkasse den Antrag genehmigt, muss der Arbeitgeber zustimmen.

Was muss ich als Arbeitnehmer tun?

Als Arbeitnehmer ist man nicht verpflichtet, an einem Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) teilzunehmen. Man kann sogar ein laufendes BEM stoppen. Allerdings könnte das dem Arbeitgeber erleichtern zu kündigen – hier sollte man sich vorab arbeitsrechtlich beraten lassen.

Anders sieht es mit dem sogenannten Krankenrückkehrgespräch aus. Das findet auf Wunsch des Arbeitgebers statt. In diesem Gespräch soll geklärt werden, ob und wie die Erkrankung die Arbeitsfähigkeit beeinflusst. Dieses Gespräch müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer führen. Woran man erkrankt ist, muss man aber nicht erzählen.

Was, wenn ich trotz Wiedereingliederung nicht mehr so arbeiten kann wie früher?

Ein Schreiner bei Holzarbeiten, Foto: ©Anna Berdnik - stock.adobe
Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Arbeitplatz nach einer Krebserkrankung zu erhalten. Foto: ©Anna Berdnik - stock.adobe

Betroffene haben noch weitere Möglichkeiten, ihre Belastung zu reduzieren. Man kann zum Beispiel weniger arbeiten – Teilzeit statt Vollzeit. Man sollte nur beachten, dass man auch weniger verdient. Wenn man die Voraussetzungen dafür erfüllt, kann man eine teilweise Erbwerbsminderungsrente beantragen, um das Gehalt aufzustocken. Mehr dazu finden Sie in dem Abschnitt Wer hilft weiter? Wo finde ich Ansprechpartner und Informationen?.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Anspruch auf Teilzeit, wenn sie länger als sechs Monate für den jetzigen Arbeitgeber arbeiten. Allerdings muss der Betrieb groß genug sein, in der Regel mit mindestens 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Außerdem dürfen keine betrieblichen Gründe dagegen sprechen. Unter Umständen kann der Arbeitgeber auch verlangen, dass man auf eine andere Stelle innerhalb des Betriebs wechselt. Für Beamte gelten die entsprechenden beamtenrechtlichen Regelungen.

Eine Umschulung ist eine weitere Möglichkeit, um wieder arbeiten gehen zu können. Sie kommt zum Beispiel infrage, wenn man nicht mehr im erlernten Beruf arbeiten kann, und man innerhalb des Betriebs nicht anderweitig unterkommen kann. Innerhalb der sogenannten "Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben" (berufliche Reha) finanzieren verschiedene Leistungsträger dann auch Umschulungen. Bei Krebspatientinnen und Krebspatienten, die zurück in den Beruf wollen, sind das zum Beispiel die gesetzliche Rentenversicherung, die Agentur für Arbeit oder die Träger der Grundsicherung.

Wer kann mir weiterhelfen?

  • Personal- oder Betriebsrat, je nach Situation auch Schwerbehindertenvertretung
  • Betriebsarzt
  • Krankenkasse
  • Gesetzliche Rentenversicherung
  • Zuständige Beihilfestelle
  • Unabhängige Patientenberatung Deutschland
  • Bürgertelefon für Arbeitsrecht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Eine Beschreibung der Ansprechpartner finden Sie in dem Abschnitt Wer hilft weiter? Wo finde ich Ansprechpartner und Informationen?.

Zu den Sorgen um die eigene Gesundheit kommt bei Betroffenen häufig die Angst hinzu, den Arbeitsplatz ganz zu verlieren und in finanzielle Not zu geraten. Ein Arbeitgeber kann auch einem Mitarbeiter mit einer Krebserkrankung kündigen. Er ist dabei aber an strenge Vorschriften des Arbeitsrechts gebunden. Wer ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) ablehnt, kann leichter gekündigt werden, als jemand, der ein BEM mitträgt. Einen erweiterten Kündigungsschutz bietet zum Beispiel der Status der Schwerbehinderung.

Wer sich rund um eine drohende Kündigung weiter informieren möchte, sollte unbedingt einen Ansprechpartner wählen, der sich mit Arbeitsrecht auskennt.

Wo finde ich Hilfe und Informationen?

  • Personal- oder Betriebsrat, je nach Situation auch Schwerbehindertenvertretung
  • Gewerkschaften, Berufsverbände (in der Regel nur für Mitglieder)
  • Anwälte für Arbeitsrecht (kostenpflichtig)

Allgemein:

  • Bürgertelefon für Arbeitsrecht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Eine Beschreibung der Ansprechpartner finden Sie in dem Abschnitt Wer hilft weiter? Wo finde ich Ansprechpartner und Informationen?.

Was bedeutet "Reha vor Rente“?

Rehasport © Christopher Pattberg/Thinkstock
Die medizinische Reha soll vorrangig die Gesundheit wieder herstellen. Foto: © Christopher Pattberg/Thinkstock

Wenn man noch nicht im Rentenalter ist, aber längerfristig nicht mehr voll arbeiten kann, kann man einen Antrag auf eine sogenannte Erwerbsminderungsrente stellen.

Bevor man diese erhält, prüft die Deutsche Rentenversicherung, ob man durch eine medizinische oder berufliche Rehabilitation (Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben) wieder arbeitsfähig werden kann – und zwar nicht nur im bisherigen Beruf, sondern auch in anderen Berufen. Zu den Maßnahmen kann daher auch eine Umschulung gehören.

Das gilt für Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und Selbständige, die in die Rentenversicherung einzahlen. Zu den Konditionen, die außerdem noch erfüllt sein müssen, berät unter anderem die Deutsche Rentenversicherung. Für Beihilfeberechtigte gibt es ähnliche Regelungen, hier bieten die Beihilfestellen vor Ort weitere Informationen an. Mehr dazu finden Sie in dem Abschnitt Wer hilft weiter? Wo finde ich Ansprechpartner und Informationen?.

Wann bekomme ich eine Erwerbsminderungsrente?

Wenn feststeht, dass man trotz Reha (Reha vor Rente) längerfristig nicht mehr arbeiten kann, kann man eine Erwerbsminderungsrente erhalten. Voraussetzung dafür ist, dass man seit mindestens fünf Jahren Mitglied in der Deutschen Rentenversicherung ist und in dieser Zeit mindestens 36 Monate lang eingezahlt hat. Ausnahmen gibt es bei Schwerbehinderung.

Die Rente wird danach festgelegt, wie viele Stunden täglich man noch arbeiten kann. Wer noch mindestens drei, aber weniger als sechs Stunden pro Tag arbeiten kann, hat Anspruch auf eine teilweise Erwerbsminderungsrente. Bei weniger als drei Stunden pro Tag kommt eine volle Erwerbsminderungsrente infrage. Details und eventuelle Besonderheiten erfährt man über die die Deutsche Rentenversicherung.

Bei anerkannten beruflich bedingten Krebserkrankungen kommt auch die Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse infrage. Den richtigen Ansprechpartner für Berufskrankheiten erfährt man beim Dachverband "Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung".

Eine Beschreibung der Ansprechpartner finden Sie in dem Abschnitt Wer hilft weiter? Wo finde ich Ansprechpartner und Informationen?.

Früher in Rente wegen Schwerbehinderung

Schwerbehindertenausweis, Foto: © Doris Heinrichs - Fotolia
Auf Antrag erhalten die meisten Krebspatienten den Schwerbehindertenstatus. Foto: © Doris Heinrichs - Fotolia

Wann man das Rentenalter erreicht, hängt davon ab, wann man geboren wurde und wie lang man eingezahlt hat. Bis zum Jahr 2029 steigt das Mindestalter stufenweise von bisher 65 auf 67 Jahre an. Wer früher in Rente gehen will, erhält weniger Rente.

Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis können zwei Jahre früher in Rente gehen – ohne Abschläge. Voraussetzungen sind, dass sie bereits über 35 Jahre versichert sind und ihr Schwerbehindertenausweis noch gültig ist, wenn sie in Rente gehen. Auch für Schwerbehinderte gilt: Wer noch früher in Rente geht, erhält weniger Rente.

Zu Ausnahmen und Besonderheiten wie Altersteilzeit und besondere Geburtsjahrgänge informiert unter anderem die Deutsche Rentenversicherung.

Wer kann mich beraten?

  • Personalrat/Betriebsrat
  • Schwerbehindertenvertreter
  • Personalabteilung, je nach Situation und Betrieb
  • Gesetzliche Rentenversicherung
  • Lokale Integrationsämter
  • Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Eine Beschreibung der Ansprechpartner finden Sie in dem Abschnitt Wer hilft weiter? Wo finde ich Ansprechpartner und Informationen?.

Im Krankenhaus oder in einer Reha-Klinik

Behandelnde Ärzte: Sie stellen Bescheinigungen aus und können auch erste Anlaufstelle sein, wenn man sich Sorgen um den Arbeitsplatz macht oder finanzielle Probleme befürchtet. Je nach Situation ziehen sie dann auch die Kliniksozialdienste hinzu.

Kliniksozialdienste: Geschulte Mitarbeiter beraten zu allen sozialrechtlichen Fragen, etwa zur Krankenversicherung oder zur Rente, zur Beantragung von Rehabilitationsmaßnahmen und zur Rückkehr in den Alltag und den Beruf. Sie helfen auch weiter, wenn man befürchtet, durch die Erkrankung in eine finanzielle oder andere Notlage zu geraten. Außerdem können sie über die Anerkennung einer Schwerbehinderung informieren und bei der Antragstellung helfen.

Von zu Hause aus

Behandelnde Ärzte: Erste Ansprechpartner sind die behandelnden Ärzte. Sie können die Krankheitssituation und den Umfang der notwendigen Unterstützung einschätzen. Für viele Maßnahmen wie zum Beispiel die Versorgung zu Hause oder für eine Rehabilitation benötigen Patienten ein Rezept oder eine Verordnung durch den Arzt.

Krebsberatungsstellen: Die Krebsberatungsstellen vor Ort oder Kliniksozialdienste beraten in der Regel nicht zu individuellen arbeitsrechtlichen Fragen. Sie können jedoch allgemein arbeitsrechtlich informieren und arbeitsrechtliche Beratungsmöglichkeiten vor Ort nennen.

Psychoonkologen: Psychoonkologinnen und Psychoonkologen helfen bei seelischen Belastungen und mit Ängsten umzugehen, die durch die Krebserkrankung ausgelöst werden können. Dazu gehören auch die Sorgen um den Arbeitsplatz und die finanzielle Situation. Über unsere Internetseite können Sie Psychoonkologen in Ihrer Nähe finden.

Deutsche Krebshilfe: In sozialrechtlichen Fragen berät auch das Infonetz Krebs der Deutschen Krebshilfe (DKH). Krebspatienten, die durch die Erkrankung in finanzielle Not geraten sind, können beim Härtefonds Unterstützung beantragen. Beratungsdienst Infonetz Krebs: 0800 - 80 70 88 77 (Mo – Fr: 8 bis 17 Uhr), krebshilfe@infonetz-krebs.de Härtefonds: 0228 - 7 29 90 94, E-Mail: haertefonds@krebshilfe.de. Im Internet: www.krebshilfe.de

Am Arbeitsplatz

Betriebsarzt: Betriebsärzte beraten zum Beispiel bei einer Anpassung des Arbeitsplatzes, einer Arbeitsplatzwechsels oder einer Wiedereingliederung. Sie unterliegen der Schweigepflicht. Doch wenn der Arbeitgeber sie beauftragt zu überprüfen, ob der Arbeitnehmer noch arbeiten kann, sind sie verpflichtet das dem Arbeitgeber mitzuteilen.

Personalrat, Betriebsrat: Personalrat und Betriebsrat vertreten die Interessen der Arbeitnehmerschaft. Wobei ein Betriebsrat in Betrieben des privaten Rechts und ein Personalrat im öffentlichen Dienst angesiedelt ist. Sie beraten auch im Streitfall oder drohender Kündigung.

Personalabteilung: Eine Personalabteilung stellt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein und kümmert sich auch um deren Belange wie Verträge, Urlaubsanträge und Gehälter.

Schwerbehindertenvertreter: Die gewählten Interessenvertreter beraten Schwerbehinderte am Arbeitsplatz. Sie helfen auch, wenn man sich über Probleme am Arbeitsplatz beschweren möchte. Außerdem sind sie oft beteiligt, wenn ein Betriebliches Eingliederungsmanagement durchgeführt wird.

Behörden, Institute, Verbände

Agentur für Arbeit: Die Agentur für Arbeit hilft bei der Arbeitssuche, bei Umschulungen und Weiterbildungen, und berät Schwerbehinderte bei der Rückkehr ins Arbeitsleben. Außerdem bewilligt und bezahlt sie Arbeitslosengeld I, auch wenn die sogenannte „Nahtlosigkeitsregel" greift und die Lücke zwischen Krankengeld und beispielweise einer späteren Rückkehr an den Arbeitsplatz oder einem Rentenbeginn finanziell geschlossen werden soll.

Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: Das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales informiert zu verschiedenen Themen rund um das Arbeitsleben von Arbeitsrecht über Behinderung bis zur Rente. Man kann dort Montag bis Donnerstag von 8:00-20:00 Uhr anrufen. Jedes Themenfeld hat eine eigene Telefonnummer, so erreicht man den Bereich "Arbeitsrecht" unter: 030 221 911 004, den Bereich "Behinderung" unter: 030 221 911 006 und "Rente" unter: 030 221 911 001. Weitere Telefonnummern und Informationen finden sich auf der Internetseite des Ministeriums für Arbeit und Soziales.

Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums:Das Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums ist eine unabhängige Anlaufstelle für alle Fragen rund um das deutsche Gesundheitssystem. Der Bereich für die Krankenversicherung (und damit auch die häusliche Krankenpflege) ist unter 030 / 340 60 66-01 erreichbar. Mehr zur Pflegeversicherung hört man unter 030 / 340 60 66 02. Auf den Internetseiten des Ministeriums für Gesundheit finden sich weitere Informationen zum Bürgertelefon.

Gewerkschaften, Berufsverbände und Sozialverbände: Zu arbeits- und sozialrechtlichen Fragen informieren und beraten darüber hinaus weitere Ansprechpartner wie Berufsverbände und Gewerkschaften. Sozialverbände können bei sozialrechtlichen Fragen beraten. Diese Beratungsangebote setzen in der Regel eine kostenpflichtige Mitgliedschaft voraus.

Integrationsamt: Die Integrationsämter beraten zu Behinderung und Beruf, beispielsweise auch zum erweiterten Kündigungsschutz. Sie helfen auch dabei, den Arbeitsplatz im Betrieb anzupassen, um den Arbeitsplatz zu erhalten. Auf den Internetseiten des Integrationsamts kann man unter Angabe der Postleitzahl das nächstgelegene Integrationsamt finden.

Sozialamt, Grundsicherungsamt oder JobCenter: Das Sozialamt hilft weiter, wenn beispielsweise die Rente nicht reicht oder man nicht mehr arbeiten kann. Auch wenn man zum Beispiel wegen einer Krebserkrankung eine Erwerbsminderungsrente erhält, kann das Sozialamt die Grundsicherung aufstocken. Das JobCenter ist zuständig, wenn man noch erwerbsfähig ist, aber keinen Anspruch auf Krankengeld oder Arbeitslosengeld I hat. Dann bewilligt es Arbeitslosengeld II („Hartz IV").

Versorgungsamt: Das Versorgungsamt prüft, ob eine Schwerbehinderung vorliegt. Auch wenn man Anspruch auf einen sogenannten Nachteilsausgleich hat, bestätigt dies das Versorgungsamt.

Krankenkassen, Rentenversicherung und Unfallversicherung

Krankenkasse: Was und wieviel zahlt die Krankenkasse? Das sollte direkt mit der Krankenversicherung geklärt werden. Beispiele sind Fragen nach der Übernahme von Arzt, Klinik- und Reha-Kosten, der Finanzierung von Medikamenten, Heil- und Hilfsmitteln oder häuslicher Krankenpflege. Auch Fragen zu Zuzahlungen, die Patienten selbst leisten müssen, können ein Thema sein. Die gesetzlichen Krankenkassen sind zudem Ansprechpartner, wenn es um die gesetzliche Pflegeversicherung geht.

In vielen Orten haben Krankenkassen eine Geschäftsstelle, an die man sich wenden kann oder man nimmt telefonisch über eine zentrale Servicetelefonnummer Kontakt auf. Die findet man zum Beispiel auf der Versicherungskarte. Eine weitere Kontaktmöglichkeit bietet das Internet: Alle Krankenkassen sind unter ihrem Namen online. Der GKV-Spitzenverband informiert auf seinen Internetseiten über aktuelle Entwicklungen in der Kranken- und Pflegeversicherung.

Die Leistungen der privaten Krankenkassen hängen vom jeweils abgeschlossenen Vertrag ab. Krebspatienten mit Anspruch auf Beihilfe (Beamte, Soldaten) können sich mit der regionalen Beihilfestelle wegen einer Beratung in Verbindung setzen.

Gesetzliche Rentenversicherung: Die gesetzliche Rentenversicherung ist zuständig für Rentenfragen, aber auch zum Beispiel für Übergangsgeld und manche Reha-Maßnahmen. In vielen Fällen übernimmt sie die Kosten von Rehabilitationsmaßnahmen wie z. B. der Anschlussheilbehandlung oder auch einer beruflichen Reha (Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben). Auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung können sich Interessierte über die Leistungen informieren oder die zentrale kostenlose Telefonnummer anrufen: 0800 - 1 000 48 00 (Mo – Do, 7.30 bis 19.30 Uhr, Fr 7.30 bis 15.30 Uhr).

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV): Jeder Arbeitnehmer ist bei einer Unfallkasse oder Berufsgenossenschaft versichert. Sie kommen bei Wegeunfällen, Arbeitsunfällen und anerkannten Berufskrankheiten zum Einsatz. Darunter fallen auch einige Krebserkrankungen. Die DGUV informiert im Internet ausführlich über Berufskrankheiten und bietet auch eine Dokumentation zu beruflich verursachten Krebserkrankungen als PDF zum Herunterladen und Ausdrucken an. Man kann den Dachverband - die Gesetzliche Unfallversicherung auch telefonisch erreichen unter: 0800 60 50 40 4.

Bei Streitfällen und rechtlichen Fragen

Gewerkschaften, Berufsverbände und Sozialverbände: Zu arbeits- oder sozialrechtlichen Fragen informieren und beraten auch Berufsverbände und Gewerkschaften. Sozialverbände beraten zu sozialrechtlichen Fragen. Diese Beratungsangebote setzen in der Regel eine kostenpflichtige Mitgliedschaft voraus.

Fachanwälte für Arbeitsrecht oder für Sozialrecht (kostenpflichtig): In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, einen Fachanwalt hinzu zu ziehen. Er ist auf einem Rechtsgebiet besonders qualifiziert. Die Bundesrechtsanwaltskammer stellt eine kostenlose Anwaltssuche zur Verfügung.

Auch die regional zuständigen Rechtsanwaltskammern nennen Rechtsanwälte in der Nähe.
Für Krebspatienten mit geringem Einkommen besteht die Möglichkeit, Beratungs- oder Prozesskostenhilfe zu beantragen. Sie müssen dann nur einen geringen Anteil der Kosten selbst tragen. Weitere Informationen dazu bieten die örtlichen Amtsgerichte und das Bundesministerium der Justiz.

Arbeiten nach Krebs

Mehnert A (2015). Berufstätigkeit und Rückkehr zur Arbeit bei Patienten mit einer Krebserkrankung. In: Weber A, Peschkes L, de Boer WEL (Hrsg.), Return to Work - Arbeit für alle. Grundlagen der beruflichen Reintegration. (S. 666-670), Stuttgart: Gentner Verlag.

Mehnert A, Koch U (2013). Berufliche Reintegration und psychosozialer Gesundheitsstatus von Krebspatienten. In: Weis J, Brähler E (Hrsg.), Psychoonkologie in Forschung und Praxis. (S. 45-52), Stuttgart: Schattauer.

Die S3-Leitlinie Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen Krebspatienten (PDF) geht auch auf die Rückkehr von Krebspatienten in den Beruf ein. Sie wurde im Januar 2014 veröffentlicht und wird verantwortet von der Deutschen Krebsgesellschaft und weiteren Fachgesellschaften.

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM oder auch umgangssprachlich Wiedereingliederung)

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales informiert auf seinen Seiten „einfach teilhaben" über das Betriebliche Eingliederungsmanagement.

Die Deutsche Rentenversicherung bietet Informationen zur beruflichen Rehabilitation.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales erklärt auf seinen Internetseiten die Stufenweise Wiedereingliederung, auch „Hamburger Modell" genannt.

Erwerbsminderungsrente

Die Deutsche Rentenversicherung informiert auf ihrer Internetseite zur Erwerbsminderungsrente.

Die Deutsche Rentenversicherung bietet darüber hinaus ein Broschürenpaket zum Thema Erwerbsminderungsrente.

Krankengeld

Informationen zum Krankengeld bietet das Bundesministerium für Gesundheit.

Auch die Unabhängige Patientenberatung Deutschland informiert zum Thema Krankengeld.

Reha

Die Deutsche Rentenversicherung erläutert Wissenswertes zur Reha nach Krebs.

Schwerbehinderung

Einen Schwerbehindertenausweis können Sie in drei Schritten beantragen.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales informiert über den besonderen Kündigungsschutz bei Schwerbehinderung.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bietet auch einen Ratgeber für Menschen mit Behinderung zum Herunterladen und Ausdrucken (PDF).

Übergangsgeld

Infos zum Übergangsgeld finden sich im Internet bei der Deutschen Rentenversicherung.

Zuzahlung und Belastungsgrenzen

Das Bundesministerium für Gesundheit informiert über Zuzahlung und Belastungsgrenzen.

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Erstellt: 13.05.2020

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