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Lungenkrebs © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Lungenkrebs

Reha und Nachsorge bei Lungenkrebs

Letzte Aktualisierung: 04.11.2019

Erst der Krebs, dann die Therapie – beides kostet Kraft. Betroffene leiden häufig unter körperlichen Einschränkungen. Manche haben auch psychische Probleme. Nach der Behandlung geht es vor allem darum, sich so gut wie möglich zu erholen. Eine Rehabilitation (Reha) kann dabei helfen. Wie es danach weitergeht, hängt davon ab, wie es dem Betroffenen geht, und vom Stadium seiner Krebserkrankung. Daher folgt auf die Rehabilitation meist eine individuell geplante Nachsorge. Die behandelnden Ärzte kümmern sich um die weitere Betreuung und stehen als Ansprechpartner bei allen Fragen zur Verfügung.

Eine scharfe Trennlinie zwischen Behandlung, Reha und Nachsorge gibt es nicht, bei vielen Patientinnen und Patienten sind die Übergänge fließend. So kann beispielsweise eine Reha nach einer OP beginnen, während anschließende, medikamentöse Behandlungen weiterlaufen. Dennoch gibt es ein paar Unterschiede.

Rehabilitation

Älterer Patient führt mit einem Gerät einen Atemtest durch. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Eine Reha kann bei der Rückkehr in den Alltag helfen. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Eine Rehabilitationsmaßnahme soll dazu beitragen, dass man in den Alltag und gegebenenfalls an den Arbeitsplatz zurückkehren kann. Man kann sich erholen und verlorene Fähigkeiten wieder erlernen. Bei Lungenkrebspatienten kann das zum Beispiel bedeuten, durch Atemtherapie auch im Alltag wieder besser Luft zu bekommen.

Meist schließt sich eine Reha direkt an die erste Behandlung an – die sogenannte Anschlussheilbehandlung. Sie kann stationär oder ambulant durchgeführt werden.

Nachsorge

Bei den Nachsorgeuntersuchungen beobachten die Ärzte den Verlauf der Krankheit:

  • Für Menschen mit Lungenkrebs in frühen Stadien gilt: Falls ein Betroffener einen Rückfall bekommt, dann soll er möglichst früh erkannt und behandelt werden.
  • Bei Menschen mit fortgeschrittener Krebserkrankung geht es vor allem darum, dass ihre Krebserkrankung im Verlauf gebremst wird und sie so beschwerdefrei wie möglich leben können.

Therapeuten unterstützen und behandeln Lungenkrebspatienten aber auch bei Folgen der Erkrankung oder der Therapie. Das gilt sowohl für medizinische als auch psychische und seelische Probleme, die diese Krankheit mit sich bringen kann.
Mehr zu belastenden Symptomen bei Lungenkrebs finden Sie auf der Seite "Behandlungsverfahren bei Lungenkrebs: Welche Möglichkeiten gibt es?" unter "Belastende Symptome: Wie man die Lebensqualität verbessern kann."

Mehr zum Thema

Wie genau eine Reha abläuft, was der Unterschied zwischen medizinischer und beruflicher Reha ist, wie man sie beantragt und wer sie bezahlt – Antworten auf diese und andere Fragen haben wir für Sie in einem eigenen Text zusammengetragen:
"Rehabilitation bei Krebs: Was hilft beim Gesundwerden?"

Betroffene sollen sich körperlich und psychisch von einer Krebstherapie erholen und wieder zu Kräften kommen. Dafür gibt es in Deutschland ein umfangreiches medizinisches Rehabilitationsangebot.

Eine Reha schließt sich häufig in Form einer Anschlussrehabilitation unmittelbar an einen Klinikaufenthalt an. Ein anderes Wort dafür ist Anschlussheilbehandlung (AHB). Die Anschlussrehabilitation wird direkt in der Klinik in die Wege geleitet.

Wird man ambulant in einer Praxis behandelt, kann man die Reha gemeinsam mit dem behandelnden Arzt beantragen. Eine Reha können Patientinnen und Patienten sowohl stationär als auch ambulant durchführen.

Medizinische Reha nach Lungenkrebs

Drei Patienten machen unter Anleitung einer Physiotherapeutin Gymnastik mit einem Fitnessband. © Christopher Pattberg, Thinkstock
Körperliches Training ist Teil der Reha nach Lungenkrebs. © Christopher Pattberg, Thinkstock

Neben einer umfangreichen ärztlichen Beratung und Betreuung bekommen Betroffene je nach Situation folgende Angebote:

  • Atemtraining gegen Atemnot und Atembeschwerden
  • Selbsthilfetraining für den Alltag, zum Beispiel den Umgang mit Sauerstoff bei Atemnot
  • Raucherentwöhnung bei Bedarf
  • Physiotherapie, Ergotherapie und/oder körperliches Training
  • Psychologische Beratung und Betreuung
  • Entspannungstechniken
  • Ernährungsberatung
  • Behandlungen von Therapienebenwirkungen
  • Medikamentöse Therapien
  • Einleiten von Nachsorgemaßnahmen wie die Teilnahme an einer ambulanten Lungensportgruppe

Berufliche Reha

Etwa zwei Drittel aller Berufstätigen, die an Krebs erkrankt sind, kehren zurück in das Arbeitsleben. Für viele ist die Motivation hoch, denn wer arbeitet, erobert sich ein Stück Normalität zurück. Doch der Wiedereinstieg sollte behutsam erfolgen und sich an die individuelle Belastbarkeit der Patientinnen und Patienten anpassen.

Erste Informationen bietet dazu der Text "Arbeiten mit einer Krebserkrankung".



Eine Reha ist kein "Muss"

Wer hilft weiter?

Ansprechpartner zu den Themen "Reha" und mögliche Folgen bei Nichtinanspruchnahme finden Sie auf unserem Informationsblatt "Sozialrechtliche Fragen" (PDF). zum Laden und Ausdrucken.

Es gibt Krebspatienten, die nach der Therapie einfach nur zu Hause bleiben wollen. Oder sie möchten das Thema "Krebs" abschließen und deswegen an keiner Reha teilnehmen.

Patientinnen und Patienten können grundsätzlich selbst entscheiden, ob sie an einer Reha teilnehmen wollen oder nicht. Etwas anderes ist es, wenn sie zuvor von ihrer Krankenkasse oder Arbeitsagentur aufgefordert wurden, einen Reha-Antrag zu stellen. In diesem Fall kann die Ablehnung zu (finanziellen) Nachteilen führen. Sie sollten sich deshalb beraten lassen, bevor sie den Antrag stellen oder später eine Reha absagen.

Patient spricht vor der MRT-Untersuchung mit dem Arzt. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Bei der Nachsorge überwachen Ärzte den weiteren Verlauf der Krankheit. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Die Nachsorge schließt sich an die Therapie oder die Reha an, wenn der Betroffene wieder Zuhause ist. Je nach Krankheitsstadium und Gesundheitszustand des Betroffenen liegt der Fokus der Nachsorge auf unterschiedlichen Zielen.

Nach Behandlungen in heilender Absicht

Wenn Patienten und Patientinnen in heilender Absicht behandelt wurden, dient die Nachsorge vor allem dazu, einen möglichen Rückfall oder einen Zweittumor frühzeitig zu erkennen. So hoffen die Ärzte, ein örtliches Rezidiv oder einen neu auftretenden Krebs so früh zu erkennen, dass sie erneut mit dem Ziel der Heilung behandelt werden können.

Die erste Untersuchung führen Ärzte vier bis sechs Wochen nach Abschluss der ersten Behandlung durch. So können sie mögliche Komplikationen nach der Behandlung frühzeitig feststellen und behandeln.

Bei den nachfolgenden Terminen fragen die Ärzte nach dem allgemeinen Befinden und führen je nach Zustand des Betroffenen weitere Untersuchungen durch. Dazu gehören zum Beispiel die Überprüfung der Lungenfunktion, eine Röntgenaufnahme oder eine Computertomographie (CT) des Brustkorbs oder eine Bronchoskopie.

Darüber hinaus kann man mit den behandelnden Ärzten auch nicht-medizinische Probleme wie die Versorgung Zuhause oder seelische Belastungen besprechen. Bei Bedarf können sie weitere Ansprechpartner, wie zum Beispiel ein ambulantes Pflegeteam oder Psychoonkologen, nennen.

Wenn dauerhafte Heilung nicht möglich ist

Zum Weiterlesen

Weitere Informationen zu Ansprechpartnern und Planung von Nachsorgeuntersuchungen finden Sie in unserem Text: "Nachsorge bei Krebspatienten".

Wenn Ärzte den Lungenkrebs nicht heilen, aber im Verlauf verlangsamen konnten: Dann geht es in der Nachsorge vor allem darum, die Lebensqualität zu erhalten. Ziel ist, die Symptome der Erkrankung und der Therapie so gut wie möglich zu lindern.

Die erste Untersuchung findet etwa einen Monat nach Abschluss einer ersten Therapieeinheit statt. Hierbei wollen die Ärzte feststellen, welche Beschwerden der Betroffene hat, wie gut die Behandlung wirkt und ob es Nebenwirkungen gibt. Sie befragen den Patienten genau und führen bei Bedarf weitere Untersuchungen durch. Dazu gehören beispielsweise eine körperliche Untersuchung und/oder eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs.

Die nachfolgenden Untersuchungen finden mindestens alle drei Monate statt. Wenn es noch weitere Therapiemöglichkeiten gibt, kann der Abstand zwischen den Untersuchungen auf sechs bis acht Wochen verkürzt werden. So können die Ärzte frühzeitig mit einer nachfolgenden Therapie beginnen, wenn die Krankheit wieder fortschreiten sollte.

Wichtig: Wenn Beschwerden auftreten oder sich verschlimmern, sollten Betroffene nicht bis zum nächsten Termin warten, sondern sofort mit den behandelnden Ärzten sprechen. Je früher die Ärzte Symptome und Ursachen kennen, desto besser können sie helfen.



Quellen zum Weiterlesen (Auswahl)

Der Krebsinformationsdienst hat zur Erstellung des Textes im Wesentlichen auf die S3-Behandlungsleitlinie deutscher Fachgesellschaften zurückgegriffen. Weitere Fachliteratur ist zudem unter "Mehr Wissen zum Thema Lungenkrebs" aufgeführt.

Leitlinien
Die S3-Leitlinie "Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms" wird von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin und der Deutschen Krebsgesellschaft sowie weiteren Fachgesellschaften herausgegeben und ist zu finden unter: www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/020-007OL.html

Die Leitlinie "Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen Krebspatienten" ist als PDF-Dokument abrufbar unter www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/032-051OL.html. Sie wird von der Deutschen Krebsgesellschaft und weiteren Fachgesellschaften verantwortet.

Die S3-Leitlinie "Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung" geht auf Grundprinzipien der palliativmedizinischen Versorgung ein. Sie wird vom Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF) herausgegeben und ist abrufbar unter www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/128-001OL.html. Federführende Fachgesellschaft ist die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP).

Die S3-Leitlinie "Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen" (LINK) wird vom Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF) herausgegeben. Darin geht es um die durch die Erkrankung und die Tumortherapie verursachten Symptome und deren Linderung.

Erstellt: 04.11.2019