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Diese Seiten sind Ausdrucke aus den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes www.krebsinformationsdienst.de. Angaben zum Erstellungsdatum und zu den Quellen der Information können Sie dem folgenden Text entnehmen. Einige der dort genannten weiterführenden Angaben sind allerdings nur über das Internet zugänglich. Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind nicht dazu geeignet, ein Gespräch mit behandelnden Ärzten, Psychologen oder weiteren Experten zu ersetzen.

Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte zum Beispiel zum Nachdruck, zur Kopie oder zur Speicherung und Weitergabe in elektronischer Form bedarf der schriftlichen Genehmigung des Krebsinformationsdienstes KID, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg.

Wir beantworten Ihre FragenGerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de
Brustkrebszelle, Foto: Duncan Smith/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Brustkrebs und Alltag: Leben mit der Erkrankung

Viele Patientinnen wollen nach Abschluss der medizinischen Behandlung selbst etwas für sich tun. Sie möchten alle Möglichkeiten nutzen, den Heilungsverlauf und die Erholung von der Erkrankung und der Behandlung zu unterstützen. Vieles wird angeboten, aber was hilft wirklich? Kann man weiterleben wie bisher, oder muss man Grundlegendes ändern? Der folgende Text des Krebsinformationsdienstes bietet einen Überblick über Themen, mit denen sich viele betroffene Frauen auseinander setzen. Als Grundlage hat der Dienst Fragen ausgewertet, die am Telefon oder per E-Mail von Brustkrebspatientinnen gestellt wurden.
Wichtig bleibt: Jede Frau ist anders, und so ist auch der Umgang mit der Erkrankung etwas, wo jede Betroffene ihren eigenen, persönlichen Weg finden kann. Unterstützung und Information für die individuelle Situation muss daher auch von den Ärzten kommen, die Patientinnen in der Zeit nach der ersten Behandlung begleiten. Gute Ansprechpartner sind auch Beratungsstellen sowie Selbsthilfegruppen.

Letzte Aktualisierung: 27.01.2009

Ernährung: Keine Krebsdiät

Müssen Brustkrebspatientinnen ihre Ernährungsweise umstellen? Eine „Krebsdiät“ gibt es nicht. Eine Erkrankung bietet allerdings auch den Anlass, die bisherige Lebensweise auf Verbesserungsmöglichkeiten zu prüfen. Einen Hinweis bieten die Empfehlungen der Fachgesellschaften: Demnach macht schon das meiste richtig, wer viel Obst oder Gemüse isst und auf die Vermeidung von Übergewicht achtet. Wer sich so ernährt und keine besonderen Mangelerscheinungen hat, braucht nach Erkenntnissen der internationalen Fachgesellschaften weder zusätzliche Vitamine noch Spurenelemente oder andere Nahrungsergänzungsmittel. Ihr Einfluss auf das Rückfallrisiko ist nicht belegt - möglicherweise schaden sie sogar.

Ein Einfluss auf den Tumor darf von der Ernährung, und sei sie noch so gesund, allerdings nicht erwartet werden.

  • Keine Krebserkrankung lässt sich nach heutigem Kenntnisstand durch eine Diät heilen, auch Brustkrebs nicht.

Keine der in Broschüren, Büchern oder über das Internet propagierten Diäten gegen Krebs ist wissenschaftlich geprüft oder hat in klinischen Studien den Hoffnungen einer günstigen Beeinflussung der Erkrankung standgehalten. Einige sind sogar gefährlich, weil sie zu einer Mangelernährung führen können. Dazu gehören alle Formen von Fasten- oder Saftkuren. Auch viele Diäten, bei denen bestimmte Lebensmittel wie  beispielsweise Schweinefleisch oder Fleisch generell, Fett oder Kaffee ganz verboten sind, gehen von wissenschaftlich nicht nachvollziehbaren Theorien zum Zusammenhang von Krebs und Ernährung aus.

Sport: Bewegung verbessert die Lebensqualität

Eine weitere Möglichkeit, etwas für sich zu tun, bietet sich in speziellen Sportgruppen der Krebsnachsorge, die von den Landessportbünden in zahlreichen Orten eingerichtet wurden. Eine Liste, die nach Postleitzahlen durchsuchbar ist, bietet der Deutsche Sportbund unter www.sportprogesundheit.de/spg/angebote-in-ihrer-naehe/ (in dieser langen Liste sind allerdings auch Herzsportgruppen und Angebote bei anderen Erkrankungen aufgeführt).
In einer Gruppe mit anderen betroffenen Frauen können unter geschulter Anleitung Nachwirkungen der Krebsbehandlung positiv beeinflusst und das körperlich-seelischen Wohlbefinden verbessert werden. Auch gibt es erste Hinweise aus Studien, dass regelmäßige moderate sportliche Betätigung, etwa vier bis fünf Stunden pro Woche, möglicherweise das Rückfallrisiko verringern kann, mehr dazu beim Thema Sport nach Krebs.

Alternative Methoden: Vorsicht vor großen Versprechungen

Über die beschriebenen erprobten Behandlungsverfahren wie Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung hinaus wird Krebspatienten eine Vielzahl von weiteren Medikamenten und Methoden angeboten. Ihre Wirksamkeit gegen Krebs ist allerdings nicht immer mit den Mitteln der wissenschaftlich-klinischen Prüfung nachgewiesen. Dass in der Entwicklung von Krebstherapien strenge Vorgaben für die Prüfung neuer Verfahren angewendet werden, dient dazu, möglichst sicher entscheiden zu können, ob eine Methode wirksam ist oder nicht.

Unter den als "biologisch" oder "alternativ" bezeichneten Mitteln gibt es zahlreiche Angebote, die eine solche Prüfung nicht durchlaufen oder nicht bestanden haben. Den meisten davon wird zugeschrieben, dass sie die körpereigene Abwehr, das Immunsystem, stärken und damit auch gegen Krebszellen aktivieren sollen. Die Immunabwehr funktioniert aber in einem komplexen und komplizierten Zusammenspiel vieler Faktoren, das noch lange nicht vollständig untersucht und geklärt ist. Bei einigen Präparaten weiß man, dass sie tatsächlich Veränderungen im Immunsystem auslösen können.

  • Ob sich diese Effekte günstig auf eine Krebserkrankung und die allgemeine Gesundheit auswirken, ist allerdings weit weniger klar. Auch unerwünschte Wirkungen sind nicht auszuschließen.

Hier heißt es aufpassen: Forschung oder Werbung - oder gar Betrug?

Besonders verbreitet sind in Deutschland Zubereitungen aus der Mistel. Sie wie auch einige andere Präparate gibt es schon sehr lange, und manche Ärzte haben damit gute Erfahrungen bei der Besserung des allgemeinen Wohlbefindens ihrer Patientinnen gemacht. Ob die beobachteten positiven Wirkungen aber auf der Behandlung beruhen oder eher darauf, dass die Patientin das Gefühl hat, es werde etwas für sie getan (so genannter Placeboeffekt), kann bis heute niemand mit Sicherheit sagen. Systematische und kontrollierte Untersuchungen fehlen weitgehend, und Studien, die positive Effekte der Misteltherapie bei Brustkrebs berichten, sind unter Experten umstritten.

Andere Methoden wiederum werden als schnelle und erfolgreiche Umsetzung neuester Forschungserkenntnisse angeboten. Hier kann eine Einschätzung selbst für Fachleute sehr schwierig sein: Oft gründen sich solche Behandlungsmethoden auf Verfahren, die bisher nur an Zellkulturen oder bei Labortieren untersucht wurden und über deren Wirkungen beim Menschen noch zu wenig bekannt ist. Teilweise werden auch Behandlungsverfahren weiter eingesetzt, obwohl sie mangels überzeugender Wirksamkeit von der Mehrheit der damit beschäftigten Ärzte und Wissenschaftler bereits wieder aufgegeben wurden. Außerdem ist es mitunter schwierig, die für die Beurteilung notwendigen Einzelheiten solcher Methoden in Erfahrung zu bringen, wenn sie nirgendwo veröffentlicht wurden.

Besondere Vorsicht ist immer dann geboten, wenn ein Mittel oder eine Methode nicht zusätzlich zur üblichen Therapie, sondern statt dieser empfohlen wird. Auch sollte man immer zuerst klären, ob die zum Teil hohen Kosten von den Krankenkassen übernommen werden. Für die meisten der "alternativen" Methoden wird auch damit geworben, dass sie angeblich keine schädlichen Wirkungen hätten – der Nachweis dafür fehlt meist, ebenso wie der der Wirksamkeit. Deshalb sollte jede Patientin ihren behandelnden Arzt über eine geplante Anwendung von nicht verordneten Methoden und Mitteln informieren.

Unterstützung und Information: Wie geht mein Leben weiter?

Nach der Diagnose einer Krebserkrankung setzen sich fast alle Betroffenen mit teils bedrohlichen Gefühlen und Gedanken auseinander. Die Erkrankung wird oft als massiver Einschnitt in das Leben erlebt. Alles bisher Gewohnte und viele zukünftigen Ziele scheinen in Frage gestellt. Ängste vor der Rückkehr in den Alltag und Befangenheit im Umgang mit anderen Menschen machen sich bemerkbar. Zweifel an der Wirksamkeit der Behandlung und Angst davor, dass die Erkrankung wieder auftritt oder fortschreitet, kommen immer wieder auf.
Möglichst offene Gespräche können helfen, besser mit allem fertig zu werden. Fragen, die den persönlichen Krankheitsfall betreffen, sollten an den behandelnden Arzt gerichtet werden. Seine Aufgabe ist es, die Patientin durch ihre Erkrankung zu begleiten und auf ihre Anliegen einzugehen.

Partnerschaft und Familie

Das Zusammenleben in der Partnerschaft und in der Familie kann Belastungen ausgesetzt sein. Nicht nur die Betroffene, sondern ihre ganze Lebensgemeinschaft wird durch die Krebserkrankung in ihrem Gleichgewicht erschüttert. Offene Gespräche über Sorgen und Befürchtungen, über Erwartungen und Wünsche können den Weg öffnen, um Probleme gemeinsam zu bewältigen. Dies gilt besonders für den Bereich der Sexualität.

Jüngere Patientinnen haben oft einen noch unerfüllten Kinderwunsch. Es kann belastend sein, wenn es durch die Behandlung zur Unfruchtbarkeit kommt. Falls sich die Eierstockfunktion nach Abschluss der Behandlung aber wieder erholt, spricht aus medizinischer Sicht nichts gegen eine Schwangerschaft nach einer Brustkrebserkrankung: Sie wirkt sich nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse nicht ungünstig auf den Krankheitsverlauf aus und erhöht das Rückfallrisiko nicht.

Unterstützung: Beratung, Information, Austausch

Fachkundige Unterstützung ist auch bei psychosozialen Krebsberatungsstellen zu finden, die es in vielen Städten und Gemeinden gibt.
Wer längerfristige Unterstützung möchte, kann sich an ambulant tätige Psychotherapeuten wenden, die eine Zusatzausbildung in Psychoonkologie durchlaufen haben.
In Selbsthilfegruppen haben betroffene Frauen die Möglichkeit, sich mit anderen Patientinnen zu treffen und auszutauschen, immer häufiger auch über das Internet.
Eine Krebserkrankung kann dazu führen, dass die bisherige soziale Sicherheit gefährdet ist, zum Beispiel, wenn es Probleme mit der Rückkehr an den Arbeitsplatz gibt oder die Familie nicht mehr wie bisher versorgt werden kann. Dann können sozialrechtlich versierte Fachleute dabei helfen, schwerwiegende Folgen abzuwenden.

Im folgenden Text hat der Krebsinformationsdienst weitere Ansprechpartner, Linktipps und Adressen aufgeführt.