Oberkörper eine Frau mit leuchtendem Tumor an der Brust

Häufige Fragen zum Leben mit und nach Brustkrebs

Aktualisiert am:

Von: Claudia Krapp (Biochemikerin, M.Sc.)

  • Viele Frauen mit Brustkrebs erleben körperliche Beschwerden durch Nebenwirkungen, Langzeit- oder Spätfolgen der Therapie.
  • Hinzu kommen oft seelische Belastungen. Viele Patientinnen haben zum Beispiel ein verändertes Selbstbild oder Zukunftsängste.
  • Was hilft Betroffenen dabei, sich wieder in ihrem Körper und Alltag zurechtfinden? Wir beantworten hierzu die häufigsten Fragen.

Wichtig: Informationen aus dem Internet können Ihnen einen Überblick bieten. Sie sind aber nicht dazu geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Zum Weiterlesen

Was Sie nach der Brust-OP für die Wundheilung tun können, lesen Sie im Text Operation (OP): Chirurgie bei Krebs

Was sich gegen die Schmerzen infolge der Brustkrebs-Therapie tun lässt, erfahren Sie unter Schmerzen bei Krebs.

Auch wenn eine Brustkrebsbehandlung erfolgversprechend verläuft, können Nebenwirkungen auftreten. Manche beginnen zeitnah mit der Therapie und halten noch lange nach Therapieende an (Langzeitfolgen), andere beginnen erst Monate oder Jahre später (Spätfolgen). 

Operation: Manche Brustkrebspatientinnen erleben nach der Operation für längere Zeit Beschwerden im Arm oder Schulterbereich, weil dabei Nerven und/oder Muskeln verletzt wurden. Wenn bei der OP Lymphknoten entfernt wurden, entwickeln einige Patientinnen in der Folge ein Lymphödem im Arm. 

Strahlentherapie: Nach der Bestrahlung eines Brusttumors kann es zudem zu Veränderungen an Haut, Lunge, Herz oder Schilddrüse kommen.

Andere Therapien: Als Folge medikamentöser Therapien, beispielsweise einer Chemotherapie, zielgerichteten Therapie oder Antihormontherapie gegen Brustkrebs können durch die Behandlung zudem folgende Beschwerden auftreten:

Unabhängig von der Art der Behandlung kann die Therapie sehr belastend und ermüdend sein. Manche Brustkrebspatientinnen entwickeln dadurch eine krankhafte Erschöpfung (Fatigue) oder psychische Beschwerden.

Wichtig zu wissen

Jede Frau erlebt die Zeit nach dem Brustkrebs anders. 

  • Die Folgen der Brustkrebstherapie können einzeln, in verschiedener Kombination oder auch gar nicht auftreten.
  • Die Intensität der Beschwerden kann sich von Frau zu Frau und von Symptom zu Symptom unterscheiden.
  • Die Beschwerden können schon während der Therapie oder auch erst danach auftreten. 

Die Nebenwirkungen gehen teilweise wieder weg.

  • Manche Beschwerden halten nur so lange an, wie die Behandlung dauert.
  • Andere Therapiefolgen halten länger an oder sind dauerhaft. 

Eine Reha kann mit und nach Brustkrebs helfen, 

  • mit körperlichen Veränderungen oder Nebenwirkungen der Therapie umzugehen,
  • die Belastungen seelisch zu verarbeiten und
  • in sein gewohntes Leben zurückzufinden. 

Die Langzeit- und Spätfolgen von Brustkrebs lassen sich in der Regel gut behandeln – manchmal auch verhindern. Um möglichen Nebenwirkungen der Therapie vorzubeugen, empfehlen Fachleute Frauen mit Brustkrebs eine gesunde Lebensführung. Dazu gehören unter anderem:

Sprechen Sie mit Ihrem Ärzteteam

Wenn Sie anhaltende oder neue Nebenwirkungen der Brustkrebsbehandlung bei sich bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin. Sie müssen Beschwerden nicht hinnehmen oder aushalten.

Wenn Sie infolge einer Operation oder Bestrahlung ein Lymphödem des Arms entwickelt haben, kann Ihnen die sogenannte komplexe Entstauungstherapie helfen. Dazu gehören:

  • manuelle Lymphdrainagen
  • Kompressionsbandagen und Kompressionskleidung
  • Hautpflege
  • Bewegungstherapie 

Diese Maßnahmen lindern die Schwellungen im Arm und die damit einhergehenden Beschwerden. Mit einer guten Hautpflege können Sie zudem trockener Haut und Infektionen bei Lymphödemen vorbeugen.

Gut zu wissen: Die Lymphdrainagen führen ausgebildete Therapeutinnen und Therapeuten durch. Die Kompressionsmaterialien (Bandagen, Handschuhe und Armstrümpfe) erhalten Sie in Sanitätshäusern und Apotheken. Für beides brauchen Sie ein ärztliches Rezept.

Sport trotz Lymphödem

Körperliche Bewegung kann die Symptome eines Lymphödems lindern. Fachleute empfehlen Brustkrebspatientinnen mit einem Lymphödem ein regelmäßiges moderates Ausdauer- und Krafttraining. Das Krafttraining sollten Sie schrittweise steigern. 

Wenn Sie ein Lymphödem haben, müssen Sie Ihren betroffenen Arm also nicht gezielt schonen. Zumindest in der Anfangsphase sollten Sie sportliche Bewegungen und Kraftübungen jedoch nicht allein zuhause, sondern unter professioneller Anleitung durchführen.

Zum Weiterlesen

Weitere Tipps für den Alltag mit Lymphödem finden Sie auf der Seite Leben mit einem Lymphödem: Antworten auf häufige Fragen.

Wie Lymphödeme entstehen, wie Sie sie erkennen und was Sie dagegen tun können, lesen Sie unter Lymphödem bei Krebs.

Viele Frauen erhalten nach einer Brustkrebs-Operation 5 bis maximal 10 Jahre lang eine antihormonelle Therapie. Die Medikamente führen zu einem Hormonmangel im Körper oder sie blockieren die Wirkung der Hormone. Das soll verhindern, dass der Tumor zurückkommt. 

Manche Frauen vertragen die Wirkstoffe gut, andere erleben in dieser Zeit belastende Nebenwirkungen. 

Nebenwirkungen der Antihormontherapie gegen Brustkrebs

Gut zu wissen

Wechseljahresbeschwerden sind eine häufige Nebenwirkung der Antihormontherapie bei Brustkrebs. Aber längst nicht alle Patientinnen sind davon betroffen.

Wichtig: Wenn Ihre Beschwerden sehr stark sind, sprechen Sie mit Ihrem Ärzteteam. Eventuell können Sie einen anderen Wirkstoff ausprobieren. Sie sollten die Antihormontherapie jedoch nicht abbrechen.

Viele Betroffene berichten von Beschwerden, wie sie auch während der natürlichen Wechseljahre auftreten können. Dazu gehören:

Wechseljahresbeschwerden durch die Antihormontherapie lindern

Sprechen Sie mit Ihrem Ärzteteam

Ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzten können Ihnen sagen, was Sie gegen die Wechseljahressymptome tun können – und was Sie in Ihrer individuellen Situation vermeiden sollten.

Infolge einer Brustkrebstherapie können vorzeitige, verstärkte oder erneute Wechseljahresbeschwerden auftreten. Um diese Beschwerden zu lindern, empfehlen Fachleute:

Diese Maßnahmen haben sich in der Praxis bewährt, auch wenn ihre Wirkung gegen Wechseljahresbeschwerden teils noch nicht eindeutig wissenschaftlich belegt ist.

Achtung: Von hormonhaltigen Pflastern oder Tabletten, die gegen Wechseljahresbeschwerden bei gesunden Frauen helfen, raten Fachleute bei Brustkrebs in der Regel ab. Eine solche Hormonersatztherapie erhöht das Rückfallrisiko. 

Vorsicht bei pflanzlichen Präparaten: Pflanzliche Arzneimittel gegen Wechseljahresbeschwerden enthalten oft Substanzen, die dem weiblichen Hormon Östrogen ähneln. Diese Phytoöstrogene wirken ähnlich wie das menschliche Östrogen. Bei hormonabhängigem Brustkrebs können sie möglicherweise das Rückfallrisiko erhöhen. Außerdem können pflanzliche Präparate mit den Arzneimitteln der Antihormontherapie wechselwirken und deren Wirkung verringern oder verändern. Fragen Sie im Zweifel Ihr Ärzteteam, ob Sie ein bestimmtes Präparat nehmen dürfen.

Zum Weiterlesen

Mehr darüber, was gegen Wechseljahresbeschwerden bei Brustkrebs hilft, erfahren Sie auf der Seite Hitzewallungen & Co: Wechseljahresbeschwerden bei Krebs. Dort lesen Sie auch, wie Sie Ihre Knochengesundheit fördern können und was gegen Gelenkschmerzen hilft.

Seniorin steht vor einer Gemüsetheke und hält einen einen Strauß Kräuter in der Hand
Krebsbetroffene sollten sich gesund und ausgewogen ernähren. [Symbolbild]
Bild: © gpointstudio, Thinkstock

Sie können den Krebs nicht mit einer speziellen Ernährungsweise bekämpfen. Es gibt weder bestimmte Lebensmittel noch "Krebsdiäten“ oder Kuren, mit denen sich Brustkrebs heilen lässt. Auch das Rückfallrisiko lässt sich in der Regel nicht mit einzelnen Nahrungs(ergänzungs)mitteln senken.

Fachleute raten Krebsbetroffenen ausdrücklich von extremen Diäten ab. Wenn Sie Brustkrebs haben oder hatten, sollten Sie nicht nur ausgewählte Lebensmittel zu sich nehmen, sondern sich insgesamt gesund und ausgewogen ernähren. Dazu gehört eine abwechslungsreiche Mischkost aus pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln.

Nahrungsergänzungsmittel nur nach ärztlicher Absprache: Vitamin- oder Mineralstoffpräparate sollten Sie nur einnehmen, wenn Ihre Ärzte einen Mangel dieser Nährstoffe bei Ihnen nachgewiesen haben. Besondere Vorsicht gilt bei pflanzlichen Präparaten.

Nach der Therapie gelten für Sie in der Regel wieder dieselben Ernährungsempfehlungen wie für Gesunde. Dazu gehört:

  • Normalgewicht halten
  • Viel Gemüse, Obst, Vollkorn und Hülsenfrüchte essen.
  • Wenig Salz und rotes Fleisch essen.
  • Auf verarbeitete Fleischprodukte und Alkohol verzichten.

Zum Weiterlesen

Wie Sie sich mit und nach Brustkrebs gesund ernähren können und was Sie beachten sollten, lesen Sie unter Ernährung bei Krebs, unter Ernährung und Krebsvorbeugung und im Informationsblatt "Ernährung bei Krebs: Was ist wichtig?" (PDF)

Wenn Sie infolge der Krebsbehandlung den Appetit verloren oder andere Ernährungsprobleme entwickelt haben, können Sie eine Ernährungsberatung machen.

Pflanzliche Hormone in Lebensmitteln

Einige pflanzliche Inhaltsstoffe können ähnlich wie das menschliche Östrogen wirken. Diese sogenannten Phytoöstrogene könnten die Antihormontherapie gegen Brustkrebs beeinflussen. Fachleute raten Brustkrebspatientinnen daher häufig, auf Nahrungsergänzungsmittel mit hochkonzentrierten Phytoöstrogenen zu verzichten.

Pflanzliche Lebensmittel enthalten in der Regel aber nur kleine Mengen solcher Pflanzenhormone. Von ihnen gehen nach derzeitigem Wissensstand keine Risiken für die Krebstherapie aus. Solange Sie sich insgesamt abwechslungsreich ernähren, dürfen auch Produkte wie Tofu, Soja-Milch, Hummus und Leinsamen in moderaten Mengen auf Ihrem Speiseplan stehen.

Welche Lebensmittel sind ungeeignet?

Dass bestimmte Nahrungsmittel wie Zucker oder Milch das Rückfallrisiko bei Brustkrebs erhöhen, konnte bislang nicht nachgewiesen werden. 

Bestimmte Inhaltsstoffe von Lebensmitteln können jedoch die Wirkung von Krebsmedikamenten verändern, zum Beispiel Alkohol.

  • Fragen Sie Ihr Ärzteteam, was Sie während Ihrer individuellen Behandlung nicht essen oder trinken sollten.

Wie viel Sport ist gut?

Wie viel körperliche Aktivität in Ihrer Situation möglich und angemessen ist, können Sie mit Ihrem Ärzteteam besprechen.

Bewegung ist während und nach einer Krebstherapie generell hilfreich, nicht nur bei Brustkrebs. Förderlich sind körperliche Aktivitäten in leichter bis mittlerer Intensität, zum Beispiel Schwimmen oder Walken. Ebenfalls gut geeignet sind moderate Alltagsbewegungen wie Gartenarbeiten. Es gibt jedoch nicht zu jeder Sportart und Krebsart klinische Studien. 

Ältere Frau macht eine Dehnübung auf einer Yogamatte neben einem Sofa.
Regelmäßige Bewegung kann die Lebensqualität verbessern. [Symbolbild]
Bild: © Rido, Shutterstock

Nachgewiesen ist bisher, dass sich folgende Übungen und Bewegungen bei Brustkrebs positiv auswirken:

  • Yoga
  • Qi Gong
  • Tai Chi
  • Radfahren
  • Spazierengehen
  • Achtsamkeitstraining
  • Entspannungstraining

Dennoch gibt es keine konkreten Empfehlungen, welche Sportarten Sie mit Brustkrebs ausüben können oder sollen. Fachleute raten lediglich dazu, eine Sportart auszuwählen, die Ihnen Spaß macht und Ihnen körperlich ohne Beschwerden machbar erscheint. 

"Moderates Ausdauertraining" reicht aus

Die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) empfiehlt bei Brustkrebs pro Woche 3 – 5 Stunden "körperliches Training". Das muss aber nicht immer intensiver Sport sein. Fachleute empfehlen, sich vor allem regelmäßig zu bewegen und dabei normale Alltagsaktivitäten, moderaten Ausdauersport, Dehnen und Krafttraining zu kombinieren. 

Wichtig ist, dass Sie sich nicht überfordern. Das ideale Pensum hängt von Ihrem individuellen und aktuellen Zustand ab – Sie werden nicht jeden Tag gleichermaßen belastbar sein. Auch wenn der Brustkrebs fortgeschritten ist, kann Bewegung guttun, solange Sie die Übungen an die Beschwerden anpassen.

Sport hilft gegen Schmerzen und Co

Bei Brustkrebs kann es hilfreich sein, im Anschluss an die Therapie und Reha dauerhaft körperlich aktiv zu bleiben und sich sportlich zu betätigen. Regelmäßige Bewegung kann nachweislich Langzeitfolgen der Brustkrebstherapie lindern. 

Beispielsweise hilft körperliches Training gegen 

  • Schmerzen
  • Lymphödeme
  • Knochenschäden
  • Nervenstörungen
  • körperliche und mentale Erschöpfung (Fatigue)
  • Angstzustände
  • Depressionen
  • Schlafstörungen. 

Zudem können Sie durch Sport körperlich leistungsfähiger, beweglicher und kräftiger werden. Dadurch können Sie Ihren Alltag selbstbestimmter und freier gestalten. 

Wenn Sie regelmäßig körperlich aktiv sind, haben Sie außerdem ein geringeres Risiko für einen Krankheitsrückfall und ein geringeres Risiko, an Krebs zu sterben.

Zum Weiterlesen

Weitere Infos dazu, wie "intensiv" einzelne Sportarten sind, finden Sie auf der Seite Bewegung und Sport: Tipps für Krebspatienten sowie im Informationsblatt "Bewegung und Sport bei Krebs: Tipps für Patienten" (PDF).

Dort erhalten Sie auch konkrete Tipps, welche körperlichen Übungen während und nach der Therapie hilfreich sind und wo Sie Sportangebote finden können. 

Gut zu wissen

Die Kosten für eine Epithese oder Brustrekonstruktions-Operation bezahlt meist die Krankenkasse.

Wie Sie nach der Brustkrebsbehandlung mit Ihrer veränderten Brust umgehen wollen, können Sie selbst frei entscheiden. Sie können Ihre Brust grundsätzlich so belassen, wie sie nach der OP ist. Die Krebserkrankung kann dann für Außenstehende sichtbar sein, insbesondere dann, wenn die Brust abgenommen wurde.

Wenn Sie sich ein unauffälligeres oder nach Ihrem Empfinden ästhetischeres Erscheinungsbild wünschen, können Sie 

  • die entfernte Brust durch eine Prothese (Brustepithese) ersetzen oder
  • die entfernte Brust operativ wiederherstellen lassen.

Brustepithese

Eine Brustepithese ist eine künstliche Brust, meist aus Silikon, die Sie in eine Tasche eines Spezial-BHs, -Bikinis oder -Badeanzugs einlegen können. Die Epithese gleicht Ihre veränderte Brustform nach der Krebs-OP optisch aus. Zudem verhindert sie Haltungsschmerzen durch eine einseitige Belastung.

Darüber hinaus können Sie selbsthaftende Prothesen aufkleben, um die Brustwarze optisch zu ersetzen. Die Epithesen, Prothesen und Spezial-Wäsche erhalten Sie in Sanitätshäusern.

Brustrekonstruktion

Um nach Brustkrebs Ihre natürliche Brustform nachzubilden, können Sie eine wiederherstellende Brustoperation durchführen lassen. Dabei können Sie sich beispielsweise ein Silikon-Implantat und/oder körpereigenes Gewebe aus Bauch oder Rücken einsetzen lassen. 

Welches Verfahren zur Brustrekonstruktion besser geeignet ist, hängt von Ihrer Anatomie und individuellen Krebstherapie ab. Welche Möglichkeiten Sie in Ihrer Situation haben und welche Vor- und Nachteile diese jeweils haben, können Sie mit Ihrem Ärzteteam besprechen. Ob Sie eine formgebende OP wollen, können Sie schon vor der Tumor-OP oder auch noch Jahre später entscheiden.

Gut zu wissen: Eventuell kann auch die zweite Brust plastisch operiert werden, um sie symmetrisch an die von Krebs betroffene Brust anzupassen. Eine entfernte Brustwarze kann ebenfalls plastisch wiederaufgebaut oder durch eine Tätowierung nachgeahmt werden. Die Kosten für diese Eingriffe übernimmt die Krankenkasse aber nicht immer.

Zum Weiterlesen

Mehr über den Wiederaufbau einer operierten Brust lesen Sie im Abschnitt "Brustrekonstruktion" auf der Seite Operation bei Brustkrebs. Im Abschnitt "Mastektomie" finden Sie mehr Infos über Brustepithesen.

Weitere Informationen und Entscheidungshilfen bietet die Broschüre Brustamputation – wie geht es weiter? der Frauenselbsthilfe.

Fehlende Brust kann die Psyche belasten

Hier finden Sie Rat

Suchen Sie sich bei Bedarf psychologische Unterstützung

Selbsthilfegruppen können ebenfalls Halt geben. Der Selbsthilfeverein Ablatio mammae – Selbstbewusst ohne Brust (AMSOB) informiert und unterstützt Frauen, die darüber nachdenken, brustlos zu leben.

Bei Brustkrebs muss die betroffene Brust in der Regel teilweise oder ganz entfernt werden. Je nach Lage und Größe des Tumors verändert diese Operation Ihre äußere Erscheinung mehr oder weniger stark. Doch schon kleinere, "brusterhaltende" Eingriffe können sich stark auf Ihr Körperbild auswirken. 

Möglicherweise ist die Veränderung für Sie belastend, da die weibliche Brust oft mit Weiblichkeit, Fruchtbarkeit und Sexualität verbunden wird.

Wenn Sie eine Chemotherapie bekommen, verlieren Sie die ersten Haare wahrscheinlich etwa 2 – 3 Wochen nach Therapiebeginn. Während der Behandlung können Ihnen dann nach und nach immer mehr Haare ausfallen – gleichmäßig oder in Büscheln. 

Der Haarverlust ist jedoch nur vorübergehend: 3 – 6 Monate nach Ende der Brustkrebs-Therapie beginnen die Haare in der Regel wieder zu wachsen. Vielleicht dauert es bei Ihnen auch länger, bis zu 1 Jahr. 

Nach der Krebsbehandlung kann Ihr Haar vorübergehend dichter, dünner, lockiger oder mit anderer Farbe nachwachsen. Später sehen Ihre Haare jedoch wahrscheinlich wieder wie früher aus.

Nicht jede Frau mit Brustkrebs bekommt eine Glatze

Ältere Frau mit Kopftuch betrachtet sich in einem Badezimmerspiegel.
Durch die Brustkrebsbehandlung können die Haare ausfallen. [Symbolbild]
Bild: © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum; Foto: Tobias Schwerdt

Wenn Sie eine Chemotherapie erhalten, kann es sein, dass währenddessen oder danach Ihre Haare teilweise oder ganz ausfallen. Das kann nur das Kopfhaar betreffen oder auch Wimpern, Augenbrauen, Achsel- und Schamhaare oder den ganzen Körper. Es kann auch sein, dass Ihre Haare erhalten bleiben, aber langsamer wachsen oder abbrechen.

Ob und wie stark Ihre Haare ausfallen, hängt davon ab,

  • welche Medikamente Sie während der Chemotherapie erhalten,
  • wie viele Medikamente Sie gleichzeitig erhalten,
  • wie hoch diese dosiert sind,
  • und in welcher Form Sie sie bekommen (Tabletten oder Infusionen).

Lassen Sie sich helfen

Der Haarausfall infolge der Brustkrebs-Therapie kann sehr belastend sein. Suchen Sie sich bei Bedarf psychologische Unterstützung.

Sie können Ihr ärztliches Team fragen, welche Form von Haarausfall für Ihre Arzneimittel-Kombination typisch und daher bei Ihnen möglicherweise zu erwarten ist. Eine Kühlung der Kopfhaut während der Chemo kann den Haarverlust möglicherweise reduzieren.

Wie Ihr Körper auf die Brustkrebsbehandlung reagieren wird, ist aber nur zum Teil vorhersehbar. Der Haarverlust kann von Patientin zu Patientin anders verlaufen – auch wenn sie ähnliche Medikamente erhalten. 

Haarverlust nicht nur bei Chemo

Wenn Sie eine Antihormontherapie, eine zielgerichtete Therapie oder eine Immuntherapie gegen Brustkrebs bekommen, fallen Ihnen möglicherweise ebenfalls während oder nach der Behandlung Haare aus. Bei diesen Therapieformen ist Haarverlust jedoch seltener und meist weniger stark ausgeprägt als bei einer Chemotherapie.

Beispielsweise kann es bei einer Antihormontherapie zu einer Ausdünnung der Haare über der Stirn und am Scheitel kommen, meist etwa 3 – 6 Monate nach Behandlungsbeginn. Mehrere Monate nach Therapieende wachsen die Haare meist wieder nach. 

Auch wenn Sie eine Strahlentherapie erhalten, können Ihre Haare ausfallen – allerdings nur im bestrahlten Hautbereich. Bei Brustkrebs (ohne Metastasen) betrifft das nur die Behaarung im Brust- und Achselbereich.

Gut zu wissen

  • Wenn Sie sich mit ausgedünntem Kopfhaar oder einer sichtbaren Glatze unwohl fühlen, können Sie eine Perücke oder Mütze, einen Hut oder ein Tuch tragen.
  • Wenn ausgefallene Augenbrauen oder Wimpern Ihr Gesicht stark verändern, können Sie spezielle Schminktechniken erlernen und anwenden. 

Zum Weiterlesen

Tipps zu Perücken, zur Pflege von Haaren und Kopfhaut sowie zum Leben mit Haarverlust infolge einer Krebstherapie lesen Sie im Abschnitt "Leben mit Haarausfall" unter Haarausfall bei Krebs.

Weitere Infos finden Sie im Informationsblatt "Haarausfall durch Krebsbehandlung" (PDF).

Sammlung verschiedener Kosmetikprodukte.
Mit Brustkrebs können Sie weiterhin ihre gewohnten Pflegeprodukte verwenden.
Bild: © pmvchamara, Pixabay

Wenn Sie Brustkrebs haben oder hatten, müssen Sie Ihre gewohnte Pflegeroutine für Haut, Haare und Nägel nicht unbedingt ändern: Sie können in der Regel weiterhin dieselben Cremes, Lotionen, Deodorants, Shampoos, Reinigungsmittel und Schminkprodukte wie vor der Erkrankung verwenden. 

Es gibt jedoch Therapieformen, die Nebenwirkungen an Haut und Nägeln haben können. Dann ist besondere Vorsicht bei der Körperpflege geboten. 

Hautschäden durch die Brustkrebstherapie

Einige Tage oder Wochen nach Therapiebeginn verändern sich möglicherweise Ihre Haut und Nägel. Besonders häufig kommt das bei einer Strahlentherapie vor, aber auch bei einer Chemo- oder Immuntherapie und bestimmten zielgerichteten Medikamenten gegen Brustkrebs, beispielsweise einer Anti-HER2-Therapie.

Je nachdem, welche Behandlung Sie erhalten, kann Ihre Haut beispielsweise austrocknen und einreißen oder sich entzünden. Dadurch kann sie stellenweise etwa Rötungen, Schuppen oder Pusteln aufweisen, jucken oder schmerzen. Ihre Nägel brechen eventuell leichter ab, verfärben sich oder bilden Rillen. Außerdem können sich Ihre Schleimhäute in Mund, Verdauungstrakt und Genitalbereich entzünden. 

Hautveränderungen vorbeugen und geschädigte Haut pflegen

Bestimmte Produkte und Maßnahmen können Ihnen helfen, mögliche Nebenwirkungen der Brustkrebsbehandlung an Haut und Nägeln zu lindern. Verwenden Sie milde, parfümfreie, pH-neutrale und rückfettende Reinigungs- und Pflegeprodukte. Erhältlich sind diese zum Beispiel in Drogeriemärkten und Apotheken.

Diese Kosmetikprodukte haben sich in der Praxis als hilfreich erwiesen, auch wenn ihre Wirkung nicht durch aussagekräftige Studien belegt ist.

Gut zu wissen: Sobald die Krebsbehandlung abgeschlossen ist, erholen sich Haut und Nägel in der Regel innerhalb weniger Wochen wieder.

Zum Weiterlesen und Anschauen

Weitere konkrete Tipps zur Körperhygiene und Körperpflege vor, während und nach der Brustkrebsbehandlung finden Sie in unserem Video "Hautpflege während der Krebstherapie“ und im Informationsblatt "Medikamentöse Tumortherapien: Nebenwirkungen an Haut und Nägeln" (PDF)

Tipps zur Mundhygiene finden Sie im Video "Zähne und Mund während der Krebstherapie pflegen" und im Informationsblatt "Schleimhautentzündung bei Krebs: Vorbeugen und lindern" (PDF).

Weitere Infos zu Kosmetikprodukten finden Sie auch im Text Nebenwirkungen der Haut durch Therapien gegen Krebs.

Mythen zur Körperpflege bei Brustkrebs

  • Haarpflege: Gegen den Haarausfall infolge der Krebstherapie werden mitunter spezielle Shampoos oder Haarkuren beworben. Bisher ist jedoch nicht wissenschaftlich belegt, dass diese Produkte wirklich gegen Haarverlust helfen.
  • Babypuder: Gegen Hautentzündungen durch die Tumor-Bestrahlung wird manchmal Babypuder empfohlen. Fachleute raten jedoch von Puder ab, da es die Haut austrocknet und verklebt.
  • Deodorants: Deos wird oft nachgesagt, dass sie das Rückfallrisiko erhöhen oder die Bestrahlung des Brusttumors gefährden. Beide Mythen konnten aber wissenschaftlich nicht belegt werden.
  • Sonnenschutz: Während und nach der Krebstherapie kann die Haut lichtempfindlicher sein als gewöhnlich und benötigt daher mehr Sonnenschutz. Häufig diskutiert wird, ob bestimmte Inhaltsstoffe von Sonnencremes bei Brustkrebspatientinnen das Risiko für einen Rückfall erhöhen. Das ist wissenschaftlich jedoch nicht belegt. Nur für Hautstellen, die durch eine Krebstherapie vorgeschädigt sind, ist Sonnencreme oft ungeeignet.

Sprechen Sie mit Ihrem Ärzteteam

Sicht- und spürbare Hautveränderungen können sehr belastend sein. 

  • Sprechen Sie mit Ihren Ärztinnen und Ärzten und Ihrem Pflegeteam, wenn Sie infolge der Brustkrebs-Therapie solche Veränderungen bei sich bemerken.
  • Bei schweren Hautproblemen können Sie sich auch an einen Hautarzt oder eine Hautärztin wenden.
  • Suchen Sie sich bei Bedarf zudem psychologische Unterstützung.

Wichtig zu wissen

Nicht jede Frau erlebt dieselben Gefühle. 

Was während und nach der Brustkrebstherapie am besten hilft, kann daher von Mensch zu Mensch sehr verschieden sein. 

Eine Brustkrebserkrankung ist ein tiefer Lebenseinschnitt. Ihre Behandlung kann Monate oder Jahre dauern und bringt eventuell belastende Nebenwirkungen mit sich. Möglicherweise erleben Sie auch erst zeitverzögert körperliche, seelische oder soziale Spätfolgen

Vielleicht sind Sie in dieser Zeit mit starken Emotionen konfrontiert. Darunter können negative und positive Gefühle sein, zum Beispiel:

  • Angst um Ihr Leben
  • Stress und Überforderung mit der Umgestaltung Ihres Alltags
  • Sorgen und Befremden wegen Ihrer körperlichen Veränderungen
  • Frustration über Energiemangel oder Konzentrationsprobleme
  • Angst vor einem Rückfall
  • Ermüdung angesichts der langen Therapiedauer
  • Sehnsucht nach Ihrem "normalen" Leben vor der Erkrankung
  • Lebensmut und innere Stärke angesichts des Neubeginns
  • Dankbarkeit und Neubesinnung 

Hilfe beim Umgang mit der Brustkrebs-Erkrankung

Eine Frau mit niedergeschlagenem Blick sitzt an einem Tisch in der Küche.
Um die Brustkrebs-Erkrankung zu verarbeiten, kann eine psychologische Unterstützung hilfreich sein. [Symbolbild]
Bild: © Krebsinformationsdienst, DKFZ; Foto: Tobias Schwerdt

Möglicherweise hilft es Ihnen, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. In Selbsthilfegruppen und Patientenverbänden können Sie von Erfahrungen lernen, Hilfe erhalten und für Ihre Rechte eintreten. 

Vielleicht fällt es Ihnen schwer, die stressigen Erlebnisse zu bewältigen und sich in Ihrer neuen Situation zurechtzufinden. Dann kann es sinnvoll sein, sich professionelle Unterstützung bei einer psychosozialen Beratung oder in einer Psychoonkologie-Praxis zu suchen. 

Zum Weiterlesen

Tipps zum Umgang mit einer Krebserkrankung – für Betroffene und Angehörige – finden Sie in unseren Texten unter Krebs und Psyche.

Ansprechpartner für eine psychologische Unterstützung finden Sie auch im Informationsblatt "Psychoonkologische Hilfen: Anlaufstellen für Krebsbetroffene" (PDF).

Video: Depressionen bei Brustkrebs

In unserer Online-Veranstaltung zu Depressionen und Brustkrebs haben zwei Experten erklärt, wie sich Depressionen bei Brustkrebsbetroffenen erkennen und behandeln lassen. Das Video finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.

Zwei Paar Füße schauen unter einer Bettdecke hervor.
Die Nebenwirkungen der Brustkrebs-Therapie können Intimität erschweren.
Bild: © ijeab, Freepik

Wenn Sie Brustkrebs haben, kann es durch die Erkrankung selbst oder die Behandlung zu Nebenwirkungen kommen, die Ihre Sexualität belasten. Vor allem der Hormonmangel durch die Antihormontherapie kann Ihre Sexualität beeinflussen. Mögliche Beschwerden sind:

  • weniger Lust auf Sex (eine verringerte Libido)
  • Scheidentrockenheit

Eventuell erleben Sie ein Jucken oder Brennen, wenn Ihr Intimbereich zu trocken ist. Das kann unangenehm sein oder sogar Schmerzen im Alltag und beim Geschlechtsverkehr verursachen. Bei zu trockener Vagina und Vulva kommt es zudem öfter zu Blasenentzündungen.

Intimität und emotionale Nähe

Lassen Sie sich helfen

Wenn Sie Probleme mit Ihrer Sexualität haben, können Sie sich an Ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte oder an eine Krebsberatungsstelle wenden. Suchen Sie sich bei Bedarf auch – allein oder als Paar – psychologische Unterstützung.

Beschwerden im Intimbereich und andere Nebenwirkungen der Brustkrebs-Therapie wie Haarverlust, Hautprobleme und die veränderte Brustform können sich negativ auf Ihr Körpergefühl auswirken. 

Vielleicht machen Sie sich Sorgen, ob Sie noch attraktiv sind, ob Ihr Körper noch "weiblich" erscheint und wie Sie ihn zeigen wollen. Diese Unsicherheit kann die Lust zusätzlich beeinträchtigen und Intimität und Nähe erschweren. In dieser Situation ist es wichtig, als Paar miteinander im Gespräch zu bleiben.

Mittel gegen Scheidentrockenheit

Sprechen Sie mit Ihrem Ärzteteam

Fragen Sie Ihren Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin, was Sie in Ihrer Situation gegen vaginale Beschwerden tun können – und wie Sie die Pflegemittel anwenden sollen. 

Gegen die Beschwerden im Intimbereich helfen meist hormonfreie Cremes und Salben sowie Feuchtigkeits- und Gleitgele. Diese Kosmetikprodukte sind unbedenklich und rezeptfrei im Drogeriemarkt oder in der Apotheke erhältlich.

Bei starker Scheidentrockenheit können Sie für den Intimbereich auch östrogenhaltige Cremes, Vaginal-Tabletten oder Vaginal-Zäpfchen verwenden. Dies gilt auch bei hormonsensiblem Brustkrebs. 

Um ein gesundes Scheidenmilieu zu fördern und Scheidentrockenheit vorzubeugen, können Sie außerdem:

  • locker sitzende Unterwäsche aus Baumwolle oder Seide tragen
  • nicht rauchen
  • Ihre sexuelle Aktivität beibehalten – Schmerzen aber vermeiden, etwa mit Hilfe von Gleitgel

Zum Weiterlesen

Mehr zu vaginalen Problemen infolge der Brustkrebstherapie erfahren Sie in unserem Ratgeber "Weibliche Sexualität und Krebs" (PDF) und in der Broschüre “Krebs und Sexualität” (PDF) der Frauenselbsthilfe.

Wenn Sie als junge Frau vor der Menopause Brustkrebs hatten, können Sie anschließend wahrscheinlich trotzdem noch Kinder bekommen. 

Zwar kann während der Chemo- oder Antihormontherapie zeitweise der Eisprung und/oder die Regelblutung ausbleiben. Die Eierstöcke erholen sich jedoch häufig innerhalb von 2 Jahren nach der Krebsbehandlung wieder. 

Fruchtbarkeitserhalt vor und während der Chemotherapie: Manchmal bleibt die Fruchtbarkeit nach einer Chemotherapie auch dauerhaft eingeschränkt. Daher kann es sinnvoll sein, vorsichtshalber bereits vor der Chemotherapie Eizellen einfrieren zu lassen. Diese Eizellen können später künstlich befruchtet werden und eine Schwangerschaft ermöglichen. 

Außerdem gibt es Medikamente, die die Eierstöcke während der Chemotherapie schützen und so die Fruchtbarkeit erhalten können.

Risiken für Mutter und Kind

Sprechen Sie mit Ihrem Ärzteteam

Fragen Sie vor Beginn Ihrer Brustkrebsbehandlung Ihr Ärzteteam, wie die Therapie Ihre Fruchtbarkeit und Familienplanung beeinflusst und welche Vorkehrungen Sie treffen können, um Ihre Fruchtbarkeit zu schützen.

Viele Brustkrebsbehandlungen können das ungeborene Kind schädigen. Während der Therapie sollten Sie daher auf eine sichere Verhütung achten und nicht schwanger werden.

Nach einer Chemotherapie sollten Sie möglichst 1 Jahr warten, bevor Sie eine Schwangerschaft planen. Nach einer Antihormontherapie sollten sie mindestens 3 Monate warten, bevor Sie schwanger werden.

Wenn Ihre Krebsbehandlung abgeschlossen ist, sind für Sie weder eine Schwangerschaft noch das Stillen gefährlich: Die hormonellen Schwankungen in dieser Zeit begünstigen keinen Rückfall – auch nicht bei hormonabhängigem Brustkrebs.

Wenn Sie eine erbliche Veranlagung für Brustkrebs haben, können Sie nach einer Krebserkrankung oft ebenfalls noch Kinder bekommen. Es kann für Sie jedoch sinnvoll sein, sich vor einer Schwangerschaft ausführlich beraten zu lassen. Sie können sich dafür unter anderem an die Zentren für Familiären Brust- und Eierstockkrebs wenden.

Antihormontherapie unterbrechen

Wenn Sie hormonabhängigen Brustkrebs haben, erhalten Sie nach der Operation noch 5 – 10 Jahre lang antihormonelle Medikamente, die ein erneutes Tumorwachstum verhindern. Diese Antihormontherapie beugt also einem Rückfall vor, kann aber für ein ungeborenes Kind schädlich sein. 

Wenn Sie schwanger werden wollen, sollten Sie diese Medikamente absetzen und erst nach der Geburt oder der Stillzeit wieder einnehmen. Fachleute empfehlen eine solche Unterbrechung der Antihormontherapie allerdings nur,

  • nach Rücksprache mit Ihrem ärztlichen Team,
  • wenn Sie die Wirkstoffe zuvor schon mindestens 18 Monaten genommen haben und
  • wenn Sie die Einnahme nach spätestens 2 Jahren fortsetzen.

Zum Weiterlesen

Mehr zum Thema Schwangerschaft bei oder nach Brustkrebs lesen Sie auf den Seiten Kinderwunsch nach Krebs und Kinderwunsch nach Krebs: Adressen, Ansprechpartner, Quellen.

Unterstützung bieten auch das Fertiprotekt Netzwerk e.V. und das BRCA-Netzwerk e.V..

Verhütung bei Brustkrebs

Wichtig zu wissen

Auch wenn Sie durch die Krebsbehandlung keine Regelblutung haben, kann es zu einem Eisprung kommen. Sie können dann trotzdem schwanger werden.

Solange Sie Medikamente oder eine Bestrahlung gegen Brustkrebs erhalten, sollten Sie nicht schwanger werden. Die Krebsbehandlung kann das ungeborene Kind gefährden und eine Unterbrechung der Behandlung birgt Risiken für Sie als Krebspatientin.

Fachleute empfehlen Patientinnen, während der Brustkrebs-Therapie mit hormonfreien Methoden zu verhüten. Als sicher und unbedenklich gelten 

  • die Kupfer-Spirale oder Kupfer-Kette,
  • Kondome und
  • Diaphragmen.
Sammlung verschiedener Verhütungsmittel.
Fachleute empfehlen Krebspatientinnen, während der Therapie mit hormonfreien Methoden zu verhüten.
Bild: © Reproductive Health Supplies Coalition, Unsplash

Von hormonellen Verhütungsmethoden wie der "Pille", dem Hormonpflaster oder der Hormonspirale wird abgeraten. Bei ihrer Anwendung steigt das Risiko, dass der Krebs zurückkommt. Eine Ausnahme ist hierbei die "Pille danach": Ihre Hormone beeinflussen den Eisprung und den weiblichen Körper nur kurzzeitig, weil sie nur einmalig nach einer Verhütungspanne eingenommen wird.

Wenn Sie Ihre Familienplanung bereits abgeschlossen haben, kommen für Sie oder Ihren Partner auch Operationen zur dauerhaften Verhütung infrage (Sterilisation).

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