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Blasenkrebs, Foto: Wikimedia Commons © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Harnblasenkrebs: Behandlung und Nachsorge muskelinvasiver Karzinome

Wenn der Tumor in die Blasenmuskulatur eingewachsen ist

Wie Blasenkrebs behandelt werden kann, hängt vor allem vom Tumorstadium ab: Ist der Tumor bereits in die Muskulatur der Blasenwand eingedrungen? Um möglichst gute Chancen auf Heilung zu haben, müssen sich viele Patientinnen und Patienten in dieser Situation auf die Entfernung der Harnblase gefasst machen. Bei der Operation können die Ärzte eine sogenannte Neoblase anlegen, unter Umständen benötigen Betroffene aber auch einen künstlichen Blasenausgang. Um die Entfernung der Blase zu vermeiden, kann man sich auch für eine Kombination aus einer kleineren Operation und einer Radiochemotherapie entscheiden. Diese Behandlung kommt jedoch nicht für alle Patienten infrage. Gelingt es nicht, den Tumor zu zerstören, muss die Blase zudem dennoch entfernt werden.

Der folgende Text bietet einen Überblick über die verschiedenen Therapien. Er richtet sich an Betroffene, ihre Angehörigen und alle Interessierten. Das Gespräch mit behandelnden Ärzten lässt sich durch Informationen aus dem Internet allerdings nicht ersetzen.

Über die Behandlung nicht muskelinvasiver Tumoren – die also oberflächlich wachsen und nicht in die Muskulatur der Blasenwand eingewachsen sind – informiert der Krebsinformationsdienst in einem eigenen Text.

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Quellen und Links

Der Krebsinformationsdienst hat bei der Erstellung dieses Textes im Wesentlichen auf die Behandlungsleitlinie deutscher Fachgesellschaften zurückgegriffen. Diese und andere verwendete Quellen sind am Ende des Textes aufgeführt. Weitere Links, Adressen und Fachinformationen bietet der Text "Mehr wissen über Harnblasenkrebs".

Muskelinvasiver Blasenkrebs: Was versteht man darunter?

Blasenkrebs sollte so früh wie möglich behandelt werden. Doch das setzt voraus, dass die Erkrankung auch entsprechend früh erkannt wird, mehr dazu hier. Ist der Tumor bereits in die Muskelschicht der Harnblase eingewachsen, sprechen Fachleute von "muskelinvasivem Harnblasenkrebs".
Diese Diagnose erhalten etwa drei von zehn Frauen und zwei von zehn Männern bereits zu dem Zeitpunkt, zu dem ein Tumor erstmals festgestellt wird. Auch Betroffene, deren Tumor nur oberflächlich wuchs und die zunächst erfolgreich behandelt werden konnten, tragen ein gewisses Risiko für einen Rückfall: Wenn die Erkrankung erneut auftritt, kann der Tumor in die Blasenwand vorgedrungen sein.
Das Erkrankungsstadium beschreiben Ärzte mit dem sogenannten TNM-System: Dabei steht T für Tumor, N für Lymphknoten, lateinisch Nodus lymphaticus, und M für Metastasen.

  • Als muskelinvasiv gelten Tumoren ab dem Stadium T2. Tumoren des Stadiums T3 haben auch das Binde- und Fettgewebe erreicht, das die Blase umgibt, und als T4 bezeichnen Ärzte einen Tumor, der bereits über die Blase hinaus angrenzende Organe befallen hat. Bei Frauen können das Gebärmutter oder Scheide sein, bei Männern zum Beispiel die Prostata. Dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Tochtergeschwulste bilden, sogenannte Metastasen.

Therapieplanung: Befunde absichern

Was ist wichtig für die Planung der richtigen Behandlung? Zunächst sollte geklärt werden, wie weit ein Tumor tatsächlich fortgeschritten ist und ob bereits Metastasen nachweisbar sind. Für Patienten mit einem muskelinvasiven Blasenkrebs steht daher nicht nur die Untersuchung der Blase bei einer Blasenspiegelung an. Weitere Untersuchungen sind eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT), bei Verdacht auf Knochenmetastasen eventuell auch eine Knochenszintigraphie. Einen Überblick bietet der Text "Blasenkrebs: Untersuchungen bei Verdacht", in dem auch die einzelnen Tumorstadien erläutert werden.

Das Wichtigste in Kürze: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Fortgeschrittene Erkrankung, aber keine Fernmetastasen: Wie sieht die Behandlung für Patienten aus, deren Tumor das Stadium T2, T3 oder T4a aufweist, bei denen aber noch keine Metastasen nachgewiesen sind (M0)? Für sie kommt die vollständige Entfernung des Tumors bei einer Operation infrage. Das bedeutet für die allermeisten Betroffenen die Entfernung der Harnblase. Eine Chemotherapie vor der Operation soll zudem das Rückfallrisiko schon vor dem Eingriff senken. Eine Chemotherapie nach der Operation ist ebenfalls möglich.

Gibt es eine Alternative zum Verlust der Harnblase? Dann kommt eine kombinierte Chemo- und Strahlentherapie infrage, der Tumor selbst wird bei einer Blasenspiegelung entfernt. Voraussetzung für die sogenannte "trimodale" Behandlung: Der Tumor ist klein genug, um sich abtragen zu lassen, und Betroffene sind bereit, eine umfängliche Nachbehandlung mit Chemotherapie und Bestrahlung auf sich zu nehmen. Dieses Verfahren bedarf zudem einer engmaschigen Kontrolle auf ein erneutes Tumorwachstum. Trotzdem kann es sein, dass die Blase dennoch entfernt werden muss, wenn die Therapie nicht anschlägt.

Für Patienten, die wegen der Krebserkrankung oder aufgrund anderer Erkrankungen eine umfangreiche Behandlung nicht verkraften, kommt auch eine alleinige Bestrahlung infrage.

Tumorabsiedlungen in Becken- oder Bauchwand oder Fernmetastasen: Wenn der Tumor bereits in die Becken- oder Bauchwand eingedrungen ist (T4b) oder gestreut hat, verzichten die Ärzte bei vielen Patienten auf eine umfängliche Operation. Weil sich Tumorzellen über die Blase hinaus im Körper ausgebreitet haben, wirken eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie besser. Eine Ausnahme wird unter Umständen bei Patienten gemacht, bei denen der Blasentumor sehr schmerzhaft ist, stark blutet oder bereits die Harnwege so verlegt, dass sich Urin bis zur Niere zurückstaut – ihnen kann eine Operation Linderung verschaffen.

  • Mehr zur Behandlung bei Metastasen ist in einem eigenen Abschnitt zusammengestellt.

Informiert entscheiden: Ansprechpartner, Arzt- und Kliniksuche, Behandlungswahl

Die Diagnose Blasenkrebs wirft viele Fragen auf: Welche Operationsmöglichkeiten bestehen? Wie kann eine künstliche Harnableitung aussehen? Gibt es Alternativen zur Blasenentfernung? Kann man nach der Therapie wieder selbständig im Alltag zurechtkommen? Wenn man noch gearbeitet hat, schafft man trotz der Krebserkrankung den Wiedereinstieg in den Beruf? Lässt sich ein Kinderwunsch noch verwirklichen?
Die wichtigsten Ansprechpartner für diese Fragen sind die behandelnden Ärzte: Sie können den vorliegenden Befund am besten einordnen.
Fachleute empfehlen: Die Behandlung muskelinvasiver Harnblasenkarzinome sollte in einem Krankenhaus durchgeführt werden, das über viel Erfahrung mit dieser Tumorart verfügt. Die dort tätigen Fachärzte müssen über die verschiedenen Techniken des Blasenersatzes und die Weiterbehandlung mit Medikamenten oder Strahlentherapie aufklären. Sie sollten auch prüfen können, ob die Blase doch noch erhalten werden kann.

Wie lebt man mit Harnblasenkrebs? Patienten in dieser Situation kann es helfen, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen: Wer selbst erkrankt war, kann Erfahrungen mit den verschiedenen Formen künstlicher Harnableitung oder einer Neoblase beisteuern, oder erzählen, wie er die gesamte Kombinationsbehandlung bei Blasenerhalt erlebt hat. Ansprechpartner findet man in den Selbsthilfegruppen vor Ort, auf deren Internetseiten und in ihren Online-Foren.

  • Adress- und Linktipps zur Arztsuche, zur Suche nach weiteren medizinischen Ansprechpartnern sowie Anlaufstellen bei Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen sind im Text "Mehr wissen über Blasenkrebs" aufgelistet.

Neue Verfahren: Teilnahme an klinischen Studien

Patienten mit muskelinvasiven Tumoren wird in spezialisierten Krebszentren oft auch die Teilnahme an einer klinischen Studie angeboten. Was bedeutet das? In klinischen Studien werden zum einen neue Verfahren erprobt, etwa neue Arzneimittel oder neue Formen des Blasenersatzes. Häufig handelt es sich aber auch um Studien, in denen die bisherige Behandlung verbessert werden soll. Ein Beispiel sind neue Kombinationen von Operation und Chemotherapie. Ein anderes Beispiel bei Blasenkrebs sind zielgerichtete Arzneimittel bei fortgeschrittener Erkrankung mit Metastasen, die das Immunsystem aktivieren. Hintergründe und eine Hilfestellung zur Entscheidung für oder gegen die Teilnahme in einer Studie hat der Krebsinformationsdienst in seinen Texten zur "Krebsforschung" zusammengestellt.

Zystektomie: Wann muss die Harnblase entfernt werden?

Die komplette Entfernung der Harnblase nennen Fachleute "radikale Zystektomie". Sie ist die Standard-Behandlung, wenn sich ein Blasentumor über die Schleimhautschichten hinaus in den Muskel des Organs ausgebreitet hat. Gelingt es, alles Tumorgewebe zu entfernen, kann die Operation zur einer langfristigen Heilung führen.

Lässt sich die Blase nicht doch ganz oder zumindest teilweise erhalten? Dazu ist in den letzten Jahren viel geforscht worden. Eine Alternative bietet die Entfernung nur des Tumors in einer Blasenspiegelung (TUR), kombiniert mit einer Radiochemotherapie. Damit lässt sich eventuell eine Heilung erzielen. Bislang machen Fachleute jedoch Einschränkungen bei dieser Therapieempfehlung: Auf eine Zystektomie sollten nur Patienten verzichten, die keine größere Operation verkraften würden, oder die eine Blasenentfernung aus anderen Gründen ablehnen. Gelingt es jedoch nicht, den Tumor zu zerstören, müssen Betroffene doch noch mit einer Zystektomie rechnen, mehr dazu in einem eigenen Abschnitt.

Haben die Ärzte nur einen einzigen Tumor festgestellt, der zwar die Muskelschicht erreicht hat, nicht aber das Fettgewebe, das die Blase umgibt (Stadium T2)? Dann kann die Operation möglicherweise auf den betroffenen Teil der Blase beschränkt und ein Teil des Organs erhalten bleiben. Weitere Voraussetzung: Der Tumor muss so liegen, dass der Blasenausgang, der sogenannte Blasenhals, nicht betroffen ist.

  • Diese Situation findet sich allerdings nur bei sehr wenigen Patienten - daher ist die Teilentfernung der Blase derzeit keine Alternative zur Standard-Operation, der Zystektomie.

Nach der Operation ist die Blase meist spürbar kleiner: Man muss deutlich häufiger zur Toilette, auch wenn sich das Organ mit der Zeit anpasst. Nach einer Teilresektion der Blase ist das Rückfallrisiko nach den bisher vorliegenden Studien nicht gering. Daher empfehlen Fachleute, sehr regelmäßig zur Nachsorge zu gehen, um weitere Tumoren rechtzeitig zu erkennen.

Radikale Zystektomie: Wie läuft die Operation ab?

Um alles Tumorgewebe sicher zu entfernen und eine weitere Ausbreitung der Erkrankung zu stoppen, bleibt bei den meisten Betroffenen nur die Entfernung des gesamten Blasengewebes, mehrerer Lymphknoten im Becken und der an die Blase angrenzenden Organe. Die Zystektomie wird unter Vollnarkose durchgeführt. Wie lange sie dauert, hängt davon ab, wie umfangreich der Eingriff geplant und welche Form der Harnableitung möglich ist. Mit mehreren Stunden müssen Betroffene und ihre Angehörigen allerdings rechnen. Bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus dauert es für die meisten Patienten zwei bis drei Wochen.

Bei der Operation selbst öffnen die Chirurgen die Bauchhöhle meist mit einem Längsschnitt. Sie trennen zunächst die Harnleiter durch, entnehmen davon Gewebeproben und entfernen Lymphknoten, die in der Nähe der Harnblase liegen. Dabei versuchen sie die für die Sexualfunktion und die Kontinenz wichtigen Nerven nach Möglichkeit nicht zu verletzten.

  • Bei Männern entfernen die Urologen dann außer der Harnblase zusätzlich Prostata und Samenbläschen. Männer, die noch Kinder zeugen möchten, sollten sich deshalb vor dem Eingriff erkundigen, ob die Einlagerung von Sperma möglich ist, mehr dazu hier.
  • Bei Frauen entnehmen die Operateure in der Regel die Harnblase, die Gebärmutter, beide Eierstöcke und Eileiter sowie einen Teil der Scheidenwand, je nach Tumorausbreitung. Bei jüngeren Frauen vor den Wechseljahren wird, wenn irgend möglich, ein Eierstock belassen: Man hofft, so die natürliche Hormonproduktion zu erhalten.
    Ein eigenes Kind auszutragen, ist Blasenkrebspatientinnen nach der Entfernung der Gebärmutter jedoch nicht mehr möglich, mehr dazu hier.
  • Ist die Harnröhre befallen? Je nach Situation kann dies noch während der Operation anhand einer Gewebeuntersuchung geprüft werden. Dann fällt die Entscheidung, ob sie ebenfalls zusammen mit der Blase entnommen werden muss. Über diese Möglichkeit wird man von den Operateuren vorab aufgeklärt.

Dann legen die Ärzte den dauerhaften neuen Weg der Harnableitung. Hier gibt es mehrere Alternativen: Bei der Planung spielt eine wichtige Rolle, wie gut man als Betroffener langfristig mit der jeweils notwendigen Versorgung zurechtkommen wird. Ist ein künstlicher Ausgang, Stoma genannt, für die Harnableitung geplant, wird dessen genaue Position bereits vor der Operation festgelegt. Dabei lassen sich eigene Wünsche berücksichtigen. Die verschiedenen Möglichkeiten sind im Abschnitt "Künstliche Harnableitung" dargestellt.

Im Labor untersuchen Pathologen nach der Operation, ob das entnommene Gewebe und die Lymphknoten Tumorzellen enthalten. Sind die Schnittränder nicht krebsfrei oder sind viele Lymphknoten befallen, ist dies ein Hinweis darauf, dass die Erkrankung bereits fortgeschritten ist und sich Krebszellen auch auf Bereiche außerhalb der Blase ausgebreitet haben.

"Schlüsselloch-Operation" und "Roboter-Chirurgie"

Lassen sich die Harnblase und umgebendes Gewebe auch über eine Bauchspiegelung entfernen, ohne großen Bauchschnitt, mit schnellerer Wundheilung, aber ebenso sicher?
Wegen der kleinen Operationswunden werden diese Verfahren oft als "Schlüsselloch"-OP bezeichnet. Es gibt Kliniken, die eine solche laparoskopische Operation anbieten.
Bei einer Weiterentwicklung der laparoskopischen Operation überträgt der Chirurg seine eigenen Handbewegungen auf ein System von Roboterarmen: So kann er sehr viel sicherer agieren und auch kleinste Strukturen angehen, trotz des eingeschränkten Sichtfelds bei einer Bauchspiegelung. Nach dem Markennamen des meist genutzten technischen Systems wird diese Operation meist als "da Vinci®"-Laparoskopie bezeichnet.

  • Beide Verfahren – sowohl die "Schlüsselloch-OP" als auch die "Roboter-Chirurgie" sind mittlerweile etabliert. Der Erfolg und damit auch die langfristigen Heilungschancen hängen aber von der Behandlungserfahrung der Klinik und des Operateurs ab. Einen Hinweis darauf bieten die Behandlungszahlen, auch Fallzahlen genannt, der jeweiligen Einrichtung.

Wichtig für Patienten ist die ausreichende Information über die Vor- und Nachteile in ihrer ganz persönlichen Situation. Ob die Krankenkasse eventuelle Mehrkosten dieser Eingriffe trägt, sollte ebenfalls rechtzeitig geklärt werden.

Nach dem Eingriff: Risiken rund um die Operation

Eine radikale Zystektomie ist ein belastender Eingriff. Patienten benötigen im Anschluss ausreichend Erholungszeit. Für ältere Patienten, die schon vor der Blasenkrebserkrankung körperlich eingeschränkt waren, kann es lange dauern, bis sie wieder annähernd so belastbar wie vor der Operation sind. Um Patienten möglichst gut durch diese Zeit zu helfen, hat sich in spezialisierten Krebszentren eine sehr intensive Betreuung durchgesetzt, das sogenannte Fast-track-Konzept: Ärzte, Pflegefachkräfte und alle weiteren an der Behandlung Beteiligten entwickeln Pläne, die Belastungen möglichst gering und den allgemeinen Gesundheitszustand der Patienten so gut wie möglich zu halten.
Dazu gehört zum Beispiel, möglichst innerhalb von 24 Stunden nach der Operation die Magensonde zu entfernen, auf eine sogenannte parenterale Ernährung zu verzichten, bei der eine Lösung mit Nährstoffen über eine Infusion verabreicht wird, und eine der Krebsbehandlung angepasste Ernährungsberatung, bei Bedarf auch eine Ernährungstherapie anzubieten – wenn notwendig, sogar schon vor der Operation. Außerdem werden die Narkoseverfahren individuell abgestimmt. Eine gute Schmerztherapie soll es Patienten zudem ermöglichen, sich so früh wie möglich nach dem Eingriff wieder selbständig zu bewegen. Auch eine angepasste Physiotherapie trägt dazu bei. So soll dem körperlichen Abbau und dem steigenden Risiko von Infektionen und anderen Komplikationen durch langes Liegen vorgebeugt werden. Die eigentliche Erholung soll bereits im Krankenhaus einsetzen, nicht erst in der Rehabilitationsphase. Fachleute sprechen auch von "Frührehabilitation".

Verbesserte Operationstechniken haben dazu geführt, dass unerwünschte Nebenwirkungen und Risiken der OP geringer ausfallen als früher. Dennoch sind manche nicht vermeidbar – das Risiko ist selbst bei größter Sorgfalt der Operateure nie gleich Null. Dazu gehören etwa Blutungen oder Wundinfektionen.

Nach Zystektomien sind insbesondere Infektionen der verbleibenden Harnwege bis hin zu den Nieren möglich. Bei entsprechender Behandlung klingen diese zwar meist rasch ab. Da viele Betroffene mit Blasenkrebs bereits in fortgeschrittenem Alter sind und noch weitere gesundheitliche Probleme haben, gilt jede Infektion aber als besonderes Risiko.

Nach dem Eingriff: Mögliche langfristige Folgen

Es gibt jedoch – außer den unmittelbaren Folgen der künstlichen Harnableitung – noch weitere und langfristige Folgen der Zystektomie, auf die sich Betroffene einstellen müssen. Wie hoch das jeweilige Risiko ist, hängt vom Umfang der Operation ab – Auskünfte können daher am ehesten die behandelnden Ärzte geben.

Lymphödeme
Um die Tumorausbreitung in Becken und Bauchraum zu stoppen, werden meist mehrere Lymphknoten entfernt. Damit ist jedoch auch ein größerer oder kleinerer Teil des Lymphsystems unterbrochen, das den Unterleib und die Beine versorgt. Wird Gewebeflüssigkeit nicht schnell genug und nicht ausreichend abtransportiert, tragen Patienten ein gewisses Risiko für ein sogenanntes Lymphödem: eine Gewebeschwellung, die sich durch Hochlagern oder Schonung nicht vollständig bessert. Anzeichen sind Schwellungen eines oder auch beider Füße und Knöchel. Bei einem ausgeprägten Lymphödem sind die gesamten Beine und der Unterleib mit betroffen.

Sexualität, Kinderwunsch
Bei vielen Frauen erlauben es verbesserte Operationstechniken heute, Harnröhre und einen großen Anteil der Scheide zu erhalten. Bei jüngeren Frauen versuchen die Ärzte zudem, mindestens einen Eierstock zu belassen, damit die Hormonproduktion anhält und die Wechseljahre nicht verfrüht einsetzen. Eigene Kinder austragen können Frauen wegen der Entfernung der Gebärmutter jedoch nicht mehr. Lässt es sich nicht vermeiden, die Scheide mit zu operieren, werden die Chirurgen versuchen, die Vagina zu rekonstruieren.
Männern, denen die Prostata und die Samenblasen mit entfernt wurden, fehlt die Samenflüssigkeit: Eine Ejakulation ist nicht mehr möglich. Patienten, die noch Kinder zeugen möchten, sollten sich vor der Operation nach Möglichkeiten erkundigen, Sperma einzulagern.
Ob die Fähigkeit zur Erektion und zum Orgasmus erhalten bleiben kann, hängt von der Tumorausbreitung und von der jeweils notwendigen Operationstechnik ab: Nie ganz ausgeschlossen sind dauerhafte Verletzungen der Nerven und Blutgefäße, die die Gliedsteife ermöglichen. Betroffene müssen dann damit rechnen, dass ihnen Geschlechtsverkehr nicht mehr möglich ist. Abhilfe können eventuell Medikamente oder geeignete medizinische Hilfsmittel schaffen. Wie hoch das Risiko ist und was sich dann konkret tun lässt, hängt jedoch von der individuellen Situation ab: Ansprechpartner sind daher die behandelnden Ärzte.

Welche Auswirkungen eine Krebserkrankung auf Partnerschaft, körperliche Intimität und Kinderwunsch haben kann, darauf gehen folgende Texte und Broschüren des Krebsinformationsdienstes näher ein:

Von Neoblase bis Stoma: Wie funktioniert die Harnableitung nach Blasenentfernung?

Wie gelangt der Urin aus dem Körper, wenn die Harnblase fehlt? Heute gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Urin auf andere Weise abzuleiten. Und bei nicht wenigen Patienten lässt sich die Speicherfunktion der Blase zumindest teilweise ersetzen. Grob zusammengefasst werden alle als "künstliche Harnableitung" bezeichnet. Welches Verfahren jeweils in Betracht kommt, ist abhängig davon,

  • wie weit fortgeschritten die Erkrankung ist und wie umfangreich operiert werden muss,
  • wie die Ärzte den Allgemeinzustand eines Betroffenen einschätzen und was ihm an belastenden Eingriffen zugemutet werden kann.

Wichtig ist aber vor allem, was man sich selbst als Patient wünscht und womit man im Alltag voraussichtlich am besten leben kann.

Eine grundsätzliche Frage ist wichtig für die Planung: Wird es gelingen, eine sogenannte trockene Harnableitung zu schaffen? Das bedeutet, man kann den Urinabgang weiter selbst kontrollieren und ist im günstigsten Fall "kontinent", selbst wenn die Blase fehlt. Die entsprechenden Operationsverfahren sind jedoch aufwändig und körperlich nicht selten sehr belastend. Und nicht allen Patienten gelingt es im Alltag, wirklich zufriedenstellend mit der Versorgung einer "Neoblase" oder eines "Pouches" zurechtzukommen.
Bei einer "nassen" oder "inkontinenten" Ableitung fließt der Urin aus einer Öffnung in der Bauchdecke kontinuierlich ab und wird in einem Sammelbeutel aufgefangen. Dies hört sich zunächst schlimmer an, als es Betroffene langfristig im Alltag erleben: Dank moderner Versorgungssysteme merken andere Menschen von der Situation in der Regel nichts. Hinzu kommt: Die entsprechenden Operationsverfahren sind meist weniger belastend. Sie sind auch für Patienten möglich, deren Erkrankung bereits sehr weit fortgeschritten ist, oder deren Allgemeinzustand umfangreiche andere Eingriffe nicht zulässt.

"Trockene" Harnableitungen

Neoblase
Ist die Harnröhre frei von Tumorzellen und kann sie erhalten bleiben? Ist der Allgemeinzustand gut genug, um eine umfängliche Operation zu rechtfertigen, und gibt es keine Darmerkrankungen? Dann kann man eine Ersatzblase aus einem längeren Stück Dünndarm oder aus Dünndarm und Dickdarm erhalten, eine sogenannte Neoblase.
Das entnommene Darmstück schließen die Operateure als Harnreservoir wieder an: zur Niere hin an die Harnleiter und für den Abfluss des Urins an den erhalten gebliebenen Teil der Harnröhre. Es gibt mehrere Varianten, meist benannt nach dem entwickelnden Operateur (zum Beispiel Hautmann, Studer) oder dem Standort des jeweiligen Klinikums (zum Beispiel Mainz, Ulm, Indiana).
Ist die Wundheilung abgeschlossen, können Betroffene mit der Neoblase wieder ganz normal auf die Toilette gehen.
Es gibt jedoch Unterschiede zu vorher, weil das Darmgewebe die Funktion der Blase nicht vollständig ersetzt: Patienten spüren nicht, wenn das Reservoir voll ist. Sie müssen daher die neue Blase in regelmäßigen Abständen entleeren, je nach Flüssigkeitsaufnahme mindestens alle drei bis vier Stunden. Auch läuft der Urin nicht ohne weiteres ab, man muss mit der Bauchmuskulatur pressen, um die Neoblase möglichst vollständig zu entleeren.
Zur Sicherheit lernen Patientinnen und Patienten, wie sie sich selbst einen Katheter einführen und den Urin ablaufen lassen können, wenn die Entleerung nicht klappt. Nur so lässt sich einer Überdehnung des Reservoirs und einem Rückstau von Urin bis in die Niere vorbeugen. Auch das Risiko von Harnwegsinfekten sinkt, wenn die Neoblase regelmäßig und möglichst vollständig entleert wird. Andererseits belasten das Pressen und die Katheterisierung den Schließmuskel. Es bleibt ein Restrisiko, nicht vollständig kontinent zu sein: Etwa acht bis zehn von hundert Patienten mit einer Neoblase verlieren tagsüber ungewollt Urin. Nachts sind es etwa zwanzig bis dreißig von hundert Patienten.

Harnableitung über die Haut
Bei der "kutanen Harnableitung" bilden die Operateure aus Darmteilen im Bauchraum ein Reservoir, von Fachleuten "Pouch" genannt. Der Pouch wird jedoch nicht an die verbliebene Harnröhre angeschlossen, sondern endet mit einer Art Auslassventil im Bereich des Nabels ("Bauchnabelblase" kontinente Urostomie).

Genutzt wird als Harnreservoir oft der Blinddarm, aber auch andere Darmteile sind möglich. In dieses Reservoir werden die von der Niere ausgehenden Harnleiter eingenäht. Als letzten Schritt schaffen die Chirurgen einen Ausgang durch die Bauchdecke, etwa im Bereich des Nabels. Diese Hautöffnung schließt dicht: Aus Darmteilen wird eine Art Ventil konstruiert. Es schließt umso dichter, je mehr sich der Pouch füllt und auf den künstlichen Ausgang drückt. Diese Form der Harnableitung wird daher auch als "trockenes" Urostoma bezeichnet. Gelingt die Operation, benötigen Patienten keinen Urinbeutel zum Auffangen des Urins. Dies ist laut Fachliteratur bei etwa 93 von 100 Betroffenen der Fall.
Auch für sie gilt allerdings: Das Gefühl dafür fehlt, wie voll das Reservoir ist. Die regelmäßige Entleerung mit einem Einmalkatheter ist wichtig, um einer Überdehnung des Pouches und einem Rückstau in die Niere vorzubeugen. Diese Katheterisierung erfordert etwas Geschick und gute Hygiene, um ungewollte Verletzungen und Infektionen zu vermeiden.

Ureterosigmoidostomie
Bei der sogenannten Ureterosigmoidostomie verbinden die Operateure beide von der Niere ausgehenden Harnleiter (Ureter) mit dem Sigma, dem letzten Abschnitt des Dickdarms vor dem Mastdarm. Patienten scheiden Urin dann zusammen mit dem Stuhl über den After aus. Dieses Verfahren wird auch als "Mainz Pouch 2" bezeichnet.
Um mit dieser Form der Harnableitung kontinent zu sein und den Abgang kontrollieren zu können, müssen die Schließmuskeln im After die zusätzliche Belastung verkraften können. Mit steigendem Alter lässt allerdings bei vielen Menschen die Kraft der Schließmuskulatur nach, was zu Problemen mit der Kontinenz führt. Patienten mit dieser Form der Harnableitung tragen außerdem ein gewisses Risiko für Zweittumoren an der Nahtstelle zwischen Harnleiter und Darm. Dieses Verfahren der Harnableitung hat daher heute an Bedeutung verloren.

"Nasse" Harnableitungen

Conduit
Bei einem "Conduit" wird der Urin aus den Harnleitern zu einer Öffnung in der Bauchdecke geleitet, einem Stoma – allerdings nicht direkt, sondern über ein ausgeschaltetes Darmstück. Auf die aufwändige chirurgische Konstruktion eines "Ventils" verzichten die Ärzte allerdings. Je nachdem, welcher Teil des Darmes verwendet wird, nennen Fachleute diese Form der Harnableitung Ileum-Conduit (aus Dünndarm, auch "Bricker-Conduit") oder Kolon-Conduit (Colon-Conduit, aus Dickdarm). Bei einem Conduit sickert kontinuierlich Urin aus der Bauchöffnung, daher auch die Bezeichnung "nasses Stoma". Um die Öffnung am Bauch klebt man deshalb eine dicht schließende Platte, auf der ein Urinbeutel befestigt wird. Die tägliche Versorgung eines nassen Stomas fällt vielen Patienten insgesamt leichter als das Katheterisieren eines trockenen Stomas. Auch entfällt das Risiko eines Urinrückstaus in die Nieren weitgehend.

Harnleiter-Haut-Fistel
Die einfachste Form der Harnableitung ist die Ableitung direkt vom Harnleiter zur Bauchdecke. Diese Harnleiter-Haut-Fistel wird auch "Ureterokutaneostomie" genannt. Die Methode kommt vor allem für Patienten infrage, deren Erkrankung bereits weit fortgeschritten ist, oder denen aufwändige Operationen nicht zugemutet werden können. Allerdings verengt sich bei vielen Betroffenen die künstlich geschaffene Öffnung mit der Zeit durch narbiges Gewebe. Dann legt der Urologe über das Stoma einen Katheter, um das Abfließen des Urins zu ermöglichen.

Schulung, Versorgung im Alltag

Noch im Krankenhaus werden Patienten im Umgang mit der künstlichen Harnableitung geschult, unabhängig davon, ob es sich um eine Neoblase, ein "trockenes" oder ein "nasses" Stoma handelt. Ansprechpartner sind die Pflegefachkräfte auf der Station, die in spezialisierten Kliniken und Reha-Einrichtungen oft auch eine Weiterbildung zum "Stomatherapeuten" absolviert haben.
Ist absehbar, dass ein Patient nach der Entlassung nach Hause Unterstützung bei der Versorgung eines Urostomas oder beim Umgang mit einer Neoblase benötigt? Dann können auch pflegende Angehörige in die Schulung mit einbezogen werden. In dieser Situation sollte man sich allerdings nicht scheuen, rechtzeitig nach professioneller Hilfe durch einen Pflegedienst zu fragen, möglichst noch von der Klinik aus. Bei der Organisation können die Kliniksozialdienste helfen.
Die Pflege selbst und die notwendigen Hilfsmittel für zuhause verordnet der Arzt, der die Nachbetreuung übernehmen wird. Die Krankenkassen übernehmen einen großen Teil der Kosten. Sie bieten meist auch Beratung zur Pflegeorganisation an. Vertragspartner der Krankenkassen oder beauftragte Sanitätshäuser liefern die Hilfs- und Pflegemittel und helfen bei der Auswahl geeigneter Produkte. Weitere Informationen bietet der Text "So wird häusliche Krankenpflege organisiert: Ansprechpartner".

Langfristige Risiken einer künstlichen Harnableitung

Bei allen Formen der kontinenten, also "trockenen" Harnableitung besteht ein gewisses Risiko, dass vorübergehend oder auch langfristig doch Urin unkontrolliert abgeht. Patienten mit einer Neoblase oder einer kontinenten Urostomie können außerdem Probleme bekommen, das Urinreservoir aus Darmteilen ausreichend zu entleeren. Ansprechpartner ist der behandelnde Arzt. Er kann prüfen, ob dahinter körperliche Veränderungen stehen, die sich behandeln lassen: etwa ein Bauchwand- oder Narbenbruch, oder aber Narbenbildungen und Verhärtungen des Gewebes, die zu einer sogenannten Stenose führen, einer Verengung der neuen Harnwege oder des Stomas.

Auch auf Anzeichen für eine Infektion muss man achten: Bei Symptomen wie ungewöhnlichem Geruch des Urins, Unwohlsein oder Fieber darf man mit dem Arztbesuch nicht warten. Durch die veränderte anatomische Situation bleiben Patientinnen und Patienten nach Harnblasenkrebs besonders anfällig für Keime. Erschwerend kommt hinzu: erste sonst übliche Warnzeichen wie Brennen oder leichte Schmerzen nimmt man nicht mehr wahr.

Was kann man selbst tun? Zur Vorbeugung hilft viel Trinken. Bei anderen Hausmitteln gegen Entzündungen sollte man eher vorsichtig sein und nichts ohne Rücksprache mit dem Arzt einsetzen.

Patienten, bei denen Darmanteile zur Rekonstruktion der Harnwege verwendet wurden, haben außerdem ein gesteigertes Risiko für Harnsteine und Störungen im Elektrolyt- oder Salzhaushalt des Körpers. Haben die Ärzte größere Anteile des Dünndarms verwendet, kann auch die Verwertung von Vitamin B12 aus der Nahrung beeinträchtigt sein. Auch hier gilt: Produkte, die man selbst kaufen kann, etwa Mineraltabletten oder Vitaminpräparate, sind zum Ausgleich nicht geeignet. Was jeweils hilft und wie viel man davon benötigt, hängt von der individuellen Situation ab und sollte mit dem Arzt besprochen werden.

Ein "nasses" Stoma erfordert sorgfältige Hautpflege: Auch wenn die heute verwendeten Materialien zur Stomaversorgung sehr gut hautverträglich sind, kann es doch durch Urin, Allergien auf die Klebebeutel oder mechanische Reizung zu Hautschäden kommen. Hier helfen Stomatherapeuten und andere spezialisierte Pflegekräfte weiter, auch die Stomaberater in Sanitätshäusern. Viele praktische Tipps erhält man über die genannten Selbsthilfegruppen im letzten Textteil.

Neoadjuvante und adjuvante Chemotherapie bei Zystektomie: Lässt sich das Rückfallrisiko senken?

Karzinome der Harnblase sind vergleichsweise empfindlich gegenüber Zytostatika, den Medikamenten für eine Chemotherapie. Wächst ein Tumor noch oberflächlich und ist nicht ins Muskelgewebe der Blase vorgedrungen, können die Medikamente direkt in die Blase gegeben werden, wie eine Art Spülung. Bei muskelinvasiven Karzinomen reicht dies nicht aus: Um zu verhindern, dass sich die Erkrankung ausbreitet, empfehlen Ärzte betroffenen Patienten eine Chemotherapie als Infusion in eine Vene.

  • Die Behandlung kann vor der Operation oder nach der Operation durchgeführt werden.

Eine vorgeschaltete Behandlung bezeichnen Fachleute als neoadjuvante Chemotherapie. Erfolgt die Chemotherapie nach der Operation, wird sie "adjuvant" genannt. In Studien konnte gezeigt werden, dass mit einer solchen ergänzenden Behandlung zur Zystektomie nach etwa fünf Jahren noch mehr Patienten am Leben sind als ohne.

Die Operation selbst können die Arzneimittel jedoch nicht ersetzen: Eine alleinige Chemotherapie reicht zur Heilung nicht aus. Nur wenn bereits bei einer vorangegangenen Blasenspiegelung der Tumor schon völlig entfernt werden konnte, kann auf eine Zystektomie eventuell verzichtet werden – dann ist allerdings eine weitere Bestrahlung wichtig, mehr dazu im Abschnitt "Gibt es Alternativen zur Zystektomie?". Daher wird während der Chemotherapie auch regelmäßig geprüft, wie sich der Tumor verhält. Wenn er nicht auf die zytostatischen Medikamente anspricht, muss die Behandlung neu geplant werden.

Die Chemotherapie bietet mehr Sicherheit vor einem Rückfall, hat allerdings auch deutliche Nebenwirkungen. Die beste Wirkung zeigen Medikamentenkombinationen, die auch den Wirkstoff Platin enthalten. Wegen ihrer Nebenwirkungen ist gerade diese Behandlung aber bei vielen Patienten mit Blasenkrebs ausgeschlossen: Wenn der Harnabfluss durch die Erkrankung gestört ist, wenn dadurch die Nieren schlecht arbeiten oder chronische Entzündungen vorliegen, sollten platinhaltige Zytostatika nicht verwendet werden.
Patienten können zwar eventuell auf andere Medikamente ausweichen. Trotzdem bleibt die Therapie belastend: Geht es einem Patienten aufgrund seiner Erkrankung oder aufgrund anderer Einschränkungen nicht gut, so spricht dies eher gegen eine Chemotherapie.

  • Die Abwägung, ob der Nutzen der neoadjuvanten oder adjuvanten Behandlung die Nebenwirkungen rechtfertigt, ist nicht einfach.
  • Fachleute empfehlen Betroffenen, die Möglichkeit der Behandlung auf jeden Fall mit den behandelnden Ärzten zu diskutieren. Die Entscheidung sollte man gemeinsam mit den Ärzten aber nur ganz auf die eigene Situation ausgerichtet treffen.

Zur Behandlung muss man in der Regel nicht stationär ins Krankenhaus. Patienten, die sich für eine neoadjuvante oder adjuvante Chemotherapie entscheiden, kommen täglich oder in anderen, festgelegten Abständen zur Infusion in die Ambulanz eines Krankenhauses oder eine spezialisierte Arztpraxis. Dann folgen einige Tage Pause, bevor der nächste "Zyklus" beginnt. Insgesamt dauert die Behandlung je nach Schema meist mehrere Wochen, sofern der Tumor auf die Medikamente anspricht.

Chemotherapie und Strahlentherapie nach Tumorentfernung: Gibt es Alternativen zur Zystektomie?

Gibt es Alternativen zur Zystektomie, lässt sich die Harnblase nicht doch erhalten? Für manche Patienten kann ein sogenanntes "trimodales" oder "multimodales Therapiekonzept" infrage kommen. Übersetzt heißt das: drei Therapieverfahren werden miteinander kombiniert. Die Behandlung kann zu einer vollständigen Heilung führen, sie ist insgesamt jedoch belastend.

Bei der trimodalen Therapie wird der Harnblasentumor zunächst durch eine transurethrale Resektion (TUR) entfernt. Voraussetzung: Der Tumor ist klein genug, um mit dieser oberflächlichen Abtragung vollständig entfernt zu werden. Wie dieser Eingriff abläuft, ist im Text "Nicht muskelinvasive Harnblasenkarzinome" geschildert.

An diese TUR schließen sich eine Bestrahlung und eine Chemotherapie an – nur mit dieser kombinierten Radiochemotherapie lässt sich das Risiko eines Rückfalls ausreichend senken. Für die Behandlung muss man körperlich ausreichend fit sein, da sich die Nebenwirkungen gegenseitig verstärken. Möglich Nebenwirkungen sind unter anderem erschwertes Wasserlassen und vermehrter Harndrang, auch nachts. Außerdem lässt sich eine Entzündung des Enddarms infolge der Therapie nicht auszuschließen, die zu Durchfall führt. Langfristig kann sich eine sogenannte Fibrose der Blase entwickeln, bei ausgeprägter Form auch als "Schrumpfblase" bezeichnet: Das Blasengewebe wird weniger elastisch und auch empfindlicher. Man muss häufiger auf die Toilette, weil das Organ nicht mehr so viel Urin aufnehmen kann, auch das Risiko für Blasenentzündungen steigt.

Nach der Behandlung zum Blasenerhalt sind regelmäßige Nachsorgetermine sehr wichtig, damit eine erneute Tumorbildung nicht unerkannt bleibt: Nicht wenige Patienten müssen damit rechnen, dass ihnen die Therapie keine ausreichende Sicherheit bietet, etwa weil noch Tumorreste verbleiben. Dann bringt auch ihnen nur die Zystektomie, die Entfernung der Blase, Aussichten auf Heilung.

Wenn eine Operation nicht infrage kommt: Alleinige Strahlentherapie

Eine alleinige Chemotherapie ist keine Alternative zur Operation. Etwas anders sieht der Stellenwert der alleinigen Bestrahlung aus. Sie bietet manchen Patienten eine Alternative zu einer Operation: wenn ihr Allgemeinzustand schlecht ist und eine Operation eine zu große Belastung darstellt, oder wenn andere Erkrankungen einen ausgedehnten Eingriff unmöglich machen.

Die Bestrahlung kann bei den meisten Patienten ambulant durchgeführt werden. Die gesamte Strahlendosis wird nicht auf einmal gegeben, sondern auf mehrere Sitzungen verteilt. Der Fachbegriff dafür lautet Fraktionierung. Insgesamt zieht sich die Behandlung über mehrere Wochen hin.
Typische Nebenwirkungen sind Rötungen der Haut im Strahlenfeld, auch die Blasenschleimhaut selbst kann mit Entzündung reagieren. Zwar vergleichsweise selten, aber möglich sind langfristige Schäden: Die Blasenschleimhaut kann sich verhärten und vernarben.
Wie eine Radiotherapie abläuft und was man gegen typische Nebenwirkungen tun kann, hat der Krebsinformationsdienst im Text "Strahlentherapie und Nuklearmedizin: Häufige Fragen zur Behandlung und ihren Nebenwirkungen" zusammengestellt.

Rückfall und Metastasen: Wie lassen sich Beschwerden lindern und die Lebensqualität erhalten?

Auch wenn die Erkrankung zunächst erfolgreich behandelt wurde: Bei einem Teil der Patienten mit einem muskelinvasiven Harnblasenkarzinom kommt es zu einem Rückfall. Dann steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Tumor weiter ausbreitet.
Wie hoch ist das Risiko für einen Rückfall nach einem muskelinvasiven Blasenkarzinom? Wie sieht dann die Prognose aus?

  • Pauschale Aussagen dazu sind kaum möglich. Das Risiko hängt vor allem vom Stadium der Erkrankung ab. Beste Ansprechpartner sind die behandelnden Ärzte: Sie kennen alle Befunde und können sie mit aktuellen Daten aus Studien zu Behandlungsaussichten vergleichen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Patientinnen und Patienten können eventuell erneut operiert werden, aber nur, falls der Tumor weiter auf die Harnwege begrenzt ist, zum Beispiel auf die Restblase oder auf die verbliebenen Harnleiter.

Was tun, wenn der Tumor auf Lymphknoten übergegriffen hat, oder wenn sich Fernmetastasen außerhalb der Harnwege gebildet haben?
Auch Lymphknotenmetastasen und einzelne, gut zugängliche Fernmetastasen lassen sich unter Umständen noch operativ entfernen. Voraussetzung ist aber eine Vorbehandlung mit einer Chemotherapie, bei der sich die Tumoren deutlich verkleinern. Solche erneuten Eingriffe belasten jedoch auf jeden Fall: Sie sind nur möglich für Betroffene, die in guter körperlicher Verfassung sind. Die Erfolgsaussichten lassen sich derzeit nur eingeschränkt beurteilen.

Für die meisten Patienten mit Fernmetastasen in anderen Organen und Geweben scheidet eine Operation mit heilender Absicht aus. Das Tumorgewebe ließe sich nicht vollständig entfernen.
Um die Krankheit in Schach zu halten, sind andere Therapieverfahren wichtiger, die im ganzen Körper wirken: Dazu gehören vor allem die Chemotherapie. Bei Betroffenen mit Knochenmetastasen sind sogenannte Bisphosphonate und Antikörper wichtig, die in den Knochenstoffwechsel eingreifen. Auch gezielte Bestrahlungen können helfen: Sie wirken zum Beispiel bei Knochenmetastasen schmerzlindernd, sie können aber auch gegen Tumorblutungen helfen. Je nach Situation lassen sich die einzelnen Behandlungsverfahren auch kombinieren.

Krebsforschung: Neue Verfahren, experimentelle Methoden

Für Betroffene mit fortgeschrittener Blasenkrebserkrankung bietet sich eventuell auch die Möglichkeit, an einer klinischen Studie teilzunehmen: Das können klinische Prüfungen von neuen Arzneimitteln sein, oder auch Studien mit Wirkstoffen, die sich bereits bei anderen Tumorarten bewährt haben. Außerdem gibt es Studien, in denen bereits bekannte Verfahren in neuen Kombinationen geprüft werden.

Ein Beispiel für Medikamente, die in Studien getestet werden, aber in Deutschland für Harnblasenkrebs noch keine Zulassung haben, sind sogenannte Immuncheckpoint-Inhibitoren. Der komplizierte Begriff bezeichnet Arzneimittel, die eine körpereigene Immunreaktion gegen die Tumorzellen ermöglichen. Sie wirken dabei anders als zum Beispiel der Bacillus Calmette-Guerin (BCG), der im weiteren Sinn auch eine Immuntherapie darstellt. Und sie sind auch nicht zu verwechseln mit Tumorimpfungen. Bisherige Studienergebnisse sind vielversprechend. Doch es hat sich auch gezeigt, dass die modernen Medikamente nicht allen Betroffenen helfen können. Und sie haben wie andere Arzneimittel auch Nebenwirkungen, weil das Immunsystem sich auch gegen gesunde Gewebe richten kann.

Wie entscheiden bei fortgeschrittener Krebserkrankung?

Was jeweils die richtige Therapie ist, hängt auch davon ab, was man als Patientin oder Patient gut verträgt: Die Lebensqualität steht an erster Stelle. Ist eine Behandlung sehr belastend und reagiert der Tumor trotzdem nur wenig? Dann kann es sinnvoll sein, nicht jeden theoretisch denkbaren Therapieschritt zu versuchen.

Das heißt jedoch nicht, dass Ärzte für Betroffene in dieser Situation nichts mehr tun können. Die sogenannte palliative Therapie ist darauf ausgerichtet, Beschwerden zu lindern. Dazu kann eine gute Schmerztherapie gehören. Es kann aber auch dazu gehören, niedrig dosierte Arzneimittel zur Chemotherapie einzusetzen, um Schmerzen zu lindern, oder zum Beispiel Blutungen im Harntrakt durch eine niedrig dosierte Bestrahlung zu stoppen. Verlegt oder verengt der Tumor die Harnwege, können kleine Eingriffe nötig werden, damit man wieder Urin ausscheiden kann. Entscheidend ist, was man ganz aktuell benötigt.

  • Die Behandlung wird bei einer fortgeschrittenen Krebserkrankung immer den aktuellen Problemen angepasst. Das kann auch bedeuten, bereits begonnene Behandlungen zu hinterfragen und bei Bedarf zu ändern. Was man selbst möchte, was man bereit ist mitzutragen und was nicht, spielt bei allen Entscheidungen die wichtigste Rolle.

Mit einer fortschreitenden Krebserkrankung zu leben, ist nicht einfach. Für Betroffene, aber auch für ihre Angehörigen ist es wichtig, sich rechtzeitig Unterstützung zu suchen. Das kann die psychische und seelische Verarbeitung der Situation betreffen: Einen Überblick bieten die entsprechenden Texte der Rubrik "Krankheitsverarbeitung". Mögliche Ansprechpartner hat der Krebsinformationsdienst außerdem im Informationsblatt "Psychoonkologische Hilfe bei Belastungen" zusammengestellt, zum Laden, Lesen und Ausdrucken als PDF.

Unterstützung kann aber auch wichtig sein, wenn es um die konkrete Versorgung zuhause geht: Wie man alles Notwendige organisiert und wer dabei hilft, erläutert eine Übersicht im Text "Häusliche Krankenpflege". Mehr zur Pflege und Betreuung bei einer fortgeschrittenen Krebserkrankung bietet außerdem das gleichnamige Informationsblatt als PDF.

Rehabilitation: Was gibt Kraft für den Alltag?

Die Behandlung eines muskelinvasiven Blasentumors ist belastend. Die körperliche wie die psychische Erholung und je nach Situation auch die Anpassung an die neue Harnableitung benötigen Zeit. Um trotz Erkrankung den gewohnten Alltag wieder meistern zu können, haben Krebspatienten Anspruch auf Rehabilitation. Jüngeren Erkrankten soll eine Rehabilitation nach Möglichkeit auch die Rückkehr in den Beruf erleichtern.

Heute üblich ist die Anschlussrehabilitation oder AHR (früher Anschlussheilbehandlung, AHB): Sie schließt sich unmittelbar an die Akutbehandlung an. Patienten, für die dies nicht möglich ist, können die "Reha" aber auch zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.
Bei dem meist dreiwöchigen Aufenthalt in einer spezialisierten AHR-Klinik erhalten Krebspatienten vielfältige Angebote, über die rein medizinische Betreuung hinaus: Geübt wird der Umgang mit der jeweiligen künstlichen Harnableitung, also zum Beispiel das Versorgen eines Stomas. Patientinnen und Patienten, bei denen die Blase erhalten wurde, werden zum Beispiel darin geschult, auf körperliche Probleme zu achten und rechtzeitig zu reagieren. Dabei sind auch Themen wie etwa die veränderte Sexualität nach der Behandlung eines Harnblasenkarzinoms nicht tabu.
Eine qualifizierte psychoonkologische Beratung ist ebenfalls Teil des Programms. Hinzu kommen der jeweiligen Situation angepasste Bewegungs- und Sportangebote, eine Ernährungsberatung und natürlich Zeit zum Erholen.
Beim Beantragen einer Reha helfen die Kliniksozialdienste noch während des Krankenhausaufenthaltes. Sie sind auch Ansprechpartner, wenn ältere Blasenkrebspatienten nach Abschluss der ersten Behandlung noch nicht fit genug sind, um sich selbständig zu versorgen. Dann ist eventuell der Aufenthalt in einer spezialisierten Reha-Einrichtung sinnvoll, in der ihre Pflege möglich ist.

Bei Bedarf können Blasenkrebspatienten einzelne Rehabilitationsmaßnahmen auch von zuhause aus fortsetzen. Ein Beispiel wäre etwa die Physiotherapie, wenn die Beweglichkeit und Belastbarkeit im Alltag durch die Erkrankung noch eingeschränkt ist. Ansprechpartner für die entsprechende Verordnung ist dann der Arzt, der die Nachsorge durchführt.

Nachsorge: Worauf kommt es in der langfristigen Betreuung an?

Wie geht es weiter, wenn die eigentliche Behandlung abgeschlossen und man wieder zuhause ist? Für Patientinnen und Patienten mit Blasenkrebs ist ein guter und regelmäßiger Kontakt zu den behandelnden Ärzten wichtig: Regelmäßige Nachsorgetermine bieten Gelegenheit, über eventuell bestehende körperliche Probleme zu sprechen und deren Ursachen abzuklären. Nachsorgetermine sind jedoch auch eine Möglichkeit, die Krankheitsverarbeitung oder Probleme in Alltag und Beruf anzusprechen.

Wer die Nachsorge durchführt, hängt von der individuellen Situation ab. Patienten können zu den regelmäßigen Terminen zum Beispiel in die Ambulanz des Krebszentrums kommen, in dem die Operation durchgeführt wurde. Ebenfalls möglich ist die Betreuung durch einen Facharzt für Urologie, der Erfahrung in der Nachsorge von Blasenkrebspatienten hat. In beiden Fällen sollte aber auch die Frage geklärt sein, wer die übrige medizinische Betreuung übernimmt und als Hausarzt fungiert. Geregelt werden muss auch, welcher Arzt notwendige Hilfsmittel verordnet, etwa Kontinenzeinlagen, Katheter oder Produkte zur Stomaversorgung.

Was passiert bei den Nachsorgeuntersuchungen?

Was Patienten nach der Behandlung eines muskelinvasiven Karzinoms benötigen, hängt von der individuellen Situation ab: vom Tumorstadium und von der Behandlung. Betroffene, deren Blase entfernt wurde, benötigen eine andere Betreuung als Patienten, die mit Chemotherapie und Bestrahlung behandelt wurden.

Im Mittelpunkt des Nachsorgetermins stehen zunächst das Gespräch mit dem Arzt und die körperliche Untersuchung. Gibt es Anzeichen für eine Infektion, oder treten Schmerzen auf? Klappt es mit dem Wasserlassen? Hat man den täglichen Umgang mit der künstlichen Harnableitung im Griff? Gibt es sonstige Beschwerden, die sich auf die Erkrankung und ihre Behandlung zurückführen lassen? Auch Ängste und Sorgen sollte man ansprechen, die sich aus der Erkrankung und ihren Folgen ergeben.

Alle weiteren Untersuchungen in der Nachsorge kennen Patienten mit Blasenkrebs bereits aus der Zeit der Diagnosestellung: Der Arzt nimmt beispielsweise Blut- und Urinproben ab und schickt sie zur Laboranalyse. Besonders geachtet wird auf Tumorzellen im Urin, aber zum Beispiel auch auf Harnwegsinfektionen. Hinzu kommen je nach Situation eine Ultraschalluntersuchung der Harnwege und bei Bedarf auch eine Ausscheidungsurographie, eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel.
Bei Patienten, deren Harnblase erhalten bleiben konnte, empfehlen viele Fachleute bei Auffälligkeiten eine Blasenspiegelung. Je nachdem, wie hoch die Ärzte das Rückfallrisiko einschätzen, führen sie außerdem CT-Untersuchungen oder MRT-Aufnahmen des Brustkorbs, des Bauchraums und der Beckenregion durch.

Besondere Tests sind für Patientinnen und Patienten nötig, deren Ersatzblase aus einem größeren Dünndarmstück geformt wurde. Die Ärzte achten unter anderem auf Stoffwechselprobleme, die nach der Operation möglich sind. Langfristig messen sie beispielsweise den Vitamin-B12-Spiegel, um einen Mangel auszuschließen. Der Grund: Vitamin B12 nimmt man über den Darm auf, fehlt ein wichtiges Stück, können die körpereigenen Speicher nach einigen Jahren nicht mehr ausreichen.

Diese Untersuchungen finden in regelmäßigen Abständen statt, wenn auch nicht immer alle gleichzeitig. Patienten, denen die Blase entfernt wurde, gehen im ersten Jahr alle drei bis sechs Monate zur Nachsorge. Nach einer blasenerhaltenden Therapie erfolgt die Nachsorge über die ersten drei Jahre im Abstand von drei Monaten. Danach werden die zeitlichen Abstände größer. Experten empfehlen ehemaligen Harnblasenkrebspatienten aber langfristig, auch dann noch einmal im Jahr zur Kontrolle zu gehen, wenn sie sich wieder gesund fühlen.

Zum Weiterlesen: Linktipps und Quellen (Auswahl)