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Dickdarmkrebsgewebe, Foto: STEVE GSCHMEISSNER/SPL/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Darmkrebs: Was tun bei Krebsverdacht?

Welche Untersuchungen kommen auf Betroffene zu?

Länger anhaltende Darmbeschwerden oder dauerhaft veränderte Stuhlgewohnheiten können ein erster Hinweis auf eine Darmkrebserkrankung sein. Genauso gut können sie aber auch auf andere Krankheiten hindeuten. Was tun bei einem Verdacht auf eine ernstere Darmerkrankung? An welchen Arzt kann man sich wenden? Welche Tests und Untersuchungen werden gemacht? Wie geht es weiter, wenn ein Tumor gefunden wird?
Der folgende Text erläutert, was bei Darmkrebsverdacht auf Betroffene zukommt und welche Diagnosemethoden Ärzte einsetzen. Eine persönliche Beratung durch die behandelnden Ärzte lässt sich durch diese Informationen nicht ersetzen. Sie können es Betroffenen aber erleichtern, sich auf ein Arztgespräch vorzubereiten.

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Quellen und Links

Genutzte Quellen sind am Ende des Textes aufgeführt. Auch der Text "Mehr wissen zum Thema Darmkrebs" bietet Hinweise auf allgemeine Fachliteratur sowie Linktipps zum Weiterlesen.

Beschwerden: Welche Ärzte nehmen eine Abklärung vor?

Bei wiederkehrenden Darm- oder Verdauungsbeschwerden sprechen die meisten Menschen zuerst ihre Hausärzte an, Frauen wenden sich außerdem oft an ihren Gynäkologen. Beide können bei Bedarf weiterverweisen: Ansprechpartner sind außerdem Fachärzte für Innere Medizin mit einer Spezialisierung für Erkrankungen des Verdauungstraktes, sogenannte Gastroenterologen.

Wichtig: Bei vielen Betroffenen haben Beschwerden wie anhaltende Verstopfung oder Durchfälle, Blut im Stuhl oder häufige Bauchschmerzen eine andere Ursache als Darmkrebs: Oft stecken vergleichsweise harmlose Ernährungsfehler dahinter, manchmal aber auch eine Infektion oder eine entzündliche Darmerkrankung. Darauf verlassen sollte man sich jedoch nicht, und: Mit vergleichsweise wenig belastenden Untersuchungen können Ärzte die Ursache meist abklären.

Dazu gehört sehr oft auch eine Darmspiegelung, die sogenannte Koloskopie. Sie darf nur von Medizinern durchgeführt werden, die eine besondere Qualifikation für diese Untersuchung erworben haben. Sie müssen außerdem eine festgelegte Mindestanzahl von Darmspiegelungen pro Jahr nachweisen. Auch die Abläufe in der Praxis müssen entsprechend geregelt und zertifiziert sein.

Die Untersuchung lässt sich bei fast allen Menschen ambulant durchführen, in spezialisierten Arztpraxen oder Klinikambulanzen. Der Hausarzt kann an einen solchen Facharzt überweisen.

Verdacht auf Darmkrebs: Wo finden weitere Untersuchungen statt?

Erst wenn sich ein konkreter Verdacht auf einen Darmtumor ergibt - auch kolorektales Karzinom genannt - können weitere Untersuchungen hinzukommen, mehr dazu im letzten Abschnitt. Viele dieser Untersuchungen kann man noch von zu Hause aus ambulant durchführen lassen. Bestätigt sich die Krebsdiagnose aber, und steht die Entscheidung über eine Therapie an, überweist der Arzt meist ins Krankenhaus: in der Regel in die Fachabteilung für Chirurgie oder die chirurgisch-onkologische Ambulanz einer Klinik.

Auf die Behandlung von Darmkrebs sind viele Kliniken eingerichtet, zum Beispiel Universitätskliniken oder größere städtische und regionale Krankenhäuser. Solche Kliniken haben auch die Möglichkeit, ihre besondere Eignung als "Darmkrebszentrum" zertifizieren zu lassen. Krankenhäuser, die mehrere solche "Organkrebszentren" aufweisen, können als Onkologisches Zentrum anerkannt sein. Schließlich gibt es in Deutschland die Onkologischen Spitzenzentren, mehr dazu im Text "Mehr wissen zum Thema Darmkrebs".
Einen Überblick über Suchmöglichkeiten nach Ärzten und geeigneten Krankenhäusern vermittelt der Krebsinformationsdienst im Informationsblatt "Arzt- und Kliniksuche: Gute Ansprechpartner finden", zum Laden und Ausdrucken als PDF-Datei. Auch am Telefon oder per E-Mail hilft der Krebsinformationsdienst bei der Suche weiter.

Krebsverdacht: Welche Untersuchungen sind notwendig?

Bei Darmbeschwerden nimmt der Arzt zunächst eine allgemeine körperliche Untersuchung vor und tastet insbesondere den Bauchraum ab. Er fragt nach den Lebens- und Ernährungsgewohnheiten. Wer von Darmkrebserkrankungen bei Verwandten weiß, sollte dies dem Arzt im Gespräch mitteilen. Anhand einer Blutprobe kann der Arzt prüfen, ob etwa eine Infektion oder ein Entzündung vorliegen. Ergibt sich bei diesen Untersuchungen ein Verdacht auf eine ernstere Darmerkrankung, dann wird der Arzt wahrscheinlich zu einer Darmspiegelung raten.

Wie kann ein Krebsverdacht noch entstehen? Bei Männern kann es sein, dass der Arzt bei einer Untersuchung der Prostata durch den Enddarm etwas Auffälliges im letzten Darmabschnitt tastet. Bei Frauen geschieht eine solche "digital-rektale Untersuchung" je nach Situation während der gynäkologischen Untersuchung, etwa um Unterleibsschmerzen abzuklären. Auch ein Test auf verstecktes Blut im Stuhl kann einen Darmkrebsverdacht ergeben. Solch ein Test kann zum Beispiel bei der Darmkrebsfrüherkennung durchgeführt werden. In der Regel wird der Arzt auch dann eine Darmspiegelung empfehlen.

Zuverlässigstes Untersuchungsverfahren: Die Darmspiegelung

Darmspiegelung © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Bei der Darmspiegelung wird der gesamte Dick- und Enddarm untersucht, bei der Sigmoidoskopie nur der letzte Teil. © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Die Darmspiegelung oder auch Koloskopie gilt als Standardmethode, um einen Darmkrebsverdacht abzuklären oder andere Darmerkrankungen zuverlässig zu erkennen: Der untersuchende Arzt kann nicht nur die Darmschleimhaut inspizieren, sondern aus verdächtigen Bereichen gleich Gewebeproben für weitere Tests entnehmen.

Zur Vorbereitung auf die Untersuchung muss man den Darm vollständig entleeren. Was man dabei beachten sollte, erläutert der Arzt, der die Spiegelung durchführt.
Wer Angst vor der Darmspiegelung hat, kann mit seinem Arzt darüber sprechen: Vor Beginn der Untersuchung bekommt man dann ein Beruhigungsmittel und verschläft sie weitgehend.

Bei der Untersuchung selbst schiebt der Arzt einen fingerdicken, biegsamen Schlauch durch den gesamten End- und Dickdarm vor, ein sogenanntes Koloskop. Eine kleine Kamera am Schlauchende sendet Bilder aus dem Darminneren an einen Monitor. Beim langsamen Zurückziehen des Koloskops schaut der Arzt nach verdächtigen Veränderungen. Entdeckt er Gewebewucherungen, dann kann er entweder Proben entnehmen oder kleine Wucherungen wie Darmpolypen gleich ganz entfernen. Dazu verwendet er kleine Instrumente und Schlingen, die ebenfalls durch den Schlauch eingeschoben werden.

Die Darmspiegelung ist insgesamt eine sichere Methode: Nur wenige Betroffene müssen mit Komplikationen rechnen. Möglich sind kleine Blutungen im Darm, die aber meist noch während der Untersuchung gestillt werden können. Zu schwereren Verletzungen, etwa einem Durchstechen des Darms mit dem Untersuchungsgerät oder starken Blutungen nach der Entfernung von Gewebe, kommt es noch seltener. Sehr selten sind auch Herz-Kreislauf-Probleme, die durch die Kurznarkose entstehen können.

  • Wie ist der genaue Ablauf der Untersuchung? Was muss man bei der Vorbereitung beachten? Wie unangenehm oder schmerzhaft ist eine Koloskopie? Wie lange dauert es, bis die Befunde vorliegen? Diese und weitere Informationen finden Interessierte im Text "Darmspiegelung: Bilder aus dem Darm".

Darmspiegelung unvollständig oder nicht möglich: Was dann?

Manchmal muss die Untersuchung abgebrochen werden. Das kann zum Beispiel vorkommen, wenn man den Darm nicht genügend gereinigt hat. War die Darmspiegelung unvollständig, wird der Arzt sie, wann immer möglich, wiederholen und vollständig durchführen. 
Ist eine Engstelle im Darm dafür verantwortlich, dass der Arzt das Untersuchungsgerät nicht weit genug vorschieben kann? Dann kann er die Darmspiegelung unter Umständen mit einem dünneren Untersuchungsgerät für Kinder wiederholen.

Ist eine Koloskopie wegen einer Engstelle gar nicht möglich, oder wäre das Risiko zu hoch, den Darm zu verletzen? Schätzen die Ärzte die Vorbereitung oder die Untersuchung selbst als zu belastend oder zu riskant ein? Dann kommt zum Beispiel eine virtuelle Koloskopie in Betracht, um Bilder aus dem Darm zu erhalten: Dabei wird kein Untersuchungsgerät in den Darm eingeführt. Stattdessen fertigen die Ärzte Aufnahmen des Darms mittels einer Computertomographie (CT) oder - seltener - einer Magnetresonanztomographie (MRT) an. Die Fachbegriffe dafür lauten CT-Kolonographie und MR-Kolonographie. Sie können nur in spezialisierten Zentren durchgeführt werden.
Der Nachteil: Eine Entnahme von Gewebeproben ist während einer virtuellen Koloskopie nicht möglich. Das bedeutet: Ergeben die Aufnahmen einen Krebsverdacht, dann müssen Patienten unter Umständen doch mit einem erneuten Versuch einer Darmspiegelung rechnen, und ist diese gar nicht möglich, sogar mit einer Operation. Bei Verdacht auf einen drohenden Darmverschluss wird meist eine sofortige Operation notwendig.

Wenn sofort operiert wurde: Darmkrebspatienten, die vor ihrer Operation keine vollständige Darmspiegelung oder eine virtuelle Darmspiegelung erhalten haben, benötigen innerhalb von drei bis sechs Monaten danach trotzdem noch eine vollständige Koloskopie: Denn bei manchen Betroffenen findet sich nicht nur in einem Abschnitt des Darms ein Tumor, sondern in mehreren. Davon sind etwa fünf von einhundert Darmkrebspatienten betroffen. Solche "synchronen" Tumoren werden bei der Operation meist nicht erkannt, können aber bei einer nachfolgenden Darmspiegelung entdeckt und behandelt werden.

Ergebnisse: Wie geht es nach der Darmspiegelung weiter?

Im Nachgespräch erläutert der Arzt das vorläufige Ergebnis der Untersuchung: War die Darmschleimhaut unauffällig oder wurden Polypen gefunden? Gab es Hinweise auf andere Veränderungen? Wurde etwa eine Geschwulst gefunden, die ein bösartiger Tumor sein könnte? Den genauen Befund erhält man allerdings erst mit einiger Verzögerung: Entnommene Gewebeproben und auch vollständig entfernte Polypen schickt der Arzt zur mikroskopischen Untersuchung in ein spezialisiertes Labor ein. Bis das Ergebnis vorliegt, muss man sich in der Regel mehrere Tage gedulden.

Bei dieser feingeweblichen oder histologischen Untersuchung können Spezialisten - sogenannte Pathologen - feststellen: Sind die Veränderungen der Darmschleimhaut gut- oder bösartig? Handelt es sich um mögliche Krebsvorstufen? Finden sich Krebszellen, dann untersuchen die Pathologen auch, ob es sich um ein kolorektales Karzinom handelt oder um eine andere Tumorart, die auch den Darm befallen kann. Dazu gehören zum Beispiel Lymphome oder gastrointestinale Stromatumoren (GIST). Diese Krebsarten sind allerdings wesentlich seltener als die kolorektalen Karzinome.
Weitere Eigenschaften der Zellen wie der Grad ihrer Bösartigkeit und ihre molekularbiologischen Merkmale helfen bei der Behandlungsplanung. Mehr zu Tumoreigenschaften der Einteilung in Krankheitsstadien bei Darmkrebs finden Interessierte im Kapitel "Darmkrebs: Befunde verstehen".

Darmpolypen: Was tun bei gutartigen Veränderungen der Darmschleimhaut und Krebsvorstufen?

Darmpolyp © MediDesign Frank Geisler
Darmpolypen könnten Krebsvorstufen sein. Sie werden bei der Darmspiegelung möglichst vollständig entfernt. © MediDesign Frank Geisler

Hat der Arzt Darmpolypen gefunden, dann entfernt er sie schon während der Darmspiegelung möglichst vollständig.
Polypen gelten als häufigste gutartige Veränderungen im Darm.  Diese Wucherungen sind wenige Millimeter bis einige Zentimeter groß und als flache Verdickungen der Darmschleimhaut oder als gestielte Geschwulste sichtbar. Manche von ihnen haben das Potenzial, sich über Jahre hinweg zu Krebs zu entwickeln. Sie werden auch Adenome genannt. Aber nicht alle Adenome entwickeln sich zwangsläufig zu Krebs weiter, manche von ihnen bilden sich von allein zurück.

Vorsichtshalber werden trotzdem alle entdeckten Polypen entfernt und unter dem Mikroskop untersucht: Erst dort erkennt der Spezialist, ob eine Krebsvorstufe vorliegt oder nicht, und wie weit die Zellveränderung im Vergleich zu gesundem Gewebe bereits fortgeschritten ist. Dementsprechend werden die Polypen in verschiedene Risikogruppen eingeteilt, mehr dazu im Text "Darmkrebs: Befunde verstehen".

  • Patienten, bei denen Adenome gefunden wurden, sollten sich regelmäßig wieder untersuchen lassen. Die genauen Zeitabstände der Untersuchungen erfahren sie vom Arzt: meist sind das drei bis fünf Jahre, eventuell auch weniger. Die Zeitspanne zwischen zwei Darmspiegelungen ist abhängig davon, wie groß die entfernten Polypen waren, wie weit sie sich als Krebsvorstufen bereits entwickelt hatten und wie viele gefunden wurden.

Nachweis eines Tumors: Was kommt auf Patienten zu?

Arzt teilt Frau Befund mit Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Die Diagnose Krebs ist für viele Menschen zunächst ein Schock. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Die Diagnose Krebs ist für die meisten Menschen zunächst ein Schock. Welche ersten Schritte helfen, mit der Erkrankung umzugehen, und welche Fragen nach der Diagnose wichtig werden können, darüber informiert der Text "Diagnose Krebs - Wie geht es weiter?". Dort finden Betroffene auch Hinweise, wie sie sich auf die folgenden Gespräche mit ihren Ärzten vorbereiten können.

Welche Fragen sind wichtig für die Behandlungsplanung? Die Ärzte müssen als nächstes untersuchen, ob und wie weit sich der Tumor bereits ausgebreitet hat. Ist er noch auf den Darm begrenzt? Ist er dort in tiefere Wandschichten eingewachsen? Hat er in die umliegenden Lymphknoten im Bauchraum gestreut? Oder sogar in weiter entfernte Organe?

Mehrere Untersuchungsverfahren stehen zur Verfügung, um diese Fragen zu klären. Welche Untersuchungen im Einzelnen notwendig sind, entscheiden die Ärzte unter Berücksichtigung der Symptome und des allgemeinen Gesundheitszustandes. Im folgenden Abschnitt sind Diagnosemethoden aufgeführt, die infrage kommen.

Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes

Um festzustellen, ob sich die Geschwulst bereits über den Darm hinweg ausgebreitet hat, erhalten Patienten eine Ultraschalluntersuchung. Der Arzt kann dabei auch Absiedlungen des Tumors in anderen Organen entdecken, zum Beispiel Metastasen in der Leber. Die Untersuchung selbst ist nicht belastend oder schmerzhaft. Als Patient liegt man dabei auf dem Rücken oder der Seite. Der Arzt gibt Kontaktgel auf das Ultraschallgerät und führt es über die Bauchhaut. Mithilfe von Schallwellen werden Bilder der inneren Organe erzeugt.

Röntgenaufnahmen des Brustkorbs

Um weitere mögliche Tumorabsiedlungen zu entdecken, werden außerdem Röntgenaufnahmen des Brustkorbs angefertigt. Auf diesen Röntgenbildern sucht der Arzt nach eventuellen Metastasen in der Lunge.

Computertomographie und Magnetresonanztomographie

Nicht bei allen Patienten notwendig ist eine Computertomographie (CT): Bei diesem Röntgenverfahren erstellt ein Computer aus mehreren Bildern eine Gesamtansicht der untersuchten Körperregion. Eine CT führen Ärzte zum Beispiel bei Patienten durch, bei denen der Verdacht auf Metastasen in Leber oder Lunge besteht. Die Untersuchung ist schmerzlos und dauert zwischen fünf Minuten und einer halben Stunde. Sie wird aber von manchen Patienten als unangenehm empfunden: Man muss still liegen und wird dabei durch eine vergleichsweise enge Untersuchungs"röhre" geschoben. Die Strahlenbelastung ist höher als beim konventionellen Röntgen.

Vom Ablauf her ähnlich ist die Magnetresonanztomographie (MRT), allerdings kommen dabei starke magnetische Felder statt Röntgenstrahlen zum Einsatz. Diese Untersuchung wird nur bei wenigen Darmkrebspatienten durchgeführt. Ein Beispiel ist die gezielte Suche nach Metastasen in der Leber, die der Arzt im MRT oft besser beurteilen kann als mit anderen Verfahren.

Tumormarker

Es gibt mehrere sogenannte Tumormarker, die bei Darmkrebspatienten verändert sein können. Was bedeutet das? Tumormarker sind körpereigene Substanzen, die im Blut oder in anderen Körperflüssigkeiten vermehrt vorliegen, wenn man an Krebs erkrankt ist. Sie sinken wieder ab, wenn eine Krebserkrankung durch die Therapie zurückgedrängt wird, oder sie zeigen durch Anstieg einen möglichen Rückfall an. Solche Marker werden deshalb im Verlauf einer Krebserkrankung regelmäßig bestimmt.

  • Viele Tumormarker sind nicht sehr spezifisch oder typisch genug. Sie allein sind daher zur Diagnose von Krebs nicht geeignet. Die Messung kann andere Untersuchungen lediglich ergänzen, aber nicht ersetzen. 

Für Darmkrebspatienten ist vor allem ein Marker wichtig: Sein Name "CEA" ist die Abkürzung für karzinoembryonales Antigen (englisch: carcino-embryonic antigen). Der Marker wird bereits vor Behandlungsbeginn bestimmt und dann wieder im weiteren Verlauf sowie bei der Nachsorge kontrolliert. Allerdings ist der CEA-Wert nicht bei allen Darmkrebspatienten aussagekräftig genug, um davon Behandlungsentscheidungen abhängig zu machen.

Eine weiterer Marker ist für die Behandlungsplanung von Patienten mit einem Darmtumor wichtig, der bereits Metastasen gebildet hat: Bei den sogenannten EGF-Rezeptoren handelt es sich um Eiweiße an der Oberfläche von Zellen. Diese Marker können in Gewebeproben nachgewiesen werden. Sind die Rezeptoren auf der Oberfläche der Krebszellen vorhanden und weitere Voraussetzungen erfüllt, dann können betroffene Patienten von einer Therapie mit zielgerichteten Medikamenten profitieren. Mehr Informationen zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs bietet der Text "Darmkrebs: Behandlung bei fortgeschrittener Erkrankung".

Bei weiteren Markern wie zum Beispiel CA 19-9 oder CA 125 ist derzeit noch nicht klar, ob sie sich zur Verlaufskontrolle bei Darmkrebspatienten eignen.

Zusätzliche Untersuchungen bei Enddarmkrebs, dem sogenannten Rektumkarzinom

Patienten, bei denen ein Tumor im Enddarm entdeckt wurde, müssen mit zusätzlichen Untersuchungen rechnen. Wichtige Fragen sind dabei: Wo liegt der Tumor genau? Ist der Schließmuskel betroffen? Kann er erhalten werden, oder benötigt man nach der Operation auf Dauer einen künstlichen Darmausgang, ein Stoma?

Zuerst führt der Arzt eine sogenannte digital-rektale Untersuchung durch: Dabei tastet er mit einem Finger den Enddarm aus und kann prüfen, ob der Schließmuskel befallen ist. Allerdings erreicht der Untersucher dabei nur Tumoren oder Krebsvorstufen, die sehr nah am After liegen.

Genaueren Aufschluss gibt vor allem eine Enddarmspiegelung, auch starre Rektoskopie genannt: Bei dieser der Koloskopie ähnlichen Untersuchung schiebt der Arzt ein starres, etwa 20 bis 30 Zentimeter langes Metallrohr in den Enddarm ein. Über dieses kann er das Darminnere einsehen. Mit kleinen Instrumenten kann er bei Bedarf Gewebeproben entnehmen. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Sie ist nicht schmerzhaft, manche Patienten empfinden sie aber als unangenehm. Umfängliches Abführen oder Fasten wie vor der Koloskopie ist nicht notwendig: Etwa eine halbe bis eine Stunde vor Beginn der Untersuchung wird der Enddarm mit einem Einlauf gereinigt.
Weitere Hinweise kann unter Umständen eine Druckmessung des Schließmuskels geben, eine sogenannte Sphinktermanometrie.

Um zu sehen, wie weit sich der Tumor bereits ausgebreitet hat, ist bei manchen Patienten auch eine Ultraschalluntersuchung "von innen" sinnvoll, eine sogenannte Endosonographie: Dabei führt der Arzt einen Ultraschallkopf in den Enddarm ein und kann so den Enddarmbereich und die umliegenden Gewebe betrachten.
Besteht der Verdacht auf eine Ausbreitung in benachbarte Organe und Gewebe? Dann kommt je nach Situation noch eine Blasenspiegelung hinzu, bei Frauen auch eine gynäkologische Untersuchung.

Die Ergebnisse liegen vor: Was kommt nun?

Sind alle Untersuchungen beendet? Dann kann man  gemeinsam mit den Ärzten über das weitere Vorgehen beraten: Kommt eine Operation in Betracht? Wie umfangreich muss sie sein? Welche Medikamente können helfen, ist eine Bestrahlung sinnvoll? Ist eine Heilung möglich? Welche Auswirkungen hat die Behandlung auf den Alltag und die Lebensplanung?

Diese Fragen können mithilfe der Befunde geklärt werden. Welche Fachbegriffe dort auftauchen und was die Ergebnisse für die Behandlungsplanung bedeuten, hat der Krebsinformationsdienst im Text "Darmkrebs: Befunde verstehen" zusammengestellt. Welche Behandlungsverfahren Teil der Therapie für Darmkrebspatienten sein können, erläutert der Text "Behandlungsmöglichkeiten bei Darmkrebs: Ein Überblick".

Zum Weiterlesen: Linktipps, Quellen, Fachinformationen (Auswahl, Stand 4/2016)