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Evidenzstärke, © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschugnszentrum

Evidenzbasierte Medizin

Statistiken und Studienergebnisse haben ihre Tücken. Selbst Fachleute, die sich des Publikationsbias und anderer Einflussgrößen bewusst sind, können hier an Grenzen gelangen. Aussagen zum Evidenzgrad von klinischen und anderen Studien sind unerlässlich, um Entscheidungen zur Diagnostik und Behandlung von Krebspatienten zu treffen. Hochwertige Leitlinien können weiterhelfen, da sie die Erkenntnisse aus verschiedenen Studien berücksichtigen und einordnen.

Wo Sie Leitlinien und weitere evidenzbasierte und verlässliche Aussagen zu Krebsrisiko, -diagnostik und -therapie finden, hat krebsinformationsdienst.med für Sie zusammengestellt.

Erstellt: 13.02.2018
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Leitlinien

Fachleute können sich zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Krebspatienten an medizinischen Leitlinien orientieren. Abhängig von Art, Herkunft und Qualität der Leitlinie können sich die jeweiligen Empfehlungen unterscheiden. Eine allgemeine Einführung bieten folgende Internetseiten: Krebsinformationsdienst: "Evidenzbasierte Medizin und Leitlinien".

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF)

Ein Großteil der in Deutschland erstellten medizinischen Leitlinien ist bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF, www.awmf.org) zu finden. Auf der Internetseite der AWMF werden neue Leitlinien angemeldet. Auch die Gültigkeitsdauer von bestehenden Leitlinien ist einzusehen und geplante Aktualisierungen sind aufgeführt. Die AWMF sieht eines ihrer Ziele darin, die Entwicklung von Leitlinien voranzutreiben und zu koordinieren:

Leitlinienprogramm Onkologie

AWMF, Deutsche Krebsgesellschaft e.V. und Stiftung Deutsche Krebshilfe haben das Leitlinienprogramm Onkologie (www.leitlinienprogramm-onkologie.de) aufgesetzt. Ziel ist es, in einem systematischen und standardisierten Verfahren neue Leitlinien zu entwickeln und einzuführen. Auf der Internetseite gibt es zudem Informationen darüber, ob Neuauflagen von Leitlinien geplant sind oder der Entwurf einer Leitlinie in der Konsultationsfassung vorliegt:
www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/.

Onkopedia

Hinter Onkopedia (www.onkopedia.com/de/homepage-de-view) verbirgt sich das Informationsportal der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. (DGHO). Neben Empfehlungen von Experten zu verschiedenen Tumorlokalisationen finden sich auch die deutschen Übersetzungen der "CAM Summaries" zu Komplementärmedizin auf der Homepage:
www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines.

Guidelines International Network (G-I-N)

Das G-I-N vernetzt (www.g-i-n.net) weltweit Experten und Institutionen, die medizinische Leitlinien erstellen. Darüber hinaus hat das G-I-N eine Datenbank, in der internationale Leitlinien sortiert nach Themen und Sprachen gesucht werden können:
www.g-i-n.net/library/international-guidelines-library/.

European Society for Medical Oncology (ESMO)

Die Leitlinien der Europäischen Fachgesellschaft für medizinische Onkologie (www.esmo.org/) werden zu diversen Tumorerkrankungen erstellt. Sie legen den Fokus zumeist auf praktische Aspekte bei Prävention, Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen:
www.esmo.org/Guidelines.

National Comprehensive Cancer Network (NCCN)

Die Empfehlungen des Netzwerkes der spezialisierten Krebszentren in den USA sind nur für registrierte Nutzer zugänglich. Fachleute aus anderen Ländern (außerhalb der USA) können jedoch einfach einen kostenfreien Zugriff erhalten. Insbesondere für evidenzbasierte Informationen zu Diagnostik und Therapie seltenen Tumorerkrankungen kann sich das lohnen. In der Regel werden die NCCN-Empfehlungen einmal jährlich aktualisiert:
www.nccn.org/.

National Institute for Health and Care Excellence (NICE)

Das NICE (www.nice.org.uk) erstellt die wichtigsten Leitlinien für Großbritannien. Die NICE-Leitlinien entsprechen in der Qualität den S3-Leitlinien der AWMF:
www.nice.org.uk/guidance/conditions-and-diseases/cancer.

Systematische Übersichtsarbeiten und HTA-Berichte

HTA-Bericht, Metaanalyse und systematische Übersichtsarbeit – was verbirgt sich hinter diesen Begriffen in der Medizin? Hier ein kurzer Überblick:

  • HTA-Bericht: Ein Health Technology Assessment-Bericht prüft den Nutzen und Schaden von medizinischen Verfahren und Technologien – auch unter nicht-medizinischen Gesichtspunkten.
  • Systematische Übersichtsarbeit (systematic review): Dabei handelt es sich um sekundäre Forschung, die zu einer Frage die primäre Fachliteratur identifiziert, auswählt, kritisch bewertet und die Ergebnisse mithilfe statistischer und deskriptiver Methoden zusammenfasst.
  • Metaanalyse: Eine Metaanalyse ist ein statistisches Verfahren, mit dem mehrere Studien zur gleichen Fragestellung ausgewertet werden.

Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI)

Das DIMDI (www.dimdi.de/static/de/index.html) gehört zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit und stellt unter anderem eine Informationsplattform zu Health Technology Assessment (HTA)-Berichten zur Verfügung. Auch internationale und nationale HTA-Berichte anderer Institutionen werden dort gesammelt:
https://www.dimdi.de/dynamic/de/weitere-fachdienste/health-technology-assessment/.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Das IQWiG (www.iqwig.de/) begann im öffentlichen Auftrag 2016 damit, bundesweit Vorschläge für HTA-Berichte zu sammeln. Aus diesen Vorschlägen wurden erste medizinische Verfahren ausgewählt, die nun auf Nutzen und Schaden geprüft werden. Dieser sogenannte Themen-Check Medizin hat das öffentliche Vorschlagsverfahren des DIMDI abgelöst. Hier kann man sich die Berichte anzeigen lassen, die in Bearbeitung oder bereits herausgegeben sind:
www.themencheck-medizin.iqwig.de/de/hta-berichte.92.html.
Mit den ersten, vom IQWiG herausgegebenen HTA-Berichten kann 2019 gerechnet werden. Sie werden auf der Internetseite des IQWiG veröffentlicht:
www.gesundheitsinformation.de/gesundheitsinformation-de.2169.de.html.
Zur frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln siehe unter Arzneimittelinformation.

Cochrane-Netzwerk

International ist das Cochrane-Netzwerk (www.cochrane.org/) ein Zusammenschluss unabhängiger Gruppen und Einrichtungen. Sie haben das gemeinsame Ziel, Entscheidungen in der Gesundheitsversorgung auf der Basis der besten verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz zu ermöglichen. Die Cochrane Stiftung Deutschland wird hauptsächlich vom Bundesministerium für Gesundheit und der Universität Freiburg gefördert.
Neben den Cochrane Reviews – systematischen Übersichtsarbeiten, die in der Cochrane Library veröffentlicht werden – gibt es auch Werkzeuge, mit deren Hilfe Interessierte lernen, Fachliteratur besser einzuschätzen und zu bewerten. Die Cochrane Reviews sind kostenpflichtig, nur die Abstracts sind frei zugänglich.

Literaturdatenbanken

PubMed

Hinter PubMed verbirgt sich die Meta-Datenbank der nationalen medizinischen Bibliothek der Vereinigten Staaten (U.S. National Library of Medicine, www.nlm.nih.gov). Sie enthält Daten zu mehr als 27 Millionen Veröffentlichungen aus der Biomedizin.
PubMed umfasst auch Publikationen des Medical Literature Analysis and Retrieval System Online (MEDLINE) sowie biowissenschaftliche Fachzeitschriften und diverse Bücher, die digital zur Verfügung stehen. In der Regel sind die Artikel englischsprachig. Viele sind über "Open Access"-Plattformen frei zugänglich, andere sind kostenpflichtig und über Verlagsseiten zu erhalten. PubMed findet sich unter:
www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/.

LIVIVO

LIVIVO ist eine interdisziplinäre Suchmaschine für Literatur und Informationen zu den Lebenswissenschaften. Bereitgestellt wird LIVIVO von der Deutschen Zentralbibliothek für Medizin (www.zbmed.de) – Informationszentrum Lebenswissenschaften, einer Stiftung, die von Universitäten und weiteren Institutionen der Forschung getragen wird.
Hier sind zum Teil Volltextzugriffe möglich, andere Veröffentlichungen sind kostenpflichtig zu bestellen unter:
www.livivo.de.

RefHunter – Manual zur Literaturrecherche in Fachdatenbanken

RefHunter (https://refhunter.eu/) ist ein Manual, welches den Nutzer befähigen soll, selbst effektiv und effizient medizinische Fachliteratur in Literaturdatenbanken zu suchen. In verschiedenen Kapiteln wird z. B. erläutert, welche Fachdatenbanken für welche Fragestellung infrage kommen. Zudem gibt RefHunter Hinweise, wie die Suche in den verschiedenen Datenbanken optimiert werden kann. Das Manual wurde in Zusammenarbeit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der FSH St. Gallen erstellt. "RefHunter – Manual zur Literaturrecherche in Fachdatenbanken" steht als PDF zum Download bereit unter:
https://refhunter.eu/files/2019/03/RefHunter_Version_3.0.pdf

Medizinische Fachliteratur nach Evidenz bewerten

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (DNEbM)

Das DNEbM hat zum Ziel, Konzepte und Methoden der evidenzbasierten Medizin in Praxis, Lehre und Forschung zu verbreiten und weiterzuentwickeln. Das Netzwerk bietet zur evidenzbasierten Medizin Fortbildungen an, gibt Stellungnahmen heraus und hat Linksammlungen zusammengestellt. Die Internetseite des DNEbM lautet:
www.ebm-netzwerk.de/.

Deutsches Leitlinien-Bewertungsinstrument (DELBI)

DELBI (www.leitlinien.de) ist ein Instrument zur Bewertung von medizinischen Leitlinien. Es ist in Zusammenarbeit zwischen der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF), dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) und Partnern aus der Versorgungspraxis, Wissenschaft und Gesundheitsverwaltung entstanden. DELBI kann auf den Internetseiten der ÄZQ aufgerufen werden:
www.leitlinien.de/leitlinien-grundlagen/leitlinienbewertung/delbi.

Centre for Evidence-Based Medicine (CEBM)

Das CEBM (www.cebm.net/) der Universität Oxford in England gibt in einer Anleitung vor, wie Evidenzlevel und Empfehlungsgrade eingeschätzt werden können. Auch deutsche Leitlinien orientieren sich zu einem großen Teil an der Einschätzung des CEBM, wenn es darum geht, das Evidenzniveau medizinischer Aussagen zu bestimmen. Die Originaltabelle zu den Evidenzleveln und Empfehlungsgraden, aber auch Informationen, wie sie zu benutzen sind, stehen auf der Internetseite unter:
www.cebm.net/blog/category/ebm-resources/loe/.

krebsinformationsdienst.med: Service für Fachkreise