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Lungenkrebs, Foto: MOREDUN ANIMAL HEALTH LTD/SPL/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Lungenkrebs vorbeugen, Risiken vermeiden

Auslöser, die die Bildung eines Bronchialkarzinoms fördern

Für das Bronchialkarzinom, wie Ärzte den Lungenkrebs auch nennen, haben Forscher inzwischen verschiedene Risikofaktoren ausgemacht. Einige Auslöser kann man vermeiden, wie zum Beispiel Rauchen.

Einen hundertprozentig sicheren Schutz vor Lungenkrebs gibt es nicht. Ein Mensch, der die bekannten Risiken meidet, kann trotzdem Lungenkrebs bekommen. Umgekehrt gilt auch: Nicht jeder Mensch, der einem Risiko ausgesetzt ist, bekommt Lungenkrebs. Aber man setzt sein persönliches Risiko herab, wenn man zum Beispiel das Rauchen aufgibt.

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Risikofaktoren: Was Lungenkrebs verursacht

Heute gehen Experten davon aus, dass sich die Erbinformation einer Zelle verändert, bevor sie sich in eine Krebszelle verwandelt. Solche Veränderungen können rein zufällig geschehen, ohne erkennbaren Auslöser. Sie können aber auch durch Risikofaktoren ausgelöst werden. Bei dem einzelnen Betroffenen können Experten nicht genau sagen, was die Ursache der Krebserkrankung ist.

Substanzen, die solche Veränderungen der Erbinformation hervorrufen können, nennt man auch „kanzerogen", also krebserregend. Auch der Begriff „karzinogen" ist üblich. Dabei zählt allein das Potential, aus einer Zelle eine Krebszelle zu machen, nicht ob es tatsächlich passiert.

Rein statistisch gesehen spielen Schadstoffe bei der Entstehung von Lungenkrebs eine größere Rolle. Rauchen gilt dabei als der wichtigste Risikofaktor. Es gibt jedoch weitere Kanzerogene, die zu einem Lungenkarzinom führen können.

Rauchen und Passivrauchen

Ältere Frau raucht, Foto: © Robert Kneschke, Fotolia
Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs. © Robert Kneschke, Fotolia

Dass Rauchen krebserregend ist, wissen vermutlich die meisten Menschen. Aber das Ausmaß kann doch erschrecken: Etwa neun von zehn Männern mit Lungenkrebs haben die Krankheit vermutlich durch das Rauchen bekommen. Bei Frauen sind es mehr als die Hälfte aller Betroffenen (6 von 10).

Und selbst für Nichtraucher kann Tabak ein wichtiger Risikofaktor sein. Auch wenn man nicht selbst an der Zigarette zieht, sondern mit einer Raucherin oder einem Raucher zusammenlebt oder beispielweise in einer Raucherkneipe arbeitet, erhöht sich das eigene Risiko zu erkranken.

Das Risiko für Lungenkrebs steigt:

  • je länger man raucht
  • je früher man mit dem Rauchen anfängt
  • je mehr Zigaretten (oder Zigarren oder Pfeifentabak) man raucht
  • je mehr man passiv mitraucht

Inzwischen gehen Experten davon aus, dass die Dauer des Rauchens das Risiko am stärksten beeinflusst. Allerdings steigt das Risiko auch mit der Menge der Zigaretten, die man raucht. Als Messgröße dafür wie viel jemand in den letzten Jahren geraucht hat, wurde der Begriff "Packungsjahre" geprägt: 1 Packungsjahr bedeutet, dass man über ein Jahr lang jeden Tag eine Packung Zigaretten geraucht hat.

Vorbeugen mit Soforteffekt: Rauchstopp

Was kann man tun, um das eigene Risiko zu senken? Für rauchende Menschen lohnt es sich nicht, auf vermeintlich „leichte" Zigaretten umzusteigen. Die haben zwar weniger Teer und Nikotin, aber sie erhöhen das Risiko fast genauso wie „starke". Weniger Zigaretten am Tag zu rauchen, reduziert das Risiko auch nicht verlässlich. Denn es zählt nicht nur die Anzahl, sondern auch wie tief man inhaliert oder wie oft man an einer Zigarette zieht.

Das einzige, was einen wirksamen Effekt hat und auf Dauer das Risiko wieder senkt:

  • Mit dem Rauchen aufhören!

Was direkt beim Rauchstopp passiert: Sobald man keine krebserregenden Inhaltsstoffe mehr inhaliert, steigert man sein Risiko nicht noch mehr. Und je länger man nicht mehr raucht, desto weiter sinkt sogar das persönliche Risiko an Lungenkrebs zu erkranken.

Ernährung und Bewegung

Seniorin kauft Gemüse ein, Foto: gpointstudio © Thinkstock
Wer viel Obst und Gemüse isst, beugt auch Lungenkrebs vor. Foto: gpointstudio © Thinkstock

Eine gesunde Ernährung hat einen schützenden Effekt. Welche pflanzlichen Inhaltsstoffe dafür verantwortlich sind und wie groß der schützende Effekt ist, konnten Fachleute bisher nicht abschließend klären.

Sie haben aber auch festgestellt: Dieser Schutz lässt sich nicht durch die Einnahme von Vitamintabletten oder anderen Nahrungsergänzungsmittel ersetzen.
Bei einigen Studien ergab sich sogar der umgekehrte Effekt: Das Risiko kann bei Einnahme von bestimmten Vitaminen wie ß-Carotin, B6 oder B12 steigen.

Daher empfehlen Experten:

Sport statt Sitzen

Radfahren mit Großeltern, Foto: © Alexander Rochau, Fotolia
Auch mit Bewegung kann man sein Lungenkrebsrisiko senken. Foto: © Alexander Rochau, Fotolia

Neuere Studien weisen darauf hin, dass es bei der Bewegung einen dosisabhängigen Effekt gibt – oder umgangssprachlich: viel hilft viel. Je häufiger und intensiver man sich bewegt oder Sport treibt, desto mehr reduziert man sein persönliches Risiko für Krebs allgemein.

Experten empfehlen zur Vorbeugung von Krebs:

  • mindestens 150 Minuten leichtes Training
  • oder 75 Minuten intensives Training pro Woche.

Bei Rauchern kann Sport den negativen Effekt von Zigaretten keinesfalls aufheben, aber auch sie profitieren von regelmäßiger Bewegung. Um es deutlich zu machen: Das Lungenkrebs-Risiko eines Rauchers, der sich nicht bewegt ist größer als das Risiko eines Rauchers, der sich regelmäßig bewegt.

Umwelt

Der Harz, Foto: ©oxie99, Stock.Adobe
In einigen Gegenden Deutschlands kommt viel natürliches Radon vor. Foto: ©oxie99, Stock.Adobe

Radon ist ein radioaktives Edelgas, das in manchen Gebieten Deutschlands vermehrt aus dem Boden dringen kann. Das ist zum Beispiel im Harz, im Bayerischen Wald, im südlichen Schwarzwald und im Erzgebirge der Fall.

Das Gas kann aus dem Boden in schlecht isolierte Wohnhäuser gelangen und sich dort in der Raumluft anreichern, vor allem in Kellern und Souterrains. Dann wird es mit der Luft eingeatmet. Wenn es zerfällt, entsteht eine sogenannte α-Strahlung.
Die wirkt in der Lunge direkt auf das Gewebe und kann zu Krebs führen. Experten gehen davon aus, dass etwa 5 von 100 Betroffenen Lungenkrebs durch Radon in der Luft bekommen. Dabei gilt, je höher der Radongehalt, desto höher das Risiko.

Das Risiko für Lungenkrebs (durch Radon) lässt sich senken durch:

  • bautechnische Maßnahmen, um den Radongehalt in der Luft zu verringern
  • häufiges intensives Lüften

Feinstaub und Dieselabgase

Geht es um Lungenkarzinome durch Luftverschmutzung, ist Feinstaub der wichtigste Risikofaktor. Damit sind kleinste Partikel gemeint, die in die Lunge vordringen und dort Entzündungen und Lungenkrebs auslösen können.
Ein Beispiel sind Teilchen, die beim Reifenabrief auf den Straßen entstehen. Doch die Hauptquellen für Feinstaub in Deutschland sind Verbrennungsprozesse im Haushalt und in der Industrie, aber auch im Straßenverkehr.

Arbeitsplatz

Ein Dach aus Asbest wird abgerissen. Foto: © LianeM, Fotolia
Asbest wurde 1993 in Deutschland verboten, doch alte Produkte gibt es immer noch. Foto: © LianeM, Fotolia

Wer in seinem Beruf krebserregenden Schadstoffen einatmet, hat ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs. Unter diese krebserregenden Schadstoffe fallen unter anderen Asbest, Arsen, Cadmium, Chromate, Nickel, Siliziumdioxid und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Diese Schadstoffe entstehen in verschiedenen Arbeitsumfeldern, Chromate beispielsweise bei der Verchromung oder bei der Herstellung von Chrom-Nickel-Stahl, Nickel beim Schweißen oder beim Maschinenbau und PAK entstehen zum Beispiel in der Kohlegasproduktion.

Auch durch ionisierende Strahlung kann das Risiko für Krebs im Beruf erhöht sein. Ein Beispiel für einen solchen Arbeitsplatz ist der Bergbau, ein anderes das Flugzeug für das regelmäßig fliegende Flugpersonal.

In Deutschland sind die Arbeitsschutzvorschriften streng. Der Arbeitgeber muss die Einhaltung der Grenzwerte und weiterer Schutzmaßnahmen sicherstellen. Trotzdem ist es möglich, dass man Lungenkrebs durch Risikofaktoren am Arbeitsplatz bekommt. Es gibt zum Beispiel Menschen, die Lungenkrebs bekommen, weil sie vor Jahrzehnten mit Asbest in Berührung kamen.

Wer den Verdacht hat, dass er durch sein berufliches Umfeld Krebs bekommen hat, sollte sich an seine Ärztin oder seinen Arzt wenden. Weitere Ansprechpartner sind die entsprechende Berufsgenossenschaft oder die Unfallkasse.

Weitere Risikofaktoren: Diskutiert, aber nicht belegt

Viren

In einigen Untersuchungen wurden bei Lungenkrebspatienten bestimmte Viren gefunden. Darunter war zum Beispiel das Humane Papillomavirus (HPV), das daraufhin als mögliche Ursache für Bronchialkarzinome diskutiert wurde. Auch Menschen mit einer HIV-Infektion haben häufiger Lungenkrebs.

Doch bis jetzt ist nicht klar, ob die Viren selbst das Risiko für Lungenkrebs erhöhen, ob es einen anderen Zusammenhang gibt, oder ob es gar keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen den Viren und Lungenkrebs gibt.

Gene: Vererbtes Risiko

Erbmaterial in Form von DNA-Strängen und Chromosomen, Foto: © nobeastsofierce, Fotolia
DNA, Foto: © nobeastsofierce, Fotolia

Eine in Schweden durchgeführte Studie zu familiärem Krebsrisiko deutet darauf hin, dass auch eine Veranlagung zu Lungenkrebs vererbt werden kann. Kinder von lungenkrebskranken Menschen haben demnach ein erhöhtes Risiko selbst Lungenkrebs zu entwickeln. Dieses Risiko ist höher, wenn der Elternteil in jüngeren Jahren erkrankt ist.

Wie die Zusammenhänge genau sind, weiß man noch nicht. Es ist auch nicht geklärt, ob die Ergebnisse auf Deutschland zu übertragen sind. Eine Diagnosemethode, mit der man gezielt nach einem ererbten Risiko suchen könnte, gibt es bisher nicht.

Mehr Information: Ansprechpartner, Linktipps, Quellen

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