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Lungenkrebs

Lungenkrebs: Risiko und Vorbeugung

Letzte Aktualisierung: 09.12.2022
  • Schadstoffe spielen bei der Entstehung von Lungenkrebs eine besonders große Rolle. Dabei gilt Rauchen als der wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs.
  • Wenn Sie also auf Zigaretten verzichten, können Sie sich am besten vor Lungenkrebs schützen. Daneben gibt es noch weitere Möglichkeiten sein persönliches Lungenkrebs-Risiko zu senken.
  • Einen hundertprozentig sicheren Schutz vor Lungenkrebs gibt es jedoch nicht. Selbst wer immer gesund gelebt hat, kann Lungenkrebs bekommen – auch wenn das Risiko deutlich geringer ist.
Eine junge Raucherin sitz hinter dem Steuer eines Autos - die Beifahrerin wendet sich hustend ab
Wer sein Lungenkrebs-Risiko senken möchte, sollte nicht nur selbst auf Zigaretten verzichten, sondern auch vermeiden passiv zu rauchen. © innovatedcaptures, iStock.com

Wenn Sie nicht rauchen oder mit dem Rauchen aufhören, schützen Sie sich am besten vor Lungenkrebs. Vermeiden Sie aber auch, "passiv mitzurauchen", denn: Wenn man oft Tabakrauch ausgesetzt ist, erhöht sich das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken ebenfalls.

Wenn Sie in einem radonbelasteten Gebiet leben, lüften Sie regelmäßig. Verringern Sie bei Neubauten durch bautechnische Maßnahmen den Radongehalt in der Raumluft.

Bewegen Sie sich regelmäßig und ernähren Sie sich gesund mit viel frischem Obst und Gemüse. Nehmen Sie keine Nahrungsergänzungsmittel auf eigene Faust ein.

Kann ich auch Lungenkrebs bekommen, wenn ich immer gesund gelebt habe?

Fachleute gehen davon aus, dass sich die Erbinformation einer Zelle verändert, bevor sie sich in eine Krebszelle verwandelt. Solche Veränderungen können durch Risikofaktoren ausgelöst werden, sie können aber auch rein zufällig geschehen, ohne erkennbaren Auslöser. Bei einzelnen Betroffenen lässt sich nicht genau sagen, was die Ursache ihrer Krebserkrankung war.

Wichtig zu wissen

Auch Menschen, die gesund leben und beeinflussbare Risikofaktoren meiden, können an Lungenkrebs erkranken – ihr Risiko sinkt durch die gesunde Lebensweise aber deutlich.

Substanzen, die krebserregende Veränderungen der Erbinformation hervorrufen können, nennt man auch "kanzerogen". Auch der Begriff "karzinogen" ist üblich. Dabei zählt allein das Vermögen, aus einer Zelle eine Krebszelle zu machen, nicht ob es tatsächlich passiert. Rein statistisch gesehen spielen kanzerogene Schadstoffe bei der Entstehung von Lungenkrebs eine besonders große Rolle. Rauchen gilt dabei als der wichtigste Risikofaktor.



Ältere Frau raucht.
Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs. © Robert Kneschke, Fotolia

Dass Rauchen krebserregend ist, wissen vermutlich die meisten Menschen. Aber das Ausmaß kann doch erschrecken: Etwa neun von zehn Männern mit Lungenkrebs haben die Krankheit vermutlich durch das Rauchen bekommen. Bei Frauen sind es mehr als die Hälfte aller Betroffenen (6 von 10).

Und selbst für Nichtraucher kann Tabak ein wichtiger Risikofaktor sein. Auch wenn man nicht selbst an der Zigarette zieht, sondern mit einer Raucherin oder einem Raucher zusammenlebt oder beispielweise in einer Raucherkneipe arbeitet, erhöht sich das eigene Risiko zu erkranken.

Das Risiko für Lungenkrebs steigt:

  • je länger man raucht
  • je früher man mit dem Rauchen anfängt
  • je mehr Zigaretten (oder Zigarren oder Pfeifentabak) man raucht
  • je mehr man passiv mitraucht

Inzwischen gehen Experten davon aus, dass die Dauer des Rauchens das Risiko am stärksten beeinflusst. Allerdings steigt das Risiko auch mit der Menge der Zigaretten, die man raucht. Als Messgröße dafür wie viel jemand in den letzten Jahren geraucht hat, wurde der Begriff "Packungsjahre" geprägt: 1 Packungsjahr bedeutet, dass man über ein Jahr lang jeden Tag eine Packung Zigaretten geraucht hat.

Vorbeugen mit Soforteffekt: Rauchstopp

Was kann man tun, um das eigene Risiko zu senken? Für rauchende Menschen lohnt es sich nicht, auf vermeintlich "leichte" Zigaretten umzusteigen. Die haben zwar weniger Teer und Nikotin, aber sie erhöhen das Risiko fast genauso wie "starke". Weniger Zigaretten am Tag zu rauchen, reduziert das Risiko auch nicht verlässlich. Denn es zählt nicht nur die Anzahl, sondern auch wie tief man inhaliert oder wie oft man an einer Zigarette zieht.

Das einzige, was einen wirksamen Effekt hat und auf Dauer das Risiko wieder senkt:

  • Mit dem Rauchen aufhören!

Was direkt beim Rauchstopp passiert: Sobald man keine krebserregenden Inhaltsstoffe mehr inhaliert, steigert man sein Risiko nicht noch mehr. Und je länger man nicht mehr raucht, desto weiter sinkt sogar das persönliche Risiko an Lungenkrebs zu erkranken.

In Körben steht verschiedenes Gemüse.
Wer viel Obst und Gemüse isst, beugt auch Lungenkrebs vor. © Thinkstock

Eine gesunde Ernährung schützt vor Krebs. Welche pflanzlichen Inhaltsstoffe dafür verantwortlich sind und wie groß der schützende Effekt ist, konnten Fachleute bisher nicht abschließend klären.

Sie haben aber auch festgestellt: Dieser Schutz lässt sich nicht durch die Einnahme von Vitamintabletten oder anderen Nahrungsergänzungsmitteln erzielen.
Bei einigen Studien ergab sich sogar der umgekehrte Effekt: Das Risiko für Lungenkrebs könnte bei Einnahme von bestimmten Vitaminen wie ß-Carotin, Vitamin B6 oder Vitamin B12 in Form von Nahrungsergänzungsmitteln sogar steigen

Daher empfehlen Experten:

Sport statt Sitzen

Neuere Studien weisen darauf hin, dass es bei der Bewegung einen dosisabhängigen Effekt gibt – oder umgangssprachlich: viel hilft viel. Je häufiger und intensiver man sich bewegt oder Sport treibt, desto mehr reduziert man sein persönliches Risiko für Krebs allgemein.

Experten empfehlen zur Vorbeugung von Krebs:

  • mindestens 150 Minuten leichtes Training oder
  • 75 Minuten intensives Training pro Woche.

Bei Rauchern kann Sport den negativen Effekt von Zigaretten keinesfalls aufheben, aber auch sie profitieren von regelmäßiger Bewegung. Um es deutlich zu machen: Das Lungenkrebs-Risiko eines Rauchers, der sich nicht bewegt ist größer als das Risiko eines Rauchers, der sich regelmäßig bewegt.

Junge Raucherin sitzt mit einer Wolldecke auf dem Sofa
Kommt zum Zigarettenkonsum Bewegungsmangel hinzu, erhöht sich das Krebsrisiko nochmal © EmirMemedovski, iStock.com

Bei Raucherinnen und Rauchern kann Sport den negativen Effekt von Zigaretten keinesfalls aufheben, aber auch sie profitieren von regelmäßiger Bewegung. Um es deutlich zu machen: Wer raucht und außerdem nicht auf regelmäßige Bewegung achtet, hat eine größeres Lungenkrebs-Risiko als jemand der raucht, aber regelmäßig körperlich aktiv ist.

Gerät zum Messern des Radongehalts in der Luft
Es gibt Geräte, mit denen man den Radongehalt in der Raumluft messen kann © TakeActionOnRadon, Pixabay

Radon ist ein radioaktives Edelgas, das in manchen Gebieten Deutschlands vermehrt aus dem Boden dringen kann. Das ist zum Beispiel im Harz, im Bayerischen Wald, im südlichen Schwarzwald und im Erzgebirge der Fall.

Das Gas kann aus dem Boden in schlecht isolierte Wohnhäuser gelangen und sich dort in der Raumluft anreichern, vor allem in Kellern und Souterrains. Personen, die sich in solchen Räumen aufhalten, atmen Radon mit der Luft ein. Wenn es zerfällt, entsteht eine sogenannte α-Strahlung. Die wirkt in der Lunge direkt auf das Gewebe und kann zu Krebs führen. Dabei gilt: Je höher der Radongehalt, desto höher das Risiko.

Das Risiko für Lungenkrebs (durch Radon) lässt sich senken durch:

  • bautechnische Maßnahmen, um den Radongehalt in der Luft zu verringern
  • häufiges intensives Lüften


Feinstaub und Dieselabgase

Geht es um Lungenkarzinome durch Luftverschmutzung, ist Feinstaub der wichtigste Risikofaktor. Damit sind kleinste Partikel gemeint, die in die Lunge vordringen und dort Entzündungen und Lungenkrebs auslösen können.
Ein Beispiel sind Teilchen, die beim Reifenabrief auf den Straßen entstehen. Doch die Hauptquellen für Feinstaub in Deutschland sind Verbrennungsprozesse im Haushalt und in der Industrie, aber auch im Straßenverkehr.

Krebserregender Asbest
Asbest wurde 1993 in Deutschland verboten, doch alte Produkte gibt es immer noch. © Tunatura, Shutterstock

Wer in seinem Beruf krebserregende Schadstoffe einatmet, hat ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs. Unter diese krebserregenden Schadstoffe fallen unter anderen Asbest, Arsen, Cadmium, Chromate, Nickel, Siliziumdioxid und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Etwa 9 bis 15 von 100 Lungenkrebserkrankungen führen Fachleute auf solche kanzerogenen Stoffe zurück. Diese Schadstoffe entstehen in verschiedenen Arbeitsumfeldern, Chromate beispielsweise bei der Verchromung oder bei der Herstellung von Chrom-Nickel-Stahl, Nickel beim Schweißen oder beim Maschinenbau und PAK entstehen zum Beispiel in der Kohlegasproduktion.

Auch durch ionisierende Strahlung kann das Risiko für Krebs im Beruf erhöht sein. Ein Beispiel für einen solchen Arbeitsplatz ist der Bergbau, ein anderes das Flugzeug für das regelmäßig fliegende Flugpersonal.

In Deutschland sind die Arbeitsschutzvorschriften streng. Der Arbeitgeber muss die Einhaltung der Grenzwerte und weiterer Schutzmaßnahmen sicherstellen. Trotzdem ist es möglich, dass man Lungenkrebs durch Risikofaktoren am Arbeitsplatz bekommt. Es gibt zum Beispiel Menschen, die Lungenkrebs bekommen, weil sie vor Jahrzehnten mit Asbest in Berührung kamen.

Wer den Verdacht hat, dass er durch sein berufliches Umfeld Krebs bekommen hat, sollte sich an seine Ärztin oder seinen Arzt wenden. Weitere Ansprechpartner sind die entsprechende Berufsgenossenschaft oder die Unfallkasse.

Zum Weiterlesen

Eine in Schweden durchgeführte Studie zu familiärem Krebsrisiko deutet darauf hin, dass eine Veranlagung zu Lungenkrebs vererbt werden kann. Kinder von lungenkrebskranken Menschen haben demnach ein erhöhtes Risiko selbst Lungenkrebs zu entwickeln. Dieses Risiko ist höher, wenn der Elternteil in jüngeren Jahren erkrankt ist.

Ob das an ähnlichen Risikofaktoren liegt, denen diese Menschen ausgesetzt waren oder an bisher nicht bekannten erblichen Faktoren, ist nicht klar. Einen allgemeinen Test auf ein erhöhtes familiäres Lungenkrebsrisiko gibt es daher nicht.

Es gibt aber seltene erbliche Krebs-Syndrome, die unter anderem zu einem erhöhten Lungenkrebsrisiko führen, beispielsweise das Li-Fraumeni-Syndrom. Diese beruhen auf Veränderungen im Erbmaterial, die Betroffene an ihre Nachkommen weitergeben können und die mit einem Gentest nachweisbar sind. Sie sind allerdings sehr selten.



Quellen zum Weiterlesen (Auswahl)

Der Krebsinformationsdienst hat zur Erstellung des Textes im Wesentlichen auf die S3-Behandlungsleitlinie deutscher Fachgesellschaften zurückgegriffen. Weitere Quellen sind unter Lungenkrebs: Adressen, Broschüren, Fachliteratur aufgeführt.

Fachartikel

Kharazmi E, Fallah M, Sundquist K, Hemminki K. Familial risk of early and late onset cancer: nationwide prospective cohort study. BMJ. 2012 Dec 20;345:e8076. doi: 10.1136/bmj.e8076.

Informationen von Behörden und Institutionen

Tabakrauch und Zigaretten: Die Stabsstelle Krebsprävention des Deutschen Krebsforschungszentrums und das dort eingebundene WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle bieten zahlreiche Informationen rund um das Thema "Rauchen als Krebsrisikofaktor".

Berufliche Risiken:

      Informationen zu den einzelnen Berufskrankheiten sowie zu den auslösender Faktoren stellt die

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

      im Internet bereit.Ausführliche Information über Berufskrankheiten und das Anerkennungsverfahren bietet die

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

Umwelteinflüsse: Das Umweltbundesamt (UBA) informiert auf seinen Webseiten über gesundheitlich belastende Umwelteinflüsse, etwa über Luftverschmutzung oder Feinstaub.

Radon: Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) informiert über Radon und die möglichen Schutzmaßnahmen auf seiner Webseite

 

Weitere Themen

Erstellt: 09.12.2022

Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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