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Leben mit einem Stoma

Hilfe auf dem Weg zu mehr Normalität

Der Begriff "Stoma" wird in der Medizin für einen künstlichen Darmausgang, eine künstliche Harnableitung oder einen bleibenden Luftröhrenschnitt verwendet. Bei Krebspatienten kann ein solcher Eingriff bei einem Tumor im Darm, in der Blase oder in den Atemwegen notwendig werden. Auch wenn viele Stomaformen nicht dauerhaft erhalten bleiben, brauchen Betroffene für den Umgang mit ihrem Stoma Unterstützung und Anleitung, um im Alltag so selbstverständlich wie bisher leben zu können.

Erstellt: 29.10.2019
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Stoma: Was bedeutet dieser Begriff?

Frau trägt einen Stomabeutel © Matuska, Shutterstock
Manche Menschen mit Darmkrebs tragen ein Stoma, das auf die Haut aufgeklebt wird. © Matuska, Shutterstock

Allgemeine Bedeutung: Der Begriff Stoma (Mehrzahl: Stomata) kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Öffnung" oder "Mund" und wird in der Medizin für eine durch eine Operation geschaffene künstliche Körperöffnung verwendet. Ein Stoma kann vorübergehend angelegt werden oder dauerhaft bestehen bleiben.

Besondere Formen von Stomata: Im engeren Sinn sind für Krebspatienten die Begriffe Tracheostoma, Urostoma und Kolostoma wichtig. Ein Tracheostoma ist ein Zugang zur Luftröhre über den Hals, meist nach Kehlkopfkrebs. Urostoma steht für eine künstliche Harnableitung nach Blasenkrebs oder schweren gynäkologischen Krebserkrankungen. Das Kolostoma ist ein künstlicher Dickdarmausgang nach Darmkrebs. Seltener wird ein Ileostoma angelegt: Das wird notwendig, wenn nach ausgedehntem Dickdarmkrebs (oder einer anderen schwerwiegenden Darmveränderung) Dünndarminhalt durch die Bauchdecke nach außen abgeleitet werden muss.

Alltag mit dem Stoma: Den Umgang lernen

Eine Operation, die zur Anlegung dieser Stomata führt, ist meist umfangreich. Betroffene Patienten brauchen Zeit, um sich wieder zu erholen. Der Umgang mit der neuen Situation wird schon im Krankenhaus geübt. Für Betroffene ist zudem eine Rehabilitationsmaßnahme wichtig, in der sie den Umgang mit ihrem Stoma lernen.

Psychische Belastung: Die psychische Auseinandersetzung mit einer solch eingreifenden Veränderung ist nicht leicht. Viele Betroffene haben zunächst Angst, mit dem Stoma aufzufallen. Sie fürchten, in der Familie, bei Freunden oder am Arbeitsplatz auf Ablehnung zu stoßen. So kann etwa die Ausscheidung durch ein Kolostoma nicht kontrolliert werden, was unter Umständen zu einer Geräusch- und Geruchsbelästigung führt.

Eine ganz wichtige Frage für Betroffene ist auch: Bin ich noch attraktiv für meine Partnerin oder meinen Partner? Vielen Menschen fällt es in dieser Situation schwer, über Intimität und Sexualität zu sprechen oder die richtigen Worte dafür zu finden. Die Ratgeber "Sexualität und Krebs" des Krebsinformationsdienstes und der Krebsliga Schweiz können Betroffenen in dieser Situation eine erste Orientierung bieten.

Anlaufstellen und Ansprechpartner: Unterstützung finden

Anlaufstelle für eine Unterstützung beim Umgang mit solchen Problemen sind unter anderem die regionalen Krebsberatungsstellen. Für Patienten und Angehörige haben zudem die Erfahrungen anderer Betroffener einen hohen Stellenwert: Der Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe und das Informationsmaterial, das bundesweite Organisationen zusammenstellen, hilft bei der Bewältigung von praktischen Problemen im Alltag oft immens weiter.

Für die häusliche Versorgung ist ein erster Ansprechpartner das Sanitätshaus, in dem die Hilfsmittel zur Stomaversorgung bezogen werden. Auch dort stehen in der Regel speziell geschulte Stomaberater zur Verfügung.