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Lungenkrebs, Foto: MOREDUN ANIMAL HEALTH LTD/SPL/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Lungenkrebs: Leben mit der Erkrankung

Was können Patienten nach einer Lungenkrebserkrankung selbst für sich tun? Wie kann man den Heilungsprozess unterstützen, das Rückfallrisiko mindern und die Lebensqualität verbessern? Auf welche Hilfe können Betroffene bauen, bei welchen Angeboten sollten sie eher zurückhaltend sein?
Der folgende Text bietet Betroffenen, ihren Familien und Freunden sowie Interessierten Tipps für den Alltag mit und nach Lungenkrebs. Was im Einzelfall passt und was nicht, hängt jedoch sehr von der individuellen Situation ab. Ohne die Rücksprache mit den behandelnden Ärzten sollten Patienten daher nicht selbst aktiv werden.
Genutzte Quellen sind am Textende aufgeführt. Weitere Linktipps finden sich im Text "Mehr wissen über Lungenkrebs".

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Eigeninitiative: Was kann man selbst tun?

Viele Patienten wollen nach der medizinischen Behandlung selbst etwas für sich tun, um den Heilungsverlauf und ihre Erholung zu unterstützen. Was für Lungenkrebspatienten sinnvoll ist und was nicht, hängt stark von der persönlichen Situation ab - es gibt nur wenige pauschale Rezepte, die für alle Betroffenen Gültigkeit haben. Ob man sich mehr bewegen und anders als vor der Erkrankung ernähren möchte, ob man Hilfe bei der psychischen Bewältigung wünscht, oder ob Freunde und Familie zu alternativen Krebsmedikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln raten: Was nützt, was schadet, hängt von der persönlichen Krankheitssituation ab. Auf jeden Fall sollten alle Maßnahmen mit den behandelnden Ärzten abgestimmt werden.

Vorsichtig sollten Patienten auch sein, wenn es um die Behandlung konkreter Beschwerden geht: Für Betroffene mit Lungenkrebs ist eine gute supportive, unterstützende Behandlung wichtig, mehr dazu im Kapitel "Unterstützung bei belastenden Symptomen". Eine so genannte komplementäre oder ergänzende alternative Behandlung ist nicht das Gleiche, wird aber häufig damit verwechselt: Sie kann die supportive Therapie nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht ersetzen.

Ernährung: Ausreichend und ausgewogen

Viele Patienten mit Lungenkrebs leiden durch die Erkrankung und die Behandlung an Appetitstörungen und Gewichtsverlust. Eine ausreichende und ausgewogene Nahrungsaufnahme ist daher wichtig. Sie kann den Allgemeinzustand günstig beeinflussen und trägt zur Verbesserung der Lebensqualität bei. Viele Ernährungsweisen, die als "Krebsdiät" beworben werden, nehmen auf die persönlichen Bedürfnisse von Lungenkrebspatienten und die Besonderheiten der Erkrankung zu wenig Rücksicht: Immer nur Brokkoli, Vitamine in hoher Dosierung oder gar nur Rohkost und Saft - solche Empfehlungen sind einseitig und bauen nicht auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auf, auch wenn dies von den Anbietern oft behauptet wird. Auch gibt es keine Hinweise auf Lebensmittel, die für Krebspatienten regelrecht "giftig" sein sollen.

Essen, was schmeckt und gesund ist

Im Krankenhaus und während einer stationären Rehabilitation ist die Ernährungsberatung ein wichtiges Thema. Ärzte oder Ernährungsberater vermitteln individuell angepasste Empfehlungen. Dies gilt besonders für Patienten, die schon vor der Diagnose an Gewicht verloren haben und weiter abnehmen. Eine qualifizierte Beratung ist auch wichtig, wenn Betroffene während einer Behandlung nicht alles wie gewohnt vertragen.
Wirklich strenge Vorgaben sind für Krebspatienten nur bedingt sinnvoll. Entscheidend für sie ist viel eher, das zu essen, was gut verträglich ist und was schmeckt - das Stichwort heißt Wunschkost. Gerade bei Appetitmangel ist dies wichtig, damit der Spaß am Essen nicht völlig vergeht. Bei Bedarf schließt eine fundierte Ernährungstherapie auch hochkalorische Zusatznahrung ein, zum Beispiel sogenannte Astronautenkost. Diese kann der niedergelassene Arzt verschreiben, der für die Betreuung ambulant behandelter Patienten verantwortlich ist. Auch die Krankenkassen sind eine Anlaufstelle, wenn es um die Vermittlung einer Ernährungsberatung, die Eignung und die Kosten der notwendigen Produkte geht.

Hat sich der Gesundheitszustand wieder stabilisiert, ist das Gewicht wieder annähernd normal und bestehen keine Mangelerscheinungen, können Lungenkrebspatienten wieder normal essen. Für sie und ihre Familien gibt es Empfehlungen zur gesunden, ausgewogenen Ernährung von internationalen und nationalen Organisationen, mehr dazu im Text "Ernährung im Alltag". Wer sich ausgewogen ernährt und keine besonderen Mangelerscheinungen hat, braucht weder zusätzliche Vitamine und Spurenelemente noch Nahrungsergänzungsmittel.

Körperliche Aktivität: Training und Bewegung in der Nachsorge

Bewegungstherapie und Atemgymnastik beginnen für Lungenkrebspatienten meist schon im Krankenhaus. Training kann diese Physiotherapie nicht ersetzen. Sport und Bewegung tragen jedoch zur Lebensqualität bei und helfen Betroffenen, wieder Zutrauen zum eigenen Körper zu bekommen. In zahlreichen Orten haben die Landessportbünde und lokale Vereine Sportgruppen für die Krebsnachsorge eingerichtet. Unter geschulter Anleitung können Patienten dort in einer Gruppe mit anderen Betroffenen Nachwirkungen der Krebsbehandlung positiv beeinflussen und insgesamt ihr Wohlbefinden verbessern.

Sport für jeden?

Patienten mit Lungenkrebs können an solchen Kursen teilnehmen, wenn sie sich wieder erholt haben, ihre Lungenfunktion ausreichend ist, es keine Anzeichen für Metastasen gibt und der behandelnde Arzt keine Bedenken hat. Hat ein Patient stark abgenommen, spielt auch der voraussichtliche Energieverbrauch eine Rolle, der durch ausreichende Ernährung ausgeglichen werden muss.

Mehr über regionale Angebote können Lungenkrebspatienten von ihrer Krankenkasse erfahren. Eine Adressliste bietet außerdem der Deutsche Olympische Sportbund unter www.sportprogesundheit.de, Stichwort "Angebote in Ihrer Nähe". Diese Seite listet allerdings nicht nur Krebssportgruppen, sondern auch Herz-Kreislauf-Training und weitere Angebote auf.
Die Krankenkassen beteiligen sich auch an den Kosten für Krebssportgruppen, im Rahmen der ambulanten Rehabilitation. Patienten brauchen allerdings ein Rezept ihres Arztes, mehr dazu beim Thema Sport und Bewegung.

Entspannungs- und Achtsamkeitsverfahren

Achtsamkeits- und Entspannungsverfahren können Patienten mit Lungenkrebs helfen, körperliche Symptome wie etwa Atemnot oder Schmerzen besser zu verkraften. Unter Achtsamkeit versteht man, sich ganz dem Augenblick zuzuwenden und das, was an Sinneseindrücken, Gefühlen oder Gedanken da ist, zu beobachten, ohne es zu bewerten. Entspannung kann sich unmittelbar auf viele Körperfunktionen wie zum Beispiel das Atmen auswirken. Entsprechende Kurse sind Teil der Rehabilitation, auch psychosoziale Krebsberatungsstellen und Psychoonkologen vermitteln Schulungen oder bieten selbst eine Anleitung.

Alternative Verfahren außerhalb der Schulmedizin

Viele Patienten mit Lungenkrebs setzen große Hoffnungen auf alternative oder komplementäre Krebsbehandlungen. Die Erwartungen sehen dabei durchaus unterschiedlich aus: Einige Betroffene möchten Nebenwirkungen vorbeugen und versprechen sich viel von naturheilkundlichen Methoden. Andere setzen auf traditionelle Arzneimittel etwa aus der chinesischen oder der ayurvedischen Medizin. Und schließlich werden alle Lungenkrebspatienten früher oder später mit gut gemeinten Empfehlungen konfrontiert, doch diese Vitamine zu schlucken, jenes Nahrungsergänzungsmittel zu versuchen oder einen ganz bestimmten Spezialisten für Alternativmedizin aufzusuchen.

Bei so vielen Möglichkeiten fällt es Betroffenen oft nicht leicht, die "Spreu vom Weizen zu trennen": Welche Angebote sind seriös, welche nur Geschäftemacherei? Welche Mittel helfen tatsächlich, welche könnten sogar schaden? Welche sollte man nicht auf eigene Faust anwenden, weil sonst Wechselwirkungen mit der sonstigen Behandlung möglich sind?

Der Krebsinformationsdienst hat für Betroffene und Interessierte mehrere Texte zusammengestellt, die zu diesem schwierigen Thema Hintergrundinformationen bieten: Einen Überblick finden Patienten mit Lungenkrebs unter "Alternative Methoden in der Krebstherapie". Ebenfalls zum Thema gehören die Texte "Nahrungsergänzungsmittel" und "Vitamine und Spurenelemente". Eine kurze Zusammenfassung bietet ein Informationsblatt "Alternative Krebsmedizin" (PDF).

Krankheitsbewältigung: Die Zukunft zulassen

Nach der Diagnose einer Krebserkrankung setzen sich fast alle Betroffenen mit einer Vielzahl von bedrohlichen Gefühlen und Gedanken auseinander. Die Erkrankung wird als massiver Einschnitt erlebt. Die Zukunftsplanung bleibt offen, Zweifel an der Wirksamkeit der Behandlung und Angst vor dem Fortschreiten der Erkrankung kommen bei fast allen Betroffenen irgendwann auf. Es gibt Zeiten der Hilflosigkeit und der Niedergeschlagenheit, auch bei Patienten, deren Erkrankung voraussichtlich geheilt werden kann.
Häufig wird Lungenkrebs erst entdeckt, wenn die Erkrankung weit fortgeschritten ist. Patienten müssen dann damit rechnen, dass sich die Erkrankung zwar verlangsamen, aber nicht mehr heilen lässt. Allgemeingültige Aussagen lassen sich dennoch nicht treffen: Wie eine Erkrankung verläuft, ist nicht nur von dem genauen Ort des Tumors oder dem Krankheitsstadium abhängig, sondern beispielsweise auch vom Alter oder der allgemeinen Gesundheit des Patienten. Eine annähernde Einschätzung der Situation können nur die behandelnden Ärzte vornehmen, und auch sie können sich irren. Immer wieder gibt es unerwartete Verläufe, und die Erkrankung kann länger stabilisiert werden, als die Statistiken dies hätten erwarten lassen. Umgekehrt kann es aber auch vorkommen, dass eine Erkrankung überraschend schnell voranschreitet und nicht mehr auf eine Behandlung anspricht.

Wie können Patienten mit diesen Gefühlen umgehen? Welche Ansprechpartner gibt es?

  • Hilfe bekommen Patienten und Angehörige schon im Krankenhaus: Dort stehen Ansprechpartner bei den Kliniksozialdiensten zur Verfügung, in den Lungenkrebszentren und den meisten anderen spezialisierten Kliniken arbeiten auch Psychoonkologen.
  • Patienten, die ambulant behandelt werden, und die Angehörigen von Betroffenen können sich an die regionalen Krebsberatungsstellen wenden. Die Beratung ist in der Regel kostenlos.
  • Möchten Patienten eine längerfristige Betreuung, sind niedergelassene Psychoonkologen wichtige Ansprechpartner. Sie haben bei der Unterstützung von Krebspatienten besondere Erfahrung. Wenn die behandelnden Ärzte eine entsprechende Überweisung ausstellen, können die Krankenkassen die Kosten übernehmen. Der Krebsinformationsdienst bietet eine Adressliste von Psychoonkologen mit entsprechender Weiterbildung.
  • Einen Überblick über die Bewältigung von Angst und anderen psychischen und seelischen Folgen einer Krebsdiagnose sowie Links zu Adressen und weiteren Informationen bieten Texte unter dem Stichwort "Krankheitsverarbeitung". Für Verwandte und Freunde von Patienten hat der Krebsinformationsdienst einen eigenen Text erarbeitet, "Angehörige: Helfen und helfen lassen".

Palliativmedizin: Hilfe in der letzten Lebensphase

Fachleute für palliative Medizin begleiten schwerkranke und sterbende Menschen - nicht nur in der letzten Lebensphase. In der Palliativmedizin arbeiten Angehörige verschiedener Berufsgruppen Hand in Hand: Ärzte, Pflegefachleute, Psychologen, Seelsorger und ehrenamtliche Sterbebegleiter. Sie versuchen, Patienten und Angehörige in ihrer schwierigen Situation zu unterstützen. Palliativmediziner sind erfahren in der Schmerztherapie und helfen Patienten, eine möglichst gute Lebensqualität zu bewahren, indem sie belastende Symptome lindern. In der letzten Lebensphase kümmern sich Fachkräfte für palliative Pflege um die Betreuung der Patienten und helfen Angehörigen bei der Pflege zu Hause.

Hintergrundinformationen sowie Hinweise auf wichtige Ansprechpartner bietet das Informationsblatt (PDF) "Fortgeschrittene Krebserkrankung - Pflege und Betreuung in der letzten Lebensphase". Weitere Adressen sind in der Rubrik "Wegweiser" unter "Pflege, Palliativmedizin, Hospize" aufgelistet.

Lungenkrebs überleben: Wie lange bleibt man Patient?

Wenn Lungenkrebs in einem frühen Stadium erkannt wird, besteht für Patienten die Hoffnung auf Heilung. Doch auch Patienten mit guter Prognose benötigen Zeit, um den schweren Einschnitt in ihr Leben zu verarbeiten. Viele Fragen tauchen auf: Was passiert nach der Krebstherapie? Wie lange lebt man mit dem Risiko eines Rückfalls? Muss man den Alltag auf lange Sicht anders gestalten, oder wird man irgendwann wieder leben wie vor der Erkrankung?

Informationen für Krebsüberlebende bieten die folgenden Texte: