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Lungenkrebs, Foto: MOREDUN ANIMAL HEALTH LTD/SPL/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Leben und Alltag mit Lungenkrebs

Was man für sich tun kann

  • Diagnose und Therapie eines Bronchialkarzinoms können Betroffene so beschäftigen, dass ihnen kaum Zeit bleibt, sich mit der Erkrankung auseinanderzusetzen: Die Bedeutung der Krebserkrankung für das eigene Leben wird einem vielleicht erst dann bewusst, wenn die Therapie überstanden ist.
  • Nebenwirkungen der Therapie können die Rückkehr in den Alltag zusätzlich erschweren.
  • Als Betroffene und Betroffener kann man einiges tun, um den Alltag aktiv zu gestalten, das Rückfallrisiko zu mindern und seine Lebensqualität zu verbessern.
Erstellt: 13.01.2020
Letzte Aktualisierung:

Aktiv werden: Für sich selbst sorgen

Zwei Krebspatienten gehen spazieren. Bild: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Leichte Bewegung tut vielen Betroffenen gut. Bild: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Nach der medizinischen Behandlung wollen viele Lungenkrebspatientinnen und -patienten selbst etwas für sich tun, das Leben wieder in die eigene Hand nehmen. Was ihnen gut tut und die Heilung unterstützt, was eher schadet, hängt von der individuellen Situation ab.

Bewegung, Entspannungstechniken und gutes gesundes Essen können helfen, besser mit den Folgen von Krankheit und Therapie zurecht zu kommen.

Eine psychologische Beratung kann dabei unterstützen, Sorgen und Ängste besser zu verarbeiten.

Wer unter belastenden Symptomen leidet, braucht eine gute unterstützende Behandlung, um seine Lebensqualität zu verbessern.

Um zu klären, was und wer einem in der eigenen Situation helfen kann, sollte man mit den behandelnden Ärzten sprechen.

Es gibt nur wenige pauschale Rezepte, die für alle Betroffene gleichermaßen gelten. Eines aber wird von allen Experten empfohlen: Spätestens jetzt sollte man mit dem Rauchen aufhören. Raucher leiden nach der Therapie fast dreimal häufiger unter Komplikationen als Nichtraucher. Bei Rauchern mit einem kleinzelligen Bronchialkarzinom ist zudem das Risiko, einen Zweittumor zu entwickeln, dreimal so hoch wie bei Menschen, die mit dem Rauchen aufhören.

Ernährung: Ausreichend und gut essen

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst senkt das Risiko Krebs zu entwickeln, ist also vorbeugend. Da man nicht genau weiß, welche Inhaltsstoffe der Nahrungsmittel das Risiko senken, kann man die Wirkung auch nicht mit Vitamintabletten oder Nahrungsergänzungsmitteln erzielen. Im Gegenteil. Einige Studien haben gezeigt, dass eine Einnahme beispielsweise von B6, B12 oder ß-Carotin das Risiko für Krebs erhöhen kann.

Für Menschen, die bereits Lungenkrebs haben, ist etwas anderes wichtiger: Kräfte sammeln und möglichst das Gewicht halten. Das kann eine Herausforderung sein, denn viele Lungenkrebspatienten leiden unter Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Darum lautet das Motto: Essen was schmeckt und was man gut verträgt – damit die Freude am Essen nicht vergeht. Reicht das allein nicht, kann der Arzt hochkalorische Zusatznahrung verschreiben, wie die sogenannte Astronautennahrung. Eine fundierte Ernährungsberatung kann Betroffenen und Angehörigen helfen, kalorienreich und trotzdem ausgewogen zu kochen.

Wenn das Gewicht normal ist und der Gesundheitszustand sich stabilisiert hat, können Betroffene wieder so wie Gesunde, gesund und ausgewogen essen.

Bewegung: Gut für Körper und Seele

Eine Sportgruppe macht Übungen. © janeb13, Pixabay
In vielen Orten gibt es Sportgruppen für Krebspatienten oder sogar spezielle Lungensportgruppen. © janeb13, Pixabay

Bewegung und Sport verbessern nicht nur das Wohlbefinden, sondern erhöhen auch die Belastbarkeit. Das gilt auch für Lungenkrebspatienten. Schon leichte körperliche Aktivität kann die Lebensqualität verbessern und belastende Symptome mildern. Meist beginnen Betroffene mit Physiotherapie und Atemtraining schon im Krankenhaus. Wieder zuhause kann das Training in einer Sportgruppe für Krebspatienten oder eine Lungensportgruppe weitergeführt werden. Trainieren Betroffene unter Anleitung in Lungensportgruppen, wird auch die Atemmuskulatur gezielt gekräftigt. Das hilft beim Luft holen.

Intensität der Bewegung an die eigene Leistungsfähigkeit anpassen: Wie hoch die Intensität der körperlichen Aktivität sein kann, hängt davon ab, wie gut man sich erholt hat, wie gut die Lungenfunktion ist und ob es Zeichen für einen Rückfall gibt. Da körperliche Aktivität Kalorien verbraucht, spielt auch das Gewicht eine Rolle. Hat man zu viel Gewicht verloren, spricht das eventuell gegen ein solches Training. Bevor man mit dem Training beginnt, sollte man mit dem behandelnden Arzt besprechen, welche und wieviel Bewegung gut ist.

Spricht nichts gegen körperliche Aktivität, gilt: Für Lungenkrebspatienten ist das Training in speziellen Sportgruppen Rehabilitationssport. Stellt der behandelnde Arzt eine Verordnung aus, können gesetzlich Versicherte von dem zuständigen Kostenträger einen Zuschuss bekommen.

Eine spezielle Lungensportgruppe vor Ort kann auf der Seite der Arbeitsgemeinschaft Lungensport in Deutschland e. V. gesucht werden: www.lungensport.org/lungensport-register.html (Empfohlen vom Lungeninformationsdienst).

Fokussierung: Zur Ruhe kommen

Zwei Personen sitzen im Schneidersitz © ZephyrMedia, Shutterstock
Yoga oder Meditation können helfen, nach einer Lungenkrebs-Therapie zur Ruhe zu kommen. © ZephyrMedia, Shutterstock

Gezielte Entspannung und Achtsamkeitsübungen können belastende Symptome mildern, die durch die Krankheit oder die Behandlung ausgelöst wurden wie zum Beispiel Fatigue. Darüber hinaus können sie helfen, Ängste oder Niedergeschlagenheit zu mindern. Dadurch steigt die Lebensqualität.

Geeignete Techniken sind zum Beispiel Yoga, progressive Muskelentspannung oder Meditation. Sie sollten unter fachkundiger Anleitung und nach Absprache mit den behandelnden Ärzten durchgeführt werden.

Alternative Medizin: Worauf man achten sollte

Hand sticht Akupunkturnadel in Haut © maoyunping, Shutterstock
Akupunktur kann Beschwerden bei Krebspatienten lindern. © maoyunping, Shutterstock

Auf der Suche nach sanften Methoden den Krebs zu bekämpfen oder die Heilung zu unterstützen, stoßen viele Betroffene mit Krebs auf "alternative" oder "komplementäre" Behandlungen. Doch es gibt keine nachgewiesen wirksame "alternative" Behandlung zu den gängigen Krebstherapien. Man kann eine Krebstherapie nicht durch eine sogenannte "sanftere" Methode ersetzen.

Es gibt aber Hinweise auf wirksame komplementäre, also ergänzende Behandlungen. So können Akupunktur und Akupressur belastende Symptome bei Krebspatienten mildern. Neuere Studien haben zudem gezeigt, dass hoch dosierter amerikanischer Ginseng (Panax quinquefolius) oder asiatischer Ginseng (Panax ginseng) Krebspatienten gegen Fatigue helfen können.

Zu vielen anderen Mitteln oder Methoden gibt es keine oder nur unzureichende Studien. Es fehlt also der Nachweis auf Verbesserung der Symptome oder eine Hemmung des Krebswachstums. Bei manchen Mitteln wurde sogar das Gegenteil nachgewiesen. So können manche Vitamine wie B6, B12 oder ß-Carotin das Krebswachstum fördern.

Wichtig: Eine zusätzliche Behandlung könnte die Krebstherapie beeinflussen. Sie sollte daher nur nach einem Gespräch mit den behandelnden Ärzten begonnen werden.

Krankheitsbewältigung: Hilfe annehmen

Frau mit betroffenem Gesichtsausdruck Bild: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, DKFZ
Betroffene mit Lungenkrebs müssen Sorgen und Ängste wegen der ungewissen Zukunft nicht allein tragen. Bild: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Nach der Diagnose einer Krebserkrankung setzen sich fast alle Betroffenen mit bedrohlichen Gefühlen und Gedanken auseinander. Die Erkrankung wird als massiver Einschnitt erlebt. Furcht, dass der Krebs fortschreitet oder wiederkommt, haben die meisten Betroffenen irgendwann, auch die Patienten, die voraussichtlich geheilt werden können.

Häufig wird Lungenkrebs erst entdeckt, wenn die Erkrankung weit fortgeschritten ist. Patienten müssen dann damit rechnen, dass sich das Fortschreiten der Erkrankung sich zwar verlangsamen lässt, aber keine Heilung mehr möglich ist. Allgemeingültige Aussagen lassen sich dennoch nicht treffen: Wie eine Erkrankung verläuft, ist nicht nur vom Krankheitsstadium abhängig, sondern beispielsweise auch vom Alter oder der allgemeinen Gesundheit des Patienten. Eine annähernde Einschätzung können nur die behandelnden Ärzte vornehmen, und auch sie können sich irren. Immer wieder gibt es unerwartete Verläufe, und die Erkrankung kann länger stabilisiert werden, als die Statistiken dies hätten erwarten lassen. Umgekehrt kann es aber auch vorkommen, dass eine Erkrankung überraschend schnell voranschreitet und nicht mehr auf die Behandlung anspricht.

Niemand muss die Sorgen und Ängste wegen der ungewissen Zukunft allein tragen:

Palliativmedizin: Hilfe in der letzten Lebensphase

Fachleute für palliative Medizin begleiten schwer kranke und sterbende Menschen – nicht nur in der letzten Lebensphase. In der Palliativmedizin arbeiten Menschen aus verschiedenen Berufsgruppen zusammen: Ärzte, Pflegefachleute, Psychologen, Seelsorger und ehrenamtliche Sterbebegleiter. Sie versuchen, Patienten und Angehörige in ihrer schwierigen Situation zu unterstützen.

Palliativmediziner sind erfahren in der Schmerztherapie und in der Behandlung von belastenden Symptomen. Sie helfen Patienten, bis zuletzt eine möglichst gute Lebensqualität zu bewahren und in Würde zu sterben. In der letzten Lebensphase kümmern sich Fachkräfte für palliative Pflege um die Betreuung der Patienten und helfen Angehörigen bei der Pflege zu Hause.

Lungenkrebs überleben: Wie lange bleibt man Patient?

Wenn Lungenkrebs in einem frühen Stadium erkannt wird, besteht für Patienten die Hoffnung auf Heilung. Doch auch Patienten mit guter Prognose benötigen Zeit, um den Einschnitt in ihrem Leben zu verarbeiten. Sie können über einen längeren Zeitraum unter den Folgen der Krankheit und der Therapie leiden. Auch Spätfolgen können auftauchen und die Betroffenen belasten.

Quellen und Links für Interessierte und Fachkreise