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Blasenkrebs, Foto: Wikimedia Commons © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Blasenkrebs in frühen Stadien: Behandlung und Nachsorge nicht invasiver Karzinome

Wenn der Tumor nicht in die Blasenmuskulatur eingewachsen ist

Wie Blasenkrebs behandelt werden kann, hängt vor allem vom Tumorstadium ab: Entscheidend ist, ob das Krebsgewebe bereits tiefere Schichten der Blasenwand angegriffen hat oder nicht. Der nachfolgende Text bezieht sich auf Harnblasenkrebs, der nicht in die Blasenmuskulatur eingewachsen ist, das sogenannte nicht muskelinvasive Blasenkarzinom. Er soll Patientinnen und Patienten mit frühen, nicht in die Muskelschicht der Blase eingewachsenen Tumoren, ihren Angehörigen und allen Interessierten einen Überblick über aktuelle Behandlungsmöglichkeiten bieten. Wichtig für alle Betroffenen: Informationen aus dem Internet können zwar erste Informationen bieten. Das persönliche Gespräch mit behandelnden Ärzten lässt sich jedoch nicht ersetzen.

Über die Behandlung von Tumoren, die bereits tiefer in die Blasenwand eingewachsen sind, informiert der Krebsinformationsdienst in einem eigenen Text.

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Quellen und Links

Der Krebsinformationsdienst hat zur Erstellung dieses Textes im Wesentlichen auf die Behandlungsleitlinie der deutschen Fachgesellschaften zurückgegriffen. Diese und andere verwendete Quellen sind am Ende des Textes aufgeführt. Weitere Links, Adressen und Fachinformationen bietet der Text "Mehr wissen über Harnblasenkrebs".

Nicht muskelinvasive Tumorstadien: Welche Formen gehören dazu?

Bei etwa 75 von 100 Patienten mit Blasenkrebs ist der Tumor bei der Erstdiagnose nicht in die Muskelschicht der Blase eingedrungen. Diese Tumoren werden als "nicht muskelinvasiv" bezeichnet. Eine ältere Bezeichnung ist "oberflächlicher" Blasenkrebs.

  • Dazu gehören Tumoren im Stadium Ta (nicht invasive papilläre Karzinome), Tis (Carcinoma in situ) und T1 (Tumor durchdringt die Schleimhaut, aber greift den Muskel nicht an). Mehr zu diesen Einstufungen bietet der Text "Diagnostik bei Verdacht auf Harnblasenkrebs".

Das Wichtigste in Kürze: Worauf kommt es bei der Behandlung an?

Bei vielen Patienten mit nicht muskelinvasivem Harnblasenkrebs lässt sich der Tumor durch die Harnröhre hindurch mit einer Elektroschlinge entfernen. Die sogenannte "transurethrale Resektion" oder "TUR" gehört einerseits zu den Behandlungsmöglichkeiten, sie wird aber bei vielen Betroffenen auch schon zur Abklärung bei Krankheitsverdacht durchgeführt.
Das bei der TUR entnommene Gewebe wird im Labor auf Auffälligkeiten hin untersucht. Wie es nach der TUR weitergeht, hängt von der individuellen Situation ab:

War der Tumor tatsächlich nicht muskelinvasiv und wenig aggressiv?

  • Konnte das Karzinomgewebe vollständig entfernt werden? Dann dient der Eingriff nicht nur der Diagnostik, sondern ist gleichzeitig die erste Behandlung.
    Auch wenn sich alles sichtbare Tumorgewebe entfernen ließ, so besteht trotzdem das Risiko, dass einzelne, für den Operateur nicht sichtbare Tumorzellen in der Blase zurückbleiben. Um das Risiko eines Rückfalls zu verringern, schlagen Ärzte in der Regel eine anschließende Therapie mit Medikamenten vor. Dabei werden die verschiedenen möglichen Medikamente direkt in die Blase gegeben. Diese Spülungsbehandlung heißt "Instillationstherapie".
  • Ist nicht alles Krebsgewebe bei der TUR entfernt worden? Ober zeigt sich bei der Untersuchung, dass das Tumorgewebe auffallend aggressiv wächst? Wurden mehrere Tumoren gefunden? Dann wird die transurethrale Resektion wiederholt, als sogenannte Nachresektion.
    Auch hier schließt sich für betroffene Patienten eine Instillationstherapie an, um das Rückfallrisiko zu senken.

Gibt es Hinweise auf ein hohes Rückfallrisiko? Stellt sich bei der Untersuchung des entnommenen Blasengewebes heraus, dass der Tumor doch tiefer in die Blasenwand eingewachsen war?

  • Dann empfehlen Fachleute je nach Situation statt einer TUR mit anschließender Instillationstherapie, die Harnblase vollständig operativ zu entfernen oder eine TUR mit organerhaltender Strahlen- und Chemotherapie zu probieren, mehr dazu im Text "Muskelinvasive Harnblasenkarzinome".

Um die Behandlung langfristig zu verbessern, werden in Deutschland wie in anderen Ländern außerdem klinische Studien durchgeführt. Bei Patienten, die sich im Rahmen solcher Studien behandeln lassen, kann die Therapie anders aussehen, als in diesem Text beschrieben. Allgemeine Hintergründe erläutert das Informationsblatt "Klinische Studien" (PDF).

Kann man die Behandlung solcher früh erkannten Karzinome längere Zeit aufschieben?

Was passiert, wenn man sich nicht behandeln lässt? Auf eine Heilung ohne Behandlung sollte man als Patientin oder Patient nicht vertrauen. Solche sogenannten Spontanheilungen sind bei Krebs insgesamt sehr, sehr selten. Und Blasenkrebs gehört nicht zu den Tumorarten, zu denen überhaupt eine verlässliche Anzahl von Berichten vorliegt. Wahrscheinlicher ist es, dass Karzinome unbehandelt weiter wachsen.

Trotzdem kann es Situationen geben, in denen es sinnvoll ist, die Behandlung zumindest aufzuschieben. Ein Beispiel sind etwa Betroffene, denen es aus anderen Gründen gesundheitlich sehr schlecht geht, und die eine Krebstherapie nicht verkraften würden. Der Aufschub oder der Verzicht auf eine Behandlung sind jedoch sehr persönliche Entscheidungen, die man auf keinen Fall ohne ausführliche Informationen über die Vor- und Nachteile treffen sollte.

Transurethrale Elektroresektion: Lässt sich der Tumor aus der Blasenschleimhaut herausschneiden?

Die transurethrale Elektroresektion von Blasengewebe (TUR oder TUR-B) ist für viele Blasenkrebspatienten eine wichtige Untersuchungsmethode, mehr dazu im Text "Diagnostik bei Verdacht auf Blasenkrebs". Bei kleineren, oberflächlich wachsenden Blasentumoren (Stadien Ta, T1, Tis) ist die TUR aber auch dazu geeignet, alles Krebsgewebe zu entfernen – dann ist die Untersuchung gleichzeitig auch die Behandlung.

Der Eingriff wird in Teil- oder Vollnarkose durchgeführt. Daher gehen die allermeisten Patientinnen und Patienten für einen oder mehrere Tage ins Krankenhaus. Wie vor anderen Operationen durchlaufen Betroffene vorab einige wichtige Untersuchungen: Wie ist ihr Allgemeinzustand? Gibt es Gründe, die gegen eine Teil- oder Vollnarkose sprechen?

Der Eingriff selbst dauert meist zwischen 20 und 60 Minuten: je nachdem, wie weit sich ein Tumor bereits ausgebreitet hat und wie viele auffällige Bereiche in Blase und eventuell auch in der Harnröhre vorliegen. Die Ärzte führen ein starres Untersuchungsinstrument in die Harnröhre ein. Dann entnehmen sie verdächtige oder bereits als Tumor erkannte Bereiche aus der Blasenwand.

Im Labor untersuchen Spezialisten das entnommene Gewebe. Bis die vollständigen Untersuchungsergebnisse vorliegen, kann es einige Tage dauern.
Wurden nicht bereits bei einem früheren Eingriff Gewebeproben entnommen? Dann ergeben sich erst aus dieser Untersuchung die eigentliche Tumordiagnose und die Beurteilung des Tumorstadiums.
Ob die TUR zur Therapie ausreicht, beurteilen die Pathologen anhand der Schnittränder: In der entnommenen Probe muss ein Saum gesunden Gewebes vorhanden sein. Die Gewebeprobe sollte außerdem auch gesundes Muskelgewebe aus der Blasenwand enthalten: Nur so lässt sich beurteilen, ob es sich nicht doch um einen muskelinvasiven Tumor handelt und ob die Operateure den Tumor bis in ausreichende Tiefe abgetragen haben.

Nebenwirkungen der TUR

Die TUR birgt Risiken, wie andere Operationen auch. Als Patient muss man danach zumindest kurzfristig mit Beeinträchtigungen rechnen: Möglich sind für einige Tage Blasenreizungen und Blutbeimischungen im Urin. Viele Patienten haben einige Tage lang Probleme damit, den Harndrang zu kontrollieren, bis sich der gedehnte Schließmuskel wieder erholt hat. Ungewollte größere Verletzungen der Blase oder stärkere Blutungen sind seltener, aber nicht gänzlich ausgeschlossen.
Hinzu kommen wie bei allen anderen Eingriffen auch ein gewisses Infektionsrisiko sowie mögliche, wenn auch vergleichsweise geringe Risiken durch die Narkose, mehr dazu im Text "Operationen bei Krebs".

Nachresektion: Wann ist eine zweite TUR notwendig?

Studien legen nahe: Bei etwa einem Drittel der Patienten mit sogenannten papillärem Tumor (Stadium Ta) und bei etwa der Hälfte der Patienten mit etwas tiefer eingedrungenem Tumor (T1) reicht die erste transurethrale Resektion nicht aus: Es sind noch Resttumorzellen in der Harnblasenwand nachweisbar. Zudem wird bei bis zu einem Viertel der Patienten mit T1-Tumor bei der ersten TUR fälschlicherweise ein zu niedriges Tumorstadium festgestellt. Um das Rückfallrisiko zu reduzieren, empfehlen Fachleute eine Nachresektion

  • wenn die erste TUR unvollständig war und Tumorgewebe verblieben ist oder sein könnte,
  • wenn bei der ersten TUR kein Muskelgewebe im entnommenen Gewebe zu finden war – außer bei einem wenig aggressiven papillären Tumor (Ta),
  • wenn ein T1-Tumor festgestellt wurde oder
  • wenn eine aggressiv wachsende Tumorform festgestellt wurde (sogenannte "high grade"-Tumoren) und es sich nicht um ein alleiniges sogenanntes Carcinoma in situ (Tis) handelt.

In Studien konnten Wissenschaftler zeigen, dass eine zweite TUR die Rückfallrate senkt und das krankheitsfreie Überleben verlängert. Der zweite Eingriff sollte innerhalb von sechs Wochen nach dem ersten durchgeführt werden, sofern nicht gewichtige Gründe dagegen sprechen.

Zystektomie bei nicht muskelinvasiven Karzinomen: Wann müssen Ärzte die Blase doch entfernen?

Bei den meisten Patienten, deren Tumor noch nicht in die Muskelschicht der Blase eingewachsen ist, kann die Blase erhalten bleiben.

Es gibt jedoch Ausnahmen, wenn auch vergleichsweise selten: Dazu gehören Patienten mit hohem Rückfallrisiko, die zwar keine muskelinvasiven, aber sehr aggressive Tumoren oder zum Beispiel viele kleine Krebsherde auf einmal haben. Auch für Betroffene, bei denen nach einer zunächst erfolgreichen Therapie erneut Blasenkarzinome auftreten, kann eine zweite TUR unter Umständen keine ausreichende Sicherheit bieten, auch dann nicht, wenn sich noch eine medikamentöse Nachbehandlung anschließt.

Die Entscheidung für oder gegen eine Blasenentfernung fällt weder betroffenen Patienten noch ihren behandelnden Ärzten leicht. Dies gilt auch deshalb, weil die Fachempfehlungen für diese Situation auf weniger schlüssigen Daten aufbauen, als es für fortgeschrittene, muskelinvasive Blasenkarzinome der Fall ist.
In klinischen Studien wird geprüft, ob sich mit weiteren und experimentellen Behandlungen nicht doch die Blase erhalten lässt. Ob eine solche Studie eine weitere Behandlungsmöglichkeit bietet, sollte man individuell mit den behandelnden Ärzten besprechen.

Je höher die behandelnden Ärzte anhand der individuellen Situation das Rückfallrisiko bei der TUR einschätzen, desto eher werden sie Betroffenen aber zur Zystektomie raten.

Einem Rückfall vorbeugen: Wann wird die Blase mit Medikamenten gespült?

Selbst wenn bei einer transurethralen Resektion alles Krebsgewebe entfernt wurde, bleibt Patientinnen und Patienten ein gewisses Rückfallrisiko. Auf eine Nachbehandlung verzichten daher heute nur wenige Betroffene. Um unsichtbar zurückgebliebene Tumorzellen zu zerstören, setzen Ärzte eine Art Blasenspülung ein, die sogenannte adjuvante intravesikale Instillationstherapie. Adjuvant bedeutet ergänzend, zusätzlich, unterstützend. Intravesikal steht für "in die Harnblase". Und als Instillation bezeichnen Ärzte die Gabe von Flüssigkeiten oder flüssigen Arzneimitteln in einen Körperhohlraum.

Als Medikamente eignen sich Zytostatika zur Chemotherapie, etwa Mitomycin, Epirubicin und Doxorubicin. Auch ein immunstimulierendes Medikament kommt infrage: der eigentlich für die Impfung gegen Tuberkulose entwickelte, abgeschwächte Erreger Bacillus Calmette-Guerin (BCG).

  • Beide Behandlungsformen können die Rückfallrate deutlich senken.

Voraussetzung für die Instillationsbehandlung ist eine unverletzte tiefere Blasenwand. Wurde bei der transurethralen Resektion sehr viel Gewebe auch aus tieferen Schichten entnommen? Oder kam es zu Verletzungen, bei denen die Blasenwand durchstoßen wurde? Wie und wann die Behandlung dann weitergeht, klären die Ärzte individuell.

Muss man zur Behandlung ins Krankenhaus?

Die erste Spülung schließt sich meist direkt an die TUR an, solange Betroffene noch stationär aufgenommen sind. Die weiteren Instillationsbehandlungen kann man im gleichen Krankenhaus ambulant durchführen lassen. Die meisten Patienten gehen noch am selben Tag wieder nach Hause.
Es gibt jedoch auch niedergelassene Fachärzte für Urologie mit einer Zusatzqualifikation zur Chemotherapie, die die weitere ambulante Behandlung übernehmen können. Die Zusatzbezeichnung lautet "Medikamentöse Tumortherapie".

Wann kommt Chemotherapie infrage, wann der Immunmodulator?

Für Patienten mit wenig aggressivem Tumorgewebe und niedrigem Rückfallrisiko kann eine "Frühinstillation" mit Zytostatika gleich im Anschluss oder innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Operation als ergänzende Behandlung zur TUR ausreichen. Ein niedriges Rückfallrisiko besteht beispielsweise, wenn man nur einen einzelnen Tumor anstand mehrerer hatte. Kleine Tumoren (kleiner als drei Zentimeter) haben zudem ein geringeres Risiko, wiederzukehren als größere.

Schätzen die Ärzte das Rückfallrisiko als höher ein, folgen sechs weitere Spülungen im Abstand von jeweils einer Woche. Diese Phase bezeichnet man als "Induktionstherapie". Daran schließt sich eine "Erhaltungstherapie" über ein bis drei Jahre an, vor allem bei Patienten mit hohem Rückfallrisiko. In dieser Zeit müssen Patienten im Abstand von drei bis sechs Monaten jeweils zu drei Instillationsbehandlungen im Abstand von einer Woche kommen. Eine "Frühinstillation" erhalten die meisten Patienten mit einem hohen Rückfallrisiko hingegen nicht.

  • Für die Induktionstherapie wie für die Erhaltungsphase kommen sowohl Chemotherapie wie auch BCG infrage.

Studien zufolge wirkt der Immunmodulator BCG am besten bei einer Behandlung über mindestens zwölf Monate. Dann schützt er bei Patienten mit einem mittleren bis hohen Rückfallrisiko wahrscheinlich auch besser vor einem Rückfall als eine Chemotherapie. BCG hat jedoch deutlich ausgeprägtere Nebenwirkungen als eine Chemotherapie.

  • Bei mittlerem Risiko kommen sowohl eine Chemotherapie als auch eine Behandlung mit dem Immunmodulator infrage – hier spielt auch eine Rolle, wie der Allgemeinzustand bei Therapiebeginn ist und wie belastend die Nebenwirkungen tatsächlich ausfallen. Sollte der Tumor während oder nach einer Chemotherapie zurückkehren, empfehlen Fachleute, eher auf eine BCG-Behandlung zu wechseln.
  • Bei hohem Rückfallrisiko raten Ärzte allen Patienten trotz der schwereren Nebenwirkungen zur Behandlung mit Bacillus Calmette-Guerin, über mindestens zwölf Monate.

Wie läuft die Behandlung ab?

Patienten müssen sich auf die Instillationstherapie normalerweise nicht besonders vorbereiten. Eine Narkose oder Betäubung ist nicht erforderlich, und die meisten Betroffenen können danach auch ohne Begleitperson wieder nach Hause gehen oder fahren. Trotzdem sollte man mit dem Arzt absprechen, wie viel Belastung man sich danach zumuten darf. Er informiert auch darüber, wann man spätestens vor der Behandlung nichts mehr trinken darf, um die Medikamente in der Blase nicht unnötig zu verdünnen oder zu früh auszuspülen.

Zur eigentlichen Behandlung legt der Arzt einen Blasenkatheter. Über diesen wird die Blase mit der Arzneimittellösung gefüllt, danach entfernt er den Katheter wieder. Die Lösung verbleibt für eine halbe bis zwei Stunden in der Blase. Erst dann darf man auf die Toilette und die Blase entleeren.

Welche Nebenwirkungen hat die Instillationstherapie?

Die Medikamente zur intravesikalen Instillationstherapie wirken vorwiegend in der Blase. Daher bleibt auch ein Teil der möglichen Nebenwirkungen auf die Blase begrenzt: Beide Medikamentengruppen, sowohl die verschiedenen Zytostatika wie auch der Immunmodulator BCG, führen bei vielen Betroffenen zu einer Harnblasenentzündung. Typische Beschwerden sind Harndrang, Schmerzen und eventuell Blutbeimischungen im Urin.

Bei der Chemotherapie hängt die Wahrscheinlichkeit einer ausgeprägten Entzündung von der individuellen Reaktion, der Dauer der Behandlung und der Zahl der Wiederholungen ab. Diese Entzündung heilt bei den meisten Betroffenen folgenlos wieder aus. Zu Beginn der Behandlung, wenn die Blasenfüllung während der Induktionsphase in kurzen Abständen wiederholt wird, können die Symptome allerdings sehr ausgeprägt sein.

BCG vertragen die meisten Betroffenen schlechter als die Chemotherapie. Bei der Behandlung mit Bacillus Calmette-Guerin muss man außer mit einer Blasenentzündung mit leichtem Fieber, Unwohlsein und weiteren grippeähnlichen Beschwerden rechnen. Auch Übelkeit ist möglich. Diese Symptome sind Zeichen der erwünschten Immunreaktion auf das Medikament. Wenn ungewöhnliche Beschwerden außerhalb des Harntraktes auftreten, sollte man allerdings seinen Arzt informieren. Das gilt insbesondere, wenn man nach der Behandlung länger als 48 Stunden höheres Fieber mit Temperaturen über 38,5 °C hat.

Gibt es Spätschäden? Langfristige Blasenschäden sind selten, aber nicht ganz ausgeschlossen. Möglich ist als Reaktion auf die Entzündung eine sogenannte Fibrose, bei ausgeprägter Form auch als "Schrumpfblase" bezeichnet: Das Blasengewebe wird weniger elastisch und auch empfindlicher. Man muss häufiger auf die Toilette, weil das Organ nicht mehr so viel Urin aufnehmen kann, auch das Risiko für Blasenentzündungen steigt.

Wie geht die Behandlung bei einem Rückfall weiter?

Auch wenn Patienten mit "oberflächlichen" Blasenkarzinomen gute Aussicht auf Heilung haben: Rückfälle, sogenannte Rezidive, sind nie ganz ausgeschlossen. Ärzte prüfen dann, ob man unter neuen, aber nicht muskelinvasiven Tumoren an anderen Stellen der Blase leidet, oder ob ein bereits behandelter Tumor doch tiefer in die Blasenwand einwächst. Tritt während oder nach der Chemotherapie ein Rezidiv auf? Dann stellen Ärzte die Therapie in der Regel auf den Immunmodulator BCG um.

Hat man als Patient bereits eine oder mehrere BCG-Instillationen erhalten und trotzdem kurzfristig einen Rückfall erlitten? Eine erneute Instillationstherapie ist prinzipiell möglich. Ist das Risiko hoch, dass es erneut zu einem Rückfall oder Fortschreiten des Tumorwachstums kommen wird? Dann werden die behandelnden Ärzte unter Umständen empfehlen, die Harnblase entfernen zu lassen, mehr dazu hier.

Patienten, die auf keinen Fall operiert werden möchten, können mit ihren Ärzten besprechen, ob es für sie andere medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten gibt. Einige Medikamente sind in der Erprobung – ebenso wie Kombinationen der Instillationstherapie. Zu diesen Therapien sind allerdings noch Fragen offen.
Wer sich auf neue Therapien einlassen möchte, sollte daher zunächst die Behandlung in einer klinischen Studie in Betracht ziehen. In solchen klinischen Studien sind zumindest die Rahmenbedingungen kontrolliert, und man wird als Studienteilnehmer streng überwacht und engmaschig betreut. Ob solche experimentellen Verfahren aber wirklich eine Alternative zur Blasenentfernung sein könnten, muss man individuell mit den behandelnden Ärzten klären – pauschale Auskünfte sind hier nicht möglich.

Rehabilitation: Wie lässt sich Kraft für den Alltag sammeln?

Nach einer Blasenkrebs-Erkrankung haben Patienten Anspruch auf Rehabilitation. Ziel aller dazu gehörigen Maßnahmen ist es, den gewohnten Alltag wieder meistern zu können, und die Erkrankung körperlich wie seelisch besser zu verkraften. Für ältere Patienten bedeutet dies, möglichst selbständig und wenig bis gar nicht eingeschränkt leben zu können. Für jüngere Menschen soll eine Rehabilitation nach Möglichkeit zusätzlich die Rückkehr in den Beruf erleichtern.
Die "Reha" besteht zum einen im Weiterführen der medizinischen Behandlung. Zum anderen kommen Sportangebote und/oder Physiotherapie hinzu, psychoonkologische Beratungen und Behandlungsangebote, eine Ernährungsberatung, sowie viele weitere Maßnahmen, die die Erholung fördern.
Die meisten Patienten nutzen eine dreiwöchige Anschlussrehabilitation (AHR) in einer spezialisierten Klinik. Sie wurde früher auch als Anschlussheilbehandlung (AHB) bezeichnet. Rein rechtlich schließt sich die AHR direkt an die eigentliche Krebsbehandlung an. Wann das im Einzelfall genau ist, dazu sollten sich Betroffene rechtzeitig beraten lassen. In einigen spezialisierten Zentren kann die Reha auch wie in einer Tagesklinik von zuhause aus erfolgen.

Wie eine Rehabilitation nach Krebs aussehen kann, wer bei der Antragstellung hilft und wo es weitere Informationen gibt, hat der Krebsinformationsdienst im Text "Rehabilitation nach Krebs: Was hilft beim Gesundwerden?" zusammengestellt.

Nachsorge bei nicht muskelinvasiven Blasentumoren: Wie geht es nach der Behandlung weiter?

Für die meisten Patienten mit nicht muskelinvasivem Blasenkrebs sind die Heilungsaussichten gut. Trotzdem gilt: Regelmäßige Nachuntersuchungen sind wichtig, zunächst in kürzeren, dann in längeren Abständen. Beim regelmäßigen Gang zum Arzt kann man außerdem Symptome und Beschwerden ansprechen, die möglicherweise als Folge der Erkrankung oder ihrer Behandlung auftreten. Und natürlich dienen die Untersuchungen auch dazu, einen Rückfall frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Wohin gehen zur Nachsorge? Ansprechpartner für die Nachsorge kann entweder ein niedergelassener Urologe sein. Oder man macht Termine über die Ambulanz des Krankenhauses aus, in dem die eigentliche Krebsbehandlung durchgeführt wurde. Voraussetzung ist, dass die Klinik solche ambulanten spezialfachärztlichen Leistungen erbringen darf.
Wie oft man zur Untersuchung muss, und was jeweils dazu gehört, orientiert sich am Rückfallrisiko, aber auch am Alter und daran, ob weitere Erkrankungen vorliegen, die den Allgemeinzustand beeinträchtigen.
Wichtigste Untersuchung ist für die meisten Betroffenen die Blasenspiegelung. Sie wird das erste Mal drei Monate nach der transurethralen Resektion (TUR) empfohlen. Findet zu diesem Zeitpunkt noch eine Instillationstherapie mit Medikamenten statt, dient die Blasenspiegelung gleichzeitig der Überprüfung des Therapieerfolgs.

  • Stufen die Ärzte das Rückfallrisiko als niedrig ein und ist diese erste Nachuntersuchung unauffällig, reicht es, die Untersuchung nach neun Monaten, also etwa ein Jahr nach der TUR, zu wiederholen, und dann jeweils einmal jährlich über einen Zeitraum von fünf Jahren.
  • Bei mittlerem Risiko empfehlen Fachleute eine Blasenspiegelung alle drei Monate im ersten Jahr. Im zweiten und dritten Jahr kann die Untersuchung alle sechs Monate erfolgen, ab dem vierten Jahr einmal jährlich. Die Nachsorgeuntersuchungen umfassen dann neben der Blasenspiegelung auch eine Untersuchung des Urins auf Tumorzellen (Urinzytologie).
  • Bei hohem Risiko wird die Untersuchung in den ersten zwei Jahren alle drei Monate durchgeführt, dann in halbjährlichen Abständen. Nach fünf Jahren reicht die Untersuchung einmal im Jahr. Experten empfehlen, diese jährlichen Kontrollen möglichst lebenslang beizubehalten.
    Die Nachsorgeuntersuchungen umfassen dann neben der Blasenspiegelung auch eine Untersuchung des Urins auf Tumorzellen (Urinzytologie). Einmal im Jahr kommt eine bildgebende Untersuchung des oberen Harntraktes hinzu, da auch hier neue Tumoren entstehen können.

Zum Weiterlesen: Linktipps und Quellen (Auswahl)