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Patientin und Ärztin im Gespräch © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Checkliste "Ambulante Krebstherapie"

Gut vorbereitet zur Behandlung

Viele Krebsbehandlungen finden heute ambulant statt, in Klinikambulanzen oder spezialisierten Arztpraxen. Ein Vorteil: Man kann als Patient zu Hause bleiben, in der gewohnten Umgebung. Notwendig ist jedoch eine gute Planung, damit bei der Organisation nichts übersehen wird und alle Beteiligten über die notwendigen Informationen verfügen. Das zeigen Anrufe und E-Mails, die der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums von Betroffenen und ihren Angehörigen erhält.
Antworten auf die häufigsten Fragen sowie eine Checkliste zur Vorbereitung hat der Krebsinformationsdienst in diesem Text zusammengestellt. Interessierte und Fachkreise finden Hinweise auf genutzte Quellen.

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Quellen und Links

Eine Auflistung genutzer Quellen und weiterführender Informationen findet sich am Ende der Seite.

Überblick: So kommt man gut durch die Zeit der Therapie

Viele Krebspatienten verbringen nur eine gewisse Zeit stationär im Krankenhaus, zum Beispiel rund um eine größere Operation. Wichtige Abschnitte der Behandlung finden dagegen heute meist ambulant statt. Dazu gehören bei Krebs zum Beispiel die sogenannten adjuvanten Chemotherapien oder Bestrahlungen - mit ihnen soll der Erfolg eines chirurgischen Eingriffs gefestigt werden.
Ist keine Operation erforderlich, sondern eine Bestrahlung, eine Antihormontherapie oder andere Medikamente? Dann ist möglicherweise von vornherein eine ambulante Behandlung möglich.
Auch für die Kontrolluntersuchungen in der Zeit der Nachsorge müssen Patienten in der Regel nicht stationär aufgenommen werden.

So lange wie möglich zu Hause zu bleiben und nicht ins Krankenhaus zu müssen - das ist auch den meisten Menschen sehr wichtig, deren Erkrankung fortschreitet. Damit dies gelingt, gehören zur ambulanten Versorgung je nach Situation ganz unterschiedliche Behandlungsverfahren: kleinere ambulante Eingriffe, Chemotherapie, Bestrahlungen und Medikamente, die notwendig sind, um das Tumorwachstum zu bremsen und Beschwerden zu lindern. Wichtig sind außerdem die pflegerische Versorgung und die Unterstützung für Betroffene und ihre Angehörigen im Alltag.

Patientenanmeldung © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Bei allen Betroffenen erfordert die ambulante Behandlung jedoch einige Vorbereitungen:

  • damit alles reibungslos klappt, und
  • damit man auch in unerwarteten Situationen weiß, an wen man sich wenden kann.

Wichtig ist auch: Damit man als Patient gut versorgt ist, sollte man alle Fachleute, die man einbeziehen möchte, entsprechend informieren und sie auch darum bitten, sich untereinander auszutauschen. So vermeidet man beispielsweise unnötige Doppeluntersuchungen, oder auch die Verschreibung von sich gegenseitig störenden Arzneimitteln durch verschiedene Ärzte.

  • Die folgenden Informationen sind als Anregung für Patienten und ihre Angehörigen gedacht. Sie können die konkrete Beratung mit allen beteiligten Ärzten und anderen Ansprechpartnern nicht ersetzen.

Was für einen Krebspatienten jeweils das "Richtige" ist, hängt immer auch von der persönlichen Situation ab.

Behandlungsplanung: Erste Informationen entscheidend

Von wem erhält man erste Informationen dazu, ob man ambulant behandelt werden kann oder nicht? Normalerweise ist dies der Arzt, der die aktuelle Situation anhand aller Befunde beurteilen kann, und der auch den jeweiligen Behandlungsvorschlag gemacht hat.
Bei vielen Patienten sind dies Ärzte im Krankenhaus, die vor der Entlassung die weitere Behandlung erläutern. Bei anderen ist es der Facharzt, der die Krebsdiagnose gestellt hat und nun prüft, ob von vornherein ambulant behandelt werden kann.

Mit diesen Ansprechpartnern sollte man zunächst grundsätzlich klären:

  • Kommt eine rein ambulante Therapie aus medizinischer Sicht überhaupt infrage, oder muss ich ins Krankenhaus?
  • Kann zunächst im Krankenhaus behandelt werden, und dann ambulant?
  • An wen sollte ich mich wenden? Wer bietet die entsprechende Therapie an?
  • Kann ich eine ambulante Therapie auch körperlich und von meiner Wohn- und Alltagssituation her bewältigen? Wie viel Hilfe benötige ich im Alltag? Was tun, wenn ich allein lebe oder Familie und Freunde nicht einspringen können? Gibt es Unterstützungsmöglichkeiten, um einen Krankenhausaufenthalt trotzdem zu vermeiden?

Wichtigster Ansprechpartner: Der therapieführende Arzt

Patientin und Ärztin im Gespräch © Alexander Raths/Fotolia
Gut informiert zur ambulanten Behandlung © Alexander Raths/Fotolia

Die Ärzte, mit denen man diese ersten Fragen besprochen hat, müssen nicht zwangsläufig auch die Ansprechpartner sein, die dann für die weitere Behandlung verantwortlich sind. Sie können aber erläutern, wer für die eigentliche "Therapieführung" infrage kommt: Damit ist der Arzt oder das Ärzteteam gemeint, mit denen man wesentliche Entscheidungen trifft. Diese übernehmen in der Regel auch die Verantwortung für die eigentliche Krebsbehandlung.
Je nach Situation können das niedergelassene Spezialisten sein, oder auch die Ambulanzen der auf Krebs spezialisierten Krankenhäuser.

Was, wenn die bisherigen Ärzte nicht diejenigen sind, die die Krebsbehandlung übernehmen werden? Dann helfen sie bei der Suche nach Fachärzten oder Kliniken und beraten dazu, wie man weiter vorgehen kann.
Wenn man selbst recherchieren möchte - wo findet man entsprechende Adressen?

Möglichkeit 1: Spezialisierte Krebszentren mit Tumorambulanzen oder onkologischen Sprechstunden für ambulante Patienten

Woran erkennt man, ob ein Krankenhaus auf die Krebstherapie eingerichtet ist? Heute gibt es eine Reihe von Kriterien für Kliniken, die ihre besondere Erfahrung mit Krebspatienten auch ausweisen möchten:

  • Sie arbeiten "interdisziplinär": Fachleute verschiedener Richtungen arbeiten Hand in Hand, kein Patient ist auf die Erfahrung nur eines einzelnen Arztes angewiesen, auch besonders qualifizierte Pflegekräfte sind einbezogen.
  • Die Kliniken bieten sozialrechtliche Beratung, psychologische Betreuung, Information zu Ernährungsfragen und weiteren Themen an.
  • Sie beteiligen sich an der Verbesserung der Krebstherapie: Patienten wird neben der Behandlung nach modernen Standards auch die Teilnahme an klinischen Studien angeboten.

Wichtig für die ambulante Krebsbehandlung ist außerdem die Rechtsform der Einrichtung: Die Klinik muss eine "Ambulanzlizenz" besitzen, also eine besondere Zulassung, damit sie Tumorsprechstunden und Therapien für ambulante Patienten anbieten darf.
Schließlich spielen auch ganz persönliche Kriterien eine Rolle, etwa die Entfernung zum Wohnort oder die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Folgende Linktipps helfen bei der Suche ebenfalls weiter:

Daten zu ihrem Angebot, aber auch zu ihrer tatsächlichen Leistung und zur Zahl der jährlich behandelten Patienten müssen die Krankenhäuser seit einigen Jahren offen legen, zumindest die Krankenhäuser der sogenannten Regelversorgung. Diese Qualitätsberichte nutzen Ärzte, aber auch Krankenkassen, wenn sie Patienten und Versicherte zur Klinikwahl beraten.

Möglichkeit 2: Niedergelassene Fachärzte

Fachärzte für Innere Medizin können sich auf "Hämatologie und Onkologie" spezialisieren. Sie bieten Krebspatienten Behandlung und Betreuung. Dazu gehören nicht nur besondere Angebote wie etwa die ambulante Chemotherapie, sondern auch die ärztliche Begleitung, wenn sich eine Erkrankung verschlechtert.

  • Adressen seiner Mitglieder bietet beispielsweise der entsprechende Berufsverband unter www.bnho.de.
  • Auch weitere Fachverbände weisen ihre spezialisierten Mitglieder oft auf ihren Internetseiten aus.

Außer den Hämatologen-Onkologen haben auch weitere Fachärzte die Möglichkeit, sich zum Thema Krebs weiter fortzubilden und ihre Qualifikation entsprechend auszuweisen. So gibt es beispielsweise Frauenärzte mit dem Schwerpunkt "Gynäkologische Onkologie", oder Urologen für Uro-Onkologie, erkennbar oft auch an der Zusatzbezeichnung "Medikamentöse Tumortherapie". Sie können für Krebspatientinnen und Krebspatienten ebenfalls gute Ansprechpartner für die ambulante Behandlung sein.

Diese und weitere Adressen können die regionalen Ärztekammern vermitteln.

Mit- und Weiterbehandlung: Andere Ärzte einbinden

Vielen Patienten ist es wichtig, dass ihre bisherigen Ärzte eingebunden bleiben, etwa der Hausarzt. Das kann ganz praktische Vorteile bieten: etwa dann, wenn man für die eigentliche Krebstherapie weite Anfahrtswege hat und noch einen Ansprechpartner vor Ort haben möchte. Dann ist es durchaus möglich, dass der therapieführende Arzt seine Kollegen über Arztbriefe informiert und ihnen Befunde zur Verfügung stellt.
Wichtig ist dann aber die Klärung, wer wann und wofür zuständig ist:

  • Mit wem bespreche ich die Therapieplanung? Wer kann die Behandlungsplanung bei Bedarf ändern?
  • Wer nimmt notwendige Untersuchungen vor, wer stellt bei Bedarf die Überweisungen zu anderen Fachärzten aus? Bei wem laufen alle Befunde zur Bewertung zusammen?
  • Wer verschreibt regelmäßig benötigte Medikamente? Wer verordnet bei Bedarf häusliche Krankenpflege, Hilfsmittel und Gebrauchsmaterialien zur Pflege, Physiotherapie oder weitere Leistungen?
  • Wer ist zuständig für die Krankmeldung und weitere Bescheinigungen?
  • Wer ist Ansprechpartner, wenn es zu einer plötzlichen Änderung der Situation kommt, etwa, wenn Beschwerden auftreten oder neue Symptome?
  • Wohin gehe ich bei Notfällen, vor allem abends, am Wochenende und an Feiertagen?

Eine ähnliche Situation betrifft Patienten, die außer Krebs noch eine weitere behandlungsbedürftige Erkrankung haben. Wie sieht es zum Beispiel aus, wenn bisher der Hausarzt wegen Bluthochdruck, Herzbeschwerden oder Zuckerkrankheit behandelt hat, oder wenn man wegen Gelenkbeschwerden schon lange regelmäßig zum Orthopäden geht?

In dieser Situation sollten die behandelnden Ärzte sich austauschen und klären, wer welche Rolle übernimmt. Wie kann man als Patient die reibungslose Kommunikation unterstützen? Ein Beispiel ist die Bitte, dass Arztbriefe, Befunde und Therapiepläne ausgetauscht werden, oder dass man selbst Kopien erhält, um sie bei Bedarf weitergeben zu können. Auch über die Medikamente, die man gerade einnimmt, sollten die beteiligten Ärzte Bescheid wissen, ebenso über Unverträglichkeiten oder Allergien, die vielleicht schon einmal aufgetreten sind.
Welche Vorteile hat man als Patient von einer engen Abstimmung?

  • Man vermeidet unnötige Tests und Untersuchungen, weil die Ärzte alle bereits vorliegenden Befunde kennen.
  • Auch die Gefahr, dass die gegen die Erkrankungen eingesetzten Medikamente sich gegenseitig stören, wird geringer.
  • Alle Ärzte wissen darüber Bescheid, ob es noch andere Erkrankungen gibt, oder ob in der Vergangenheit schon einmal Allergien auf Medikamente vorgekommen sind.

Unterstützung im Alltag: Krankentransport, Pflege, Begleitung

Welche Hilfe kann man als Patient im Alltag erhalten, um einen Krankenhausaufenthalt zu vermeiden?

Krankentransport

Eine Krebsbehandlung beeinträchtigt nicht selten die Fahrtüchtigkeit: Selbst mit dem Auto zur ambulanten Chemotherapie fahren – das sollte man auf keinen Fall ohne Rücksprache mit den Ärzten versuchen.
Bescheinigen die behandelnden Ärzte, dass die ambulante Betreuung eine stationäre Behandlung ersetzt oder verkürzt, dann kann die Krankenversicherung für Abhilfe sorgen. Typische Beispiele sind die Fahrten zu einer ambulanten Chemotherapie oder Bestrahlung.
Was übernehmen die Kassen?
Hier hilft nur die individuelle Klärung. Infrage kommen die Kostenübernahme für öffentliche Verkehrsmittel, eventuell auch die Kosten für die Autofahrt mit Verwandten oder Freunden. Sind öffentliche Verkehrsmittel nicht zumutbar, kann die Kasse auch ein Taxi oder einen Krankentransport bewilligen.
Diese Leistungen müssen trotz der Verordnung durch den Arzt vorab von der Kasse bestätigt werden, Ausnahmen sind normalerweise nur bei Notfällen möglich. Patienten, die nicht von der Zuzahlungspflicht befreit sind, müssen außerdem einen gewissen Eigenanteil selbst tragen.

Häusliche Versorgung

Krebspatienten können häusliche Krankenpflege erhalten, wenn dadurch ein Krankenhausaufenthalt vermieden oder zumindest verkürzt wird. Sind kleine Kinder im Haushalt, die anders nicht versorgt werden können, ist sogar zeitweilig eine Haushaltshilfe möglich.
Wer hilft bei der Organisation?

Patienten, die von vornherein oder nach einem Rückfall ambulant behandelt werden, besprechen den Bedarf mit ihrem therapieführenden Arzt. Er kann die entsprechenden Verordnungen ausstellen.
Über die allgemeinen Möglichkeiten informieren die Krankenversicherungen; sie helfen auch bei der eigentlichen Organisation weiter.

Für Krebspatienten, die nach einer Krankenhausbehandlung nach Hause entlassen werden, gibt es heute das sogenannte Entlassungsmanagement: Ärzte, Pflegefachleute und Sozialarbeiter helfen bei der Vorbereitung, informieren über Möglichkeiten der Versorgung und stellen die notwendigen Anträge bei der Krankenversicherung. In spezialisierten Krebszentren gibt es immer häufiger auch sogenannte Case Manager oder Patientenbegleitungen, sie sind ebenfalls Ansprechpartner für diese Unterstützung.
Je nach Bundesland hilft auch die "Brückenpflege" oder "Überleitungspflege": Sie organisiert nicht nur alles Notwendige rund um die Entlassung. Viele dieser Teams sind darauf eingerichtet, noch in den ersten Tagen zu Hause Betreuung und Beratung anzubieten, manche tun dies sogar noch längere Zeit.

Weitere Ansprechpartner und Tipps zur Organisation hat der Krebsinformationsdienst im Text "Häusliche Krankenpflege: Ansprechpartner" aufgelistet.

Pflege und Unterstützung bei fortgeschrittener Erkrankung

Möglichst nicht ins Krankenhaus, das ist der Wunsch vieler Krebspatienten, deren Erkrankung fortschreitet. Selbst die Versorgung Schwerkranker ist jedoch heute auch zu Hause möglich – vorausgesetzt, alle notwendigen Ansprechpartner arbeiten zusammen. Dafür wurde die "Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung" geschaffen, abgekürzt SAPV:
Sie sieht vor, dass der betreuende Haus- oder Facharzt spezialisierte Pflegekräfte und Palliativmediziner hinzu ziehen kann. Sie bringen viel Erfahrung in der Versorgung von Menschen mit, deren Erkrankung zwar nicht mehr geheilt, aber deren Beschwerden gelindert werden können. Ein Beispiel sind eine gute Schmerztherapie oder die engmaschige pflegerische Begleitung in der Sterbephase.

Hintergründe und Ansprechpartner listet das Informationsblatt "Fortgeschrittene Krebserkrankung: Behandlung, Pflege und Betreuung" (PDF) auf.

Vom Rezept zur Therapie: Medikamente und Hilfsmittel

Apothekenschild, Foto: Johannes Künzel © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
© Johannes Künzel, Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Medikamente, die man direkt in der Praxis oder Klinik erhält, werden meist auch dort bereitgestellt. Ein Beispiel sind Zytostatika zur Chemotherapie.

Bei einer Krebsbehandlung in einer Arztpraxis sieht das etwas anders aus: Dort benötigt man ein Rezept. Entweder geht dieses direkt vom behandelnden Arzt zur Vertragsapotheke, oder man reicht es als Patient selbst dort ein. Die Apotheke beschafft die Medikamente oder bereitet sie zu.
Infusionslösungen etwa zur ambulanten Chemotherapie stellen nicht alle Apotheken her. Die Medikamente, die man als Krebspatient zu Hause benötigt, kann man aber normalerweise in jeder Apotheke bekommen oder auch über Versandapotheken bestellen. Wer Rezepte normalerweise im Internet einlöst, sollte die meist längeren Lieferfristen beachten und auch an Notfälle denken.

Welche Apotheke nachts und an Wochenende geöffnet hat, erfährt man über die regionalen Tageszeitungen, unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 00 22 8 33, mobil innerhalb Deutschlands ohne Vorwahl über 22833 (0,69 €/Min.), oder im Internet, zum Beispiel bei Tageszeitungen oder den regionalen Apothekerkammern.

Hilfsmittel

Krebspatienten benötigen während der ambulanten Behandlung und danach nicht selten auch Hilfsmittel. Im Gesundheitswesen versteht man darunter Produkte, die den Umgang mit einer Erkrankung erleichtern oder zur Versorgung und Pflege notwendig sind.
Beispiel sind etwa Kontinenzeinlagen, wenn die Erkrankung die Fähigkeit beeinträchtigt, Blase und Darm zu kontrollieren, Inhalationsgeräte oder Atemhilfen bei Atembeschwerden, Ernährungssonden und Ähnliches.

Hilfsmittel müssen vom Arzt verordnet werden, und die Beschaffung muss bei gesetzlich Versicherten außerdem die Krankenkasse vorab genehmigen.
Erhältlich sind Hilfsmittel in Apotheken und Sanitätshäusern. Viele Kassen haben allerdings mit Lieferanten besondere Verträge abgeschlossen. Das bedeutet: Man kann und muss die Hilfsmittel nicht selbst beschaffen, sondern erhält die notwendigen Produkte direkt vom Lieferanten.
Über die genauen Abläufe informieren die Versicherungen in ihren Geschäftsstellen und über ihre Telefonberatung.

Die Krankenakte: Wichtige Unterlagen bereit haben

Im Krankenhaus werden alle wichtigen Unterlagen in der Krankenakte gesammelt, heute meist sogar elektronisch. Wie sieht es bei der ambulanten Krebsbehandlung in der Arztpraxis aus? Die zuständigen Ärzte dokumentieren ebenfalls sämtliche Maßnahmen zu Diagnostik und Behandlung und alle medizinischen Befunde.

Am 1. Januar 2014 hat zudem die sogenannte elektronische Gesundheitskarte die bisherige Versicherungschipkarte abgelöst. Noch ist es nicht so weit, aber langfristig sollen auf dieser neuen Chipkarte auch wichtige Krankendaten gespeichert werden können – natürlich nur, wenn man als Patient damit einverstanden ist.
Bis es soweit ist, sollten Patienten selbst einige Unterlagen aufbewahren. Das dient nicht nur der eigenen Information. Auch bei Notfällen sind die wichtigsten Fakten schnell bei der Hand. Was alles dazu gehört, sollte man mit dem therapieführenden Arzt besprechen.
Hier einige Tipps:

  • Telefonnummer und Adresse des behandelnden Arztes oder der behandelnden Tumorsprechstunde, Sprechzeiten und gegebenenfalls Vertretung
  • Arztbrief oder Befundauskunft, in der die Diagnose, die aktuellen Befunde und die aktuelle Behandlung dokumentiert sind.
  • Liste der derzeit verwendeten Arzneimittel und ihre Dosierung, möglichst auch die Beipackzettel
  • Liste der verordneten Hilfsmittel
  • Telefonnummer, Adresse und Öffnungszeiten der Apotheke, bei der man normalerweise Rezepte einlöst und rezeptfreie Mittel beschafft
  • Bei pflegebedürftigen Patienten: der schriftliche Pflegeplan, die Telefonnummer und Adressen des beauftragten Pflegedienstes und die Zeiten, zu denen jemand erreichbar ist

Warnzeichen kennen und richtig handeln: Was tun im Notfall?

Eine Situation, die viele Krebspatienten schon einmal so oder ähnlich erlebt haben: Man merkt, dass man sich nicht wohl fühlt, vielleicht bekommt man auch ein bisschen Fieber. Reicht es, wenn man ein heißes Bad nimmt und viel Tee trinkt? Oder steckt möglicherweise eine Infektion dahinter, mit der das Immunsystem wegen der Krebserkrankung und der Krebstherapie nicht von alleine fertig wird?

Worauf man als Patient selbst achten sollte, und bei welchen Warnzeichen man sofort Kontakt zum Arzt aufnehmen sollte – diese Fragen gehören unbedingt auf die Liste der Dinge, die man bei der Vorbereitung auf eine ambulante Behandlung besprechen sollte. So können Krebspatienten leichter einschätzen, was tatsächlich ein Notfall ist, und welche Warnzeichen sie nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten.

Ohne Rücksprache mit den behandelnden Ärzten sollte man auch nichts an der vorgesehenen Medikamenteneinnahme ändern. Schmerzmittel und Mittel gegen Übelkeit sollten beispielsweise nicht auf eigene Faust reduziert oder heraufgesetzt werden.

Fragen an den Arzt:

  • Welche Komplikationen könnten eventuell auftreten? Woran erkenne ich, woran erkennen meine Angehörigen, dass etwas nicht stimmt?
  • Darf ich im Zweifelsfall auf eigene Faust weitere Medikamente verwenden, zum Beispiel Schmerzmittel bei Kopfschmerzen, Abführmittel und weitere frei verkäufliche Medikamente? Oder sollte ich darauf unbedingt verzichten?
  • Wie ist der therapieführende Arzt abends oder am Wochenende zu erreichen? Wer kann ihn bei Bedarf vertreten? Falls ein Notarzt gerufen werden muss oder eine plötzliche Krankenhauseinweisung erforderlich ist – welche Informationen zur Diagnose und Behandlung müssen unbedingt übermittelt werden? Gibt es Therapien, die auch im Notfall unterbleiben sollen? Wenn ja, kann man eine entsprechende Patientenverfügung vorbereiten?
  • Welche Apotheken können im Notfall weiterhelfen, welche liefern eventuell auch nach Hause? Diese Frage ist besonders wichtig für Menschen, die normalerweise ihre Arzneimittel bei Versandapotheken bestellen.

Zum Weiterlesen: Linktipps, Quellen und Fachinformationen (Auswahl)