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Hirntumoren

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Hirntumoren

Letzte Aktualisierung: 27.05.2021
Hinweis

Dieser Text bietet einen allgemeinen Überblick zu Hirntumoren. Bei Fragen zu Ihrer individuellen Erkrankungssituation können Sie uns gerne kostenlos kontaktieren.

  • Es gibt Hirntumoren, die direkt im Gehirngewebe entstehen. Und es gibt solche, die von einem Tumor außerhalb des Gehirns abstammen – Fachleute sprechen von Hirnmetastasen.
  • Welche Beschwerden eine Patientin oder ein Patient mit Gehirntumor hat, hängt von der Größe und Lage des Tumors ab.
  • Betroffene können unterschiedliche Therapien erhalten: eine Operation, eine Bestrahlung und/oder eine Chemotherapie. Neue Therapien erhalten Patienten im Rahmen von klinischen Studien.

Hinweis: Informationen aus dem Internet können Ihnen einen Überblick bieten. Sie sind aber nicht dazu geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Das Gehirn ist in unterschiedliche Bereiche unterteilt und besteht aus verschiedenen Geweben.
Anatomie des Gehirns: Gehirntumoren können in verschiedenen Geweben des Gehirns entstehen. © Krebsinformationsdienst, DKFZ, erstellt mit BioRender

Es gibt verschiedene Formen von Gehirntumoren, je nachdem, von welchem Gewebetyp die Erkrankung ausgeht. Fachleute bezeichnen sie auch als Tumoren des zentralen Nervensystems (ZNS). Zu den ZNS-Tumoren gehören Tumoren:

  • im Gehirn,
  • im Rückenmark,
  • in den Hirn- und Rückenmarkshäuten
  • und der Hirnnerven.


Hirntumoren: häufige Tumortypen

Es gibt verschiedene Arten von Hirntumoren, die in unterschiedlichen Bereichen des Gehirns entstehen können, unter anderem Gliome, Meningeome, Neurinome oder Rückenmarkstumoren.
Lage der häufigsten Tumoren des zentralen Nervensystems. © Krebsinformationsdienst, DKFZ, erstellt mit BioRender

Je nachdem, wo ein Tumor entsteht, unterscheiden Mediziner zwischen sogenannten primären und sekundären Hirntumoren.

Primäre Hirntumoren sind Tumoren, die direkt im Gehirn entstehen: Sie können sich aus verschiedenen Zellen im Gehirn entwickeln, am häufigsten aus den Stützzellen, den sogenannten Gliazellen. Mediziner bezeichnen solche Tumoren als "Gliome".

  • Gliome: Es gibt verschiedene Arten von Gliomen, je nachdem aus welchem Zelltyp der Gliazellen sie sich entwickelt haben. Zu den Gliazellen gehören die sogenannten Astrozyten, Oligodendrozyten und die Ependym-Zellen. Daraus können sich das Astrozytom, das Oligodendrogliom und das Ependymom entwickeln. Das Glioblastom ist ein besonders aggressiv wachsendes Astrozytom.

Andere Hirntumoren, die häufiger auftreten, sind:

  • Meningeome, aus Zellen der Hirnhaut
  • Neurinome/Schwannome, aus den Zellen, die die Hirnnerven umhüllen
  • Medulloblastome, aus unreifen (embryonalen) Zellen im Kleinhirn

Es gibt auch sogenannte sekundäre Hirntumoren: Mediziner bezeichnen sie auch als Hirnmetastasen. Diese Tumoren bilden sich aus Krebszellen, die von einem Tumor außerhalb des Gehirns stammen und sich im Gehirn angesiedelt haben. Betroffene mit Hirnmetastasen erhalten eine Behandlung, die sich auch an der ursprünglichen Krebsart orientiert, von der die Metastasen stammen.

Lexikon

Gutartige Hirntumoren wachsen meist langsam und können Beschwerden verursachen. Wenn sie günstig gelegen sind, können sie durch eine Operation oft vollständig entfernt werden.

Bösartige Hirntumoren wachsen meist schnell und oft in umliegendes Gewebe. Das macht es oftmals schwer, sie vollständig zu entfernen.

Tumoren des zentralen Nervensystems können sowohl gutartig als auch bösartig verlaufen. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie schnell und ob sie in umliegendes Gewebe wachsen.

Bösartige Hirntumoren sind beispielsweise:

  • das Glioblastom
  • das diffuse oder anaplastische Astrozytom
  • das diffuse oder anaplastische Oligodendrogliom
  • das Medulloblastom

Gutartige Hirntumoren sind zum Beispiel:

  • das Meningeom
  • das Neurinom/Schwannom
  • das pilozytische Astrozytom

Wie unterscheiden sich die verschiedenen Hirntumoren noch? Neben dem Ursprungsgewebe und dem Wachstumsverhalten unterscheiden sich Gehirntumoren auch anhand genetischer Veränderungen, sogenannten Mutationen. Solche Veränderungen lassen sich durch Tests im Labor untersuchen und sind etwa bei der Behandlung von Gliomen zunehmend wichtig: anhand dieser Veränderungen können Ärztinnen und Ärzte den Krankheitsverlauf besser einschätzen und die Therapie entsprechend planen.

Wie häufig sind Hirntumoren?

Hirntumoren, die direkt im Gehirngewebe entstehen, sind selten. Sie können jedoch in jedem Lebensalter auftreten.

Erwachsene:

  • Im Jahr 2016 erkrankten etwa 7.200 Menschen an einem bösartigen Hirntumor. Zum Vergleich: Die Diagnose Darmkrebs erhielten im selben Jahr etwa 58.290 Menschen.
  • Frauen erkranken im Durchschnitt mit 66 Jahren, Männer etwas früher mit durchschnittlich 62 Jahren.
  • Der häufigste bösartige primäre Hirntumor ist das Glioblastom. Etwa die Hälfte aller Betroffenen mit einer Krebserkrankung im Gehirn erhalten diese Diagnose.

Kinder:

  • Im Jahr 2016 erhielten ungefähr 1.741 Kinder unter 15 Jahren die Diagnose Krebs.
  • Etwa 1 von 4 Kindern mit Krebs hat einen Hirntumor. Hirntumoren machen also etwa ein Viertel aller Tumorerkrankungen im Kindesalter aus.
  • Am häufigsten erkranken Kinder an Astrozytomen.


Bisher ist weitgehend unklar, wieso Hirntumoren entstehen. Experten gehen davon aus, dass sie sich überwiegend zufällig entwickeln. Das kann beispielsweise passieren, wenn sich Zellen teilen und dabei Fehler im Erbgut entstehen.

Risikofaktoren für Hirntumoren

Über Risikofaktoren ist bei Gehirntumoren bisher nicht viel bekannt. Auch die durch Studien belegten Risikofaktoren sind nur vereinzelt bei Erkrankten in der Vorgeschichte zu finden:

Das Risiko für einen Hirntumor ist erhöht

  • bei bestimmten erblichen Krankheitsbildern: das betrifft Tumor-Syndrome wie das Lynch- oder Li-Fraumeni-Syndrom sowie eine Neurofibromatose oder Tuberöse Sklerose.
  • nach einer Strahlentherapie: Hirntumoren können viele Jahre nach einer Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich oder des Schädels auftreten.
  • bei familiärer Vorbelastung: Erkranken Patienten jung an einem Hirntumor, ist das Risiko für Verwandte ersten Grades zu erkranken ebenfalls leicht erhöht. Da Hirntumoren aber sehr selten sind, ist das Risiko für Eltern und Geschwister von Hirntumorpatienten insgesamt gesehen immer noch sehr gering.
Lexikon

Tumor-Syndrome beruhen auf einer genetischen Veränderung, die man von den Eltern erben kann. Damit verbunden ist ein deutlich erhöhtes Risiko an bestimmten Krebsarten zu erkranken.

Zu einigen Faktoren können Forscher noch keine verlässlichen Aussagen treffen, ob sie das Risiko für einen Gehirntumor erhöhen oder nicht. Denn: bisher gibt es dazu nur wenige oder auch widersprüchliche Erkenntnisse aus Studien. Dazu zählen unter anderem:

  • Umweltfaktoren – wie etwa schädigende Substanzen
  • Infektionen – zum Beispiel mit bestimmten Viren
  • Lebensstil – beispielsweise Rauchen oder Alkohol trinken
  • Mobiltelefone – inwiefern ein langer und häufiger Gebrauch von Handys das Risiko beeinflusst

Fazit: Zu den Risikofaktoren für Hirntumoren sind allgemein noch viele Fragen offen. Daher untersuchen Forscherinnen und Forscher weiterhin, welche Faktoren das Risiko für einen Hirntumor begünstigen können.

Früherkennung bei Hirntumoren?

Es gibt kein gesetzliches Programm zur Früherkennung von Hirntumoren. Das liegt vor allem daran, dass Hirntumoren insgesamt eher selten sind. Zudem gibt es Hirntumoren, die innerhalb weniger Wochen auftreten können.

Es gibt keine einfachen und regelmäßig durchführbaren Tests, um Gehirntumoren sicher festzustellen. Die Magnetresonanztomographie (MRT) kann zwar Hirntumoren nachweisen, ist aber eine zeitaufwändige und teure Untersuchungsmethode. Für seltene Tumoren eignet sich eine MRT daher nicht als regelmäßige Screening-Maßnahme in der gesunden Bevölkerung.

Eine Ausnahme gilt für Personen mit einem erblichen Tumorsyndrom: Denn bei ihnen können Hirntumoren möglicherweise häufiger auftreten. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) empfiehlt Personen, bei denen der Verdacht auf ein erbliches Tumorsyndrom besteht, zunächst eine sogenannte humangenetische Beratung und gegebenenfalls eine genetische Testung.

Mögliche Maßnahmen für Personen mit erblichen Tumor-Syndromen: Wurde eine Veränderung im Erbgut nachgewiesen, die zu einem erblichen Tumorsyndrom führt? Regelmäßige Kontrollen mit bildgebenden Verfahren wie etwa einer Magnetresonanztomographie können dann zur Früherkennung eines Hirntumors beitragen. Solche Kontrollen hängen von der individuellen Situation einer Patientin oder eines Patienten ab, etwa welches Tumorsyndrom vorliegt und wie dieses bei erkrankten Familienmitgliedern verläuft.



Wichtig zu wissen

Kopfschmerzen müssen nicht zwingend auf einen Gehirntumor deuten. Neu auftretende und sich verändernde Kopfschmerzen sollten Sie aber von einem Arzt abklären lassen.

Patienten mit Hirntumoren können oft vielseitige Beschwerden haben. Solche Beschwerden können vereinzelt, aber auch zusammen auftreten und sind abhängig von der Lage des Tumors.

Folgende Symptome kann ein Hirntumor auslösen:

  • Neu auftretende epileptische Krampfanfälle: sie sind oftmals das erste Symptom für einen Hirntumor.
  • Taubheitsgefühle oder Lähmung
  • Schwindel
  • Empfindungsstörungen beim Sehen oder Hören
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bewusstseinsstörungen: Personen sind desorientiert oder benommen
  • Konzentrationsstörungen
  • Persönlichkeitsveränderungen: Personen sind leichter reizbar oder sind schneller frustriert als gewöhnlich
Eine Frau liegt auf dem Untersuchungstisch eines Magnetresonanztomographen, neben ihr steht ein Mann in einem blauen Kittel.
Eine Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein wichtiges bildgebendes Verfahren, um bei Menschen einen Hirntumor festzustellen. © Tyler Olson, Shutterstock

Bei der sogenannten Anamnese bekommen Betroffene von der behandelnden Ärztin oder dem Arzt zunächst einige Fragen gestellt: in der Regel zu vorhandenen Vorerkrankungen, Lebensgewohnheiten oder ob und welche Beschwerden sie haben.

Danach untersuchen Ärzte die Patientin oder den Patienten. Sie prüfen ihre Sinneswahrnehmungen, ihr Gedächtnis oder wie aufmerksam sie sind. Patienten müssen dafür beispielsweise ihr Gleichgewicht halten oder es wird getestet, ob sie sich uneingeschränkt bewegen können.

Besteht nach diesen Untersuchungen der Verdacht auf einen Hirntumor, folgt für die Patientin oder den Patienten eine bildgebende Untersuchung. Das ist meist eine Magnetresonanztomographie (MRT). Manchmal können auch weitere bildgebende Verfahren nötig sein, wie etwa:

Biopsie: die Diagnose sichern

Besteht auch nach der MRT ein Tumorverdacht, bekommt die Patientin oder der Patient in der Regel während einer Operation aus dem verdächtigen Bereich im Gehirn Gewebe entnommen (Biopsie). Das ist notwendig, um die Diagnose abzusichern. Nach der Biopsie untersucht eine Fachärztin oder ein Facharzt die Gewebeproben unter einem Mikroskop. Dadurch lässt sich der Tumortyp und ebenfalls mögliche Erbgutveränderungen mit molekularbiologischen Tests feststellen.

Wichtig für die Therapieplanung

Die Ergebnisse einer Biopsie helfen den behandelnden Ärztinnen und Ärzten einzuschätzen, wie gut eine Therapie voraussichtlich wirken wird.

Ob und wie die Ärzte das verdächtige Gewebe entnehmen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen die Lage des Tumors, welche Beschwerden Betroffene haben und ob Ärzte den Tumor auf jeden Fall operativ entfernen müssen:

  • Stereotaktische Biopsie: Zunächst bekommt die Patientin oder der Patient eine Narkose oder örtliche Betäubung. Danach wird der Kopf in einem Rahmen fixiert. Mithilfe einer bildgebenden Untersuchung planen die Ärzte genau, wo sie im Gehirn Gewebeproben entnehmen. Die Chirurgin oder der Chirurg rasiert dann einen kleinen Bereich des Kopfes, macht dort einen kleinen Hautschnitt und bohrt ein Loch in den Schädelknochen, das wenige Millimeter groß ist. Dadurch kann zielgenau an verdächtigen Stellen Gewebe entnommen werden. Der Eingriff dauert bis zu 2 Stunden. In Zentren mit viel Erfahrung sind Komplikationen bei Hirnbiopsien selten. Nach der Biopsie bleiben Betroffene meist wenige Tage zur Beobachtung im Krankenhaus.
  • Tumoroperation: Manchmal kann es bereits als Teil der Therapie sinnvoll sein, den Hirntumor sofort größtmöglich zu entfernen und erst danach zu untersuchen. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab – beispielsweise davon, wie groß der Hirntumor ist oder wo er liegt. Im Vergleich zur stereotaktischen Biopsie ist das aber ein größerer Eingriff. Die Chirurginnen und Chirurgen haben jedoch vielfältige Hilfsmittel, um Tumoren von Betroffenen so schonend wie möglich zu entfernen. Ob und welche Nebenwirkungen es für Patienten gibt, hängt von der Größe und Lage des Tumors ab. Die Ärzte an großen Zentren haben mit solchen Tumoroperationen jedoch viel Erfahrung.


Lexikon

Experimentelle Behandlungen sind neue Krebstherapien, zu denen es bislang nur wenige oder keine hochwertigen wissenschaftlichen Studien und Erfahrungen aus der Praxis gibt.

Da es verschiedene Formen von Hirntumoren gibt, kann sich auch die Behandlung von Hirntumor-Erkrankten unterscheiden. Grundsätzlich möglich sind: eine Operation, eine Strahlentherapie, eine Chemotherapie und je nach Erkrankungssituation auch zielgerichtete Medikamente. Manchmal kann eine Patientin oder ein Patient im Rahmen einer klinischen Studie auch eine experimentelle Therapie erhalten.

Welche Therapie infrage kommt, hängt von mehreren Faktoren ab, wie:

  • den Ursprungszellen des Tumors,
  • den genetischen Eigenschaften des Tumors wie etwa Mutationen,
  • der Lage des Tumors,
  • dem Alter, dem Allgemeinzustand und den Begleiterkrankungen der Patientin oder des Patienten.


Supportive Therapie: unterstützend zur Behandlung

Ältere Frau mit schulterlangen grauen Haaren fasst sich mit schmerzverzerrtem Gesicht mit der linken Hand an die Stirn, während sie eine rote Brille in der rechten Hand hält.
Der Gehirntumor selbst oder Nebenwirkungen einer Therapie können Beschwerden auslösen. Ziel einer supportiven Therapie ist es, solche Beschwerden zu lindern [Symbolbild]. © fizkes, Shutterstock.

Viele Patienten mit einem Hirntumor leiden aufgrund der Krebserkrankung selbst oder durch die Behandlung unter Beschwerden wie

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • epileptischen Krampfanfällen
  • einer Hirnschwellung (Hirnödem)

Eine supportive Therapie erhalten Patientinnen und Patienten unterstützend zur Krebstherapie. Sie kann Beschwerden, die durch die Krebserkrankung selbst und/oder die Behandlung entstehen, lindern oder vorbeugen.

Hat eine Patientin oder ein Patient neurologische Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Seh- und Sprachstörungen, ergreifen Ärzte bereits frühzeitig Maßnahmen, um diese zu bessern. Im Anschluss an die Krebstherapie können Patienten in der Regel eine Rehabilitation (Reha) in Anspruch nehmen, die ihnen die Rückkehr in den Alltag erleichtern soll.

Lexikon

Das Gehirn erhält zahlreiche Informationen und Reize und verarbeitet diese.

Neurokognitivie Fähigkeiten beschreiben Hirnleistungen wie etwa Aufmerksamkeit, Sprache, Denkvermögen, Orientierung, Erinnerungsvermögen oder Lernen.

Mögliche Maßnahmen einer medizinischen Rehabilitation sind:

  • Logopädie: Damit können Betroffene durch aktive Übungen Ihre Stimm-, Sprach- und Sprechfähigkeiten verbessern und mögliche Hilfsstrategien für den Alltag entwickeln.
  • Ergotherapie: Sie umfasst Übungen, die beeinträchtigte Körperfunktionen verbessern und wieder herstellen können. Dazu gehören praktische und alltagsnahe Übungen wie beispielsweise eine Kunsttherapie oder Gruppenaktivitäten wie Kochen.
  • Physiotherapie: Mit Krankengymnastik können Sie erreichen, dass Ihr Körper wieder beweglicher wird. Das hilft auch dabei, bewegungsfähig für den Alltag zu werden.
  • Neurokognitive Trainings-Programme: Mit speziellen Aufgaben fördern Sie beispielsweise Ihre Aufmerksamkeit und trainieren das Gedächtnis.

Diese sozialrechtlichen Themen können auch Teil der Reha sein:

  • Wie finde ich zurück ins Berufsleben?
  • Was ist zu tun, wenn ich nicht mehr erwerbsfähig bin?
  • Kann ich meine Krebserkrankung als Schwerbehinderung anerkennen lassen?
  • Wie plane ich meine häusliche oder unter Umständen stationäre Pflege?

Ältere Frau mit kurzen grauen Haaren sitzt auf einer grauen Couch und unterhält sich mit einer jungen Frau mit blondem schulterlangem Haar.
Patienten können bei einer psychoonkologischen Beratung über ihre psychischen und sozialen Probleme sprechen. [Symbolbild]. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Umgang mit der Krebserkrankung und den Folgen: Hirntumor-Erkrankte können alleine oder auch zusammen mit ihren Familien, eine psychoonkologische Hilfe erhalten. Das kann helfen, mit Angst, Stress und anderen psychischen Folgen bestmöglich umzugehen. Psychoonkologinnen und Psychoonkologen können dabei etwa Entspannungstechniken empfehlen, die Betroffenen helfen, zur Ruhe zu kommen.

Nachsorge: So geht es nach Therapie und Rehabilitation weiter

Wie oft muss ich zur Nachsorge?

Das ist individuell verschieden. In der Regel sind die Untersuchungen engmaschiger, je größer das Risiko für einen Krankheitsrückfall ist. Wer Beschwerden hat, sollte auch zwischen den Nachsorgeterminen seine Ärztin oder seinen Arzt aufsuchen.

Für eine Patientin oder einen Patienten mit Hirntumor stehen auch nach Abschluss der Krebstherapie und der medizinischen Rehabilitation weiterhin regelmäßige Untersuchungstermine an. Diese fortlaufende Betreuung wird als Nachsorge oder Verlaufskontrolle bezeichnet. Treten zwischen den Terminen Beschwerden auf, sollte man auf jeden Fall schon früher zum Arzt gehen.

Ziele der Nachsorgeuntersuchungen und Verlaufskontrollen:

  • Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen helfen dabei, einen Rückfall der Krebserkrankung (Rezidiv) frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
  • Die Untersuchungen dienen auch zur Tumorkontrolle – sowohl bei Betroffenen ohne als auch mit vorhandenem Resttumor: Wächst der Tumor wieder, müssen Betroffene und die behandelnden Ärzte über eine erneute Krebstherapie entscheiden. Das hängt unter anderem davon ab, wie schnell ein Tumor wächst, wie groß er ist und welche Symptome er macht.
  • Beschwerden durch den Hirntumor oder aufgrund der Therapie können frühzeitig erkannt und behandelt werden. Das kann die Lebensqualität einer Patientin oder eines Patienten verbessern und sie bestmöglich erhalten.
  • Betroffene können bei einem Nachsorgetermin auch seelische und soziale Probleme ansprechen. Die behandelnden Ärzte vermitteln bei Bedarf Fachleute für eine psychosoziale und psychoonkologische Unterstützung.

So läuft eine Nachsorgeuntersuchung ab: Zunächst fragt die behandelnde Ärztin oder der Arzt nach vorhandenen Beschwerden. Im Anschluss folgt eine körperliche Untersuchung. Dabei prüfen Ärzte unter anderem die Muskelreflexe, die Muskelkraft und die Koordination. Patienten müssen dabei zum Beispiel die Stirn runzeln oder bekommen Licht in ihre Augen geleuchtet. Zur Nachsorge gehören für eine Patientin oder einen Patienten auch regelmäßige Untersuchungen mit der Magnetresonanztomographie (MRT).

Wichtig zu wissen

Um einen Gehirntumor zu diagnostizieren und zu behandeln, müssen verschiedene Fachdisziplinen eng zusammenarbeiten.

Experten empfehlen Betroffenen mit einem Hirntumor, sich immer in einem Zentrum betreuen zu lassen, das viel Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung von Hirntumoren hat.

Erste Ansprechpersonen finden sich in der Regel in neuroonkologisch, beziehungsweise neurochirurgisch ausgerichteten Fachabteilungen oder Fachkliniken. Diese können die Behandlung dann auch in Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen planen – abhängig davon, welches Therapiekonzept (Operation, Bestrahlung, Chemotherapie oder eine Kombinationstherapie) im Vordergrund der Behandlung steht.

Die Neuroonkologische Arbeitsgemeinschaft (NOA) in der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. kann bei der Suche nach einem geeigneten Behandlungszentrum helfen. Viele in der NOA organisierte Ärztinnen und Ärzte stehen per E-Mail, telefonisch oder gegebenenfalls auch persönlich für Beratungen zur Verfügung.
Es gibt Krankenhäuser, die besonders viel Erfahrung bei der Behandlung von Patienten mit Hirntumoren haben. Das können sie sich durch eine Zertifizierung als Onkologisches Zentrum mit dem Modul Neuroonkologie bestätigen lassen. Die Deutsche Krebsgesellschaft prüft regelmäßig, ob solche Zentren bestimmte fachliche Anforderungen einhalten.

  • Die Adressen der zertifizierten Zentren finden Sie auf der Internetseite OncoMAP. Dazu in der Suchmaske unter "Zentrum" "Neuroonkologie" auswählen.




Quellen und weiterführende Informationen (Auswahl)

Leitlinien

Deutsche Leitlinien zur Diagnose und Therapie von Tumoren im Zentralnervensystem wie auch zu allgemeinen Fragen rund um die Betreuung von Krebspatienten können Sie unter anderem bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) abrufen.

Europäische Leitlinien in englischer Sprache finden Sie auf den Internetseiten:

Weitere Themen

Erstellt: 27.05.2021

Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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