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Kaffeebohnen und Tasse © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Kaffee und Krebsrisiko: Genuss oder Schaden?

Ohne den Milchkaffee am Morgen oder die Tasse Cappuccino am Nachmittag wäre für viele Menschen die Welt nicht in Ordnung. Doch Kaffee hatte lange einen schlechten Ruf: zu viel Koffein sei schädlich für die Nerven, zu viele Röststoffe nicht gut für den Magen. Kaffee sei schlecht für den Flüssigkeitshaushalt, weil man mehr ausscheide, als man getrunken habe. Vor einigen Jahren fand man auch noch krebserregendes Acrylamid, das bei der Röstung entsteht. Umfragen zeigen: Gesundheitsbewusste Menschen verzichten nicht selten auf das Getränk. Auch in Diätvorschlägen findet man oft den Tipp, den Konsum zumindest stark einzuschränken.
Doch ist das wirklich notwendig? Krebsforscher gehen heute sogar davon aus, dass Kaffee zur Krebsvorbeugung beitragen könnte.  Was wirklich drin ist in der Tasse, erläutert der Krebsinformationsdienst  in seinem Text "Kaffee und Krebsrisiko".

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Zuletzt überprüft: 16.06.2016

Quellen und Links (Stand: 3/2016)

Genutzte Quellen sind im Text nach Möglichkeit direkt verlinkt. Eine Auswahl genutzter Fachliteratur sowie Tipps zum Weiterlesen finden sich am Ende des Textes.

Auf den Lebensstil insgesamt achten

Kaffee – ob er gesund ist oder nicht, diese Frage hat schon manche Diskussion am Kaffeetisch ausgelöst. Generell gilt: Wie viel Kaffee jemand trinken darf, hängt nicht zuletzt vom persönlichen Gesundheitszustand ab. Wer beispielsweise erkrankt ist und Medikamente einnimmt, sollte auf jeden Fall mit den behandelnden Ärzten über den Kaffeekonsum sprechen – eine solche persönliche Beratung lässt sich durch Informationen aus dem Internet nicht ersetzen.
Auf lange Sicht ist für das Krebsrisiko wichtiger, wie der persönlicher Lebensstil insgesamt aussieht – Kaffee allein ist nur einer von vielen möglichen Einflussfaktoren.

Das Wichtigste in Kürze: Kaffee – gesund oder ungesund?

Lange galt Kaffee als ungesund. Heute weiß man: So pauschal lässt sich diese Aussage nicht aufrechterhalten. Gerade was die Frage nach Kaffeekonsum und Krebsentstehung angeht, gilt das Getränk inzwischen sogar eher als Schutz. Immer mehr Wissenschaftler kommen in Studienveröffentlichungen und großen Übersichtsarbeiten zu dem Schluss. Studien zeigen: Kaffee ist kein Risikofaktor für die meisten häufigeren Krebsarten. Lungenkrebs, Prostatakrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs oder Eierstockkrebs entstehen bei Kaffeetrinkern nicht häufiger als bei "Kaffee-Abstinenzlern". Für Prostatakrebs und Bauchspeicheldrüsen Krebs konnten dies groß angelegte Studienübersichten bestätigen.

Im Juni 2016 kam sogar eine offizielle "Entwarnung" von der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC): Ein Krebsrisiko durch Kaffee kann ausgeschlossen werden. Nur zu heiß sollte man ihn nicht trinken, doch dies gilt für alle Getränke und Speisen.

Die Belege im Detail:

Was weiß man im Einzelnen über die gesundheitlichen Auswirkungen? Dazu gibt es inzwischen zahlreiche Studien:

Kaffee bietet Schutz vor Leberkrebs: Seine Inhaltsstoffe bremsen Veränderungen des Lebergewebes, die zur Entstehung von Karzinomen beitragen. Diese Aussage hat sich in vielen Studien bestätigt, auch wenn der Umfang der schützenden Wirkung (noch) nicht genau bezifferbar ist. Ob man Kaffee oder Extrakte daraus sogar gezielt zur Vorbeugung oder zur Behandlung von Leberkrebs einsetzen könnte, wird derzeit untersucht.

Kaffee scheint auch das Risiko zu senken, an Nierenkrebs und "weißem" Hautkrebs (Basalzellkarzinom) zu erkranken. Und zumindest für Frauen vor den Wechseljahren gibt es vielleicht auch einen schwachen Schutzeffekt vor Brustkrebs. Ähnlich könnte es neuen Erkenntnissen zufolge auch bei Darmkrebs aussehen. Ausreichend belegt ist ein Zusammenhang außer für Leberkrebs bisher aber nur für Krebserkrankungen der Gebärmutter, sogenannte Endometriumkarzinome.

Möglicherweise existiert eine solche günstige Wirkung noch für weitere Tumorarten. Die vorhandenen Daten reichen jedoch zurzeit nicht aus, um einen solchen Effekt abschließend zu beurteilen.

Und was ist mit Blasenkrebs? Und Karzinomen der Speiseröhre?

Offen war lange Zeit die Frage nach dem Blasenkrebsrisiko: Zwar erkranken Vieltrinker, die mehr als zehn Tassen pro Tag konsumieren, tatsächlich häufiger. Dies ist jedoch nicht auf den Kaffeekonsum, sondern vermutlich auf den zusätzlichen Konsum von Zigaretten zurückzuführen.

Ein sehr hoher Kaffeekonsum bietet Forschern zudem oft Hinweise darauf, dass die betroffenen Probanden einen insgesamt nicht gesundheitsfördernden Lebensstil haben.
Menschen, die viel Kaffee trinken, nehmen zudem oft insgesamt viel zu wenig Flüssigkeit zu sich. Dies führt dazu, dass Schadstoffe, die über die Harnwege ausgeschieden werden, konzentrierter in die Blase gelangen und meist auch länger darin bleiben. Auch chronische Infekte, die die Blasenschleimhaut schädigen, sind bei Menschen häufiger, die zu wenig trinken.

Unter Berücksichtigung solcher Einfussfaktoren konnten neuere Studienübersichten keinenen Zusammenhang zwischen Kaffee und Blasenkrebs feststellen.

Kaffee kann jedoch das Risiko für Speiseröhrenkrebs steigern – allerdings nur, wenn man ihn viel zu heiß trinkt. Auch andere zu heiße Getränke können schaden und zu einer chronischen Schädigung der Schleimhaut führen. Wer mit saurem Aufstoßen oder Sodbrennen auf Kaffee oder andere Lebensmittel und Getränke reagiert, sollte beim Arzt die Ursache abklären und behandeln lassen. Auf Dauer sind sonst Schädigungen der Schleimhaut möglich, und diese gelten als Krebsvorstufe.

Nicht alle Studien untereinander vergleichbar

Bei der Aussagekraft vieler Studien zur Kaffeewirkung gibt es eine gewisse Einschränkung: So lassen sich nur wenige Untersuchungen unmittelbar untereinander vergleichen. Oft ist unklar, wie viel Kaffee die Probanden tatsächlich getrunken haben, weil die Angabe der Tassengröße fehlt. Manchmal sind auch die sonstigen Lebensumstände der "Vieltrinker" ungenau erfasst.

Daher lassen sich die Kaffeewirkung und vor allem der schützende Effekt bisher kaum in eindeutigen Zahlen und Prozenten angeben. Zumindest die Aussage, dass Kaffee für die meisten Tumorarten keinen Risikofaktor darstellt und vor Leberkrebs und Gebärmutterkörperkrebs schützen kann, gilt aber als gesichert.

Wenig weiß man darüber, welche Wirkungen Kaffee bei Menschen haben kann, die bereits an Krebs erkrankt sind. Zurzeit kann man nicht belegen, ob Kaffee bei ihnen tumorhemmend wirkt. Genauso wenig lässt sich beurteilen, ob Kaffee Rückfälle oder Metastasen fördern könnte.

Sicher ist dagegen: Die Inhaltsstoffe des Getränks, vom Koffein bis hin zu anderen Substanzen, vertragen sich mit vielen Medikamenten nicht besonders gut. Die Wirkung von Arzneimitteln kann verändert werden. Ihrerseits führen einige Medikamente dazu, dass die Koffeinwirkung viel länger anhält als gewohnt.

Kaffee als Getränk: Auf die tägliche Trinkmenge achten

Ist Kaffee ein "Flüssigkeitsräuber"? Mit der Flüssigkeitsbilanz sieht es bei Kaffeetrinkern nicht so schlecht aus, wie lange befürchtet.
Die Inhaltsstoffe wirken zwar "diuretisch": Sie regen den Körper zu vermehrter Ausscheidung von Wasser und Salzen über die Nieren an. Wer das Getränk regelmäßig konsumiert, gewöhnt sich allerdings bis zu einem gewissen Grad daran, die entwässernde Wirkung lässt nach. Kaffee darf also ruhig mitgezählt werden, wenn man die tägliche Trinkmenge abschätzt, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Trotzdem sollte man darauf achten, Kaffee nicht als Durstlöscher oder vorrangige Flüssigkeitsquelle zu nutzen. Dazu ist Wasser besser geeignet.

Andere gesundheitliche Aspekte hängen von der individuellen Situation ab: Ob Kaffee beispielsweise gegen Kopfschmerzen hilft oder vielmehr einen Migräneanfall fördert, ob Patienten mit Diabetes, Rheuma, Magen-Darm-Leiden, Gicht, Osteoporose oder sonstigen chronischen Erkrankungen Kaffee trinken dürfen, müssen Betroffene mit ihrem Arzt besprechen.

  • Die gleiche Empfehlung gilt für Krebspatienten und -patientinnen: Die behandelnden Ärzte können zum Thema Kaffee beraten und auf mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten achten.

Hintergrund: Kaffee – Was kommt in die Tasse?

Nach Wasser ist Kaffee das weltweit am häufigsten konsumierte Getränk. Entsprechend kritisch wird seine Qualität zumindest in der Europäischen Union kontrolliert. Nur selten werden bei handelsüblichen Marken zu viele Schadstoffe gefunden, etwa das beim Rösten mit zu hoher Temperatur entstehende Acrylamid oder Spuren von Schimmelpilzgiften.

Ob aus einer Schadstoffbelastung von Kaffee ein messbares Krebsrisiko entstehen kann, ist anhand der derzeit vorliegenden Daten unklar bis unwahrscheinlich. In einer Übersichtsarbeit von 2011 zum Thema Acrylamid kommen Wissenschaftler beispielsweise zu dem Schluss: Acrylamid aus Kaffee und anderen Quellen erhöht das Krebsrisiko wohl nicht wesentlich. Unklar bleibt lediglich die Frage nach dem Risiko für Nierenkrebs. Allerdings: Betrachtet man alle seine Inhaltsstoffe zusammen, scheint Kaffee auch vor Nierenkrebs eher zu schützen.

Koffein: Anregender Inhaltsstoff

Kaffeebohnen sind die Samen des Kaffeebaumes; für die Produktion wichtig sind die Arten Coffea arabica und Coffea canephora (Robusta) . Die getrockneten und vom Fruchtfleisch befreiten Samen werden geröstet. Erst dabei entstehen viele Substanzen, die Geschmack, Geruch und biologische Wirkung von Kaffee ausmachen. Die Forschung befasst sich intensiv mit allen davon.

Ein wesentlicher Inhaltsstoff ist Koffein. Dabei handelt es sich chemisch um ein sogenanntes Alkaloid aus der Gruppe der Methylxanthine. Dessen Wirkung wird generell als "anregend" bezeichnet: auf das Nervensystem, die Herzfrequenz, den Blutdruck, auf die Magenfunktion und die Darmtätigkeit sowie auf viele weitere Stoffwechselvorgänge.
Hinzu kommen Aroma- und Röststoffe. Vor allem Letztere entstehen ähnlich wie Karamell beim Erhitzen der in den Bohnen enthaltenen Zucker und Eiweiße. Enthalten sind außerdem Mineralstoffe, Fettsäuren und ihre chemischen Verbindungen, pflanzliche Phenole und sogar Vorstufen von B-Vitaminen. Was davon in der Tasse ankommt, hängt allerdings stark von der Aufbereitung des Rohkaffees und von der individuellen Art der Kaffeezubereitung ab.

Nicht nur das Koffein gilt als "bioaktiv". Auch von einem Teil der anderen heute bekannten Inhaltsstoffe kennt man eine oder mehrere Auswirkungen auf den Organismus. Wie wirken die enthaltenen Substanzen? Wie wirkt Kaffee insgesamt?

Gehaltvolle Bohnen: Auswirkungen auf die Gesundheit

Vor allem Inhaltsstoffe, die als sogenannte Antioxidantien wirken, werden heute auf ihre gesundheitliche Wirkung hin untersucht. Ihnen wird nachgesagt, dass sie sogenannte freie Radikale an ihrer schädigenden Wirkung auf die Zellstrukturen hindern und so beispielsweise Fehler an der Erbsubstanz DNA verhüten.

Von diesen pflanzlichen Substanzen findet sich in Kaffee eine ganze Menge, etwa die bereits erwähnten Phenole. Kaffee kann eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse zwar auf keinen Fall ersetzen. Doch der quantitative Beitrag von Kaffee zur Gesundheit ist nicht zu unterschätzen: U.S.-Studien zeigten, dass bei Amerikanern wichtige Stoffe für die Gesundheit bis zu einem Fünftel über Kaffee aufgenommen werden. Lediglich die Vitamine im Kaffee, etwa das Vitamin E, spielen für die tägliche Versorgung mengenmäßig praktisch keine Rolle.
Die Kritik an diesen Aussagen folgte allerdings gleich hinterher: Aus den entsprechenden Studien könne man keineswegs ablesen, wie wichtig das Getränk sei. Sichtbar werde vielmehr, wie wenig Obst und Gemüse der Durchschnittsamerikaner täglich verzehre, wenn die Zufuhr sogenannter sekundärer Pflanzenstoffe hauptsächlich über Kaffee erfolge.

Noch mehr drin in der Tasse

Es gibt Hinweise darauf, dass Kaffee auch in den Energiestoffwechsel eingreift: Der Konsum wirkt sich unter anderem regulierend auf die Insulinwirkung aus. Die Regelkreise, in die das Hormon Insulin eingebunden ist, beeinflussen nicht nur den Zuckerstoffwechsel, sondern auch die Erneuerung von Geweben und Zellen.
Dies hört sich zwar zunächst positiv an. Man geht aber heute davon aus, dass entsprechende Botenstoffe und Wachstumsfaktoren auch das Wachstum von Tumorgewebe anregen könnte, vor allem bei Menschen, die deutlich zu viel wiegen: Ihr Körper spricht häufig nicht mehr so gut auf das Hormon Insulin an, was zum Beispiel zur Zuckerkrankheit (Diabetes) führen kann. Diese chronische Stoffwechselschieflage, das sogenannte metabolische Syndrom, steigert nach neueren Erkenntnissen auch das Krebsrisiko.
Kaffee scheint allen diesen Prozessen entgegen zu wirken, und die risikomindernde Wirkung ist bei Menschen mit starkem Übergewicht am deutlichsten ausgeprägt.

Lange nahm man an, dass vor allem das Koffein für diese krebsschützende Wirkung bei übergewichtigen Kaffeetrinkern verantwortlich sei. Für das Koffein spricht, dass laut einiger Studien die Schutzwirkung ausbleibt, wenn Menschen nur koffeinfreien Kaffee trinken.

Neuere Studien deuten allerdings auch auf eine Wirkung anderer pflanzlicher Schutzstoffe hin, die im Einzelnen noch nicht identifiziert wurden. Dies schließen Forscher aus Vergleichen zwischen Kaffee- und Teekonsumenten: Frauen, die vier Tassen Kaffee und mehr pro Tag trinken, haben laut einer großen Studie ein geringeres Risiko für Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom), eine der Krebserkrankungen, die unter anderem durch Übergewicht gefördert wird. Bei Teetrinkerinnen, die oft die gleiche Menge an Koffein oder anderen Methylxanthinen wie Kaffeetrinkerinnen aufnehmen, findet sich ein solcher Schutzeffekt nicht. Also müssen außer Koffein weitere Stoffe dafür verantwortlich sein, die tatsächlich nur in Kaffee vorkommen.

Lebensqualität: Wie viel Kaffee darf es sein? Was gilt für Krebspatienten?

Medikamente sollten nicht mit Kaffee eingenommen werden, außer der Arzt hat es ausdrücklich erlaubt.
Dies gilt auch für Krebspatienten: Die Aufnahme der Wirkstoffe im Magen und im weiteren Verdauungstrakt könnte behindert werden. Manche Mittel verstärken ihrerseits die Koffeinwirkung. Welche Wirkung die Inhaltsstoffe von Kaffee auf Menschen haben, die regelmäßig Medikamente einnehmen, ist seit einiger Zeit sogar ein wichtiges Forschungsthema. Dies zeigt ein Blick in internationale Studienregister.
Mehr zu möglichen Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln, Getränken und Lebensmitteln hat der Krebsinformationsdienst in einem eigenen Text zusammengestellt.

Den meisten Menschen ist nicht nur der Kaffeegenuss als solcher wichtig: Sie schätzen vor allem die anregende Wirkung des Koffeins. Dabei ist die Dosis wichtig: Viel hilft bei Kaffee nicht automatisch viel, wenn man wach bleiben möchte. Fachleute empfehlen, lieber öfter kleinere Mengen zu trinken als mehrere große Tassen auf einmal.
Wann der richtige Zeitpunkt für die letzte Tasse Kaffee des Tages ist, um gut schlafen zu können, hängt vom individuellen körperlichen Zustand ab. Auch das Alter und sogar die Gene spielen eine Rolle dabei, wie man auf Kaffee und das enthaltene Koffein reagiert. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät daher auch dazu, den persönlichen Gesundheitszustand zu berücksichtigen.

Etwas anderes sind sogenannte Energy Drings, die nicht nur gewisse Mengen Koffein, sondern meist auch viel Zucker und andere angebliche "Fitmacher" enthalten. Sie sind keine Durstlöscher, und sie sollten auf keinen Fall in größeren Mengen getrunken werden. Sie können Flüssigkeitsmangel überdecken und, gerade zusammen mit Alkohol, zu einer Überschätzung der eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit führen.

Tee, andere koffeinhaltige Getränke: Wie verträglich sind sie?

Viele Menschen gehen davon aus, dass Tee gesünder als Kaffee sei. Besondere Wirkungen werden vor allem dem sogenannten grünen Tee zugeschrieben, der aus unfermentierten, direkt nach dem Pflücken weiterverarbeiteten Teeblättern hergestellt wird. Doch was ist wirklich dran?
Auch hier gilt: Pauschale Aussagen lassen sich kaum treffen. Werden bei Kaffee meist die Risiken überschätzt, sind es bei Schwarz- oder Grüntee die vermutlich zu hoch angesetzten Hoffnungen auf eine positive gesundheitliche Wirkung.

Beim Grüntee sind sich die Forscher weitgehend einig: Zwar gibt es eine Vielzahl von Hinweisen auf gesundheitsfördernde Effekte der sogenannten Epigallocatechine (EGCG). Der Gehalt an diesen Substanzen ist in Grüntee besonders hoch. Auch die Senkung des Krebsrisikos durch diese Stoffe wird diskutiert.  Doch noch ist viel mehr Forschung notwendig. Einen anerkannten Stellenwert in der gesundheitlichen Vorbeugung oder der Behandlung von Krebs haben Grüntee-Extrakte nicht.

Zum Weiterlesen: Linktipps und Quellen (Auswahl, Stand 6/2016)

Welche Rolle ganz allgemein der Lebensstil und die Ernährung für Gesunde und für Krebspatienten spielen, hat der Krebsinformationsdienst in folgenden Texten zusammengestellt:

Weitere Linktipps

www.waswiressen.de
Das Portal "Was wir essen" wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Das umfangreiche Angebot informiert über viele ernährungsbezogene Fragen, so auch zu Kaffee, Tee und anderen koffeinhaltigen Getränken. Zu gesundheitlichen Aspekten haben Experten in einem Blog, in Foren sowie Hintergrundtexten Informationen bereitgestellt. Einen Überblick erhält man durch Eingabe des  jeweiligen Stichwortes in die Suchmaschine der Seite.

www.dge.de
Hintergrundinformationen bietet auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Wie viel Kaffee gesund ist, wird unter anderem in einem Faltblatt zum "Richtig Trinken - fit bleiben erläutert. Das Infoblatt ist online abrufbar unter www.dge.de/presse/pm/richtig-trinken-fit-bleiben/.

www.bvl.bund.de
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit koordiniert gemeinsam mit den Bundesländern die Überwachungsprogramme für Lebensmittel. Ein Beispiel ist die regelmäßige Prüfung von Stichproben importierter Produkte wie Kaffee, mehr unter www.bvl.bund.de/DE/01_Lebensmittel/01_Aufgaben/02_AmtlicheLebensmittelueberwachung/lm_AmtLMUeberwachung_node.html.

www.bfr.bund.de
Das Bundesinstitut für Risikobewertung bietet eine Sammlung vonHinweisen auf Schadstoffe oder Verunreinigungen in Lebensmitteln. Gibt man die Stichworte "Kaffee" oder auch "Tee" in die Suchmaschine der Seite ein, erhält man einen Überblick. Wegen der Risiken der Überdosierung hat das BfR zudem besondere Informationen zu Erfrischungsgetränken und sogenannten Energy-Drinks mit sehr hohem Koffeingehalt zusammengestellt.

www.efsa.europa.eu/de/ 
Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit befasst sich mit Kaffee, Koffein oder auch Schadstoffen wie Acrylamid in Kaffee. Eine aktuelle Risikobewertung von Koffein ist 2015 erschienen, mehr unter www.efsa.europa.eu/de/press/news/150527.