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Welkende Rosen © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Fatigue bei Krebspatienten: Was tun bei starker Erschöpfung?

Erscheinungsformen, Ursachen, Behandlung und lindernde Maßnahmen

Müdigkeit während einer anstrengenden Krebstherapie – das erscheint den meisten Menschen als ganz normal. Doch bei nicht wenigen Krebspatienten kommt es zu einer besonders ausgeprägten Form der Erschöpfung. Sie bessert sich auch durch Ausschlafen oder körperliche Schonung nicht. Diese besondere Form der Müdigkeit bei Krebs trägt den Namen Fatigue (ausgesprochen: "Fatieg").
Was versteht man unter einer akuten oder chronischen Fatigue? Warum können die Symptome und Anzeichen einer Erschöpfung bei einzelnen Patienten so unterschiedlich sein? Was kann man gegen diese übermäßige Erschöpfung tun? Antworten auf diese Fragen bietet der folgende Text. Er richtet sich an Patienten, Angehörige und Interessierte. Quellen sind am Textende verlinkt.

Letzte Aktualisierung: 19.12.2012

Definition: Akute und chronische Fatigue - was versteht man darunter?

Eine besonders ausgeprägte Form der Erschöpfung bei Krebspatienten bezeichnen Fachleute als "Fatigue". Nicht alle Krebspatienten sind gleichermaßen davon betroffen: Bei vielen Betroffenen tritt sie akut auf und steht in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Behandlung. Die akute Fatigue verschwindet meist schnell nach Abschluss der Krebstherapie. Wer noch Wochen oder Monate nach abgeschlossener Krebsbehandlung davon betroffen ist, obwohl die Krebserkrankung nicht fortschreitet oder sogar geheilt werden konnte, leidet dagegen an einer chronischen Fatigue. Diese kann die Lebensqualität Betroffener in allen Krankheitsphasen stark einschränken.

Ursachen: Warum sind die Erscheinungsformen von Fatigue so komplex?

Sowohl bei der akuten Fatigue als auch bei der chronischen Fatigue gehen Fachleute davon aus, dass sich die Erschöpfung nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen lässt. Meist spielen bei einem Betroffenen mehrere Faktoren eine Rolle: Die Krebserkrankung selbst kann körperlich müde machen. Die verschiedenen Krebsbehandlungen wie etwa Chemotherapie, Bestrahlung, Immuntherapien und deren Folgen begünstigen eine extreme Erschöpfung. Aber auch Schlaf- und Bewegungsmangel aufgrund von Erkrankung und Therapie können eine Fatigue verstärken. Darüber hinaus können seelische oder soziale Faktoren eine Rolle spielen.

So vielfältig wie die Ursachen sind auch die Erscheinungsformen von Fatigue: Manche Patienten fühlen sich vor allem körperlich schwach und kraftlos und haben ein vermehrtes Schlafbedürfnis. Bei anderen äußert sich die Erschöpfung eher auf der Gefühlsebene: Sie empfinden sich als antriebslos, können sich zu nichts motivieren oder haben Angst vor eigentlich ganz normalen Anforderungen des Alltags. Wer sich durch solche oder ähnliche Symptome belastet fühlt, sollte mit seinem behandelnden Arzt darüber sprechen.

Behandlung: Warum sind individuell angepasste Maßnahmen wichtig?

Da Ursachen und Erscheinungsformen der tumorbedingten Fatigue so verschieden und teilweise auch noch gar nicht bekannt sind, müssen auch eine Behandlung oder lindernde Maßnahmen auf jeden einzelnen Betroffenen individuell zugeschnitten werden. Die Therapie eines Patienten mit akuter Fatigue sieht anders aus als die Behandlung eines Patienten, der schon länger unter chronischer Fatigue leidet. Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung und Fatigue benötigen andere Unterstützung als Patienten, die rein körperlich im Großen und Ganzen wieder gesund sind.

Auch wenn die individuellen Maßnahmen sehr verschieden sein können, so bauen sie doch meist auf einigen grundlegenden Verfahren auf. Dazu zählen beispielsweise angepasstes Bewegungstraining, Programme zur Kräfteeinteilung im Alltag, Entspannungsübungen und Schlafhygiene sowie eine psychoonkologische Unterstützung. Auch medikamentöse Therapien spielen eine Rolle, besonders wenn man konkrete Ursachen der Fatigue damit beheben oder bessern kann.

Achtung: Fatigue kann auch unabhängig von einer Tumorerkrankung auftreten. Der Krebsinformationsdienst bietet jedoch keine Informationen für Menschen, die am chronischen Erschöpfungssyndrom oder einer anderen, nicht tumorbedingten Form schwerer Müdigkeit leiden.

Weitere Informationen: Linktipps, Fachinformationen, Quellen (Auswahl, Stand Dezember 2012)