Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst


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Untersuchungen bei Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs - Diagnostik

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Der folgende Text "Untersuchungen bei Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs" ist Teil einer umfassenderen Information zum Thema Zervixkarzinom. Sie richtet sich an Patientinnen mit dieser Erkrankung, ihre Angehörigen und Freunde. Informationen aus dem Internet können es erleichtern, sich ein Bild über eine Krebserkrankung zu machen. Sie ersetzen jedoch nicht das Gespräch mit den behandelnden Ärzten.

Wohin gehen bei Verdacht auf Krebs?

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Welche Gewebeveränderung genau vorliegt, wo ein Tumor sitzt, wie groß er ist und ob er sich auf andere Organe und Gewebestrukturen ausgebreitet hat, muss vor Beginn der eigentlichen Therapie genau abgeklärt werden. Nur so kann die wirkungsvollste, aber auch für die Patientin schonendste Behandlung geplant und durchgeführt werden. 

Einige der notwendigen Untersuchungen gehören zum Standard und können von vielen Frauenärzten ambulant durchgeführt werden. Für andere überweist der Gynäkologe an weitere Fachärzte oder auch in die Ambulanz eines Krankenhauses, in dem dann auch eine Behandlung durchgeführt werden kann. Geht es einer Patientin körperlich schlecht oder sprechen andere Gründe dafür, kann unter Umständen der Großteil der anstehenden Untersuchungen stationär im Krankenhaus vorgenommen werden.

Die letzte Beurteilung aller Befunde, auf die dann die Behandlung aufbaut, sollte dann auf jeden Fall in den gynäkologischen Fachabteilungen speziell ausgerichteter Zentren erfolgen, die viel Erfahrung mit der Therapie von Zervixkarzinomerkrankungen haben. Normalerweise hilft der Hausarzt oder der einweisende Facharzt für Gynäkologie bei der Wahl der richtigen Klinik. Er verfügt über entsprechende Informationen zur Erfahrung des Zentrums oder kann sie recherchieren: Seit 2005 müssen Krankenhäuser regelmäßig Qualitätsberichte über ihre Arbeit veröffentlichen. Diese Informationen sind im Internet abrufbar unter www.g-qb.de, richten sich aber vorwiegend an Fachleute. Spricht aus medizinischer Sicht nichts dagegen, können bei der Wahl der Klinik aber auch persönliche Kriterien und Wünsche berücksichtigt werden, etwa die Nähe zum Wohnort, um Angehörigen Besuche zu erleichtern.

Untersuchungen zur Ausbreitung der Erkrankung

Einen Schwerpunkt bei der Diagnosesicherung und der genauen Bestimmung des Tumors bildet die gynäkologische Untersuchung. Sie spielt auch während und nach der Behandlung einer Tumorerkrankung eine wichtige Rolle. Hinzu kommen sogenannte bildgebende Verfahren wie Ultraschall und je nach Situation weitere Verfahren, für die der Frauenarzt meist zu anderen Fachärzten überweist.

Dabei tastet der Gynäkologe über die Bauchdecke und durch die Scheide den Muttermund, den Gebärmutterhals und den Gebärmutterkörper ab und kontrolliert durch den Enddarm den hinteren Teil der Gebärmutter und deren Halteapparat. Um das Gewebe in der Scheide, am Gebärmuttermund und Gebärmutterhals besser einsehen zu können, wird ein Metallspatel verwendet, das so genannte Spekulum. Damit kann der Arzt die Scheide entfalten. Zur genauen Betrachtung des äußeren Muttermundes und seiner Umgebung dient eine meist mit einer Lichtquelle kombinierte Vergrößerungslupe, das Kolposkop.

Gynäkologische Untersuchung

Bei dieser gynäkologischen Untersuchung wird nicht noch einmal ein Abstrich wie bei der Früherkennung gemacht: Falls dies in den Voruntersuchungen noch nicht geschehen ist, muss jetzt etwas mehr Gewebe per Biopsie entnommen werden, um die Ausdehnung des Tumors besser einschätzen und sagen zu können, wie tief er in umliegendes Gewebe vorgedrungen ist. Die Gewebeproben werden in einem Speziallabor unter dem Mikroskop und gegebenenfalls mit weiteren Verfahren untersucht. Die Beurteilung der Tumorgrenzen anhand dieser Gewebeproben gibt den Rahmen für die weiteren diagnostischen Maßnahmen vor und erlaubt eine erste Klassifizierung der Erkrankung anhand international einheitlicher Regeln.

Wichtig!
Werden Gewebeentnahmen oder die Kürettage ambulant durchgeführt, sollte man sich nach einer Narkose abholen lassen und zum Beispiel nicht selbst Auto fahren.

Sollte der Tumor im Gebärmutterhalskanal sitzen und von außen nicht beurteilbar sein, wird auch die Schleimhaut des Zervixkanals oder sogar der gesamten Gebärmutter ausgeschabt. Oft erfolgt dieser als Kürettage bezeichnete Eingriff zusammen mit einer Spiegelung der Gebärmutterhöhle (Hysteroskopie). Hierbei führt der Arzt eine Sonde, das Hysteroskop, die mit einer Lichtquelle und einer Kamera ausgestattet ist, durch die Scheide in die Gebärmutterhöhle ein. Um eine bessere Sicht auf die Schleimhaut zu erhalten, wird über das Hysteroskop Kohlensäuregas oder eine Flüssigkeit in die Gebärmutter geblasen. Die Spiegelung während der Ausschabung ermöglicht es, gezielt Proben aus verdächtigen Bezirken zu entnehmen, um diese  anschließend feingeweblich zu untersuchen. Die Schleimhaut bildet sich nach einer solchen Kürettage wieder nach.

  • Die ausführlicheren Untersuchungen, zum Beispiel die Entnahme größerer Gewebeproben oder die Kürettage, erfordern eine schmerzstillende Betäubung und unter Umständen eine Kurznarkose.
  • Hat eine Patientin aber schon aufgrund der Erkrankung an sich stärkere Schmerzen, ist eine kurze Narkose auch für die Tastuntersuchung und die normale Kolposkopie möglich.

Ultraschall

Um zu untersuchen, ob sich ein Tumor des Gebärmutterhalses bereits auf nahe liegende Organe ausgedehnt hat, führt der Arzt eine Ultraschalluntersuchung durch. Dabei kann der Ultraschallkopf auf die Bauchdecke aufgesetzt werden. Heute gilt aber die so genannte transvaginale Sonographie als zuverlässiger: Bei ihr werden mit Hilfe einer in die Scheide eingeführten Ultraschallsonde die inneren Geschlechtsorgane sichtbar gemacht. So kann der Arzt kontrollieren, ob neben dem Gebärmutterhals auch die Eileiter, die Eierstöcke oder der Gebärmutterkörper vom Tumor befallen sind.
Um zu beurteilen, ob weiter entfernte Organe wie Nieren oder Leber Tochtergeschwülste aufweisen, wird eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums (Abdominalsonographie) durchgeführt. Auch die Nieren und die ableitenden Harnwege lassen sich im Ultraschall gut darstellen. Ultraschallbehandlungen können beliebig oft wiederholt werden, da die Patientin hier keiner Strahlenbelastung ausgesetzt ist.

Weitere bildgebende Verfahren

Nicht bei jeder Patientin nötig:
Bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomographie oder Kernspintomographie kommen nur dann zum Einsatz, wenn es einen begründeten Verdacht auf eine Ausbreitung des Tumors über die Zervix hinaus gibt.

Röntgenaufnahmen des Brustkorbs dienen dazu, die Lunge auf Metastasen zu untersuchen. Auch eine Abflussbehinderung der Harnwege durch Tumorgewebe kann mit einer Röntgenuntersuchung gut erkannt werden, vor allem, falls der Ultraschall kein eindeutiges Ergebnis erbracht hat. Um auf diesen Röntgenaufnahmen, dem so genannten Pyelogramm, Niere und Harnleiter vom umliegenden Gewebe unterscheiden zu können, ist allerdings ein Kontrastmittel notwendig. Ebenfalls mit Röntgenstrahlen arbeitet die Computertomographie, die die Beurteilung der Bauchorgane ermöglicht. Heute wird allerdings meist eine Kernspintomographie durchgeführt, wenn der Verdacht auf ein tieferes Eindringen von Tumorzellen in die Gebärmutter oder das Einwachsen des Tumors in die benachbarten Organe vorliegt. Die Kernspintomographie, auch als Magnetresonanztomographie (MRT) bezeichnet, eignet sich gut, um die Lage des Tumors in Bezug zu den angrenzenden Strukturen darzustellen und zu beurteilen. Gewebeveränderungen, hinter denen sich eine Tumorausbreitung, Metastasen im Bauchraum oder anderen Organen oder vergrößerte Lymphknoten verbergen können, lassen sich mit der MRT gut erkennen. Die endgültige Beurteilung ist allerdings trotz dieser Untersuchung oft erst bei einer Operation möglich.

Spiegelung von Blase und Mastdarm

Um einen Durchbruch des Tumors in die Blase oder den Enddarm auszuschließen, kann eine Spiegelung dieser Organe notwendig sein. Bei der Blasenspiegelung (Zystoskopie) führt der Arzt ein spezielles Endoskop, das Zystoskop, in die Blase ein und untersucht deren Innenraum. Vorher wird auf das Gerät ein betäubendes Gel aufgetragen, so dass der Harnleiter unempfindlich gegen Schmerzen bei der ansonsten wenig belastenden Untersuchung wird. Bei der Mastdarmspiegelung (Rektoskopie) wird der etwa 12 bis 15 Zentimeter lange Abschnitt des Enddarms untersucht. Gegebenenfalls wird dabei etwas Luft in den Darm eingeblasen, um diesen zu entfalten und mit dem Endoskop besser einsehen zu können. Der Darm muss vor der Untersuchung möglichst vollständig entleert werden. Die Untersuchung selbst wird oft als unangenehm, aber meist nicht schmerzhaft erlebt. Bei Bedarf ist aber die Gabe von Medikamenten möglich, die während der Darmspiegelung für einen leichten Dämmerschlaf sorgen. Bei beiden Untersuchungen lassen sich Gewebeproben aus verdächtig aussehenden Abschnitten der Blasen- oder Darmschleimhaut entnehmen, um zu beurteilen, ob der Tumor bereits in Blase oder Enddarm eingewachsen ist.

Feingewebliche Untersuchungen der Lymphknoten

Sollte der Verdacht auf einen Befall der Lymphknoten bestehen, so bietet hier letzte Sicherheit nur eine Bauchspiegelung mit Entnahme von Gewebe. Bei dem so genannten invasivchirurgischen Staging kann der Arzt mit Hilfe eines Endoskops über einen kleinen Bauchschnitt in die Bauchhöhle sehen und entnimmt die verdächtigen Lymphknoten, die anschließend feingeweblich untersucht und beurteilt werden. Für diese Untersuchung ist eine kurze Narkose notwendig. Zwar kann sie rein theoretisch auch bei einem Tagesaufenthalt in der Klinik durchgeführt werden. Die Entnahme von Lymphknoten leitet jedoch meist schon zur eigentlichen Behandlung im Krankenhaus über.

Ergänzende diagnostische Maßnahmen

Je nach Befund und der Tumorausdehnung können weitere Untersuchungsmethoden sinnvoll sein, sie kommen aber nicht bei jeder Patientin zum Einsatz.

Pet- oder Positronenemissionstomographie

Ein weiteres bildgebendes Verfahren, die Positronen-Emissions-Tomographie PET, ist bisher nur experimentell im Einsatz. Mit Hilfe der PET können zwar Stoffwechselvorgänge in Zellen, deren Aktivität in Krebszellen erhöht ist, sichtbar gemacht werden. In der normalen Diagnostik spielt eine PET jedoch noch keine Rolle und ersetzt andere bildgebende Verfahren nicht.

Tumormarker - nur geringer Stellenwert

Bei Patientinnen mit einem Zervixkarzinom können zwar bestimmte Blutwerte, die Tumormarker, erhöht sein. Zur Diagnosestellung ist die Messung solcher Werte allein jedoch nicht geeignet; insgesamt haben. Tumormarker in der Diagnose eines Gebärmutterhalskrebses einen eher geringen Stellenwert: Nicht jede Patientin weist sie in ihrem Blut auf, und auch bei gesunden Frauen können sie manchmal vorkommen. Ihre Bedeutung zeigt sich meist erst, wenn vor der Behandlung deutlich erhöhte Werte nach der Therapie absinken, und in der Nachsorge, wenn ein erneuter Anstieg der Tumormarker ein erster Hinweis auf einen Krankheitsrückfall (Rezidiv) sein könnte.  Bei einem Plattenepithelkarzinomen kann das Tumorantigen SCC (Squamous cell carcinoma antigen, Plattenepithelkarzinom Antigen) vermehrt auftreten; Adenokarzinome produzieren dagegen CEA (die Abkürzung steht für Carcinoembryonales Antigen) oder CA 125 (Cancer-Antigen 125).

Laboruntersuchungen

Weitere Laboruntersuchungen gehören dagegen zur Routine, darunter übliche Blutuntersuchungen, die über den Allgemeinzustand Aufschluss geben und darüber, ob eine Patientin zum Beispiel eine Narkose und eine Operation verkraften kann. Die Kontrolle von Nieren- und Leberfunktion sowie die der Immunwerte ist vor allem dann wichtig, wenn eine Chemotherapie zur Behandlung in Frage kommt.



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Seite drucken   Zuletzt aktualisiert: 16.08.2006