Dickdarmkrebs: Eine Übersicht über die stadienabhängige Behandlung
Welche Behandlung für einen Patienten mit Dickdarmkrebs empfehlenswert ist, ergibt sich aus der Auswertung aller Untersuchungsbefunde. Nicht selten können die Ärzte eine verlässliche Einschätzung des Krankheitsstadiums erst nach einer Operation abgeben. Welche Stadien von Darmkrebs nach internationalen Klassifizierungssystemen unterschieden werden, ist im folgenden Text dargestellt. Er bietet zudem einen Überblick über die Grundzüge der Behandlung von Darmkrebs und verlinkt zu Kapiteln mit ausführlicheren Erläuterungen.
Für Fragen, die über diesen kurzen, allgemein gehaltenen Überblick hinaus gehen, steht der Krebsinformationsdienst auch am Telefon oder per E-Mail zur Verfügung. Informationen aus dem Internet, einer E-Mail oder einem Telefongespräch können eine persönliche ärztliche Beratung jedoch nicht ersetzen. Die Quellen sind nach Möglichkeit direkt im Text verlinkt.
Letzte Aktualisierung: 27.02.2009
Inhaltsübersicht
Quellen und Links
Als Quellen für die Kapitel zur Behandlung von Kolon- und Rektumkarzinomen hat der Krebsinformationsdienst Leitlinien genutzt, die von Fachgesellschaften als Rahmenempfehlungen für Ärzte entwickelt werden. Dazu gehörten unter anderem die deutsche "S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom" (für Fachleute unter www.dgvs.de, 2004/2008), die Informationen des U.S.-amerikanischen National Cancer Institutes unter www.cancer.gov (12/2008) sowie Übersichtsarbeiten (Reviews), die über die Datenbank der "Cochrane Library" zugänglich sind (www.cochrane.de).
Behandlungsverfahren: Eine Übersicht
War der Tumor bei Diagnosestellung klein und wurde in einem frühen Stadium erkannt, reicht bei vielen Patienten oft eine Operation aus, um eine Heilung zu erzielen. Größere Tumoren lassen sich unter Umständen vor der Operation durch eine Chemotherapie verkleinern, sodass der Eingriff weniger umfangreich gestaltet werden kann. Bei Patienten mit Rektumkarzinom wird mit einer Bestrahlung oder einer Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie beispielsweise versucht, den Schließmuskel zu erhalten. Diese vorgeschaltete Behandlung bezeichnet man als "neoadjuvant". Besteht trotz Operation ein hohes Rückfallrisiko, ist es sinnvoll, den Behandlungserfolg durch eine "adjuvante", begleitende Behandlung zu festigen: Auch dafür eignen sich Chemotherapie, Strahlentherapie oder eine Kombination aus beiden.
Die "Chemo", wie die Behandlung mit Zytostatika oft umgangssprachlich abgekürzt wird, wird dann eingesetzt, wenn eine Erkrankung trotz Operation fortschreitet oder sich schon bei Diagnosestellung Metastasen im Bauchraum oder in anderen Organen zeigen. Für Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung spielen neue Medikamente eine wachsende Rolle, die gezielt den Stoffwechsel von Tumorzellen beeinflussen. Sie ergänzen die verschiedenen Möglichkeiten, mit einer Chemotherapie das Tumorwachstum aufzuhalten. Einzelne Metastasen lassen sich unter Umständen herausoperieren.
Experimentelle Verfahren werden in klinischen Studien erprobt, zum Beispiel neue Arzneimittel oder neue Kombinationen bereits bekannter Methoden: Sie eröffnen Patienten unter Umständen neue Chancen, auch wenn sich zu neuen Medikamenten und Verfahren in diesem Stadium noch nicht alle Fragen beantworten lassen.
Zur Krebsbehandlung gehört auch die Linderung krankheits- und therapiebedingter Beschwerden. Deshalb hat zum Beispiel die Schmerztherapie einen großen Stellenwert in der Darmkrebsbehandlung. Kommt es bei Patienten zu tumorbedingten Verengungen oder Verschlüssen des Dickdarms, wird man nach Möglichkeit die Darmpassage wieder herstellen. Führt eine fortgeschrittene Erkrankung zu Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum (Aszites), zielt hier die Therapie darauf, Betroffenen eine Entlastung vom Druck dieser Flüssigkeit und damit Erleichterung zu verschaffen.
Besondere Situationen
Wird die Diagnose Darmkrebs erst wegen eines Darmverschlusses gestellt, bleibt meist keine Zeit für umfangreiche Voruntersuchungen vor einer Operation. Daher gibt es für diese Notfallsituation keine festen Vorgaben, die Ärzte orientieren sich bei der Behandlung daran, was die Lage des jeweiligen Patienten erfordert.
Patienten, bei denen eine genetische Ursache für die Erkrankung vorliegt, insbesondere Betroffene mit FAP, müssen damit rechnen, dass bei ihnen die Entfernung großer Dickdarmteile oder sogar des gesamten Dickdarms angezeigt ist. Ihre Betreuung und Behandlung setzt viel Erfahrung voraus und sollte nur in großen spezialisierten Zentren erfolgen.
Fragen an den Arzt
Informationen aus dem Internet können das individuelle Gespräch mit den behandelnden Ärzten über die jeweils geeignete Therapie nicht ersetzen. Die folgenden Texte sollen es Betroffenen erleichtern, sich auf ein solches Gespräch vorzubereiten. Anregungen zur Vorbereitung auf das Arztgespräch bietet außerdem das Informationsblatt "Behandlungswahl - was muss ich wissen?".
Fragen an den Arzt:
- Wo genau sitzt der Tumor?
- Kann ich operiert werden, und wenn ja, kann der Schließmuskel am Darmausgang erhalten werden?
- Wird ein künstlicher Darmausgang nötig?
- Ist es möglich, den Tumor vor einer Operation durch Chemotherapie und/oder Bestrahlung zu verkleinern?
- Kann eine anschließende Chemotherapie und/oder Bestrahlung mein Rückfallrisiko senken?
- Gibt es Anzeichen für Metastasen?
- Können diese möglicherweise operiert werden? Oder versprechen andere Behandlungsverfahren mehr Erfolg, etwa "Chemo" oder andere Medikamente?
- Was lässt sich gegen krankheitsbedingte Beschwerden tun?
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an