- Bei manchen Krebstherapien treten Übelkeit und Erbrechen sehr häufig als Nebenwirkungen auf, bei anderen selten oder gar nicht. Vor allem bei Chemotherapien oder Bestrahlung kann es vorkommen, dass Krebspatienten übel wird oder sie erbrechen müssen.
- Fachleute wissen, wie wahrscheinlich eine geplante Krebsbehandlung Übelkeit und Erbrechen auslöst. Ist die Wahrscheinlichkeit hoch, erhalten Patientinnen und Patienten vorbeugende Medikamente gegen Übelkeit. Diese stimmen die behandelnden Ärzte genau auf die geplante Krebsbehandlung ab.
- Ergänzend zur Behandlung mit Medikamenten können komplementäre und praxisbewährte Maßnahmen Übelkeit und Erbrechen lindern.
Wichtig: Informationen aus dem Internet können Ihnen einen Überblick bieten. Sie sind aber nicht dazu geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.
Übelkeit und Erbrechen durch die Krebsbehandlung: Überblick
Übelkeit und Erbrechen sind bekannte Nebenwirkungen von Krebstherapien.
- Gut zu wissen: Nicht alle Krebsbehandlungen lösen bei Patientinnen und Patienten Übelkeit und Erbrechen aus. Bei manchen Therapien tritt diese Nebenwirkung sehr häufig auf, bei anderen selten oder gar nicht.
Übelkeit und Erbrechen können vor allem auftreten, wenn Krebspatienten eine Chemotherapie erhalten. Aber auch Strahlentherapien können Übelkeit und Erbrechen auslösen. Zum Beispiel, wenn Ärzte den oberen Bereich des Bauches oder den Kopf bestrahlen. Auch bei Immuntherapien und zielgerichteten Therapien können Übelkeit und Erbrechen als Nebenwirkung vorkommen.
Fachleute verfügen über Wissen und Erfahrung, wie wahrscheinlich die geplante Krebsbehandlung Übelkeit und Erbrechen auslöst.
- Gut zu wissen: Ist die Wahrscheinlichkeit für Übelkeit und Erbrechen durch die Krebsbehandlung hoch, erhalten Patientinnen und Patienten vorbeugende Medikamente.
Es gibt gut wirksame Medikamente, die Übelkeit und Erbrechen vorbeugen können. Fachleute bezeichnen diese als Antiemetika. Sie wirken am besten, wenn Patientinnen und Patienten diese kurz vor der Krebsbehandlung einnehmen.
Wichtig zu wissen
Bei 7 bis 8 von 10 Personen können Medikamente Übelkeit und Erbrechen vorbeugen.
Manchen Betroffenen wird trotz Antiemetika übel oder sie müssen sich übergeben. Dann können die behandelnden Ärzte Medikamente mit einer anderen Wirkungsweise einsetzen. Zusätzlich können verschiedene praxisbewährte Maßnahmen die Beschwerden lindern
Manchmal löst allein der Gedanke an die Behandlung oder bestimmte Reize schon Übelkeit oder Erbrechen aus. Gegen solche und durch Angst oder Anspannung ausgelöste Übelkeit und Erbrechen können Entspannungstechniken, psychoonkologische Unterstützung und angstlösende Medikamente helfen.
Sie leiden so stark unter Übelkeit und Erbrechen, dass Sie erwägen, Ihre Krebsbehandlung abzubrechen?
Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Diese können abklären, warum Ihnen übel ist und dann Medikamente und Maßnahmen anpassen.
Auch unsere Ärztinnen und Ärzte helfen Ihnen gerne kostenfrei mit Hintergrundinformationen zu Übelkeit und Erbrechen während der Krebsbehandlung weiter:
- am Telefon täglich von 8 bis 20 Uhr unter 0800 420 30 40
- über ein datensicheres Kontaktformular oder per E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de
Wann treten Übelkeit und Erbrechen bei einer Krebsbehandlung auf?
Akute Übelkeit und Erbrechen treten innerhalb von wenigen Stunden und bis zu einem Tag nach der Krebstherapie auf.
Verzögerte Übelkeit und Erbrechen beginnen 1 Tag nach der Krebsbehandlung und können bis zu 5 Tage lang anhalten.
Sind Übelkeit und Erbrechen bei einer Krebstherapie „normal“?
Es kann vorkommen, dass Erkrankten während einer Krebstherapie schlecht wird oder sie sich übergeben. Es ist aber nicht bei jeder Therapie "normal":
- Manche Behandlungen lösen keine oder nur selten Übelkeit und Erbrechen aus.
- Bei anderen Therapien dagegen sind Übelkeit und Erbrechen bekannte und häufig auftretende Nebenwirkungen.
Fachleute verfügen heutzutage über viel Wissen und Erfahrung darüber, wie wahrscheinlich einer Person durch eine geplante Krebsbehandlung übel werden wird. Ist die Wahrscheinlichkeit hoch? Dann erhalten Patientinnen und Patienten Medikamente oder eine Kombination von Medikamenten, welche Übelkeit und Erbrechen vorbeugen.
Praxistipp
Informieren Sie Ihr Behandlungsteam, wenn Ihnen während der Krebsbehandlung übel ist oder Sie sich erbrechen. Ihre Ärztin oder ihr Arzt können dann die Medikamente und Maßnahmen anpassen, um Ihre Beschwerden zu lindern.
Sind Übelkeit und Erbrechen Zeichen für die Wirksamkeit der Therapie?
Übelkeit und Erbrechen sind keine Zeichen dafür, ob die Therapie gegen den Krebs wirkt oder nicht.
Diese Beschwerden entstehen dadurch, dass gesunde Zellen im Dünndarm oder im Gehirn als Reaktion auf die Behandlung Botenstoffe freisetzen. Einige dieser Botenstoffe aktivieren das Brechzentrum im Gehirn. Dieses löst dann Übelkeit und Erbrechen aus.
Beeinflussen Übelkeit und Erbrechen den Erfolg der Krebstherapie?
Ob Übelkeit und Erbrechen den Erfolg der Krebstherapie beeinflussen, hängt davon ab, wie oft und wie stark sie auftreten:
- Akute Übelkeit mit gelegentlichem Erbrechen beeinflussen die Behandlung und den Therapieerfolg nicht.
- Anders ist es, wenn Betroffenen über einen längeren Zeitraum hinweg schlecht ist und sie sich mehrfach erbrechen.
Dann kann die Situation für die Betroffenen sehr belastend sein:
- Die Lebensqualität nimmt ab.
- Mangelnder Appetit kann die Ernährung verschlechtern.
- Durch häufiges Erbrechen verliert der Körper viel Flüssigkeit und Nährstoffe.
Möglicherweise passen die Ärzte dann die Krebsbehandlung an. Das kann den Behandlungserfolg beeinflussen. Zum Beispiel, wenn
- die Dosis der Krebsmedikamente gesenkt werden muss
- oder lange Behandlungspausen notwendig sind.
Wichtig zu wissen
Ärztinnen und Ärzte wägen sorgfältig ab, ob sie eine Krebsbehandlung anpassen oder abbrechen. Vorher versuchen sie, die Beschwerden zu lindern.
Was ist, wenn Übelkeit und Erbrechen ohne zeitlichen Zusammenhang zur Krebsbehandlung auftreten?
Dann ist die Krebsbehandlung möglicherweise nicht der Grund für diese Beschwerden.
- Treten Übelkeit und Erbrechen vor der Krebsbehandlung auf?
- Beginnen die Beschwerden erst mehrere Tage nach der letzten Behandlung?
- Halten die Beschwerden über eine längere Zeit an?
Dann suchen Ärztinnen und Ärzte nach möglichen anderen Ursachen für die Beschwerden. Viele der Ursachen können sie behandeln und dadurch die Beschwerden lindern.
Praxistipp
Achten Sie darauf, wann Ihnen übel wird oder Sie erbrechen und schreiben Sie es sich am besten auf. Informieren Sie Ihr Behandlungsteam über Ihre Beschwerden. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann mögliche Ursachen ausschließen oder behandeln.
Wie beugen Medikamente Übelkeit und Erbrechen vor?
Übelkeit und Erbrechen sind eine automatische Reaktion des Körpers auf verdorbene Nahrung oder Vergiftungen. Der Körper möchte damit das aufgenommene Gift wieder loswerden. Dafür aktivieren Signalstoffe aus dem Darm oder dem Gehirn das Brechzentrum im Gehirn. Dieses löst dann den Brechreiz aus.
Hinweis
Betroffene können Erbrechen nicht unterdrücken oder zurückhalten. Denn Erbrechen ist ein Reflex, also eine automatische Reaktion des Körpers auf einen Reiz. Einmal ausgelöst, kann die betroffene Person die Reaktion nicht mehr bewusst stoppen.
So wirken Antiemetika
Lexikon
Antiemetika: Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen
Antiemese: Behandlung mit Antiemetika
Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen bezeichnen Fachleute als Antiemetika.
Die meisten Antiemetika blockieren im Brechzentrum die Bindungsstellen der Signalstoffe aus dem Darm oder dem Gehirn. Die Botenstoffe können das Brechzentrum dann nicht mehr aktivieren.
Bei anderen Wirkstoffen wissen Fachleute nicht, wie diese genau gegen Übelkeit und Erbrechen wirken. Ein Beispiel sind Kortikosteroide. Sie wirken selbst nicht gegen Übelkeit und Erbrechen. Aber sie verstärken die Wirkung anderer Antiemetika.
Auch Angst oder Anspannung können Übelkeit und Erbrechen auslösen. Dann können angstlösende Medikamente wie beispielweise Benzodiazepine helfen.
So werden die Medikamente verabreicht
Meist erhalten Patientinnen und Patienten die Antiemetika kurz vor der Chemotherapie oder Bestrahlung als Infusion.
Abhängig vom geplanten Behandlungsschema können sie vor der Therapie und an mehreren Tagen danach weitere Infusionen bekommen oder die Medikamente als Tabletten einnehmen.
Hinweis
Fachleute wissen heute sehr genau, welche Krebstherapien Übelkeit und Erbrechen auslösen können. Sie haben genaue Empfehlungen erarbeitet, welche Antiemetika Patientinnen und Patienten bei welcher Krebsbehandlung erhalten sollen.
Wenn die Ärzte einen Behandlungsplan gegen die Krebserkrankung erstellen, planen sie anhand dieser Empfehlungen automatisch auch die Behandlung der Übelkeit (Antiemese) mit ein.
Welche Antiemetika jemand wann, wie und in welcher Menge benötigt, hängt also von der geplanten Krebsbehandlung ab.
Praxistipp
Es kann sein, dass Sie keine Antiemetika erhalten. Dann ist das Risiko für Übelkeit und Erbrechen bei Ihrer geplanten Krebsbehandlung gering. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie Antiemetika benötigen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medikamente möglichst vorbeugend einnehmen
Antiemetika beugen Übelkeit und Erbrechen vor. Sie verhindern, dass das Brechzentrum aktiviert wird.
Einmal ausgelöst, sind Übelkeit und Erbrechen schwer zu behandeln. Daher ist es sehr wichtig, Antiemetika vor der Krebsbehandlung einzunehmen.
Praxistipp
Nehmen Sie Ihre Antiemetika wie vom Behandlungsteam verordnet ein – auch wenn Ihnen gar nicht übel ist.
Nebenwirkungen von Medikamenten gegen Übelkeit und Erbrechen
Meist sind Antiemetika gut verträglich. Wie alle Medikamente können sie aber Nebenwirkungen haben.
Welche Beschwerden auftreten können und wie stark diese sind ist abhängig
- vom Wirkstoff,
- der eingenommenen Menge
- und Begleiterkrankungen.
Praxistipp
Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, welche Nebenwirkungen Ihre Antiemetika haben können. Informieren Sie Ihr Behandlungsteam, wenn Sie diese Nebenwirkungen belasten. Dann kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Medikamente anpassen oder Ihnen Tipps geben, wie Sie die Beschwerden lindern können.
Was tun, wenn die vorbeugenden Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen nicht helfen?
Wenn Betroffenen trotz vorbeugenden Medikamenten schlecht wird, können verschiedene komplementäre oder praxisbewährte Maßnahmen die Beschwerden lindern.
Ärztliche Hilfe bei Erbrechen
Wenn sich jemand einmal oder gelegentlich erbricht, kann das die betroffene Person sehr belasten. Normalerweise ist aber keine ärztliche Unterstützung nötig.
Ärztliche Hilfe ist dann nötig, wenn sich
- Betroffene mehrfach und über mehrere Tage hinweg erbrechen
- und keine Flüssigkeit mehr bei sich behalten.
Der Körper verliert dann zu viel Flüssigkeit und Nährstoffe. Das kann zu Beschwerden führen.
Praxistipp
Holen Sie ärztliche Hilfe, wenn Sie sich mehrfach und über mehrere Tage hinweg erbrechen.

Bild: ©ponsulak-k, magnific
Wichtige erste Anzeichen für einen Flüssigkeitsmangel sind unter anderem:
- Durstgefühl
- trockene Lippen und trockene Haut
- Kopfschmerzen
- Schwächegefühl und Schwindel.
Ärztinnen und Ärzte können einen Flüssigkeitsmangel gut behandeln: Mit einer Infusion mit Flüssigkeit, Elektrolyten und Glukose können sie den Flüssigkeits- und Nährstoffhaushalt schnell wieder auffüllen.
Ärztliche Maßnahmen bei Übelkeit und Erbrechen
Wenn vorbeugende Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen (Antiemetika) nicht wirken, suchen Ärztinnen und Ärzte zunächst nach möglichen Ursachen:
- Wurden die Antiemetika wie verordnet eingenommen?
- Können die Beschwerden andere Ursachen haben als die Krebstherapie?
Wenn andere Ursachen ausgeschlossen sind, passen Ärztinnen und Ärzte die Antiemetika an:
- Antiemetika wirken auf unterschiedliche Weise. Wenn ein Wirkstoff nicht hilft, können Patientinnen und Patienten ein anderes Medikament erhalten. Auch eine Kombination verschiedener Antiemetika kann helfen.
- Wenn Betroffene ihre Antiemetika bisher als Tabletten eingenommen haben, können sie die Medikamente auch als Infusion erhalten. Denn: Werden die Tabletten erbrochen, bevor sie den Darm erreichen, kann der Körper weniger Wirkstoff daraus aufnehmen. Dann wirken die Medikamente schlechter. Durch eine Infusion gelangt der Wirkstoff schnell und in ausreichender Menge in den Körper. Dann kann er besser wirken.
Übelkeit und Erbrechen bei fortgeschrittener Krebserkrankung
Ist der Krebs weit fortgeschritten und nicht mehr heilbar? Dann lösen oft nicht die Krebsbehandlung, sondern die Erkrankung selbst oder andere Ursachen Übelkeit und Erbrechen aus.
Was können Angehörige und Pflegende tun?
Sie können komplementäre oder allgemeine praktische Maßnahmen ausprobieren, um die Beschwerden zu lindern.
Was können die behandelnden Ärzte tun?
- Sie klären mögliche Ursachen ab. Finden sie einen möglichen Auslöser für die Übelkeit, versuchen sie diesen zu behandeln.
- Oft ist es möglich, Übelkeit auslösende Medikamente zu verringern oder wegzulassen. Auch ein Wechsel auf ein anderes Medikament kann möglich sein.
- Abhängig von der individuellen Erkrankungssituation kann es sinnvoll sein, die Tumorbehandlung anzupassen. Das kann die Lebensqualität verbessern.
Was hilft, wenn die Belastung durch Übelkeit und Erbrechen sehr groß ist?
Wenn Übelkeit und Erbrechen die Betroffenen sehr belasten, können die Ärzte die Krebstherapie anpassen.
Um die Nebenwirkungen zu verringern, ist es möglich,
- die Dosis der Krebsmedikamente zu verringern.
- oder auf andere Krebsmedikamente zu wechseln.
In manchen Situationen kann auch eine Therapiepause nötig sein, damit sich die Betroffenen erholen können.
Wichtig zu wissen
Ob Ihre Krebstherapie angepasst oder unterbrochen werden muss, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten anhand Ihrer persönlichen Erkrankungssituation. Bei der Entscheidung berücksichtigen die Ärzte auch Ihre Wünsche und Bedürfnisse.
Holen Sie sich Unterstützung
Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, wie sehr Übelkeit und Erbrechen Sie belasten. Möglicherweise kann Ihnen auch eine psychoonkologische Beratung helfen, besser mit der Situation umzugehen.
Auch unsere Ärztinnen und Ärzte informieren Sie gerne kostenfrei über mögliche Maßnahmen und Medikamente
- am Telefon täglich von 8 bis 20 Uhr unter 0800 420 30 40
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Komplementäre Methoden bei Übelkeit und Erbrechen: Häufige Fragen und Antworten
In wissenschaftlichen Studien konnten verschiedene komplementäre Maßnahmen die Übelkeit durch Chemotherapie oder Bestrahlung vorbeugen oder lindern.
Wichtig zu wissen
Fachleute raten: Nehmen Sie Ihre ärztlich verordneten Antiemetika weiterhin ein.
Sie können komplementäre Maßnahmen zusätzlich zu den Medikamenten anwenden.
Klären Sie vorher mit Ihrem Behandlungsteam ab, welche komplementären Maßnahmen Sie in Ihrer Erkrankungssituation zusätzlich ausprobieren können.
Im Folgenden haben wir häufig gestellte Fragen und Antworten zu komplementären Maßnahmen bei Übelkeit und Erbrechen zusammengestellt.
Hilft Akupunktur gegen Übelkeit?
Akupunktur kann Übelkeit vorbeugen, die erst einige Tage nach einer Chemotherapie mit Platinverbindungen auftritt. Das zeigen wissenschaftliche Studien.
Fachleute empfehlen: Sie können Akupunktur zusätzlich zu Ihren ärztlich verordneten Antiemetika anwenden. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihren Arzt.
Kann Akupressur Übelkeit lindern?
Ja. Akupressur mit den Fingern oder mit einem Akupressurband kann eine Übelkeit durch Chemotherapie und Bestrahlung lindern. Das zeigen wissenschaftliche Studien.
Laut Experten können Sie Akupressur zusätzlich zu Ihren ärztlich verordneten Antiemetika erwägen. Sprechen Sie vorab mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wirkt Ingwer gegen Übelkeit?
Wissenschaftliche Studien zeigen hierzu keine eindeutigen Ergebnisse: Ingwer kann Übelkeit während einer Chemotherapie möglicherweise lindern. In manchen Studien half Ingwer, in anderen nicht.
Fachleute empfehlen daher: Sie können Ingwer zusätzlich zu den verordneten Antiemetika ausprobieren. Das sollten Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen. Verwenden Sie möglichst Ingwerpräparate in Pulverform. Denn heißer und scharfer Ingwertee kann den Mund- und Rachenraum reizen.
Kann ich bei Übelkeit und Erbrechen Cannabis vom Arzt bekommen?
Ja, Sie können mit einer Krebserkrankung Cannabinoide gegen Übelkeit und Erbrechen vom Arzt verordnet bekommen. Das ist möglich,
- wenn bei Ihnen die gängigen Antiemetika nicht ausreichend wirken
- oder Sie die Medikamente schlecht vertragen.
Sie können dann mit Ihren Ärzten Cannabinoide, Cannabisblüten oder -extrakte als Therapie oder als Ergänzung zu gängigen Antiemetika erwägen.
Fragen Sie uns!
Sie möchten mehr über die medizinische Anwendung und Verordnung von Cannabis und Cannabinoiden bei Krebs wissen? Unsere Ärztinnen oder Ärzte helfen Ihnen gerne kostenfrei weiter
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Umgang mit Übelkeit und Erbrechen: Häufige Fragen und Antworten
Viele Betroffene möchten gerne selbst aktiv etwas tun, wenn ihnen schlecht ist und sie sich erbrechen. Angehörige möchten sie dabei unterstützen. Betroffene fragen sich auch, wie sie im Alltag mit den Folgen von Übelkeit und Erbrechen umgehen und ihre Lebensqualität verbessern können.
Im Folgenden haben wir häufig gestellte Fragen und Antworten mit praxisbewährten Tipps und Maßnahmen zusammengestellt.
Wichtig zu wissen
Jeder Mensch ist anders. Nicht bei jedem hilft alles gleich gut. Probieren Sie aus, was Ihre Beschwerden am besten lindert.
Was kann ich nach dem Erbrechen tun?
- Spülen Sie Ihren Mund nach dem Erbrechen mehrfach mit Wasser aus. Das verringert den schlechten Nachgeschmack und verbessert Ihr Wohlbefinden.
- Zuckerfreie Bonbons oder zuckerfreier Kaugummi können ebenfalls gegen den schlechten Geschmack helfen.
- Gleichen Sie den Flüssigkeitsverlust wieder aus: Trinken Sie am besten Wasser oder leicht gezuckerten Tee.
- Versuchen Sie, sich nach dem Erbrechen zu erholen. Vielen Betroffenen helfen eine ruhige Umgebung, eine bequeme Position sowie gutes Lüften des Zimmers.
Darf ich mir nach dem Erbrechen die Zähne putzen?
Damit sollten Sie nach dem Erbrechen 30 bis 60 Minuten warten. Das empfehlen Zahnärzte.
Durch Erbrechen gelangt Magensäure in den Mund. Die Säure weicht vorrübergehend den Zahnschmelz auf. Wenn Sie dann putzen, löst das Bürsten den Zahnschmelz oberflächlich ab.
Was hilft allgemein gegen Übelkeit?
- Vermeiden Sie starke Gerüche.
- Halten Sie sich draußen an der frischen Luft auf oder lüften Sie Ihr Zimmer.
- Manchen Betroffenen helfen frische Düfte, zum Beispiel Zitrone.
- Tragen Sie weite, bequeme Kleidung, die Ihren Bauch nicht einengt.
- Sitzen oder liegen Sie bequem.
Worauf kann ich bei den Mahlzeiten achten?
- Bereiten Sie Mahlzeiten nicht selbst zu.
- Essen Sie über den Tag verteilt mehrmals kleinere Mengen statt wenige große Mahlzeiten zu festen Zeiten.
- Essen Sie nicht direkt nach der Krebstherapie, sondern mit Zeitabstand zur Behandlung.
- Lenken Sie sich beim Essen ab.
- Sitzen Sie beim Essen möglichst aufrecht.
Welche Lebensmittel sind bei Übelkeit und Erbrechen geeignet?
- Probieren Sie Naturjoghurt, Salzstangen, Zwieback, Bananen oder Trockenobst aus.
- Meiden Sie fettige, blähende und stark gewürzte Speisen.
Worauf kann ich beim Trinken achten?
- Trinken Sie immer wieder kleine Schlucke statt ein ganzes Glas auf einmal.
- Trinken Sie am besten stilles Wasser oder leicht gesüßte Tees.
- Vermeiden Sie Getränke mit viel Zucker, Kohlensäure, Säure oder Koffein.
Soll ich mir bei Übelkeit mein Lieblingsessen kochen, damit ich überhaupt etwas esse?
Verzichten Sie während einer Chemotherapie besser auf Ihr Lieblingsessen.
- Durch die Medikamente kann sich Ihr Geschmacksinn verändern. Was Sie sonst immer mit Genuss essen, kann dann anders als erwartet oder sogar ekelig schmecken.
- Wenn Ihnen bereits übel ist oder Sie sich nach Ihrem Lieblingsessen erbrechen, verknüpft Ihr Gehirn das Gericht möglicherweise mit diesen schlechten Erfahrungen.
Statt Freude und Genuss kann das Lieblingsessen dann schlechte Erinnerungen und Gefühle auslösen.
Probieren Sie während der Krebsbehandlung besser neue Rezepte aus. An diese haben Sie keine Erwartungen oder Erinnerungen. Sie sind dann weniger enttäuscht, wenn es nicht oder anders als erwartet schmeckt.
Was hilft, wenn allein der Gedanke an die Behandlung schon Übelkeit und Erbrechen auslöst?
Manchen Patientinnen und Patienten wird bereits übel, wenn sie nur an die bevorstehende Krebsbehandlung denken. Auch Reize wie beispielsweise Gerüche oder der Anblick eines Infusionsbeutels können Übelkeit und Erbrechen auslösen.
Bei den betroffenen Personen verknüpft das Gehirn einen Gedanken oder bestimmte Reize mit einer in einer früheren Situation erlebten Übelkeit und aktiviert das Brechzentrum. Fachleute bezeichnen dies als "erlernte“ oder "vorwegnehmende (antizipatorische)“ Übelkeit.
Auch Stress, Angst und eine hohe psychische Belastung können Übelkeit und Erbrechen auslösen.
Hilfe bei erlernter oder durch Stress und Angst ausgelöster Übelkeit
Eine erlernte oder durch Stress und Angst ausgelöste Übelkeit ist schwer zu behandeln.
Vielen Betroffenen kann aber eine Verhaltenstherapie helfen:
- Dabei lernen sie Entspannungstechniken wie beispielsweise progressive Muskelentspannung. Diese Techniken können helfen, durch Stress und Angst ausgelöste Übelkeit zu verringern.
- Gemeinsam mit ihren Therapeuten können sich Betroffene schrittweise den Reizen aussetzen, die bei ihnen Übelkeit auslösen. Das kann die Verknüpfung im Gehirn wieder auflösen. Fachleute sprechen von einer Desensibilisierung.
Manchen Betroffenen hilft Hypnose.
Auch angstlösende Medikamente können bei erlernter oder durch Stress und Angst ausgelöster Übelkeit und Erbrechen helfen. Ein Beispiel dafür sind Benzodiazepine.
Detailwissen: Warum lösen Krebstherapien Übelkeit und Erbrechen aus?
Übelkeit und Erbrechen werden im Gehirn durch das sogenannte Brechzentrum ausgelöst.
Das Brechzentrumwird durch verschiedene Signalstoffe aktiviert. Dazu gehören das sogenannte Serotonin und die Substanz P. Stresshormone wie Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol können diese Wirkung verstärken
Wichtige Faktoren für Übelkeit und Erbrechen bei einer Krebsbehandlung
Lexikon
Emetogene Potenz: Sie gibt an, wie wahrscheinlich Übelkeit und Erbrechen bei einer Therapie auftreten.
Nicht alle Krebsbehandlungen lösen Übelkeit und Erbrechen aus. Bei manchen Therapien tritt diese Nebenwirkung sehr häufig auf, bei anderen nicht.
Ärzte haben heutzutage viel Erfahrung und können gut abschätzen, ob eine Behandlung Übelkeit und Erbrechen auslöst. Fachleute sprechen von der "emetogenen Potenz" einer Behandlung.
Die emetogene Potenz einer Krebsbehandlung hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Art der Therapie: Bei einer Chemotherapie und Bestrahlung ist die Wahrscheinlichkeit für Übelkeit und Erbrechen höher als bei antihormonellen oder zielgerichteten Therapien.
- Dosierung: Je mehr Wirkstoff oder Strahlung der Körper abbekommt, desto wahrscheinlicher löst die Therapie Übelkeit und Erbrechen aus. Dies gilt für jede einzelne Behandlung, aber auch für die Gesamtmenge im Verlauf der Therapie. Übelkeit und Erbrechen können daher schon bei der ersten Behandlung, aber auch erst nach mehreren Behandlungsrunden auftreten.
- Anwendung: Wenn die Behandlung mehrfach und in kurzen zeitlichen Abständen erfolgt, löst sie öfter Übelkeit und Erbrechen aus.
- Verabreichung: Als Infusion verabreichte Medikamente lösen häufiger Übelkeit und Erbrechen aus als Tabletten.
- Kombination verschiedener Therapien: Erhalten Erkrankte mehrere Medikamente und/oder zusätzlich dazu eine Bestrahlung, ist die Wahrscheinlichkeit für Übelkeit und Erbrechen höher als bei einzelnen Therapien.
Therapieplanung
Wenn die Ärzte einen Behandlungsplan erstellen, planen sie die Antimese anhand der emetogenen Potenz der Krebsbehandlung mit ein.
Erhalten Erkrankte mehrere Krebsmedikamente, orientiert sich die Antimemese an dem Wirkstoff mit der höchsten emetogenen Potenz.
Auch individuelle Faktoren der erkrankten Person beeinflussen, wie wahrscheinlich eine Krebsbehandlung Übelkeit und Erbrechen auslöst:
- Geschlecht: Allgemein sind Frauen anfälliger für Übelkeit und Erbrechen als Männer.
- Alter: Jüngere Patientinnen und Patienten leiden häufiger unter Übelkeit und Erbrechen durch eine Krebsbehandlung als ältere.
- Reisekrankheit und Schwangerschaftserbrechen: Personen, die unter Reisekrankheit leiden und/oder während einer Schwangerschaft unter Übelkeit gelitten haben, sind anfälliger für Übelkeit und Erbrechen durch eine Krebsbehandlung.
- Vorgeschichte und Angst: Bei Patientinnen und Patienten, die ängstlich sind oder bereits bei einer vorherigen Therapie von Übelkeit und Erbrechen betroffen waren, ist die Wahrscheinlichkeit für Übelkeit und Erbrechen erhöht.
Weitere Ursachen für Übelkeit und Erbrechen
Nicht immer ist die Krebstherapie der Grund für die Beschwerden. Mögliche andere Ursachen für Übelkeit und Erbrechen sind unter anderem:
- Vergiftungen und Infektionen
- Überempfindlichkeit des Innenohrs (Reiseübelkeit) oder Entzündungen
- Medikamente
- Tumorerkrankungen, vor allem eine fortgeschrittene Krebserkrankung
Quellen und Links für Interessierte und Fachkreise
Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an hilfreichen Links zum Weiterlesen und Quellen, die für die Erstellung dieses Textes genutzt wurden.
Quellen und weiterführende Informationen
Leitlinien
Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen, Langversion 2.1, April, AWMF-Registernummer: 032-054OL, (aufgerufen am 20.05.2026).
Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen, Langversion 2.0, 2024, AWMF-Registernummer: 032-055OL, (aufgerufen am 20.05.2026).
Herrstedt J, Clark-Snow R, Ruhlmann CH, Molassiotis A, Olver I, Rapoport BL, Aapro M, Dennis K, Hesketh PJ, Navari RM et al. 2023 MASCC and ESMO guideline update for the prevention of chemotherapy- and radiotherapy-induced nausea and vomiting. ESMO Open. 2024 Feb;9(2):102195. doi: 10.1016/j.esmoop.2023.102195.
Hesketh PJ, Kris MG, Basch E, Bohlke K, Barbour SY, Clark-Snow RA, Danso MA, Dennis K, Dupuis LL, Dusetzina SB et al. Antiemetics: ASCO Guideline Update. J Clin Oncol. 2020 Aug 20;38(24):2782-2797. doi: 10.1200/JCO.20.01296.
Arzneimittel: Herstellerinformationen, Studien, Nutzenbewertungen
Als Quelle für Aussagen zu Medikamenten hat der Krebsinformationsdienst aktuelle Fachinformationen der Hersteller herangezogen (über www.fachinfo.de/ für Fachkreise zugänglich). Außerdem greift der Krebsinformationsdienst auf frei zugängliche Informationen zu, wie
- Arzneimittelinformationen in deutschen Datenbanken, vor allem im Arzneimittel-Informationssystem des Bundes PharmNet.Bund.
- aktuelle Hinweise des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI).
- die Informationen der europäischen Arzneimittelbehörde EMA.
Zu neueren Arzneimitteln werden als Quelle auch Nutzenbewertungen gemäß § 35a des SGB V herangezogen. Die bisher vorliegenden Berichte sind abrufbar beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) unter dem Stichwort "Projekte", dann "Projekte & Ergebnisse". Auch der Gemeinsame Bundessausschuss (G-BA) bietet Informationen zu Arzneimitteln. In der Regel handelt es sich dabei um Änderungen der Arzneimittel-Richtlinie.
Geprüft
durch unsere Fachredaktion,
bestehend aus Expertinnen und Experten aus Medizin, Naturwissenschaften sowie Psychoonkologie und Recht.



