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Diese Seiten sind Ausdrucke aus den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes www.krebsinformationsdienst.de. Angaben zum Erstellungsdatum und zu den Quellen der Information können Sie dem folgenden Text entnehmen. Einige der dort genannten weiterführenden Angaben sind allerdings nur über das Internet zugänglich. Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind nicht dazu geeignet, ein Gespräch mit behandelnden Ärzten, Psychologen oder weiteren Experten zu ersetzen.

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Zahnbehandlung, Foto: Levent Ince/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Amalgam, andere Zahnfüllungen und Zahnersatz

Risikomaterial im Mund?

Nur wenige Erwachsene in Deutschland haben ein kariesfreies Gebiss. Die Möglichkeiten, Zahnschäden zu behandeln, reichen von der Amalgam-Füllung über die Verwendung von Kunststoffen bis hin zu verschiedenen Formen von Metall- und Keramikzahnersatz.
In Deutschland wird vor allem Amalgam wegen seines Quecksilbergehalts seit Jahrzehnten als gesundheitsgefährdend diskutiert. Eine anerkannte wissenschaftliche Bestätigung fehlt allerdings bis jetzt, Amalgam wird heute zudem nur noch selten verwendet. Doch auch mögliche Risiken anderer Ersatzmaterialien und Werkstoffe in der Zahnmedizin beunruhigen Patienten.
Der folgende Text bietet einen Überblick über den momentanen Kenntnisstand, nennt weitere Ansprechpartner und verweist auf Quellen und Links zum Weiterlesen. Informationen aus dem Internet, per E-Mail oder Telefon können eine persönliche ärztliche und zahnärztliche Beratung jedoch nicht ersetzen.

Letzte Aktualisierung: 07.12.2011

Quellen und Links

Die bei der Erstellung genutzten Quellen sowie Linktipps zum Weiterlesen sind nach Möglichkeit direkt im Text verlinkt sowie am Ende dieses Textes aufgeführt.

Amalgam: Krebsgefahr unwahrscheinlich

Krebs durch Amalgam?

Erhöhen Amalgamfüllungen das Krebsrisiko? Dafür gibt es keine wissenschaftlichen Beweise.

Amalgame bestehen aus Quecksilber und einer Mischung aus Silber, Zinn und Kupfer, früher wurden auch sehr geringe Mengen weiterer Metalle verwendet. Der hohe Quecksilber-Gehalt hat die Diskussion um die Gesundheitsgefährdung durch Amalgamfüllungen ausgelöst. Das giftige Quecksilber wird während des Aushärtungsprozesses einer Zahnfüllung zwar weitgehend eingebunden. Dennoch geben Amalgamfüllungen während und kurz nach dem Legen Quecksilber ab, in geringem Umfang auch noch später, zum Beispiel durch den Abrieb beim Kauen, bei nächtlichem Zähneknirschen oder erneut bei der Entfernung.

Wie viel Quecksilber wird tatsächlich aus den Amalgamfüllungen freigesetzt und wie viel davon findet sich im Körper ihrer Träger? Diese Frage ist bis heute nicht eindeutig geklärt, trotz vieler Studien. Die Angaben hierzu schwanken, abhängig vom jeweils gewählten Messverfahren. In manchen Studien zur Quecksilberbelastung wird zudem nicht getrennt zwischen der Aufnahme aus Zahnersatzmaterialien und Quecksilber, das über die Nahrung oder die Umwelt in den Körper gelangt. Insgesamt geht die durchschnittliche Quecksilberbelastung in Deutschland aber seit Jahrzehnten zurück.
Die tatsächliche Quecksilberaufnahme aus Amalgam ist zudem vermutlich von Mensch zu Mensch verschieden. Eine große Rolle spielen die Zahl, das Alter und der Zustand der jeweiligen Plomben, aber beispielsweise auch die individuellen Kaugewohnheiten oder eine Neigung zu nächtlichem Zähneknirschen.

Die bisherige Forschung zeigt aber auch:

  • Bislang gibt es keinen Beleg für ein erhöhtes Krebsrisiko durch Amalgamfüllungen.
  • Intakte Amalgamfüllungen müssen auch bei einer Krebserkrankung nicht entfernt werden.

Immer wieder schreiben Menschen auch andere gesundheitliche Beschwerden ihren Zahnfüllungen aus Amalgam zu, etwa Nervenschädigungen, Müdigkeit oder chronische Kopfschmerzen. Ob diese und andere berichtete Probleme wirklich darauf zurückzuführen sind, ist ebenfalls nicht zweifelsfrei gesichert.

Krebspatient und Zahngesundheit: Amalgamplomben müssen nicht entfernt werden

Aus der Sicht von Experten besteht nach der Auswertung der jüngsten Studien kein Anlass, intakte Amalgamfüllungen entfernen zu lassen.
Ausnahmen sind die seltenen Allergien auf Amalgam, weiter Geschmacksveränderungen, die auch mit sogenannten elektrochemischen Wechselwirkungen zusammenhängen können, wenn verschiedene Metalle zur Zahnsanierung benutzt wurden, sowie entzündliche Immunreaktionen im Mundbereich (die sogenannte Knötchenflechte, fachsprachlich: Lichen ruber planus).

  • Auch für Krebspatienten gibt es keine wissenschaftlich begründete Empfehlung, intakte Amalgamplomben zu entfernen.
  • Ebenfalls unnötig ist eine Quecksilberentgiftung mit ausleitenden Medikamenten.

Krebspatienten: Wann zum Zahnarzt?

Wenn der Zustand der Zähne und des Zahnfleischs zu wünschen übrig lässt, sollten Krebspatienten zum Zahnarzt gehen: Einige Krebstherapien können Auswirkungen auf die Zahngesundheit haben. Dazu gehören zum Beispiel Bestrahlungen des Kopfes oder Medikamente wie etwa Bisphosphonate. Bei einer Chemotherapie kann das Zahnfleisch geschädigt werden, was langfristig auch die Zähne gefährdet. Daher empfehlen viele Krebsmediziner den Gang zum Zahnarzt vor Behandlungsbeginn, wenn die Therapieplanung es erlaubt. So können bestehende Zahnprobleme behoben werden, bevor die Krebsbehandlung beginnt. Mehr zu Mund- und Zahnpflege während der Therapie hat der Krebsinformationsdienst in einem eigenen Text zusammengestellt.

Verbraucherschutz: Warum gibt es trotzdem Einschränkungen für Amalgam?

Weniger Amalgam

Amalgam wird in deutschen Zahnarztpraxen heute seltener verwendet als früher.

Bis heute gibt es kein zahnmedizinisches Material, dass sich bei vergleichbarer Haltbarkeit ähnlich gut und für den Patienten problemlos verarbeiten lässt wie Amalgam. Trotzdem wurde bis Mitte der 1990er Jahre nach anfänglich überwiegender Betonung des Nutzens die Anwendung eingeschränkt und die Zusammensetzung der Amalgame vorgeschrieben.
Ein wichtiger Aspekt war dabei der Schutz des zahnärztlichen Personals, das beim tagtäglichen Zubereiten des Füllungsmaterials mit größeren Mengen ungebundenen Quecksilbers in Berührung kommen konnte. Auch die Quecksilberbelastung der Umwelt – bei der Herstellung, über Abfall und Abwasser – sollte dadurch reduziert werden.

Zum Weiterlesen

Bundesinstitut für Arzneimittel
und Medizinprodukte: www.bfarm.de

1995 veröffentlichte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erstmals eine Pressemitteilung, wonach der Einsatz von Amalgamen bei Schwangeren, stillenden Frauen und Kindern noch stärker eingeschränkt werden sollte. Ebenfalls begrenzt wurde die Verwendung von Amalgam im Zusammenhang mit Unterfüllungen unter Kronen.

Gemeinsam mit den zahnärztlichen Fachverbänden wurden die Empfehlungen 1997 noch einmal neu gefasst, sie sind bis heute gültig. Die im Folgenden genannten Personengruppen sollten nach Möglichkeit keine Amalgamfüllungen erhalten, wenn andere Füllmaterialien infrage kommen:

  • Frauen in der Schwangerschaft und während der Stillzeit - sie sollten während dieser Zeit auch keine Amalgamentfernung vornehmen lassen,
  • Kinder,
  • Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion,
  • Personen mit nachgewiesener Allergie gegen Amalgam oder einen seiner Bestandteile,
  • Personen, die auf Amalgam mit Entzündungen im Mund (Lichen ruber planus) reagiert haben,
  • Personen, bei denen andere Metallfüllungen direkt an die neuen Amalgamfüllungen angrenzen würden, da es hier zu elektrochemischen Reaktionen mit Geschmacksveränderungen kommen könnte.

Im Jahr 2001 veröffentlichte das Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte eine "Risikobewertung des zahnärztlichen Füllungswerkstoffes Amalgam". In dieser wurden die Empfehlungen von 1997 weitgehend wiederholt. Die neueste Broschüre des BfArM zu "Amalgamen in der zahnärztlichen Therapie" (Stand: 2005) kann im Internet als PDF-Datei eingesehen werden unter www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Medizinprodukte/riskinfo/empf/amalgamInfobroschuere.pdf?__blob=publicationFile&v=2. In der Broschüre beantwortet das BfArM häufig gestellte Fragen zum Thema Amalgam.

Um die Umweltbelastung durch Quecksilber aus der Zahnmedizin zu reduzieren, bestehen schon seit mehr als 20 Jahren strenge Vorschriften. Quecksilber, aber auch alle seine chemischen Verbindungen dürfen nicht einfach so entsorgt werden, dafür sorgten zunächst deutsche, seit einigen Jahren europaweit gültige Regelungen. Das gilt auch zum Beispiel für „alte“ Amalgamplomben, die der Zahnarzt entfernt hat. Einen Überblick bietet das Umweltbundesamt unter www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/abfallwirtschaft/abfallarten/gefaehrliche-abfaelle/quecksilberhaltige-abfaelle.

Hintergrund: Studien und Bewertungen

Krank durch Amalgam?

Allergien sind möglich, auch Geschmacksveränderungen. Andere Beschwerden lassen sich bisher nicht sicher auf Amalgam zurückführen.

Das Robert-Koch-Institut veröffentlichte 2007 einen Kommissionsbericht zum Thema "Amalgam". Dort heißt es, bislang seien in der wissenschaftlichen Literatur keine sichereren Belege für einen Zusammenhang zwischen Amalgamfüllungen und chronischen Erkrankungen zu finden. Ob es Personen mit besonderer Empfindlichkeit gegenüber Amalgam gebe, müsse in weiteren Studien geklärt werden. Der Bericht findet sich als PDF-Dokument im Internet unter http://edoc.rki.de/documents/rki_ab/
re67flHRghoUo/PDF/24qqM91ZQD1Q.pdf
.

2008 untersuchte das Zentrum für naturheilkundliche Forschung an der Technischen Universität München im groß angelegten "Forschungsprojekt Amalgam" 4.800 Patienten aus verschiedenen deutschen Zahnarztpraxen. Die einzelnen Teilprojekte verfolgten, welche Symptome durch Amalgamfüllungen hervorgerufen werden, wie mögliche Schädigungen festgestellt werden konnten und wieweit eine Entfernung der Amalgamplomben sich auf die Gesundheit der Patienten auswirkte.
In einer Vorstudie konnten die Forscher keinen Zusammenhang zwischen der Anzahl von Amalgamfüllungen und den Symptomen nachweisen, die die Teilnehmer ihrerseits mit den Metallen in Verbindung brachten. Die gängigen Tests - zum Beispiel Quecksilberbestimmungen in Speichel, Blut und Urin - können bislang zwar zwischen Menschen mit Amalgam-Füllungen und solchen ohne Füllungen unterscheiden. Die subjektiven Beschwerden, die mit den Füllungen in Zusammenhang gebracht werden, lassen sich jedoch nicht anhand der Laborwerte vorhersagen. Patienten mit Amalgam-Beschwerden berichteten nach einer Entfernung der Amalgamfüllungen zwar über eine Besserung der Symptome. Denselben Effekt hatte jedoch ein gezieltes Gesundheitstraining ohne Entfernung der Füllungen.

  • Ob und wie harmlos oder gefährlich Amalgam sei, sei aus wissenschaftlicher Sicht sehr differenziert zu betrachten, eine eindeutige Aussage hierzu sei aufgrund der hier genannten Studien nicht möglich, schlossen die Forscher.

Bezugnehmend auf die Stellungnahmen von 2008 sprach sich der Rat der Europäischen Zahnärzte (Council of European Dentists, CED) 2010 gegen ein generelles Verbot von Amalgam aus, solange kein vergleichbares Zahnersatzmaterial zur Verfügung stehe. Der Beschluss kann als PDF-Datei in englischer Sprache im Internet eingesehen werden unter www.eudental.eu/library/104/files/ced_doc_2010_085_e_fin-20101122-1833.pdf.

Ersatzmaterialien: Sind sie unbedenklich?

Bei der Zahnbehandlung und -sanierung werden sowohl Metalle als auch Kunststoffe und Keramik eingesetzt. 1999 kamen Experten der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) in einer Bewertung zu dem Schluss, dass es zu den meisten verwendeten Materialien keine Daten gibt, die auf ein Krebsrisiko hindeuten.
Aufgrund fehlender Studien können aber zumindest für einige Metalllegierungen Risiken auch nicht sicher ausgeschlossen werden. Die Zusammenfassung der Daten der IARC ist in englischer Sprache im Internet abrufbar unter http://monographs.iarc.fr/ENG/Monographs/vol74/volume74.pdf.

Bester Schutz: Karies-Prophylaxe!

Experten betonen: Zahnpflege und Karies-Vorsorge sind wichtig! - Wer keine Füllungen braucht, hat auch keine Risiken durch Zahnersatzmaterialien.

Im Jahr 2009 organisierten die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organizaiton, WHO) und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Environment Programme, UNEP) ein Expertentreffen. Fachleute trugen die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen und diskutierten über die Zukunft der Zahnersatzmaterialien. Sie kamen zu dem Schluss: Bis heute liegen keine Ergebnisse aus Langzeitstudien zu möglichen Risiken amalgamfreier Zahnersatzmaterialien vor. Vereinzelt werden lokale Schleimhautreizungen oder allergische Reaktionen auf Bestandteile der Füllmaterialien berichtet. Weitere Forschung und eine Verbesserung der Materialien im Hinblick auf ihre Haltbarkeit seien nötig, erklärten die Fachleute. Sie betonten aber auch, wie wichtig die weltweite Förderung der Mund- und Zahngesundheit sei: Der beste Schutz, um möglich Risiken aus Zahnersatzmaterialien zu vermeiden, ist eine Karies-Vorsorge, zum Beispiel durch gute Zahnhygiene und zuckerarme Ernährung.

Die Experten haben die Ergebnisse ihrer Beratung in einer PDF-Datei zusammengefasst. Sie kann auf der Internetseite der WHO in englischer Sprache eingesehen werden: www.who.int/oral_health/publications/dental_material_2011.pdf.

Allgemeine Patienteninformationen zu verschiedenen Zahnfüllungen bietet die Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit auf ihrer Internetseite www.agz-rnk.de (Achtung, es öffnet sich ein neues Fenster) unter der Rubrik "Mund + Zahn" und dort unter "Behandlungen" und "Zahnfüllungen".

Metalle

"Gold"-Füllungen

Edelmetall-Legierungen gelten als lange haltbar und risikoarm. Sie enthalten neben Gold oder Platin aber auch unedle Metalle - gegen diese sind Allergien möglich. Die Kosten sind höher als bei Amalgam.

Goldlegierungen sind nach bisherigem Kenntnisstand weitgehend unbedenklich und gelten als qualitativ hochwertig und sehr lange haltbar, ebenso wie das viel verwendete Titan, das zum Beispiel bei Implantatstiften eingesetzt wird. Zahnersatz aus diesen Materialien ist allerdings auch deutlich teurer als eine einfache Amalgamplombe.

In die Diskussion geraten waren Anfang der 1990er Jahre vor allem die ebenfalls verwendeten Palladiumlegierungen. Aus Kostengründen waren sehr minderwertige Qualitäten aus Südostasien eingeführt worden, die nicht selten schon nach kurzer Tragedauer Korrosion aufwiesen. Das sogenannte Spargold wurde anstelle einer hochwertigen Goldlegierung verwendet. Unklar war zunächst, ob diese "rostenden" Brücken und andere Prothesen auch ein Gesundheitsrisiko darstellten. Bei Zahnersatz guter Qualität aus Palladium deutet bis heute jedoch nichts auf Komplikationen hin. Im Frühjahr 2008 warnte die amerikanische Zahnärztevereinigung (American Dental Association, ADA) vor Bleifunden in aus China importiertem Zahnersatz. Unklar ist, wieweit auch in Deutschland verwendetes Material betroffen war.

Kunststoffe, Keramik, Komposite

Kunststofffüllungen werden bezüglich des grundsätzlichen Gesundheitsrisikos noch am neutralsten beurteilt. Allerdings gilt auch hier: Eine Nutzen-Risiko-Abwägung im Vergleich zu Amalgam kann aufgrund der bisher nur wenigen Studien nicht wirklich sicher getroffen werden. Bewertungen liegen beispielweise von der Weltgesundheitsorganisation für den Kunststoff-Grundstoff Bisphenol A vor: Diese Substanz kann eventuell wie ein Hormon wirken, eine Krebsgefahr besteht aber nicht. Laut WHO geht sie zudem nur in so geringen Mengen aus Zahnmaterialien in den Körper über, dass weitere Maßnahmen nicht erforderlich seien.

Echte Keramikeinlagen sind abriebfest und neutral, haben jedoch meist eine kürzere Lebensdauer als Amalgam. Und sie sind ebenfalls vergleichsweise teuer.

Folgende nicht metallische Materialien werden heute für Zahnfüllungen verwendet:

  • Kompositkunststoffe: Sie bestehen aus Kunststoffen und harten Glas- oder Keramikteilchen. Im Vergleich zu Amalgam sind sie zwar nicht so widerstandsfähig, erreichen aber eine gute Haltbarkeit. Die Verarbeitung ist anspruchsvoll und aufwendig.
  • Glasionomer-Zemente: Sie sind relativ spröde, halten nicht sehr lange, lassen sich aber zum Beispiel am Zahnhals gut verarbeiten. Häufig enthalten sie Fluorverbindungen und bieten so zusätzlich einen gewissen Schutz vor Karies. Glasionomerzemente gibt es mit und ohne Kunststoffzusatz. Konventionelle Glasionomerzemente enthalten keinen Kunststoff und sind daher auch bei Kunststoffallergien und -unverträglichkeiten geeignet.
  • Kompomere: Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Kompositkunststoffen und Glasionomeren. Sie vereinigt die guten Eigenschaften der beiden anderen Werkstoffgruppen, ist aber nicht so haltbar wie ein Kompositkunststoff und wird daher hauptsächlich für Provisorien oder Milchzähne genutzt.

Klebstoffe

Damit eine Füllung oder Krone lückenlos mit dem Zahn verbunden ist, muss sie mit einem Spezialkleber am Zahn befestigt werden. Zahnärzte sprechen von Haftvermittlern oder Adhäsiven. Diese Klebstoffe sind zwar giftig für die Zellen der Mundschleimhaut, allerdings ist das Risiko für die Patienten sehr niedrig: Es besteht auch nur so lange, bis der Klebstoff mittels UV-Licht oder normalem Licht ausgehärtet ist. Durch das Lichthärten werden die meisten chemischen Verbindungen der Kleber-Bestandteile stabil, schädliche Stoffe können so nicht mehr freigesetzt werden und in den Körper gelangen.

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Zum Weiterlesen

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat 2005 eine Broschüre zum Thema Amalgam herausgegeben. Sie kann im Internet als PDF-Datei eingesehen werden unter www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Medizinprodukte/riskinfo/empf/amalgamInfobroschuere.pdf?__blob=publicationFile&v=2.

Die Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit bietet allgemeine Patienteninformationen zu verschiedenen Zahnfüllungen auf ihrer Internetseite www.agz-rnk.de (Achtung, es öffnet sich ein neues Fenster) unter der Rubrik "Mund + Zahn" und dort unter "Behandlungen" und "Zahnfüllungen".

Für Tumorpatienten hat der Krebsinformationsdienst mehr zur "Mund- und Zahnpflege" zusammengestellt. Dort finden sich auch Informationen zu möglichen Nebenwirkungen von Bisphosphonaten am Kieferknochen.

Fachliteratur: Verwendete Quellen und weiterführenden Fachinformationen (Auswahl)

Die Kommission "Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin" des Robert Koch-Institus (RKI) hat 2007 einen Materialienband zur Kommissionsmitteilung "Amalgam" herausgegeben. Dieser kann als PDF-Datei auf der Internetseite des RKI eingesehen werden unter http://edoc.rki.de/documents/rki_ab/re67flHRghoUo
/PDF/24qqM91ZQD1Q.pdf
.

Ebenfalls vom Robert-Koch-Institut (RKI) herausgegeben wurde 2009 das Themenheft 47 "Mundgesundheit", als PDF zu laden unter www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/Themenhefte/mundgesundheit_inhalt.html?nn=2543868.

Presseinformationen des "Forschungsprojekts Amalgam" (German Amalgam Trial) der Technischen Universität München aus dem Jahr 2008 sind im Internet als PDF-Datei abrufbar unter http://portal.mytum.de/pressestelle/tum_mit/2008nr3/23.pdf einzusehen.

Die Forschungsergebnisse wurden unter anderem veröffentlicht in:

  • Melchart D et al. (2008): Treatment of health complaints attributed to amalgam. J Dent Res 2008; 87: 349-353.

  • Melchart D et al. (2008): Biomonitoring of mercury in patients with complaints attributed to dental amalgam, healthy amalgam bearers, and amalgam-free subjects: a diagnostic study. Clin Toxicol 2008; 46: 133–140.

Die Generaldirektion Gesundheit und Verbraucher der Europäischen Kommission hat im Jahr 2008 eine Verbraucherinformation zu "Zahnfüllungsmaterialien" herausgegeben. Im Internet findet sie sich als PDF-Datei unter http://copublications.greenfacts.org/de/zahnamalgam/zahnamalgam-greenfacts.pdf.

Eine Stellungnahme des europäischen Scientific Committee on Emerging and Newly Identified Health Risks (SCENIHR) zur Sicherheit von Amalgam und alternativen Zahnersatzmaterialien ist im Internet als PDF-Datei in englischer Sprache unter dieser Adresse abrufbar: http://ec.europa.eu/health/ph_risk/committees/04_scenihr/docs/scenihr_o_016.pdf.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Jahr 2009 über den aktuellen wissenschaftlichen Stand zu Zahnersatzmaterialien beraten. Die Ergebnisse des Expertentreffens "Future Use of Materials for Dental Restoration" sind in englischer Sprache als PDF-Datei auf der Internetseite der WHO erschienen unter www.who.int/oral_health/publications/dental_material_2011.pdf.