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Diese Seiten sind Ausdrucke aus den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes www.krebsinformationsdienst.de. Angaben zum Erstellungsdatum und zu den Quellen der Information können Sie dem folgenden Text entnehmen. Einige der dort genannten weiterführenden Angaben sind allerdings nur über das Internet zugänglich. Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind nicht dazu geeignet, ein Gespräch mit behandelnden Ärzten, Psychologen oder weiteren Experten zu ersetzen.

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Lungenkrebs, Foto: MOREDUN ANIMAL HEALTH LTD/SPL/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Lungenkrebs: Früherkennung, Symptome und Warnzeichen

Wodurch machen sich Tumoren der Lunge bemerkbar?

Lungenkrebs ist eine sehr häufige Krebserkrankung, die sich allerdings erst vergleichsweise spät durch Symptome und Beschwerden bemerkbar macht. Bis heute sind die Möglichkeiten sehr begrenzt, durch Tests eine echte Früherkennung zu erreichen. Vor allem Menschen, die ein hohes Risiko haben, sollten daher wichtige Warnzeichen kennen.
Der folgende Text bietet einen Überblick. Wie hoch das individuelle Krebsrisiko ist oder was hinter der ein oder anderen gesundheitlichen Veränderung tatsächlich steckt, lässt sich jedoch am besten durch einen Arztbesuch klären. 

Die bei der Texterstellung genutzten Quellen sind am Textende aufgeführt, Stand 5/2013. Weitere Informationen bietet auch das Kapitel "Mehr wissen zum Thema Lungenkrebs".

Lungenkrebs-Früherkennung: Bislang keine Untersuchung empfohlen

Keine regelmäßige Krebsvorsorge

Bislang gibt es keine geeigneten Früherkennungsuntersuchungen für Lungenkrebs.

Für Patienten mit einem Bronchialkarzinom gibt es umso mehr Behandlungsmöglichkeiten und bessere Heilungschancen, je früher ihre Erkrankung erkannt wird. Neue Untersuchungen konzentrieren sich daher heute vor allem auf Menschen, die ein besonders hohes Risiko tragen, vor allem auf Raucher.

Trotz aller Forschung eignet sich allerdings keine Untersuchung für die breite Anwendung bei symptomlosen Gesunden. Viele Untersuchungsmethoden sind zu ungenau: Der Anteil übersehener bösartiger Lungentumoren ist zu hoch. Andere Verfahren sind wiederum zu empfindlich: Sie lösen zu oft einen unbegründeten Krebsverdacht aus und führen zu unnötigen und für die Betroffenen belastenden Folgeuntersuchungen oder -behandlungen.

Vorbeugung statt Früherkennung

Wie kann man die Entstehung von Lungenkrebs verhindern? Am besten ist es, Risikofaktoren zu meiden!

Die meisten in den vergangenen Jahrzehnten geprüften Methoden haben nicht zu einer geringeren Lungenkrebssterblichkeit geführt - selbst dann nicht, wenn die Erkrankung häufiger in einem früheren Stadium erkannt wurde.
Weder regelmäßige Röntgenuntersuchungen des Brustkorbs oder Untersuchungen von Zellen in ausgehustetem Bronchialsekret - eine sogenannte Sputum-Zytologie - noch Untersuchungen verschiedener Tumormarker im Blut wirkten sich messbar auf die Sterblichkeitsrate aus. Diese Verfahren werden von Fachleuten daher nicht für die Lungenkrebsfrüherkennung empfohlen.

Gegen den Nutzen einer medizinischen Untersuchung müssen zudem immer mögliche Risiken und Nachteile abgewogen werden. Insgesamt sind alle bisher geprüften Verfahren als Früherkennungs- oder Screening-Untersuchung für die gesunde Bevölkerung im Vergleich zum Nutzen zu aufwendig und zu belastend.

Aktuelle Forschung: Computertomographie zur Lungenkrebsfrüherkennung

Diese Einschätzung gilt zumindest zurzeit auch noch für ein Verfahren, das erste vielversprechende Ergebnisse geliefert hat: die Computertomographie bei Menschen mit besonders hohem Risiko.
Erste Daten erbrachte eine groß angelegte Studie des U.S.-amerikanischen National Cancer Institutes, bei denen eine Computertomographie (CT) mit niedriger Strahlenbelastung eingesetzt wurde. Im Rahmen dieses "National Lung Screening Trial" (NLST) wurden zwischen 2002 und 2009 mehr als 53.000 Personen zwischen 55 und 74 Jahren untersucht,  die aufgrund ihres Rauchverhaltens ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs hatten.
Das Ergebnis: Mithilfe regelmäßiger CT-Untersuchungen konnten mehr Lungenkarzinome entdeckt werden. Auch die Zahl der im Untersuchungszeitraum an Lungenkrebs verstorbenen Personen war in der Computertomographie-Gruppe geringer als in der Vergleichsgruppe, die lediglich geröntgt wurde.
Allerdings schränkten die Forscher ein, dass die positiven Studienergebnisse nicht unbedingt auf die Allgemeinbevölkerung übertragen werden könnten. Sie schätzen aber, dass sich die Sterblichkeit an Lungenkrebs um bis zu einem Fünftel senken ließe.

Noch müssen Nutzen und Risiken sowie die Kosten solcher Untersuchungen sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. So erhöht sich bei regelmäßigen CT-Untersuchungen, trotz immer besserer Geräte, die lebenslange Strahlenbelastung für die Betroffenen deutlich. Die Fortführung der oben genannten Studie bestätigt außerdem: Es besteht die Gefahr, dass zu oft ein verdächtiger Befund im Computertomogramm die Diagnose Lungenkrebs auslöst, obwohl er sich später als etwas anders herausstellt. Betroffene werden so unnötigen Folgeuntersuchungen oder sogar unnötigen Behandlungen ausgesetzt.

Letztlich kann auch eine regelmäßige Untersuchung nicht garantieren, dass ein Mensch wirklich tumorfrei ist. Insbesondere kleinzelliger Lungenkrebs wird in früheren Stadien selbst bei wiederholten Untersuchungen oft gar nicht entdeckt.

  • Bevor die Computertomographie Teil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms in Deutschland werden kann, müssen noch einige offene Fragen geklärt werden:
  • Lassen sich die bisher vorliegenden Studienergebnisse auf weitere Risikogruppen übertragen? Wie oft und über wie viele Jahre sollte eine solche CT-Untersuchung regelmäßig durchgeführt werden? Wie ließe sich ein umfangreiches Lungenkrebs-Früherkennungsprogramm in Deutschland finanzieren?
  • Was bedeuten diese offenen Fragen für Menschen mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko?

Früherkennung von Lungenkrebs: Screening auf eigene Kosten?

  • Derzeit wird in Deutschland ein Lungenkrebs-Screening von Fachleuten nicht empfohlen, außer, die Untersuchung findet im Rahmen einer klinischen Studie statt.

Dies gilt auch für Menschen, die sich zwar gesund fühlen, aber ein hohes Risiko tragen, etwa Raucher: Eine vorsorgliche Computertomographie wird in den aktuellen ärztlichen Leitlinien  nicht empfohlen. Daher ist sie bislang auch nicht Teil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms. Hat jemand Beschwerden, sieht dies natürlich anders aus. 

Welche Möglichkeiten haben Menschen, die trotzdem auf eine Untersuchung nicht verzichten möchten? Zum Beispiel, weil sie lange geraucht oder mit Asbest gearbeitet haben?

  • Wer eine Computertomographie durchführen lassen will, muss sich der Tatsache bewusst sein, dass jede dieser Untersuchungen auch ein Strahlenrisiko beinhaltet. Daher sollte ein CT auch nicht als "IGeL"-Angebot durchgeführt werden, als sogenannte "individuelle Gesundheitsleistung" die man als Patient selbst zahlen muss.
  • Ob eine regelmäßige Untersuchung bei hohem Risiko eventuell im Rahmen einer kontrollierten wissenschaftlichen Prüfung infrage kommt, sollten Betroffene am besten direkt mit ihren Ärzten besprechen. Diese können das individuelle Risiko abschätzen und prüfen, ob eine Studienteilnahme möglich ist.

Symptome: Warnzeichen oft wenig typisch

Symptome

Husten, Luft- und Atemnot, Gewichtsverlust oder Schmerzen in der Brust oder den Knochen können Warnzeichen sein.

Etwas anderes ist die Abklärung von Symptomen. Dann stehen Betroffenen alle gängigen Untersuchungsverfahren zur Verfügung.
Lungenkarzinome verursachen in frühen Stadien allerdings nur selten Beschwerden. Kleine Tumoren werden fast immer zufällig entdeckt, zum Beispiel bei einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs aus anderem Anlass. Umso wichtiger ist es, vor allem für Raucher, Symptome ernst zu nehmen und mit dem Arzt zu besprechen. Die Krankheitszeichen sind leider oft so vieldeutig, dass sie häufig zunächst verkannt werden, etwa als chronische Bronchitis.

Husten

Wer wochenlang Husten hat oder Raucherhusten, der plötzlich schlimmer wird, sollte zum Arzt gehen.

Neu einsetzender und über Wochen anhaltender Husten oder die Verschlimmerung eines chronischen Hustens führen Betroffene am häufigsten zum Arzt. Auf Nachfrage stellt sich oft heraus, dass sie sich seit längerem abgeschlagen fühlen, kurzatmig waren oder an Gewicht verloren haben. Häufig verschleimte Bronchien kennen vor allem Raucher. Klagen Patienten auch über Auswurf mit Blutbeimengungen oder verstärkt sich der Auswurf, kommen Schmerzen, Fieberschübe oder Atemnot hinzu, sind dies Warnsignale, die sofort zum Arzt führen sollten.

Wenn der Tumor sich über die Lunge hinaus ausgebreitet hat, können auch Absiedlungen in anderen Organen Symptome verursachen, sogenannte Metastasen. Bei nicht wenigen Betroffenen sind diese Beschwerden sogar der erste Hinweis auf die Erkrankung.
Bei Befall der Knochen leiden Patienten häufig unter Schmerzen, die zunächst zum Beispiel als "Arthrose" gedeutet werden. Ist die Leber betroffen, kommt es oft zu Gewichtsverlust, Schwäche und Müdigkeit, ebenfalls eher unspezifischen Symptomen. Erst eine Gelbverfärbung der Augen, der Ikterus, ist ein deutlicherer Hinweis auf eine Leberschädigung. Metastasen im Gehirn können neurologische Symptome verursachen, zum Beispiel Lähmungen, Kopfschmerzen, aber auch Verwirrtheit, Krampfanfälle oder Wesensveränderungen.

Vor allem kleinzellige Lungenkarzinome können hormonartige Substanzen bilden, die ins Blut abgegeben werden. Da diese Substanzen im Übermaß produziert werden, führen sie zu typischen Veränderungen im Blut oder unterschiedlichen, aber für den Arzt wegweisenden Beschwerden. Dazu gehören zum Beispiel Blutarmut, zu viel Kalzium im Blut (Hyperkalziämie), Blutgerinnungsstörungen, neurologische Symptome oder Hautveränderungen. Solche sogenannten paraneoplastischen Syndrome sind bei einem kleinen Teil der Betroffenen sogar das erste Zeichen der Erkrankung.

Weiterführende Informationen: Für Interessierte und Fachkreise (Stand: 12/2013)

Mehr zu Veränderungen der Atemwege und zu Beschwerden, die durch das Rauchen verursacht werden können, hat das WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle im Deutschen Krebsforschungszentrum in seinen Veröffentlichungen zusammengestellt. Eine Übersicht findet sich unter www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/Publikationen_und_Stellungnahmen.html.

Deutsche S3-Leitlinie zur Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms (2010): www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/020-007.html

Leitlinien der American Society of Clinical Oncology (ASCO) zur Früherkennung, Diagnostik und Behandlung von Lungenkrebs stehen in englischer Sprache und an Fachleute gerichtet unter www.asco.org zur Verfügung, Stichwort Practice Guidelines.

Leitlinie des American College of Chest Physisians zum Lungenkrebs-Screening, in englischer Sprache 2013 veröffentlicht: Detterbeck F et al.: Screening for Lung Cancer. Chest. 2013; 143(5_suppl):e78S-e92S. doi:10.1378/chest.12-2350

Stellungnahmen der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin sowie der Deutschen Röntgengesellschaft zur CT sind abrufbar unter www.ag-thorax.drg.de/seite/376/stellungnahmen-und-empfehlungen.

Ein Beispiel für eine deutsche Studie zur Früherkennung von Lungenkrebs ist die Lungenkrebs-Screening-Interventionsstudie (LUSI). Das Deutsche Krebsforschungszentrum untersucht seit 2007, wie gut die Mehrschicht-Computertomographie (MSCT) zur Früherkennung von Lungenkrebs geeignet ist. Mehr dazu unter www.dkfz.de/de/epidemiologie-krebserkrankungen/arbeitsgr/epipraev/ep_p03_lungscr_a.html

Beispiele für U.S.-amerikanische Studien zum Screening:
The National Lung Screening Trial Research Team
Reduced Lung-Cancer Mortality with Low-Dose Computed Tomographic Screening. N Engl J Med. 2011, 365, 395-409, doi:10.1056/NEJMoa1102873, www.nejm.org/doi/pdf/10.1056/NEJMoa1102873 (PDF).
Patz EF, Jr, Pinsky P, Gatsonis C, et al. Overdiagnosis in Low-Dose Computed Tomography Screening for Lung Cancer. JAMA Intern Med. 2013; . doi:10.1001/jamainternmed.2013.12738.; archinte.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1785197

Bach P et al (2012): Benefits and Harms of CT Screening for Lung Cancer. A systematic Review. JAMA 2012; doi:10.1001/jama.2012.5521.

Ma J, Ward EM, Smith R, Jemal A (2013): Annual Number of Lung Cancer Deaths Potentially Avertable by Screening in the United States. CANCER, online vor Print 25.2.2013, doi:10.1002/cncr.27813, http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/cncr.27813/pdf

Weitere Quellen und Fachinformationen zum Thema finden sich im Kapitel "Mehr wissen" im Kasten "Fachliteratur".