Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst


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Symptome und Warnzeichen: Wodurch machen sich Tumoren der Lunge bemerkbar?

Was bietet dieser Text?

Dieser Text ist Teil umfassender Informationen zum Thema Lungenkrebs: Er informiert über Symptome, die im Zusammenhang mit einer Lungenkrebserkrankung auftreten können.

Für Fragen, die über diesen kurzen, allgemein gehaltenen Überblick hinaus gehen, steht der Krebsinformationsdienst auch am Telefon oder per E-Mail zur Verfügung. Informationen aus dem Internet, einer E-Mail oder einem Telefongespräch können eine persönliche Beratung und die Abklärung gesundheitlicher Beschwerden durch einen Arzt jedoch nicht ersetzen.

Als Informationsquellen wurden, soweit es sich nicht um Lehrbuchwissen handelt, im Wesentlichen Behandlungsleitlinien deutscher und internationaler Fachgesellschaften verwendet. Die bei der Texterstellung genutzten Quellen sind nach Möglichkeit direkt verlinkt, zudem sind sie im Kapitel "Mehr wissen zum Thema Lungenkrebs" unter dem Stichwort "Fachliteratur" aufgeführt.

Auf dieser Seite

Früherkennung: Bisher kaum möglich
Symptome: Warnzeichen wenig typisch

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Früherkennung: Bisher kaum möglich

Keine regelmäßige Krebsvorsorge
Bislang gibt es keine Früherkennungsuntersuchungen für Lungenkrebs.

Für Patienten mit einem Bronchialkarzinom gibt es umso mehr Behandlungsmöglichkeiten und bessere Heilungschancen, je früher ihre Erkrankung erkannt wird. Trotz aller Forschung eignet sich allerdings keine Untersuchung für die breite Anwendung bei symptomlosen Gesunden. Bisher getestete Verfahren, von denen man sich viel versprochen hatte, wie etwa Röntgenreihenuntersuchungen oder Untersuchungen von abgehustetem Schleim, blieben ohne Erfolg: Sie waren nicht aussagekräftig genug und boten nur eine geringe "Trefferquote". Insgesamt sind alle bisher geprüften Verfahren als Früherkennungs- oder Screening-Untersuchung für die gesunde Bevölkerung im Vergleich zum Nutzen zu aufwendig und zu belastend.

Neue Untersuchungen konzentrieren sich daher heute vor allem auf Menschen, die ein besonders hohes Risiko tragen, vor allem auf Raucher. Seit einiger Zeit werden neuere Methoden erprobt, so etwa die Spiral-Computertomographie (CT) mit niedriger Strahlendosis. Auch die Möglichkeit, Bronchialsekret oder Sputum mit molekularbiologischen Methoden zu untersuchen, wird weiter verfolgt. Bisher steht der allgemeine Beleg für einen Nutzen solcher Untersuchungen bei Risikogruppen noch aus. Erste Studienergebnisse aus dem National Lung Screening Trial aus den USA liegen vor, haben in Deutschland jedoch bislang keine Auswirkungen. Regelmäßige CT-Untersuchungen, selbst für starke Raucher, werden außerhalb von klinischen Studien derzeit nicht empfohlen. Auch zur Routine-Untersuchung des Sputums raten Experten in der zurzeit gültigen Leitlinie für die Früherkennung von Lungenkrebs nicht.

Aktuell bleibt Menschen, die sich um ihr Lungenkrebsrisiko sorgen, nur die Vorbeugung, also die Vermeidung der bekannten Risikofaktoren.

Symptome: Warnzeichen oft wenig typisch

Symptome
Husten, Luft- und Atemnot, Gewichtsverlust oder Schmerzen in der Brust oder den Knochen können Warnzeichen sein.

Lungenkarzinome verursachen in frühen Stadien nur selten Beschwerden. Kleine Tumoren werden fast immer zufällig entdeckt, zum Beispiel bei einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs aus anderem Anlass. Umso wichtiger ist es, vor allem für Raucher, Symptome ernst zu nehmen und mit dem Arzt zu besprechen. Die Krankheitszeichen sind leider oft so vieldeutig, dass sie häufig zunächst verkannt werden, etwa als chronische Bronchitis.

Husten
Wer wochenlang Husten hat oder Raucherhusten, der plötzlich schlimmer wird, sollte zum Arzt gehen.

Neu einsetzender und über Wochen anhaltender Husten oder die Verschlimmerung eines chronischen Hustens führen Betroffene am häufigsten zum Arzt. Auf Nachfrage stellt sich oft heraus, dass sie sich seit längerem abgeschlagen fühlen, kurzatmig waren oder an Gewicht verloren haben. Häufig verschleimte Bronchien kennen vor allem Raucher. Klagen Patienten auch über Auswurf mit Blutbeimengungen oder verstärkt sich der Auswurf, kommen Schmerzen, Fieberschübe oder Atemnot hinzu, sind dies Warnsignale, die sofort zum Arzt führen sollten.

Wenn der Tumor sich über die Lunge hinaus ausgebreitet hat, können auch Absiedlungen in anderen Organen Symptome verursachen, sogenannte Metastasen. Bei nicht wenigen Betroffenen sind diese Beschwerden sogar der erste Hinweis auf die Erkrankung.
Bei Befall der Knochen leiden Patienten häufig unter Schmerzen, die zunächst zum Beispiel als "Arthrose" gedeutet werden. Ist die Leber betroffen, kommt es oft zu Gewichtsverlust, Schwäche und Müdigkeit, ebenfalls eher unspezifischen Symptomen. Erst eine Gelbverfärbung der Augen, der Ikterus, ist ein deutlicherer Hinweis auf eine Leberschädigung. Metastasen im Gehirn können neurologische Symptome verursachen, zum Beispiel Lähmungen, Kopfschmerzen, aber auch Verwirrtheit, Krampfanfälle oder Wesensveränderungen.

Vor allem kleinzellige Lungenkarzinome können hormonartige Substanzen bilden, die ins Blut abgegeben werden. Da diese Substanzen im Übermaß produziert werden, führen sie zu typischen Veränderungen im Blut oder unterschiedlichen, aber für den Arzt wegweisenden Beschwerden. Dazu gehören zum Beispiel Blutarmut, zu viel Kalzium im Blut (Hyperkalziämie), Blutgerinnungsstörungen, neurologische Symptome oder Hautveränderungen. Solche sogenannten paraneoplastischen Syndrome sind bei einem kleinen Teil der Betroffenen sogar das erste Zeichen der Erkrankung.

Weiterführende Informationen für Interessierte und Fachkreise

Mehr zu Veränderungen der Atemwege und zu Beschwerden, die durch das Rauchen verursacht werden können, hat das WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle im Deutschen Krebsforschungszentrum zusammengestellt unter www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/
Publikationen/FzR/FzR_AtemwegeLunge.pdf
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Aktuelle S3-Leitlinie zur Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms: www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/020-007.html.

Leitlinien der American Society of Clinical Oncology (ASCO) zum Thema Lungenkrebs stehen in englischer Sprache und an Fachleute gerichtet unter www.asco.org zur Verfügung, Stichwort Practice Guidelines.

Ein Beispiel für eine aktuelle Studie zur Früherkennung von Lungenkrebs ist die Lungenkrebs-Screening-Interventionsstudie (LUSI). Das Deutsche Krebsforschungszentrum untersucht seit 2007, wie gut die Mehrschicht-Computertomographie (MSCT) zur Früherkennung von Lungenkrebs geeignet ist. Mehr dazu unter www.dkfz.de/de/epidemiologie-krebserkrankungen/arbeitsgr/epipraev/ep_p03_lungscr_a.html.
Für eine Studie aus den USA, den National Lung Screening Trial (NLST), liegen die Ergebnisse bereits vor:
The National Lung Screening Trial Research Team (2011): Reduced Lung-Cancer Mortality with Low-Dose Computed Tomographic Screening. NEJM 2011, online vor Print, doi:10.1056/NEJMoa1102873, im Internet unter: www.nejm.org/doi/pdf/10.1056/NEJMoa1102873 (PDF).

Eine Gesamtübersicht zu Quellen und weiterführenden Fachinformationen zum Thema findet sich im Kapitel "Mehr wissen" im Katsen "Fachliteratur".



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Seite drucken   Zuletzt aktualisiert: 30.05.2011