Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst


Diese Seiten sind Ausdrucke aus den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes www.krebsinformationsdienst.de. Angaben zum Erstellungsdatum und zu den Quellen der Information können Sie dem folgenden Text entnehmen. Einige der dort genannten weiterführenden Angaben sind allerdings nur über das Internet zugänglich. Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind nicht dazu geeignet, ein Gespräch mit behandelnden Ärzten, Psychologen oder weiteren Experten zu ersetzen.

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Gebärmutterhalskrebs: Leben mit der Erkrankung

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Der folgende Text "Leben mit der Erkrankung" ist Teil einer umfassenderen Information zum Thema Zervixkarzinom. Sie richtet sich an Patientinnen, ihre Angehörigen und Freunde. Informationen aus dem Internet können es erleichtern, sich ein Bild über eine Krebserkrankung zu machen. Sie ersetzen jedoch nicht das Gespräch mit den behandelnden Ärzten.

Weiterleben wie bisher?

Viele Patientinnen wollen nach einer Krebserkrankung nicht weiterleben wie zuvor, sie möchten etwas für sich tun und selbst zum Heilungsprozess beitragen. Was hilft  Betroffenen wirklich dabei, auch nach der Krebserkrankung eine gute Lebensqualität beizubehalten? Wovon raten Experten eher ab?

Der Frage, wie lange man eigentlich Patient bleibt, geht der Krebsinformationsdienst auch in einem eigenen Text nach. Mit die wichtigsten Themen im Alltag vieler Patientinnen sind, das zeigen die Anfragen an den Krebsinformationsdienst, die Ernährung, die Frage, ob Schonung oder eher Bewegung und Sport angesagt sind, und die auf den ersten Blick oft interessant klingenden Angebote der alternativen Medizin.

Ernährung

Zwar lässt sich nach heutigem Kenntnisstand keine Krebserkrankung durch eine Diät oder eine Veränderung der Lebensmittelauswahl oder Zubereitung beeinflussen. Keine der in Broschüren, Büchern oder über das Internet propagierten Diäten gegen Krebs ist wissenschaftlich geprüft oder hat klinischen Studien standgehalten, auch nicht bei Gebärmutterhalskrebs. Eine gesunde Ernährung kann jedoch den Allgemeinzustand günstig beeinflussen und trägt zur Verbesserung der Lebensqualität bei.

Ein guter Ernährungs- und Allgemeinzustand hilft zwar auch dabei, die Nebenwirkungen einer Therapie besser zu verkraften.

  • Allerdings macht es keinen Sinn, zum Beispiel ausgerechnet kurz nach einer großen Operation oder während einer Chemotherapie alles vollständig "auf den Kopf zu stellen". Kurzfristig macht es meist wenig aus, wenn die Patientin nur isst, worauf sie Lust hat und was sie auch verträgt.
  • Nach dem Abschluss der ersten Behandlung ist ein günstigerer Zeitpunkt, die bisherige Lebensweise auf Verbesserungsmöglichkeiten hin zu durchforsten.

Während eine Behandlung durchgeführt wird, sind die therapieführenden Ärzte und das Pflegepersonal im Krankenhaus die wichtigsten Ansprechpartner. Sie helfen auch dabei, mögliche Defizite zu erkennen – auf eigene Faust sollten Patientinnen vor allem während einer Therapie nicht zu Nahrungsergänzungsmitteln oder anderen Produkten greifen, die bei Ernährungsproblemen oft empfohlen werden.

Verdauungsbeschwerden nach der Therapie?

In manchen Fällen führt die Therapie des Zervixkarzinoms zu Verwachsungen im Bauchraum, die Schmerzen verursachen können. Sowohl die größeren Operationen wie auch eine Bestrahlung oder eine kombinierte Radiochemotherapie wirken sich deshalb unter Umständen auch auf die Darmtätigkeit aus.
Um einen Druck auf diese Narben zu vermeiden oder einen empfindlichen Darm nicht zusätzlich zu reizen, sollte zum Beispiel auf Nahrungsmittel verzichtet werden, die Blähungen verursachen können. Hier kann auch helfen, statt großer Portionen öfter kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Der Arzt kann beraten, welche Hausmittel und Medikamente eventuell Sinn machen. Auf eigene Faust sollten Arzneimittel gegen Verdauungsbeschwerden nicht oder zumindest nicht über längere Zeit ohne Rücksprache mit ihm eingenommen werden. Nach einer Bestrahlung, bei der auch die Darmschleimhaut in Mitleidenschaft gezogen werden kann, sind Verdauungsbeschwerden ebenfalls möglich, zum Beispiel Schmerzen oder Durchfälle. Halten sie länger an, sollte auf jeden Fall der behandelnde Arzt und eventuell der Radiologe angesprochen werden.

Gewichtsverlust durch die Erkrankung?

Für Patientinnen, die durch die Erkrankung oder die Therapie an Gewicht verloren haben oder während und nach der Behandlung nicht alles wie früher vertragen, halten Ärzte, Pflegende und Beratungsstellen individuell angepasste Empfehlungen bereit und verweisen gegebenenfalls auf Ernährungstherapeuten. Bei einer stationären Rehabilitation ist ebenfalls Gelegenheit, sich mit dem Thema Ernährung zu befassen. Viel praktische Erfahrung geben Krebsselbsthilfegruppen weiter.

Ernährung nach Abschluss der Behandlung

Hat sich der Gesundheitszustand nach Abschluss der Behandlung wieder stabilisiert und besteht aus Sicht der behandelnden Ärzte keine Einschränkung bezüglich des Essens, können sich Krebspatientinnen wie ihre Familien an den Empfehlungen der internationalen Fachgesellschaften orientieren. Zusätzliche Vitamine, Mineralstoffe oder andere Nahrungsergänzungsmittel halten die Fachleute beispielsweise nicht für empfehlenswert.
Wie die Empfehlungen zur allgemein gesunden Ernährung für die ganze Familie heute aussehen, hat der Krebsinformationsdienst hier zusammengestellt.

Sport und Bewegung

Eine weitere Möglichkeit, etwas für sich zu tun, bietet sich in speziellen Sportgruppen der Krebsnachsorge, die von den Landessportbünden in zahlreichen Orten eingerichtet wurden. Eine Liste, die nach Postleitzahlen durchsuchbar ist, bietet der Deutsche Sportbund unter www.sport-pro-gesundheit.de/, Stichwort "Angebote in Ihrer Nähe" (Achtung: In dieser sehr langen Liste sind allerdings auch Herzsportgruppen und Angebote bei anderen Erkrankungen aufgeführt). In einer Gruppe mit anderen betroffenen Frauen können unter geschulter Anleitung Nachwirkungen der Krebsbehandlung positiv beeinflusst und insgesamt Verbesserungen der Lebensqualität erreicht werden.
Je nach körperlicher Situation kann regelmäßige Beckenbodengymnastik die Schließmuskeln von Harnblase oder Enddarm kräftigen. Patientinnen, die unter ungewolltem Wasserlassen oder einer nicht vollständigen Kontrolle der Darmfunktion leiden, können so langfristig einer behandlungsbedingten Inkontinenz entgegenwirken. Die behandelnden Ärzte halten Anleitungen zur Beckenbodengymnastik bereit.

Alternative Verfahren

Über die beschriebenen erprobten Behandlungsverfahren wie Operation, Bestrahlung und Chemotherapie wird Krebspatienten eine Vielzahl von weiteren Medikamenten und Methoden angeboten. Ihre Wirksamkeit ist jedoch meist nicht durch eine wissenschaftlich-klinische Prüfung nachgewiesen.
Dass in der Entwicklung von Krebstherapien strenge Vorgaben für die Prüfung neuer Verfahren angewendet werden, dient dazu, möglichst sicher entscheiden zu können, ob eine Methode wirksam ist oder nicht. Einige dieser Methoden, die eine solche Prüfung nicht durchlaufen haben, werden auch als "biologisch" oder "alternativ" bezeichnet.

Die meisten sollen angeblich die körpereigene Abwehr, das Immunsystem, stärken und damit auch gegen Krebszellen aktivieren. Die Immunabwehr funktioniert aber in einem komplexen und komplizierten Zusammenspiel vieler Faktoren, das noch lange nicht vollständig untersucht und geklärt ist. Bei einigen Präparaten weiß man, dass sie tatsächlich Veränderungen im Immunsystem auslösen können. Aber ob sich diese Effekte günstig auf eine Krebserkrankung und die allgemeine Gesundheit auswirken, ist weit weniger klar. Auch unerwünschte Wirkungen sind nicht auszuschließen.

Hier heißt es aufpassen!

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Besondere Vorsicht ist immer dann geboten, wenn ein Mittel oder eine Methode nicht zusätzlich zur üblichen Therapie, sondern statt dieser empfohlen wird. Auch sollte man immer zuerst klären, ob die zum Teil hohen Kosten von den Krankenkassen übernommen werden. Für die meisten der "alternativen" Methoden wird auch damit geworben, dass sie angeblich keine schädlichen Wirkungen hätten - der Nachweis dafür fehlt meist, ebenso wie der der Wirksamkeit. Mehr zum Thema alternative Verfahren und zu komplementären Therapien hat der Krebsinformationsdienst in einem eigenen Text zusammengestellt.

Die Krankheit verarbeiten

Nach der Diagnose einer Krebserkrankung setzen sich fast alle Betroffenen mit einer Vielzahl von bedrohlichen Gefühlen und Gedanken auseinander. Obwohl die frühen Stadien des Zervixkarzinoms sehr gute Heilungschancen aufweisen und Zellveränderungen bis zur Einstufung Pap IV nicht einmal als Krebserkrankung im engeren Sinn gelten, machen auch diese günstigeren Diagnosen nicht wenigen Betroffenen Probleme:

Gerade jüngeren Frauen sind oft das erste Mal im Leben mit dem Thema Krankheit konfrontiert, noch dazu in einer Ausprägung, die auch so zentrale Punkte der Lebensplanung wie Partnerschaft und Kinderwunsch beeinflussen könnte. Gegen die Angst, die Erkrankung könnte doch schlimmer gewesen sein oder Folgen für die Zukunftsplanung haben, hilft es, sich intensiv zu informieren. Ansprechpartner für eine solche Informationssuche ist der behandelnde Frauenarzt oder die Frauenärztin, auch für den Partner betroffener Frauen.

Frauen mit einer fortgeschritteneren Erkrankung erleben die Zeit der Diagnosestellung und der Therapie dagegen oft als massiven Einschnitt: Alles bisher Gewohnte und viele zukünftigen Ziele scheinen zunächst in Frage gestellt. Ängste vor der Rückkehr in den Alltag und Befangenheit im Umgang mit anderen Menschen machen sich bemerkbar, Zweifel an der Wirksamkeit der Behandlung und Angst vor dem Fortschreiten der Erkrankung kommen immer wieder auf. Es gibt Zeiten der Hilflosigkeit und der Depression, aber auch Zeiten der Hoffnung und des intensiven Erlebens. Möglichst offene Gespräche und Informationen können helfen, besser mit der Situation fertig zu werden. Fragen zum persönlichen Krankheitsfall sollten dem behandelnden Arzt gestellt werden. Seine Aufgabe ist es, die Patientin durch ihre Erkrankung zu begleiten und auf ihre Anliegen einzugehen.

Partnerschaft und Familie

Das Zusammenleben in der Partnerschaft und der Familie kann Belastungen ausgesetzt sein. Die Sorge, dass die Erkrankung wieder auftritt, erschweren die bisherige Alltagsplanung und auch das gemeinsame Leben. Offene Gespräche über Sorgen und Befürchtungen ebenso wie über Erwartungen und Wünsche können auch hier den Weg ebnen für eine gemeinsame Bewältigung von Problemen. Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten für Patienten und Angehörige hat der Krebsinformationsdienst in folgenden Texten zusammengestellt:

Sexualität

Nach einer gynäkologischen Krebserkrankung fällt nicht wenigen Frauen und auch ihren Partnern der Umgang mit der Sexualität schwer.

  • Bei den Vor- und Frühstadien der Erkrankung spielt unter Umständen das Thema Ansteckung durch Papillomviren eine Rolle, die als Auslöser der Erkrankung gelten. Warum diese Angst nicht berechtigt ist, hat der Krebsinformationsdienst hier zusammengestellt.
  • Die Folgen der Therapie einer fortgeschritteneren Erkrankung können rein körperlich den eigentlichen Geschlechtsverkehr behindern oder schmerzhaft machen, vor allem dann, wenn nach Operation oder Bestrahlung Spätfolgen wie Trockenheit der Scheidenschleimhaut oder Verwachsungen auftreten. Betroffene Frauen sollten sich nicht scheuen, diese Probleme auch in der Nachsorge anzusprechen, sie lassen sich behandeln. Oft ist die Angst vor solchen Problemen allerdings ein viel größeres Hindernis als die tatsächlich vorhandenen Beeinträchtigungen.



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Seite drucken   Zuletzt aktualisiert: 16.06.2006