
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.deDer folgende Text "Ursachen und Risikofaktoren" ist Teil einer umfassenderen Information zum Thema Zervixkarzinom. Sie richtet sich an Patientinnen mit dieser Erkrankung, ihre Angehörigen und Freunde. Informationen aus dem Internet können es erleichtern, sich ein Bild über eine Krebserkrankung zu machen. Sie ersetzen jedoch nicht das Gespräch mit den behandelnden Ärzten.
Heute gilt es als gesichert, dass eine Infektion mit den sogenannten humanen Papillomviren (HPV) an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt ist. Doch nicht alle Untertypen dieser Virusart sind gefährlich: Nur die als Hochrisikotypen bezeichneten Erreger, allen voran die HPV-Typen 16 und 18, haben die Fähigkeit, Zellen zum unkontrollierten Wachstum anzuregen. Diese beiden Virustypen sind in über 70 Prozent der Gewebeproben nachweisbar, die aus Zervixkarzinomen entnommen werden. Damit die Zellen entarten, muss jedoch eine chronische Infektion (Persistenz) mit diesen Viren vorliegen, was nur bei wenigen Frauen der Fall ist. Selbst dann müssen die Viren im Durchschnitt über 15 Jahre in den Zellen überdauern, bis es zur Bildung eines Zervixkarzinoms kommt. Die langsame Entwicklung des Tumors trägt dazu bei, dass frühe Stadien des Gebärmutterhalskrebses rechtzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden können.
Seit Herbst 2006 steht in Deutschland eine vorbeugende Impfung zur Verfügung, die vor der Infektion mit humanen Papillomviren und der Entstehung eines Zervixkarzinoms und dessen Vorstufen schützen soll.
Humane Papillomviren werden zwar in praktisch allen Zellproben aus Tumoren am Gebärmutterhals gefunden. Insgesamt sind diese Erreger jedoch sehr weit verbreitet: Je nach Studie kommen zwischen 50 und 80 Prozent aller Menschen im Lauf ihres Lebens damit in Kontakt. Trotzdem wirkt sich die Infektion nur bei einem geringen Prozentsatz der Betroffenen ernsthaft auf die Gesundheit aus; bei den meisten schafft es das Immunsystem, mit den Krankheitserregern ohne Folgen fertig zu werden.
Es muss daher zusätzliche Faktoren geben, die das persönliche Risiko beeinflussen, sonst würden angesichts der weiten Verbreitung der Viren viel mehr Frauen an Gebärmutterhalskrebs erkranken.
Aus Studien an Patientinnen und der Beobachtungen großer gesunder Bevölkerungsgruppen schließen Wissenschaftler derzeit auf eine Reihe Kofaktoren. Viele dieser Untersuchungen wurden von Studiengruppen der europäischen Krebsagentur IARC durchgeführt und/oder koordiniert, einer Unterorganisation der Weltgesundheitsorganisation WHO (www.iarc.fr; Pressemitteilungen und Hinweise auf Originalveröffentlichungen sind zum Beispiel in englischer Sprache abrufbar unter www.iarc.fr/en/media-centre/pr/index.php).
Bei manchen Menschen scheint das Virus leichter zu einer
unkontrollierten Zellteilung führen zu können als bei anderen. Auch
Unterschiede in der Erbsubstanz, die sich auf die Struktur des
Immunsystems auswirken, könnten dazu beitragen, dass das Immunsystem
bei manchen Menschen nicht effizient auf das Virus reagiert. Dennoch
spielen nach dem derzeitigen Erkenntnisstand genetische Faktoren bei
Gebärmutterhalskrebs eine eher untergeordnete Rolle – von einer echten
Vererbung eines hohen Risikos innerhalb einer Familie gehen Experten
zur Zeit nicht aus.
Der Einfluss der Ernährung auf die virusbedingte Tumorentstehung ist
momentan noch nicht eindeutig geklärt. Daher gibt es derzeit auch keine
Empfehlungen zu einer besonderen Ernährungsform oder Diät, mit der man
sich vor Gebärmutterhalskrebs schützen könnte.