Eine junge Frau und ein junger Mann gehen mit einem Mädchen und einem Jungen im Park spazieren unter unterhalten sich ernst.

Eltern mit Krebs und ihre Kinder: Unterstützung in schwierigen Zeiten

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Von: Teresa Glauner (Krebswissenschaftlerin, M.Sc.) und Doris Lintz (Dipl.-Psychologin)

  • Rund 37.000 Eltern mit minderjährigen Kindern erkranken jedes Jahr an Krebs. Bei Müttern ist die häufigste Diagnose Brustkrebs. Bei Vätern verteilen sich die häufigsten Diagnosen auf mehrere Krebsarten.
  • Die Krebserkrankung stellt die gesamte Familie vor viele neue Herausforderungen. Eltern sind beispielsweise häufig unsicher, wann und wie sie mit ihren Kindern über die Krankheit sprechen sollen. Fachleute raten zu einer ehrlichen und altersgerechten Aufklärung. Bei dem Gespräch können Ratgeber, Kinderbücher oder Erklärvideos helfen.
  • Krebskranke Eltern und ihre Kinder können sich auch beraten lassen oder weitere Unterstützung einholen. Es gibt dafür verschiedene Anlaufstellen, beispielsweise Krebsberatungsstellen oder der Verein Flüsterpost e.V.. Mit den Beraterinnen und Beratern lassen sich Fragenrund um den Umgang mit den Kindern klären. In manchen Städten gibt es auch Gruppen- oder Freizeitangebote für Kinder krebskranker Eltern.

Video zu unserer Online-Veranstaltung: Wenn Eltern an Krebs erkranken

Als Teil unserer Online-Veranstaltungsreihe “Verständlich informiert zu Krebs. Ihre Fragen - unsere Antworten” beantworteten eine Expertin des Krebsinformationsdienstes sowie eine geladene Fachreferentin Fragen zum Thema Unterstützung für Familien nach Krebsdiagnose, zum Beispiel wie man Kindern die Krankheit erklärt. Das Video finden Sie auf unserem YouTube-Kanal unter “Diagnose Krebs: Unterstützung für Familien in schwierigen Zeiten”

Eine junge Frau und ein Mann sitzen im Gespräch mit einem Kind am Tisch
Ein ehrliches und zugleich altersgerechtes Gespräch mit den Kindern über die Erkrankung schützt sie vor psychischer Belastung. [Symbolbild]
Bild: © Krebsinformationsdienst, DKFZ; Foto: Tobias Schwerdt

Erkrankt ein Elternteil an Krebs, ist das häufig eine herausfordernde Situation für die gesamte Familie. Die Erkrankung verändert das Familienleben – meist für längere Zeit. Sie kann die gewohnten Alltagsroutinen aber auch die Stimmung innerhalb der Familie verändern. 

Wie Kinder auf die Erkrankung ihrer Eltern reagieren, lässt sich nicht pauschal beantworten. Verschiedene Faktoren beeinflussen, was Kinder in dieser neuen Situation denken, fühlen oder wie sie sich verhalten. Das Alter des Kindes spielt hier eine wichtige Rolle. 

Für Eltern ist häufig besonders schwierig zu wissen, wann und wie sie über die Erkrankung sprechen sollen. Grundsätzlich empfehlen Fachleute krebserkrankten Eltern, 

Für eine altersgerechte Aufklärung können auch Broschüren und altersgerechte Kinderbücher oder Erklärvideos hilfreich sein.

Wichtig zu wissen

Auch wenn die Erkrankung viel Aufmerksamkeit fordert – geben Sie sich und Ihrem Kind nach Möglichkeit auch Raum für etwas Normalität, für Freizeit und freudvolle Momente.

Eine wichtige Stütze kann auch ein gutes Netzwerk von Freunden und Angehörigen sein. Je konkreter betroffene Eltern ansprechen, welche Art von Hilfe sie sich wünschen, desto besser kann das Umfeld unterstützen.

Familien mit einem krebskranken Elternteil können sich bei Bedarf professionell unterstützen lassenEs gibt verschiedene Anlaufstellen für eine Beratung. Manche bieten auch Gruppen- oder Freizeitangebote für betroffene Kinder und Jugendliche an.

Wie häufig trifft eine Krebserkrankung Familien mit Kindern?

Fachleute schätzen, dass jährlich circa 50.000 Kinder unter 18 Jahren miterleben, wie ein Elternteil neu an Krebs erkrankt. 

  • Bei den Müttern ist die häufigste Diagnose Brustkrebs.
  • Bei den Vätern verteilen sich die häufigsten Diagnosen auf Lungen-, Darm-, Prostata- sowie Blut- beziehungsweise Lymphdrüsenkrebs.

Da die Folgen einer Krebserkrankung für das Familienleben häufig über das Jahr der Diagnose hinaus anhalten, kann man jedoch davon ausgehen, dass insgesamt deutlich mehr Eltern mit Kindern betroffen sind. 

Zum Weiterlesen

  • Eine Krebsdiagnose bringt viele verschiedene Herausforderungen mit sich. Der Text Krebs und Psyche: Die Krankheit bewältigen zeigt auf, was Ihnen als Krebserkrankte dabei helfen kann, mit der Erkrankung und ihren Herausforderungen umzugehen.
  • Auch als Angehörige ist man mit den Auswirkungen der Erkrankung konfrontiert. Im Text Krebs: Hilfe für Familie, Angehörige und Freunde finden Sie als gesunder Elternteil Anregungen, was sie in dieser Situation für Ihre Partnerin oder Partner und für sich selbst tun können.
  • Sind Sie eine Lehrkraft oder Erziehende von einem Kind aus einer Familie mit einer Krebserkrankung? Dann können Ihnen möglicherweise die Unterrichtsmaterialien aus dem Projekt "Fit in Gesundheitsfragen" in der Aufklärung über Krebs weiterhelfen. 

Jedes Kind reagiert anders, wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt. Dabei spielen das Alter des Kindes, die Eltern-Kind-Beziehung und beispielsweise auch die Vorerfahrungen des Kindes mit dem Thema Krankheit eine Rolle. 

  • Eine veränderte Stimmung in der Familie spüren Kinder aller Altersgruppen. Wenn sie die Veränderung nicht zuordnen können, kann sie das verunsichern.
  • Muss der erkrankte Elternteil zu Behandlungen in die Klinik, können diese Trennungen besonders bei jüngeren Kindern zu Ängsten oder Sorgen führen. Aber auch ältere Kinder können sich fragen, wie sich der Alltag verändert, wenn der erkrankte Elternteil nicht wie gewohnt da sein kann.
  • Bei Kindern ab dem Schulalter kommt nicht selten der Gedanke auf, eine “Mitschuld“ an der Erkrankung zu tragen – beispielsweise, weil sie glauben, den Eltern Sorgen oder Ärger bereitet zu haben. Gerade jüngere Kinder neigen dazu, Dinge auf sich zu beziehen.
  • Jugendliche fühlen sich oft im Zwiespalt: Sie sorgen sich um den kranken Elternteil und wollen helfen, wünschen sich aber gleichzeitig mehr Freiheit und Unabhängigkeit.
  • Auch die Angst davor, selbst zu erkranken, kann ein Thema sein, das Jugendliche beschäftigt.

Reaktionen von Kindern können sein, dass sie

  • Ängste oder Stimmungsschwankungen zeigen.
  • körperliche Symptome entwickeln, wie Bauch- oder Kopfschmerzen.
  • sich verstärkt an die Situation anpassen und ihre eigenen Bedürfnisse hintenanstellen.
  • sich von der Familie oder von Freunden zurückziehen.
  • zeitweise in ihren schulischen Leistungen abfallen.
  • möglicherweise stellenweise aggressives Verhalten zeigen.

Wichtig zu wissen

Die Krebserkrankung eines Elternteils stellt für Kinder und Jugendliche zwar eine große Herausforderung dar – dennoch entwickeln die meisten keine schwerwiegenden psychischen Probleme.

Dass Kinder zeitweise mit auffälligem Verhalten auf die veränderte Familiensituation reagieren, ist nicht ungewöhnlich. Oft drückt das Verhalten unausgesprochene Gefühle, wie Unsicherheit, Angst oder Stress aus.

  • Eltern haben in dieser Situation verschiedene Möglichkeiten, sich Beratung zu holen – insbesondere, wenn das Verhalten länger anhält. Bei ausgeprägter psychischer Belastung können auch Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten helfen. 

Schutzfaktoren

Studien geben Hinweise: Wie die Familie grundsätzlich mit schwierigen Situationen umgeht, beeinflusst wie stark Kinder bei einer Krebserkrankung eines Elternteils belastet sind. 

Experten gehen davon aus, dass es Kinder entlasten kann, wenn die Familie

  • untereinander zusammenhält,
  • gemeinsam arbeitet, um Probleme zu lösen,
  • untereinander offen kommuniziert.

Zunächst ist es gut, dass Sie vorhaben, mit Ihrem Kind über Ihre Erkrankung zu sprechen. Vor allem jüngere Kinder werden oft nur wenig oder gar nicht über solche Situationen informiert.

Dabei kann das Ihrem Kind helfen:

  • Es unterstützt Ihr Kind, die Situation besser einzuordnen und Veränderungen nicht auf sich zu beziehen.
  • Sie stärken so das Vertrauen zu Ihrem Kind und geben ihm das Gefühl, einbezogen zu sein.
  • Sie verringern das Risiko, dass Ihr Kind zufällig über Dritte von der Erkrankung erfährt.

Der richtige Zeitpunkt für Ihr Gespräch mit Ihrem Kind:

Fachleute empfehlen, so früh wie möglich mit Kindern über die Erkrankung zu sprechen. 

Dennoch gilt:

  • Sie bestimmen den genauen Zeitpunkt, wann Sie Ihr Kind über neue Situation informieren wollen.
  • Wichtig ist, dass auch Sie selbst ausreichend Zeit hatten, Ihre ersten Reaktionen zu verarbeiten und sich ein Stück weit zu orientieren.

Grundsätzliche Tipps für Ihr Gespräch mit Ihrem Kind:

  • Sie müssen nicht alles im Detail erzählen, aber alles, was Sie erzählen, sollte der Wahrheit entsprechen. Wie viele Details und Informationen sinnvoll sind, hängt von der jeweiligen Altersstufe Ihres Kindes ab. Je älter Ihr Kind ist, desto mehr können Sie Ihrem Kind vermitteln.
  • Versprechen Sie nichts, von dem Sie nicht sicher wissen, ob Sie es einhalten können. Ist beispielsweise die Dauer eines Krankenhausaufenthalts oder die Art der Behandlung noch unklar, können Sie Ihrem Kind mitteilen, dass Sie ihm Bescheid geben, wenn Sie etwas Näheres wissen.
  • Haben Sie keine Angst davor, im Gespräch Gefühle zu zeigen. Denn Sie zeigen Ihrem Kind damit, dass Gefühle wie Angst, Traurigkeit oder Wut in Ordnung sind.
  • Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es Ihnen stets Fragen stellen darf. So kann Ihr Kind sich an Sie wenden, wenn es etwas beschäftigt – beispielsweise zur Erkrankung selbst, zur Therapie oder zum Krankheitsverlauf. Möglicherweise hilft es Ihrem Kind auch, wenn Sie es direkt darauf ansprechen und fragen, wie es die aktuelle Situation erlebt.
  • Tauschen Sie sich auch mit anderen Vertrauenspersonen aus dem Umfeld des Kindes aus. Das können beispielsweise die Erzieherinnen und Erzieher im Kindergarten oder die Lehrkräfte in der Schule sein.

Hilfsmittel und Unterstützung

Weitere Tipps bei Kleinkindern und Kindergartenkindern (2 bis 5 Jahre)

Besonders Kleinkinder sollten Sie so gut es geht auf das vorbereiten, was unmittelbar ansteht – beispielsweise Krankenhausaufenthalte oder Therapiefolgen, wie Haarausfall. 

Wichtig ist auch, dass Sie ankündigen, was sich konkret im Alltag ändern wird und was so bleibt wie bisher. 

  • Kinder sollten wissen, wer sich um sie kümmern wird, wenn Sie beispielsweise ins Krankenhaus müssen. 

Wichtige Informationen, die Sie vermitteln sollten

  • Die Krankheit heißt „Krebs“.
  • Die Krankheit ist nicht ansteckend.
  • Niemand ist schuld daran, dass ich krank geworden bin.
  • Die Ärzte kümmern sich so gut es geht um mich, damit es mir besser geht.

Weitere Tipps bei Schulkindern (6 bis 12 Jahre)

Eine Frau mit Kopftuch im Gespraech mit einem Mann.
Es kann hilfreich sein, auch mit der Lehrkraft des Kindes Rücksprache zu halten. [Symbolbild]
Bild: © Krebsinformationsdienst, DKFZ; Foto: Tobias Schwerdt

Schulkinder können bereits etwas mehr Informationen erhalten als Kleinkinder. 

  • Dosieren Sie die Informationen so, dass Ihr Kind Zeit hat, das Gehörte zu verarbeiten. 

Kinder im Schulalter fühlen sich häufig verunsichert, was sie ihren Klassenkameraden über die Krankheitssituation zu Hause erzählen dürfen. 

  • Sie können mit Ihrem Kind darüber sprechen, welche Informationen es auch an Mitschüler weitergegeben darf. Gegebenenfalls können Sie ein solches Gespräch auch gemeinsam üben.

Weitere Tipps bei Jugendlichen (13 bis 18 Jahre)

Seien Sie ein Vorbild

Besonders für ältere Kinder und Jugendliche kann es entlastend sein, wenn sie sehen, dass auch Sie als Eltern offen mit Ihren Gefühlen umgehen oder dass Sie Unterstützung von Freunden, Angehörigen oder Fachleuten annehmen.

Je älter die Kinder werden, desto mehr wünschen sie sich eine gewisse Unabhängigkeit von den Eltern. In dieser Zeit können die Gespräche mit den Jugendlichen schwieriger werden. 

  • Suchen Sie in dieser Zeit immer wieder aktiv das Gespräch mit Ihrem Kind.
  • Es kann auch sinnvoll sein, andere erwachsene Vertrauenspersonen des Teenagers einzubeziehen.
  • Eventuell kann der Kontakt zu Ihrem behandelnden Arzt oder der Hausärztin nützlich sein. Beispielsweise kann Ihr Kind dann auch Fragen zum eigenen Krebsrisiko stellen. 

Jugendliche können in der Regel auch bereits mehr Verantwortung übernehmen und beispielsweise im Haushalt oder der Pflege unterstützen. 

  • Dennoch sollten Sie Ihr Kind dabei unterstützen, weiterhin genügend Freiraum für eigene Aktivitäten zu haben. Das ist wichtig, damit es auch Zeiten ohne Krankheit und den damit verbundenen Herausforderungen gibt.

Es gibt einige Broschüren, Bücher oder Videos, die Sie in einem Gespräch mit Ihrem Kind über Ihre Krebserkrankung unterstützen können. 

Wir stellen Ihnen hier eine Auswahl an Informationsmaterialien zur Verfügung, die Sie kostenlos bei den jeweiligen Anbietern herunterladen, bestellen oder online anschauen können.

Für krebskranke Eltern

Für Kinder krebskranker Eltern

Es gibt auch Bücher und Videos, die in erster Linie für krebskranke Kinder entwickelt wurden. Sie können dennoch dabei helfen, zu verstehen wie Ihre Behandlung als erkrankte Mutter oder Vater abläuft.

  • Buch „Der Chemo-Kasper“ über Krebs und Chemotherapie. Mit Bildern und sehr wenig Text.
  • Buch „Radio-Robby“ über Krebs und Strahlentherapie für Kinder ab 2 bis 3 Jahren. Mit Bildern und sehr wenig Text.
  • Erklärvideos zum Thema Krebs – erstellt vom Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg.

Fragen Sie uns!

Sie möchten gern noch weitere Anregungen für das Gespräch mit Ihrem Kind? 

Gerne können wir Ihnen bei Bedarf nähere Informationen und weitere Literaturhinweise dazu geben:

Gut zu wissen

Viele der Angebote stehen auch dem gesunden Elternteil oder Angehörigen zur Verfügung.

Für Sie als krebserkranktes Elternteil gibt es verschiedene Anlaufstellen, um sich im Umgang mit Ihrem Kind zu beraten zu lassen: 

  • psychosoziale Krebsberatungsstellen
  • psychoonkologische Dienste in Kliniken oder Reha-Kliniken
  • schulpsychologische Angebote oder schulische Beratungsstellen – Ansprechpersonen können Beratungslehrer, Psychologen, Schulsozialarbeiter oder andere Fachleute sein.
  • Familien- und Erziehungsberatungsstellen – Diese werden beispielsweise von kommunalen oder kirchlichen Trägern (Caritas, Diakonie) betrieben.
  • der Verein Flüsterpost e.V – das kostenfreie Angebot des Vereins für Kinder krebskranker Eltern und auch die Betroffenen ist sehr umfangreich. Es gibt die Möglichkeit für eine persönliche Beratung am per Telefon oder Video, per E-Mail, per WhatsApp oder Signal oder vor Ort in Mainz. Flüsterpost verfügt auch über ein Verzeichnis mit bundesweiten Unterstützungsangeboten für Kinder krebskranker Eltern.
Mutter trägt Wäschekorb, Kinder spielen.
Wer sich unsicher ist, wie er oder sie über die Krebserkrankung sprechen soll, kann eine Beratung in Anspruch nehmen [Symbolbild].
Bild: © Krebsinformationsdienst, DKFZ; Foto: Tobias Schwerdt

Eine Beratung kann Sie beispielsweise dabei unterstützen,

  • wie Sie Ihrem Kind altersgerechte Informationen rund um Ihre Erkrankung vermitteln können.
  • wie Sie auf Fragen Ihres Kindes antworten können – besonders auf welche es keine klare Antwort gibt.
  • wenn Sie nach Gruppenangebote für Familien mit einer Krebserkrankung in Ihrer Nähe suchen. Es gibt spezielle Angebote für betroffene Eltern und ihre Kinder. Solche Gruppenangebote bieten manchmal auch Möglichkeiten für gemeinsame Aktivitäten.
  • wenn Ihr Kind auffälliges Verhalten zeigt und Sie unsicher sind, wie sie diese Auffälligkeiten einordnen oder damit umgehen sollen. Bei Bedarf kann der Kontakt zu einer geeigneten Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie vermittelt werden.
  • wenn Ihre Erkrankung weit fortgeschritten und nicht mehr heilbar ist. Denn mit dem eigenen Kind über Themen wie Tod, Abschied und Trauer sprechen zu müssen, gehört zu den schwierigsten Aufgaben. Neben einer Beratung können Sie auch Informationen zu weitere Hilfsangeboten in dieser Situation erhalten.

Unterstützung während der Reha?

Wenn Sie Ihr Kind oder Ihre Kinder mit zur Reha nehmen möchten, gibt es dafür verschiedene Möglichkeiten. 

Alternativ haben Sie möglicherweise Anspruch auf eine Haushaltshilfe oder Kinderbetreuungsgeld. 

Weitere Hilfsangebote für Kinder und Jugendliche (Auswahl)

  • Die Online-Plattform “Pink Kids“ richtet sich an Jugendliche mit einer an Brustkrebs erkrankten Mutter: Neben Informationen rund um die Erkrankung, gibt es auch Hinweise auf Veranstaltungen und Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Betroffenen.
  • Die “Nummer gegen Kummer“ ist ein grundsätzliches Angebot für Kinder und Jugendliche bei Fragen und Sorgen jeglicher Art. Die kostenlose und anonyme Beratung gibt es per Telefon, Mail und Chat. Gut zu wissen: Es gibt auch eine Telefonberatung für Eltern.
  • Der kostenfreie Krisenchat richtet sich an Jugendliche bis 25 Jahre, die Hilfe benötigen und lieber schreiben wollen. Neben dem Chat gibt es auch Möglichkeit über WhatsApp zu schreiben.
  • Die Pausentaste bietet ein vielfältiges Unterstützungsangebot Kinder und Jugendliche, die sich verstärkt um ihre Familie kümmern müssen. Dort finden Betroffene auch ein Adressverzeichnis für wohnortsnahe (Pflege-)Beratungsstellen, Workshops, Gesprächsrunden oder Gruppenaktivitäten, wie Kochkurse oder Tanzprojekte.

Weitere Hilfsangebote speziell bei nicht heilbarer Erkrankung (Auswahl)

  • Für Mütter oder Väter mit weit fortgeschrittener Krebserkrankung gibt das Projekt "Ulmer Schatzkiste" die Möglichkeit eigene Worte, Bilder, Gedanken und Geschichten in Form eines Films zu verewigen.
  • Ein weiteres Angebot für Eltern mit unheilbarer Erkrankung ist das Projekt "Familienhörbuch". Dabei können sie für ihr Kind persönliche Lebenserinnerungen, Erfahrungen, Geschichten, Lieder und ähnliches als Hörbuchs aufnehmen und so bleibende Erinnerungen hinterlassen.
  • Der Verein Flüsterpost e.V. informiert über Unterstützungsangebote für trauernde Kinder und Jugendliche und gibt Lese-Tipps. Außerdem bietet er einen speziellen Infoflyer an: "Wie kannst du mit der Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen umgehen?".
  • Vielfältige Hilfen für Familien, in denen ein Elternteil verstorben ist, bietet die Nicolaidis YoungWings Stiftung.
  • Für trauernde Kinder und Jugendliche gibt es verschiedene Online-Angebote – beispielsweise das Chat-Projekt "doch-etwas-bleibt.de" des Vereins Hospiz Bedburg Bergheim Elsdorf e.V. oder die bundesweite Jugend-Onlineberatung "da-sein.de" der Stiftung Hospizdienst Oldenburg.
  • Auch die Krebsberatungsstelle Freiburg hat im Rahmen ihres Projektes "Tigerherz" eine Liste mit Angeboten für trauernde Kinder und Jugendliche erstellt. Sie befindet sich am Ende der Webseite unter "Weiter Infos". 

Gut zu wissen

Regionale Unterstützungsangebote für Trauernde gibt es vielerorts auch über 

  • Hospizeinrichtungen und Hospizvereine,
  • konfessionelle Träger und Kirchengemeinden.                         

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