
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.deVermutlich sind bei der Entstehung von Lungenkrebs viele verschiedene Einflüsse gemeinsam beteiligt. Einige Faktoren, die das persönliche Erkrankungsrisiko erhöhen, sind allerdings gut bekannt.
Der mit weitem Abstand wichtigste Risikofaktor ist der Zigarettenrauch, der allein Hunderte schädliche Substanzen enthält. Das Lungenkrebsrisiko steigt in Abhängigkeit von der Anzahl der gerauchten Zigaretten pro Tag und der Zahl der "Raucherjahre" bis auf das 20- bis 30fache des Risikos eines Nichtrauchers. Etwa jeder zehnte Raucher erkrankt im Laufe seines Lebens an Lungenkrebs, im Durchschnitt 30 bis 40 Jahre nach Beginn mit dem Rauchen. Je jünger die Menschen bei Beginn des Zigarettenkonsums sind, desto höher ist ihr späteres Erkrankungsrisiko. Jugendliche Raucher sind daher in besonderem Maße gefährdet, später einmal Lungenkrebs zu bekommen: Das derzeitige "Einstiegsalter" liegt in Deutschland bei unter 14 Jahren, so das WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle im Deutschen Krebsforschungszentrum.
Auch Passivrauchen erhöht das Risiko: Im sogenannten Nebenstromrauch ist eine Vielzahl von Schadstoffen enthalten. Zigarettenrauch kann bei acht bis neun von zehn männlichen Lungenkrebspatienten und bei drei bis sechs von zehn erkrankten Frauen als Hauptrisikofaktor angenommen werden. Bei Pfeifenrauchern oder Zigarrenrauchern ist das Risiko für Lungenkrebs etwas geringer als bei Zigarettenrauchern, aber immer noch sehr viel höher als bei Nichtrauchern.
Wenn ein starker Raucher seine Gewohnheit aufgibt, sinkt sein Erkrankungsrisiko innerhalb von zehn Jahren vom 15-fachen auf das fünffache des Risikos eines Nichtrauchers, nach 15 Jahren ist das Risiko nur noch doppelt so hoch wie das eines Menschen, der nie geraucht hat. Bei Frauen scheint das Risiko rascher zurückzugehen. Unterstützung und Beratung auf dem Weg zum Nichtraucher bietet zum Beispiel das Rauchertelefon des Deutschen Krebsforschungszentrums (www.dkfz.de/de/tabakkontrolle, Stichwort "Rauchertelefon").
Am Arbeitsplatz kann der unbeabsichtigte Kontakt mit verschiedenen chemischen Substanzen und deren Einatmung ebenfalls ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko bergen, besonders in Kombination mit dem Rauchen. Beispielhaft seien Asbest, Arsen, Chrom, Nickel und aromatische Kohlenwasserstoffe erwähnt, die in den Maßnahmen zum Schutz Beschäftigter eine große Rolle spielen. Eine sehr hohe Schadstoffbelastung der Außenluft kann das Lungenkrebsrisiko ebenfalls leicht erhöhen, etwa auf das Eineinhalbfache. Als bedeutsamer Faktor werden hierbei der Dieselruß und Feinstäube eingestuft. Auch das radioaktive Edelgas Radon ist in Gegenden, in denen es natürlicherweise vorkommt, für einen Teil der Lungenkrebserkrankungen verantwortlich, so eine Pressemitteilung des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) im September 2009 (www.bfs.de, Stichwort "Presse") (Textergänzung Radon Stand 9/2009).
Die Ernährung ist von Bedeutung, vor allem der ausreichende Verzehr von Obst schützt offensichtlich vor Lungenkrebs. Diese Schutzwirkung lässt sich durch Vitamintabletten oder andere Nahrungsergänzungsmittel jedoch nicht ersetzen. Gerade Raucher sollten mit solchen Mitteln grundsätzlich vorsichtig sein: In Studien, die eigentlich die Schutzwirkung bestimmter Vitamine zeigen sollten, ergab sich für sie sogar eine Risikosteigerung bei Einnahme von Vitamintabletten.
Ererbte Faktoren scheinen bei der Entstehung von Lungenkrebs eine Rolle zu spielen. Wie bedeutsam sie sind, und wie häufig sie tatsächlich an der Entwicklung von Lungenkrebs beteiligt sind, ist allerdings noch in weiten Teilen ungeklärt. Immerhin wurden bereits einige Genveränderungen identifiziert, die das Erkrankungsrisiko erhöhen - möglicherweise dadurch, dass sie empfindlicher gegen Schadstoffe machen. Auch hier sind Raucher(innen) besonders betroffen, so das Deutsche Krebsforschungszentrum in einer Pressemitteilung von November 2003 (www.dkfz-heidelberg.de/de/presse/
pressemitteilungen/2003/dkfz_pm_03_52.php).