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Diese Seiten sind Ausdrucke aus den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes www.krebsinformationsdienst.de. Angaben zum Erstellungsdatum und zu den Quellen der Information können Sie dem folgenden Text entnehmen. Einige der dort genannten weiterführenden Angaben sind allerdings nur über das Internet zugänglich. Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind nicht dazu geeignet, ein Gespräch mit behandelnden Ärzten, Psychologen oder weiteren Experten zu ersetzen.

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Collage: HPV-Viren und Spritze mit Impfstoff, Foto: Eisenhans - Fotolia.com © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

HPV-Impfung: Antworten auf häufige Fragen

Wovor schützt die Impfung?

Seit einigen Jahren gibt es eine Impfung gegen eine Infektion mit humanen Papillomviren, kurz HPV oder HP-Viren. Gegen welche HPV-Typen schützt die Impfung? Schützt sie langfristig tatsächlich auch vor Krebs? Hilft die Impfung auch, wenn man schon mit HPV infiziert ist oder sogar schon an Krebs erkrankt ist?
Der folgende Text des Krebsinformationsdienstes bietet Antworten auf häufige Fragen zur HPV-Impfung. Links führen zu weiteren Informationen.

Letzte Aktualisierung: 08.05.2014

Quellen und Links

Interessierte und Fachleute finden eine Übersicht genutzter Quellen im Text "Humane Papillomviren: Mehr wissen".

Das Wichtigste in Kürze zu HPV-Impfstoffen - wovor kann man sich heute schützen?

Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Derzeit sind in Deutschland zwei verschiedene Impfstoffe auf dem Markt: Cervarix® und Gardasil®. Beide wirken gegen HPV 16 und HPV 18. Gardasil® wirkt außerdem noch gegen die "Warzenerreger" HPV 6 und HPV 11. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die HPV-Impfung für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren: Je früher geimpft wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Mädchen noch nicht mit den Viren infiziert hat.
Die Krankenkassen übernehmen die Kosten. Rein von der Zulassung her können auch ältere Frauen oder Jungen und Männer die Impfung mit dem Vierfachimpfstoff erhalten, sie müssen sie dann aber fast immer selbst zahlen. Einige Krankenversicherungen machen Ausnahmen für Frauen bis 26 Jahre, daher lohnt sich die Nachfrage nach der Kostenübernahme direkt bei der Kasse.

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Bis vor kurzem musste die HPV-Impfung dreimal gegeben werden, um eine möglichst vollständigen Impfschutz zu erzielen. Dies hat sich laut Fachinformationen der Hersteller inzwischen geändert: Den Impfstoff erhalten junge Mädchen (oder Jungen) heute in nur zwei Einzelimpfungen innerhalb von sechs Monaten. Ab dem Alter von 15 (Cervarix®) beziehungsweise 14 Jahren (Gardasil®) sind aber weiterhin drei Einzelimpfungen vorgesehen.

Beide zurzeit zugelassenen Präparate werden in die Muskulatur des Oberarms oder des Oberschenkels gespritzt. Die Herstellerfirmen empfehlen, für alle Impfungen denselben Impfstoff zu verwenden und nicht auf ein anderes Präparat zu wechseln.
Die Impfung senkt das Risiko einer Infektion mit den gefährlichsten Hochrisikotypen. Die Ansteckung mit anderen HPV-Typen ist jedoch grundsätzlich weiter möglich. Die Impfstoffe selbst lösen keine Infektion aus: Sie enthalten keine vollständigen Viren, sondern nur leere Virushüllen.

HPV-Impfung: Was lässt sich erreichen?

Impfung bei junger Frau © Fotolia/RioPactua Images
Die HPV-Impfung lässt die Rate auffälliger und behandlungsbedürftiger Zellveränderungen am Gebärmutterhals senken © Fotolia/RioPactua Images

Man weiß heute, dass sich bei Mädchen und Frauen durch eine HPV-Impfung die Rate von auffälligen und behandlungsbedürftigen Zellveränderungen am Gebärmutterhals deutlich senken lässt. Wissenschaftler und Ärzte gehen davon aus, dass die Impfung langfristig auch zu einer Senkung der Krebsrate führen wird.
Die Impfstoffe, die derzeit auf dem Markt sind, schützen vor allem vor einer Infektion mit den beiden häufigsten Hochrisiko-HPV-Typen: HPV 16 und HPV 18. Der Vierfach-Impfstoff schützt zudem vor Infektionen mit HPV 6 und HPV 11, den häufigsten Erregern von Genitalwarzen. Außerdem scheinen die Impfstoffe vor weiteren, sehr ähnlichen HPV-Typen zu schützen. Fachleute sprechen von "Kreuzimmunität". Trotzdem gilt: Eine Impfung kann nicht grundsätzlich jede Infektion mit krebsauslösenden HPV-Typen verhindern.

Aus den bisherigen Untersuchungen weiß man: Die Impfung schützt nicht nur vor der Infektion an sich. Der Vierfach-Impfstoff senkt das Risiko von genitalen Feigwarzen enorm.
Beide Impfstoffe senken bei Frauen auch das Risiko von Krebsvorstufen am Gebärmutterhals, an der Vulva, an der Vagina, und können Männer wie Frauen vor Krebsvorstufen am Darmausgang schützen. Die Rate der Operationen zur Entfernung von Zellveränderungen am Gebärmutterhals sank auf ein Drittel.

Diese Daten stammen aus Studien vor der Zulassung, aber auch aus Untersuchungen, die in Amerika, Australien und Europa noch nach der Einführung der Impfung fortgeführt wurden. Da solche Vorstufen der Krebsentstehung vorausgehen, halten Fachleute eine Senkung der Krebsrate auf lange Sicht für sehr wahrscheinlich. Die derzeit verfügbaren Impfstoffe werden allerdings noch nicht lange genug eingesetzt, um den Einfluss auf die Krebsrate bereits sicher erkennen zu können. Zum Vergleich: Bis zu 15 Jahre können zwischen der Infektion und der Entwicklung eines bösartigen Tumors vergehen. Daher wird es auch noch einige Jahre dauern, bis erste Auswirkungen der Impfung sich tatsächlich deutlich in den Krebsstatistiken niederschlagen werden.

Kann man trotz Impfung (Gebärmutterhals-)Krebs bekommen?

Impfung: Kein Ersatz für Früherkennung

Wichtig: Auch für geimpfte Frauen bleibt die "Krebsvorsorge" weiterhin wichtig.

Ja, einen hundertprozentigen Schutz bieten die derzeitigen Impfstoffe nicht.  HPV 16 und HPV 18 sind die wichtigsten Hochrisiko-Varianten. Sie lassen sich im Gewebe von sieben von zehn Frauen mit Gebärmutterhalskrebs nachweisen. Drei von zehn Patientinnen sind aber nach heutigem Kenntnisstand durch eine Infektion mit anderen HPV-Typen erkrankt und wären durch die Impfung nicht geschützt gewesen.

  • Aus diesem Grund sollten auch geimpfte Frauen weiter regelmäßig die Früherkennungsuntersuchungen beim Frauenarzt wahrnehmen.

Wie lange hält der Impfschutz an?

Wie lange der Impfschutz anhält, nachdem man alle Impfdosen erhalten hat, ist noch nicht bekannt. Darauf weist das Robert Koch-Institut hin. Die Studien laufen noch nicht lange genug, um beurteilen zu können, ob und wann eine Auffrischimpfung nötig ist.

Nach bis zu neun Jahren Nachbeobachtungszeit hielt der Impfschutz in Studien bei geimpften Frauen noch an. Da die Impfung ein sogenanntes Impfgedächtnis hervorruft, kann man davon ausgehen, dass der Impfschutz noch wesentlich länger anhält. Die Autoren der aktuellen Leitlinie gehen von mehr als 20 Jahren aus. Die Impfung schützt also deutlich länger und besser als eine überstandene natürliche Infektion: Diese löst bei den meisten Menschen keine ausreichende Reaktion des Immunsystems aus, die langfristig eine Neuansteckung verhindern würde.

Wie schnell setzt der Impfschutz ein? Wann ist Geschlechtsverkehr ohne Ansteckungsrisiko möglich?

Geschlechtsverkehr mit einem HPV-infizierten Partner birgt immer das Risiko einer Ansteckung. Wer nicht bis zum Abschluss der Impfserie auf Geschlechtsverkehr verzichten möchte, sollte zwischenzeitlich Kondome verwenden. Diese schützen jedoch nicht hundertprozentig vor einer HPV-Infektion.

Soll man einen HPV-Test machen lassen, bevor man sich impfen lässt?

Nein, sagen die aktuell verfügbaren Leitlinien. Es gibt Tests, mit denen man eine Infektion nachweisen kann, mehr dazu im Abschnitt zum HPV-Test. Sie sind jedoch noch sehr aufwändig. Die Testung bei jungen Mädchen würde außerdem bedeuten, dass bei ihnen eine gynäkologische Untersuchung und ein Abstrich erfolgen müssten. Dies empfinden manche Mädchen in dem Alter möglicherweise als unangenehm. Aus einer Blutprobe lassen sich HPV nicht nachweisen.

Junge Mädchen, die bereits sexuell aktiv sind und sich möglicherweise infiziert haben, müssen zwar damit rechnen, dass die Impfung bei ihnen nicht mehr wirkt. Selbst wenn eine Infektion mit einem der HPV-Typen bereits vorliegt, könnte eine Impfung aber trotzdem noch Schutz vor anderen Unterformen bieten. Auch daher ist ein HPV-Test vor der Impfung derzeit nicht vorgesehen, kann im Einzelfall aber trotzdem durchgeführt werden. Kinderarzt oder Frauenarzt beraten dazu.

Zulassung, Impfempfehlung, Kostenübernahme: Wer kann sich impfen lassen, wer trägt die Kosten?

Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO)

Für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren ist die Impfung in Deutschland eine Kassenleistung.
Die aktuelle Impfempfehlung der STIKO findet sich unter www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/Impfempfehlungen_node.html.

Die deutsche Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfiehlt die HPV-Impfung zurzeit noch nur für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren. Die Zulassung der Impfstoffe ist jedoch weiter gefasst: Gardasil® ist in Deutschland ab einem Alter von neun Jahren zugelassen. Cervarix® ist zugelassen für Mädchen ab neun Jahren. Diese Zulassung orientiert sich an der Empfehlung vieler Fachleute. Auch die aktuell gültige deutsche Leitlinie rät zur Impfung nicht erst ab 12 - sowohl für Mädchen als auch für Jungen. Warum diese Altersempfehlungen? Eine Ansteckung ist schon beim ersten sexuellen Kontakt möglich, und nicht wenige junge Menschen sind bereits sehr früh sexuell aktiv. Daher sollte der vollständige Impfschutz ebenfalls möglichst früh erzielt werden. Rein statistisch sinkt der Nutzen der Impfung umso stärker, je älter die Zielgruppe ist.

Die gesetzlichen wie privaten Krankenversicherungen in Deutschland orientieren sich bei der Kostenübernahme für die Impfung allerdings an den STIKO-Impfempfehlungen und zahlen überwiegend nur für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren alle Leistungen.

  • Eine bundesweite Impfempfehlung für Frauen ab 18 Jahren oder für Männer gibt es in Deutschland derzeit nicht. Es gibt jedoch immer mehr Studien, die zeigen, dass auch sie von einer Impfung profitieren können – vorausgesetzt, sie sind mit den betreffenden Virustypen nicht bereits infiziert. Die derzeit zugelassenen Impfstoffe wirken auch nicht gegen bereits bestehende Zellveränderungen; mit ihnen können also keine Krebsvorstufen behandelt werden. Erwachsene Frauen, Jungen und Männer müssen die Kosten für die Impfung in der Regel selbst tragen: In Deutschland kostet eine Impfdosis etwa 130 bis 160 Euro (Stand 10/2013). Für die komplette HPV-Impfung mit bis zu drei Einzeldosen muss man also für den Impfstoff etwa 390 bis 480 Euro zahlen. Hinzu kommen Gebühren für die ärztliche Beratung, die Verordnung und die Impfung selbst.
  • Wer plant, sich impfen zu lassen, sollte vorher den Arzt nach den anfallenden Gesamtkosten fragen. Es lohnt sich aber, die Kostenübernahme bei der jeweiligen Kasse abzuklären.
  • Im Einzelfall erstatten manche Versicherungen die Kosten auch für Personen, für die es keine offizielle Impfempfehlung der STIKO gibt.
  • Bei privat Versicherten gilt der mit der jeweiligen Krankenkasse abgeschlossene Vertrag.
  • In einzelnen Bundesländern können vom bundesweiten Impfkalender abweichende Empfehlungen gelten. Ein Beispiel ist Sachsen, wo die Impfung auch für Jungen empfohlen ist. Auch aus diesem Grund empfiehlt sich die Rücksprache mit der Krankenkasse.

Nebenwirkungen: Welche unerwünschten Wirkungen kann die Impfung haben?

Die Impfstoffe, die derzeit auf dem Markt sind, gelten als sicher und gut verträglich. Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen von Gardasil® sind Hautreaktionen an der Einstichstelle mit Rötung, Schmerzen, Schwellung oder kleinem Bluterguss, und eine vorübergehende Temperaturerhöhung. Diese Nebenwirkungen traten im Rahmen der Zulassungsstudien bei mehr als einer von zehn geimpften Patientinnen auf. Bei einer von hundert Geimpften schmerzte kurzzeitig der Oberarm, in den der Impfstoff gespritzt wurde. Nicht auszuschließen, aber deutlich seltener sind darüber hinaus Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Überempfindlichkeitsreaktionen wie Atembeschwerden oder Nesselsucht.

In den Medien und im Internet wurden vor einigen Jahren auch viele Nebenwirkungen diskutiert, von denen man gar nicht weiß, ob sie überhaupt durch die Impfung ausgelöst werden. Dies liegt daran, dass bei Medikamenten grundsätzlich alle Vorfälle dokumentiert werden müssen, die rund um die Gabe auftreten. Dies gilt auch dann, wenn vermutlich gar kein Zusammenhang besteht. Die Arzneimittelbehörden haben darauf reagiert, und jetzt werden noch folgende Hinweise in der Packungsbeilage aufgeführt:
Kurz nach der Einführung der Impfung berichteten Mädchen von Ohnmachtsanfällen. Daher sollten Geimpfte noch etwa eine Viertelstunde in der Arztpraxis unter Beobachtung bleiben. Nur in Einzelfällen wurde von folgenden Nebenwirkungen berichtet: geschwollene Lymphdrüsen (Halsbereich, Achselhöhle oder Leiste), Immunthrombozytopenie (eine Autoimmunkrankheit, die zu einem Mangel an Blutplättchen führt), Guillain-Barré-Syndrom (eine Nervenentzündung mit Gefühlsstörungen und Muskelschwäche bis hin zu Lähmungen, meist an Beinen und Armen, mit Gelenkschmerzen, Missempfindungen, Kribbeln in Armen, Beinen und Oberkörper), Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Schüttelfrost, Müdigkeit, Unwohlsein.

Bei Cervarix® sind die häufigsten Nebenwirkungen, die bei mehr als einer von zehn Impfungen auftreten können: Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Müdigkeit. Seltener wurden Magen-Darm-Beschwerden, Juckreiz und Hautausschlag, Muskel- und Gelenkschmerzen und Fieber beobachtet. Gelegentlich können auch Schwindel und Infektionen der oberen Atemwege auftreten. Bei breiter Anwendung von Cervarix® nach der Markteinführung wurde zudem bei Einzelnen von folgenden Nebenwirkungen berichtet: geschwollene Lymphdrüsen, allergische Reaktionen, Ohnmachtsanfälle. Auch hier gilt: Ob die selten beobachteten Nebenwirkungen tatsächlich durch die Impfung ausgelöst wurden, bleibt unklar. Die Arzneimittelbehörden sehen grundsätzlich vor, alle vorgekommenen möglichen Nebenwirkungen in der Packungsbeilage aufzulisten.

  • Ausführliche Informationen zu den Impfstoffen bieten die Internetseiten der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA unter www.ema.europa.eu, Stichwort "Find medicine", Stichwort "Human medicines". Unter dem Anfangsbuchstaben finden Nutzer die Produktinformationen zu dem jeweiligen Impfstoff auch in deutscher Sprache.

Kann die Impfung selbst eine HPV-Infektion hervorrufen oder gar zu Krebs führen?

Nein. Die Impfung kann keine HPV-Infektion hervorrufen. Sie führt weder zu Gewebeveränderungen noch zu Krebs. Voraussetzung für eine Vermehrung der Erreger wäre, dass der Impfstoff Erbmaterial des Virus enthalten würde. Die Impfstoffe enthalten jedoch leere virusähnliche Hüllen, die der körpereigenen Abwehr ein "echtes" Virus vortäuschen.

Gegenanzeigen: Wann sollte man sich nicht impfen lassen?

Impfen lassen trotz Erkältung?

Bei einer leichten Erkältung kann man sich meist trotzdem impfen lassen. Im Zweifelsfall entscheidet der Arzt.

Es gibt wenige Einschränkungen, sogenannte Kontraindikationen. Dazu gehören:

  • Allergie gegen den Impfstoff oder einen seiner Bestandteile
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Schwangerschaft
  • Impfung in der Stillzeit nur, wenn die Vorteile mögliche Risiken überwiegen

Darüber hinaus sollte man die Impfung bei einer schweren und fieberhaften Erkrankung verschieben. Ein leichter Infekt, etwa eine Erkältung hindert in der Regel jedoch nicht, sich impfen zu lassen. Ansprechpartner ist der impfende Arzt.

Ob die Impfung bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem ausreichend "anschlägt", hängt von der individuellen Situation ab. Betroffen sind beispielsweise Menschen mit einer HIV-Infektion oder einer angeborenen Immunschwäche. Ob sie nach einer Impfung einen ausreichenden und langfristigen Schutz entwickeln können, ist bisher nicht ausreichend untersucht.

Mit einer Impfung Krebs behandeln: Wie ist der Stand bei therapeutischen HPV-Vakzinen?

Noch in der Erprobung

Bisher sind therapeutische Impfstoffe nicht zugelassen. Sie werden noch in Studien getestet.

Die bisher verfügbaren Impfstoffe schützen nur vor der Ansteckung mit humanen Papillomviren - hat man sich bereits infiziert, richten sie nichts mehr aus. Auch können sie schon bestehende virusbedingte Zellveränderungen nicht heilen.
Zu dieser Frage gibt es jedoch viel Forschung: Eine therapeutische Impfung könnte auch dann noch wirken, wenn das Erbmaterial der Viren im Gewebe Veränderungen ausgelöst hat, eventuell sogar noch dann, wenn bereits Krebs entstanden ist. Eine therapeutische HPV-Impfung wird sich voraussichtlich nicht gegen die HP-Viren selbst richten. Sie wird vielmehr dafür sorgen, dass das Immunsystem mit HPV befallene Zellen erkennt und vernichtet.

Im Tierversuch konnten Forscher bereits eine vollständige Rückbildung von HPV-bedingten Tumoren erreichen. Derzeit werden therapeutische Impfungen am Menschen sogar schon in klinischen Studien erprobt: bei Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen, bei Kopf-Hals-Tumoren, bei virusbedingtem Krebs am Darmausgang sowie bei Krebs und Krebsvorstufen der Vagina und Vulva. Bei Vorstufen des Vulvakarzinoms zeigten sich bereits erste Erfolge. Forscher gehen aber davon aus, dass eine alleinige Behandlung mit einer Impfung vermutlich nicht oder nicht bei allen Patienten ausreicht: Langfristig wird die therapeutische Vakzinierung wohl mit anderen Behandlungsverfahren wie der Operation oder der medikamentösen Behandlung kombiniert werden.

  • Grundsätzlich gilt aber: Es wird noch einige Zeit dauern, bis therapeutische Impfstoffe zugelassen und für jedermann verfügbar sein werden.